Finden Sie Ihren nächsten buch Favoriten

Werden Sie noch heute Mitglied und lesen Sie 30 Tage kostenlos
Kreative Modelfotografie: Originelle Low-Budget-Lösungen für drinnen und draußen

Kreative Modelfotografie: Originelle Low-Budget-Lösungen für drinnen und draußen

Vorschau lesen

Kreative Modelfotografie: Originelle Low-Budget-Lösungen für drinnen und draußen

Länge:
521 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 7, 2016
ISBN:
9783864919480
Format:
Buch

Beschreibung

Sie suchen Inspirationen und Ideen für die Modelfotografie? Dass abwechslungsreiche Modelfotografie – gleich ob für Einsteiger oder Berufsfotografen – keineswegs kostspielig sein muss, zeigt Ihnen Fotografin und Medienanthropologin Jamari Lior.

Die Einspartricks und -tipps in diesem Buch beziehen sich auf die Bereiche Ausrüstung, Kostüm, Requisite, Location und Bearbeitung. Ein zusätzlicher Vorteil der beschriebenen Sparlösungen liegt in der Herausforderung Ihrer Kreativität und dem damit verbundenen Spaß an der Modelfotografie.

Anhand der zahlreichen Fotos demonstriert die Autorin, dass beeindruckende Inszenierungen nicht unbedingt das Ergebnis teurer Ausstattung oder aufwändigen Equipments sein müssen. Separate Textboxen geben dem Leser kompakte Ratschläge für die praktische Arbeit an die Hand. Zahlreiche Blicke hinter die Kulissen runden das Buch ab.

Aus dem Inhalt:
- Das ideale Model und wie man es findet
- Preiswerte Technik – Taschenlampen, Baustrahler, Blitzlicht etc.
- Kostüme einkaufen, organisieren oder selbst designen
- Make-up – kreative Visagistik und Bodypainting
-Models mit Requisiten in Szene setzen
- Outdoor oder Indoor – die passende Location fürs Shooting
- Unkonventionelle Ideen für die Bildgestaltung
- Fotografieren und Bearbeiten – aufeinander abgestimmt
- Die eigenen Bilder bewerten und zu neuen Inspirationen gelangen
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 7, 2016
ISBN:
9783864919480
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Kreative Modelfotografie

Ähnliche Bücher

Ähnliche Artikel

Buchvorschau

Kreative Modelfotografie - Jamari Lior

01

Model: Wer soll aufs Bild?

Wie finden Sie Ihr nächstes Top-Model? Und was braucht ein Model, um für Ihre Arbeit »top« zu sein?

1-1: Manche Modelle bringen Besonderheiten mit, die Ihrem Bild dann auch etwas Außergewöhnliches verleihen. Steffi Erdbeer hat zwei unterschiedlich farbige Augen.

Sicher haben Sie Idealvorstellungen von Ihrem Model. Je nach Bereich sind allerdings unterschiedliche Modeltypen gefragt: Für High Fashion bevorzugt man große, sehr schlanke Modelle, für Pin-up braucht man kurvige, durchaus kräftigere Modelle, für Beauty spielt ein schönes, aber oft nicht zu »allerweltsmäßiges« Gesicht eine große Rolle. Für Akt darf das Model nicht zu genant sein. Ist ein Shooting in der Natur geplant, das vielleicht kleine Klettertouren zur Location beinhaltet, wo einem Spinnen, Kellerasseln und sonstiges Getier begegnen könnte, wo es womöglich auch kalt sein dürfte, muss das Model nervenstark und belastbar sein. Daraus folgt, dass nicht immer dasselbe Model passt, zumal Ihre Bilder auch langweilig werden oder unprofessionell wirken könnten, wenn man immer wieder dasselbe Gesicht sieht.

1-2: Für spezifische Themen ist es sinnvoll, Modelle mit besonderen Qualitäten auszuwählen. Für Pin-up-Aufnahmen sind zum Beispiel eine Szeneaffinität und gewisses schauspielerisches Talent von Vorteil.

Und natürlich sollte das Model engagiert, mit Freude bei der Sache und nach Möglichkeit günstig bzgl. seiner Honorarvorstellungen sein.

