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Die Geschichte: Die Bibel als fortlaufende Geschichte Gottes mit uns.

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Die Geschichte: Die Bibel als fortlaufende Geschichte Gottes mit uns.

Länge:
710 Seiten
10 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 15, 2012
ISBN:
9783961220588
Format:
Buch

Beschreibung

Die größte Geschichte aller Zeiten hat sich niemand ausgedacht. Sie ist wahr. Es ist Gottes Liebesgeschichte mit der Menschheit. Darum geht es in diesem Buch. In 31 Kapiteln bringt "Die Geschichte" den roten Faden der Bibel auf den Punkt, von der Schöpfung bis zur Offenbarung.

Der rote Faden durch die Bibel: Die sorgfältige und gleichzeitig moderne Übertragung der biblischen Texte durch Fred Ritzhaupt trägt entscheidend dazu bei. Lernen Sie ihn besser kennen: den gnädigen, den redenden, den handelnden, den hörenden, den liebenden Gott. Er gibt nicht auf. Sondern alles.
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 15, 2012
ISBN:
9783961220588
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Die Geschichte - Randy Frazee

Die

Geschichte

Die Bibel als fortlaufende Geschichte Gottes mit uns

Randy Frazee / Fred Ritzhaupt

Inhalt

Willkommen zu „Die Geschichte – Gottes Geschichte mit uns"

Zeittafel

1. Der Anfang vom Anfang Die Schöpfung, die Sintflut und der Turmbau

2. Gott begründet eine Nation Die Geschichte der Väter des Volkes Israel

3. Vom Gefängnis zum Palast Josef oder: Wie Gott für sein Volk sorgte

4. Befreiung Wenn Gott das Joch der Sklaverei zerbricht

5. Neue Gebote und ein neuer Bund Gott verpflichtet durch Mose sein Volk zur Treue

6. Wüste Wanderung Vierzig Jahre Entbehrung und Wunder

7. Der Kampf beginnt Das glorreiche, dunkle Kapitel der „Landnahme"

8. Einige gute Männer … und Frauen Wenn Richter auch Feldherren sind

9. Der Glaube einer Immigrantin Wie der Urgroßvater Davids zu seiner Mutter kam

10. Königswahl wider besseres Wissen Samuel, der Prophet Gottes, erfüllt den Willen des Volkes

11. Vom Hirtenjungen zum König Der Aufstieg einer einzigartigen Persönlichkeit – David

12. Mehr als ein Skandal Ein König wird zum Ehebrecher und Mörder

13. Märchenkönig ohne Happy End Der weise Salomo vergisst den einen, wahren Gott

14. Wenn Arroganz das Sagen hat Ein eingebildeter Königssohn zerstört die Einheit

15. Gottes Botschafter Elija und Elischa – Männer außerordentlicher Taten

16. Ein Volk manövriert sich ins Aus Die Treulosigkeit Israels ist der Anfang seines Endes

17. Ein Königreich zerbricht Auch Gottes große Geduld hat mal ein Ende

18. Daniel im Exil Gottes Wirken wird unter Heiden sichtbar

19. Das Wunder der Rückkehr Ein heidnischer Herrscher gehorcht Gott

20. Die Königin der Schönheit und des Mutes Das Buch Ester

21. Zweiundfünfzig Tage Zittern und Schuften Der Wiederaufbau der Mauern Jerusalems

Überleitung zum Neuen Testament

22. Ein König für die ganze Welt Die Geburt Jesu

23. Jesus Die Anfänge seines öffentlichen Wirkens

24. Mehr als ein Mensch? Göttliche Vollmacht hautnah erlebt

25. Jesus, Sohn Gottes Jesus weiß, wer er ist, und das macht seine Gegner wütend

26. Dunkelheit und Entsetzen Von den schwärzesten Stunden der Menschheitsgeschichte

27. Die Auferstehung Jesu Angekündigt und doch unfassbar

28. Ein neuer Anfang Gottes Geist überwindet Schranken und Hindernisse

29. Die Mission des Paulus Die frohe Botschaft erreicht Europa

30. Mission in Ketten Paulus und Rom – Schiffbruch, Gefangenschaft und Tod

31. Das Ende der Zeit Hören, was der Geist den Gemeinden sagt

Zu guter Letzt

Wie wörtlich muss man die Bibel nehmen?

Personen, denen wir in „Die Geschichte" begegnen

Stellenverzeichnis nach Kapiteln

Stellenverzeichnis nach biblischen Büchern

Willkommen zu „Die Geschichte – Gottes Geschichte mit uns"

Dieses Buch erzählt die größte, faszinierendste Geschichte aller Zeiten: die Geschichte eines wirklich existierenden Gottes, der uns Menschen liebt und für uns einen Weg der Befreiung vorgesehen hat, der bis in eine Ewigkeit mit ihm führt. Jede Geschichte in diesen 31 Kapiteln zeigt etwas von Gottes unerschütterlicher Gnade – er ist der Gott, der sich mitteilt; der Gott, der handelt; der Gott, der zuhört; der Gott, dessen Liebe zu uns im Opfer seines Sohnes Jesus gipfelt, der wiederum sein Leben dafür gab, dass wir von allen Bindungen und Lasten befreit Gott begegnen können.

Was soll man noch sagen: Derselbe Gott ist auch heute noch sehr lebendig und aktiv: Er hört immer noch, handelt immer noch, gießt immer noch seine Gnade über uns aus. Seine Gnade bestimmt unser alltägliches Leben, unsere Höhen und Tiefen und auch die Zeiten, in denen nichts Besonderes passiert. Sie bestimmt ebenfalls die Momente voller Fragen und Furcht; und vielleicht am wichtigsten: Sie wirkt sich auch auf unsere Antwort auf seine Berufung für unser Leben aus.

Es ist derselbe Gott, der Davids Versagen vergab und Jona aus dem finsteren Fischmagen herauszog. Derselbe himmlische Vater, der die Israeliten auf ihrem Zug durch die Wüste wie ein Hirte betreute, sehnt sich danach, auch uns bei unserer Wanderung durchs Leben wie ein Hirte zu führen, uns zu helfen, wenn wir fallen, damit wir wieder aufstehen und dem Weg zur Ewigkeit weiter folgen.

Wenn Sie durch die Beschäftigung mit diesen Geschichten ermutigt werden, diesem Gott mehr zu vertrauen und in Gelassenheit Ihre eigene Geschichte enger mit seinen Gedanken zu verbinden, ist das mehr, als wir erwarten können: Es ist eine Antwort auf unser Gebet.

Max Lucado und Randy Frazee

Zeittafel

v. Chr.

1300 —

1100 —

1000 —

900 —

800 —

600 —

500 —

10 —

n. Chr.

