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Nietzsche in 60 Minuten

Nietzsche in 60 Minuten

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Nietzsche in 60 Minuten

Bewertungen:
5/5 (1 Bewertung)
Länge:
171 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 7, 2017
ISBN:
9783746001302
Format:
Buch

Beschreibung

Friedrich Nietzsche gilt unter allen Philosophen als der Provokativste und Umstrittenste. Denn er hat eine ungeheure Forderung aufgestellt. Wir modernen Menschen müssen uns weiterentwickeln und zu "Übermenschen" werden. Das bedeutet vor allem, die Frage nach dem Sinn des Lebens völlig neu zu beantworten. In früheren Zeiten konnten wir unsere Identität und unseren Lebenssinn noch aus der Religion gewinnen. Das geht heute nicht mehr, denn so Nietzsche: "Gott ist tot!". Dieser kleine Satz ging um die ganze Welt. Der Mensch, so Nietzsche, hat sich nach vielen Jahrhunderten vom Jenseitsglauben befreit und kann nun sein Leben selbst in die Hand nehmen. Doch die meisten Menschen schaffen es nicht, die Leere zu ertragen, die der Tod Gottes hinterlassen hat. Sie suchen ihr Seelenheil in diesseitigen Heilsversprechen wie dem Nationalismus, dem Sozialismus, dem Antisemitismus oder dem Kapitalismus. Statt neuen Götzen, so Nietzsche, sollten wir endlich uns selbst vertrauen, unsere Freiheit nützen und unseren "Willen zur Macht" entfalten.
Der "Wille zur Macht" ist als Potential und Triebkraft in allen Pflanzen, Tieren und Menschen gleichermaßen angelegt. So wie die Blumen sich nach der Sonne strecken und die Tiere nach Nahrung suchen, müssen auch wir Menschen unser Leben jeden Tag sichern und steigern. Im Alltag kommt man nicht umhin, dies auch auf Kosten anderer zu tun. Wer sich beispielsweise auf einen Abteilungsleiterjob bewirbt und diesen bekommt, verursacht zwangsläufig Enttäuschung bei den abgelehnten Mitbewerbern. "Man fördert sein Ich stets auf Kosten des Andern", so Nietzsche. Und dennoch äußert sich der "Wille zur Macht" sehr unterschiedlich. Der Künstler, der Familienvater, der Politiker, der Unternehmer, der Angestellte und überhaupt jeder Mensch muss seinen ganz eigenen Weg zur Selbstentfaltung finden.
"Werde, der du bist!" und "Sei dein eigener Gesetzgeber!", empfiehlt uns Nietzsche. Was aber bedeutet das konkret? Kann ich tatsächlich mein eigener Gesetzgeber werden? Muss ich mich dann an keine Moral mehr halten? Und vor allem - wie können wir konkret zum "Übermenschen" werden? Nietzsche gibt brandaktuelle und spannende Antworten.
Das Buch "Nietzsche in 60 Minuten" erklärt seine furiose Philosophie Schritt für Schritt anhand von 160 seiner bedeutendsten Zitate. Im Kapitel "Was nützt uns Nietzsches Entdeckung heute?" wird seine zeitlos gültige Botschaft präzisiert. Das Buch ist in der beliebten Reihe "Große Denker in 60 Minuten" erschienen.
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 7, 2017
ISBN:
9783746001302
Format:
Buch

Über den Autor

Dr Walther Ziegler is academically trained in the fields of philosophy, history and political science. As a foreign correspondent, reporter and newsroom coordinator for the German TV station ProSieben he has produced films on every continent. His news reports have won several prizes and awards. He has also authored numerous books in the field of philosophy. His many years of experience as a journalist mean that he is able to present the complex ideas of the great philosophers in a way that is both engaging and very clear. Since 2007 he has also been active as a teacher and trainer of young TV journalists in Munich, holding the post of Academic Director at the Media Academy, a University of Applied Sciences that offers film and TV courses at its base directly on the site of the major European film production company Bavaria Film. After the huge success of the book series "Great thinkers in 60 Minutes", he works as a freelance writer and philosopher.


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Buchvorschau

Nietzsche in 60 Minuten - Walther Ziegler

Dank an Rudolf Aichner für seine unermüdliche und kritische Redigierung, Silke Ruthenberg für die feine Grafik, Angela Schumitz, Christiane Hüttner, Dr. Martin Engler für das Lektorat und Prof. Guntram Knapp, der mich für die Philosophie begeistert hat. Besonderer Dank an Prof. Henning Ottmann, der mir Nietzsche nahe brachte.

Inhalt

Nietzsches große Entdeckung

Nietzsches Kerngedanke

Das dionysische und apollinische Prinzip

Die Entstehung der Sklavenmoral – wie Juden- und Christentum das Leben verraten haben

Der Ursprung des schlechten Gewissens

Wahrheit als Bretterwerk und Illusion der Sprache

Der Wille zur Macht als Grundzug des Lebens

Der Übermensch - Facetten einer neuen Lebenskunst

Die Wiederkehr des ewig Gleichen

Was nutzt uns Nietzsches Entdeckung heute?

Hat Nietzsche Recht - sind wir ohne das Böse halbe Menschen?