Die beste Möglichkeit, gemeinsam zu arbeiten, sind TfP-Shootings (Time for Pictures), bei denen kein Geld fließt, sondern die beteiligten Parteien mit Bildern entlohnt werden. Konkrete TfP-Regelungen können sehr unterschiedlich sein: Manchmal werden Fahrtkosten an eine der Parteien bezahlt, manchmal ist als Bedingung vereinbart, dass zum Beispiel eine gute Visagistin dazugebucht wird oder dergleichen. Auch die Resultat-Verpflichtungen sehen ganz unterschiedlich aus: Manch ein Vertrag hält genau fest, wie viele Bilder der Fotograf bearbeiten wird, wer diese Bilder auswählt, ob Rohbilder veröffentlicht werden dürfen und inwieweit die Bilder kommerziell genutzt werden können. Auch Namensnennungen und Logos auf den Bildern sind oft im Vertrag geregelt. TfP-Modelle finden Sie am besten über die Foren im Internet. Aber auch Agenturen vermitteln New Faces für TfPs.

Model vs. Kundschaft

Was zeichnet ein Model nun besonders gegenüber einem Fotokunden aus? Dabei geht es nicht nur um den Geldfluss, der beim Kunden in Richtung Fotograf, beim Model andersherum oder gar nicht stattfindet. Modelle zeichnen sich gegenüber Kundschaft vor allem durch folgende Faktoren aus:

› Sie besitzen mehr Erfahrung im Umgang mit der Kamera, damit einhergehend sind sie sicherer im Posing, belastbarer und steuern auch je nach Vereinbarung eigene Kostüme bei.

› Sie erwarten seltener, dass Sie ein Bild Ihres eigenen Portfolios möglichst identisch nachstellen, sind also experimentierfreudiger.

› Sie verfügen über eine besondere Optik (zum Beispiel überdurchschnittlich hübsch oder mit besonderen Merkmalen wie starken Tätowierungen, extrem dürrer Statur, Glatze etc.).

› Für alle Beteiligten gibt es mehr oder freier bestimmbare Nutzungsmöglichkeiten der entstehenden Bilder.

Mit einem Model sollte das Fotografieren also um manche Faktoren erleichtert sein. Die Grenzen sind allerdings schwammig, und es gibt auch Kunden, die einem Model in nichts nachstehen.

Interesse am TfP besteht vonseiten des Models natürlich nur, wenn es sich gutes, für seine Sedcard neuartiges Bildmaterial verspricht. Sie selbst werden auch nur dann auf TfP shooten wollen, wenn Sie den Eindruck haben, dass es ein spannendes Shooting wird, dass das Model die gewünschte Optik mitbringt, posen kann, kreative Kleidung im Koffer hat etc. TfP ist also gewissermaßen ein Kräftemessen.

Und wie sieht es aus mit Freundinnen oder der hübschen Nachbarin? Im Idealfall ist das perfekt, allerdings haben Shooting-unerfahrene Personen oft völlig falsche Vorstellungen. Das beginnt mit dem Output eines Shootings, von dem sie sich zahlreiche verschiedene Einstellungen erwarten, und endet bei den Bildrechten: »Die Bilder kommen jetzt ins Internet? Das möchte ich nicht!« Auch bei guten Bekannten sollte also ein Vertrag geschlossen und alle nötigen Punkte vor dem Shooting abgeklärt werden. Handelt es sich um nicht volljährige Personen, muss ein Erziehungsberechtigter bei der Absprache dabei sein und unterschreiben.

Nun erwarten Sie aber sicher noch ein paar konkretere Tipps.

1-3: Bei manchen Styling- bzw. Bildideen brauchen auch Kamerascheue keine Angst zu haben. Hier stehe ich vor Gilbert Papes Kamera.

Schaufensterpuppen

Natürlich werden Fotos mit Schaufensterpuppen selten die Paradebilder Ihrer Sedcard, aber Sie können auf diese Weise im Homestudio Licht testen und oft auch Kostüme und Kopfputz zusammenstellen. Das wird Ihr tatsächliches Shooting stark beschleunigen.

Um diesen Effekt zu erzielen, müssen Sie tatsächlich lebensgroße Schaufensterpuppen wählen, die Sie nach Geschäftsauflösungen günstig erwerben können. Kleinere Gliederpuppen, die beim Malen und Zeichnen für Proportionsstudien verwendet werden, lohnen sich hierfür hingegen nicht: Sie zeigen Ihnen nicht ausreichend, wie das Licht auf ein Model fallen wird.

1-4: Für die Ballerina sehr ungewohnt: Erstens muss sie sich nach vorne lehnen, um eine schöne Form zu ergeben, sodass das tellerrockartige Tutu aus der niedrigen Perspektive nicht nur von unten zu sehen ist. Zweitens muss sie auch ihren Kopf viel weiter nach unten neigen als im Ballett – ansonsten würde man auf dem Foto fast nur ihr Kinn sehen.