20 —

30 —

40 —

50 —

60 —

90 —

1. Der Anfang vom Anfang

Die Schöpfung, die Sintflut und der Turmbau zu Babel

1. Mose / Genesis 1

Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Diese war noch wüst und leer, und Dunkelheit herrschte in der Tiefe. Nur Gottes Atem wehte über die Wassermassen.

Da sprach Gott: „Es soll hell werden!" Und so schuf er das Licht als Licht (damit es für immer Macht über die Finsternis hat)¹. Gott sah, dass es gut war, und setzte es der Dunkelheit entgegen. Er gab der Helligkeit den Namen „Tag und der Dunkelheit „Nacht. Und es wurde Abend und Morgen – ein Schöpfungstag war vergangen.

Und Gott sprach: „Das Wasser in der Atmosphäre soll klar getrennt sein vom Wasser auf der Erde."² Und genauso geschah es: Wie durch eine Decke gehalten, blieb das Wasser oben, getrennt von dem Wasser auf der Erde. Und diese Decke nannte Gott „Himmel". Und es wurde Abend und Morgen – ein zweiter Tag.

Da sprach Gott: „Das Wasser unterhalb der Himmelsdecke soll zusammenfließen, damit das trockene Land auftauchen und man es sehen kann. Und genauso geschah es. Das Trockene nannte Gott „Erde und die zusammengeflossenen Wassermassen „Meer". Und Gott sah, dass es gut so war.

Da sprach er weiter: „Diese Erde soll frisches Grün sprießen lassen – alle möglichen Pflanzen, die Samen ausstreuen, und ebenso Bäume, die aus dem Samen aufwachsen, der auf die Erde fällt. Sie sollen alle Arten von Früchten tragen!" Und genau das geschah. Da brachte die Erde grünende Pflanzen hervor, die wiederum ihre Samen ausstreuten, und Bäume, welche die verschiedensten Früchte trugen. Und Gott sah, dass es gut war. Und es wurde Abend und Morgen – der dritte Tag.

Jetzt sprach Gott: „Es sollen am Himmelsgewölbe Leuchten sein, damit man weiß, wann es Tag ist und wann Nacht. Sie sollen Zeichen für bestimmte Zeiten sein und helfen, Tage und Jahre zu bestimmen. Und sie sollen als Leuchten am Himmel dafür sorgen, dass es auf der Erde hell ist." Und so machte er es: Gott bestimmte die stärkere Leuchte, den Tag zu beherrschen, und die schwächere, zusammen mit den Sternen, auch noch in der Nacht für etwas Helligkeit zu sorgen. Und Gott sah, dass es gut war. Wieder war es Abend geworden, dann Morgen: der vierte Tag.

Da sprach Gott: „Im Wasser soll es vor Lebewesen nur so wimmeln, und am Himmel sollen unzählige Arten von Vögeln herumfliegen! Und so schuf Gottes Wille all die großen und kleinen und so unterschiedlichen Lebewesen, die sich im Wasser tummeln, aber auch das gefiederte Volk der Vögel – zahllose Arten und doch jede einzigartig! Gott sah, dass alles wirklich gut war. Da sagte er zu ihnen allen: „Seid fruchtbar und vermehrt euch, damit ihr alle Gewässer dieser Erde und den weiten Himmel mit eurem Leben erfüllt! Es wurde Abend und Morgen: der fünfte Tag.

Und Gott sprach: „Die Erde soll nun lebendige Wesen hervorbringen, ein jedes nach seiner Art, vom Wurm bis zum Vieh, von der Schnecke bis zum Raubtier!" Und es geschah ganz genau so. Durch ein einziges Wort schuf Gott die unterschiedlichsten Tiere, von den Säugern bis zu den winzigen Tieren, die auf der Erde herumkrabbeln. Und Gott sah, wie gut alles war.

Da sprach er: „Lasst uns Menschen machen, die uns gleichen. Sie sollen an unserer Stelle über die Fische des Meeres, die Vögel des Himmels, das Vieh, überhaupt über alle Tiere auf dieser Erde herrschen. Und da schuf Gott Menschen nach seinem Bild und machte sie dadurch zu einem echten Gegenüber für sich. Als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: „Ihr sollt fruchtbar sein, damit ihr euch zahlreich vermehren und die ganze Welt in Besitz nehmen könnt. Ihr sollt über die Fische des Meeres, die Vögel des Himmels, das Vieh, überhaupt über alle Tiere auf dieser Erde herrschen. Und Gott fügte hinzu: „Schaut her, ich gebe euch als Nahrung alle Pflanzen, die Samen tragen, aber auch alle Früchte der Bäume, die sich ebenfalls durch Samen vermehren. Die Tiere und Vögel, aber auch die Lebewesen, die auf dem Boden herumkrabbeln, sollen sich vom übrigen Grünzeug ernähren." Genau das geschah auch. Und Gott betrachtete sich alles, was er gemacht hatte, und es war wirklich sehr gut. Und so wurde es Abend und Morgen: der sechste Tag.

Dies also ist die Geschichte von der Erschaffung des Himmels und der Erde durch unseren Gott.

Gott hat eine faszinierende Welt geschaffen und mit den unterschiedlichsten Lebewesen bevölkert. Und mitten in diese grandiose Schöpfung hinein setzte er den Menschen, den er nach seinem Bild schuf und den er als ein Wesen sah, mit dem er eine Beziehung aufbauen könnte. Dass dies bei einem freien Geschöpf mit eigenem Willen alles andere als einfach werden würde, zeigt die Erzählung von Adam und Eva. Es ist die Geschichte des Menschen schlechthin, und sie wiederholt sich in jedem von uns, die wir als mögliche Partner Gottes von ihm selbst in diese Welt gesetzt wurden. Darum lassen sich aus der Geschichte von Adam und Eva für uns ganz wichtige Dinge für unser Leben ablesen.

1. Mose / Genesis 2

An dem Tag, an dem Gott die Himmel und die Erde schuf, da wuchs noch nichts auf der Erde, auch gab es keine Felder, auf denen etwas gewachsen wäre, denn Gott hatte es noch nicht regnen lassen, und es gab auch noch keinen Menschen, der den Boden bestellt hätte. Doch da stieg Quellwasser auf und wässerte weit und breit das Erdreich. So konnte Gott den Menschen aus feuchter Erde formen. Er hauchte ihn mit seinem Lebensatem an: So wurde aus dem Menschen ein lebendiges Wesen. Und Gott pflanzte im Osten einen Garten, Eden, und brachte den Menschen, den er geformt hatte, dorthin. Und Gott ließ aus dem Boden die unterschiedlichsten Bäume hochwachsen, die prächtig anzuschauen waren und Früchte trugen, die ausgezeichnet schmeckten. In der Mitte des Gartens stand der Baum des Lebens und nicht weit von ihm der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.

Wie gesagt, Gott setzte den Menschen mitten in diesen Garten Eden hinein, damit er ihn pflegen und auf ihn achtgeben würde. Doch Gott legte ihm ein einziges Gebot auf und sagte: „Du darfst von allen Bäumen dieses Gartens essen, nur nicht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Wenn du es trotzdem tust, dann trägst du von diesem Tag an den Tod in dir."

