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11 Extra Western November 2017 - Sammelband: Alfred Bekker präsentiert, #39

11 Extra Western November 2017 - Sammelband: Alfred Bekker präsentiert, #39

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11 Extra Western November 2017 - Sammelband: Alfred Bekker präsentiert, #39

Länge:
1,607 Seiten
20 Stunden
Freigegeben:
Jul 6, 2019
ISBN:
9781386658061
Format:
Buch

Beschreibung

11 Extra Western November 2017: Sammelband

Der Umfang dieses Buchs entspricht 1000 Taschenbuchseiten.

Drei Western-Abenteuer von Glenn Stirling, einem der bekanntesten Western-Autoren Deutschlands.

Harte Männer im Kampf um Recht und Rache.

Dieses Buch enthält folgende Western:

Alfred Bekker: Das harte Dutzend

Larry Lash: Das Schicksal führt sie in die Hölle

Glenn Stirling: Belindas grausame Rache

Glenn Stirling: Von Verzweiflung getrieben

Glenn Stirling: Banditenpest

Alfred Bekker: Zum Sterben nach Sonora

Larry Lash: Drei Kämpfer

Larry Lash: Gnadenlose Härte

R.S.Stone: Abrechnung in Sheela Valley

Wolf G. Rahn: Chris Morris bittet zur Kasse!

Alfred Wallon: Hetzjagd nach Nashville


 

Cover: Klaus Dill

Freigegeben:
Jul 6, 2019
ISBN:
9781386658061
Format:
Buch

Über den Autor

Über Alfred Bekker: Wenn ein Junge den Namen „Der die Elben versteht“ (Alfred) erhält und in einem Jahr des Drachen (1964) an einem Sonntag geboren wird, ist sein Schicksal vorherbestimmt: Er muss Fantasy-Autor werden!  Dass er später ein bislang über 30 Bücher umfassendes Fantasy-Universum um  “Das Reich der Elben” schuf, erscheint da nur logisch. Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten und wurde Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen.   Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', ‘Ragnar der Wikinger’,  'Da Vincis Fälle - die mysteriösen Abenteuer des jungen Leonardo’', 'Elbenkinder', 'Die wilden Orks', ‘Zwergenkinder’, ‘Elvany’, ‘Fußball-Internat’, ‘Mein Freund Tutenchamun’, ‘Drachenkinder’ und andere mehr  entwickelte. Seine Fantasy-Zyklen um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' ,die 'Gorian'-Trilogie, und die Halblinge-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt.  Alfred Bekker benutzte auch die Pseudonyme Neal Chadwick,  Henry Rohmer, Adrian Leschek, Brian Carisi, Leslie Garber, Robert Gruber, Chris Heller und Jack Raymond. Als Janet Farell verfasste er die meisten Romane der romantischen Gruselserie Jessica Bannister. Historische Romane schrieb er unter den Namen Jonas Herlin und Conny Walden.  Einige Gruselromane für Teenager verfasste er als John Devlin. Seine Romane erschienen u.a. bei Lyx, Blanvalet, BVK, Goldmann,, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt., darunter Englisch, Niederländisch, Dänisch, Türkisch, Indonesisch, Polnisch, Vietnamesisch, Finnisch, Bulgarisch und Polnisch.


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Buchvorschau

11 Extra Western November 2017 - Sammelband - Alfred Bekker

Publisher

11 Extra Western November 2017: Sammelband

Der Umfang dieses Buchs entspricht 1000 Taschenbuchseiten.

Drei Western-Abenteuer von Glenn Stirling, einem der bekanntesten Western-Autoren Deutschlands.

Harte Männer im Kampf um Recht und Rache.

Dieses Buch enthält folgende Western:

Alfred Bekker: Das harte Dutzend

Larry Lash: Das Schicksal führt sie in die Hölle

Glenn Stirling: Belindas grausame Rache

Glenn Stirling: Von Verzweiflung getrieben

Glenn Stirling: Banditenpest

Alfred Bekker: Zum Sterben nach Sonora

Larry Lash: Drei Kämpfer

Larry Lash: Gnadenlose Härte

R.S.Stone: Abrechnung in Sheela Valley

Wolf G. Rahn: Chris Morris bittet zur Kasse!

Alfred Wallon: Hetzjagd nach Nashville

Cover: Klaus Dill

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Das harte Dutzend

Western von Alfred Bekker

Der Umfang dieses Buchs entspricht 94 Taschenbuchseiten.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2015 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Zwei Dutzend Reiter kamen in langsamen Tempo die Main Street von Roswell entlang. Die Männer waren gut bewaffnet. Winchestergewehre steckten in den Scubbards,

Revolvergriffe ragten aus den tiefgeschnallten Holstern. Hier und da war zusätzlich noch eine Shotgun zu sehen. Einige der Reiter trugen Patronengurte um die Schultern. Staub bedeckte die Kleidung. An der Spitze dieser finsteren Meute ritt ein Mann mit schwarzem Bart. Er trug einen Anzug mit Schleife. An der Seite hing ein Colt, in dessen elfenbeinfarbenen Griff ein Name eingraviert war. DARREN McCALL - in großen Buchstaben.

McCall zügelte in der Nähe des McMillan-Stores die Zügel. Neben ihm ritt eine dunkelhaarige Schönheit - die einzige Frau in dem Pulk von Reitern. Sie trug ein Reitkleid und fächelte sich mit ihrem Hut Luft zu.

Ist das dieses Nest namens Roswell?, fragte sie mit deutlicher Verachtung in der Stimme.

McCall lachte.

Jetzt ist Roswell noch ein Rattenloch. Aber das wird sich bald ändern... Wenn hier erst einmal alles mir gehört!

Er trat seinem Gaul in die Weichen.

Die Meute bewegte sich weiter die Straße entlang. Die Passanten auf der Main Street blieben stehen, blickten teils neugierig, teils angstvoll zu den Fremden hinüber.

Ich hoffe, es gibt hier auch 'ne Möglichkeit sich volllaufen zu lassen und preiswert ein paar nette Girls aufzugabeln!, meinte ein Rothaariger im langen Saddle Coat. Er trug statt eines Hutes eine staubbedeckte Südstaatenmütze.

McCall lachte dreckig.

Du kommst hier sicher auf deine Kosten, Mort! Das garantiere ich dir!

Darauf werde ich zurückkommen, Boss!, meinte Mort. Einige der anderen Männer lachten rau.

Schließlich erreichten sie das Hotel.

Es war das einzige in der Stadt und Abe Martinson, der Besitzer, hatte schon so manches Mal daran gedacht aufzugeben.

Die Männer stiegen ab, banden ihre Pferde an die Querstange vor dem Eingang.

Ich weiß nicht, ob ich mich in diesem Nest wohlfühlen werde, meinte die Dunkelhaarige.

McCall grinste schief. Du kannst ja weiterreiten, Francine!

Unter den Männern brandete Gelächter auf. Francine wurde dunkelrot. Wie habe ich mich bloß je mit dir einlassen können, Darren!, zischte sie.

McCall tätschelte gönnerhaft ihr Hinterteil. Bis jetzt ist es dir nicht schlecht bei mir gegangen. Besser jedenfalls, als in dem drittklassigen Bordell in Wichita, in dem ich dich aufgegabelt habe! McCall machte seinen Männern ein Zeichen. Mort, Bugley und Norman - ihr kommt mit. Und du natürlich auch, Francine... Er grinste sie an. In seinen Augen blitzte es.

McCall und sein Gefolge betraten die Eingangshalle des Hotels.

Abe Martinson, ein kleiner, schmächtiger Mann mit grauen Haaren, stand hinter dem Tresen und sah die Ankömmlinge mit offenem Mund an.

McCall trat an ihn heran.

Wohnt hier zur Zeit jemand im Hotel?, fragte er.

Ja, ein Mann namens Smith. Er kam heute mit der Postkutsche.

Schmeißen Sie ihn hinaus!, forderte McCall.

Wie bitte?

Sie haben richtig verstanden. Werfen Sie diesen Smith aus seinem Zimmer. Ich brauche das ganze Hotel für meine Männer - bis auf Weiteres.

Martinson starrte McCall an wie ein exotisches Tier. McCall lächelte zynisch. Er griff in das Innere seiner Jacke, holte ein Bündel mit Dollarscheinen heraus. Im übrigen bezahle ich im Voraus, fügte er hinzu und knallte dem Hotelier das Geld auf den Tresen. Ein Ruck ging durch dessen schmächtigen Körper. Mit zitternden Fingern nahm er die Dollars, steckte sie ein.

Brook!, rief er. Brook, verdammt nochmal, wo steckst du? Die Stimme des Hoteliers klang heiser. Einen Augenblick später kam der Gehilfe des Hoteliers durch eine Hintertür herein. Er war groß und kräftig. Sein Gesicht wirkte aufgeschwemmt. Die verwaschene Latzhose, die er trug, war von Flicken übersät. Er musterte stirnrunzelnd McCall und sein Gefolge. Dann stierte er Francine an. Sie verzog nur das Gesicht.

Geh nach oben und sag dem Gentleman von Nr. 5 Bescheid, dass wir ihm das Zimmer doch nicht geben können, befahl Martinson.

Aber... ich habe doch gerade erst sein Gepäck hinaufgetragen!

Dann wirst du es jetzt wieder hinunterbringen und vor die Tür stellen, Brook.

Wenn Sie meinen, Chef.

Du siehst doch, dass die Gentlemen hier alle Räume brauchen. Wie lange werden Sie bleiben?