Optimal sind traditionelle Schaufensterpuppen, deren Glieder unterschiedlich zusammengesteckt werden können, um verschiedene Posings zu imitieren. Wünschenswert ist auch ein dreidimensional ausgearbeitetes Gesicht – worauf modernere Puppenvarianten gerne verzichten –, damit Sie Ihre Lichteinstellungen auch dahingehend testen können, etwa exaktes Rembrandt-Licht zu setzen, bei dem sich ein geschlossenes Lichtdreieck unter dem Auge der von der Lichtquelle abgewandten Seite ergeben soll.

Übrigens können Sie Schaufensterpuppen auch als Requisiten bei Model-Shootings einsetzen, sei es als Symbol für das Streben nach unerreichbarer Perfektion der Modewelt oder, in ihre Teile zerlegt, als Dekoration für ein Horrorset.

Tänzerinnen und Showgirls

Tänzerinnen bieten Ihnen drei Vorteile. Erstens können sich Tänzerinnen schön bewegen und posen oft intuitiv schon recht gut, wenngleich ein paar Änderungen meist unausweichlich werden.

Zweitens besitzen Tänzerinnen meist ansprechende Kostüme. Eine Ballerina wird Tutus haben, und wer etwas fortgeschritten Standard oder Latein tanzt, besitzt oft aufwändige, mit Perlen oder Federn besetzte Kleider. Häufig können sich Tänzerinnen auch selber schon recht gut schminken und stylen. Dabei liegt der Fokus meist auf einem Bühnen-Make-up, also einem intensiveren Make-up, das zwar nicht für möglichst natürliche Fotos geeignet ist, aber den richtigen Effekt für glamouröse Bilder hat.

Drittens haben Tänzerinnen oft gesteigertes Eigeninteresse an Fotos, vor allem wenn sie die Auftritte etwas ernster nehmen und vielleicht auch im Solobereich aktiv sind: Für ihre eigene Website oder ihren Flyer benötigen sie nämlich Bildmaterial. Ein Verweis auf Ihren Namen kann dann sogar eine zusätzliche Werbung bedeuten.

Denken Sie bei »Tanz« nicht nur an Ballett und Standard. Viele andere Tanzstile halten ebenfalls visuelle Überraschungen parat. Zuerst aber zu den Klassikern:

Ballett: Ballerinas verfügen über eine besondere Körperspannung und -beherrschung. Das macht sie zu großartigen Modellen. Außerdem besitzen die meisten schöne Tutus und Bodys. Aufwändige Tutus haben nur diejenigen, die Ballett sehr ambitioniert betreiben, aber auch ein normales Balletttutu, vielleicht mit Spitzenschuhen kombiniert, hat schon seinen visuellen Reiz.

1-5: Eine Ballerina auf einer privaten Bühne

Es gibt jedoch auch ein paar Punkte, die es erschweren, mit Ballerinas zu arbeiten. Wer auf der Bühne steht und Ballett tanzt, ist es gewohnt, den Kopf zu strecken; »Schwanenhals« nannte das meine Ballettlehrerin. Für die typische Fotografenperspektive – stehende Menschen werden oft von unten fotografiert, um sie gestreckter wirken zu lassen – ist solch eine Kopfhaltung unvorteilhaft, weil viel vom Gesicht verloren geht und man allzu sehr in die Nasenlöcher schaut. Besser ist hier der Schildkröten- oder Dinosaurierhals: Der Kopf wird nach vorne geschoben und kann dann ohne Doppelkinnrisiko nach unten geneigt werden. Auch die typische Handhaltung im Ballett passt nicht immer zum Foto: Die Finger sind nicht wie ein gleichmäßiger Fächer positioniert, sondern Mittelfinger und Daumen befinden sich näher beieinander. Besonders bei hartem Licht kann das störende Schatten im Bereich der Finger ergeben. Auch die Location kann Unwegsamkeiten bergen: Je nach Bodenbeschaffenheit ist es für eine Ballerina schwierig, auf Spitze zu gehen. Neue Spitzenschuhe sollten ohnehin daheim bleiben und lieber ältere mitgenommen werden – es geht ja nicht um tänzerische Höchstleistung, sondern um das Halten einer Pose für ein interessantes Foto.

