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Moderne Hypnosetechnik: Hypnotisieren & Selbsthypnose. Hypnose lernen mit zahlreichen Experimenten nach Anleitung. Die perfekte Hypnoseausbildung für Jung und Alt.

Moderne Hypnosetechnik: Hypnotisieren & Selbsthypnose. Hypnose lernen mit zahlreichen Experimenten nach Anleitung. Die perfekte Hypnoseausbildung für Jung und Alt.

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Moderne Hypnosetechnik: Hypnotisieren & Selbsthypnose. Hypnose lernen mit zahlreichen Experimenten nach Anleitung. Die perfekte Hypnoseausbildung für Jung und Alt.

Länge:
524 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 1, 2019
ISBN:
9783936612813
Format:
Buch

Beschreibung

Stellen Sie sich bildlich vor, wie Sie gerade eine Versuchsperson in Hypnose versetzen, die mit großem Appetit leckere Äpfel verspeist, obwohl es Kartoffeln sind.

Oder Ihre Versuchsperson ist davon überzeugt, dass die Farbe "GELB" doch "ROT" heiße.

Sie können sicher sein, ihre Zuschauer werden staunen und Sie mit Ihren neuen Fähigkeiten bewundern.

Die Anwendung der Hypnose lernen Sie so schnell und leicht wie das Fahrradfahren.

Mit der MODERNEN HYPNOSETECHNIK von Tony Gaschler erlernen Sie Schritt für Schritt das perfekte Hypnotisieren im Selbstkurs.

Auf Grundlage der modernsten Ergebnisse aus der Hypnoseforschung entwickelte der bekannte Fachautor und erfahrene Hypnosespezialist Tony Gaschler diesen Meisterkurs speziell für den Selbstunterricht.

Sie erhalten anschaulich und nachvollziehbar das notwendige Hintergrundwissen und Sie verwenden ausschließlich erfolgsbewährte Hypnosetechniken für die praktische Durchführung der Fremdhypnose und Selbsthypnose.

Der Selbstkurs ist auch als Hypnosetherapie für Ärzte und Heilpraktiker bestens geeignet.


EXPERIMENTE nach ANLEITUNG:

a) Sie benötigen keinerlei Vorkenntnisse - Sie lernen in diesem Hypnosekurs theoretisch wie auch praktisch planmäßig und stufenweise alles, um jederzeit mit Erfolg hypnotisieren zu können.

b) Sie führen komplette Hypnotisierversuche exakt nach Anleitung durch. Zahlreiche Experimente, unterstützt mit vielen Anschauungsbildern, stehen Ihnen für die praktische Durchführung zur Verfügung.

c) Sie verwenden nur erfolgserprobte Hypnosetechniken, die sehr einfach anzuwenden sind und schnelle und sichere Wirkungen erzielen.

d) Sie profitieren von einer Auswahl vertonter Suggestions- und Hypnotisierversuche, die Ihnen für die Anwendung eine hilfreiche Intonation und damit eine charakteristische Ausdrucksweise vermitteln. Sie erhalten die Hörbeispiele im MP3-Format gratis dazu (Download siehe Anleitung Printversion/Ebookversion).
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 1, 2019
ISBN:
9783936612813
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Moderne Hypnosetechnik - Tony Gaschler

1. Lektion

Es ist eine alte Tatsache, dass man eigene Erlebnisse besser im Gedächtnis behält als Gelesenes. Und es ist auch eine Tatsache, dass man Hypnotisieren nur durch praktische Versuche lernt und nicht durch das bloße Lesen von Broschüren und Büchern. Es gibt Zehntausende, die schon solche Broschüren und Bücher gelesen haben, aber in der Tat können nur sehr wenige perfekt hypnotisieren.

In dieser Selbstunterrichtsmethode sind daher praktische Versuche ein fester Bestandteil. Sie führen praktische Versuche nach Anleitung durch und lernen so am eigenen Erfolg. Erst nachher, wenn Sie durch die Versuche schon Erfahrungen gewonnen haben, erfolgt die theoretische Vertiefung des Wissens und Könnens.

Ich glaube, dass diese Lehrmethode Ihren Zuspruch findet und dass sie Ihnen sogar Freude bereitet. Und ich bin sicher, dass Sie dadurch den gewünschten Erfolg erreichen können.

