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Entführung in Mexico: Kriminalroman

Entführung in Mexico: Kriminalroman

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Entführung in Mexico: Kriminalroman

Länge:
149 Seiten
1 Stunde
Freigegeben:
Apr 23, 2019
ISBN:
9781386830382
Format:
Buch

Beschreibung

Entführung in Mexico

Krimi von Thomas West

Der Umfang dieses Buchs entspricht 110 Taschenbuchseiten.

Ermittler Jesse Trevellian wird aus dem Urlaub gerufen, um seinem Chef einen Gefallen zu tun. Er soll als Privatmann in einem Entführungsfallvermitteln. Aber außer den Entführern scheinen noch andere Leute in die Sache verwickelt sein. Aus der Geldübergabe wird dann ein Massaker...

Freigegeben:
Apr 23, 2019
ISBN:
9781386830382
Format:
Buch

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Entführung in Mexico - Manfred Weinland

Entführung in Mexico

Krimi von Thomas West

Der Umfang dieses Buchs entspricht 110 Taschenbuchseiten.

Ermittler Jesse Trevellian wird aus dem Urlaub gerufen, um seinem Chef einen Gefallen zu tun. Er soll als Privatmann in einem Entführungsfallvermitteln. Aber außer den Entführern scheinen noch andere Leute in die Sache verwickelt sein. Aus der Geldübergabe wird dann ein Massaker...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Sie hielt ihn fest – fester als sonst bei solchen Gelegenheiten – und sie küsste ihn immer wieder auf beide Wangen, küsste ihn sogar auf den Mund. Seltsam, das tat sie sonst nie. Und täuschte er sich, oder waren ihre Augen feucht? „Pass auf dich auf, Dad.‟

„Das sagst gerade du‟, schmunzelte er. Noch immer wollte sie ihn nicht loslassen. „Du wirst deinen Flug verpassen, Nancy-Darling.‟

Sie nickte, küsste ihn ein letztes Mal, drehte sich um und lief zum Drehkreuz der Gepäckkontrolle. Wie sie sich bewegte! Wie ihr langes, blondes Haar hin und her schwang! Das blühende Leben, ja, das blühende Leben war sie – wie er sie liebte!

Von der Terrasse aus beobachtete er den Start ihrer Maschine. Er winkte, bis die Boeing in den Wolken über Mexico City verschwand. Später, im Parkhaus hinter dem Steuer seines Wagens, sah er noch immer Nancys Gesicht vor sich. Der Lauf der Waffe bohrte sich in seinen Nacken, während er den Schlüssel ins Zündschloss fummelte. Von da an war nichts mehr wie zuvor, und würde es nie wieder sein.

Er hielt den Atem an. Stocksteif war er plötzlich, stemmte die Beine in den Fußraum, wagte nicht sich zu rühren. Hinter ihm versuchte jemand, vor Erregung keuchende Atemzüge in Schach zu halten.

„Nicht schießen, bitte ...‟ Zwischen den Zähnen stieß er es endlich hervor. Der Druck der Waffe verstärkte sich nur, hinter ihm zischte es böse.

„Meine Brieftasche steckt im Jackett, rechte Innentasche!‟ Er sprach spanisch. „Bitte nicht schießen ...‟ Zentimeter um Zentimeter hoben sich seine Hände, wie von selbst. Für einen Moment glaubte er, helles Haar und eine weiße Baseballkappe im Rückspiegel zu sehen. Ganz sicher war er nicht.

„Flossen runter!‟, flüsterte eine Männerstimme hinter ihm endlich. „Los, runter! Und fahr zu!‟

„Wer sind Sie?‟ Er ließ die Arme sinken, hielt sich am Lenkrad fest. Aus den Augenwinkeln sah er ein grauhaariges Paar aus einem Sport-Coupé steigen. Einfach hupen?

„Fahr schon, Goodman!‟ Der Kerl hinter ihm stieß ihm die Waffenmündung ins Genick, zweimal, dreimal, es tat weh. „Mach schon, los! Keine Faxen, sonst ist’s aus mit dir!‟ Kein Spanisch, was der Mann hinter ihm sprach – jetzt erst rückte die Tatsache in sein Bewusstsein.

Seine Rechte schwebte zum Autoschlüssel, drehte ihn um. Er startete den Motor seines Cadillac Seville. Raus aus der Parkbucht, zum Zurückstoßen wollte er sich umdrehen. „Guck in den Rückspiegel, verdammt!‟, zischte der Mann auf der Rückbank. Er sprach Englisch, tatsächlich! Amerikanisches Englisch ohne jeden Akzent.

Goodman tat, was er sagte, rangierte den großen Schlitten aus der Bucht. Im Rückspiegel glitt ein Pick-up vorbei, auf der anderen Seite der schmalen Fahrbahn die Stoßstangen, Rücklichter und Kühlergrills parkender Wagen, von dem Bewaffneten im Fond nichts zu sehen – der Mann schien sich gegen die Fahrerseite zu drücken.

Sein Fuß auf dem Gaspedal verkrampfte sich bei dem Gedanken, den alten VW-Käfer auf der gegenüberliegenden Parkhausseite zu rammen.

Während er sich vorstellte, wie sein Cadillac über die Fahrbahn gegen den alten Käfer sprang, wie es den Kerl hinter ihm gegen die Lehne der Rückbank presste, und er selbst die zwei Sekunden gewönne, die er bräuchte, um aus dem Wagen zu springen – die entscheidenden zwei Sekunden! – während dieser Film in seinem Kopf ablief, schob er auch schon den Hebel des Automatik-Getriebes nach vorn.