Doch dann fügte Gott noch hinzu: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Gefährtin geben, die ihm zur Seite steht." Und Gott ließ den Menschen in einen tiefen Schlaf fallen, und während er schlief, nahm Gott eine Rippe aus seiner Seite und füllte die leere Stelle mit Fleisch. Dann formte er aus der Rippe, die er dem Menschen entnommen hatte, eine Frau und führte sie zum Menschen.

Da rief dieser aus: „Dies ist endlich jemand wie ich. Sie hat einen Leib und Knochen wie von mir genommen! Ich werde sie ,Frau‘ nennen; sie ist ein Teil von mir." Darum verlässt der Mann bis heute Vater und Mutter, um mit seiner Frau zusammen zu sein und (wieder) ein Leib zu werden. Damals waren Mann und Frau noch nackt, doch sie sahen darin keinen Grund, sich zu schämen.

Man könnte meinen, dass dieses erste Paar doch eigentlich alles hatte, was man braucht, um glücklich sein zu können. Sie lebten gemeinsam in einem paradiesischen Garten, hatten unmittelbare Gemeinschaft mit Gott. Warum sollten sie jemals etwas anderes wollen?

1. Mose / Genesis 3

Unter allen von Gott geschaffenen Tieren, die auf den Feldern lebten, war die Schlange wohl das schlaueste.³ Eines Tages fragte sie die Frau: „Das kann doch wohl nicht sein, dass Gott euch verboten hat, von allen Bäumen des Gartens zu essen?!"

Die Frau erwiderte ihr: „Nein, Gott hat uns erlaubt, von allen Früchten der Bäume dieses Gartens zu essen. Einzig von dem Baum in der Mitte des Gartens sollen wir, so sagte er, nicht essen, ja, wir sollen seine Früchte nicht einmal berühren, denn sonst würden wir sterben."

Da entgegnete die Schlange: „Auf gar keinen Fall werdet ihr sterben. Im Gegenteil, Gott weiß nämlich ganz genau, dass euch dann die Augen aufgehen werden und ihr wie göttliche Wesen wissen werdet, was gut und was böse ist."

Da musste die Frau zugeben, dass die Früchte dieses Baumes wirklich sehr lecker aussahen. Sie waren einfach so verlockend schön anzusehen, dass sie eine Frucht pflückte und sie aß. Und sie gab ihrem Mann eine von den Früchten und auch dieser aß sie. Da gingen ihnen beiden die Augen auf, und mit einem Mal wurde ihnen bewusst, dass sie nackt waren. Schnell knüpften sie Feigenblätter zusammen und machten sich so eine Art Lendenschurz.

Auf einmal hörten sie das Geräusch, das ihnen verriet: Gott macht im kühlen Abendwind einen abendlichen Spaziergang im Garten. Da versteckten sich die beiden schnell hinter den Bäumen des Gartens. Aber Gott rief laut nach dem Mann: „Mensch, wo bist du?"

Da meldete sich dieser: „Ich habe gehört, wie du kommst, da habe ich mich geschämt, weil ich ja nackt bin. Darum habe ich mich versteckt."

„Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?, stellte Gott ihn zur Rede. „Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich euch ausdrücklich verboten hatte?

Da versuchte der Mann, die Schuld von sich zu schieben: „Die Frau, die du mir an die Seite gestellt hast, gab mir eine Frucht von dem Baum, und da habe ich sie gegessen."

Daraufhin wandte Gott sich der Frau zu. „Stimmt das? Hast du das getan?"

Auch die Frau versuchte, ihre Schuld auf jemand anderen abzuschieben: „Die Schlange war es, die hat mich verführt, sonst hätte ich nie davon gegessen."

Da sprach Gott zu der Schlange: „Weil du das getan hast, sollst du unter allen Tieren, angefangen vom Vieh bis zu den wildlebenden Tieren, verflucht sein. Auf deinem Bauch sollst du kriechen und dein Leben lang Staub fressen. Feindschaft wird zwischen dir und der Frau, zwischen deinen Nachkommen und ihrem Nachkommen herrschen. Während er dich am Kopf fassen wird, wirst du versuchen, nach seiner Ferse zu schnappen."

An die Frau gewandt sagte Gott: „Ich werde deine Geburtsschmerzen verschlimmern, und voller Schmerzen wirst du deine Kinder zur Welt bringen. Und trotzdem wird dein Verlangen nach dem Mann groß sein; so kann er über dich verfügen."

Und zu dem Mann sprach Gott: „Weil du mehr auf deine Frau als auf mich gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir geboten habe, nicht zu essen, sei der Ackerboden verflucht: Die Früchte, die du zum Essen brauchst, kannst du zeit deines Lebens nur mit Mühe erarbeiten. Dornengestrüpp und Disteln überwuchern deinen Acker, von dem du dich ernähren musst. Im Schweiße deines Angesichts wirst du zukünftig dein Brot essen, bis du selbst zu dieser Erde zurückkehrst. Denn von ihr bist du genommen, du bist nur Staub, und genau in den wirst du dich wieder verwandeln."

Da nannte der Mensch seine Frau Eva, denn sie war die „Mutter aller Lebenden. Und Gott nähte für den Mann und seine Frau aus Fellen Mäntel und bekleidete sie damit. Da sprach Gott: „Nun ist der Mensch wie einer von uns geworden. Er weiß jetzt um Gut und Böse. Damit er aber jetzt nicht auch noch von dem Baum des Lebens isst und dadurch ewig lebt (, muss er gehen)! Und Gott wies beide aus dem Garten Eden hinaus, damit der Mensch nun außerhalb den Boden beackere, von dem er genommen worden war. Östlich des Gartens Eden stellte er Cherubim mit flammenden Schwertern auf, die den Weg zum Baum des Lebens bewachen sollten.

