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Mein lieber Papst ...: Die unbeantworteten Briefe eines kleinen Bergbauern an die Großen in unserer Zeit
Mein lieber Papst ...: Die unbeantworteten Briefe eines kleinen Bergbauern an die Großen in unserer Zeit
Mein lieber Papst ...: Die unbeantworteten Briefe eines kleinen Bergbauern an die Großen in unserer Zeit
eBook454 Seiten5 Stunden

Mein lieber Papst ...: Die unbeantworteten Briefe eines kleinen Bergbauern an die Großen in unserer Zeit

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Über dieses E-Book

Der Papst, die Präsidenten der Vereinigten Staaten, Russlands, der Europäischen Kommission, ein britischer Wissenschaftler, der ORF und zahlreiche österreichische Politiker haben eines gemeinsam: Stets hält ein 66-jähriger kleiner Bergbauer aus Vorarlberg, so unterzeichnet der Autor seine Briefe, den Großen unserer Welt einen Spiegel vor und prangert unter anderem das Zurückbleiben der Kirche, die Unfähigkeit der Politik und die Irrwege des Finanzwesens an. Leider hatte niemand der Adressaten den Mut, dem Autor persönlich zu antworten. Sie werden wohl wissen, warum.
SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum1. Apr. 2013
ISBN9783837250909
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    Buchvorschau

    Mein lieber Papst ... - Karl Fritsche

    Inhaltsverzeichnis

    Widmung

    Vorwort zur ersten Auflage

    Vorwort zur zweiten Auflage.

    Mein lieber Papst (Weihnachten 2009)

    An den Präsidenten der Vereinigten Staaten (November 2011)

    An Wladimir Putin (Dezember 2010)

    Mein lieber Stephen Hawking (Februar 2011)

    An Josè Manuel Barroso (Oktober 2008)

    An Heinz Fischer (Mai 2010)

    An den ORF (April 2010)

    Lieber Parteiobmann Spindelegger (August 2011)

    Sehr geehrter Herr Pelinka (Juni 2008)

    Lieber Herr Christof Schönborn (April 2008)

    An Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (Jänner 2008)

    An Landesrat Markus Wallner (Januar 2007)

    An Landeshauptmann Markus Wallner (April 2012)

    Sehr geehrter Herr Stronach (Dezember 2012)

    Karl Fritsche

    Mein lieber Papst …

    und die unbeantworteten Briefe eines kleinen Bergbauern an die Großen in unserer Zeit

    AUGUST VON GOETHE LITERATURVERLAG

    FRANKFURT A.M. • WEIMAR • LONDON • NEW YORK

    Die neue Literatur, die – in Erinnerung an die Zusammenarbeit Heinrich Heines und Annette von Droste-Hülshoffs mit der Herausgeberin Elise von Hohenhausen – ein Wagnis ist, steht im Mittelpunkt der Verlagsarbeit.

    Das Lektorat nimmt daher Manuskripte an, um deren Einsendung das gebildete Publikum gebeten wird.

    ©2013 FRANKFURTER LITERATURVERLAG FRANKFURT AM MAIN

    Ein Unternehmen der Holding

    FRANKFURTER VERLAGSGRUPPE

    AKTIENGESELLSCHAFT

    In der Straße des Goethehauses/Großer Hirschgraben 15

    D-60311 Frankfurt a/M

    Tel. 069-40-894-0 ▪ Fax 069-40-894-194

    E-Mail lektorat@frankfurter-literaturverlag.de

    Medien- und Buchverlage

    DR. VON HÄNSEL-HOHENHAUSEN

    seit 1987

    Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

    Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet abrufbar über http://dnb.d-nb.de.

    Websites der Verlagshäuser der

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    www.haensel-hohenhausen.de

    www.prinz-von-hohenzollern-emden.de

    Dieses Werk und alle seine Teile sind urheberrechtlich geschützt.

    Nachdruck, Speicherung, Sendung und Vervielfältigung in jeder Form, insbesondere Kopieren, Digitalisieren, Smoothing, Komprimierung, Konvertierung in andere Formate, Farbverfremdung sowie Bearbeitung und Übertragung des Werkes oder von Teilen desselben in andere Medien und Speicher sind ohne vorgehende schriftliche Zustimmung des Verlags unzulässig und werden auch strafrechtlich verfolgt.

    Lektorat: Dr. Andreas Berger

    ISBN 978-3-8372-5090-9

    Die Autoren des Verlags unterstützen den Bund Deutscher Schriftsteller e.V., der gemeinnützig neue Autoren bei der Verlagssuche berät. Wenn Sie sich als Leser an dieser Förderung beteiligen möchten, überweisen Sie bitte einen – auch gern geringen – Beitrag an die Volksbank Dreieich, Kto. 7305192, BLZ 505 922 00, mit dem Stichwort „Literatur fördern". Die Autoren und der Verlag danken Ihnen dafür!