Die silbergraue Limousine rollte Richtung Rampe. Der Volkswagen im Rückspiegel wurde kleiner.

„Wohin?‟ Sein Mund war trocken, er schluckte.

„Erst mal raus hier‟, fauchte es. „Und dann nach Norden.‟

Er steuerte den Cadillac die Rampe hinunter, er steuerte ihn aus dem Parkhaus, vom Flughafengelände und auf die achtspurige Straße Richtung Norden.

Und dann waren alle Chancen vertan: Zu hupen, einen anderen Wagen zu rammen, die Alarmanlage manuell einzuschalten, und so weiter, und so weiter. Alles das spielte sich nur in seinem Kopf ab, alles das blieb nur Stoff für seine Hirnfilme.

Warum? Das fragte er sich oft in den Tagen, die noch folgen sollten, in der Hölle. Vielleicht einfach deswegen, weil er von zu vielen Leuten in Mexico City gehört hatte, die ihr Leben bei Überfällen verloren hatten. Ja, das wird es gewesen sein; man hatte schließlich nur ein Leben.

Etwa zehn Minuten lang fuhren sie an Baustellen, Barackensiedlungen, Mülldeponien, Markthallen und Tankstellen vorbei. Im Norden schälten sich die Hügel aus dem Smog, die Hügel auf denen die Armen wohnten.

„Halt vor dem Hotel dort, lass den Motor laufen.‟ Wieder stocherte der Kerl ihm mit der Waffe im Nacken herum.

Die Alarmanlage! Wie war der Flüsterer eigentlich in seinen Wagen gekommen? Die Alarmanlage hätte man bis zu den Taxis vor der Flughalle hören müssen.

Langsam, ganz langsam dämmerte ihm, woher er die Stimme aus dem Fond kannte.

Er stoppte den Wagen vor dem Gebäude, das die Flüsterstimme hinter ihm ein Hotel nannte: Ein ebenerdiger Holzschuppen mit Flachdach aus Wellblech.

„Rüber!‟ Der Waffenlauf schlug ihm gegen die linke Schläfe. „Auf den Beifahrersitz, mach schon!‟

Goodman hob die Beine über die Mittelkonsole, kletterte ungelenk auf den Beifahrersitz. Eine Hand schoss aus dem Fond, schlug den Verriegelungsknopf in die Beifahrertür.

Die Fahrertür wurde geöffnet, er sah nur ein silbergraues Jackett, sah einen Bart, einen blauschwarzen Pferdeschwanz, eine Sonnenbrille, den tief in die Stirn gezogenen Schild einer Baseballkappe, dann wurde ihm von hinten selbst eine Sonnenbrille übergestülpt.

Dunkel wurde es, die Brille roch wie frisch lackiert, und sie war frisch lackiert.

Er spürte, wie der Wagen wieder anfuhr. Die unerwartete Nähe des zweiten Fremden neben ihm machte ihn Schaudern. „Was habt ihr vor?‟, krächzte er. „Wollt ihr Geld? Ich hab meine Kreditkarten dabei, wir könnten zu einer Bank ...‟

„Halt’s Maul, Goodman!‟

Er schwieg, er zwang sich ruhig zu atmen, er zwang sich an etwas Beruhigendes zu denken, an etwas Schönes.

An Nancy.

Es nützte nichts. Auf einmal war sie da, die gleiche Angst, die Nancy beim Abschied befallen haben mochte, die Angst, sie nie wieder zu sehen.

2

Hunderte von Kids in den ersten Reihen erhoben sich von ihren Plätzen. Einen Herzschlag lang war es vollkommen still.

Das Mädchen im Bikini stand auf einer Art Sprungbrett, vielleicht fünf Meter über dem Becken, vielleicht auch acht. Die Linke in die Hüfte gestützt, hielt sie einen Fisch in der ausgestreckten Rechten, einen Rotbarsch, eine Makrele, einen Lachs – keine Ahnung.

Dann teilte sich das Wasser, und ein schwarz-geflecktes Ungetüm stieg aus den Wogen, beschrieb einen Bogen, in dessen Zenit es das Mädchen auf dem Sprungbrett hätte küssen können, schnappte sich den Fisch, und tauchte wieder ins Becken ein.

Ein Orca. Hunderte von Menschen brüllten und klatschten Beifall.

Eine tolle Show: Der Schwertwal war sicher vier mal so lang und zwölf Mal so schwer wie das Mädchen. Ich hätte nicht mit ihr tauschen mögen.

Mit dem Orca schon eher.

Sea World in San Diego, die letzte Urlaubswoche ging zu Ende. Satt von Strand und Meer, und rot von Sonne und Wind, hatte ich 25 Dollar investiert, um eine Kindheitserinnerung aufzufrischen.

Fast dreißig Jahre her, dass ich mit meinem Vater zum ersten Mal an die Westküste geflogen war, fast dreißig Jahre, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben Haien, Schwertwalen, Delphinen und Muränen in die Augen geschaut hatte.

Der Anruf des Chefs erreichte mich – Ironie des Schicksals? – vor der Glaswand am Haifischbecken. Weniger der Fische wegen erinnere ich mich daran, vielmehr stand das Mädchen plötzlich neben mir; das Mädchen, dem der Schwertwal ein paar Minuten zuvor aus der Hand gefressen hatte.

Sie trug ein weißes, offenes Hemd über dem Bikini und einen weißen

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