Diese Geschichte ist an Genialität nicht zu übertreffen, wenn man sie mit den Augen eines Orientalen liest, der sich nach dem Schöpfungsbericht vor die Frage gestellt sah: Ja, wenn alles so gut war, was Gott geschaffen hat, woher kommt dann all das Elend, in dem wir drinstecken? Darauf gibt die oben geschilderte Erzählung eine sehr überzeugende Erklärung: Durch jeden Menschen, der seine Freiheit gebraucht – und oft genug missbraucht –, rückt der paradiesische Zustand einer ungebrochenen Beziehung zu Gott weit von ihm weg. Und darunter müssen alle leiden, nicht nur die anderen Menschen, sondern auch die Schöpfung. Für unser Verständnis ist der einmalige „Sündenfall schuld an allem, obwohl wir uns im Stillen die Frage stellen, was für ein Gott das wohl sein mag, der von der Entscheidung eines einzelnen Menschen das oft trostlose Schicksal von Milliarden von Menschen abhängig machen konnte. Doch das ist gar nicht das Thema, das der geisterfüllte Verfasser dieser Erzählung im Blick hat, lässt er doch Gott schon wenige Augenblicke nach dem sogenannten Sündenfall sagen: „Nun ist der Mensch wie einer von uns geworden. Der Mensch als echtes Gegenüber Gottes, der seine Freiheit gebrauchen, aber auch missbrauchen kann. Natürlich ist damit auch eine Distanz gegeben und ein vertrauter Umgang mit Gott nicht mehr selbstverständlich. Doch die Liebe zu seinem Geschöpf ließ Gott das Risiko eingehen, dass sich dieses auch gegen ihn wenden könnte. Die weitere Heilsgeschichte zeigt, wie Gott mit unendlicher Geduld immer wieder um den Menschen wirbt. Aber erst durch Jesus wird das eigentlich unlösbare Dilemma gelöst, wie Gott seine unvorstellbare Liebe zeigen kann, ohne die Freiheit seines Geschöpfes einzuschränken. In dem Geschehen am Kreuz kann jeder die Liebe Gottes zu uns erkennen – wenn er will. So wird in der Geschichte von Adam und Eva ein Grundverständnis für das dramatische Verhältnis zwischen Gott und Mensch gelegt.

1. Mose / Genesis 4

Der Mann schlief mit seiner Frau Eva, und sie wurde schwanger. So gebar sie ihren ersten Sohn, Kain. Sie sagte: „Mit Gottes Hilfe habe ich einen Mann ‚erworben‘." (Nach diesem Wort wurde Kain benannt.) Und sie brachte noch einen weiteren Sohn zur Welt, Abel, den Bruder Kains. Während Abel ein Schafhirte wurde, war Kain ein Ackerbauer.

Die Zeit verging, und eines Tages brachte Kain Gott von den Ackerfrüchten ein Opfer dar. Auch Abel opferte, und zwar von den Lämmchen das fetteste. Und Gott schätzte das Opfer des Abel sehr, während er sich von dem des Kain abwandte. Das machte Kain wütend und traurig zugleich.

Da sprach Gott ihn an: „Warum bist du so voller Wut? Warum lässt du den Kopf so hängen? Müsste es dir nicht egal sein, ob du besser dastehst als dein Bruder oder nicht ganz so gut? So aber lauert das Böse vor deinem Zelt wie ein Dämon, der es auf dich abgesehen hat. Doch du kannst ihn besiegen."

(Aber das tat Kain nicht.) Er lud seinen Bruder ein, mit ihm aufs Feld zu gehen. Kaum waren sie dort angekommen, erschlug Kain seinen Bruder Abel im Zorn.

Gott fragte ihn unmittelbar danach: „Kain, wo ist dein Bruder Abel?"

Doch Kain reagierte immer noch zornig. „Woher soll ich das wissen?! Bin ich etwa der Hüter meines Bruders?"

Die tragische Ansammlung von Fehlern und falschen Entscheidungen von Adam, Eva und ihrem erstgeborenen Sohn Kain finden ihre Entsprechung in den nicht weniger traurigen Geschichten ihrer Kinder und Kindeskinder. Als Urstamm begannen sie, die Erde zu bevölkern. Sie verließen die Gegend um Eden und zogen fort, so weit die Füße und ihre Lasttiere sie tragen konnten. Und dabei nahmen sie ihr ungutes Erbe von Hass, Zorn, Mordgedanken und Betrug mit. Ihre Beziehung zu Gott wurde ihnen zunehmend gleichgültiger. Und schließlich hatte fast jeder seinen Schöpfer vollkommen vergessen und damit auch den Grund, warum er überhaupt am Leben war. Für die meisten Menschen war das Leben nichts anderes mehr als eine einzige große Party, in der keiner mehr an irgendwelche Konsequenzen dachte. Für die meisten – ein Mann ausgenommen.

1. Mose / Genesis 6

Gott schaute lange zu, wie die Bosheit unter den Menschen ständig zunahm, weil ihr ganzes Denken und Verlangen auf die übelste Weise verdorben war. Doch dann war der Punkt erreicht, an dem er bereute, die Menschheit überhaupt erschaffen zu haben. Dies machte ihm sehr zu schaffen, sodass er eines Tages beschloss: „Ich will die menschliche Spezies von der Oberfläche dieser Erde wegwischen. Und mit ihr auch alles Vieh, alle krabbelnden und kriechenden Tiere und sogar die Vögel. Ich bereue es, sie erschaffen zu haben."

Nur an einem Mann hatte Gott noch Freude, und dieser Mann hieß Noach. Und über ihn ließ sich wirklich nur Gutes sagen: Noach war ein Mann, der sich nicht nur an Gottes erklärten Willen hielt, sondern auch unter seinen Zeitgenossen wegen seiner Rechtschaffenheit geachtet war. Sein Charakter war geprägt von seiner treuen Gemeinschaft mit Gott.

Noach hatte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet. Rings um diese Familie wurde es, wie gesagt, immer schlimmer. Perversitäten und Brutalität nahmen in einem Ausmaß zu, dass die Erde für den Menschen zur Hölle wurde.

Darum sprach Gott zu Noach: „Ich bin kurz davor, die gesamte Menschheit zu vernichten, da durch sie auf dieser Erde nur noch Gewalt herrscht. Die Menschheit wird mitsamt der von ihr missgestalteten Welt untergehen. Darum baue dir ein riesiges Schiff aus Zypressenholz, ziehe mit Balken Zwischendecks ein und dichte den ganzen Rumpf innen wie außen mit Pech ab. Und das sind die Maße: Die Länge soll dreihundert Ellen betragen, die Breite fünfzig Ellen und die Höhe dreißig Ellen.⁴ Das Dach soll an allen Seiten eine Elle über den Rand des Schiffes hinausreichen. Baue dazu noch eine große Ladeklappe an der Seite des Rumpfes ein. Im Inneren soll es drei Decks geben. Ich werde dann (wenn alles fertig ist) die Erde mit gewaltigen Wassermassen überfluten, in denen jedes Leben ausgelöscht werden wird. Aber mit dir will ich einen Bund schließen, den ich nicht brechen werde. Darum sollst du, wenn es so weit ist, mit deiner Frau und deinen Söhnen und deren Frauen in diese Arche hineingehen. Treibt von allen Lebewesen jeweils ein Pärchen in dieses Schiff hinein, damit sie gemeinsam mit euch am Leben bleiben. Bringe alle – von den verschiedenen Vogelarten und von den unterschiedlichsten Tieren, von Säugern bis zu Insekten – in die Arche, damit sie überleben. Besorge auch ausreichend Proviant für euch alle und genügend Futter für die Tiere." Und Noach setzte alles in die Tat um, und zwar genau so, wie Gott es ihm aufgetragen hatte.

