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Familien Kaack und Janssen - Herkunft und Geschichte: Landwirte, Lehrer, Adelige
Familien Kaack und Janssen - Herkunft und Geschichte: Landwirte, Lehrer, Adelige
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eBook772 Seiten5 Stunden

Familien Kaack und Janssen - Herkunft und Geschichte: Landwirte, Lehrer, Adelige

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Über dieses E-Book

Vorfahren der Familie Kaack lebten seit dem 15. Jahrhundert als Hufner in Mühbrook am Nordufer des Einfelder Sees. Erst der 1807 geborene Claus durchbricht nach zehn Generationen die Familientradition landwirtschaftlicher Tätigkeit und wird Lehrer. Sein jüngste Sohn Johannes Kaack erlernt in Husum den Beruf des Buchbinders und heiratet die Tochter einer von Föhr und den Halligen stammenden Familie. Ende des 1884 zieht er nach Flensburg und baut ein Unternehmen auf mit Lichtdruckerei, eigenem Verlag sowie einem Groß- und Einzelhandel.

Die frühesten Vorfahren aus der Familie Janssen stammen aus Eckernförde und waren Fuhrleute. Johann Janssen wird 1794 vorehelich von seiner 15-jährigen Mutter geboren und ist mit 4 Jahren Halbwaise. In Ærøskøbing wird später sein Sohn Lorenz Nicolay Ludwig Janssen geboren, der als Zollcontrolleur in Tarnby bei Kopenhagen, dann in Glückstadt und Büsum für die dänische Krone tätig wird. Nach dem Ende der dänischen Herrschaft wird er Rentmeister auf Sylt.

Ein Vorfahre der Janssen ist der 1534 geborene Antonius Steinhaus, ein Nachkomme einer niederrheinischen Familie aus dem Landadel, die u.a. auf die Grafen von Jülich zurückgehen. Steinhaus flieht aus Brabant vor der Verfolgung nach Dithmarschen und wird Landschreiber unter dem königlich dänischen Statthalter von Rantzow.

Die Grafen von Jülich gehen zurück auf karolingische und merowingische Könige und unter den Vorfahren finden sich frühe sächsische, dänische und norwegische Häuptlinge. Hengiste von Sachsen gründet um 450 das Königreich Kent und der spätere König Alfred von Wessex ist ebenso ein Vorfahre wie der normannische Herzog Wilhelm der Eroberer. Unter den Grafen von Boulogne befinden sich frühe Kreuzfahrer und ein König von Jerusalem.

Anführer der Kelten, Goten, Heruler, Burgunder, Vandalen und Salfranken während der Zeit der Völkerwanderung zählen zu den Vorfahren, z.B. Alarich der Westgoten, Theoderich der Große und Geiserich der Vandalen. Über Kaiserin Theophanu sind die armenischen Fürstenhäuser der Mamikonian und Gregoriden direkte Ahnen des Autors.

Die Veränderungen in den Familienzweigen über die Zeit reflektieren gesellschaftliche, kriegerische und politische Einflüsse, werden aber wesentlich durch persönliche Entscheidungen und die Berufswahl geprägt.

Inhalte dieses Buches sind in großen Teilen in der vierten Ausgabe der Chronik Heimat Sylt enthalten, die sich zusätzlich mit den Vorfahren der Familien Carstensen, Wachsmuth und Niedhardt befasst.
SpracheDeutsch
HerausgeberBooks on Demand
Erscheinungsdatum22. Feb. 2019
ISBN9783746004624
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Autor