Mal sehen , sagte McCall. Eigentlich habe ich vor, länger hier zu bleiben... Er grinste breit, entblößte dabei zwei Reihe blitzender Zähne. Du wirst dir jedenfalls 'ne goldene Nase dabei verdienen!

Brook war inzwischen die Treppe hinaufgegangen. Wenig später kehrte er zurück.

Was ist los?, fragte Martinson.

Mr. Smith.... Er will das Zimmer nicht räumen!

Was?

Er sagt, er hätte ein Recht darauf! Martinson begann zu schwitzen. Er wandte sich an McCall.

Meinen Sie nicht, dass Sie vielleicht auf ein Zimmer verzichten könnten?

McCall steckte sich eine Zigarre in den Mund, biss die Spitze ab und zündete sie sich an. Das Streichholz riss er dabei über das Holz des Tresens.

Mal aus dem Fenster geschaut?, fragte er dann. Für meine Männer wird es so schon eng genug. Er wandte sich an Mort. Sieh zu, dass du das regelst, Mort! Der Mann mit der Südstaatenmütze nickte.

No Problome, jefe!, knurrte er, überprüfte kurz den Sitz seines Colts und stieg dann die Treppe hinauf.

Er ist lange in Mexiko gewesen, murmelte McCall. Mort spricht schon besser Spanisch als Englisch. Dann deutete McCall auf Francine. Sagen Sie Ihrem Gehilfen, dass er für die Lady hier ein Bad bereiten soll.

In diesem Moment war ein Schuss aus dem Obergeschoss zu hören.

Francine zuckte zusammen. McCall lachte. Auf Mort ist Verlass!, grinste er.

Die anderen Männer lachten rau.

Aber ihr Lachen erstarb, als Augenblicke später ein Mann die Treppe hinunterschritt. Es war nicht Mort. Er war jung, etwa Mitte zwanzig. Er trug eine dunkle Lederweste und ein weißes Hemd. Der Revolver hing tiefgeschnallt an der linken Seite. Seine Hand berührte den Griff.

Mr. Smith!, stieß Martinson hervor. Smith' Gesicht blieb unbewegt. Seine Lippen waren ein dünner Strich.

Die Augen wurden schmal, als er den Fuß der Treppe erreicht hatte. Er stand seitlich da, so dass sein Colt nicht zu sehen war. Haben Sie den Kerl mit der komischen Mütze geschickt?, fragte er an McCall gewandt. Smith hatte gleich begriffen, wer hier der Boss war.

Habe ich, knurrte McCall grimmig.

Er war nicht schnell genug.

Was Sie nicht sagen.

Hat doch für Sie auch sein Gutes. So braucht zumindest schonmal einer Ihrer Männer kein Zimmer!

Ich stopf ihm das Maul, Boss!, meldete sich einer der anderen Männer aus McCalls Gefolge zu Wort.

Versuch's ruhig, Norman!, ermunterte McCall ihn. Blitzartig riss Norman seinen Colt heraus. Genau damit hatte der Mann, der sich Smith nannte, früher oder später gerechnet. Er war schneller, vielleicht hatte er sogar schon vorher seinen Colt gezogen, so genau war das nicht zu sehen. Smith feuerte sofort. Norman hatte keine Chance. Der erste Schuss erwischte ihn, noch ehe er seinen Revolverhahn überhaupt gespannt hatte. Die Kugel drang in den Kopf ein, genau zwischen den Augen. Wie nach einem Faustschlag wurde der Kopf zurückgerissen. Norman taumelte rückwärts, ohne noch zum Schuss zu kommen. Smith' zweiter Schuss durchdrang seinen Oberkörper und nagelte ihn förmlich gegen die Holzwand. In der selben Sekunde hatte auch McCall seine Waffe gezogen und sofort abgefeuert. Der erste Treffer erwischte Smith am linken Arm. Smith wollte die Waffe herumreißen, aber der Arm gehorchte ihm nicht mehr. Entsetzen breitete sich in seinen Zügen aus, während McCall ihn dann mit dem zweiten Schuss in der Herzgegend erwischte. Sein weißes Hemd färbte sich rot. Die Waffe entfiel Smith. Er klammerte sich an das Treppengeländer. Der dritte Schuss traf ihn im Gesicht. Smith rutschte am Geländer herunter. Dann wandte McCall sich dem Hotelier zu.

Sie haben mitgekriegt, dass dieser Smith zuerst gezogen hat!

Martinson nickte nur. Er war kreidebleich geworden.

2

N icht hier!

Die Abwehr der blonden Dorothy Willard war nur gespielt. Clay Braden hatte von hinten die Arme um sie gelegt.

Sie befanden sich im McMillan-Store, um ein paar Besorgungen zu machen. Slim Davis, der Gehilfe, war soeben aus dem Raum gegangen - aber es konnte nur eine Frage von Augenblicken sein, dass der Junge zurückkehrte.

Dorothy hielt seine Hände fest. Du wirst dich noch gedulden müssen, bis wir zurück auf der Sundance Ranch sind, hauchte sie.

Clay Braden grinste breit.

Aber das wird mir schwerfallen...

Als Marshal und Barbesitzer in einer Person bist du für viele ja sowieso schon unmöglich, aber was meinst du, was die Leute von dir denken, wenn du jetzt anfängst, unschuldigen Frauen in aller Öffentlichkeit an die Wäsche zu gehen...

U n s c h u l d i g?, echote er. Damit kannst du dann ja wohl kaum dich selbst meinen!

Ach, nein?

Ein Sundance Ranch-Girl und unschuldig!

Manche der Kerle, die mich besuchen, finden meine Art von Unschuld durchaus reizvoll!, lachte sie.

Lass uns ins Marshal Office gehen.

Und was ist mit Archie?

Meinen Assistant Marshal kann ich ja zu einer offiziellen Runde durch die Stadt verdonnern...

In diesem Moment erstarrte Clay mitten in der Bewegung. Und das hatte weniger mit Slim Davis zu tun, der genau in diesem Moment wieder den Raum betrat, als mit den Schussgeräuschen.

Das war hier ganz in der Nähe!, stellte Dorothy fest. Clay nickte. Warte hier, wies er sie an. Dann lief er hinaus auf die Straße.

Weitere Schüsse waren zu hören. Die Geräusche kamen aus der Richtung von Martinsons Hotel, schräg gegenüber. Zwei Dutzend Pferde waren davor festgemacht worden. Die Reiter lungerten vor dem Hotel herum. Die Schüsse hatten sie elektrisiert. So viel Kundschaft dürfte Martinson seit einer Ewigkeit nicht gehabt haben!, ging es Clay durch den Kopf. Er spurtete über die Main Street.

Die Männer erstarrten, als sie den Sternträger sahen. Sie waren verunsichert.

Clay ging zwischen ihnen hindurch. Keinen von ihnen hatte er schon einmal in Roswell gesehen.

Dann stieß er die Tür zur Eingangshalle des Hotels auf. Der Colt war schon in seiner Hand, der Hahn zurückgezogen... Zwei Tote lagen im Raum.

Alle Anwesenden erstarrten. Die Männer von draußen drängten ebenfalls ins Innere.

Clay sah sich die beiden Toten an.

Dann wandte er sich an Martinson. Was war hier los?, fragte er den Hotelier. Alles in allem erschien ihm der als der unabhängigste Zeuge. Martinson schwieg. Seine Lippen waren aufeinander gepresst.

Sagen Sie es schon!, forderte McCall. Sagen Sie, wie's war.

Martinson deutete auf den toten Smith. Der Mann dort hat zuerst gezogen... Oben ist wohl noch ein Toter.

Mein Name ist Darren McCall, riss der Anführer der Gruppe das Wort an sich. Er blies dem Sheriff Zigarrenrauch entgegen und deutete dann auf Smith' Leiche. Dieser Mann dort hat auf meinen Kumpel geschossen. Leider war ich nicht schnell genug, um ihm das Leben zu retten. Einer der anderen Kerle grinste breit und hässlich.

Wenn Sie wollen, schwören wir das auch alle gerne vor einem Gericht!, lachte er.

Es war Notwehr!, mischte sich einer der anderen ein.

Für Notwehr haben Sie reichlich viele Kugeln verbraucht, McCall!, stellte Clay fest. Ich möchte nicht, dass es weiteren Ärger gibt!

Das liegt auch nicht in meinem Interesse.

Freut mich zu hören, Mr. McCall.

Clay stellte fest, dass die dunkelhaarige Schönheit in McCalls Schlepptau ihn unverhohlen musterte. Ihre Augen blitzten. Willst du mich dem Marshal nicht vorstellen, Darren?, fragte sie.

McCall beachtete sie nicht weiter. Ich werde mich hier in der Gegend niederlassen, verriet er an Clay gerichtet.

Es wäre also nicht schlecht, wenn wir uns gut verstehen würden.

Solange Sie sich an die Gesetze halten, sehe ich da kein Problem.

McCall lachte, blies Clay dann eine Rauchwolke entgegen.

Klingt ziemlich kleinkariert, was Sie da sagen, Marshal. Gesetze sind für die Schwachen. Die Starken machen sich ihre Gesetze selber!

Clay blieb gelassen. Solange Sie hier in Roswell sind, werden Sie diesen Grundsatz vergessen müssen. In diesem Moment sprang die Tür auf.

Archie Wayne, der Assistant Marshal stürmte herein. Der alte Mann hielt eine Schrotflinte im Anschlag. Um mit einem Colt umzugehen, war er zu ungeschickt, aber mit seiner Schrotflinte war es für ihn fast unmöglich daneben zu treffen. Offenbar hatte auch er die Schüsse gehört, während er im Marshal Office gesessen und seine Zeitung gelesen hatte.