1. Mose / Genesis 7

Dann war es schließlich so weit, und Gott forderte Noach auf: „Geh du nun mit deiner ganzen Familie in die Arche, denn ich habe gesehen, dass du in dieser verdorbenen Generation der einzig aufrechte Mann bist. Nach etwa sieben Tagen werde ich es regnen lassen, und zwar vierzig Tage und vierzig Nächte lang. Auf diese Weise werde ich alles, was ich geschaffen habe, vom Erdboden tilgen."

Noach aber war sechshundert Jahre alt, als die Flut über die Erde kam. Nachdem alle Tiere, wie Gott es ihm aufgetragen hatte, in die Arche gebracht worden waren, bestiegen auch er und seine Frau und seine Söhne samt deren Frauen das riesige Schiff, und Gott selbst verschloss die mächtige Einstiegsluke.

Und es goss in Strömen, vierzig Tage und Nächte lang, das Wasser stieg und stieg, und langsam hob es die Arche über das sie umgebende Land. Doch die Flut wurde immer stärker, und irgendwann schwamm die Arche allein auf der weiten Wasserfläche. Selbst die hohen Berge wurden unter den Wassermassen begraben; ihre Gipfel waren gut und gern fünfzehn Ellen unter der Wasseroberfläche. So wurde alles Leben auf der Erde ausgelöscht, alle Vögel, alles, was sich auf dem trockenen Boden bewegt hatte, große wie kleine Tiere, und natürlich verloren auch alle Menschen in den Wassermassen ihr Leben. Einzig Noach überlebte mit allen, die bei ihm in der Arche waren. Das Wasser aber stand hundertfünfzig Tage auf der Erde.

1. Mose / Genesis 8

Aber Gott hatte Noach und alle, die bei ihm in der Arche waren, nicht vergessen – seine Familie nicht und auch nicht die Tiere. Er schickte einen Wind, der nach und nach dafür sorgte, dass die Flut zurückging. Die Quellen in der Tiefe und die Schleusen des Himmels wurden geschlossen. Endlich hörte es auf zu regnen. Das Wasser ging immer weiter zurück, bis es nach hundertfünfzig Tagen – es war am siebzehnten Tag des siebten Monats – so weit gewichen war, dass die Arche am Berg Ararat aufsetzte. Und das Wasser ging bis zum zehnten Monat weiter zurück, bis am ersten Tag des zehnten Monats noch weitere Gipfel aus der Flut auftauchten.

Und dann, am ersten Tag des sechshundertersten Geburtstags von Noach, hatte sich das Wasser ganz von der Erde zurückgezogen. Da nahm Noach das Dach der Arche ab, und alle konnten sehen, wie trocken die Erde schon war. Aber erst am siebenundzwanzigsten Tag des zweiten Monats war sie wirklich trocken.

Da rief Gott Noach zu: „Komm gemeinsam mit deiner Familie aus der Arche. Lass auch all die lebenden Wesen, die bei dir im Schiff waren, frei – all die Vögel, die großen wie die kleinen Tiere, damit sie sich auf dieser Erde vermehren, fruchtbar sind und ihre Zahl rasch wächst!"

Da verließ Noach mit seiner Frau, seinen Söhnen und deren Frauen sowie einer unüberschaubaren Zahl von Tieren die Arche – alle Vögel und alle Landlebewesen, ein jedes nach seiner Art.

Und Noach baute einen Altar für Gott. Dann nahm er einige der reinen Tiere (von denen er mehr dabeihatte als von den „unreinen) und einige der reinen Vögel und opferte sie in einem Brandopfer. Gott freute sich über dieses Opfer, und er sagte zu sich: „Ich werde wegen der Menschen nie wieder die Erde verfluchen, obwohl sie von klein auf nichts Gutes im Sinn haben. Und ich werde nie wieder alle Lebewesen vom Angesicht dieser Erde auslöschen, wie ich es getan habe.

1. Mose / Genesis 9

Daraufhin segnete Gott Noach und seine Söhne mit folgenden Worten: „Seid fruchtbar und vermehrt euch und bevölkert die Erde. Alle Tiere auf Erden, alle Vögel des Himmels und jede Kreatur, ja, selbst die Fische im Meer sollen sich vor euch fürchten, denn ich habe sie in eure Hand gegeben." (Hier klingt noch einmal der Auftrag an, den Adam und Eva von Gott erhalten hatten. So wurden im Laufe der Menschheitsgeschichte aus wilden Tieren Haustiere.)

Und Gott sprach weiter feierlich zu Noach und seinen Söhnen: „Ich schließe nun mit euch und euren Nachkommen, ja, selbst mit allen lebenden Geschöpfen, die mit euch in der Arche waren, einen Bund. Ich besiegele diesen Bund mit meinem Wort, dass ich niemals wieder das Leben auf der ganzen Welt durch eine Flut auslöschen werde. Es wird nie mehr eine Flut geben, die diese Erde zerstören wird."

Und Gott fügte hinzu: „Das ist das Zeichen des Bundes, den ich mit euch und mit jedem lebenden Geschöpf geschlossen habe, das mit euch ist, ein Bund auch mit allen Generationen, die noch kommen werden. Ich habe einen Bogen in die Wolken gesetzt als Zeichen des Bundes zwischen mir und der Erde. Immer wenn dieser Bogen in den Wolken erscheint, werde ich ihn sehen, und er wird mich an den unauflöslichen Bund erinnern, den ich mit allen lebenden Wesen auf dieser Erde geschlossen habe."

Die Erde erholt sich von der großen Flut. Tier- und Pflanzenwelt erwachen zu neuem Leben. Noachs Familie bevölkert nach und nach die Erde. Der Kreislauf des Lebens setzt sich fort, und die Menschen, die in der ersten Zeit nach der Flut leben, wissen noch, wer Gott ist. Alte Tätigkeiten werden wiederbelebt, Behausungen geschaffen und Vieh gezüchtet. Der Handel blüht, bringt entlang der Handelswege Wohlstand und eröffnet den Menschen die Gelegenheit, auf Handelsreisen andere Gebiete kennenzulernen.

In diese Zeit hinein passt eine kurze, symbolträchtige Geschichte, die im Hebräischen voller origineller Ideen und sprachlicher „Gags" ist. Fast kann man den Eindruck gewinnen, als wolle sich sein Autor nur lustig machen über die Menschen, die meinen, aufgrund großartiger Leistungen ihre Zeitgenossen und letztlich auch Gott beeindrucken zu können. Kein Wunder, dass diese isoliert dastehende Erzählung immer wieder zu Deutungen reizte – und das bis in unsere moderne Zeit hinein:

Der Turmbau zu Babel!