Hypnotisieren ist nur Technik

Denjenigen, die glauben, dass sich hinter der Hypnose und Suggestion irgendwelche übernatürliche Mächte, magische Kräfte oder Strahlen verbergen, möchte ich sagen, dass Hypnotisieren nichts weiter ist als Technik. Es geht tatsächlich nur darum, im Menschen ideomotorische Aktionen auszulösen, und das kann jeder erlernen. Eine besondere Begabung ist dazu nicht erforderlich und auch kein eiserner Wille oder andere Besonderheiten. Jeder normal intelligente und gesunde Mensch kann nach dieser Selbstunterrichtsmethode in relativ kurzer Zeit perfekt hypnotisieren lernen, worunter keine Zufallserfolge verstanden sind, sondern ein aus eigenem Erleben und eigenen Erfahrungen kommendes planmäßiges Hypnotisieren gemeint ist. Und nun wollen wir uns gleich der Praxis zuwenden.

Download der Hilfsmittel

Zu den Hilfsmitteln gehören eine Pendeltafel (Hypnotisiertafel) sowie vertonte Ausdruckstechniken, die bei Bedarf als Hörbeispiele dienen und Ihnen für Ihre ersten Suggestions- und Hypnotisierversuche die bestmögliche Intonation vermitteln soll. Mit Besitz der Printausführung liegen Ihnen die Hilfsmittel zusätzlich in physischer Ausführung (Audio-CD und Pendeltafel in DIN A5) vor. Falls Sie aber die Methode als Ebook erworben haben, laden Sie zunächst auf der Internetseite www.verlag4you.de die Hilfsmittel herunter.

Rufen Sie dazu auf der Internetseite den Artikel „Moderne Hypnosetechnik" auf und scrollen auf dieser Artikelseite ganz nach unten. Dort klicken Sie auf den Download-Button und geben folgende Zugangsdaten ein, um den Download zu starten:

Benutzername: modtech

Passwort:hypnose

Speichern Sie nun die ZIP-Datei in einen beliebigen Ordner. Die Vorlage für die Pendeltafel ist ein PDF-Dokument und kann mit dem Adobe Acrobat Reader aufgerufen werden. Falls nicht vorhanden, können Sie den Reader von Adobe kostenlos unter www.adobe.de herunterladen. Für die praktische Durchführung ist es notwendig, die Pendeltafel auf Papier auszudrucken.

Die vertonten Hörbeispiele für die Suggestions- und Hypnotisierversuche stehen Ihnen im MP3-Format zur Verfügung und können über die geläufigen Audio-Player abgespielt werden.

Die Anwendung der Hilfsmittel wird in den nachfolgenden Kapitel eingehend erläutert.

Hinweis: Falls beim Herunterladen, abspeichern oder öffnen der Datei irgendwelche Schwierigkeiten auftreten sollten oder Ihnen die Voraussetzung zum Download und/oder zum Ausdrucken nicht gegeben ist, nehmen Sie über www.verlag4you.de Kontakt auf. Telefonisch oder per E-Mail wird Ihnen dann umgehend geholfen.

Rechtshinweis zum Urheberschutz: Die Pendeltafel sowie die vertonten Hörbeispiele für die Suggestions- und Hypnotisierversuche dürfen nur für den persönlichen Gebrauch auf ein Speichermedium kopiert, gesichert als auch die Pendeltafel auf eine Printvorlage ausgedruckt werden.

Hörbeispiele für Suggestions- und Hypnotisierversuche

Die „Moderne Hypnosetechnik" wurde im Laufe der Zeit weltweit zum Standardwerk unzähliger Hypnotiseure. Immer wieder wurden wir darum gebeten, einige in diesem Werk vorgestellten Suggestions- und Hypnotisierversuche zusätzlich auch vertont wiederzugeben. Diesen Wunsch haben wir erfüllt.

Damit Sie von der Ausdrucksweise des Hypnotisieurs einen Eindruck bekommen, stehen Ihnen einige vertonte Hörbeispiele im MP3-Format zur Verfügung (siehe Absatz „Download der Hilfsmittel"). Die von Tony Gaschler vertonten Suggestions- und Hypnosebeispiele dienen ausschließlich als Muster.

Die vertonten Musterbeispiele sind also lediglich nur als Leitbild zu betrachten, um die Vorstellung zu bekommen, wie die Ausdrucksweise während der Versuche, die nachfolgend in dieser Methode für die praktische Anwendung beschrieben stehen, im Vorfeld eingeübt und ausgedrückt werden können. Da jeder Anwender einen individuellen Entfaltungscharakter besitzt, ist es selbstverständlich, dass Sie ihre natürliche Ausdrucksweise beibehalten, die ihrem Charakter entspricht.