Alles in Ordnung, Clay?, fragte er.

Wie man's nimmt, erwiderte Clay mit Blick auf die Toten. Clay wandte sich zum Gehen.

Vielleicht sieht man sich ja mal, hauchte ihm die schöne Dunkelhaarige zu.

Eine hübsche Frau!, musste Clay anerkennen.

Aber es war klar, dass sie zu McCall gehörte.

Und Clay dachte nicht im Traum daran, die Lage noch zusätzlich zu komplizieren.

3

Clay traf Dorothy vor dem McMillan-Store wieder. Sie deutete zu der McCall-Meute auf der anderen Straßenseite hinüber. Diese Männer gefallen mir nicht, meinte sie.

Mir auch nicht. Kaum in der Stadt und schon gibt's Tote.

Das kann ja heiter werden...

Es hat diesen Smith erwischt, murmelte Clay nachdenklich.

Diesen undurchsichtigen Gunslinger, von dem du mir erzählt hast?, vergewisserte sich Dorothy.

Clay nickte. Ja, und ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass sein wahrer Name nicht Smith ist... Er fasste Dorothy bei den Schultern. Ich werde erstmal in der Stadt bleiben müssen, um diese Meute zu beobachten... Clay wandte sich an Archie Wayne, der der sich im McMillan-Store etwas Kautabak besorgt hatte und jetzt noch einmal misstrauisch zum Hotel hinüberschaute, bevor er sich auf den Gaul schwang.

Wie wär's, wenn du ein bisschen hier in der Nähe bleibst und diese Meute im Auge behältst, Archie?, meinte Clay.

Genau das wollte ich dir auch schon vorschlagen, nickte Archie.

4

Eddie Cameron, der Besitzer des HAPPY SINNER Saloons, saß an einem der Spieltische und ließ die Karten knallen. Auf seine Schulter stützte sich eines der Saloongirls, dessen Ausschnitt so tief war, dass man sich nur wundern konnte, wie es Cameron gelang, sich trotzdem auf das Spiel zu konzentrieren.

Die Männer, mit denen Cameron spielte, waren Männer, die er zu seinem Schutz engagiert hatte. Das Geld für das Spiel, musste er ihnen vorstrecken. Aber Cameron ging es nicht um das Geld. Davon hatte er selbst genug. Es ging ihm um das Gewinnen. Mit einem triumphierenden Lächeln sammelte der Mann das Geld ein, das auf dem Tisch lag.

Jetzt haben Sie all Ihre Dollars wieder..., grinste einer der Männer. Er war dunkelhaarig und trug den Revolver sehr tiefgeschnallt. Seine Linke spielte mit dem Griff des langen Bowiemessers, dass er am Gürtel hängen hatte. Unter der hässlichen Messernarbe, die Camerons Gesicht entstellte, zuckte ein Muskel.

Er blickte den Sprecher auf eine Weise an, die selbst diesen harten Kerl erblassen ließ.

Es war besser, einem Mann wie Eddie Cameron nichts zu sagen, was diesen ärgerte.

Spar dir deine dämlichen Bemerkungen, Reilly!, zischte er zwischen den Zähnen hindurch. Ich habe dich schließlich nicht dafür engagiert, dass du dich als Klugscheißer betätigst...

Reilly blickte sich unter den anderen Gunslingern um, die in Camerons Diensten standen. Aber von keinem der Männer hatte er Hilfe zu erwarten, das war dem Mann mit der Wildlederjacke sofort klar. Reilly gab also klein bei.

Ist ja schon gut, Boss. War nicht so gemeint. In diesem Moment flogen die Schwingtüren des HAPPY SINNER Saloons auseinander.

Der Bürgermeister trat ein, begleitet von Jeffrey Polland, seinem Beschützer.

Franklin J. Coldwater besaß eine Kette von Stores in der Umgebung. Das Bürgermeisteramt von Roswell übte er lediglich ehrenamtlich aus, weil es seinen Geschäften diente. Mit Cameron hatte er gemeinsam, dass ihm der gegenwärtige Marshal nicht passte. Außerdem pfiffen es die Spatzen von den Dächern, dass beide Männer in üble Geschäfte verwickelt waren. Aber solange ihnen persönlich niemand etwas nachweisen konnte, glaubten sie sich auf der sicheren Seite.

Coldwater war ziemlich aufgebracht.

Der nur etwa 1,60 Meter große Mann, den man selbst bei heißestem Wetter im Anzug und mit Melone auf dem Kopf in der Öffentlichkeit sah, trat mit weiten Schritten an den Tisch des Saloonbesitzers heran. Sonst befand sich kaum jemand im HAPPY SINNER Saloons. Für den eigentlichen Betrieb war es noch viel zu früh. Fast alle, die sich jetzt im Schankraum aufhielten, gehörten irgendwie zum Haus. Die Girls, die Bar-Keeper und die Männer, die Cameron zu seinem Schutz engagiert hatte...

Coldwater schnipste mit den Fingern.

Polland, sein Schatten, nahm einen Stuhl von einem der benachbarten Tische weg und stellte ihn so hin, dass Coldwater sich setzen konnte.

Ein schiefes Grinsen erschien auf Eddie Camerons Gesicht.

Franklin! Was verschafft mir die Ehre dieses hochoffziellen Besuchs!, lachte er.

Coldwaters Gesicht wurde dunkelrot.

Er legte den Hut auf den Spieltisch und wischte sich den Schweiß von der Stirn.

Hast du schon gehört, was passiert ist? Im Hotel wurde jemand erschossen.

Cameron zuckte die Achseln. Dies ist eine gesetzlose Stadt, meinte er. Aber das Problem kennst du doch... Wir haben einen Marshal, der das Gesindel nicht in Schach hält...

Eddie, die Sache ist ernst! Da ist ein gewisser McCall aufgetaucht mit seiner Meute! Die haben Smith erschossen den Gunslinger, den du angeheuert hattest, um Clay Braden das Leben zur Hölle zu machen.

Camerons Gesicht veränderte sich.

Die haben Smith umgelegt?

Ja, genau.

Alle Achtung. Smith war ein erstklassiger Mann... und was sagt der Marshal?

Was soll er sagen? Smith hatte zuerst gezogen.

Verdammt.

Eddie, wir müssen etwas unternehmen. Ich kenne diesen McCall. Das ist ein schlimmer Finger.

Cameron verschluckte sich fast an dem Whisky, den er gerade leerte.

Du kennst den Kerl?

Coldwater nickte. Ja. In Lordburg hatte ich einen Store... bis McCall sich dort breitmache. Wer nicht an ihn bezahlte, dem ging es schlecht. Er setzte die Geschäftsleute unter Druck, so dass sie ihn zum Teilhaber ihrer Läden machen mussten. Bald gehörte ihm die halbe Stadt... selbst der Sheriff war nur eine Marionette... Cameron bleckte die Zähne. Was ist mit deinem Laden passiert?

Ich habe ihn verkauft. Natürlich mit Verlust. Cameron stand auf. Er schob das Girl, das ihm bis dahin an der Schulter gehangen hatte, grob weg. Und du glaubst, er will hier dieselbe Nummer abziehen?

Ja. Ich schätze, man hat ihn aus Lordsburg vertrieben. Und jetzt versucht er sich, eine andere Stadt unter den Nagel zu reißen...

Und was schlägst du vor, Franklin? Soll er eine Kugel in den Kopf bekommen?

Der Bürgermeister griff nach seiner Melone, presste sie gegen die Brust.

So etwas habe ich nie gesagt, Eddie!

Aber gedacht hast du an nichts anderes! Ein teuflisches Grinsen erschien in Camerons Gesicht. Ich schlage vor, wir versuchen uns mit diesem McCall zu einigen...

Das ist unmöglich, Eddie! Das haben schon andere versucht und dabei den Kürzeren gezogen!

Cameron umrundete den Spieltisch. Coldwater stand auf. Cameron legte ihm gönnerhaft die Hand auf die Schulter. Wir werden ihn benutzen, Eddie. Vielleicht tut McCall uns sogar, ohne dass er es eigentlich vorhatte einen Gefallen und beseitigt Clay Braden...

Coldwater atmete tief durch.

Es gibt wohl nichts, woraus du nicht einen Vorteil ziehen kannst, was Eddie?

5

Es war früher Abend , als McCall und ein Teil seines Gefolges auf der Sundance Ranch auftauchten. In scharfem Galopp kamen sie über die Brücke geritten.

Wenig später erreichten sie den Vorplatz der Ranch. Kendra Lamont, die rothaarige Französin stand an einem der Fenster in der Bar, die sich zusammen mit den Geschäftszimmern im Haupthaus der Ranch befand.

Sieht aus, als bekämen wir Kundschaft!, stieß sie hervor. Mon Dieu! Und gleich so viele... Marlène und Claire-Jo alberten an der Bar mit ein paar anderen Girls herum.

Cornelius O'Mahoney, der ehemalige Butler eines schottischen Lords und jetzt Barkeeper und Mädchen für alles auf der Sundance Ranch, stand hinter dem Schanktisch und verzog nicht einmal eine Miene dabei. Er blieb stets ernst und hatte ziemlich steife Umgangsformen. Er wusste genau, was die meisten Gäste auf der Sundance Ranch bevorzugten. Zumindest, was die Getränke anging. Und so stellte der alte Cornelius schon einmal ein Dutzend Whisky Gläser auf den Schanktisch. Die Gentlemen konnten sonst ein bisschen ungeduldig werden, wenn es mit dem Einschenken nicht schnell genug ging. Augenblicke später waren Schritte zu hören. Die Schwingtüren der Bar flogen auseinander. Ein Mann mit schwarzem Bart und einem dunklen Anzug trat als Erster ein. Er war der Boss der Gruppe, das war sofort zu sehen.