Dionysisch leben – dem Gefühl vertrauen!

Werde, der du bist! Die drei Schritte auf dem Weg zum Übermenschen

Ja sagen zum Leben – die Freuden und die Leiden umarmen, ganz!

Zitatverzeichnis

Nietzsches große

Entdeckung

Friedrich Nietzsche (1844-1900) gilt unter allen Philosophen als der dunkelste, der radikalste und der umstrittenste. Der dunkelste, weil er einen tiefen Zweifel hegte an allem, was den Menschen bis dahin Trost, Geborgenheit und Hoffnung gab, der radikalste, weil er es wagte, alles mit der Wurzel auszureißen, was über Jahrhunderte Gültigkeit und Bestand hatte und der umstrittenste, weil seine provokante Philosophie bis zum heutigen Tag ebenso viele erbitterte Kritiker wie glühende Anhänger hat.

Nietzsches Werk ist mehr als nur ein Meilenstein der Philosophiegeschichte, es ist ein Wetterleuchten und eine Zeitenwende in der Selbstwahrnehmung der Menschheit. Sein Kerngedanke hat sich tief in das moderne Bewusstsein eingegraben. Mit einem einzigen kurzen Satz sprach er aus, was der gesamten westlichen Zivilisation bis zum heutigen Tag zum Problem werden sollte:

Auf der ganzen Welt ist dieser Ausspruch bekannt, selbst bei denjenigen, die noch nie etwas von Nietzsche gehört haben. Denn er hat damit ein Gefühl auf den Punkt gebracht, das die Menschen im Gefolge der aufblühenden Naturwissenschaften ergriffen und nie mehr verlassen hat. Ein Gefühl, das im modernen Massenatheismus gipfelt und uns zwingt, die Sinnfrage völlig neu zu stellen. Dabei ist der Tod Gottes, den Nietzsche 1885 in seinem Hauptwerk Zarathustra proklamiert, kein singuläres Ereignis, sondern ein Prozess, der seine Schatten vorauswirft:

Fast zweitausend Jahre lang konnte uns das Christentum die Welt erklären. Zweitausend Jahre lang fühlten sich die Menschen als Geschöpfe Gottes. Nietzsche spürte als einer der ersten, dass das alte Weltbild unwiederbringlich zerbrechen würde.

Sein Zeitgenosse Darwin entwickelte kurz zuvor die Evolutionstheorie, wonach der Mensch kein Geschöpf Gottes, sondern nur noch ein höheres Säugetier ist. Marx forderte die Menschheit auf, ihre Geschichte endlich selbst in die Hand zu nehmen, die Physik, die Medizin und die anderen Naturwissenschaften traten ihren weltweiten Siegeszug an. Alles, was nicht beweisbar war, wurde in Frage gestellt, die Schöpfungsgeschichte, die jungfräuliche Empfängnis und am Ende auch Gott selbst. Aber nicht nur die Wissenschaftler und Forscher, so Nietzsche, sondern wir alle haben Gott Schritt für Schritt seine welterklärende Kraft entzogen:

Nietzsche bezeichnet sich selbst als „Antichristen und „Immoralisten, doch sein Kerngedanke erschöpft sich keineswegs in der bloßen Kritik am Christentum und der Moral. Nein – ihn interessiert vor allem Eines: Wie soll es weitergehen, wenn der Glaube an das Jenseits in den nächsten zwei Jahrhunderten seine Kraft verloren hat? Was passiert, wenn der Nihilismus um sich greift und die religiöse Geborgenheit ein für alle Mal verloren geht?

Damit stellt Nietzsche die große Frage nach der Identität im Zeitalter des heraufziehenden Nihilismus. Mit dem Tod Gottes verlieren auch die Zehn Gebote, die Frömmigkeit und die Demut ihre ordnende Kraft. Gibt es dann überhaupt noch Werte, für die es sich zu leben und zu sterben lohnt?

Da diese Frage gerade heute brandaktuell ist, gilt Nietzsche als der erste postmoderne Denker. Warum postmodern? Die Moderne war noch getragen vom Optimismus und der Fortschrittserwartung der Aufklärung. Denker wie Rousseau, Voltaire, Montesquieu, Kant, Locke und Hume wollten die Menschen zwar auch von Aberglaube und Demut befreien. Aber Nietzsche ist radikaler. Er geht noch einen großen Schritt weiter und stellt die Frage, was denn nach dieser Befreiung passieren soll. Was gibt dem Leben noch einen Sinn, wenn alle mythischen und religiösen Weltbilder zerstört sind? Seine Antwort ist konsequent:

Wir haben also die „ungeheure Aufgabe, uns selbst die Ziele zu geben, die künftig auf der Erde gelten sollen. Das ist die große Freiheit, die uns nach dem Tod Gottes zukommt. Doch, so Nietzsche, anstelle sich dieser Freiheit bewusst zu werden und von ihr Gebrauch zu machen, erschaffen sich die Menschen sofort wieder neue Götter und Götzen, die ihnen Geborgenheit und Orientierung versprechen. Die „Kleingeister, so prognostiziert Nietzsche, werden anstelle der alten Gottesverehrung zu hunderttausenden materiellen Heilsversprechen

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