Bevor Sie mit den Übungen beginnen, möchten wir Sie an dieser Stelle nochmals daran erinnern die ganze Methode mit Ihrer vollen Aufmerksamkeit durch zu lesen, damit Sie einen klaren und eindeutigen Überblick bekommen.

Die vertonten Musterübungen haben insgesamt eine Laufzeit von ca. 40 Minuten und umfassen folgende Versuche:

1. Alle 8 Suggestionsversuche aus den Lektionen 1 bis 6 (Laufzeit 13 Minuten)

2. Die ersten 5 Hypnotisierversuche aus den Lektionen 7 bis 12 und aus der 21. Lektion: „Hypnotisieren aus dem natürlichen Schlaf heraus" (Laufzeit 28,5 Minuten)

Das Chevreulsche Pendel

Zu Grundversuchen über das Wesen der Suggestion und Hypnose gibt es kein Instrument, das einfacher und leichter zu handhaben wäre als das so genannte „Chevreulsche Pendel". (Der Name kommt von Chevreul, der schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts damit Versuche machte.) Außerdem sind die Versuche mit dem Pendel, wie wir es kurz nennen wollen, sehr interessant und faszinierend.

Fertigen Sie sich selber so ein Pendel an. (Abb. 1) Es besteht aus einem dünnen Faden und einem daran befestigten Gewicht, wofür Sie entweder einen Siegelring, eine Metallkugel oder sonstige kleine Gegenstände nehmen können. Der Faden soll 40 bis 60 cm lang und nicht zu dick sein. Das Material spielt keine Rolle.

Abb. 1

Abb. 2

Der erste Grundversuch (Chevreulsches Pendel)

Nehmen Sie die beiliegende bzw. ausgedruckte Pendeltafel und das Pendel. Setzen Sie sich an einen Tisch (Abb. 2). Nun halten Sie das Pendel über den dicken Punkt in der Mitte des Kreises und versuchen, es soweit wie möglich zum Stillstand zu bringen. Notfalls können Sie es mit der linken Hand eine zeitlang festhalten. Wenn es stillsteht, die Hand wieder wegnehmen. Nun entspannen Sie sich am ganzen Körper und besonders die Arme, und sehen Sie auf das Pendel (auf den Gegenstand den Sie als Pendel verwenden.) Versuche Sie nun, sich lebhaft vorzustellen, dass das Pendel rechts herum im Kreis, also im Uhrzeigersinn, zu kreisen beginnt. Je lebhafter Sie sich das vorstellen, um so schneller beginnt das Pendel, sich in der vorgestellten Richtung zu bewegen. Denken Sie bei diesem Versuch an nichts als nur an das Pendel, und stellen Sie sich ganz, ganz lebhaft vor, wie das Pendel rechts herum kreist. Der Versuch gelingt am besten, wenn Sie folgendes beachten:

1. Körper und Arme leicht entspannen - nicht verkrampfen oder anspannen!

2. Das Pendel ganz passiv und ohne jede willkürliche Bewegung halten!

3. Jeden bewussten Willen ausschalten und nur die lebhafte Vorstellung von der Bewegung des Pendels im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit halten.

4. Obwohl diese Vorstellung ganz lebhaft sein muss, darf sie doch nicht anstrengen, wenn Sie es richtig machen.

5. Sie müssen die vorgestellte Bewegung des Pendels innerlich bereits vorerleben, innerlich fühlen.

Warum das Pendel schwingt

Das Effekt, dass ein Pendel in der Richtung schwingt, in der man sich das lebhaft vorstellt, ist schon lange bekannt. Früher wurden geheimnisvolle und magische Mächte, magnetische Strahlen usw. als Ursache der Pendelbewegung angesehen. Heute weiß man, dass es nur ideomotorische Aktionen sind, die das Pendel in Bewegung setzen. Durch die lebhafte Vorstellung, die identisch ist mit einer Erzeugung lebendiger Ideen (vitaler Ideen), werden über das ideomotorische System (Unterbewusstsein) in den Armmuskeln ganz leichte Muskelbewegungen ausgelöst, die der Vorstellung entsprechen und das Pendel in Bewegung setzen. Diese Erscheinung ist eigentlich eine der wichtigsten und grundlegendsten bei der Suggestion und Hypnose. Vitale Ideen (durch lebhafte Vorstellung hervorgerufen) erzeugen ideomotorische Aktionen. Dies ist das erste Grundgesetz der Suggestion.