Er blieb stehen, seine Männer blieben hinter ihm. Plötzlich sagte niemand im Raum ein Wort.

Ich bin Darren McCall, sagte der Bärtige laut. Und alles, was diese Männer verzehren oder sonstwie an Unkosten verursachen geht auf meine Rechnung.

Habe ich verstanden, Mr. McCall, sagte Cornelius. McCall drehte sich kurz zu seinen Leuten um. Benehmt euch wie Gentlemen. Ich will keine Klagen hören...

Klar Boss, meinte einer der Männer. Gemurmel entstand. McCall blickte sich um. Schöner Laden, sagte er. Schöner jedenfalls als der, den es in Lordsburg gibt... Er ließ den Blick schweifen.

Seine Leute drängten sich inzwischen um die Whisky-Gläser. Die ersten waren schon schnell heruntergekippt. Die Girls begannen, die Männer zu umgarnen.

McCalls Augen blieben an Kendra Lamont haften, der rothaarigen Schönheit aus Frankreich. Die Sünde pur, wie sie mancher hinter vorgehaltener Hand in Roswell nannte.

Mit wem habe ich die Ehre?, fragte er, nahm ihre Hand und vollführte einen formvollendeten Handkuss.

Kendra war davon derart überrascht, dass sie ins Französische verfiel. Je m'apelle Kendra Lamont, murmelte sie. Oh, excusez-moi!

McCall lächelte. Ein schöner Name, fand er.

Wollen Sie etwas trinken, Monsieur McCall?

Mit Ihnen gerne, Madam. Aber nicht hier... Hier ist es mir zu laut.

Dann gehen wir hinauf zu mir.

McCall bot ihr den Arm.

Sie trinken wahrscheinlich Whisky, n'est-ce pas?, war Kendra überzeugt.

Zu einer Lady wie Ihnen passt besser Wein. Wenn Sie so etwas dahaben...

Kendra sah ihn mit ihren dunklen Augen erstaunt an - und er genoss diese Verblüffung. Was ist los?, fragte McCall. Hat es Ihnen die Sprache verschlagen?

Mon dieu, es nur so, dass... Sie brach ab und fuhr dann einen Augenblick später fort: Es gibt nicht viele Männer mit Kultur in dieser Gegend. Sie scheinen da eine Ausnahme zu sein...

Mit einer Flasche Wein und zwei Gläsern gingen sie aus der Bar. In der Eingangshalle des großen Ranchhauses führte eine Freitreppe hinauf zu den Geschäftszimmern der Girls, während sich deren Privaträume in einem Nebengebäude befanden.

6

Eine knappe Stunde später betraten McCall und Kendra wieder zusammen die Bar. Marshal Clay Braden saß dort an einem der Tische. Cornelius hatte ihm eine Mahlzeit serviert. Eier mit Speck. Clay stutzte kurz, als er McCall mit Kendra zusammen sah.

Hallo, Marshal, begann McCall. Wir müssen miteinander reden.

Setzen Sie sich, bot Clay an.

McCall kam dieser Aufforderung nach. Er machte eine weit ausholende Handbewegung. Was verlangen Sie für all das hier?

Wie bitte? Clay glaubte sich verhört zu haben.

Ich will Ihnen die Sundance Ranch abkaufen, Marshal. Sie haben schon richtig gehört. Nennen Sie mir Ihren Preis... Clay Braden schüttelte den Kopf.

Die Sundance Ranch steht derzeit nicht zum Verkauf, erklärte er.

In McCalls Augen blitzte es. Seine Stimme klirrte wie Eis, als er fortfuhr. Das sagen Sie jetzt, Braden. Ich verstehe, dass Sie handeln wollen...

Ich will nicht handeln, widersprach Clay Braden.

Ich zahle Ihnen genug, damit Sie sich eins der Girls hier aussuchen und damit irgendwo anders ein neues Leben beginnen können! Er grinste. Meinetwegen nehmen Sie zwei oder drei von den Frauen und gehen zu den Mormonen in Utah...

Clay blickte auf. Ich habe den Eindruck, Sie wollen mich aus der Stadt haben!

Das wäre ein durchaus willkommener Nebeneffekt, gab McCall zu. Wir könnten natürlich auch zu einer anderen Form der Zusammenarbeit kommen...

Bemühen Sie sich nicht, schnitt Clay ihm das Wort ab. McCall erhob sich. Sie werden sich meinen Vorschlag noch durch den Kopf gehen lassen und schließlich feststellen, dass er vernünftig ist!, war er überzeugt. Mit diesen Worten ging er davon. Bei Kendra blieb er kurz stehen. Bis bald, Darling, zischte er zwischen den Zähnen hindurch.

Warum hast du ihn so schroff behandelt?, fragte Kendra, nachdem er gegangen war.

Hast du denn nicht gehört, was er wollte?, fragte Clay.

Meine Güte, es ist doch kein Verbrechen, ein Kaufangebot zu machen!

Nein, das nicht. Aber drüben in Lordsburg hat er seine Geschäfte auf ganz besondere Weise betrieben. Wer nicht spurte, den hat er über die Klinge springen lassen...

Wer sagt das?

Ein Frachtfahrer, den ich heute traf. Er fährt für McMillans Store Richtung Lordsburg.

Kendra machte eine wegwerfende Handbewegung. Alles nur Gerede!, war sie überzeugt.

Du bist ja ganz eingenommen von dem Kerl, meinte Clay.

Unsinn. Aber er hat Manieren...

Ein versonnenes Leuchten in ihren Augen strafte sie Lügen.

Du täuschst dich in ihm, sagte Clay. Glaub mir.

7

McCall kehrte mit einem Teil seiner Männer zum Hotel zurück. Die anderen waren noch auf den Zimmern der Sundance Ranch beschäftigt. Es war bereits dunkel. Die eine Hälfte der Mannschaft hatte es sich in der Sundance Ranch gutgehen lassen, während sich die anderen im HAPPY SINNER, dem Silvermoon oder einem der anderen Saloons in der Stadt austoben wollten.

Lediglich Francine war im Hotel geblieben.

Martinson nahm beinahe Haltung an, als McCall mit seinem Gefolge eintrat.

McCall grinste.

Stehen Sie bequem, Martinson... Seine Leute lachten grölend. McCall deutete auf seine Männer. Versorgen Sie die Leute hier mit Whisky und allem, was sie sonst haben wollen....

Natürlich, Sir! Ich setze es dann auf Ihre Rechnung, wenn's recht ist...

McCalls Gesicht veränderte sich. Plötzlich herrschte Stille. Keiner der Männer sagte einen Ton.

Tun Sie das, Martinson, sagte McCall schließlich. Was macht Miss Francine?

Ist hier im Haus. Martinson schluckte. Auf ihrem Zimmer...

Okay...

McCall musterte den Hotelier einen Augenblick lang nachdenklich, dann ging er die Treppe hinauf zu den Zimmern.

Mr. McCall..., rief Martinson ihm nach. McCall blieb stehen, drehte sich halb herum.

Was gibt's noch?

Ich weiß nicht, ob Sie da jetzt wirklich hinaufgehen sollten...

Wieso denn nicht?

Martinson schluckte. Er wurde ganz blass. Seine Haut wirkte fast so grau wie seine Haare.

McCall drehte sich jetzt ganz herum. Seine Hand griff zum Colt an der Seite. Er zog ihn blitzschnell heraus, ließ ihn einmal um den Zeigefinger herumdrehen. Dann glitt die Waffe wieder in das Lederholster hinein.

Sie sollten sich eins merken, Martinson: Ich bin hier der maßgebliche Mann. Ich bezahle Sie, ich entscheide auch ich über Leben und Tod... Und ganz gleich, was Sie auch über andere große Haie in der Stadt gehört haben mögen - früher oder später werden sie alle vor die Wahl gestellt werden, sich mir unterzuordnen oder ins Gras zu beißen. McCall schob sich den Hut in den Nacken. Seine Augen wurden zu schmalen Schlitzen. Martinson wich unwillkürlich zurück, machte zwei Schritte nach hinten, bis er in seinem Rücken die Wand spürte.

McCall bleckte die Zähne wie ein Raubtier.

Für manche stellt sich diese Frage eben etwas früher, zischte er.

Martinson atmete tief durch. Er lief rot an. Es ist so... Miss Francine... Sie ist nicht allein...

McCalls Gesicht veränderte sich zu einer steinernen Maske. Seine Hände ballten sich zu Fäusten.

Mit weiten Schritten lief McCall die Treppe hinauf, nahm immer drei Stufen auf einmal.

Wenig später hatte er Francines Tür erreicht.

Ein kräftiger Tritt ließ die Tür aufspringen.

Francine saß in der Badewanne, schreckte hoch und stieß einen spitzen Schrei aus.

Der Mann auf der Bettkante zog sich gerade die Hose hoch. Sein Oberkörper war frei.

Greg!, stieß McCall hervor.

Greg Duncan war einer seiner Leute. Ein fast zwei Meter großer dunkelhaariger Hüne. Und verdammt schnell mit dem Revolver. Dieser befand sich im Holster, das der große Mann auf der Kommode abgelegt hatte. Aber bis dahin waren zwei oder drei Schritte.