    Widmung

    Dieses Buch soll all jenen ganz normalen Menschen gewidmet sein, denen ich in den vergangenen Jahren zugehört habe und die sich mit ihren Sorgen des Alltags alleingelassen fühlen;

    Menschen, deren Glaubensbild sich mit dieser Welt ändert und die erkennen, dass Gott mehr ist als jede Religion;

    Menschen, deren Gewissen schärfere Maßstäbe hat als das unserer Politiker, Medien, Kirchenführer und Wissenschaftler;

    Menschen, denen der sorgsame Umgang mit allem, was diese Welt so schön und wertvoll macht, ein Anliegen ist;

    Menschen, die auch an andere denken und an der derzeitigen Kultur der Unterdrückung nicht teilhaben wollen;

    Menschen, die Kunst und Kultur mit Schönheit und Ästhetik gleichsetzen, nicht mit stumpfer Nacktheit, banalem Müll und Unrat;

    Menschen, die in der Freiheit, wie wir sie noch genießen können, auch eine Verpflichtung gegenüber den Entrechteten sehen;

    Menschen, die jene Menschlichkeit leben wollen, die unsere Welt dem Frieden Schritt für Schritt näherbringen könnte.

    Vorwort zur ersten Auflage

    Lieber Leser,

    als Bergbauer, der meist vom frühen Morgen bis zur Dunkelheit den Verpflichtungen seines Hofs unterliegt, hat man eigentlich keine Zeit, ein Buch zu schreiben. Doch nachdem ich die Tierhaltung aufgeben musste, hatte ich plötzlich zwei frühe Morgenstunden zur Verfügung.

    Ich wollte sie nützen, um die Gedanken über unsere Zeit festzuhalten. Sie stammen oft von Menschen, die mit ihren Sorgen zu mir kamen, weil sie diese Verflechtungen der Macht, diese Bürokratie und auch diese Kirche nicht mehr verstehen.

    Die Unfähigkeit der Politik, die Irrwege des Finanzwesens, das Zurückbleiben unserer Kirche treten immer deutlicher zutage.

    Daher werden die Sorgen der Menschen auch immer größer.

    So begann ich, Briefe zu schreiben, zuerst an unsere Politiker, dann auch an die Großen, Weisen und Mächtigen dieser Welt.

    Immer blieben die Briefe unbeantwortet, was den Inhalt betrifft. Nur ganz wenige bestätigten zumindest den Empfang.

    Daher entschloss ich mich, diese Briefe zu veröffentlichen, um die Sorgen und Gedanken der einfachen Menschen, stellvertretend für sie, in der heute schreienden Medienwelt wenigstens zaghaft einzubringen. Wohl wissend, dass auch dieses Buch die Welt nicht ändern wird, aber hoffend, dass es die Gedanken von normal und ganzheitlich denkenden Menschen deutlich macht.

    Die ganze Welt läuft doch immer mehr in eine Sackgasse, und dazu zu schweigen und die Augen zu schließen, weil man „eh nichts machen kann", das ist einfach zu wenig.

    Ja, wir alle sagen: „Wir können eh nichts machen." Aber je mehr wir schweigen, umso abhängiger werden wir.

    Die große, schweigende Mehrheit war immer das Spielfeld der Mächtigen, wo mit bewusst aufgebauten Zwängen die Menschen am Schweigen gehalten wurden.

    Die arabische Welt zeigt uns zurzeit, wie sie ihr jahrzehntelanges Schweigen nun mit einem Strom von Blut und unzähligen Toten überwinden muss. Ich möchte daher auffordern, sich heute zu wehren und all jenen den Spiegel ihrer Verantwortung vorzuhalten, zu der sie sich mit einem Gelöbnis verpflichtet haben.

    Grundsätzlich sind die Briefe an die jeweilige Persönlichkeit fast wörtlich so wiedergegeben, wie ich sie geschrieben habe. Da aber bei den verschiedenen Persönlichkeiten doch ein anderes Detailwissen gegeben ist, so sah ich mich gehalten, manche Sätze umzuschreiben, damit sie für den Leser leichter zu verstehen sind. Ich bitte aber auch, das jeweilige Datum zu beachten, und um Verständnis, dass die Briefe nur jenen Wissens- und Informationsstand wiedergeben können, der zur Zeit der Abfassung aus den aktuellen Ereignissen gegeben war. Da in diesen Briefen manche Themen sich wiederholen, so habe ich diese mitunter auch um einiges gekürzt oder mit anderen Worten gestaltet.

    Ich beginne dieses Buch mit dem Brief an den Papst, weil ich dem Buch diesen Titel gegeben habe und an einen göttlichen Auftrag an uns Menschen in dieser Welt glaube. Daher glaube ich auch, dass der Papst eine Autorität in dieser Welt sein könnte. Er müsste aber seiner Aufgabe entsprechen, in dieser Welt „Salz zu sein. Salz darf nicht schal sein, die „weiße Farbe allein macht es nicht zum Salz.

    Er bringe kein „Gastgeschenk" mit, so sagte er leider bei seinem Besuch in Deutschland, man dürfe diese Kirche nicht modernisieren (als ob das ein Geschenk wäre). Dabei aber sollte sich diese Kirche nicht unserer Zeit unterwerfen, sondern zu jenem Geist zurückkehren, den ihr Gründer damals schon als NEU gepredigt hat und der über diese zwei Jahrtausende nichts an Aktualität eingebüßt hat.