Der zweite Grundversuch

Setzen Sie sich mit dem Pendel und der Pendeltafel wieder an den Tisch (Abb. 2) und bringen Sie das Pendel zum Stillstand. Jetzt stellen Sie sich vor, dass das Pendel von links nach rechts auf der dicken Linie L - R

hin- und her schwingt. Ist dies eingetreten und schwingt das Pendel ganz deutlich, dann schalten Sie die Vorstellung um auf die Linie O - U,

so dass Sie sich vorstellen, das Pendel schwingt nun von oben nach unten. Schon nach wenigen Sekunden wird sich die Bewegung des Pendels ändern. Zuerst wird eine flache Ellipse und dann passt es sich immer mehr und mehr der neuen Richtung an. Wenn das Pendel ganz deutlich auf der Linie O - U

hin- und her schwingt, ist der Versuch beendet.

Das zielstrebige ideomotorische System

Dieser Versuch zeigt deutlich, dass das ideomotorische System zielstrebig ist. Die Pendelbewegungen (ideomotorische Aktionen) werden immer dem Ziel der lebhaften Vorstellungen angepasst. Mit anderen Worten: Vitale Ideen (durch lebhafte Vorstellungen ausgelöst) verursachen über das ideomotorische System zielstrebige Aktionen. Darauf beruht zum Beispiel die Hypnosetherapie, bei der in das ideomotorische System (Unterbewusstsein) des Patienten zielstrebige Heilsuggestionen gebracht werden, die dann entsprechende Wirkungen (ideomotorische Aktionen) auslösen.

Merken Sie sich als zweites Grundgesetz der Suggestion: Das ideomotorische System (Unterbewusstsein) arbeitet zielstrebig. Dies ist besonders für die Technik der Suggestion wichtig, denn daraus geht hervor, dass jede Suggestion ganz klar und zielgerecht ausgedrückt werden muss, damit das ideomotorische System dann genauso klar und zielgerecht die gewünschten Aktionen auslösen kann. Unklarheiten bei Suggestionen verursachen nicht nur Misserfolge, sie können auch gefährlich werden!

Der dritte Grundversuch

Setzen Sie sich mit dem Pendel und der Pendeltafel an den Tisch. Nun denken Sie an die Stunde, zu der Sie morgen früh aufwachen wollen. Nehmen Sie jetzt eine halbe Stunde früher als sonst üblich. Jetzt bringen Sie das Pendel zum Stillstand und stellen sich lebhaft vor, dass es über dem Sektor der Zahl schwingt, welche die gedachte Stunde anzeigt. (Für halbe Stunden nehmen Sie die Trennstriche zwischen den einzelnen Zahlensektoren.) Nach wenigen Sekunden wird das Pendel beginnen zu schwingen. Nun folgen Sie mit den Augen dem Pendel, wie es hin- und her schwingt, und bei jeder Schwingung sagen Sie leise und monoton die Stundenzahl, zum Beispiel: „Acht Uhr - acht Uhr ...usw." So bleiben Sie etwa 3 bis 5 Minuten sitzen, dann beendigen Sie den Versuch. Sie werden sehen, dass Sie tatsächlich zu der Stunde aufwachen, die das Pendel durch Ihre Vorstellung anzeigt und die Sie immer vor sich hersagten.

Vitale Ideen wirken termingerecht

An diesem Versuch sehen Sie, dass vitale Ideen auch termingerecht wirken, also auf ein zeitliches Ziel hin die gewünschte ideomotorische Aktion auslösen (die sich in unserem Fall durch ein termingerechtes Aufwachen zeigt).

Dieser Effekt ist die Grundlage der so genannten nachhypnotischen Suggestion (Posthypnose). Merken Sie sich als drittes Grundgesetz der Suggestion: Im ideomotorischen System können vitale Ideen gespeichert werden. Diese lösen dann termingerecht ideomotorische Aktionen aus.