Greg fixierte seinen Boss mit den Augen.

Mach deine Hose zu, Greg!, forderte McCall ihn auf. Selbst ein Schweinehund wie du sollte in Würde sterben... McCalls Rechte ging zum Revolver. Die Linke schob die Anzugjacke zur Seite, griff nach hinten zum Rücken, wo er ein Messer am Gürtel hängen hatte. Seine Finger legten sich um den Griff, zogen es langsam heraus.

Gregs Blick wanderte zu seinem Revolverholster.

Darren!, schrie Francine. Es ist alles nicht so wie du denkst!

McCalls Nasenflügel bebten. Sein Blick war starr auf Greg gerichtet. Er registrierte jede seiner Bewegungen, jede Anspannung eines Muskels... Du hättest jedes Girl hier in der Stadt haben können, Greg. Du wusstest ganz genau, dass es da nur eine Ausnahme gab... McCall spuckte verächtlich aus, was hat dieses Luder nur gemacht, dass sie dich trotzdem dazu gekriegt hat...

Boss, ich...

Ihr habt wohl damit gerechnet, dass ich länger weg bin, was?

Mr. McCall, hören Sie...

Ich hab's immer gesagt, wenn einer Francine anrührt, ist er ein toter Mann. Tut mir leid, Greg. Gerade jetzt hätte ich einen guten Pistolero wie dich gut gebrauchen können...

Greg schien einzusehen, dass jedes weitere Wort vollkommen überflüssig war. Was Francine anging, verstand der große Boss keinen Spaß. Greg sah jetzt nur noch eine einzige Chance, sein Leben zu retten. Er schnellte zur Seite, dorthin, wo sein Holster lag. Er riss den Revolver mitsamt dem Leder herum.

In der selben Sekunde schleuderte McCall ihm sein Messer entgegen.

Die Klinge traf Greg in der Herzgegend. Ohne einen Schuss abgegeben zu haben, sackte er vornüber zu Boden.

Darren, bist du verrückt geworden!, rief Francine. Regungslos saß sie in der Wanne. Sie wagte es nicht, auch nur etwas heftiger zu atmen.

McCall drehte Gregs Körper herum, überzeugte sich davon, dass er auch wirklich tot war. Dann zog er die Klinge heraus. Er trat an die Wanne heran, wusch das Messer in Francines Badewasser ab und steckte es dann wieder ein.

Es ist traurig, sagte er. Man kann dich keinen Augenblick allein lassen...

Du vergnügst dich in dieser Bar, von der hier alle reden - aber wenn ich... Sie stockte, schwieg dann. In Darren McCalls kaltem Blick sah sie ihren Tod.

Ich bin es leid mit dir, sagte er. Durch deine Schuld verliere ich einfach zu viele gute Männer...

Darren..., flüsterte sie. Sie begann zu zittern. McCall griff zu, packte sie und tauchte sie in das Badewasser. Sie strampelte mit den Armen und Beinen, versuchte nach ihm zu schlagen und zu treten. Aber gegen den eisernen Griff, mit dem er sie gepackt hatte, konnte sie nicht an. Er war einfach stärker.

Ihr Widerstand wurde schwächer. Schließlich bewegte sie sich nicht mehr.

McCall atmete tief durch. Er bedachte die Tote mit einem letzten Blick, dann wandte er sich um. Mit Gregs Hemd, das auf dem Bett lag, trocknete er sich die Hände ab und steckte sich dann eine Zigarre in den Mund. Das Streichholz riss er an der Schuhsohle an. Nach ein paar Zügen hatte er sich wieder etwas beruhigt.

Er ging hinaus auf den Flur.

Collins! Bugley! Kommt mal her!, rief er so laut, dass man ihn unten in der Eingangshalle hören musste.

Collins war blond und hatte ein Doppelholster um die Hüften geschnallt. Bugley besaß eine Weste aus dunkelbraunem Leder. Seine Haare waren von derselben Farbe und fielen ihm bis auf die Schultern. Der Schnauzbart wirkte verfilzt. Das Holster trug er sehr tiefgeschnallt. Die beiden hetzten die Treppe hinauf. McCall winkte sie in Francines Zimmer. Keiner der beiden sagte ein Wort, aber es war ihnen anzusehen, dass ihnen nicht gefiel, was sie da vorfanden.

Wie ihr seht, habe ich ein Problem. McCall sah die beiden scharf an. Ihr reitet heute Abend noch los und lasst die beiden Toten verschwinden. Aber macht es euch nicht so leicht, sie einfach in den Fluss zu werfen, wer weiß wo sie dann angespült werden? Am besten, ihr legt sie irgendwo in den Bergen der Sierra Blanca ab... Das ist nicht weit von hier, aber es lebt dort kein Mensch. Und wenn ihr ein paar Steine drauflegt, findet man sie dort in hundert Jahren nicht.

Boss, ich..., begann Bugley.

McCall kam ihm zuvor.

Ihr bekommt natürlich 'ne Extra-Prämie. Versteht sich von selbst. Außerdem solltet ihr zusehen, dass ihr nicht zu vielen Leuten über den Weg lauft.

Verstehe, knurrte Collins. Er verzog nach einem Blick auf die ertränkte Francine das Gesicht.

Er hasste Aufträge dieser Art.

Und dann gibt es da noch eine zweite Sache... Die Beiden sahen ihren Boss aufmerksam an.

Worum geht es?, wollte Bugley wissen. McCall lächelte zynisch.

Ich will, dass ihr verhindert, dass die Postkutsche hier ankommt... Erstens könnten unsere Vorräte an Kleingeld mal wieder ein bisschen aufgefüllt werden und zweitens... In seinen Augen blitzte es. Ich möchte, dass dieser Marshal Clay Braden in Ausübung seiner Pflichten ums Leben kommt. Bei dem Kerl beißen wir sonst auf Granit...

Wird gemacht, Boss, versprach Collins.

McCall grinste. Wer weiß, vielleicht ist morgen schon einer von euch der neue Sternträger hier in der Stadt...

8

Früh am Morgen erreichte ein Reiter die Sundance Ranch, mit dem um diese Zeit niemand gerechnet hätte.

Es war Darren McCall.

Clay Braden war gerade damit beschäftigt, sein Pferd zu satteln, als McCall eintraf.

Er kam allein, ohne Gefolge. Clay blickte ihm erstaunt entgegen. Was wollen Sie, McCall? Mir ein neues Angebot für die Sundance Ranch machen?

McCall schob sich den Hut in den Nacken. Und wenn es so wäre?

Sie können sich die Mühe sparen.

Ich bin jemand, der nicht so schnell aufgibt, Braden.

Dasselbe trifft auch auf mich zu, McCall. McCall stieg aus dem Sattel. Ich bin aus rein privaten Gründen hier...

Clay wurde hellhörig. Wegen Miss Lamont?

Sehr richtig.

Um diese Zeit haben wir bei uns noch nicht geöffnet, Mr. McCall. Sie bekommen jetzt nicht einmal einen Drink in der Bar!

McCall beachtete Clays Worte nicht weiter. Er deutete auf das Nebengebäude, in dem sich die Privaträume der Girls befanden. Ich nehme an, Kendra wohnt auch dort...

Ja, aber für Sie ist dort kein Zutritt!, versetzte Clay. McCall grinste schief. Ich schlage vor, das lassen wir Miss Kendra bestimmen, Braden! Oder ist es in Ihrer Stadt gegen das Gesetz, sich mit einer Lady zu treffen!

Kommen Sie zu den Geschäftszeiten wieder, McCall. McCall ignorierte den Marshal. Er trat zur Tür, klopfte an. Das Klicken eines Revolverhahns ließ ihn dann zur Salzsäule erstarren. Er drehte sich herum, blickte in die Mündung von Clay Bradens 45er Peacemaker.

Ich habe das nicht einfach so zum Spaß gesagt, Mr. McCall. Kommen Sie zu den Zeiten wieder, wenn auf der Sundance Ranch jeder Gast willkommen ist... McCall bleckte die Zähne. Die rechte Hand wanderte in Richtung des Coltgriffs. Die Linke fand unterdessen den unter der Jacke verborgenen Messergriff...

Sie haben Mut, Braden! Wir sollten uns zusammentun, dann könnten wir 'ne Menge erreichen hier in Roswell. Es würde Ihr Schaden nicht sein!

Clay steckte den Colt ein und trat näher.

Ich komme ganz gut allein zurecht, meinte er. Und im übrigen kann ich Sie nur warnen...

Warnen? McCall lachte.

Es sind einige üble Stories über das im Umlauf, was Sie in Lordsburg so getrieben haben... Die Leute dort haben Sie mehr oder weniger vor die Tür gesetzt, wenn ich das richtig sehe.

Man sollte nicht alles glauben, was so geredet wird!

Wenn Sie hier eine krumme Tour versuchen und irgendeinen der Geschäftsleute in Roswell unter Druck setzen, um Schutzgeld oder Gewinnbeteiligung zu erpressen, dann bekommen Sie es mit mir zu tun!

McCalls Gesichtsausdruck wurde finster.

Wirklich schade, dass Sie so ein sturer Hund sind, McCall. Meine Erfahrung nach leben Männer mit Ihrer Einstellung nicht sehr lange...

In diesem Moment ging die Tür des Nebengebäudes auf. Kendra Lamont trat mit etwas verschlafenem Gesicht hinaus. Sie hatte sich Jeans und ein Hemd übergeworfen. Die rote Mähne hing ihr ungebändigt über die Schultern.