    „Der Geist weckt Leben, der Buchstabe aber tötet."

    Das Papsttum und damit das Kirchenverständnis der Welt entwinden sich nur mühsam dem geistig dunklen Mittelalter.

    Das Gleichnis Jesu vom Weinstock und den Reben hat auch für unsere Amtskirche Geltung. Es gibt so viele junge Triebe in unserer Kirche, die reiche Frucht bringen, aber der alte Weinstock verdorrt immer mehr!

    Was eigentlich Hoffnung für die ganze Welt sein könnte, droht durch dieses versteinerte Denken zum gesellschaftlichen Auslaufmodell zu werden.

    Die Briefe an die Politiker unserer Tage mögen aus den aktuellen Geschehnissen verstanden werden.

    Den Brief an Professor Hawking verfasste ich, nachdem ich sein Buch „Der große Entwurf" gelesen hatte, worin er meint, mit der sogenannten M-Theorie nun den Schlüssel zur Umgehung des Göttlichen gefunden zu haben.

    Den Brief an den ORF habe ich aufgrund der reißerischen Berichterstattung über die verschiedensten Ereignisse geschrieben.

    Es ist wirklich entwürdigend, wie alle Welt durch die Medien in eine Meinungsstruktur gedrängt wird, die den Mächtigen dieser Welt dient und die den einfachen Menschen nur als Ausbeutungsobjekt sehen.

    Die Versklavung der Menschen durch die Finanzmärkte hat leider einen medial gesteuerten Hintergrund. Dabei wären es gerade die Medien, die dieser Welt ein neues Gesicht geben könnten, wenn sie die öffentliche Meinung bewusst nach ethischen Grundsätzen steuern würden.

    Je ärmer die Menschen in ihrem Umfeld sind, desto mehr können sie ausgebeutet werden. Darum auch der massive Angriff der Spekulanten auf unsere Währung, auf unsere Grundstücke.

    Nicht nur ärmer an Materiellem, sondern auch ärmer an Mitbestimmung, ärmer an Vielfalt und geistiger Freiheit sollten wir werden. Es ist unsere Aufgabe, uns dagegen zu wehren.

    Der einfache, normale Mensch, der sich darauf verlässt, dass die Politik in einem demokratischen Gemeinwesen und die Führungskräfte im Sinne der Allgemeinheit handeln, muss nun feststellen, dass im Hintergrund und fast unbemerkt ein System der Ausbeutung aufgebaut wurde, das nun nach der totalen Macht zu greifen beginnt.

    Karl Fritsche

    Vorwort zur zweiten Auflage.

    Nun, wir sind weitergegangen durch unsere Zeit, doch die Welt ist nicht nur tiefer gesunken seit ich dieses Buch zu schreiben begann, sondern sie ist noch brutaler und unverständlicher geworden.

    Hat die Wahnsinnstat eines Breivik in Norwegen noch die Medien monatelang beschäftigt, so wurde das erschütternde Drama in einer Grundschule von Newtown, in unseren Medien bereits nach wenigen Tagen schon wieder überlagert von Finanzskandalen und Beziehungsmorden.

    Ebenso sind die Verarmung und die Ausbeutung der Menschheit weiter fortgeschritten, die Zerstörung der Natur, der Verlust unserer gesellschaftlichen Werte.

    Aber es gibt auch einen Hoffnungsschimmer. Unser lieber Papst ist völlig überraschend zurückgetreten. Hat er wirklich erkannt, dass diese Kirche eine neue Führung braucht. Ja, er hat noch den untreuen Kammerdiener Paolo Gabrieli begnadigt. Dem Sprecher der Vereinigung, „Ungehorsame Priester", Pfarrer Schüller aber, hat er den Tittel Monsingjore aberkannt. Auch die Vorschrift, dass eine Frau während des Gottesdienstes nicht das Evangelium lesen darf, wurde bekräftigt. Sicher aber erkannte er, dass eine tiefgreifende Änderung in der Kurie über seine Kräfte geht. Da er noch auf Twitter für uns erreichbar wurde und über dieses Medium auch manch ehrliches Wort zu ihm gelangen konnte erkannte er vermutlich, dass die Zeit gekommen ist.

    Ja die Zeit ist gekommen in der diese Welt neu sich orientieren muss und die Kirche hätte in diesem Prozess eine wichtige Aufgabe.

    Amerika hat seinen Präsidenten bestätig. Europa und der Großteil der übrigen Welt freuen sich darüber. Aber gerade seine erste Amtszeit hat doch gezeigt wer in dieser Welt das letzte Sagen hat. Nicht der mächtigste Mann der Welt:

    Sondern: die mächtigste Sache der Welt - das Geld. Die Waffenlobby dort, fordert nun sogar einfach alle zu bewaffnen.

    Putin hat sein Machtimperium weiter gefestigt:

    Auch ein kritisches Lied bringt dort nun bereits Gefängnis und hohe Strafen!