Jürgen Kaack

Dr. rer. nat. Jürgen Kaack promovierte auf dem Gebiet der Festkörperphysik. In seiner Berufslaufbahn hat er in operativer Verantwortung sowohl bei international tätigen Konzernen wie bei Mittelständlern Managementfunktionen wahrgenommen und Unternehmen erfolgreich mit aufgebaut. Er konzipierte Europas größten Mobilfunk Service-Provider debitel. Als Geschäftsleitungsmitglied führte er debitel zur Marktführerschaft. Als Managementberater lhat er langjährige Erfahrung. Seit 1995 ist Dr. Kaack selbständig tätig und baute als Gesellschafter und Geschäftsführer das Competence Center Telekommunikation der MCN Group auf. Das Konzept für den spezialisierten Netzbetreiber mcn-tele.com AG geht auf seine Initiative zurück. Als Vorstandsvorsitz führte er das Unternehmen von der Gründung bis 2002. Heute unterstützt er mit seiner STZ-Consulting Group Gebietskörperschaften und Unternehmen bei Änderungsprozessen, Wachstumsvorhaben, dem Aufbau von Kooperationen, der Gestaltung von Geschäftsmodellen und dem Management von Innovationsvorhaben. Im Innovationsprojekt T-City hatte er interimsweise die Projektleitung inne. In den letzten Jahren bilden Projekte zur Schaffung von nachhaltigen Breitband-Infrastrukturen einen Schwerpunkt der Projektarbeit. Dr. Kaack ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Schnelles Internet in Deutschland".

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    Buchvorschau

    Familien Kaack und Janssen - Herkunft und Geschichte - Jürgen Kaack

    Widmung

    Die Geschichte der Familien Janssen und Kaack möchte vier meiner Vorfahren widmen, die entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Familie genommen haben:

    Mein Ur-Urgroßvater Lorenz Nicolay Ludwig Janssen hat sich aus einfachen Familienverhältnissen heraufgearbeitet durch den Besuch der Verwaltungsschule in Tondern und den Aufstieg im Dienst der dänischen Krone. Auch den Wechsel von der dänischen zur preußischen Herrschaft hat er erfolgreich gemeistert. Als Rentmeister auf Sylt hat er die Voraussetzungen für den gesellschaftlichen Aufstieg der Familie ermöglicht. Dabei hat er die Familie zusammengehalten und sich sowohl um seine eigenen Eltern als auch um seine Schwiegereltern gekümmert.

    Mein Urgroßvater Johannes Kaack hat in früher Jugend seine Eltern in Borgdorf verlassen und alleine in Husum eine Lehre als Buchbinder absolviert. Später hat er das Geschäft seines Lehrherrn übernommen und dessen Stieftochter geheiratet. Es besaß den Weitblick, das gut gehende Geschäft zu verkaufen und in Flensburg ein größeres Unternehmen mit Druckerei mit eigenem Verlag zu gründen. Er ist ein Musterbeispiel für den Unternehmer, der aus eigener Kraft und ohne ererbtes Vermögen ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut hat. Als absehbar war, dass sein überlebender Sohn das Unternehmen nicht übernehmen wird, hat er rechtzeitig einen Nachfolger gesucht, der das Unternehmen über mehr als drei Jahrzehnte weiter geführt hat.

    Mein Vater Wilhelm Kaack hatte eine schwere Jugend mit einer Reihe schwerer Erkrankungen und einer Gesichtslähmung. Er war sechs Jahre alt, als seine Mutter starb und direkt nach der Schule haben beide Söhne die heimatliche Insel verlassen und mein Vater absolvierte in der Nähe von Eckernförde eine Ausbildung zum Meieristen. Von 1940 bis 1945 hat er erst als Krad- und später Panzerfahrer an vielen Einsätzen in Europa teilgenommen. Er erkrankte schwer vor Moskau und wurde in der Normandie bei einem Tieffliegerangriff verletzt. Nach Kriegsende kehrte er aus der Tschechoslowakei zu Fuß nach Sylt zurück. Nach dem Abschluss der Meisterschule war an mehreren Orten als Betriebsleiter Meiereien tätig, u.a. in Schweden. Sein erlernter Beruf bot aber kaum sichere Zukunftsperspektiven und vor allem keine absehbare Chance, die zwischenzeitlich gegründete Familie auf Sylt zusammenzuführen. Daher hat er seine Heimat Sylt endgültig verlassen und einen beruflichen Neustart in Köln gesucht. Sein Berufsleben hat er als Vertriebsleiter beendet und musste dann den frühen Tod seiner Frau verkraften, die er um 24 Jahre überlebte. Von Rückschlägen hat er sich nie unterkriegen lassen und immer einen Ausweg gesucht.