Was ist denn los? fragte sie.

Dann wurde ihr klar, dass es McCall war, der vor ihr stand. Ihr Gesicht veränderte sich. Darren!

Guten Morgen, Kendra!, sagte McCall freundlich. Seine Linke löste sich von dem Messergriff unter seiner Jacke. Ein versonnenes Lächeln flog über Kendras Gesicht. Guten Morgen...

Zieh dir was schönes an, Kendra, ich möchte dich in die Stadt entführen... Selbstverständlich bezahle ich dir den Tag...

Den ganzen Tag?, vergewisserte sich Kendra. Ihre Augen leuchteten.

So ist es.

Ich bin gleich fertig!, versprach sie und verschwand wieder. McCall drehte sich mit einem triumphierenden Grinsen zu Clay Braden herum. Habe ich irgendein Gesetz übertreten, Marshal?, fragte er spöttisch. Ich glaube kaum. Also werden Sie sich damit abfinden müssen... Oder dürfen die Girls nicht selbst entscheiden, mit welchem Mann sie mitgehen?

Clay Braden kochte innerlich vor Wut. Aber es gab nichts, was er tun konnte. Kendra hatte offensichtlich einen Narren an diesem Kerl gefressen. Und sein gentlemanhaftes Auftreten ihr gegenüber hob ihn sicher aus der Masse jener Männer heraus, die der Französin ansonsten begegneten.

Aber Clay traute McCall nicht über den Weg.

Wenig später war Kendra fertig. Sie trug ein blaues Kleid, das sie wie eine Grand Dame aussehen ließ. Die Haare hatte sie hochgesteckt. McCall bedachte sie mit bewundernden Blicken. Du siehst fabelhaft aus, meinte er anerkennend. Eine Lady, mit der man sich überall sehen lassen kann!

Er schwang sich auf sein Pferd, streckte die Hand aus. Sie ergriff sie. Dann zog er sie hinauf, so dass sie hinter ihm im Sattel saß.

Mit Blick auf Clay Braden legte er zwei Finger an den Hut. Also dann, Marshal. Nichts für ungut! Er zog den Gaul herum und ritt mit Kendra Richtung der Tinto River-Brücke.

Wohin reiten wir?, fragte sie.

Zuerst ein bisschen einkaufen... Vielleicht finden wir eine schöne Kette zu deinem Kleid.

McCall ritt mit ihr die Main Street entlang. Die Passanten sahen sich erstaunt an, dass McCall eines der Girls der Sundance Ranch wie eine Dame ausführte. Vor dem McMillan-Store zügelte er sein Pferd. Sie stiegen ab. McCall machte sein Pferd fest.

Dann fasste er Kendra bei den Schultern.

Hör zu, eine wie du ist viel zu schade, um ihr Leben an einem Ort wie der Sundance Ranch zu verschwenden...

Ich fühle mich dort aber sehr wohl!

Du kommst aus Frankreich...

Oui, Monsieur.

Dann muss dir doch klar sein, dass es noch etwas anderes gibt. Ein anderes, größes Leben. Geld, Reichtum, Ansehen... Ich werde sehr bald eine bedeutende Rolle hier in Roswell spielen. Und ich möchte eine echte Lady an meiner Seite haben. Eine Prinzessin wie dich...

Kendra errötete etwas. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Aber es schmeichelte ihr, dass ein Mann wie Darren McCall sich so sehr für sie interessierte. Das berührte sie besonders.

Wie ich gehört habe, gibt es bereits eine Lady an Ihrer Seite, sagte sie dann vorsichtig.

Wer sagt das?

Marlène. Sie hat es von den Leuten in der Stadt gehört. McCall atmete tief durch. Sie meinen Francine, die mit uns hier her gekommen ist. Miss Francine hat uns leider verlassen.

So?

Ja, sie ist heute morgen in aller Herrgottsfrühe aufgebrochen. Ihr sagt Roswell offenbar nicht so zu.

Das tut mir leid.

Braucht es nicht.

Sie lassen sie ganz allein durch die Wildnis reiten?

McCall schüttelte den Kopf. Nein, ein paar meiner Männer sind bei ihr und bringen sie nach El Paso. Dort hat sie Verwandte.

Verstehe...

McCall bedachte sie mit einem Blick, den Kendra schwer zu deuten wusste. Entschlossenheit lag darin, auch unersättliche Gier. Und noch eine andere Nuance, die Kendra etwas beunruhigte.

Ich möchte, dass du eines Tages mir allein gehörst, Kendra!, sagte McCall dann.

9

Vier Männer warteten im Schutz der kleinen Baumgruppe auf dem Hügel. Es waren McCalls Leute. Collins und Bugley waren dabei. Außerdem noch ein Mestize und ein finster wirkender Mann mit dunklem Hut. Der Mestize überprüfte gerade die Ladung seines Colts, drehte die Revolvertrommel herum. Der Mann mit dem dunklen Hut blickte starr hinunter auf die Ebene. Man hatte von hier aus die gesamte Umgebung gut im Blick. Er fixierte eine Staubwolke die sich vom Horizont her näherte.

Das ist sie!, meinte er. Die Postkutsche!

Bis jetzt sehe ich nur eine Staubwolke, Sonny!, meinte Bugley, der sich neben den Mann mit dem dunklen Hut stellte. Sonny grinste schief.

Glaub mir, sie ist es! Das habe ich im Gefühl. Sonny zog sich das Halstuch vor den Mund. Die anderen folgten seinem Beispiel. Der Mestize war der erste, der sich auf den Gaul schwang. Er zog die Winchester aus dem Scubbard, lud sie mit einer energischen Handbewegung durch.

Immer mit der Ruhe, Loco!, grinste Collins, der Mann mit den zwei Colts. Die Beute läuft uns nicht davon!

Ich hoffe, dass unter dem Gepäck wenigstens etwas Bargeld ist!, meinte Loco, der Mestize. Drüben, in Mexiko war ich mal einer Sache dabei... Da haben wir nur Papiere erbeutet! Papiere, die angeblich etwas Wert waren! Anteilscheine an einer Frachtlinie...

Collins lachte rau auf. Du kannst lesen, Loco?

Ja. War auf Missionsschule, drüben in Chihuahua.

Da sieht man ja, wohin eine fromme Erziehung führen kann!, lachte Bugley.

Die Staubwolke näherte sich weiter.

Es gab jetzt keinen Zweifel mehr daran, dass es sich um die Postkutsche handelte. Sie war vierspännig. Auf dem Bock saß neben dem Kutscher noch ein Kerl mit einem Gewehr in der Hand. Das Gepäckdach war so voll, dass es schon eine eigene Kunst gewesen war, die einzelnen Koffer und Taschen dort oben so festzuschnallen, dass sie nicht beim ersten Schlagloch herunterfielen. Demnach gab es auch Passagiere.

Worauf warten wir noch?, fragte Jake ziemlich ungeduldig.

Ich gebe hier das Signal, stellte Collins fest. Achtet darauf, dass eure Maskierung richtig sitzt... Ihr wisst ja, dass wir einen der Passagiere durchkommen lassen sollen... Aber der darf euch nicht beschreiben können, sonst riecht der Marshal die Lunte, bevor wir ihm ans Leder können!

Alles klar, murmelte Bugley.

Collins ließ die Kutsche nahe herankommen.

Dann gab er das Signal.

Die vier Männer preschten aus ihrem Versteck hervor. Mit einem gezielten Schuss holte der Mestize den Mann mit dem Gewehr vom Bock herunter.

Der Kutscher trieb die Pferde voran. Die Kutsche bekam eine geradezu halsbrecherische Geschwindigkeit. Aber sie hatten keine Chance, den Reitern zu entkommen.

Bugley hatte die Kutsche überholt, richtete den Colt auf den Kutscher.

Halt an!, schrie Bugley.

Der Kutscher gehorchte. Er hatte ohnehin keine Möglichkeit, sich zu wehren. Es war unmöglich, gleichzeitig einen Vierspänner zu führen und zu schießen.

Langsam bremste die Kutsche ab, stand schließlich. Der Kutscher hob die Hände.

Die Waffe weg!, rief Bugley. Los, abschnallen!

Nicht schießen! Ich mach ja alles, was Sie sagen! Wenig später flog der Revolvergurt des Kutschers in den Staub.

Sonny lud indessen seine Winchester durch.

Collins stieg vom Pferd, zog seine Colts und begann auf die Passagierkabine der Kutsche zu ballern. Mit beiden Revolvern gleichzeitig. Die Kugeln gingen durch das dünne Sperrholz glatt durch, perforierten es mit einem Lochmuster. Sonny folgte Collins' Beispiel.

Loco, der Mestize, hielt derweil die Pferde des Gespanns unter Kontrolle.

Der Geschosshagel verebbte schließlich.

Collins steckte den linken Colt wieder ein, trat an die Kutsche heran, blickte durch das Fenster, um nachzusehen, ob von den Passagieren noch jemand lebte.

Dann riss er die Tür auf.

Ein Mann im dunklen Anzug fiel ihm kopfüber entgegen. Er hatte mehrere Treffer am ganzen Körper. Er war unbewaffnet. Collins schlug die Jacke des Mannes zur Seite, holte eine Brieftasche hervor und steckte sie ein.

Bugley bedeutete inzwischen dem Kutscher, vom Bock herunterzusteigen.

Zitternd kam dieser der Anweisung nach.

Als er Boden unter den Füßen hatte, wagte er einen kurzen Blick seitwärts, zur Passagierkabine...

Keine Sorge, wir erschießen dich nicht, sagte Bugley.