    Die Wissenschaft glaubt in 40 Lichtjahren Entfernung den wertvollsten Planeten unseres des Alls entdeckt zu haben. Er soll zu einem Drittel aus Diamant bestehen. Eine große Versuchung für die Finanzwelt. Vieleicht haben die UBS und andere schon Anteile erworben?

    Für uns normale Menschen ist aber der wertvollste Planet unsere Erde. Leider wird sie von unseren Mächtigen so wenig geschätzt, dass diese sich auch beim nun 18. Klimagipfel in Doha zu nichts einigen konnten. Überall auf der Welt wo die Sonne 300 Tage und mehr scheint, da trifft man auf waffenstarrende Soldaten, aber weder auf Fotovoltaik auf den Dächern noch auf Windräder und hinter jeder Hotelanlage brummen riesige Dieselaggregate.

    Der Islam zeigt nun in Syrien und in zweiter Auflage auch in den anderen arabischen Staaten wieder sein wahres, kompromissloses Gesicht. Die schon vor Jahrhunderten gestellte Frage, Was hat der Islam denn Gutes gebracht? wird immer dringender.

    Das Nord- Südgefälle in der EU wird immer steiler, dadurch fließt auch immer mehr Geld, wie durch die Wasserrutsche eines Schwimmbades in die leckenden Becken der danach gierenden Banken und deren Manager.

    Man ist völlig unfähig diese Fehlkonstruktion in ihren Fundamenten zu sanieren.

    Aber schon Albert Einstein sagte:

    „Die Probleme die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat".

    Nun hat diese EU ja noch den Friedensnobelpreis bekommen. Offensichtlich gibt es keinen guten Menschen mehr auf dieser Welt, der diese Auszeichnung verdienen würde.

    Das harte Urteil gegen den Lobbyisten Strasser wurde von der EU sehr begrüßt. Nur die Zahl der Lobbyisten ist dort, einer Studie zufolge, (Huedemann) inzwischen gegen 20 000 gestiegen. Allein die Pharmabranche gibt dort, laut Schätzungen 90 Millionen Euro für EU Lobbying aus.

    Wer aber in diesem reichen Brüssel drei U-Bahnstationen weiter fährt, begegnet völlig verarmten Menschen, an notdürftig eingerichteten, privat finanzierten Ausspeisungen.

    Unsere Finanzmarktaufsicht verbietet einem Unternehmer Geld von Freunden für eine Investition anzunehmen weil das gesetzlich nur die Banken dürfen. Leerverkäufe und alle anderen noch so dreckigen Spekulationsgeschäfte von Banken, sind dagegen rechtens.

    Die Taten der Akteure des Bawagskandals und von Waffenhändler stinken, aber sie stinken nicht genug für eine Verurteilung, so der Richterspruch. Daher bleibt aber dieses Gestank nun auch an der Justiz hängen.

    Unser Vizekanzler kennt den Vertrag über die Beschaffung der Eurofighter nicht. Auch das stinkt!

    Unsere Politik und die Bürokratie schwärzt Dokumente, fälscht Testamente, sie spekuliert, verliert, sie schiebt wichtige Entscheidungen auf und fremde Kinder ab, auch wenn sie Klassenbeste in Deutsch sind.

    Keine Woche ohne Betrugsskandal, ohne Beziehungsmord. Aber auch kein Tag ohne mediale Verspottung unserer Werte, unserer christlichen Kultur, durch diese angeblich wertneutrale Berichterstattung, durch eine abartige Kunstszene.

    Die Polizei erstellt nüchterne Tatvorgänge, Psychiater erstellen Täterprofile, die Medien bringen dramatische Bilder und Berichte, alles rätselt über die Hintergründe, aber niemand hat den Mut es auszusprechen.

    Alle diese Verbrechen sind beeinflusst durch eine dauernde Berieselung aus einer mit Verbrechen und Gewalt gespickten elektronischen Unterhaltungswelt, sowie einer medialen Verherrlichung unvernünftiger, abartiger Lebensweisen.

    Sie sind die Folge der medialen Zerstörung, unserer religiösen und sittlichen Fundamente in unserer Gesellschaft. Doch die Medien stützen sich auf wissenschaftliche Studien, dass all das Böse das da täglich vermittelt wird, keinen Einfluss auf das Verhalten der Menschen hat.

    Zeige mir, mit was du umgehst und ich sage dir, wer du bist!

    Was denn beeinflusst unser Denken und Handeln mehr als das täglich bildlich Gesehene, überall Gehörte.

    Seit biblischen Zeiten wird das Vorbild, als das die Kinder prägende Element festgeschrieben. Wissenschaftler bestätigen das mit umfangreichen Untersuchungen. Denn genau diese Bilder bleiben im Langzeitgedächtnis der Kinder für ihr Leben gespeichert.

    Wie sagte es bereits Jesus!

    „Wer einem von diesen Kleinen zum Ärgernis wird dem wäre es besser…"

    vor wenigen Jahren schrieb der Schriftsteller Franz Meier unter ein Bild mit fröhlich auf einem Baumhaus spielenden Kindern.

    „Ein Mühlstein um den Hals dem, der diesen Kindern einen Fernseher schenkt".