Hinweise zum erfolgreichen Selbstunterricht

Selbstunterricht besteht nicht darin, dass Sie die Lektionen nur durchlesen. Selbstunterricht bedeutet mehr. Zuerst lesen Sie die Lektionen 1 bis 6 ganz durch, um ein Gesamtbild und eine Übersicht zu bekommen. Dann beginnen Sie bei der ersten Lektion und studieren diese langsam und aufmerksam durch. Alles, was Sie für besonders wichtig halten, streichen Sie mit einem Farbstift an. Und erst wenn Sie so alle sechs Lektionen durchstudiert haben, beginnen Sie mit den einzelnen Versuchen. So machen Sie es separat auch mit den Lektionen 7 bis 12, 13 bis 18, 19 bis 24, 25 bis 30, 31 bis 36, 37 bis 42, 43 bis 48.

Bevor Sie einen Versuch machen, überlegen Sie sich jede Einzelheit. Erst wenn Sie sich ganz klar sind, beginnen Sie den eigentlichen Versuch. Dies gilt für alle Versuche.

Auf die Suggestionsversuche bereiten Sie sich mit Hilfe so genannter Imaginationsübungen vor. Diese bestehen darin, dass Sie den ganzen Versuch zuerst mit einer eingebildeten Versuchsperson durchführen. Sie stellen sich also lebhaft vor, Sie hätten eine Versuchsperson vor sich und machen, reden und tun mit dieser alles, was zu dem Versuch gehört. Dadurch werden Sie mit den Einzelheiten vertraut, und wenn Sie dann eine wirkliche Versuchsperson vor sich haben, kommt Ihnen das Ganze schon vertraut und nicht mehr ganz neu vor. Bei Versuchen, die Ihnen als schwierig erscheinen, wiederholen Sie die Imaginationsversuche so lange, bis Sie sich sicher fühlen.

2. Lektion

Der Carpenter-Effekt

Schon im Jahre 1874 formulierte der englische Arzt W.B. Carpenter das so genannte „ideomotorische Gesetz. Es besagt, dass die Vorstellung einer Bewegung diese bereits in verkleinertem Maße auslöst. Diese Erscheinung, die wir bei den Pendelversuchen studieren können, wird auch „Carpenter-Effekt genannt. Im Wachzustand, wenn das volle ICHBewusstsein eingeschaltet ist, bewirkt die Vorstellung einer Bewegung nur das verkleinerte, meist nur schwach wahrnehmbare Abbild dieser Bewegung. In Zustand der Hypnose, wenn das ICH ganz oder teilweise abgeschaltet ist, kann eine durch Suggestion (seelische Beeinflussung) erzeugte Vorstellung die entsprechende Bewegung in ihrer vollen Ganzheit auslösen.

Für uns ist wichtig zu wissen: Die Vorstellung einer Bewegung kann diese bereits auslösen. Vorstellungen haben also eine Verwirklichungstendenz.

Was sind „Ideomotorische Aktionen"?

Ideomotorische Aktionen sind solche Aktionen (Tätigkeiten, Handlungen, Bewegungen, Wirkungen usw.), die durch Ideen ausgelöst werden. Dabei möchte ich hervorheben, dass diese Ideen lebhaft, lebendig (vital) sein müssen. Sie dürfen keinesfalls als Gedanken oder gedachte Worte betrachtet werden. Je lebhafter und lebendiger (vitaler) eine Idee ist, um so deutlicher und wahrnehmbarer ist auch die Aktion. Das müssen Sie bei allen späteren Suggestions- und Hypnoseversuchen beachten. Den klaren Unterschied zwischen Gedanken und vitalen Ideen zeigt Ihnen der vierte Grundversuch, der anschließend folgt. Wiederholen Sie den Versuch, bis Ihnen der Unterschied klar ist.

Der vierte Grundversuch

Setzen Sie sich mit dem Pendel und der Pendeltafel an den Tisch (Abb. 2) und bringen Sie das Pendel zum Stillstand. Dann stellen Sie sich, wie beim ersten Grundversuch, ganz lebhaft vor, dass das Pendel rechts herum im Uhrzeigersinn zu kreisen beginnt. Aber bitte ganz, ganz lebhaft. Sie dürfen dazu auch die Augen benutzen, indem Sie mit dem Blick bereits die vorgestellte Rechtsbewegung des Pendels verfolgen. Den Blick können Sie dabei im Kreise herumgehen lassen. Dadurch wird die Vorstellung unterstützt und lebendiger. Zur gleichen Zeit beginnen Sie, wörtlich das Folgende zu denken: „Das Pendel kreist links herum, entgegen dem Uhrzeigersinn! --- Das Pendel......", usw.