Standard und Latein: Wer hier auf Meisterschaftsniveau tanzt, hat vermutlich sehr opulente und in der Bewegung schön schwingende Kostüme. Oft sind sie maßgeschneidert, passen der Betreffenden also perfekt und wirken manchmal aufgrund von beigen, engen Stoffunterlagen so, als seien Pailletten und Spitze auf die Haut geklebt. Gerne sind auch hochwertige Straußen- oder andere Federn verarbeitet.

Orientalischer Tanz: Kostüme spielen bei diesem Tanz eine wichtige Rolle. Oft sieht man Dreiteiler, bestehend aus einem mit Pailletten besetzten BH, einem passenden Gürtel und einem bodenlangen Rock. Dazu kommt eventuell noch ein Schleier. Typisch für traditionellere Kostüme sind lange Fransen bzw. Paillettenstränge an BH und Gürtel, die die Bewegungen der Tänzerin betonen. Bei manchen Tanzvarianten trägt man ein einteiliges, langes, oft ebenfalls mit Pailletten besticktes Kleid. Für den orientalischen Tanz kommen auch verschiedene Requisiten zum Einsatz, darunter Schleier, Schwerter, die quer auf dem Kopf balanciert werden, Fingerzimbeln, die den Rhythmus der Musik betonen, sowie der Shamadan, ein Leuchter, der auf dem Kopf getragen wird.

1-6: Tänzerinnen besitzen oft nicht nur tolle Kostüme ...

Tribal Bellydance: Auch beim Tribal tragen die Tänzerinnen meist einen BH, einen Gürtel und einen Rock, oft noch ein boleroartiges Jäckchen und einen Turban. Während beim klassischen orientalischen Tanz oft glänzende Kostüme mit Cabaret-Flair eingesetzt werden, sind es beim Tribal eher mit Münzen und Quasten besetzte Kostüme. Sie muten ursprünglicher, fast antik an, sind aber neueren Datums. Auch wenn Tribal Bellydance wie ein sehr alter Tanz wirkt, handelt es sich um eine Neukreation. Tribal-Tänzerinnen besitzen oft passende Accessoires wie Kissen oder Decken im afghanisch-indischen Stil, womit Sie schon ein kleines Set basteln können. Für Auftritte bemalen sie bisweilen ihre Gesichter ähnlich nordafrikanischen Stammestattoos.

Pole Dance: Pole-Dance-Artistinnen haben oft keine sehr spektakulären Kostüme – diese würden beim Tanz an der Stange stören. Dafür können sie spannende Posen vollführen. Leider ist der Hintergrund in Pole-Dance-Studios oft nicht optimal, aber vielleicht finden Sie eine Möglichkeit, vor einer einfarbigen Wand zu fotografieren oder Tücher aufzuhängen, um damit einen Hintergrund zu kreieren, oder Sie montieren später in der Bildbearbeitung.

1-7: Schabernack-Style mit einem Touch

Volkstänze: Gerade bei Volkstänzen – seien es zum Beispiel alte deutsche oder osteuropäische – trägt man exquisite Kostüme, bestickte Schürzen etwa oder aufwändig gearbeitete Häubchen. Oft kann man die Outfits mit Blumen noch weiter dekorieren.

Burlesque: Burla heißt übersetzt »Schabernack«, und so geht es beim Burlesque um eleganten, kreativen und niemals ordinären Striptease. Dabei spielt die Kostümierung eine sehr große Rolle und Sie finden Burlesque-Kostüme, meist selbst genähte Unikate, zu ganz unterschiedlichen Themen – etwa barockig-opulent, niedlich-keck, als 50er-Jahre-Hausfrau, als Meerjungfrau oder als Steampunk-Lady. Die meisten Tänzerinnen besitzen mehrere Kostüme, und jedes einzelne beinhaltet gewisse Umstyling-Möglichkeiten, etwa mit Korsett, mit BH oder mit Pasties, mit langem oder kurzem Rock. Da bei Burlesque-Shows die Mimik eine wichtige Rolles spielt, sind die meisten Tänzerinnen auch diesbezüglich gut geübt.

1-8: Tänzer zeichnen sich oft durch eine besondere Körperbeherrschung aus, die für viele formbetonte Themen wichtig ist.

