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Zeitlastig: Thema mit Variationen
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eBook140 Seiten42 Minuten

Zeitlastig: Thema mit Variationen

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Über dieses E-Book

So ganz konkret bestimmen kann man es nicht, es ist nur so eine Ahnung … Aber man wird doch das Gefühl nicht los, dass sich die Welt heute, kurz nach der Jahrtausendwende, an einem Wendepunkt befindet. Klimakatastrophe, Wirtschaftskrise, immer mehr und immer neuere Technik, die zunehmend unseren Alltag bestimmt: So schnell ändert sich die Welt, und vielleicht nicht immer zum Guten … In ihrem neuen Gedichtband ist es der moderne Mensch, den Renate Dalaun mit all seinen Ängsten, aber auch Hoffnungen, in den Mittelpunkt stellt – und das, ohne dabei Weltuntergangsstimmung zu schüren … Vielmehr ermuntert sie den Leser, sich den Herausforderungen und Änderungen, die die Zukunft bringt, zu stellen und sich in all der Hektik des Alltags immer mal wieder zu besinnen und optimistisch nach vorne zu schauen.
SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum1. Juni 2013
ISBN9783837251227
Zeitlastig: Thema mit Variationen
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Autor

Renate Dalaun

Renate Dalaun (Pseudonym), 1935 in Karlsbad-Fischern geboren, 1946 Aussiedlung in die BRD, Studium der Pädagogik, Lehramt für Volks-, Real- und Fachoberschulen (II. Bildungsweg). Nach 41 Dienstjahren Versetzung in den Ruhestand. Veröffentlicht Lyrik, Kurzepik, Hörbücher, Erzählungen, Romane und Bühnenstücke.

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    Buchvorschau

    Zeitlastig - Renate Dalaun

    dafür!

    Die Hängebrücke

    Unter Blätterschauern

    Herbstgefühle.

    Nicht abschätzbar die Dornen-

    verhangene Zeit zwischen

    Brombeerhecken.

    Dein Blick, eine Hängebrücke,

    ruft und warnt uns zugleich.

    Entschleunigt, ersetzt uns Ohnmacht

    Gefühle der Macht, beendet

    das Rollenspiel durch die Zeit.

    Wer es wagt, die Hängebrücke

    erträgt, durchschaukelt die Zeit.

    Der Sprung ins Licht, in glühende

    Farben des Frühlings belebt.

    Anweisung

    An der Kante des Lebens, von

    dunklen Mächten verschattet,

    blindlings die Flucht ins Licht.

    Versinken und hellsichtig werden.

    Den rasenden Stillstand verhindern.

    Im Rhythmus der Ruhe dehnt sich

    die Zeit für Aktivitäten

    in Freizeit, Beruf.

    Dann die innere Uhr

    geschickt verstellen, dass Zeit,

    zwangsentschleunigt und rhythmisch

    verändert, uns dient.

    Die vierte Dimension

    Die Welt wird kleiner,

    wir sparen Zeit und immer

    mehr Zeit durch Beschleunigung,

    die Mittel und Selbstzweck zugleich.

    Flug verkürzt die Entfernung,

    verlängert die Zeit für

    Aktionen in weniger Stunden,

    optimiert den Ablauf der Reise.

    Dimensionen verschieben sich.

    Zeit verschlingt ihn, den Raum.

    Wir nehmen sie wahr, nicht den Raum.

    Grenzenlos wird die Lichtung.

    Traum der Fliege

    Sie flattert, singt, steigt senkrecht

    nach oben. Die Fliege träumt

    sich im Staubbad als Lerche mit Feder-

    haube am Hinterkopf.

    Sie trillert ihr Lied in den Himmel.

    Fühlerborste wird Schnabel,

    Flügel wachsen. Stolz

    steht sie hoch in der Luft.

    Sie singt, bis die Lerche, die Flügel

    eingezogen, zur Erde

    stürzt, wo die Fliege, schon Beute,

    vom Dasein als Lerche träumt.

    Lebenstempo

    Immer mehr Flugkörper schrumpfen

    den Himmelsraum. Wir sparen

    rasende Zeit ein und fühlen die

    Macht durch beschleunigtes

    Lebenstempo wachsen.

    Wer ist wann an welchem

    Ort? Telematik bestimmt unser

    Mobilitätsverhalten, den

    Tag. Aber Hektik schafft Unruhe,

    Angst, Hysterie.

    Wer zurückbleibt, abgehängt, den Anschluss

    verpasst, fällt aus Rhythmus und Takt.

    Der Ton ist zu hoch fürs Gehör,

    weil der Erste, der Schnellste den Preis

    in der Zeitspirale gewinnt.

    Mächtig

    Nimm die Welt ins Wort, das Leben!

    Gedanken verfilzen, wo Leben

    und Welt nicht aussagbar. Die Macht

    der Worte besiegt die Ohnmacht.

    Tiefgründig Wort, in Erinnerung

    abgestürzt, im Netz des

    Moments gefangen, besiegt auch

    die Zeit und die Ewigkeit

    im Gebet.

    Fleisch hat das Wort angenommen.

    Akkord aus drei Tönen. Wir beten

    ihn an. Das Wort ist bei Gott,

    und Gott ist das Wort.

    Unvergänglich

    Wort, im Gestein verwahrt,

    in Archiven und Bibliotheken,

    buchstabiert auf erntereifen

    Runenfeldern.

    Unvergänglich, was ins Wort

    genommen, nicht existent,

    wenn Worte fehlen.

    Ironisch ausgesprochen,

    arglos, hintergründig

    atmen Worte vertont im Lied.

    Wort, so schwer, so leicht,

    erinnerungslastig, für

    Freude, Trauer, Schmerz

    porös.

    Freude

    Das Licht wirft es ihm zu,

    dieses Lächeln, das ihm gilt,

    das um sich greift,

    Freude ausschwingt,

    strahlt und das Klima verändert.

    Sie steht am Bahnsteig. Zögernd

    streckt sie dem Sohn die Arme

    entgegen. Ihr Lächeln, Leuchtkraft.

    Er nimmt es nicht wahr, nicht

    ihre Freude.

    Nur die Hand reicht er zurück.

    Dann plötzlich, entzündet,

    angesteckt reißt es

    ihn mit, dieses Lächeln,

    entlockt der Flöte, die niemand

    noch spielte, den Ton: „Mutter!"

    Der verlorene Augenblick

    Kein Wachstum ohne Beschleunigung.

    Computer verlängern die Zeit.

    Zu uneingeschränktem Konsum

    verleitet, der dich vertritt.

    Die Sehnsucht nach Ordnung wächst

    mit dem Chaos. Computer helfen,

    schenken dir Zeit, aber wer

    füllt sie sinnvoll, beendet das Jagen?

    Den Kampf um ein Taxi mit Smartphone-

    App gewinnen. Sie macht es

    möglich, das Taxi für viele.

    Der Flug verkürzt die Entfernung.

    Informationen liefert

    die künstliche Intelligenz.

    Du sammelst die Zeitgeschenke,

    eilst damit durch die Welt.

    Wer beruhigt das unkontrollierbare

    Tempo? Bewahrt dich vor Hektik

    und Hysterie? Wer rettet

    den Augenblick?

    Schritt halten

    In die Zeit gefallen, schlagen wir

    Wurzeln. Tage verbrennen im

    Jahresbogen, bevor wir

    die Tageszeit kennen, benennen.

    Wer nicht verlieren will, muss

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