Was habt ihr vor?, stotterte er.

Spann eins von den Pferden aus und verschwinde!, befahl Bugley. Sechs Meilen sind es noch bis Roswell. Aber das weißt du ja wohl am besten...

Der Kutscher schien zunächst gar nicht glauben zu können, was er gehört hatte. Bugley brannte ihm eine Kugel knapp vor die Stiefelspitzen. Der Kutscher sprang zurück.

Na, los!, rief Bugley. Worauf wartest du Bastard noch! Noch einmal ließ sich das der Kutscher jetzt nicht sagen. In Windeseile hatte er eines der Pferde aus dem Gespann herausgelöst. Collins musste ihm dabei helfen, auf den Rücken des Tiere zu kommen. Ohne Sattel war das nicht so einfach. Dann ritt der Mann davon. Er schaute sich noch ein paarmal um, so als erwartete er, jeden Augenblick eine Kugel in den Rücken zu bekommen.

Collins feuerte ein paarmal über seinen Kopf hinweg, als er das sah, so dass das Pferd noch beschleunigte. Der Kutscher hatte jetzt alle Mühe, sich oben zu halten. Collins lachte rau.

Der düstere Sonny meldete sich zu Wort, zog sich dabei den dunklen Hut etwas tiefer ins Gesicht, um von der Sonne weniger geblendet zu werden. Wir sollten sehen, dass wir unseren Job hier möglichst schnell zu Ende bringen...

Dazu haben wir alle Zeit der Welt, war Collins überzeugt. Wenn Clay Braden in ein bis zwei Stunden hier auftaucht, ist er schon sehr schnell...

Sonny grinste.

Wird mir ein Vergnügen sein, diesen arroganten Kerl über den Haufen zu schießen.

10

D ir gefällt nicht, was zwischen Kendra und diesem McCall abläuft, stellte Archie Wayne fest, nachdem er sich Clays Ausführungen angehört hatte. Die beiden saßen im Marshal Office. Archie hatte ziemlich starken Kaffee gekocht. Clay war damit beschäftigt, nach und nach die Winchester-und Spencer-Gewehre aus dem Gewehrständer zu reinigen. Es konnte ja immer mal sein, dass ein Aufgebot zusammengestellt werden musste. Und dann war es wichtig, dass die Waffen funktionsfähig waren. Archie nippte an seinem Kaffee und fuhr dann fort: Aber du wirst nichts dagegen tun können, auch wenn dir dieser Lackaffe McCall ebensowenig zusagt wie mir!

Er ist ein Gangster, das liegt doch auf der Hand!

Ich habe mich nochmal mit einem der Frachtfahrer unterhalten, die für Coldwater fahren. Offenbar hat es in Lordsburg niemand gewagt, gegen McCall aufzumucken. Er hat dort eine ganze Weile wie ein kleiner König geherrscht, einen seiner Leute zum Marshal gemacht und das Gesetz in die eigenen Hände genommen!

Bis man ihn vertrieben hat!

Ja, Clay! Ich hoffe, Roswell bleibt dieses Schicksal erspart!

Ich werde es nicht soweit kommen lassen, versprach Clay Braden.

Archie Wayne machte ein zweifelndes Gesicht. Du weißt, dass ich immer auf deiner Seite stehe, Clay! Du kannst jederzeit mit mir rechnen.

Das weiß ich und dafür bin ich dir auch sehr dankbar, Archie!

Aber du bist auch nur ein Mensch und wenn du eine Kugel in den Rücken kriegst, dann ist dein Kampf zu Ende. Clay nickte. Wenn das eintrifft, werden Cameron und McCall sich darum schießen, wem die Stadt gehört, vermutete der Marshal.

Archie Wayne hob die Augenbrauen. Oder das Pack einigt sich und teilt alles brüderlich untereinander, weil keiner sich eine blutige Nase holen will!

Clay stellte den Spencer-Karabiner, an dem er gerade herumgeputzt hatte, zurück in den Gewehrständer. Verdammt, warum sieht Kendra einfach nicht, mit was für einem Wolf sie sich da eingelassen hat!

Jedenfalls hat dieser Wolf Geld wie Heu - und wirft um sich damit! Da wäre Kendra Lamont nur wirklich nicht die erste Frau, die sich davon beeindrucken ließe! Archie stellte die Blechtasse auf den Tisch und fuhr dann in gedämpftem Tonfall fort. Wusstest du, dass McCall sich bei Johnsons Freight Line eingekauft hat?

Nein.

Johnsons Gehilfe hat es mir erzähl, McCall gehört jetzt die Hälfte der Linie. Und McMillan hat er auch schon ein Angebot gemacht, aber der überlegt noch... Mir gefällt das nicht, Clay!

Glaubst du mir?

Von draußen drang Stimmengewirr herein.

Clay schaute aus dem Fenster. Konnte aber nichts erkennen. Einen Augenblick später trat Clay vor die Tür, blickte die Main Street entlang. Zwischen McMillan-Store und Hotel hatte sich ein Menschenauflauf gebildet.

Clay schwang sich in den Sattel seines Pferdes, das vor dem Marshal Office festgemacht hatte. Augenblicke später hatte er den Ort des Geschehens erreicht. Archie Wayne folgte seinem Beispiel und traf mit kurzer Verzögerung ein.

Die Leute bildeten eine Gasse, als sie ihren Marshal sahen. Clay sprang aus dem Sattel.

Ein Reiter bildete das Zentrum des Auflaufs. Ohne Sattel, nur mit dem Zügel war er in die Stadt geritten. Clay kannte ihn. Es war Roberts, einer der Postkutscher. Er hing mehr auf dem Pferderücken, als dass er saß. Er sah völlig verstört aus, stammelte etwas vor sich hin.

Die Postkutsche... sechs Meilen von hier... Es waren Maskierte... Sie haben alle einfach über den Haufen geschossen... Wir hatten keine Chance.

Und Sie sind als einziger davongekommen?, fragte Clay. Roberts sah ihn an. Er nickte stumm.

Brauchen Sie einen Doc?, fragte Clay.

Nein, danke, Sir! Er ballte die Hände zu Fäusten.

Diese Hunde! Ich fahre schon seit Jahrzehnten die Post und habe schon so manches mitgekriegt, aber so etwas Brutales habe ich noch nicht erlebt...

Ich werde mich darum kümmern, versprach Clay. Er wandte sein Pferd herum.

Willst du kein Aufgebot zusammenstellen, Clay?, fragte Archie Wayne.

Ich werde allein losreiten. Du kannst einen Trupp zusammenstellen und dann nachkommen. Aber nimm nur Leute, denen wir vertrauen können...

Marshal!, rief jemand.

Clay drehte sich um.

Er blickte in McCalls selbstgefälliges Gesicht. Die Leute hatten für ihn Platz gemacht. Kendra hing an seinem Arm.

Was gibt es, McCall?, fragte Clay.

Ich biete Ihnen meine Hilfe an! Meine Leute sind gute Revolverschützen! Wie wär's, wenn sie Sie bei der Verfolgung der Posträuber unterstützen.

Zustimmendes Gemurmel erhob sich unter den Leuten. Jeder der Männer war froh, in dem Fall nicht selbst in die Verlegenheit zu kommen, an einem Aufgebot teilnehmen zu müssen.

Aber Clays Antwort war unmissverständlich.

Ich reite allein, erklärte er.

Allein werden Sie kaum eine Chance haben!

Zerbrechen Sie sich mal nicht meinem Kopf, McCall! Jetzt mischte sich Kendra ein. Clay, warum lehnst du denn seine Hilfe ab?

Clay schwang sich in den Sattel, zog sich die Hutkrempe etwas tiefer ins Gesicht. Weil ich McCall nicht traue!, presste er zwischen den Zähnen hindurch. Dann riss er das Pferd herum und preschte die Main Street entlang.

11

Clay ritt im scharfen Galopp. Es war keine Schwierigkeit für ihn, die Stelle zu finden, an der die Postkutsche überfallen worden war.

Ein Bild des Grauens bot sich ihm.

Die Bande hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, die Pferde aus dem Geschirr zu entlassen. Clay holte das nach. Sie wären elendig zu Grunde gegangen, ging es Clay bitter durch den Kopf. Offenbar waren ihnen die Gäule nicht wertvoll genug gewesen oder sie befürchteten, dass die Brandzeichen in der Gegend bekannt waren und sie überführen konnten. Das Gepäck lag verstreut in der Gegend herum. Jede Tasche hatten die Kerle durchwühlt und sich das herausgesucht, was sie für wertvoll gehalten hatten. Clay stieg aus dem Sattel.

Er blickte in die Passagierkabine, aus der einer der Reisenden heraushing. Zwei weitere Tote befanden sich drinnen. Fingerdicke Löcher hatten die Kugeln der Banditen durch die Außenwand hindurchgestanzt.

Die Skrupellosigkeit, mit der sie vorgangen waren, war beispiellos.

Clay umrundete die Kutsche, suchte nach Spuren. Er wollte herausfinden, in welche Richtung die Banditen verschwunden waren.

Warum haben sie den Kutscher davonkommen lassen?, überlegte Clay Braden dann plötzlich. Die Bande hatte dafür gesorgt, dass sonst niemand den Überfall überlebte. Nur der Kutscher...