    Dabei ist aber nicht das Gerät der Schuldige!

    Karl Fritsche

    Mein lieber Papst (Weihnachten 2009)

    Es ist vermutlich vermessen, Dir, lieber Papst, als kleiner Bergbauer, der nie eine höhere Schule besuchen konnte und 60 Jahre alt wurde, ohne einen Fernseher zu haben, aber viel gelesen und auch zugehört hat, einen Brief zu schreiben.

    In der Überzeugung aber, dass wir alle Kinder eines Gottes sind, und eingedenk des Gleichnisses des Winzers, der zu verschiedenen Zeiten auf den Markt ging, um Arbeiter zu dingen, werden wir von Ihm auch zu verschiedenen Zeiten unseres Lebens gerufen.

    Ebenso wurden wir auch durch die von Ihm geschaffene Natur mit verschiedenen Gaben ausgestattet und haben daher auch verschiedene Aufgaben und Wirkungskreise in dieser Welt. Wir alle sind also im Plan seiner Schöpfung an der Verwirklichung seines Reichs beteiligt. Daher bitte ich Dich, lieber Papst Benedikt, mir ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken und Dich mit dem für uns Bergbewohner üblichen „Du" anreden zu dürfen.

    Es ist für mich sehr wichtig, dass durch unsere gemeinsame Herkunft und Sprache die Verständigung nicht über eine verzerrende Übersetzung laufen muss, die gerade im Geschichtsverlauf unserer Kirchen so viel Verwirrung und Unheil stiftete.

    Nicht sprachliche Übersetzungsfehler sind das Schlimme, sondern die gedanklichen, die geistigen.

    Die klare Luft, das köstliche Wasser unserer Berge, das Wissen um die Mühen für das tägliche Brot für eine große Familie, aber tief glücklich in der Seele, das Wissen, dass Gott uns alle liebt: So schreibe ich Dir mit schwieligen Händen, denn auch diese sind in Gottes Plan.

    Ich schreibe Dir aus einem Weltbild, das sich sehr gewandelt hat und das mich nun tief bewegt, seit ich all unseren historischen Ballast vorsichtig beiseitelegen, die geistigen Gitterstäbe aufbiegen und die Fußfesseln ablegen konnte, die unsere Kirche für uns ungebildete Mitglieder immer noch bereithält, als verpflichtend mitschleppt. Die sogenannte Intelligenz und vor allem unsere jungen Menschen haben uns das alles längst belächelnd vor die Füße geworfen.

    Wenn wir von der Höhe eines Berges in die dunstigen Täler schauen, so sehen wir, dass die Landschaft und alles immer weniger klar und farbenfroh wirken, je tiefer wir blicken. Sind wir aber selbst im Tal unten und blicken durch den Dunst nach oben, so erscheint uns alles grau und farblos, auch die Sonne scheint nicht so klar, und das, was wir „Himmel" nennen, verliert vieles an seiner Faszination.

    Dieser Nebel nimmt seit Jahren zu. Die immer stärkeren Emissionen trüben alles ein. Aber auch geistig wird unsere Sicht auf das Wesentliche immer verschwommener. Ja, je mehr sich unser Wissen erweitert, umso dichter scheint auch dieser geistige Nebel zu werden.

    Daher ist es für uns Menschen in den Bergen vermutlich leichter, Dinge zu erkennen, zu erahnen, die den hastenden Menschen in den Städten verschlossen bleiben. Vermutlich bringt auch der etwas kleinere Abstand zu dem, was wir „Himmel" nennen, für uns auch eine andere Sichtweise. So wie die Sterne der Nacht für uns auf den Bergen noch in unendlicher Zahl hell und klar leuchten.

    Ich schreibe Dir, lieber Papst, vor allem auch, weil sich das Kirchenbild jener Menschen geändert hat, die fest gegründet in der katholischen Kirche aufgewachsen sind, durch Not und Krieg mussten und sich dann mit harter Arbeit wieder eine lebenswerte Grundlage geschaffen haben.

    Nun, da wir alle alt sind und doch auch selbst ein wenig die Welt gesehen haben und durch die Medien täglich mit Verbrechen, Unglück, dem Betrug Einzelner und auch großer Organisationen am Allgemeingut überhäuft werden, so sind wir Fragende geworden.

    Fragende in Bezug auf alles, was Politik, was Religion, was der jahrhundertelange Betrug und die Bevormundung am einfachen Menschen sind.

    So bleibt uns denn letztlich nur ein persönlicher Weg zu Gott, zu jenem Gott, der so viele Namen hat; einem Gott, der nicht mehr in unser Kirchenbild passt, oder besser gesagt: Wir befinden uns in einer Kirche, die nicht mehr zu unserem Gottesbild passt.

