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Sophienlust 239 – Familienroman: Uns fehlt die Mutter
Sophienlust 239 – Familienroman: Uns fehlt die Mutter
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eBook121 Seiten1 Stunde

Sophienlust 239 – Familienroman: Uns fehlt die Mutter

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Über dieses E-Book

Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird. Die beiden sind echte Identifikationsfiguren. Dieses klare Konzept mit seinen beiden Helden hat die zu Tränen rührende Romanserie auf ihren Erfolgsweg gebracht.

Ächzend, als leiste er Schwerstarbeit, wuchtete Henrik von Schoenecker seine Schultasche auf die Bank. "Wenn unsere Lehrer ein Herz hätten, würden sie uns hitzefrei geben."
"Hitzefrei gibt's erst ab fünfunddreißig Grad im Schatten", sagte der Bub, der die Schulbank mit Henrik teilte.
"Wir haben mindestens vierzig Grad." Henrik fuhr sich über die Stirn.
"Noch nicht einmal dreißig", sagte Helga Köster, die Lehrerin. Sie hatte soeben die Klasse betreten, legte nun einen Stapel Hefte auf das Lehrerpult und ging wieder hinaus. Es hatte ja noch nicht geklingelt.
Als das Klingelzeichen den Unterrichtsbeginn ankündigte, stürmte ein achtjähriges Mädchen völlig atemlos ins Klassenzimmer.
"Dorle, du hast dich verlaufen", rief Henrik. "Ihr seid nebenan."
"Ach Gott!" Dorle riss die Tür auf und war im nächsten Moment verschwunden.
Verwundert schüttelte Henrik den Kopf. "Wie die heute ausgesehen hat!"
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum11. Juli 2017
ISBN9783740919764
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    Buchvorschau

    Sophienlust 239 – Familienroman - Bettina Clausen

    Sophienlust ab 211 – 239 – Uns fehlt die Mutter

    Sophienlust ab 211

    – 239–

    Uns fehlt die Mutter

    Warum sind Dorle und Sissy plötzlich allein?

    Bettina Clausen

    Ächzend, als leiste er Schwerstarbeit, wuchtete Henrik von Schoenecker seine Schultasche auf die Bank. »Wenn unsere Lehrer ein Herz hätten, würden sie uns hitzefrei geben.«

    »Hitzefrei gibt’s erst ab fünfunddreißig Grad im Schatten«, sagte der Bub, der die Schulbank mit Henrik teilte.

    »Wir haben mindestens vierzig Grad.« Henrik fuhr sich über die Stirn.

    »Noch nicht einmal dreißig«, sagte Helga Köster, die Lehrerin. Sie hatte soeben die Klasse betreten, legte nun einen Stapel Hefte auf das Lehrerpult und ging wieder hinaus. Es hatte ja noch nicht geklingelt.

    Als das Klingelzeichen den Unterrichtsbeginn ankündigte, stürmte ein achtjähriges Mädchen völlig atemlos ins Klassenzimmer.

    »Dorle, du hast dich verlaufen«, rief Henrik. »Ihr seid nebenan.«

    »Ach Gott!« Dorle riss die Tür auf und war im nächsten Moment verschwunden.

    Verwundert schüttelte Henrik den Kopf. »Wie die heute ausgesehen hat!«

    »So, als ob sie sich nicht gewaschen, nicht gekämmt und nur halb angezogen hätte«, sagte das Mädchen neben Henrik. »Und ganz durcheinander war sie auch.«

    »Ja.« Henrik beschloss, in der großen Pause mit Dorle Wittmann zu sprechen. Er kannte auch ihre Schwes­ter gut. Sissy hieß diese, sie war zwei Jahre jünger als Dorle und ging in die erste Klasse.

    Der Unterricht dauerte Henrik wieder einmal viel zu lange, weil es so heiß war und weil er wissen wollte, warum Dorle Wittmann so verstört ausgesehen hatte. Ein bisschen komisch war sie schon in den letzten beiden Tagen gewesen, fand er. Ihre Schwester auch. So einsilbig und beinahe traurig waren die beiden gewesen.