1. Mose / Genesis 11

Es gab eine Zeit, da wurde auf der ganzen Welt die gleiche Sprache gesprochen, und alle benutzten die gleichen Wörter. Als die Menschen nun den Osten verließen und in andere Gegenden zogen, kamen sie in eine Talebene im Land Schinar, in der sie sich niederließen. Dort fassten sie einen Entschluss: „Kommt, lasst uns Lehmziegel machen und sie erhitzen, bis sie hart werden! Diese Ziegel dienten ihnen nun als Stein und Erdpech als Mörtel. Und wieder sagten sie zueinander: „Kommt, lasst uns eine Stadt mit einem Turm bauen, der bis an den Himmel reicht, damit wir uns so einen Namen machen und nicht über die ganze Erde zerstreut werden!

Gott kam herunter und besah sich die Stadt und den Turm, alles, was diese Menschen geschaffen hatten. Da sagte er sich: „Wenn ein Volk mit einer Sprache so etwas fertigbringt, wird ihnen dann nicht irgendwann alles möglich sein? Kommt, lasst uns hinuntergehen und ihre Sprache so durcheinanderbringen, dass keiner mehr den anderen verstehen kann!"

Und Gott zerstreute sie über die ganze Erde, und sie mussten den Bau der Stadt abbrechen. Daher nennt man die Stadt heute Babel, weil der Herr die Sprachen aller so verwirrte, dass sie wie Gebabbel klingen. Auf diese Weise zerstreute Gott die Menschen über die ganze Welt.

Zumindest die Einwohner Babels werden sich nicht sonderlich über diese Geschichte gefreut haben. Wenn man den gewaltigen Hügel sieht, der heute noch den Fuß dieses Turmes darstellt, dann muss man zugeben: Was hier gebaut wurde, war in grauer Vorzeit für alle umliegenden Völker sicher ein Symbol der Macht und des Schreckens. Nachdem offensichtlich irgendein Ereignis den Bau unterbrochen hatte, wundert es nicht, dass man es Gott zusprechen wollte, diese Machtentfaltung verhindert zu haben.

Doch kehren wir zurück in die früheste Epoche des auserwählten Volkes. Für Gott war es nämlich an der Zeit, eine Nation zu formen in einem Land, das einmal die kulturelle und ethnische Heimat für … also, genau der Teil der Geschichte kommt ja gleich. Abram (seinen Namen änderte Gott höchstpersönlich später in Abraham) hatte alles andere als ideale Voraussetzungen, um der Begründer für Gottes „Nation zu sein. Seine Verwandten verehrten andere Götter und lebten in einem Land, das weitab vom „Gelobten Land lag. Abram und seine Frau Sarai (auch diesen Namen änderte Gott später in Sara) waren schon längst über das Alter hinaus, in dem man noch Kinder bekommen konnte. Sie waren einfach während vieler Jahrzehnte kinderlos geblieben. Aber wenn kein Kind da ist, dann gibt es auch niemanden, der der Vater eines Volkes werden könnte, das einmal Gottes „Nation" werden soll. Doch Gott hatte damit offensichtlich kein Problem: Er versprach Abram das Unmögliche, und Abram war sehr gespannt darauf, wie das Unmögliche jemals möglich werden sollte. Im Folgenden können wir nachlesen, wie es geschah.

1 Alle Texte in Klammern sind erläuternde Erweiterungen des Textes.

2 Hier kommt das orientalische Weltbild voll zum Tragen, das von der Existenz einer mit Wasser gefüllten Himmelsschicht ausging.

3 Das Motiv der schlauen Schlange rührt vermutlich daher, dass eine Schlange kein Tier angreift (es sei denn bei eigener Bedrohung), das sie nicht auch verschlingen kann.

4 Wenn man davon ausgeht, dass 1 Elle etwa einem halben Meter entspricht, wird deutlich, dass wir es hier mit einem gewaltigen Projekt zu tun haben.

2. Gott begründet eine Nation

Die Geschichte der Väter des Volkes Israel

1. Mose / Genesis 12

Und Gott sprach zu Abram: „Geh fort aus diesem Land, aus dem Haus deines Vaters und auch von deiner gesamten Verwandtschaft, und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde deine Nachkommen zu einem großen Volk machen und dich in allem segnen; jeder wird deinen Namen kennen, weil du ein Segen für andere sein wirst. Ich werde jeden segnen, der dich segnet, aber auch jeden verfluchen, der dich verflucht. Alle Völker dieser Erde werden durch dich gesegnet werden."

Da verließ Abram seine Heimat, wie Gott ihm aufgetragen hatte; begleitet wurde er dabei von Lot, seinem Neffen. Abram war immerhin schon fünfundsiebzig Jahre alt, als er Haran¹ verließ. Er nahm seine Frau Sarai mit, Lot, alle ihre Knechte und Mägde und den gesamten Besitz, den sie sich in Haran erworben hatten. Sie machten sich auf den Weg in das Land Kanaan.

Hebräer 11,8

Nur weil er Gott, der ihm befohlen hatte, in ein neues Land zu ziehen, voller Vertrauen gehorchte, verließ Abraham Ur, ohne zu wissen, wohin sein Weg ihn führen würde. Das Einzige, was er wusste, war, dass er nur so sein Erbteil erhalten würde.

1. Mose / Genesis 12

Und Abram zog durch das Land Kanaan, in dem zu dieser Zeit immer noch die Kanaaniter lebten, bis nach Sichem. Bei einer Eiche, an der sich die Kanaaniter Weisungen von einem Orakel holten, erschien Gott Abram und versprach ihm, dass er ihm und seinen Nachkommen dieses Land geben werde. Abram errichtete daraufhin an dieser Stelle einen Altar für Gott, weil dieser ihm dort erschienen war. Lot, der Abram bis dorthin begleitet hatte, besaß natürlich auch große Herden von Schafen und Rindern sowie viele Zelte, in denen seine Hirten und ihre Familien lebten. Aber das Land gab nicht genügend her, um beide, Lot und Abram, zu ernähren, solange sie so dicht beieinanderblieben. Dafür waren ihre Herden und ihre gesamten Besitztümer einfach zu groß. Nachdem beiden dies klargeworden war, trennten sie sich in Güte.

1. Mose / Genesis 13

Nachdem Lot Abram verlassen hatte, sagte der Herr zu Letzterem: „Schau dich doch einmal in alle Himmelsrichtungen um! Was du von hier aus siehst, das will ich dir und deinen Nachkommen für immer geben. Und ich werde sie so zahlreich machen wie die Staubkörner auf der Erde. Wenn jemand diese zählen kann, dann kann er auch deine Nachkommenschaft zählen. Mach dich auf, durchwandere dieses Land der Länge und der Breite nach, denn ich will es dir geben!" Da packte Abram seine Zelte zusammen und ließ sich bei den Eichen eines gewissen Mamre in der Nähe von Hebron nieder. Auch dort errichtete er für Gott einen Altar.

