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Tigermond

Tigermond

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Tigermond

Bewertungen:
3/5 (4 Bewertungen)
Länge:
396 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
18. Dez. 2017
ISBN:
9783732010943
Format:
Buch

Beschreibung

"Vor dir liegt ein langer Weg – du wirst durch das Feuer gehen, durch das Wasser und durch den Wind. Am Ende jedoch steht der Tod."
Noch immer hallen Farhad die Worte des heiligen Mannes im Ohr. Bis zum nächsten Vollmond hat er Zeit, den geheimnisvollen Blutstein zu finden und diesen dem Diener des Dämonenkönigs zu übergeben. Nur so kann Farhad die Prinzessin befreien, die der grausame Herrscher in seinem Palast gefangen hält. Begleitet von Nitish, einem weißen Tiger mit geheimnisvollen blauen Augen, begibt sich Farhad auf die ungewisse Reise durch Indien, ohne zu ahnen, welch gefährliches Abenteuer ihm bevorsteht. Und dabei ist ihm der Tod stets dicht auf den Fersen ...
Lektorix des Monats (Juni 2006)
Auswahlliste der besten Medien für Jugendliche der Frankfurter JungenMedienJury (2006)
Herausgeber:
Freigegeben:
18. Dez. 2017
ISBN:
9783732010943
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Tigermond

Buchvorschau

Tigermond - Antonia Michaelis

Inhalt

Vorwarnung

Safia und Raka

Durch den Wind

Der Blutstein

Die Nacht der Ratten

Der Tisch eines indischen Schlachters

Der Stamm des heiligen Bodhi-Baums

Raka und Lalit

Durch das Wasser

Ein Gruß des Monsuns

Eine kleine weiße Kuh

Ein Abbild seiner selbst

Ein Glänzen so hell wie die Sonne

Lalit und Raka

Durch das Feuer

Asche

Arrak

Sand

Stein

Lalit und Lagan

Durch die Liebe

Zwischen den Dornen der Rosenhecke

Unter der Dattelpalme

Abgesang

To Roy and his children

Vorwarnung

Wie beginnt eine Geschichte über Indien?

Beginnt sie mit den drei großen Strömen – Ganga, Yamuna und der unsichtbaren Sarasvati, die ihr träumendes Wasser von den verschneiten Bergen hinab in die heiße, trockene Ebene ergießen?

Beginnt sie mit den drei großen Göttern – den Trimurti: Brahma, Shiva und Vishnu, dem Schöpfer, dem Erhalter und dem Zerstörer? Jenen drei, die sich ihren Weg mit Schwertern aus Weisheit, Erkenntnis und Alogik durch die verwirrende Landschaft der letzten Jahrtausende bahnen?

Beginnt sie mit dem Tiger, der durch den Dschungel im Süden streift? Mit dem narbigen, rissigen Boden der Wüsten im Norden? Mit der stickigen Luft der Tempel oder der schattigen Kühle der Moscheen? Der militärisch aufrechten Haltung der britischen Kirchen? Oder mit den Geiern, die um die Türme des Schweigens kreisen, wo die Parsen ihre Toten aufbahren – wenig entfernt nur von der pulsenden, grellbunten Ader des Handels am Hafen in Mumbay?

Womit beginnt eine Geschichte über Indien? Mit dem Regen? Der Hitze? Dem Tod? Den heiligen weißen Kühen?

Beginnt sie mit den Frauen, die in den Straßen von Madras die weißen Jasminblüten zu Girlanden winden? Beginnt sie mit den Männern, die an der äußersten Spitze Indiens in Rameshvaram den glitzernden Fang aus ihren Netzen befreien?

Mit den Kindern, die im Dreck von Kalkutta spielen, oder den heiligen Sadhus, die in Varanasi die staubigen Strahlen der Morgensonne grüßen, den Blick nach innen und die mageren Hände nach außen gekehrt?

Oder beginnt sie ganz anders? Plötzlich, abrupt, ohne Vorwarnung.

Wie das Leben, das so wenig wert ist in Indien. Mit einem Sprung mitten hinein ins Chaos.

Ja, so soll sie beginnen.

Safia und Raka

Der indische Wind hoch in der Luft

ist träge und hat einen Bauch,

er trägt des goldnen Currys Duft

und schweren heiligen Rauch.

Der indische Wind hoch über dem Land

ist lange schon trächtig und prall,

er trägt das Schwarz von Kohlenbrand

und gelber Sonne Ball.

Der indische Wind in indischen Gassen

treibt alte Geschichten vor sich her

von Leben und Tod, von Lieben und Hassen,

und läufst du dem indischen Wind hinterher,

um ihm zu lauschen, dann sag ich dir ehrlich:

Die Märchen des indischen Winds sind gefährlich.

Natürlich ist es eine vollkommen abwegige Geschichte.