    Antonius Steinhaus ist ein früher Vorfahre aus dem 16. Jahrhundert und entstammt dem Landadel. Sein Urgroßvater hat die angestammte Heimat am Niederrhein verlassen und ist nach Brabant gezogen. Nachdem er zum lutherischen Glauben konvertiert ist, wurde die Familie vom königliche-spanischen Statthalter Herzog Alba verfolgt und musste fliehen. Antonius begann seine Karriere als Schreiber beim Hamburger Rat und stieg früh zum ersten Landschreiber in Dithmarschen auf. Damit war er einer der höchsten Beamten im Herzogtum und später hat der dänische König bei ihm Station gemacht. Bei seinem Tod war er einer der wohlhabendsten Männer in der Region. Schon vorher hat er dafür gesorgt, dass sein Amt von seinem Schwiegersohn Johannes Wasmer fortgeführt wurde. Er steht für einen überaus erfolgreichen Neuanfang in einer für ihn fremden Umgebung und mit unbekannten Aufgaben.

    Die Inhalte dieses Buches sind Bestandteil der vierten Ausgabe der Gesamt-Familienchronik „Heimat Sylt – Chronik der Familie Kaack" von Dr. Jürgen Kaack.

    Inhaltsverzeichnis

    Zusammenfassung

    Familie Kaack in der Zeit von 1500 bis 1900

    2.1. Die frühesten Kaack waren Vollhufner in Mühbrook

    2.2. Familie Johannsen von Föhr und den Halligen

    2.3. Schröder und Struve: Hufner und Lehrer in Vaale und Gribbohm

    2.4. Die Kinder von Thrin und Claus Kaack

    2.5. Johannes Kaack – erfolgreicher Unternehmer in Flensburg

    Familie Janssen in der Zeit von 1700 bis 1900

    3.1. Die frühesten Janssen waren Fuhrleute in Eckernförde

    3.2. Lorenzen von Sonderborg über Hadersleben nach Tondern

    3.3. Rentmeister Lorenz Nicolay Ludwig Janssen

    3.4. Johann Janssen gründet in Westerland eine Bank

    3.5. Die Janssen-Töchter und die Barone von Baur-Breitenfeld

    3.6. Maria Janssen heiratet Oberst Adolf Bulla

    3.7. Ernst Emil Janssen – Zahnarzt und Unternehmer in Flensburg

    3.8. Dr. Claudius Janssen – Tierarzt und Offizier

    3.9. Zahnarzt und Jagdflieger Claudius Waldemar Janssen Junior

    3.10. Dose, Thormählen und Kröger – Landwirte in der Elbmarsch

    3.11. Familie Struve von Landwirten zu Astronomen

    Vorfahren aus frühen Volksstämmen

    4.1. Die Ritter von Steenhuys und die Grafen von Jülich

    4.2. Die Salfranken – Vorgänger der Merowinger

    4.3. Die Karolinger

    4.4. Die keltischen Königreiche von Domnonia und Icenia

    4.5. Mamikonian, Gregoriden und Bagratiden aus Armenien

    4.6. Die Sachsen

    4.7. Norwegische, dänische und schwedische Könige

    4.8. Grafen von Boulogne, Herzöge der Normandie und englische Könige

    4.9. Die Heruler während der Völkerwanderung

    4.10. Die Burgunder während der Völkerwanderung

    4.11. Theoderich der Große und die Ostgoten

    4.12. Die Westgoten von der Krim bis nach Spanien

    4.13. 100 Jahre Vandalenreich bis 533

    4.14. Aelia Galla Placida und Eudoxia Valentina aus Rom

    4.15. Die Grafen von Stade ab 810

    Die jüngere Geschichte seit 1900

    5.1. Mathilde Marie Janssen und Dr. Hermann Kaack heiraten

    5.2. Wilhelm Kaack – eine Jugend ohne Mutter und der zweite Weltkrieg

    5.3. Neuorientierung nach dem Krieg und eine neue Generation

    5.4. Dr. Jürgen Kaack – Entrepreneurship in der Telekommunikation

    Migration

    Erkenntnisse und Statistiken

    Danksagung

    Quellen und weiterführende Literatur

    Über den Autor

    1. Zusammenfassung