    Vor wenigen Monaten war ich in Altötting und in Deinem Geburtsort Marktl am Inn. Altötting hat mich tief beeindruckt. Der respektvolle Umgang mit der Anwesenheit der helfenden Muttergottes sowie das Fehlen der marktschreierischen Tandverkäufer, die man sonst auf vielen Wallfahrtsorten antrifft, waren sehr wohltuend. Auch an Deinem Geburtsort ist der Umgang mit Deinem Papstsein sehr diskret sowie Deinem Amt und entsprechend Deiner Bedeutung gerecht aufgearbeitet. Wenn man von den wenigen geschäftlichen Dummheiten absieht, so hat mir dieser Besuch doch gezeigt, dass zumindest Deine Heimatgemeinde gut mit der Situation umgeht. Wenn man das so nennen darf.

    In den letzten Jahren haben in meinem Haus auch die modernen Medien Einzug gehalten. Um aber bei den Dingen nicht auf der Oberflächlichkeit der heutigen Berichterstattung stehen zu bleiben, musste ich viel lesen und hören. Hören, nicht nur Meinungen oder Erklärungen von Leuten, die in unserer Welt wichtig sind, sondern ich habe vor allem jenen Menschen zugehört, die sich nun in der Reife ihrer Jahre neu orientieren müssen.

    Genau das ruft mich als einen der Kleinsten, unserer anmaßend gewordenen Welt und auch Dir, lieber Papst, etwas zu sagen:

    Es umgibt mich eine große Traurigkeit, wenn ich an all das denke, was seit Jahrhunderten, aber besonders zurzeit in unserer Kirche geschieht. Warum könnt Ihr alle da oben nicht vom Gleichnis der Zeichen am Feigenbaum lernen und erkennen, dass die geistige wie auch die reale Welt anders geworden ist?

    Dein Buch über Jesus, mein lieber Benedikt, ist symptomatisch für dieses Nichterkennen. Es erscheint mir wie beim „Emmaus-Gang" der Jünger: Ihre Augen waren gehalten.

    Nachdem ich dieses Dein Buch gelesen hatte, kamen mir beengende Gedanken: Du schreibst über die Person Jesu in diesem Buch wie ein Restaurator, der nach genau wissenschaftlichen Regeln ein Bild analysiert, nicht aber wie ein Betrachter, der die Botschaft dieses Bilds in sich aufnimmt. Du schreibst in diesem Buch über Jesus wie ein Psychoanalytiker über die Liebe, nicht aber wie jemand, der liebt. Du schreibst über Jesus wie ein Ernährungswissenschaftler über das Essen und Trinken, aber nicht wie einer, der hungert oder Durst leidet in der Wüste. Du schreibst über Jesus wie ein Reisender, der die Welt kennt, aber nicht wie jemand, der in seine Heimat zurück will. Wie ein Arzt, der alle Krankheiten, alle Medikamente kennt, aber nicht an das noch Unerklärliche glaubt.

    Irgendwie erinnert mich dieses Buch an die Worte von Johannes: „Und wenn ich alle Erkenntnis und Wissenschaft hätte … aber die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle."

    Dabei glaube ich natürlich nicht, dass Du diese Liebe nicht hast, und auch all Deinen Beratern möchte ich diese Liebe nicht absprechen, aber als Gemeinschaft seid Ihr unfähig, diese Liebe zu vermitteln. Nicht nur gegenüber jenen Menschen, die zu unserer Kirche und zu Jesus mit Vorbehalten oder Ablehnung stehen, sondern auch uns, denen unser Glaube etwas sehr Wichtiges für unser Leben ist und die Kirche als liebende Gemeinschaft erleben möchten.

    Man sollte nicht über Jesus schreiben, ohne seiner Person jene Tiefe zu geben, die Er selbst ausstrahlt. Jener Jesus, der so offen auf die Menschen zuging, lehrte, heilte, verzieh, je nachdem wie Ihn die Menschen im Herzen annahmen. Er fand aber auch immer wieder harte, klare Worte, vor allem gegen die eigensinnige Härte und Gebundenheit der damaligen Hierarchie.

    Mein lieber Papst,

    nachdem ich nun auch Deine aktuelle Enzyklika „Caritas in Veritate" gelesen habe, verstehe ich, weshalb die Welt nicht auf Dich hört. Du schreibst darin auf vier Seiten über die Liebe und die Wahrheit. Vier Seiten in einer Sprache, die unendlich weit von jenem Jesus entfernt ist, der die Menschen in ihrem Herzen ansprach, dessen Worte bis heute ihre Kraft und Klarheit nicht verloren haben.

    Warum redest Du nicht wie Jesus in Gleichnissen, aber aus unserer Zeit? Du schreibst da von einer „Ökonomie der Liebe", die zur Wahrheitsfindung beitragen soll. Welcher Gedankengang? Wer kann das verstehen?

    Bereits von Pilatus ist berichtet, dass er fragte: „Was ist Wahrheit?" Wahrheit ist etwas, das sich laufend weiterentwickelt, durch alle Zeit, und jeder Mensch muss selbst danach suchen. Wir haben weggeworfen, was Generationen vor uns als wahr angesehen haben. Wir entwickeln laufend neue Wahrheiten, und nach uns wird es auch wieder so sein.

    Die Liebe ist das ewig Wahre und unterliegt keiner zeitlichen Abnützung. Die Liebe ist für jeden Menschen Weg und Ziel, denn Gott ist Liebe. Die Liebe ist der Weg zu einer erarbeiteten, vernünftigen Wahrheit, ich möchte das so verstehen!