Garde: Die Kostüme von Gardetänzerinnen weisen klar in Richtung Karneval. Vielleicht ist das für Ihre geplanten Bilder nicht gewünscht, aber zum Repertoire ambitionierter Funkenmariechen gehören ballettöse und akrobatische Posen wie zum Beispiel Spagat, und so können sie ihre Fähigkeiten für alle möglichen Themen von klassischem Akt bis zu Zirkusinszenierungen einbringen – für letztere lässt sich das Gardekostüm übrigens auch teilweise gut einsetzen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, über eine Garde an mehrere Modelle zu kommen und vielleicht sogar an andere Karnevalsgruppen mit spannenden Kostümen.

Travestie: Bei Travestiekünstlern dreht sich alles ums Verkleiden und Performen. Die meisten können sich außergewöhnlich gut schminken, wobei es sich hier um besonders glamouröse Make-ups handelt. Fotografisch sehr interessant ist auch die Verwandlung vom normalen Mann zur Bühnendiva.

Einige der genannten Tanzstile werden eher als Solo, andere eher in der Gruppe getanzt. Natürlich ist es zunächst einfacher, nur eine Person zu fotografieren. Die Gruppe bietet aber auch Vorteile: Die Tänzerinnen geben einander mit ihren Kostümen schöne Hintergründe und Sie können eine ganze Serie fotografieren, vor allem wenn die Kostüme leicht unterschiedlich gestaltet sind, wie das zum Beispiel bei Tribal Bellydance oft der Fall ist.

Fotografieren in der Bewegung kann tolle Effekte ergeben, ist aber ziemlich anspruchsvoll. Auch sieht manche Bewegung, auf Sekundenbruchteile aufgeteilt, bei Weitem nicht so graziös aus wie in der fließenden Bewegung. Das betrifft vor allem Fußstellungen wie das Übersetzen in Drehungen. Gesichter wirken bei schwierigeren Übungen oft sehr angespannt und unvorteilhaft. So sind statische Posen häufig die bessere Wahl.

Manchmal können Tänzerinnen schon eine Location beisteuern, etwa einen Tanzsaal oder eine Bühne. Bisweilen sind diejenigen, die für ihren Tanz leben, auch entsprechend eingerichtet, Ballerinas zum Beispiel mit Ballettstange im Wohnzimmer oder orientalische Tänzerinnen mit einer orientalischen Ecke aus Kissen, Tüchern, orientalischem Teeservice oder Ähnlichem.

Ein gutes Shooting ist ein Shooting, das vorüber ist:

Es hat immerhin stattgefunden!

Schauspieler

Wer es gewohnt ist, auf der Bühne oder vor der Videokamera zu stehen, bringt einige Vorteile für inszenierte Menschenfotografie mit: Schauspieler können Emotionen zeigen, in Rollen schlüpfen und sind oft auch ziemlich schmerzfrei, wenn ein Thema es erfordert, Haut zu zeigen. Optimal eignen sie sich also für skurrile Themen, zum Beispiel mit extremem Make-up und starker Mimik. Falls Sie schon fortgeschritten sind, können Sie vielleicht auch mehrere Schauspieler szenisch im Theaterset fotografieren, was bedeutet, dass Sie die richtige Szene kreieren oder identifizieren und für das Foto modifizieren sowie wahrscheinlich auch eigenes Licht setzen müssen, da das Medium Fotografie – sprich Standbild – hier andere Anforderungen hat als das Auge des Theaterbesuchers.

Die entstehenden Bilder können Schauspieler für ihre Sedcards und Websites nutzen, Theatertrupps als Werbung für ihre Stücke, sodass es zu einer Win-win-Situation kommt. Fragen Sie einfach bei kleineren örtlichen Theatern nach oder suchen Sie online nach Schauspieltrupps aus der Region.

1-9: Der Schnitt dieses Kleides ist dem Pferderücken angepasst.

Von Manga- bis zu Mittelalterfans

Wer ein exquisites, stylingbetontes Hobby hat, ist oft auch fotoaffin und freut sich, in seiner Aufmachung künstlerisch inszeniert zu werden.

Cosplay: Der Begriff fasst »Costume« und »Play« zusammen und meint die möglichst akkurate Darstellung eines Charakters aus Manga, Anime, Computerspiel oder Film durch Kostüm und Verhalten. Der Nachteil von Cosplay-Modellen kann darin bestehen, dass nicht jede dazu bereit ist, das Kostüm den Bildanforderungen entsprechend zu modifizieren – es soll ja aus Cosplay-Perspektive dem darzustellenden Charakter möglichst nahe kommen.

