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Wyatt Earp 155 – Western: Montana Overland

Wyatt Earp 155 – Western: Montana Overland

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Wyatt Earp 155 – Western: Montana Overland

Länge:
146 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 3, 2017
ISBN:
9783740922214
Format:
Buch

Beschreibung

"Vor seinem Colt hatte selbst der Teufel Respekt!" (Mark Twain) Der Lieblingssatz des berühmten US Marshals: "Abenteuer? Ich habe sie nie gesucht. Weiß der Teufel wie es kam, dass sie immer dort waren, wohin ich ritt." Diese Romane müssen Sie als Western-Fan einfach lesen!

Die letzten Sterne verblaßten, und von fern am östlichen Horizont graute schon mit schwachem Silberlicht der neue Tag.
Umgeben von den gewaltigen Bergriesen der Rocky Mountains, deren zackige Gipfel weiß in den Nachthimmel schimmerten, lag die kleine Stadt Blackfoot inmitten des Glacier County an der Nordgrenze der Vereinigten Staaten.
Es waren die Schwarzfußindianer, die der Stadt ihren Namen gegeben hatten; sie lebten an den Ufern des Medicine River. Zu Beginn der Achtziger Jahre gab es in den Vereinigten Staaten nicht mehr sehr viele Gegenden, in denen die Rothäute noch wie in alten Zeiten frei ihr Leben auf offener Prärie führten. Die Gegend um Blackfoot gehörte zu diesen wenigen Landstrichen. Genau wie die Apachen unten in Arizona und die Pineridges im mittleren Westen, so hielten sich die Blackfeets bis zum letzten Mann an den grünen Ufern des Bergflusses Medicine River auf. Noch heute ist die Indianerreservation der Blackfeets, deren Zentrum immer noch die Stadt Blackfoot ist, eine der größten völkerkundlichen Sehenswürdigkeiten Amerikas.
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 3, 2017
ISBN:
9783740922214
Format:
Buch

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Wyatt Earp 155 – Western - William Mark

Wyatt Earp

– 155–

Montana Overland

William Mark

Die letzten Sterne verblaßten, und von fern am östlichen Horizont graute schon mit schwachem Silberlicht der neue Tag.

Umgeben von den gewaltigen Bergriesen der Rocky Mountains, deren zackige Gipfel weiß in den Nachthimmel schimmerten, lag die kleine Stadt Blackfoot inmitten des Glacier County an der Nordgrenze der Vereinigten Staaten.

Es waren die Schwarzfußindianer, die der Stadt ihren Namen gegeben hatten; sie lebten an den Ufern des Medicine River. Zu Beginn der Achtziger Jahre gab es in den Vereinigten Staaten nicht mehr sehr viele Gegenden, in denen die Rothäute noch wie in alten Zeiten frei ihr Leben auf offener Prärie führten. Die Gegend um Blackfoot gehörte zu diesen wenigen Landstrichen. Genau wie die Apachen unten in Arizona und die Pineridges im mittleren Westen, so hielten sich die Blackfeets bis zum letzten Mann an den grünen Ufern des Bergflusses Medicine River auf. Noch heute ist die Indianerreservation der Blackfeets, deren Zentrum immer noch die Stadt Blackfoot ist, eine der größten völkerkundlichen Sehenswürdigkeiten Amerikas.

Es war eine kühle Oktobernacht.

Ein mittelgroßer vierschrötiger Mann mit zottigem Schnauzbart verließ hemdsärmelig das kleine Schlafgemach seiner Frau.

In dieser Nacht hatte ihm Omely Portland nach langjähriger Ehe endlich den langersehnten Nachkommen geschenkt.

Überglücklich und mit brennenden Augen hatte der Overlandstationshalter Jeffrey Portland die Nacht am Bette der Frau verbracht, und jetzt, als sie endlich eingeschlafen war, ging er auf leisen Sohlen hinaus, nicht ohne noch einmal mit dem Zeigefinger seiner schweren Rechten über die kleine winzige Hand des neuen Erdenbürgers gestreichelt zu haben, der neben dem Bett der Frau in der Wiege lag.

Portland stand nun im dunklen Korridor und fuhr sich über sein schütteres Haar, reckte die steifgewordenen Glieder und ging dann auf Zehenspitzen die Treppe hinunter in den Hausgang, stieß die Hoftür auf und sog die frische Nachtluft in tiefen Zügen in den mächtigen Brustkorb.

Obwohl es eine bittere und angstvolle Nacht gewesen war, war es doch die schönste seines Lebens. Oben neben dem Bett der Frau lag der kleine Jeff Portland. Der Gedanke an das Kind, das nun doch gekommen war, hatte den Mann unerhört glücklich gemacht.

Er blickte über die Dächer hinüber zu den Berggipfeln im Osten, hinter denen der neue Tag jetzt mit grauem Licht heraufkroch.