    Im Weiteren gehst Du ausführlich auf „Populorum Progressio" ein und verstärkst diese Worte mit den Erkenntnissen unserer Zeit. Alles, was da geschrieben ist, ist gut und richtig, wäre wichtig für unsere Zeit, zu jeder Zeit. Ich trage es mit, ich rufe es mit Dir in die Welt hinaus.

    Sinngemäß hat das alles aber auch schon Thomas Morus vor circa 500 Jahren geschrieben, wenngleich er in seiner „Utopia" zum Abschluss meint, dass es dauern werde.

    Nun, es dauert immer noch und es wird ewig dauern, wenn wir nicht selbst beginnen, etwas zu ändern in unserem eigenen Wirkungskreis: Du in Deinem Vatikan, der Vatikan in der Weltkirche, ich in meiner kleinen Welt.

    Wenn unsere Kirche einerseits hohe moralische Ansprüche stellt, andererseits mit Aktien von Firmen Geschäfte macht, deren Produkte sie den Gläubigen verbietet, so ist das die Zerstörung der eigenen Basis, die Zerstörung der Glaubwürdigkeit aller weiteren Aussagen.

    Zuerst muss jeder sein Haus so gestalten, dass es Anerkennung findet vor der Welt. Wer abgehoben von der Realität und ohne Offenheit der Welt gute Ratschläge erteilt, der wird weder gehört noch ernst genommen.

    Du meinst in diesem Schreiben, eine sogenannte Weltregierung wäre notwendig. Natürlich eine hervorragende Einrichtung, wenn sie von einem guten Geist geleitet und durchdrungen wäre. Sie birgt aber die immense Gefahr in sich, dass genau die Chaoten dieser Welt sich in dieser Organisation starkmachen, um letztlich dann die ganze Welt noch besser im Griff zu haben.

    Die UNO hat doch schon viele Male ihre Machtlosigkeit, ihre Hilflosigkeit bewiesen, wie zum Beispiel in Jugoslawien, wo unter der Aufsicht der Blauhelme Tausende Menschen bewusst in den sicheren Tod geschickt wurden.

    Die EU hat vor allem bewiesen, dass sie durch sinnlose Bürokratie ihre Akzeptanz vor den Menschen laufend noch mehr verliert.

    Wie soll nun eine Weltregierung dorthin kommen, wo diese Organisationen sich schon so oft im Detail verheddern und versagen? Wenn es gelänge, diese Welt in etwa nach dem Subsidiaritätsprinzip (was die Kleinen besser können, da sollen die Großen nicht hineinreden) zu organisieren, wenn es gelänge, dabei die göttliche Ordnung einzuhalten, so wäre dieser Gedanke mitzutragen.

    Die Erfahrung aber zeigt, dass stets die Übergeordneten den Kleineren, die Reichen den Armen, die Kirchenführer den Gläubigen in jene Bereiche hineinregieren, die diese bereits bestens und überschaubar für sich geordnet haben.

    Die unendliche Vielfalt unserer Erde verlangt auch nach einer Vielfalt der Entscheidenden. Eine Weltregierung ist damit total überfordert. Natürlich, die globalen Probleme der Welt verlangen auch nach globalen Entscheidungen! Wie weit wir davon entfernt sind, zeigte wieder der erst vor Kurzem abgehaltene Klimagipfel in Kopenhagen; vermutlich werden die kommenden Gipfel noch weniger bringen.

    Du und der Vatikan sind eigentlich eine Weltregierung, die Weltregierung des Christentums. Ihr bekleidet Euch sogar mit göttlichem Auftrag. Die einzelnen Kirchen sind sich in den Worten Christi eigentlich nahe. In der Auslegung aber sind sie sich so uneinig wie die politische Welt in den Fragen des Klimaschutzes.

    Für die Einheit der Christen zu beten und gleichzeitig sich immer neu abzugrenzen, ist genauso fragwürdig, wie für die Hungernden zu beten, aber zuzusehen, wie ihnen das wenige, das sie haben, noch weggenommen wird.

    Die traurige Geschichte der innerkirchlichen Zerstörung unseres Glaubens beginnt eigentlich schon im dritten, vierten Jahrhundert, als Kaiser Konstantin, beeinflusst durch seine Mutter Helena, dieser Religion die Freiheit gab, sie förderte und als Reichsreligion einsetzte. Dass Konstantin erst auf dem Totenbett diesen Glauben annahm, zeugt von seinem Erkennen der Tragweite dieser Religion. Ein feudaler Feldherr wie Konstantin kann eigentlich nicht in der Nachfolge Jesu stehen, denn die Botschaft Jesu lässt sich nicht mit Kriegführung und brutaler Eroberung vereinen.

    Das hätte aber auch die Kirche stets beachten sollen! Die Verkennung der wahren Botschaft Christi verlief aber ab diesem Zeitpunkt wie ein fehlgeleitetes Programm, über alle Jahrhunderte bis in unsere Zeit.