Alle Geschichten in Indien sind abwegig, wobei nur wenige vollkommen sind.

Wie das Leben, beginnt und endet diese Geschichte mit einer Reise.

Einer Reise durch die Wüste.

Auf die Reise, mit der sie beginnt, machte sich der Händler Ahmed Mudhi zusammen mit seinen Männern an einem heißen Junitag Anfang des 19. Jahrhunderts. Ahmed Mudhi war ein wohlhabender Mann, der sich gerne mit dem Titel Raja anreden ließ und über viele schöne Pferde und eine nicht ganz so große Zahl schöner Frauen verfügte. Zwar glänzten die Haare der Frauen schwarz wie die Nacht, ihre Augen strahlten wie Sterne, und die heimliche Musik ihrer silbernen Fußkettchen erfreute Ahmed Mudhis Ohren. Doch noch mehr erfreute ihn das Schnauben seiner Rappen in den Ställen. Bis er auf jener Reise durch die Wüste die schönste Frau fand, die er je gesehen hatte. Er fand sie in einem kleinen Dorf mitten im Nichts durch einen Zufall, unter einer Dattelpalme, wo sie im Schatten saß und träumte. Als sie seinen Blick bemerkte, schlug sie die ungewöhnlich hellen Augen nieder, was Ahmed Mudhi für ein Zeichen von Bescheidenheit hielt – und in diesem Moment hätte er alle seine Pferde gegen sie eingetauscht.

Der Preis fiel in den folgenden Verhandlungen jedoch weitaus geringer aus, denn der Vater des Mädchens war arm und froh, dass nicht er selbst es sein würde, der – wie es eigentlich der Sitte entsprach – die Mitgift für seine Tochter zu zahlen hatte.

Das Mädchen hieß Safia, was Tugend bedeutet, und das schien dem Raja auch der richtige Name für sie. Sie erwiderte seinen Blick kein einziges Mal, doch Ahmed Mudhis Blut geriet in Wallung, und er wusste, dass er sich verliebt hatte.

Nicht so verliebt, wie es die romantischen Lieder der Frauen in der Wüste besangen, er hatte sich so verliebt, wie man sich in einen schönen Ring verliebt, wie in ein Paar fein gearbeitete Schuhe, eine silberne Kette, eine bestickte Kameltasche. In etwas, das man besitzen muss – koste es, was es wolle.

Ahmed Mudhi heiratete das Mädchen noch am gleichen Abend.

Obwohl er gläubiger Muslim war, unterwarf er sich den Sitten der Familie seiner Schönen und nahm an einer weitgehend hinduistischen Zeremonie teil. Keine der Frauen in seinem Harem war eine Hindu – bisher. Doch schon in alten Zeiten, als die Moslems in Wellen über das Land der Wüste geschwappt waren, um es nach und nach zu erobern, hatten muslimische Fürsten hinduistische Prinzessinnen geheiratet.

Es gab also keinen Hinderungsgrund.

Die Familie des Mädchens gehörte einer hohen Kaste an.

Das änderte nichts daran, dass sie bettelarm war. Es machte die Sache vermutlich nur noch schlimmer, denn es war beinahe unmöglich, einen Bräutigam für irgendeine der Töchter zu finden, der ihr in der Kaste ebenbürtig und gleichzeitig bereit war, auf die Mitgift zu verzichten.

Ahmed Mudhis Antrag kam für Safias Familie als ein Wink der Götter, und wenn schon nicht ein Wink der Götter, so doch ein Wink größerer finanzieller Zusammenhänge.

Safia spürte das kühle Silber des Hochzeitsschmucks auf ihrer Stirn, sah den Raja an und wusste, warum die Dinge geschahen. Sie hatte schon viele Geschichten gehört – zu viele. Der Raja würde sie mitnehmen, fort von ihren Träumen, der Dattelpalme und von ihrer Heimat, denn von diesem Tag an gehörte sie ihm. Der geliehene Schmuck lastete schwer auf ihrem Kopf und ihren Schultern – so schwer, als wollte er sie in die Tiefen des Sandes hinabdrücken, hinunter bis zum Mittelpunkt der Erde, um sie dort im Dunkeln zu ersticken.

Sie sagte nichts.

Ahmed Mudhi bekam nicht sofort, was er wollte.

Noch in derselben Nacht riefen dringende Geschäfte ihn in die Stadt, und er ließ den Großteil seiner Männer zurück, um ihm sein frisch erworbenes Schmuckstück auf langsameren und sichereren Wegen durch die Weiten der Wüste nachzutragen.

Er selbst gab seinem Pferd die Sporen und freute sich darauf, bald unter weniger staubigen Umständen endgültig mit seiner jungen Braut vereint zu werden.

Safias Mutter und ihre acht kleineren Geschwister standen schüchtern aufgereiht vor den Resten des Festes – den fortgeworfenen Palmwedeln und den welkenden Blütengirlanden –und sahen zu ihr auf, als sie auf das Pferd des Rajas stieg, auf dem sie durch die Wüste reiten sollte.

Ihr Vater legte die Hände vor der Brust zusammen und murmelte einen Abschiedssegen. Er vergoss keine Tränen. Die dünne Haut um seine Augen herum war so faltig und ausgetrocknet wie der Wüstensand, der sein Leben bestimmte.

Er hatte nur zweimal in seinem Leben geweint: Einmal bei seiner Geburt und einmal, als sein bestes Kamel gestorben war.

Es war lange her, seit er Kamele besessen hatte. Der unvorhersehbare Weg des Lebens hatte seinen gesamten Besitz aufgeleckt.

Als er seine älteste Tochter davonreiten sah, fiel einer der vielen Steine von seinem Herzen. Er liebte seine Tochter nicht, aber er war ein verantwortungsvoller Mann. Im kühlen Schatten im Garten des Rajas würde ihr widerspenstiges Herz sich endlich formen lassen. Und die Götter würden ihm verzeihen, dass er sie einem Moslem gegeben hatte.

Er ahnte nichts von dem Todesurteil, das er über seine Tochter ausgesprochen hatte.

Denn kein Inder wird gerne betrogen. Und dass Raja Ahmed Mudhi im Besonderen nicht gerne betrogen wurde, hatte sich bis weit über die Grenzen seiner Stadt herumgesprochen.

Raja Ahmed Mudhi hatte eine Jungfrau erhandelt. Und nur Safia selbst wusste, dass er betrogen worden war.

Dreimal versuchte sie auf der Reise zu entwischen.

Doch die Männer, die sie geleiteten, achteten gut darauf, das Kleinod ihres Rajas nicht zu verlieren. Sie hatten geglaubt, seinen Erwerb gegen die Banditen der Wüste verteidigen zu müssen, nicht gegen den eisernen Willen des Erwerbs selbst.

Anfangs machten sie sich lustig über Safia. Dann begannen sie zu murren, denn Safia war schlau, und einmal wäre es ihr beinahe gelungen zu fliehen.

Schließlich setzten sie sie zu dem Stärksten von ihnen aufs Pferd.

„Jetzt hat es ein Ende mit diesen sinnlosen Fluchtversuchen", sagten die Männer, und das hatte es. Safia spürte den Schweiß des bulligen, kleinen Mannes an ihrem Rücken und roch seine Gier, und sie hasste ihn. Sieben Tage lang hasste sie ihn, obwohl sie wusste, dass das ungerecht war.

Er war nichts als ein Diener: Sein Geist diente dem Raja, und sein Körper diente der Natur.

Er rührte sie nicht an und lieferte sie am dreizehnten Tag ihrer Reise am Haveli, dem Prachthaus des Rajas, ab. Hinter ihm summte das geschäftige Leben der Stadt Jaisalmer, als er sich in der Tür noch einmal verbeugte und sie dann schloss.

Safia stand allein im Innenhof, in dessen Mitte ein Brunnen kühle Fantasien in ein Marmorbecken plätscherte.

Im Schatten der Bougainvilleen – jener Pflanzen, die in aufdringlichem Zyklam über die Mauer schäumten – sang ein gelber Kanarienvogel in einem Käfig aus dünnen Holzstäben.

Eine Dattelpalme erhob ihren schlanken Stamm in der Mitte des Gartens, der nur einer von vielen war. Safia atmete die Stille ein und ließ ihre Augen wandern. Ihr Herz wollte sich niederlegen und ausruhen, wollte sich dort in den grünen Schatten der Mangobäume betten und dem Glitzern des Sonnenlichtes im Brunnen lauschen. Aber sie riss ihr Herz an der Kette: Sie musste wachsam bleiben.

Noch heute, sagte sie sich. Noch diese eine Chance.

Danach würde sie sich ihrem Schicksal fügen, wie die silbernen Fäden sich in die verschlungenen Muster fügten, mit denen die Frauen der Wüste Seidenstoffe bestickten.

Sie wünschte sich mit all ihrer Kraft, dass es gelänge. Die Mauer war nicht sehr hoch. Oh, wie sie wünschte, kein fügsamer seidener Faden zu werden!

In der ersten Nacht, in der der Raja sie zu sich rief, wäre alles vorüber. Und der Faden, ihr silberner Lebensfaden, würde reißen. Sie wusste es.

In der Wüste laufen die Gerüchte schneller über den heißen Sand als der Wind.

Die Vögel in den Oasen sangen seit langem von Ahmed Mudhis ungezügeltem Temperament, und die Spiegel auf den Kameltaschen zeigten nachts die Gesichter zweier Frauen, die er in einem Wutanfall vor einigen Jahren erwürgt hatte.

Safia hatte die Skorpione in der Wüste mit ihren emporgereckten Hinterleibern ein Lied vom Jähzorn des Rajas sirren hören – und selbst die Tauben in ihren Verschlägen in diesem kühlen Hof gurrten Verse über seine Eifersucht.

Safia zitterte, wenn sie daran dachte.

Als sie die kühle Hand auf ihrer Schulter spürte, zuckte sie zusammen.

„Komm", sagte die Stimme, die zu der Hand gehörte. Eine angenehme, sanfte Stimme. Zuerst dachte sie, es wäre die Stimme einer Frau. Dann wandte sie sich um und blickte in das Gesicht eines jungen Mannes. Ein weiches, beinahe kindliches Gesicht.

„Komm, wiederholte er leise. „Sie haben mich geschickt, um dir deine Gemächer zu zeigen. Der Raja wird dich heute Nacht nicht empfangen. Es geht ihm nicht gut.

„Das will man auch hoffen", flüsterte Savidh, doch sie flüsterte es so leise, dass der Junge es nicht hören konnte, und er hörte auch die Erleichterung nicht, die in ihrem Herzen schlug.

Sie folgte ihm ins Dunkel des Hauses und bewegte das Wort „Gemächer" in ihrem Kopf hin und her. Es fühlte sich kalt, glatt und sauber an – wie eine Glasmurmel. Noch nie hatte sie einen eigenen Raum besessen, um darin zu schlafen.

„Mein Name ist Lagan, sagte der Junge. „Wann immer du etwas brauchst, genügt es, nach Lagan zu rufen.

„Lagan", murmelte sie. „Die rechte Zeit. Ein seltsamer Name."

Der Junge hob die Schultern. „Sie nennen mich ohnehin anders. Sie nennen jeden anders, als er wirklich heißt. Die Frauen im Harem haben scharfe Zungen."

Safia sah ihn an. „Wie nennen sie dich?"

„Lalit", antwortete er leise und lächelte. „Der Schöne. Sie nehmen mich nicht ernst."

Sie musterte ihn. Er war wirklich schön. Schön wie eine der steinernen Figuren, die den Innenhof zierten. Sein Gesicht war so ebenmäßig wie nichts sagend. Vermutlich war es schwer, ihn ernst zu nehmen. Er wirkte so kindlich. Und auch er, dachte sie, war ein Diener. Es gab nichts in seinem schönen Gesicht, das ihm selbst gehörte.

Sie ließ ihre Hand am Treppengeländer entlangstreifen, während sie ihm die Stufen hinauffolgte und wusste, dass sie den heißen, körnigen Wüstensand vermissen würde.

Und so begann ihr kurzes Leben im Harem.

Der Raja empfing sie des Längeren nicht.

Kaum, dass die dringenden Geschäfte hinter den Mauern von Jaisalmer erledigt waren, hatte ein Fieber ihn gepackt und auf sein reich besticktes Bett geworfen.

Und da lag er nun und glühte und träumte alb und ärgerte sich, dass er das Schmuckstück, welches er von seiner Reise mitgebracht hatte, noch immer nicht berühren konnte.

In den besseren Momenten ließ er sich in eine Unzahl weicher Decken wickeln, saß in dem kleinen Erker seines Schlafgemachs und sah durch das Fenster hinaus in einen der Höfe, wo das schöne Mädchen aus der Wüste bisweilen am Brunnenrand träumte: Genauso, dachte er, wie sie unter der Dattelpalme in jener Oase geträumt hatte, wo er ihr zuerst begegnet war.

Und er verzehrte sich nach ihr, er fieberte im allerwahrsten Sinne nach ihrer kühlen Nähe. Doch sein Körper verwehrte ihm die Zusammenarbeit, und Ahmed Mudhi musste sich in Geduld üben, bis das Fieber abgeklungen war.

Lalit stand seit zwei Jahren im Dienste des Rajas.

Er war sehr gehorsam und überbrachte seiner Familie jeden Monat das Geld, das er dort verdiente.

Ahmed Mudhi besaß zwei Haupt- und fünf Nebenfrauen. Sie verwandelten die kühlen Innenhöfe des Harems in eine Landschaft aus blitzendem Schmuck und flirrender Seide, und nach und nach hatten sie ihm eine unübersichtliche Anzahl von Kindern geschenkt. Die Kinder wuchsen und gediehen in den Höfen wie die duftenden Jasminsträucher, und an manchen Tagen besuchte Ahmed Mudhi sie, um mit ihnen im flirrenden Licht unter den Schatten spendenden Blättern seiner Mangobäume zu spielen.

Abgesehen von Ahmed Mudhi selbst kümmerte sich eine kleine Heerschar von Schneidern, Köchen, Wächtern und Dienerinnen um die Frauen – und da er etwas auf sich hielt, hatte der Raja im vorletzten Monsun auch einen jungen Eunuchen angestellt, der mit der verantwortungsvollen Aufgabe betraut war, sich um die Tauben und den Staub in den Innenräumen zu kümmern: Lalit mit dem schönen, weiblichen Gesicht. Er teilte seine Aufmerksamkeit gerecht zwischen den Tauben und dem Staub auf, und er arbeitete sehr gewissenhaft und still.

Da die Frauen ihn mochten, beauftragten sie ihn gegen ein angemessenes Entgelt mit einer Menge kleiner Botengänge – und die eine oder andere ließ ihm auch ein noch etwas angemesseneres Entgelt zukommen, wenn er seine Tauben in ihren Diensten ein geheimes Briefchen an einen nicht ganz offiziellen Liebhaber in der Stadt überbringen ließ.

Als er die neue, die achte Frau des Rajas sah, war auch Lalit beeindruckt von ihrer Schönheit. Es ist ein Gerücht, dass Eunuchen keinen Blick für schöne Frauen haben. Und Safias Schönheit strahlte heller als alles, was er bisher gesehen hatte.

Aber sie war auch seltsam. Sie machte ihm Angst.

Er hatte die anderen Diener über sie reden hören: Sie sagten, sie wäre eine Verrückte.

Sie war anders als alle Frauen, die Lalit kannte. Sie schlug ihre Augen nieder wie eine, die schüchtern ist, doch als er den Blick dieser Augen zum ersten Mal einfing, erschrak er. Da war ein Glühen in ihnen und ein Zischen wie von Wassertropfen, die im Feuer zerstoben. Ihre Augen waren grün wie Türkise. Noch nie hatte er eine mit türkisfarbenen Augen gesehen.

Sie musterte die Umgebung mit diesen Augen wie ein kleines Tier. Ihr Blick sprang unter der Tarnung ihrer gesenkten Lider und ihrer langen Wimpern hin und her, rastlos, gehetzt, scharf. Sie nimmt alles in sich auf, dachte er. Die Kübel mit den Palmen im Hof. Die Formen der Schatten auf dem glatten Steinboden. Jede Tür, jedes Fenster.

Sie plant ihre Flucht, dachte er. Er sollte Recht behalten. Es vergingen zwei Wochen, bis sie es eines Nachts versuchte. Doch sie kam nicht weit. Ihre Hände waren zerkratzt von den Dornen der Ranken, als die Wächter sie zurückbrachten, und die weißen Zähne in ihrem schönen Mund blitzten kampfeslustig. Ihre grünen Augen aber glänzten, als stünden Tränen darin. Lalit stand am Fenster seiner kleinen Kammer und sah es, obwohl es Nacht war.

Sie hatte versucht, über die Mauer im Garten zu klettern.

Beinahe wäre es ihr gelungen. Doch von nun an würden sie sie strenger bewachen: Es würde keine zweite Chance geben.

Die Nacht ihres einzigen Fluchtversuches aus dem Hause des Rajas war jene, in der sie das erste Mal länger mit ihm sprach. Und es war die Nacht, in der sein Leben begann, sich zu ändern.

Lalit hatte lange wach gelegen und keinen Schlaf gefunden, wobei sich ja zumeist das eine aus dem anderen ergibt. Schließlich war er aufgestanden und durch die stillen Höfe geschlichen, hatte die schlafenden Tauben im Traum gurren hören und an die misslungene Flucht der achten Frau des Rajas gedacht.

Er konnte nicht anders, als vor sich selbst zuzugeben, dass er neugierig war. Warum hatte die Schöne versucht, über die Mauer zu klettern?

Schließlich nahm er all seinen Mut zusammen, verließ seine träumenden Tauben und stieg die Treppen zu ihrem Zimmer hinauf.

Er klopfte ganz leise an ihre Tür.

„Komm herein", sagte sie.

Und da saß sie, im Schneidersitz auf einem bestickten Kissen im Fenster, ganz still und ganz gerade, und sah hinaus. Sie drehte sich nicht nach ihm um.

„Ich sah, dass seit langem eine Öllampe in deinem Fenster brennt, sagte er und wurde rot. „Und ich dachte … ich wollte fragen … ob du etwas brauchst?

Sie nickte. „Ich brauche eine ganze Menge, entgegnete sie, „aber nichts, was du mir bringen könntest.

„Wer weiß?, sagte er ernst. „Was, beispielsweise?

Sie lachte. Nun drehte sie sich doch um.

„Den Wind in der Wüste, erwiderte sie. „Den Geruch des offenen Feuers. Die Spur der Sterne am Himmel. Kannst du mir eines dieser Dinge bringen?

Lalit versuchte, eine schlagfertige Antwort zu finden, doch ihm fiel auf die Schnelle keine ein. So trat er unbehaglich nur von einem Bein aufs andere und hielt sich mit dem Blick an dem kleinen Tisch in der Ecke fest.

Sie hatte eine Art Altar darauf aufgebaut. Er erinnerte sich, dass die anderen Frauen gesagt hatten, sie wäre eine Hindu, keine Muslimin, und ließ seine Augen über die winzigen, bunt angemalten Götterfiguren gleiten, die dort nebeneinander standen.

Da waren sie alle: Shiva mit der Mondsichel im Haar, seine Gattin Parvati, Brahma mit den vier Gesichtern und seine weise Angetraute Sarasvati. Ganesha, der freundliche Gott mit dem Elefantenkopf, Kali, die Göttin der Wut, Hanuman, der Affengott, Lakshmi, die Göttin des Wohlstandes in ihrer Lotusblüte – und zuletzt Krishna, der Flötenspieler.

Sie war wohl den Spuren seines Blickes gefolgt, denn sie sah ihn an und sagte: „Auch du bist Hindu, nicht wahr?"

Er nickte.

„Ich vermisse die Geschichten hier, sagte sie. „Die Geschichten über die Götter. Hier gibt es niemanden, der sie erzählen könnte. Das Ramayana, das Mahabharata … und all die kleinen, verworrenen Erzählungen über diese große, unübersichtliche Familie.

Sie nickte den Götterfiguren zu, und es kam ihm merkwürdig vor, dass sie so über sie sprach. Er war sich nicht sicher, ob man so über die Götter sprechen durfte und was sie sagen würden, wenn sie es hörten.

„Geschichten, fuhr sie fort, „sind ausgezeichnete Fluchtwege.

Sie schwieg eine Weile, und er trat vorsichtig einen Schritt näher, um sich ihre Götterversammlung genauer anzusehen. Die kleinen Figuren wirkten abgenutzt – als hätte jemand sie viele, viele Male in der Hand gehabt, um ihren Rat zu erbitten. An einigen Stellen war die grelle Bemalung abgeplatzt, und das einfache, billige Holz kam zum Vorschein.

Geschichten sind ausgezeichnete Fluchtwege.

Der Satz stand noch immer im Raum, hing zwischen den Götterfiguren wie eine schwere, dunstige Wolke.

„Wovor willst du fliehen?", fragte er.

„Vor dem Tod", sagte sie ernst und sah wieder aus dem Fenster, wo die steinernen Mauern Ahmed Mudhis die Weite der Nacht zu einem Viereck zusammenschnürten.

„Vor dem Tod, entgegnete Lalit, „kann man nicht fliehen. Man muss ihn annehmen, wenn er kommt.

„Es ist eine Frage des Zeitpunkts."

„Jedenfalls, sagte er schnell, „ist es nicht an uns, den Zeitpunkt zu bestimmen.

„Vielleicht nicht, antwortete sie. „Aber es scheint an Ahmed Mudhi zu sein, das zu tun.

Lalit sah sie fragend an, und obgleich sie nach wie vor in die Dunkelheit hinaussah, spürte sie seine Frage offenbar in der stickigen Luft.

Es war warm in dieser Nacht. Der Wind war ausgefallen, und die Verantwortlichen schienen ihn nicht wieder zum Laufen zu bekommen.

„Ich werde sterben, sagte sie fest. „Wenn er mich zu sich ruft, wird er mich töten. Er hat eine Jungfrau erhandelt, und er ist betrogen worden. Man weiß, was er mit solchen Frauen tut.

Sie sah ihn an, und ihre türkisfarbenen Augen flackerten. „In Indien", sagte sie, „gibt es zu viele Namen mit zu vielen Bedeutungen. Die meisten sind falsch. Mich nennen sie Safia, die Tugend. Aber ich bin Shamim, das Feuer. Sie wollen, dass ich Satya bin, die Wahrheit, Sadhana, die Verehrung, Sarala, die Ehrliche. Doch ich bin Sandhya, die Dämmerung, Sanvali, das Zwielicht, Sharvati, die Nacht.

Ich bin Shampa, der Blitz, Shalmali, die auf dem Seidenbaum lebt, und Shakuntala, die von den Vögeln aufgezogen wurde. Wenn ich von mir selber spreche, bin ich Raka. Der volle Mond. Das ist es, was ich in der Wüste war, wenn sie mich alleine ließen. Falls du mich rufst, rufe mich so."

Lalit schwieg. Er spürte ihre türkisfarbenen Augen noch immer auf sich ruhen und hatte das Gefühl, sie erwartete, dass er etwas sagte. Aber er schwieg.

Es gab nichts, das er hätte sagen können.

„Vielleicht brauche ich doch etwas, sagte sie nach einer Weile. „Eine Geschichte ist nur dann eine gute Geschichte, wenn sie einen guten Zuhörer hat.

Raka strich über Gott Ganeshas Elefantenrüssel und lächelte wieder. „Wenn du versprichst, mir zuzuhören, werde ich erzählen. Ein Stück weit. Jede Nacht. Wirst du zuhören?"

Lalit zögerte. Was würde geschehen, wenn man ihn hier entdeckte? War es erlaubt, des Nachts bei einer von Ahmed Mudhis Frauen zu sitzen, um ihr zuzuhören?

Es war nicht verboten. Das Zwielicht zwischen beiden jagte ihm einen bisher unbekannten Schauer über den Rücken. Und er hatte noch immer Angst vor ihren Augen. Doch gleichzeitig faszinierte sie ihn.

Sie stand auf, und Lalit bewunderte wieder die Anmut ihrer Gestalt. Es war nicht weiter verwunderlich, dass Ahmed Mudhi sie besitzen wollte. Doch das, was Lalit in ihren Augen sah, passte so gar nicht zu Rakas lieblichem Äußeren. Ahmed Mudhi, überlegte Lalit, konnte ihre Augen nicht gesehen haben. Sonst hätte er es nicht gewagt, sie zu heiraten.

Sie nahm in einer Ecke des breiten Fensterbretts Platz, schlug die Beine unter und wies Lalit an, sich ihr gegenüberzusetzen.

„Es kann nicht schaden, sagte sie, „die Nacht im Auge zu behalten.

Lalit setzte sich und achtete darauf, sie nicht zu berühren.

Ihm fiel auf, dass er ihre Frage nicht beantwortet hatte.

Nicht mit Worten.

Aber die Tatsache, dass er genau jetzt hier saß, versprach der achten Frau des Rajas: Er, Lalit, würde zuhören. So lange und so oft sie wollte. In jeder Nacht, in der noch Zeit dafür war. Die Tauben kratzten seine Antwort mit ihren träumenden Krallen ins Holz ihrer Verschläge, die Zikaden summten sie in die Nacht, und die Blätter des Mangobaums unter dem Fenster raschelten sie in grüner Dunkelheit.

Und Savidh – oder Raka – wusste derlei Antworten zu deuten: so, wie sie die Botschaft der Skorpione in der Wüste gedeutet hatte, die ihren Tod ankündigten. Sie schlug die Augen nieder, um ihren geduldigen Zuhörer nicht mit dem Feuer darin zu versengen, und begann.

Durch den Wind

Der Blutstein

Ich brauche dir nicht zu erzählen, dass es in Indien üblich ist, mehrfach zu leben.

Unsere Welt ähnelt einem großen bunten Spielbrett: Man steigt und fällt auf der Skala, je nachdem, wie viele Punkte man in der letzten Runde gesammelt hat.

Punkte für Tapferkeit, Punkte für Treue, Punkte für Ehrlichkeit.

In manchen Spielrunden kommt man als Ratte zur Welt, in manchen als weiser Mann.

Auch die Götter werden mehrfach geboren.

Vishnu beispielsweise erschien sieben Mal auf der Erde und verwirrenderweise jedes Mal unter einem anderen Namen.

Zur Zeit dieser Geschichte hieß er Krishna und war der Gott der Liebe. Mit der Musik seiner Querflöte betörte er die Kuhhirtinnen auf den kargen Weiden am Rande der Wüste. Es war eine großartige Zeit, voll vom Duft des weißen Jasmins und dem Geruch der Nacht. Die steinernen Figuren in den Tempeln erzählen eine Menge davon.

Doch eines verschweigt der behauene Stein: Eines Tages nämlich zeugte Krishna in einem Palmenhain südlich von Nirgendwo eine Tochter.

Danach verschwand der schöne Flötenspieler, und seine Tochter wuchs als gewöhnliches kleines Mädchen bei einer Familie auf, in einem Dorf aus Lehmhäusern und Staub, wo der sandige Wind ihr Schlaflieder sang. Und doch wusste sie tief in ihrem Herzen, dass sie eine Prinzessin war.

Eines Tages spielte sie am Rand eines Reisfeldes und fütterte die Vögel, als der Dämonenkönig Ravana sie aus einer Hecke heraus beobachtete.

Bei ihm war sein erster Diener Suryakanta, dessen Name Edelstein bedeutet.

Die Anwesenheit der Dämonen machte die Vögel nervös, sodass einer von ihnen nach der Prinzessin hackte. Sie zog mit einem Aufschrei ihre Hand fort, während ein einziger, dicker Tropfen Blut an ihrem Zeigefinger erschien.

Bei der plötzlichen Bewegung wandte sich die Prinzessin der Hecke zu, in der Ravana und sein Diener sich versteckt hielten. Und kaum hatte Ravana ihr wunderschönes Antlitz erblickt, da war er verloren: Er verliebte sich sofort in die kindliche Prinzessin.

Das Blut an ihrem Finger floss zur Erde. Doch ehe er dort ankommen konnte, verwandelte sich der Tropfen in einen taubeneigroßen roten Edelstein, der intensiv zu leuchten begann.

Und so hatte sich Suryakanta, Ravanas gieriger Diener, ebenfalls verliebt – er war sofort in Liebe zu dem Edelstein entbrannt.

Der Stein aber versank in den grünen Fluten des Reisfeldes, an dessen Rand die kindliche Prinzessin gespielt hatte. Suryakanta verbiss sich einen Fluch. Im Wasser zwischen den Halmen wurde der Juwel lange Zeit nicht wiedergefunden, bis ihn schließlich ein Bauer entdeckte, der ihn gegen eine weiße Kuh an einen Freund eintauschte, welcher ihn wiederum einem reisenden Franzosen verkaufte, der ihn später in Paris an einen Briten verlor … doch dies ist eine andere Geschichte – zu sagen bleibt nur so viel: Der Stein verschwand für eine geraume Weile und tauchte erst sehr viel später wieder in Indien auf – ungefähr zu der Zeit, zu der auch alles andere sich zutrug.

Die Jahre gingen ins Land, und Krishnas Tochter wuchs zu einer jungen Frau heran. Ihre ehedem bereits beträchtliche Schönheit vermehrte sich immer weiter, bis sie so hell erstrahlte wie die Sonne am Himmel, und der Dämonenkönig Ravana sann lange darüber nach, wie es ihm gelingen könnte, sie

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Rezensionen

Was die anderen über Tigermond denken

3.0
4 Bewertungen / 6 Rezensionen
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Leser-Rezensionen

  • (1/5)
    A Romeo & Julietesque adventure set in India, complete with Indian gods, superstition, a sacred stone, talking tigers and more. Antonia uses her year spent in India to craft a tale that rings of Scheherazade and her quest to stay alive by telling tales each night of her captivity. I think she went a little overboard by throwing in 2 very unnecessary, very adult love scenes in a book of children's fantasy, which spoiled it for me.
  • (5/5)
    This is a beautifully written book that goes from one story to another, intertwining them together in a stunning and smoothly flowing way. I especially enjoyed the few chapters where Safia, the princess forced to marry against her will, tells the tale of a young boy who is sent, against his will, to rescue a god's daughter. As the book continues, the characters develop and friends are made. I felt as though I knew them personally, and I was sad when it ended, because I truly enjoyed it.But of course, every good book must come to an end.
  • (2/5)
    I bought this at a Barnes and Nobles that was going out of business years ago. I thought the cover was just beautiful. While it sounds like it's the story of a princess, it's really the story of a thief that goes on a quest to save the princess and I think this the first thing that threw me off. I expected to follow the princess, instead I was following a thief who was suddenly turning his life around and his white tiger. And then there is the woman telling the thief's story who makes it clear that she doesn't believe the story in the end and yet clearly it does all seem to be happening with her participation no less.

    That being said, I did think that the story was actually beautifully told. The language was gorgeous and the look of the book also worked very well with the story including some nice patterns on each page. I know the book is good but it wasn't for me as much as I thought it was.
  • (4/5)
    I liked the flair that the Indian culture added to genre. It moved at a good pace, and even though I was busy and it took me longer to read than normal, I was able to pick the book after sitting it down and continue on, which is sometimes hard for me to do. Nice enjoyable read with a sweet yet unexpected ending.
  • (5/5)
    Okay after finishing this book I just have to say "I LOVED THIS BOOK". This book is a winner the the 2009 Batchelder Honor Award as well as the 2009 ALA Notable Book.This is a story within a story that has a fairytale like feel to the inner story. Raka, a new bride, tells the story of Farhad and Nitish. Krishna's daughter has been kidnapped by the demon Ravana but Krishna cannot save his daughter himself, so he finds a hero to rescue her. However, the hero, Farhad, is rather reluctant to undertake the adventure and has to be threatened into going to the rescue of the princess. As the story is told Farhad is join on his adventure by Nitish, a talking white tiger, and both must overcome numerous obstacles. As Farhad's story progresses you are a witness to his transformation into a true hero. Though the stories start out as two different stories by the end of the novel they have intertwined and the line betweeen fantasy and reality has blurred.This is a truly wonderful novel filled with the magic, charm and simplicity of India. The very language and description has the beauty and danger one would expect from India and it brings this novel to life.
  • (4/5)
    I really enjoyed this story, which is a story within a story, actually. It begins with the arranged (forced?) marriage of Safia to Ahmed Mudhi. She fears he will kill her when he learns her secret, and tries to escape this fate. While Mudhi recovers from an illness, she is watched over by the eunich Lalit, and tells him a story of the young thief Farhad. Farhad has been chosen by Krishna to rescue his princess daughter from an unwanted marriage to a demon king. With the help of white tiger (who fears water), they travel across India in their attempt to save the princess, and learn the truth about themselves in the process. A fascinating story, rich in imagery, fun to read, a great way to learn about India and Hinduism, as well as learning the art of storytelling. One of my favorite ARCs I brought back from ALA's annual conference in Anaheim in 2008.