Da hörte er hinter sich im Office die Uhr schlagen.

»Schon vier«, murmelte er vor sich hin und ging leise in sein Büro. Er stieg in seine Stiefel, die er dort gelassen hatte, nahm seine Jacke von der Stuhllehne und zündete die grünabgeschirmte Kerosinlampe an.

In einer halben Stunde kam schon die Frühkutsche. Bis dahin gab es noch allerlei Arbeit für den Stationsmaster.

Die Postlinie gehörte nicht der Wells Fargo, sondern war Eigentum einer anderen Gesellschaft, die oben in Cut Bank daheim war. Man hatte froh sein müssen, daß in dieser einsamen Gegend überhaupt eine Postkutsche verkehrte. Die Gesellschaft aus Cut Bank hatte die Linie von Shelby über Cut Bank, Browning und Kiowa geleitet und von dort südlich über den gefürchteten Marias-Paß hinauf nach Summit und von dort zur Endstation nach Essex. Zwischen Cut Bank und Browning passierte die Overland die kleine Stadt Blackfoot.

Die Morgenoverland kam durch Blackfoot zwischen zwanzig nach vier und halb fünf, und das war keine angenehme Abfahrtszeit. Da auf der ganzen Linie zeitweilig so geringer Zuspruch herrschte, daß die Gesellschaft schon erwogen hatte, die Route einzustellen, hatten sich die Bürger der betroffenen Städte geeinigt, die Kutsche auch dann zu benutzen, wenn sie es nicht nötig hatten. Das war ein Kuriosum ohnegleichen, über das man ein Buch allein schreiben könnte. Die Städte hielten es so, daß sie Leute, die Zeit hatten, auf Stadtkosten auf Reisen schickten. Beispielsweise von Cut Bank nach Shelby oder von Cut Bank nach Browning oder hinauf in die Berge, um am nächsten Tag wieder zurückzukommen. Nur damit die Eigentümer der Montana-Overland Linie nicht auf den Gedanken kämen, daß die Kutsche auf dieser Strecke völlig überflüssig sei.

Natürlich gab es Dinge, die die Postkutschenlinie vor allem für Blackfoot doch sehr wichtig machten. So brachten einmal im Monat die Bergrancher ihr Geld hinunter auf die Station von Blackfoot, wo es dann mit der Overland nach Cut Bank zur Bank gebracht wurde. Blackfoot hatte keine eigene Bank.

Wer nun aber geglaubt haben sollte, daß Jeff Portland ein gemütliches Leben hatte, hätte sich geirrt. Denn Portland war auch Gemeindeschreiber, hatte also sämtliche Schreibarbeiten, die mit dem Stadtamt zu tun hatten, zu erledigen. Ferner bemühte ihn jeder, der nicht sonderlich mit dem Schreiben bewandert war, für allerlei Briefschaften mit der größten Selbstverständlichkeit, ohne daß Portland etwas dafür bekam. Er war ganz einfach ›der Schreiber‹ der Stadt. Dann war er obendrein noch Hilfssheriff, und um seinen kargen Lohn als Stationsmaster noch aufzubessern, betrieb er nach wie vor sein Sattlerhandwerk, das ihm eine Menge Arbeit, aber auch nicht allzuviel Geld eintrug.

Gerade heute war wieder der Tag, an dem die Overland das Geld an den Ranchern mitzunehmen hatte. Bis spät in die Nacht hinein hatten die Leute von den Ranches die ledernen Geldtaschen gebracht, die nun im Panzerschrank des Office standen. Portland hatte sie alle in einen großen handlichen Sack gesteckt und ihn zugebunden, wie er es immer hielt. Unerledigt waren aber noch die Papiere, die er dem Geld mitgeben mußte. Die Aufregung um die bevorstehende Geburt seines Kindes hatte ihn in der vergangenen Nacht nicht zu dieser Arbeit kommen lassen. So setzte er sich denn jetzt an seinen kleinen Schreibtisch. Kratzend fuhr die Feder übers Papier.

Kurz vor halb fünf hatte er gerade den letzten Federstrich getan, als er das rumpelnde Geräusch der Postkutsche hörte. Er wedelte das Begleitschreiben trocken und legte es zu den anderen, trat dann an den Schrank, öffnete ihn, nahm den schweren Sack heraus und schleppte ihn in den zweitürigen Eingang zur Rampe.

Als er die Tür öffnete, war die Overland schon vor der Station. In einer Wolke von Staub kam die Kutsche, die von zwei Füchsen gezogen wurde, zum Stehen.

Oben auf dem Bock saß ein bärtiger Driver, der auf Kiowa stammte und die Strecke ebensogut wie seinen Revolver kannte; es war der siebenunddreißigjährige Eddie Marsh.