    Unruhig rutschte Henrik auf der Bank hin und her. Endlich klingelte es und die große Pause begann. Henrik stürmte als Erster aus dem Klassenzimmer. Er lief auf den Schulhof, aber Dorle und Sissy konnte er dort nicht finden.

    Nun packte den Jungen erst recht die Neugier. Er lief zurück ins Schulhaus und zum Zimmer der ersten Klasse.

    Das Klassenzimmer war leer, aber die Tür zu Dorles Klassenzimmer war nur angelehnt. Henrik hörte Stimmen und blieb stehen. Er stellte fest, eine Stimme gehörte der Lehrerin.

    »Was ist denn nur heute mit euch los?«, fragte Helga Köster eben. »Ihr seid ja ganz durcheinander, und frisiert habt ihr euch auch nicht.« Sie strich über Sissys dunklen Bubikopf.

    »Wir hatten doch keine Zeit«, sagte Dorle. »Beinahe hätten wir verschlafen.«

    »Wieso? Hat eure Mutti euch nicht geweckt?«

    »Mutti ist weggegangen«, sagte Dorle. »Schon vor zwei Tagen.«

    »Und seit zwei Tagen seid ihr allein?«

    »Nein.« Sissy schüttelte den Kopf, und Dorle erklärte: »Vati musste verreisen, und da hat er uns zu einer Nachbarin gebracht. Aber die musste gestern Abend ins Krankenhaus. Und jetzt sind wir ganz allein.«

    »Und wann kommt eure Mutti wieder?«, wollte die Lehrerin wissen.

    »Wahrscheinlich überhaupt nicht, hat der Vati gesagt.«

    Das ist ja eine schöne Geschichte, dachte Helga Köster. »Kommt eurer Vati wenigstens bald wieder nach Hause?«, fragte sie. Sie wusste, Eric Wittmann war Kriminalkommissar und beruflich viel unterwegs.

    »Wir wissen nicht, wann er nach Hause kommt«, sagte Sissy und zupfte an ihrer Bluse, die sie verkehrt angezogen hatte.

    Helga Köster überlegte. Allein bleiben konnten die Kinder nicht. Wenn es keinen anderen Ausweg gab, würde sie sie zu sich nehmen müssen.

    Da wurde die Tür aufgestoßen. Herein kam Henrik von Schoenecker. »Ich habe alles gehört«, sagte er.

    »Das sieht dir ähnlich«, sagte die Lehrerin und unterdrückte ein Schmunzeln. »Du hast also wieder einmal gelauscht?«

    »Ja. Aber doch nur, weil ich mir Sorgen gemacht habe«, erklärte Henrik altklug. »Ich habe heute früh gesehen, dass Dorle ganz durcheinander war. Wisst ihr was?«, sagte er zu Dorle und Sissy. »Ihr kommt einfach mit nach Sophienlust.« Er schaute zuerst die Mädchen fragend an, dann die Lehrerin.

    »Das wäre eine Übergangslösung«, sagte Helga Köster langsam und strich sich über das aufgesteckte dunkelblonde Haar. »Seid ihr voll belegt?«

    Henrik schüttelte den Kopf. »Nein, wir haben noch Platz. Warum rufen Sie nicht gleich meine Mutti oder Tante Ma an und fragen sie?«

    In diesem Moment klingelte es. »Ich rufe deine Mutti nach dem Unterricht an. Ihr bleibt in eurem Klassenzimmer und wartet auf mich«, sagte sie zu Sissy und Dorle.

    Noch zwei Stunden musste Henrik absitzen. Nur mit Mühe konnte er dem Unterricht folgen. Er musste dauernd an Sissy und Dorle denken. Warum war die Mutti der beiden fortgegangen? Er durfte nicht vergessen, sie danach zu fragen.

    Endlich war auch die letzte Stunde vorüber. Henrik lief in die erste Klasse und nahm Sissy mit in das Klassenzimmer von Dorle.

    Inzwischen telefonierte Helga Köster vom Lehrerzimmer aus mit Gut Schoeneich. Denise von Schoenecker war selbst am Apparat. Sie zögerte keine Sekunde, als sie hörte, worum es ging. »Selbstverständlich nehme ich die beiden Mädchen vorübergehend in Sophienlust auf. Zumindest so lange, bis der Vater zurückkommt.«

    Helga Köster bedankte sich und fragte, ob sie die Kinder hinausbringen solle.