Hebräer 11,9–10

Allein sein Glaube schenkte ihm genügend Kraft, sich als Nomade in einem fremden Land in Zelten niederzulassen. Er musste genau wie (später) Isaak und Jakob an der Verhei-ßung festhalten, dass dies das ihnen versprochene Land war, denn eigentlich hatte er eine Stadt erwartet, die auf festen Fundamenten errichtet war, weil ihr Schöpfer und Baumeister Gott selbst war.

Leider erging es Lot anders, denn dieser vertraute Gott nicht, handelte daraufhin nicht sehr weise und fand sich prompt in ziemlichen Schwierigkeiten wieder. Er ließ sich in der Nähe der Stadt Sodom nieder; rückblickend muss man sagen, dass seine Entscheidung für diese Immobilie äußerst dumm war … Denn bald schon zogen die Könige von Sodom, Gomorra und noch drei weitere Fürsten in den Kampf gegen eine feindliche Armee. Und als sie den Kampf verloren, wurden ihre Städte geplündert. Lot und seine Familie gerieten in Gefangenschaft. Als Abram davon erfuhr, versammelte er ohne Zögern dreihundertachtzehn kampferprobte Männer um sich und brach auf, um seinen Neffen zu befreien. Ihr nächtlicher Angriff überraschte die Plünderer, sodass diese überwältigt wurden. Abram befreite die Gefangenen und gab ihnen – den König mit eingeschlossen – das geplünderte Gut zurück. Obwohl Abram nun immer mehr verstand, wie groß die Macht Gottes war, lastete doch ein Problem schwer auf seinem Herzen, das Gott offensichtlich nicht lösen konnte. Es gab nichts, das Abram so sehr irritierte, und in seinen Gesprächen mit Gott ging es immer wieder um das eine: „Was ist mit meinem Nachkommen?"

1. Mose / Genesis 15

Irgendwann nach diesen turbulenten Ereignissen erfuhr Abram in einer Vision etwas sehr Wichtiges. Gott sagte ihm: „Habe keine Angst, ich bin dein Schild, der dich schützt. Und ich werde dich reich belohnen."

„Gott, du Allmächtiger, was willst du mir denn noch geben?!, entgegnete Abram darauf. „Eliëser aus Damaskus wird doch sowieso alles bekommen, denn ich bin ja, wie du weißt, kinderlos! Du hast mir kein Kind gegeben, und so wird mein Haussklave alles erben, was ich besitze.

Da erhielt Abram ein ganz besonderes Wort von Gott: „Nein, Abram, dieser Mann wird nicht dein Erbe sein, sondern dein eigener Sohn, dein Fleisch und Blut wird dich einmal beerben. Und dann führte ihn Gott vor das Zelt und deutete nach oben: „Schau zum Himmel hinauf – kannst du die Sterne zählen? Ich denke, du kannst es beim besten Willen nicht. Aber so zahlreich werden einmal deine Nachkommen sein! Und Abram vertraute darauf, dass Gott einhält, was er verspricht. Und Gott belohnte diesen Glauben Abrams.

Römer 4,18–22

Abraham hielt gegen alle Wahrscheinlichkeit an dieser Hoffnung fest. Er war davon überzeugt, dass Gott ihn zum Stammvater vieler Völker machen würde, so wie dieser es versprochen hatte. Ja, selbst als er schon an die hundert Jahre alt war und sich und seine kaum jüngere Frau Sara, was die Zeugung eigener Kinder anbelangte, eigentlich hätte aufgeben müssen, selbst da hörte er nicht auf zu hoffen, und er klammerte sich weiter an das Versprechen, das Gott ihm gegeben hatte. Er ehrte Gott durch sein Vertrauen, weil er ganz und gar von dem Gedanken erfüllt war, Gott sei mächtig genug, immer und überall das zu verwirklichen, was er verheißen hat. Dieses bedingungslose Vertrauen war es, das bei Gott Anerkennung fand.

Abram war davon überzeugt, dass er selbst den Nachkommen zeugen würde, doch weder er noch seine Frau Sarai waren sich sicher, ob auch seine Frau die Mutter des verheißenen Nachkommen sein sollte. Es war damals jedoch nicht außergewöhnlich, dass man den Weg über eine „Leihmutter" nahm. Darum entschieden sich beide, dass Abram mit Sarais Sklavin Hagar einen Nachkommen zeugen würde. Nachdem Hagar dann tatsächlich schwanger geworden war, ließ sie Sarai ihren Triumph spüren. Das konnte nicht gut gehen, und Sarai rächte sich dadurch an ihr, dass sie ihr das Leben zur Hölle machte. So floh Hagar eines Tages in die Wüste, schwanger und ohne jede Unterstützung. Doch gerade, als sie an ihrem Leben verzweifeln wollte, sprach Gott sie durch einen Boten an.

1. Mose / Genesis 16

Ein Engel des Herrn fand Hagar an einer Quelle auf dem Weg nach Schur und sprach sie an: „Komm, geh zurück zu deiner Herrin, und diene ihr wie früher! Und der Engel fügte noch eine Verheißung hinzu: „Ich werde deine Nachkommen so zahlreich machen, dass niemand sie zählen kann. Du bist jetzt schwanger, aber du wirst einen Sohn zur Welt bringen, dem du den Namen ‚Ismael‘ (was ‚Gott hört‘ bedeutet) geben sollst, denn der Herr hat deine verzweifelte Klage gehört. Er wird wie ein wilder Esel sein, er wird sich mit allen anlegen, aber auch alle mit ihm. Selbst seinen Brüdern gegenüber wird er sich ablehnend verhalten.

Da gab Hagar dem Gott, der zu ihr gesprochen hatte, den Namen ‚El-Roï‘ (‚der Gott, der nach mir gesehen hat‘): „Ich habe nun den einen gesehen, der nach mir gesehen hat." Und daher heißt die Quelle, die noch heute dort zwischen Kadesch und Bered liegt, Beer-Lahai-Roï – Brunnen des lebendigen Gottes, der nach mir gesehen hat.

Und Hagar gebar Abram einen Sohn, dem er den Namen Ismael gab. Damals war Abram bereits sechsundachtzig Jahre alt.

1. Mose / Genesis 17

Dreizehn Jahre später erschien Gott Abram erneut und sagte zu ihm: „Ich bin der allmächtige Gott. Lebe vor mir auch weiterhin treu und untadelig, denn ich will einen Bund mit dir schließen und deine Nachkommen über alle Maßen zahlreich machen."

Da fiel Abram vor Gott nieder, der Herr aber fuhr fort: „Wie für mich, so soll der Bund auch für dich gelten: Du wirst der Vater vieler Völker werden, darum sollst du nicht länger ‚Abram‘, sondern ‚Abraham‘ (‚Ab hamon gojim‘) heißen, denn genau dazu habe ich dich bestimmt, zum ,Vater vieler Völker‘. Und darum werde ich dich so fruchtbar machen, dass ganze Völker von dir abstammen werden samt ihren Königen. Ich werde einen Bund zwischen dir und mir und deinen Nachkommen schließen, der für alle Zeit Bestand haben wird. Ich will dein Gott sein und der aller Generationen, die nach dir kommen werden. Das ganze Land Kanaan, in dem du jetzt schon lebst, werde ich dir und deinen Nachkommen für immer zum Eigentum geben. Und ich werde ihr Gott sein."