Portland konnte Marshs Gestalt gegen den jetzt heller gewordenen Himmel und die nun fast völlig verblaßten Sterne deutlich sehen. Wie jeden Morgen winkte der Driver. Er richtete sich erst auf, als er den hellen Sack auf der Rampe stehen sah. Er hatte ganz vergessen, daß er heute hier Geld mitzunehmen hatte.

Im nächsten Moment zuckte der Driver plötzlich zusammen, wobei ihm ein erstickter Ruf entfuhr. Dann warf er die Arme hoch und stürzte mit einem gurgelnden Schrei von dem hohen Kutschbock herunter, um hart auf die Straße aufzuschlagen.

Portland starrte entgeistert auf ihn nieder, sprang dann von der Rampe herunter und beugte sich über den Gestürzten. Da erhielt er von hinten einen schweren Schlag über den Schädel, der ihn niederstreckte.

Der Kopf des Posthalters war jedoch derart widerstandsfähig, daß Portland schon nach wenigen Sekunden wieder zu sich kam, sich aufrichtete und so noch den Reiter bemerkte, der in voller Karriere davonpreschte.

Portland fuhr sich durchs Gesicht, torkelte zur Pferdetränke und steckte den Kopf tief hinein, was ihm einen stechenden Schmerz verursachte. Dann richtete er sich wieder auf, schüttelte sich prustend wie ein Hund und blickte die Straße hinunter, auf der noch die Staubwolke stand.

Was war geschehen?

Dann sah er wieder den Mann am Boden liegen.

Und jetzt bemerkte er auch im Rücken seiner hellen Jacke den Messergriff.

Portland kniete sich nieder und wälzte den Driver herum.

»He, Ed, mach die Augen auf!«

Portland hatte Mühe, klar zu sehen und zu denken. Aber ganz allmählich brach doch in seinem schmerzenden Schädel die Erkenntnis durch, daß da ein Toter vor ihm lag.

Und dann erst begriff er, was sich ereignet hatte. Mit einem Ruck richtete er sich auf und sah auf die leere Rampe.

Das Geld! Es war verschwunden!

Portland wandte sich um, stieg auf die Nabe des Vorderrades, riß die Winchester vom Bodenbrett des Kutschbocks, lud sie durch, hakte die Stränge eines der beiden Füchse aus, warf das Geschirr ab, zog die Vorderzügel aus den Schleifen und sprang auf den ungesattelten Rücken des Pferdes, um davonzupreschen.

Nach vierzig oder fünfundvierzig Yards riß er das Pferd zur Seite und sprang vorm Sheriffs Office ab.

Mit beiden Fäusten trommelte er gegen die Tür.

»Coster!« brüllte er. »Fred! Stehen Sie auf! Schnell, stehen Sie auf!«

Da er keine Antwort bekam, hämmerte er wieder gegen die Tür.

Als auch jetzt nichts geschah, lief er zu dem Fuchs, schwang sich auf seinen Rücken und hieb dem Tier die ungespornten Absätze in die Weichen.

Von der ungewohnten Behandlung nervös geworden, schoß der rote Wallach davon.

Die Mainstreet von Blackfoot machte an ihrem Ende eine scharfe Biegung nach Südwesten.

Das Pferd, das sich an den Reiter immer noch nicht gewöhnen konnte, machte plötzlich einen Ruck und schleuderte den Reiter ab.

Unglücklicherweise prallte der Postmaster so schwer mit dem Rücken gegen die Mauer eines Lagerhauses, daß er schwerbetäubt am Boden liegenblieb.

Der Mörder mit seiner Beute entkam.

Aber er entkam nicht ungesehen.

Ein sagenhafter Zufall hatte genau zu dieser Minute einen Reiter aus der welligen buschbesetzten Prärie in das Vorland der Stadt geführt, von wo aus man einen Blick zur Overland hinunter hatte.

Der Mann saß auf einem gescheckten Hengst. Er war hochgewachsen, hatte blauschwarzes Haar, das ihm bis auf die Schultern reichte und stark von Silberfäden durchzogen war. Sein edles bronzefarbenes Gesicht wurde von einem tiefdunklen Augenpaar beherrscht.

Der Mann war ein Indianer, und zwar nicht irgendeine Rothaut, sondern der berühmteste Indianer, den die amerikanische Geschichte überhaupt kennt: der große Apachenhäuptling Cochise!

Er hatte keine Feder im Haar und auch sonst keinen Häuptlingsschmuck. Er trug ein enges dreiviertellanges Hemd aus dünngegerbtem Rohleder, dessen Ärmel mit langen Fransen besetzt waren. Die Hose war ebenfalls enganliegend, unten etwas weiter und an den Nähten mit langen Fransen besetzt. Seine kleinen Füße steckten in leichten Moccasins.

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