Lolita: In dieser Subkultur kleidet man sich opulent, nostalgisch, puppig und kindlich. Viele Lolitas tragen eher Pastelltöne wie Rosa oder Hellblau, Gothic und vor allem Kuro Lolitas eher Schwarz. Auch wenn der Name »Lolita« den berühmten Roman von Vladimir Nabokov assoziieren lässt, sind Lolitas selten besonders sexy angezogen, sondern im Gegenteil eher viktorianisch-hochgeschlossen. Auch hier gibt es bestimmte Kleiderregeln: Man unterscheidet, was hochwertig ist und sich somit für ein Foto lohnt, und was vielleicht nett aussieht, aber für die Lolita nicht wirklich vorzeigbar ist. Auch werden verschiedene Stile wie etwa »Classic«, »Sweet« oder »Country« unterschieden, deren Kleidungsstücke man meist nicht mischt.

1-10: Wer in der Lolita-Kultur aktiv ist, kennt sich gut mit den Kleidern der »richtigen« Marken aus und wird von einem günstigen Imitat nicht beeindruckt. Wollen Sie sich also auf den Bereich spezialisieren, müssen Sie mitlernen, ansonsten können Sie sich auf die Ausstattung Ihres Lolita-Models verlassen.

LARP: Die Abkürzung steht für Live Act Role Play und bezeichnet eine Freizeitgestaltung, die Männer wie auch Frauen anspricht. Für die Szenarien besitzen viele aufwändig gestaltete Kostüme und kennen zum Teil spannende Natur-Locations aus ihren Spielen. Es gibt verschiedene Genres mit verschiedenen Aufmachungen, so zum Beispiel Vampir-, Steampunk- oder Science-Fiction-LARPs.

Mittelalterfans: Auf Mittelaltermärkten sehen Sie zahlreiche authentisch gekleidete Freunde der alten Zeit. Solche Märkte bieten auch perfekte Hintergründe, allerdings werden Sie während des Marktes kaum Zeit für ein ernsthaftes Shooting finden. Wer aber auf Mittelaltermärkten aktiv ist, kennt sicher auch Möglichkeiten, an einer Burg oder Ruine separat zu shooten.

Karnevalisten: Natürlich eignet sich bei Weitem nicht jedes Karnevalskostüm für Modelfotografie. Viele wirken einfach zu billig oder zu sehr »von der Stange«. Wer aber sehr aktiv ist im Karneval, legt oft gesteigerten Wert auf ein besonderes, individuelles Kostüm und opfert gerne auch etwas Zeit, dieses schön in Szene gesetzt zu bekommen.

Lebensphasen und Feste

Wahrscheinlich möchte nicht jeder aus Ihrem Bekanntenkreis unbedingt fotografiert werden – man ist verlegen und/oder hält sich für unfotogen. Wenn aber ein besonderes Lebensevent bevorsteht, ändert sich diese Meinung oft kurzfristig: Auch Kamerascheue möchten zur Verlobung gerne ein schönes Erinnerungsbild, möchten den einmaligen neuen Haarschnitt dokumentiert haben oder Bilder aus der Schwangerschaft besitzen. Bevorstehende Feste machen es dem Fotografenneuling auch einfacher, Fotowillige im Bekanntenkreis zu finden: Zu Weihnachten, zum Geburtstag, zum Valentins- oder Jahrestag sind schöne Fotos für den Partner ein Dauerbrenner und Sie können damit locken. Vielleicht kommen die Betreffenden bei dem ersten Shooting auch auf den Geschmack.

1-11: Als Erinnerung an die Schwangerschaft wünschen sich viele Frauen Fotos. Mit Bauch funktioniert das Posing allerdings anders als gewohnt. Neben dem Profil ist auch der frontale Schneider- oder Yogasitz gut möglich, während die Figur im Halbprofil ihre Form verliert.

Männer

Dieser Tipp mag etwas aus dem Zusammenhang gegriffen wirken. Was ist das Besondere an Männern? Männliche Modelle sind in der Fotografie weitaus weniger gefragt als Frauen. Dies liegt an verschiedenen Faktoren: Während eine Frau niedlich, grazil, dominant, burschikos oder divenhaft inszeniert werden kann, bleiben beim Mann typischerweise deutlich weniger Optionen. Betrachtet man die möglichen Posings, ist das Repertoire beim Mann sehr eingeschränkt. Gleiches gilt für die Outfits, und das oft noch in verschärfter Form:

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. Registrieren Sie sich, um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Kreative Modelfotografie denken

0
0 Bewertungen / 0 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen