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Die ganz andere Las Vegas Hochzeit

Die ganz andere Las Vegas Hochzeit

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Die ganz andere Las Vegas Hochzeit

Länge:
155 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 14, 2018
ISBN:
9781547511723
Format:
Buch

Beschreibung

Was Hochzeiten angeht, kann Bella Johnson nichts mehr überraschen – so dachte sie als jahrelange Betreiberin einer Las Vegas Hochzeitskapelle zumindest. Bis sie eines Morgens zusammen mit einem gutaussehenden und charmanten Briten im Bett aufwacht, den sie erst am Tag zuvor kennengelernt hat und der behauptet, sie hätten geheiratet. Weder Bella noch Colin können sich an ihr Jawort erinnern, auch wenn ihre Großeltern felsenfest davon überzeugt sind. So muss sich Bella gemeinsam mit ihrem frischangetrauten Mann auf die Suche nach der Wahrheit machen und herausfinden, dass die Wahrheit eine trügerische Angelegenheit ist...

Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 14, 2018
ISBN:
9781547511723
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Die ganz andere Las Vegas Hochzeit - Caroline Mickelson

Kapitel 1

„Wenn das schon wieder eine Mahnung ist, Opa, dann kannst du direkt auf dem Absatz kehrt machen. Bella Johnson legte ihren Stift auf dem Notizblock ab, auf den sie gerade ein paar Zahlen gekritzelt hatte. Sie warf einen kurzen Blick auf den Stapel Briefe, den ihr Opa in der Hand hielt. „Ich möchte diese Briefe nicht in der Nähe meines Schreibtisches sehen. Außer du glaubst, dass einer davon einen Scheck beinhalten könnte.

„Tut mir leid, Zuckerfee, keine Einnahmen in Sicht. Clive Johnson, der 72-jährige Eigentümer der Hochzeitskapelle der Hoffnungsvollen Herzen, ließ den Stapel Briefe auf den Schreibtisch seiner Enkeltochter fallen. Er küsste sie flüchtig auf die Stirn und lächelte sie aufmunternd an. „Aber denk immer daran, wir sind hier in Las Vegas und das Blatt kann sich jederzeit für uns wenden.

„Genau das macht mir Angst, sagte Bella. Die Briefe würde sie erst mal ignorieren. Sie konnten hinter all den anderen Zahlungsaufforderungen der Floristen, Fotografen und Geschäfte für Hochzeitszubehör warten. „Und jetzt sag mir bitte nicht auch noch, dass unser neuer Elvis zugenommen hat und nicht mehr in sein Outfit passt.

„Okay, dann erzähl ich dir besser nicht, dass ich ihn in der Eisdiele ums Eck gesehen habe. Ich sag’s dir, der Junge liebt Karamellsauce über alles."

Bella konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Opa, machst du dich gerade über mich lustig?"

„Das tue ich. Sieh es als den verzweifelten Versuch eines alten Mannes an, ein bisschen gute Laune in deinen Alltag zu bringen. Habe ich das geschafft?" Er sah sie hoffnungsvoll an.

„Dein Plan ging auf, ich musste lachen. Bella wurde wieder einmal bewusst, wie sehr sie den Mann liebte, der sie aufgezogen hatte, nachdem sie traurig und allein als schlaksiges 8-jähriges Mädchen mit ihren langen roten Zöpfen vor seiner Tür gestanden war. Ihre Traurigkeit war schon kurze Zeit nach ihrer Ankunft in Nevada verschwunden und mittlerweile wusste sie auch, dass sie auf ihre langen Beine stolz sein konnte, aber damals fühlte sie sich wie ein tollpatschiges Fohlen. Ihre Haarfarbe war noch immer dieselbe, aber dass ihr Opa sie als rotbraun bezeichnete, machte es doch um einiges leichter. „Es tut mir leid, dass ich wegen den Rechnungen zurzeit so ein Griesgram bin. Ich muss nur ständig daran denken, dass wir bald ein paar drastische Entscheidungen treffen müssen, wenn sich nicht rasch etwas ändert.

„Veränderung. Ihr Großvater zeigte mit einer einladenden Geste auf die gut zweihundert Quadratmeter große Hochzeitskapelle, die er 1952 eröffnet hatte. „Ich gehe mit der Zeit.

„Wenn du das sagst."

„Was denn? Ihr Opa sah sich um. „Wir haben erst kürzlich umdekoriert.

„Die frühen 80er sind nicht kürzlich, Opa." Als wahrer Romantiker hatte Clive Johnson das royale Hochzeitsfieber gepackt, als Prinz Charles um die Hand der jungen, schüchternen Lady Diana Spencer angehalten hatte. In einem seltenen Moment der Extravaganz hatte Bellas Opa mit ihrer Hilfe seine geliebte Kapelle neu gestrichen, verputzt und neue Teppiche verlegt. Damit war die 50er-Jahre-Deko verschwunden und die 80er hatten Einzug gehalten. Die einzige Veränderung, zu der Bella ihren Opa seitdem überreden hatte können, war das Entfernen des Hochzeitsbildes des vom Unglück verfolgten royalen Hochzeitspaares.

„Findest du, dass wir renovieren sollten?"

In Wahrheit wusste Bella, dass sie sich nicht einmal mehr eine Briefmarke leisten konnten. Somit war eine Renovierung ausgeschlossen, aber es war sinnlos, das Offensichtliche laut auszusprechen. „Vielleicht nächstes Jahr."

„Das ist die richtige Einstellung. Clive klatschte in die Hände und zeigte zur Tür. „Bella, ich bin mir sicher, dass die nächste Person, die durch diese Tür tritt, ein Vorbote des Glücks sein wird. Sie starrten beide für eine Weile auf die Glastür, aber niemand kam auch nur in die Nähe des Eingangs. „Wir müssen nur Geduld haben."

Drei Minuten später wollte Bella ihrem Opa gerade sagen, dass sie sich besser wieder an die Arbeit machen sollten, als die Glöckchen über der Tür vielversprechend läuteten.

Ein junges Paar in Hochzeitskleidung und mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht trat ein. Frisch verliebt, dachte Bella, oder zu viel Champagner? Vielleicht beides. So oder so waren sie Kunden.

Ihr Opa ging auf die beiden zu und lächelte sie zuversichtlich an. „Willkommen in der Hochzeitskapelle der Hoffnungsvollen Herzen."

Die Braut neigte den Kopf zur Seite. „Hoffnungsvolle Herzen? Habe ich das gerade richtig verstanden?"

„Ganz genau. Clive breitete seine Arme weit aus, wie ein Magier, der aus einer Katze einen Tiger heraufbeschwören wollte. „Wenn Sie bereit für das Eheglück sind, sind Sie bei uns genau richtig.

Die beiden sahen sich im Raum um und drehten sich dann zueinander. „Ehrlich gesagt, glaube ich, dass wir das nicht sind", sagte der zukünftige Bräutigam.

„Sie haben nur kalte Füße, das ist alles. Haben Sie keine Angst, die Ehe ist eine gesegnete Verbindung."

Die Ehe ist ein Glücksspiel und das Glück scheint diesem Haus nicht wohlgesonnen zu sein, dachte Bella. Sie sagte jedoch lieber nichts. Ihr Opa sah so hoffnungsvoll aus, dass sie es nicht übers Herz brachte, ihn zu unterbrechen.

„Nein, mein Verlobter will damit sagen, dass wir am falschen Ort sind, korrigierte die Braut. „Ist das nicht die Hochzeitskapelle der Glücklichen Herzen?

Bella und ihr Opa tauschten einen kurzen Blick aus. Es sah ganz so aus, als ob der Vorbote kein Glück im Gepäck hätte.

„Ist das nun die Kapelle der Glücklichen Herzen?" hakte die Braut nach.

„Sie könnte es sein", sagte Clive mit einem letzten Rest Hoffnung in der Stimme, was Bella schwer ums Herz werden ließ.

Sie stand auf und ging um ihren Schreibtisch herum. „Die Kapelle, die Sie suchen, ist einen Block weiter den Strip hinunter. Kommen Sie, ich zeige Ihnen den Weg. Sie ging mit dem Pärchen hinaus auf die Straße und zeigte ihnen den Weg zur gesuchten Kapelle. „Viel Glück, rief sie ihnen noch hinterher. Sie würden es brauchen können.

Und sie selbst ebenfalls, wenn sie die Kapelle weiterführen wollte.

„Wir sind auf dem richtigen Weg, sagte ihr Großvater, als sie wieder zu ihm stieß. „Die nächste Person, die durch die Tür kommt, wird der Glücksbringer sein, den wir brauchen.

Bella seufzte. Ihr Großvater war nicht von seinem Optimismus abzubringen, wenn er erst einmal in Fahrt war. Sie nahm einen 20-Dollar-Schein aus ihrer Geldbörse und reichte ihn ihm. „Nimm dir den Rest des Tages frei, Opa. Damit kannst du zum Bowling gehen und Mittag essen."

Clive blickte auf den Geldschein. „Vielleicht sollte ich das wirklich. Wenn wir erst für den restlichen Monat ausgebucht sind, werden wir wahrscheinlich kaum noch Freizeit haben."

Bella lachte. „Nur du siehst wirklich immer einen Silberstreifen am Horizont, Opa. Nun geh schon und amüsiere dich."

„Kommst du mit?"

Sie schüttelte den Kopf. „Ich möchte nicht die Damen vergraulen, die sich in dich verguckt haben könnten. Geh nur, ich komme hier alleine klar."

Er sah sie zögernd an. „Bist du dir sicher?"

„Absolut. Bella kniff ihm aufmunternd in den Arm. „Außerdem muss jemand hier bleiben und unseren Glücksboten empfangen, sobald er zur Tür hereinkommt. Das kann ich übernehmen.

***

Colin Bladestone stand auf dem Las Vegas Strip und blickte zum strahlend blauen Himmel über ihm hoch. Nur ein paar einzelne weiße Wolken waren zu sehen und die Vormittagssonne war stark, aber gerade noch erträglich. Es war ein weiterer wunderschöner Tag in der Stadt der Sünde, was Colin sehnsüchtig an den wolkenverhangenen Himmel in seiner Heimat England denken ließ. Der graue Himmel dort würde deutlich besser zu seiner Laune passen.

Colin war zum ersten Mal in Las Vegas und er hoffte inständig, dass es auch sein letztes Mal sein würde. Er spähte in die Hotel- und Casinoeingänge, als er die Straße entlangging. Die Lichter und Bauten wirkten im Morgenlicht grell und überzogen. Die Nacht schmeichelte Las Vegas deutlich mehr als das Tageslicht. Nicht, dass er letzte Nacht sein Hotelzimmer verlassen hätte. Stattdessen hatte er sich für ein Steak auf seinem Zimmer entschieden und den restlichen Abend damit verbracht, seine Unterlagen für das Meeting heute durchzugehen. Er hoffte, dass er gut vorbereitet war oder zumindest besser als seine beiden Cousins. Auch wenn seiner Meinung nach keiner von beiden seinem Geschäftssinn das Wasser reichen konnte, war er sich sicher, dass sie in Kampflaune waren und richtig ausholen würden, um schlussendlich als Sieger aus dem Ring zu steigen. Die Siegesprämie waren die Millionen seiner Großmutter und die endgültige Kontrolle über das Treuhandvermögen seiner Familie. Das war kein Einsatz, den er kampflos überlassen würde. Nicht den beiden.

Colin blickte auf die Uhr. Zehn nach zehn. Er runzelte die Stirn. Es war doch schon zehn nach zehn gewesen, als er das letzte Mal auf die Uhr geblickt hatte. Er schüttelte sein Handgelenk und tippte dann mit dem Finger auf das Ziffernblatt. Nichts rührte sich. Er griff in seine Hosentasche, um sein Handy herauszuholen, fand aber nichts. Er hatte es auf der Kommode im Hotelzimmer liegengelassen. Er stöhnte.

Zu spät zu kommen war das Letzte, was er jetzt gebrauchen konnte. Auch wenn es genau das Meeting war, vor dem es ihm die ganze Woche gegraut hatte und er sich ständig gesagt hatte, dass er beinahe alles tun würde, um es zu umgehen. Er würde es sogar vorziehen, an einem heißen Tag ohne Klimaanlage in der Rush Hour von Los Angeles festzustecken, als an diesem Meeting teilzunehmen. Aber die Pflicht rief und so musste er an der jährlichen Treuhandsitzung der Bladestone-Familie teilnehmen.

Er sah sich auf der halbleeren Straße um. Vormittags waren in Las Vegas nicht gerade viele Geschäfte geöffnet. Verdammt noch mal. Aber mit Rumstehen würde er auch nicht schneller zum Meeting kommen, also ging er zu Fuß los. Es war niemand in der Nähe, den er nach der Uhrzeit fragen hätte können, aber ein paar Meter vor ihm sah er zwei Personen aus einem Gebäude treten und energisch die Straße entlanglaufen. Er beschleunigte seine Schritte. Irgendwo in diesem Gebäude musste es eine Uhr geben. Sie würde sicher wie alles in Vegas geschmacklos sein, aber er würde dann wenigstens wissen, wie groß seine Verspätung war.

Er erreichte den Eingang des Gebäudes, dessen Fassade wie die einer mit weißen Schindeln verzierten Kirche aussah. Zwei verschlungene, neonrote Herzen hingen über einem Schild, das mit schwarzen Buchstaben ankündigte, dass er vor der Hochzeitskapelle der Hoffnungsvollen Herzen stand. Er öffnete die Glastür und sah sich nach einer Uhr um, konnte aber im Eingangsbereich keine entdecken. Verdammt nochmal, interessierte es in Vegas wirklich niemanden, wie spät es war?

„Hallo?", rief er und fühlte sich umgehend deplatziert. Niemand antwortete ihm, was zu diesem verfluchten Morgen passte. Er ging über den schwarz-weiß gefliesten Boden und fragte sich, ob das Gebäude wohl früher ein Diner gewesen war. Ein roter

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