    Denise überlegte kurz. »Am bes­ten wird es vielleicht sein, wenn ich die Mädchen selbst von der Schule abhole und zuerst mit ihnen nach Hause fahre. Bitte, behalten Sie sie solange dort.«

    Die Lehrerin versprach es.

    Henrik wartete mit Dorle und Sissy auf dem Schulhof. Eifrig winkte er, als er den Wagen seiner Mutti kommen sah. »Hier sind wir!« Er nahm Sissy bei der Hand. »Kommt, wir laufen ihr entgegen.«

    Denise bremste und stieg aus. Sie trug ein ärmelloses Sommerkleid und flache Sandalen.

    »Das ist Sissy und das ist Dorle Wittmann, Mutti. Und ich habe Frau Köster gesagt, dass sie dich anrufen soll.«

    »Das hast du gut gemacht«, lobte Denise ihren Jüngsten lächelnd. Dann begrüßte sie Dorle und Sissy.

    Die beiden stiegen in Denises Wagen ein und erklärten ihr den Weg. Wildmoos war nicht groß. Schon nach ein paar Minuten bremste Denise vor dem Haus, in dem Eric Wittmann mit seiner Familie wohnte.

    Den Haustürschlüssel trug Dorle um den Hals, daran hing auch der Wohnungsschlüssel.

    Denise von Schoenecker sperrte die Tür auf – und erschrak. Laut bellend sprangen ihr zwei Hunde entgegen.

    Denise wich einen Schritt zurück. »Gehören die euch?«

    »Ja.« Dorle nickte.

    »Man«, staunte Henrik und bückte sich, um die beiden Foxterrier zu streicheln. »Die sehen ja aus wie Zwillinge. Könnt ihr sie auseinanderhalten?«

    »Freilich«, sagte Sissy. »Der Linke heißt Ali und das hier ist Sonni.«

    »Aha.« Henrik schaute von einem Hund zum anderen. »Und woran erkennt ihr, wer wer ist?«

    »Das sieht man doch.« Dorle nahm Ali am Halsband und zog ihn in die Wohnung. Sonni lief den beiden nach.

    Also zwei Hunde auch noch, dachte Denise. Nur gut, dass Sophienlust zur Zeit nicht voll belegt ist. Schließlich gibt es auch Zeiten, in denen das Kinderheim so überbelegt ist, dass kein einziges Bett mehr frei bleibt.

    Die Wohnung sah unaufgeräumt aus. Man merkte, dass die ordnende Hand der Hausfrau und Mutter fehlte.

    »Ihr wisst also nicht, wann euer Vati wieder nach Hause kommt?«, fragte Denise.

    »Nein«, antwortete Dorle. »Manchmal bleibt er eine ganze Woche weg. Er ist erst vorgestern weggefahren. Und Tante Berta haben sie gestern Abend ins Krankenhaus gebracht.«

    Tante Berta war die Nachbarin. Denise von Schoenecker hatte sich erkundigt, in welches Krankenhaus sie gebracht worden war. Dort hatte sie dann angerufen und erfahren, dass die alte Frau vorläufig im Krankenhaus bleiben musste.

    »Wisst ihr, warum eure Mutti weggegangen ist?«, fragte Denise vorsichtig.

    Dorle schüttelte den Kopf. »Sie hat nur gesagt, dass wir jetzt lange allein bleiben müssen.«

    »Und dass wir tapfer sein sollen«, fügte Sissy hinzu. »Sie hat Papi einen Brief geschrieben, aber er hat uns nicht gesagt, was drin steht.«

    »Jetzt nehme ich euch erst einmal mit«, sagte Denise. »Für euren Vati lassen wir einen Brief da, damit er weiß, wo ihr seid.«

    »Nehmen wir Ali und Sonni auch mit?«, fragte Sissy besorgt.

    »Selbstverständlich. Wir können sie doch nicht allein lassen.«

    Henrik freute sich. Die niedlichen jungen Hunde gefielen ihm. Denise packte ein paar Kleidungsstücke und etwas Wäsche für die Mädchen ein. Auch

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