1. Mose / Genesis 21

Dann fügte Gott hinzu: „Es liegt nun an dir, diesem Bund treu zu sein, an dir und allen deinen Nachkommen von Generation zu Generation. Und dies ist das Zeichen meines Bundes mit dir und den nachfolgenden Geschlechtern: In deinem Volk muss jeder Mann beschnitten sein. Ist er es nicht, soll er aus dem Volk ausgeschlossen werden, denn er hat meinen Bund gebrochen."

„Und was deine Frau Sarai anbelangt, ergänzte Gott, „so sollst du sie nicht länger ‚Sarai‘ nennen. Ihr Name ist zukünftig ‚Sara‘ (was ,Herrin‘ bedeutet). Ich werde sie segnen, und sie wird einen Sohn von dir bekommen. Der Segen wird groß sein, denn sie wird die Mutter unzähliger Völker sein, aus denen wiederum Könige hervorgehen werden. Und Gott schenkte Sara wirklich die Gnade, die er ihr versprochen hatte: Sie wurde schwanger und brachte Abraham einen Sohn zur Welt – obwohl beide bereits ein hohes Alter erreicht hatten –, und zwar genau nach der Frist, die Gott ihm genannt hatte.

Hebräer 11,11–12

Doch noch erstaunlicher ist, dass Abraham niemals aufhörte, an die Treue Gottes zu glauben, auch als er und seine Frau Sara schon weit über das Alter hinaus waren, in dem man Kinder bekommen kann. Darum wurden ihm so zahlreiche Nachkommen geschenkt wie der Sand am Meer und die Sterne am Himmel, obwohl beide, wie gesagt, eigentlich kein Kind mehr hätten zeugen können.

1. Mose / Genesis 21

Und Abraham gab dem Sohn, den Sara ihm geboren hatte, den Namen „Isaak („Lachen), und er beschnitt ihn, als dieser acht Tage alt war, genau wie Gott es ihm aufgetragen hatte. Abraham war genau hundert Jahre alt, als Isaak zur Welt kam.

Sara erklärte den Namen ihre Sohnes: „Gott hat mich zum Lachen gebracht, und jeder, der es hört, muss mit mir lachen. Gibt es jemanden, der es gewagt hätte, zu Abraham zu sagen, dass seine Frau noch jemals ein Kind stillen würde?! Doch ich habe ihm noch ein Kind geschenkt – und das in unserem Alter!"

Endlich hatte Gott Abraham das Kind geschenkt, das er ihm versprochen hatte. Aber Abraham hatte durch Hagar noch einen weiteren Sohn: Ismael. Was wurde aus ihm?

1. Mose / Genesis 21

Nun, Isaak wuchs heran, und an dem Tag, an dem er entwöhnt wurde, veranstaltete Abraham ein großes Fest. Da bemerkte Sara, dass Ismael, der Sohn der ägyptischen Sklavin Hagar, den diese Abraham geboren hatte, sich über Isaak lustig machte. Da nahm sie Abraham zur Seite: „Schicke die Sklavin mit ihrem Sohn weg! Denn der Sohn der Sklavin soll auf keinen Fall das Erbe zusammen mit meinem Sohn teilen!" Diese ganze Angelegenheit belastete Abraham sehr, weil er sich um seinen Sohn Ismael sorgte.

Doch Gott redete ihm gut zu: „Mach dir wegen der Sklavin und ihrem Sohn keine Sorgen, sondern höre auf das, was Sara dir sagt, denn Isaak wird der Stammvater deiner rechtmäßigen Nachkommen sein. Trotzdem werde ich auch Ismael zu einem großen Volk machen, er ist ja immerhin auch dein Sohn."

Früh am nächsten Morgen packte Abraham Proviant zusammen, füllte einen Schlauch mit Wasser und legte beides auf Hagars Schultern. Dann entließ er sie und ihren Sohn. Sie ging weg und durchwanderte die Wüste bei Beerscheba. Als das Wasser in dem Schlauch zur Neige ging, legte sie ihren Sohn unter einen Strauch und entfernte sich einen Bogenschuss weit von ihm.

Sie sagte sich: „Ich kann nicht zusehen, wie mein Kind stirbt! Und wie sie so dasaß, begann sie, laut zu weinen. Gott hörte das Wimmern des Kindes, und er sandte einen Engel, der die Mutter ansprach: „Was hast du, Hagar? Du brauchst keine Angst mehr zu haben, Gott hat das Weinen des Jungen dort unter dem Strauch gehört. Steh auf, nimm ihn fest bei der Hand, denn Gott will ein großes Volk aus ihm machen. Da öffnete ihr Gott die Augen, und sie sah in der Nähe einen Brunnen. Schnell lief sie hin, füllte den Schlauch mit Wasser und gab es ihrem Sohn zu trinken.

Und Gott kümmerte sich auch später um Ismael. Dieser wuchs heran, lebte aber weiterhin in der Wüste und wurde Bogenschütze. (Auf Ismael beziehen sich heute noch alle Araber als ihren Stammvater.)

1. Mose / Genesis 22

Einige Jahre später – Isaak war nun schon kein kleines Kind mehr – stellte Gott Abraham auf eine harte Probe: „Abraham!"

„Hier bin ich!", antwortete dieser.

„Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, befahl Gott ihm, „und gehe mit ihm in das Gebiet von Morija. Bringe dort deinen Sohn als Brandopfer auf einem Berg dar, den ich dir zeigen werde.

Früh am nächsten Morgen stand Abraham auf und belud seinen Esel, dann nahm er noch zwei Diener mit und seinen Sohn, dazu gespaltenes Holz für das Brandopfer. Dann machte er sich auf zu dem Ort, den Gott ihm genannt hatte. Nach drei Tagen, als er wieder einmal aufblickte, sah er den Ort in der Ferne.

Da sagte er zu den Dienern: „Ihr könnt jetzt mit dem Esel hier zurückbleiben. Ich werde jedoch mit dem Jungen bis dort hinauf weiterziehen, dann werden wir Gott anbeten und wieder zu euch zurückkehren." Da nahm Abraham das Holz für das Brandopfer und legte es seinem Sohn Isaak auf die Schulter. Er selbst nahm das Schlachtmesser und das Feuer, und so gingen sie zusammen los.

Irgendwann sprach Isaak seinen Vater Abraham unvermittelt an: „Vater!"

„Ja, mein Sohn?"

Isaak fragte nun geradeheraus: „Feuer und Holz haben wir, aber wo ist denn

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