Dadurch entsteht ein Widerspruch zwischen Vorstellen und Denken. Also ein innerer Kampf zwischen vitalen Ideen und Gedanken. Sie werden sehen, dass die Vorstellung über das Denken siegt und das Pendel tatsächlich rechts herum kreist, genauso, wie Sie es sich vorstellen.

Der Unterschied zwischen Gedanken und Vorstellungen

Dieser vierte Grundversuch zeigt uns:

1. Dass Vorstellungen (vitale Ideen) und Gedanken zur gleichen Zeit im Mittelpunkt des Bewusstseins sein können.

2. Dass beide zugleich entgegengesetzt sein können.

3. Dass im Kampf oder Widerstreit zwischen Gedanken und Vorstellungen immer die Vorstellung siegt.

4. Dass zwischen Gedanken und Vorstellung ein Unterschied besteht, der deutlich erkennbar ist.

Unterbewusstsein oder „Ideomotorisches System"

In der Hypnoseliteratur, und noch viel mehr in der psychologischen Literatur, liest man viel von einem so genannten Unterbewusstsein. In ihm sollen sich Suggestionen und Autosuggestionen verwirklichen. Nun --- wer kann sich dieses fragliche Unterbewusstsein vorstellen? Ich verwende in dieser Selbstunterrichtsmethode dafür die Bezeichnung „Ideomotorisches System". Darunter kann man sich etwas vorstellen und das ist wichtig, wenn man Erfolge erzielen und nicht nur totes Wissen ansammeln will.

Das Wort „ideomotorisch besteht aus „Idee und „motorisch. In seinem Zusammenhang bedeutet es dann: „Durch Ideen Bewegung hervorrufen. Unter „System ist dabei der Teil unseres Gesamtnervensystems gemeint, der die ideomotorischen Aktionen ermöglicht. So kann man sich das ideomotorische System des Menschen als den Teil des Nervensystems vorstellen, der an der Wahrnehmung vitaler Ideen und an der Auslösung ideomotorischer Aktionen beteiligt ist. Sie werden zugeben, dass diese Bezeichnung viel klarer ist als das Wort „Unterbewusstsein, mit dem man in der Praxis nicht viel anfangen kann.

Weitere Grundversuche

Bei der Beherrschung der Suggestion und Hypnose kommt es auf Ihre eigenen Erfahrungen an. Daher rate ich Ihnen, selber weitere Versuche mit dem Pendel zu machen. Hier einige Anregungen:

1. Verlängern Sie das Pendel und machen Sie die Versuche im Stehen.

2. Pendeln Sie bei verschiedenen Stimmungen. Wenn Sie aufgeregt sind, wird Sie die lebhafte Konzentration auf eine Vorstellung beruhigen und ablenken.

3. Erfinden Sie selber weitere Pendelversuche.

Das Pendel, wie es hier benutzt wird, ist ein sachliches, wissenschaftliches Instrument.

Benutzen Sie es bitte nicht zu abergläubischen Spielereien und Unfug wie Wahrsagen, Lottopendeln usw. Sie als werdender Hypnotiseur sollen klar und sachlich denken, denn nur daraus können Erfolge wachsen.

Leute, die sich mit Aberglauben und Mystik beschäftigen, haben im Leben nie Erfolg, denn ihr Denken ist nicht auf das Wesentliche gerichtet, nicht auf die Wirklichkeit in ihnen und um sie herum. Wer die Wahrheit nicht dort sucht, wo sie wirklich ist, nämlich im Leben und im Tätigsein, der stellt sich außerhalb des Lebens und darf sich nicht wundern, wenn ihn die Erfolge auf allen Gebieten meiden wie einen Aussätzigen.

Klare Grundbegriffe

Bevor wir in der nächsten Lektion zu Versuchen mit Versuchspersonen übergehen, möchte ich versuchen, Ihnen verschiedene Grundbegriffe näher zubringen.

1. Idee: Unter einer Idee versteht man ein geistiges Urbild, einen Grundbegriff. Wir müssen zwischen normalen Ideen, die keine ideomotorische Aktion auslösen, und vitalen Ideen unterscheiden. Daher verwenden wir ab jetzt ein neues Wort: Videe (zusammengesetzt aus vital und Idee). Wir verstehen darunter lebendige (vitale) Ideen, die im ideomotorischen System wirken und dort Aktionen auslösen.