Es war kaum denkbar, dass er geflohen war. Schließlich war die Senke, in der der Überfall stattgefunden hatte, sehr übersichtlich. Für die Banditen wäre es ein Leichtes gewesen, den Kutscher aus dem Sattel zu holen - zumal dieser völlig unbewaffnet in Roswell eingetroffen war. Nein, sie haben ihn mit Absicht entkommen lassen!, wurde es Clay klar. Und das musste auch einen Grund haben... In diesem Moment peitschte der erste Schuss.

Clay warf sich zu Boden, während sein Pferd davonstob. Ebenso die Gäule, die er aus dem Geschirr befreit hatte. Der Marshal rollte sich auf dem Boden herum, so dass er unter den Wagen geriet. Er griff nach dem Revolver, presste sich so dicht es ging auf den Boden. Von allen Seiten prasselte ein wahrer Geschosshagel in seine Richtung. Von einer Baumgruppe aus, die auf einem Hügel lag wurde geschossen. Auf der anderen Seite befanden sich ein paar Felsen, zwischen denen sich auch offenbar jemand verschanzt hatte.

Innerlich fluchte Clay.

Die haben hier auf mich gewartet!, ging es ihm ärgerlich durch den Kopf. Und er war diesen Hunden auf den Leim gegangen. Nur Millimeter hatten gefehlt, um ihn zu töten. Und genau darauf schienen es diese Banditen abgesehen zu haben.

Sie hatten alle Trümpfe auf ihrer Seite.

Vor allem hatten sie eine gute Deckung.

Clay feuerte mit seinem Revolver ein paar Mal zurück. Aber das hatte wenig Sinn. Die Kerle hatten sich so postiert, dass es fast unmöglich war, aus dieser Entfernung mit einem Colt noch genau treffen zu können.

Die Schützen, die Clay ins Visier genommen hatten, verwendeten allerdings wohl Winchester-Gewehre. Und damit waren sie immens im Vorteil, was Feuerkraft und Zielgenauigkeit anging.

Clay schoss die Trommel des 45er leer.

Dann lud er nach.

Die Einschüsse seiner Gegner ließen Staub aufwirbeln. Clay musste sich weiter unter den Wagen zurückziehen. Er konnte von Glück sagen, dass er sich im Schatten befand und seine Gegner auf die Entfernung hin vermutlich nicht so genau sehen konnten, wo er sich unter dem Wagen gerade aufhielt.

Clay schoss nicht mehr.

Mit dem Revolver hatte es einfach keinen Sinn. Und sein Pferd mit Winchester im Sattelschuh zu erreichen, war völlig unmöglich.

Also gab es nur noch eine Möglichkeit.

Er musste sie aus der Deckung holen, indem er sich tot stellte.

Die nächste Salve feuerte in seine Richtung. Die Schüsse zertrümmerten an dem Rad links vorne einige Speichen. Die Kutsche senkte sich etwas...

Wenn sie das noch ein paarmal hinkriegen, werde ich unter der Kutsche begraben!, durchzuckte es Clay. Er feuerte einmal zurück. Das wütende Feuer seiner Gegner antwortete ihm. Dann stieß Clay einen heiseren Schrei hervor.

Er wartete ab.

Das Feuer verebbte.

Clay rührte sich nicht.

Toter Mann spielen. Das war jetzt die Devise. Er hoffte, dass sie aus ihren Löchern kamen, um sich davon zu überzeugen, dass sie ihn auch wirklich erwischt hatten. Noch einmal brandete der Geschosshagel auf. Eine weitere Speiche musste dran glauben. Die Kutsche ächzte, senkte sich noch noch etwas weiter herunter. Eine weitere Speiche sprang durch das mörderische Gewicht heraus, das jetzt auf den verbleibenden Holzspanten lastete.

Die Banditen schossen noch einmal die Magazine ihrer Winchester-Gewehre leer.

Clay rührte sich nicht.

Er verharrte regungslos.

Nicht das geringste Lebenszeichen durfte von ihm ausgehen. Die Zeit erschien Clay wie unendlich gedehnt. Er wartete. Wenn er Pech hatte, dann machten sich die Kerle einfach aus dem Staub, fingen vielleicht noch sein Pferd ein, um seine Winchester zu bekommen.

Aber daran glaubte er nicht. Diese Kerle hatten einen Auftraggeber, der von ihnen verlangte, ihren Job auch zu Ende zu bringen. Clay fragte sich, ob Eddie Cameron, sein alter Feind dahintersteckte, der die Hoffnung noch nicht aufgegeben hatte, Besitzer der Sundance Ranch zu werden. Aber mit Darren McCall war da ja jemand aufgetaucht, der Cameron in jeder Beziehung Konkurrenz machen konnte. Die Minuten verstrichen.

Dann, endlich...

Das Geräusch galoppierender Pferde.

Sie kamen von verschiedenen Seiten.

Clay blinzelte. Er konnte nicht viel sehen, denn er durfte sich nicht bewegen. Zwei Reiter kamen von den Felsen. Wie viele sich von der Baumgruppe näherten, konnte er nicht erkennen.

Einen der Männer erkannte er. Ein Mestize.

Clay hatte ihn bei McCalls Männern gesehen.

Hätte ich mir ja denken können, dachte Clay grimmig. So stimmte es also. Darren McCall versuchte in Roswell genau dieselbe Nummer abzuziehen, die er schon in Lordsburg versucht hatte. Und dieser Überfall war wohl in erster Linie ein Manöver gewesen, um den Marshal aus dem Weg zu räumen. Clay wartete ab, bis die Meute den Ort des Geschehens erreicht hatte. Auf Hilfe konnte der Marshal nicht hoffen. Wenn Archie Wayne es wirklich geschafft hatte, ein paar vertrauenswürdige Männer dazu zu bewegen, sich einem Aufgebot anzuschließen, dann dauerte es wahrscheinlich noch eine Weile, bis der Trupp hier eintraf. Und selbst wenn er noch rechtzeitig erschien - diesen Schießern würden die Städter, denen man ein Gewehr in die Hand drückte, kaum gewachsen sein.

Clay rollte sich unter dem Wagen hervor, riss den Colt hoch.

Collins, der Mann mit dem Doppelholster hatte eines seiner beiden Schießeisen schon in der Hand.

Clay ließ ihn nicht zum Schuss kommen. Seine Kugel traf den Banditen im Oberkörper und riss ihn förmlich aus dem Sattel. Blitzartig schwenkte er den Lauf des 45ers herum. Das Pferd des Mestizen war genau in dem Moment auf die Hinterhand gestiegen, als dieser schießen wollte. Die Kugel ging ins Nichts. Aber Clays Schuss traf. Mit einem Schrei wurde Loco aus dem Sattel geholt. Sein Pferd stob davon. Der linke Fuß des toten Mestize hatte sich im Steigbügel verhakt. So zog der Gaul den Körper hinter sich her.

Clay duckte sich, sprang an die Kutsche heran, um dahinter Deckung zu nehmen. Die beiden anderen Kerle befanden sich auf der anderen Seite, feuerten in seine Richtung. Die Kugeln durchschlugen das dünne Holz, aus dem der Wagen gemacht war und einige von ihnen kamen sogar auf Clays Seite an, brachen aus dem Holz heraus und rissen fingerdicke Löcher hinein. Dann tauchte Clay aus seiner Deckung hervor, feuerte. Bugley bekam eine Kugel in den Kopf, riss noch einmal die Winchester hoch, aber der Schuss ging in die Luft. Er sackte vornüber, hing schlaff im Sattel.

Blieb nur noch Sonny, der Mann mit dem dunklen Hut. Sein Colt zeigt in Clays Richtung.

Er drückte ab, noch bevor Clay seinen Colt herumreißen oder wieder hinter dem Wagen verschwinden konnte. Doch es machte 'klick'.

Sonny hatte seine Revolvertrommel leergeballert.

Keine Bewegung!, rief Clay.

Sonny saß wie erstarrt im Sattel.

Waffe weg und absteigen!, forderte Clay. Der Colt flog in den Staub. Vorsichtig stieg Sonny aus dem Sattel. Clay näherte sich ihm.

Wenigstens habe ich einen von euch lebend, meinte er. Auch wenn dich der Friedensrichter wahrscheinlich zum Tod durch den Strang verurteilen wird, bei dem, was du auf dem Kerbholz hast...

Sonnys Augen wurden schmal. Er blinzelte gegen die Sonne.

Sie machen einen Riesenfehler, Marshal.

Das lass getrost meine Sorge sein! Clay atmete tief durch, klopfte sich den Staub von der Kleidung. McCall hat euch geschickt, nicht wahr?

Sonny verzog das Gesicht zu einem wölfischen Grinsen. Was erwarten Sie jetzt für eine Antwort!

Die Wahrheit, was sonst!

Machen wir lieber ein Geschäft, sagte Sonny. Clay hob die Augenbrauen. Du willst mir ein Geschäft vorschlagen! Das kann nicht dein Ernst sein...

Sie stecken den Colt weg, Marshal. Und dann werde ich nach Roswell reiten und Mr. McCall sagen, dass ich sie getötet habe und dass es meine drei Begleiter dabei leider erwischt hat.

Clay lächelte kühl.

Und wo soll da der Vorteil für mich sein?

"Ganz einfach, Sie bleiben am Leben, Braden. Glauben Sie mir, ich habe erlebt, mit welcher Hartnäckigkeit Darren McCall jemanden jagen kann. Er vergisst nichts. Und wenn er einen Mann vernichten will, dann gibt es nichts, was ihn davon abzuhalten vermag. Der würde Ihnen einen Killer bis nach Mexiko oder Alberta nachschicken. Nie wären Sie sicher. Wann immer jemand in ihrem Rücken auftaucht - es könnte jemand sein, den

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