    Ja, je mehr Macht die Kirche erhielt, sich erkaufte, erschlich, erkämpfte, desto weiter entfernte sie sich von den Worten und Werten ihres Gründers.

    Der materielle und machtpolitische Teil übertraf sehr bald und immer mehr den wahren Kern der Botschaft: „… Mein Reich ist nicht von hier …" Dieser überragende Kern ist es aber, der dieser Botschaft trotzdem den großen Durchbruch in der Menschheitsgeschichte ermöglichte.

    Wenn auch Millionen Menschen die Botschaft Christi ein langes oder kurzes Leben bis in den Tod gelebt und viele, viele in dieser Botschaft sich selbst für andere geopfert, verzehrt haben, so leidet die Kirchenführung immer noch unter dem nach Konstantin begonnenen, von der Kurie aber über alle Jahrhunderte mitunter brutal ausgenützten Weg.

    Die Botschaft Jesu ist klar auf eine dienende, nicht auf eine herrschende Sendung gerichtet. Sie ist auf das praktische Leben zugeschnitten wie keine andere Religion, denn Jesus redete nur in Gleichnissen aus dem täglichen Leben. Jesus sprach immer von einem neuen Bund, von einem neuen Verständnis.

    Das Ringen um dieses neue Verständnis ist gerade in unserer Zeit notwendiger denn je. Unser Gottesbild hängt immer noch an den wörtlichen Aussagen des Alten Testaments. Ein Gottesbild, wie es unser traditioneller Glaube festschreibt, kommt zwangsläufig immer wieder in Konflikt mit allem, was sich „Wissenschaft" nennt, von Galileo bis Darwin und umso stärker in unseren Tagen, in denen sich laufend neue Theorien und Modelle ergeben.

    Mit den fortschreitenden Erkenntnissen der Wissenschaft muss auch das Gottesbild weiterentwickelt werden. Vielleicht täten wir uns auch leichter, wenn wir wie im orthodoxen oder islamischen Raum Gott als nicht darstellbar sehen würden.

    Diese Kluft zwischen einem an weltliche Vorstellung gebundenen Wesen und dem Glauben an einen über allem stehenden Gott hat für mich am schönsten und überzeugendsten der große Künstler Michelangelo im Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle dargestellt: der erschaffende Gott, der auf den Menschen zuschwebt, seinen Arm bewusst nach dem Menschen ausstreckt, seinen Blick auf ihn richtet. Der Mensch, auf der Erde liegend, ahnend, dass da etwas ist, das ihn ruft, sich diesem auch zuwendet, kann aber nichts sehen, sein Blick geht ins Leere. Er blickt an Gott vorbei. Trotzdem spürt er die Nähe Gottes, streckt seinen Arm aus, doch seine Hand, seine Finger werden angezogen von der Welt, sie können das kleine Stück zu Gottes Finger nicht überwinden. Aber auch Gott lässt diesen kleinen Abstand bestehen, seine Zuwendung endet an der Weltlichkeit des Menschen, an der Beschränktheit seines Erkennens.

    Dieser kleine Abstand, das ist unser Glaube. Diesen Abstand werden weder Wissenschaft noch Theologie je überwinden können und alle, die sich diesem Gott zuwenden, egal wie sie Ihn auch nennen. Dieser kleine Abstand muss im Glauben, im Herzen überwunden werden, nicht im Verstand!

    Ja, dieser Abstand kann nie bewiesen werden. Mit diesem Abstand müssen sich auch alle Religionen zurechtfinden. Keine kann sagen, sie hätte dies überwunden, sie alle können nur Bausteine für eine persönliche Brücke über diesen Abstand bereitstellen.

    Um den Bau seiner Brücke muss sich aber jeder selbst bemühen. Es sei denn, der Einzelne gibt sich mit dem zufrieden, was in seinem Umfeld als gültig angesehen wird.

    Das aber ist kein persönlicher Weg zu Gott, denn wer wirklich Gott sucht, arbeitet bewusst an seinem Gottesbild, ein Leben lang. Nur das ist gelebter Glaube!

    Das im letzten Jahr erschienene, viel beachtete Buch von Richard Dawkins „Der Gotteswahn" hat mich teilweise erschreckt, aber auch über weite Teile zum Schmunzeln gebracht. Er reiht sich hier eher am unteren Ende der Liste der Gottesleugner ein, denn seine Argumente sind für den aufmerksamen Leser fadenscheinig und greifen einfach zu kurz.

    Ja, all die Leugner haben in einem eigentlich schon recht: Kein Mensch wird Gott je beweisen können. Weder Hans Küng in seinem Buch „Existiert Gott?" oder irgendeine andere noch so logische Beweisführung kann letztlich in weltgebundenen Gedankengängen überzeugen.

    Denn einerseits, wie will man Ihn beweisen, Den, der so viele Namen hat, der für den Menschen so viele Gesichter hat, dessen Existenz aber nur im Glauben zu erahnen, zu begreifen ist? Andererseits aber: Weshalb leugnet man Ihn, wenn man überzeugt ist, dass Er nicht existiert?

    Einem glaubenden Menschen beizubringen,

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