2. Einbilden - Vorstellen: Darunter versteht man Tätigkeiten, die darin bestehen, sich eine Idee oder Videe ein zu bilden oder vor zu stellen . Einbilden = in sich etwas hineinbilden (eine Idee oder Videe). Vorstellen = sich etwas vor das Bewusstsein stellen.

3. Suggestion - Autosuggestion: Unter Suggestion versteht man allgemein jede Art von seelischer Beeinflussung. Wir verstehen darunter alles, was Videen enthält. Dazu gehören: Worte, Gesten, Handlungen, Bilder, Symbole, Geschriebenes usw. Suggerieren ist die Tätigkeit, Videen durch Worte, Gesten, Handlungen, Bilder, Symbole, Geschriebenes usw. in das ideomotorische System einer Person zu bringen. Autosuggestion = Selbstsuggestion, Selbstbeeinflussung, sich selber Videen in das eigene ideomotorische System hineinzubringen durch Selbsteinreden, Vorstellen usw.

Ein neuer Begriff: Videe

Um den neuen Begriff Videe so klar wie möglich zu erklären, ein Beispiel: Wenn sich jemand Napoleon vorstellt, so wie er ihn auf einem Bild gesehen hat, dann stellt er sich eine Idee vor. Diese ist passiv und löst in ihm keine besondere Wirkung aus. Stellt sich einer vor, er wäre Napoleon oder er hätte die Rolle Napoleons zu spielen, dann stellt er sich eine Videe vor das Bewusstsein. Sein ganzes Verhalten, sein Auftreten, seine Gesichtszüge und seine ganze Persönlichkeit verändern sich und passen sich zielstrebig der Videe an. Merken Sie sich: Ideen sind passive Vorstellungen, passive Urbilder. Sie erzeugen im ideomotorischen System keine Wirkung. Videen dagegen sind aktive, dynamische Vorstellungen, aktive und wirkende Urbilder. Sie lösen im ideomotorischen System Aktionen aus.

3. Lektion

Der erste Suggestionsversuch

Diesen Versuch können Sie in Anwesenheit mehrerer Personen machen, die wir ab jetzt Versuchspersonen nennen. (Abkürzung VP, Mehrzahl: VPs.) Sagen Sie zu Ihren VPs, dass Sie interessante psychologische Versuche machen möchten, welche zeigen, wie leicht sich lebhafte Vorstellungen verwirklichen können. Zeigen Sie zuerst selber, wie leicht bei Ihnen das Pendel auf die bloße Vorstellung hin zu schwingen beginnt. Dann lassen Sie die erste VP an den Tisch setzen, an dessen andere Seite Sie sich stellen (Abb. 3).

Jetzt sagen Sie zur VP: „Nehmen Sie das Pendel so wie ich vorhin. Sehen Sie das Pendel an und bringen Sie es zum Stillstand über dem Mittelpunkt des Kreises". Wenn das der VP nicht gleich gelingen sollte, halten Sie das Pendel etwas fest, bis es stillsteht. „Ab jetzt achten Sie nicht mehr auf den Arm und auch nicht auf die Hand, die das Pendel hält. Achten Sie dafür ganz genau auf meine Worte, die ich zu Ihnen sage. --- Stellen Sie sich jetzt ganz, ganz lebhaft vor, dass das Pendel von links nach rechts hin- und her schwingt. --- Immer mehr und mehr auf die Linie L-R hin- und her schwingt". Dabei deuten Sie selber mit Ihrem Finger dieses Hin- und Herschwingen auf dem Tisch an, wie in Abb. 3 gezeigt. Passen Sie dabei den Rhythmus Ihres Fingers den sich gleich zeigenden schwachen Hin- und Herbewegungen an. Wenn das Pendel deutlich zu schwingen begonnen hat, sagen Sie weiter: „Jetzt wird die Schwingung immer stärker. --- immer stärker und stärker. --- Immer mehr und mehr schwingt das Pendel hin --- her --- hin --- her--- hin --- her." Diese letzten Worte passen Sie den Schwingungen des Pendels an. Wenn die Schwingung des Pendels ganz deutlich ist, beendigen Sie den Versuch und sagen zur VP: „Sie haben jetzt gesehen, wie leicht sich auch bei Ihnen lebhafte Vorstellungen verwirklichen. Der Versuch ist jetzt beendet.

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