    Die Analyse der Familien Kaack und Janssen erlaubt einen Rückblick auf eine 500-jährige Geschichte der Familie. Im Laufe der Forschung ergab sich in einem Fall eine bis 2.000 Jahre zurückzuverfolgende Linie direkter Vorfahren. Teile der Holsaten im Bereich nördlich der Elbe stammen vermutlich ursprünglich aus Niedersachsen, den Niederlanden und dem Niederrhein. Nach der Besiedelung Englands durch Angeln, Sachsen, Friesen und Jüten im 5. Jahrhundert entstand in diesen Gebieten wohl wieder freier Siedlungsraum, der im Laufe der folgenden Jahrhunderte insbesondere von den Altsachsen genutzt wurde.

    Unter den Vorfahren der Familie Kröger aus Brunsbüttelkoog findet sich der 1534 in Antwerpen geborene „Erste Landschreiber" und Notar Antonius Steinhaus. Er ist der letzte Nachfahre aus dem Rittergeschlecht von Steinhaus / Steenhuis / Steenhuys, das über mindestens 17 Generationen hinweg am Niederrhein gelebt hat und ursprünglich das Rittergut Obbenburg in Hambach besaß. 1246 heiratet Goeddert von Steinhaus Odilia Schellart von Obbendorf, eine Enkelin von Gerhard von Jülich (1147 bis 1198). Gerhard war der zweite Sohn des Grafen Wilhelm I. von Jülich, dessen Ahnenreihe von Gerhard VI. bis Gerhard I. von Jülich zurückreicht. Der Vater von Gerhard I. war Graf Gerhard II von Metz aus dem Haus Matfriede. Die Linie der Matfriede reicht bis zum Grafen Gerhard I. von Paris, der um 779 gestorben ist. Gerhards Großvater war König Karl III. und unter den weiteren Vorfahren finden sich die Könige Ludwig II, Karl II., Ludwig I sowie Kaiser Karl der Große, und seine Vorgänger König Pippin III., Karl Martell und die Hausmeier zu den direkten Vorfahren. Über die Gräfin Hildegard von Vinzgau und Ehefrau von Karl dem Großen ergibt sich eine Verbindung zum sächsischen Herrschergeschlecht, das in Überlieferungen bis in die Zeit um 111 vor Christus zurückreicht bis zu Harderich von Sachsen.

    Auf der folgenden Karte sind Siedlungsräume der holsatischen Familien Kaack, Janssen und der eingeheirateten Partner mit ungefähren Jahresangaben.

    Neben den frühen Vorfahren der Familie Kaack sind Claus (ca. 1525) und Johann Schacht (1547) aus dem Kreis Steinburg sowie Johann Boye (1507), Johann Wilckens (1510), Johannes Pauls (1540) aus dem Umland von Brunsbüttel als älteste Vorfahren aus dem Familienzweig Dose dokumentiert, die später in die Familie Janssen eingeheiratet hat. Die Linie der Janssen lässt sich mit Friederich Jansen aus Eckernförde nur bis 1711 zurückverfolgen.

    Der Beginn der Aufzeichnung in den Kirchenbüchern stellt oft das Ende der Ahnenforschung dar. Sowohl bei einer patronymischen Namensgebung als auch bei vielen ähnlichen Vornamen in einem regional eng begrenzten Raum wird eine eindeutige Zuordnung erschwert. Gebiete, die über einen längeren Zeitraum von Teilen der Vorfahren der Familien Janssen und Kaack bewohnt wurden, sind Hadersleben (Lorenzen) in Dänemark, Mühbrook bei Neumünster sowie die Umgebung von Rendsburg mit den kleinen Orten Fockbeck und Nübbel (Kaack, Grimm). Auch Eckernförde, Wesselburen und Hedwigenkoog im Kreis Dithmarschen (Janssen), sowie der Kreis Steinburg zwischen Glückstadt und Elmshorn (Dose, Thormählen) und die Gegend um Brunsbüttel (Familie Kröger) gehören zu langjährigen Siedlungsregionen. Für die frühen Vorfahren aus den Adelshäusern der Matfriede und Karolinger sowie die dänischen, schwedischen und sächsischen Anführer oder Häuptlinge ist eine Ortszuweisung aufgrund von lückenhaften Daten schwierig.

    Schleswig-Holstein gehörte bis nach dem dänisch-deutschen Krieg 1864 zu Dänemark. Alle Siedlungsgebiete der Familien außer in Niedersachsen waren somit dänisch. Originalkarte von Dänemark von 1776, erstellt von J. Senex, London.

    Die Erwerbstätigkeit von Vorfahren und Verwandten ist oft, aber eben auch nicht immer, in den Kirchenbüchern verzeichnet und gibt ein gutes Bild über die Tätigkeit der Menschen in der Region. Die Verteilung der in der Datenbank zur Chronik erfassten über 18.000 Vorfahren und Verwandten ist typisch für die Region Schleswig-Holstein, die nordfriesischen Inseln und Jütland in der Zeit ab 1600. Die überwiegende Mehrzahl von über 1.000 Personen der männlichen Personen in der Landwirtschaft tätig als Inste oder Tagelöhner, oft mit nebenberuflicher handwerklicher Betätigung. Große Teile dieser Gruppe war arm und besaß gerade das Nötigste. Hungersnot und auch Pestepidemien kamen häufiger vor und auch der 30-jährige Krieg hat im südlichen Holstein gewütet. Es finden sich unter den Holsaten (nordelbischen Sachsen), die im südlichen Teil von Schleswig-Holstein und nördlich der Elbe siedelten:

    Hufner mit eigenem Land

    nicht näher spezifizierte Landwirte (vermutlich oft im Nebenerwerb)

    Hausmänner (mit eigenem Land)

    Käthner mit gepachtetem Land

    Durch die Vorfahren aus den verschiedenen Adelshäusern finden sich über 200 Grafen und zahlreiche Ritter unter den Vorfahren. Die Zahl der Herzöge liegt bei über 70 und es finden sich mehr als 50 Kaiser und Könige in der direkten Abstammungslinie. Die anderen Berufe sind wenig zahlreich und verteilt:

    Pfarrer

    Bürgermeister und Ratsherren

    Fuhrmänner

    Bauern- oder Landvögte

    Deichgraf

    Dorflehrer

    Amtsschreiber und Assessoren

    Tierärzte

    Zahnärzte

    sowie einzelne Bankier, Botaniker, Buchbinder, Deichgraf, Gerichtsbeisitzer, Notar, Papparbeiter, Rentmeister, Torvisitator, Unternehmer, Zigarrenarbeiter und Zollkontrolleur. Nicht für alle Vorfahren sind eindeutige Berufe angegeben.

    Mit Johannes Kaack ist nur den Vorfahren der Familie als Unternehmer tätig gewesen, das Unternehmertum hat vor dem Hintergrund der regionalen Herkunft aus dörflich-ländlichen Regionen eine untergeordnete Rolle gespielt. Die statistischen Zahlen aus dem Stammbaum belegen das teilweise harte Leben in früheren Zeiten: eine Reihe von Frauen sterben bei oder nach der Geburt ihrer Kinder; Babys und Kleinkinder erreichen oft nicht das Erwachsenenalter. Mehrere Ehen nach dem frühen Tod des Partners sind nicht ungewöhnlich, aber nur eine Ehe unter allen Vorfahren wird wegen Ehebruchs geschieden.

    Abbildung einer Karte des Herzogtums Holstein von 1653 von Nicolao Johannide Piscatore.

    Im Laufe der Zeit ist eine Durchmischung zu beobachten, wobei in der Regel Festlandsfriesen auf die Inseln gezogen und dort assimiliert wurden, die umgekehrte Richtung war eher selten. Ein Beispiel ist Bahne Johannsen ein, der um 1750 als Pastor von Niebüll auf die Hallig Langeneß umgezogen ist. Sein Enkel mit gleichem Namen kehrte als Uhrmacher von Langeneß über Föhr nach Husum auf das Festland zurück. Die Familie Lorenzen ist von Sonderburg mit kurzer Zwischenstation in Odense für über zweihundert Jahre in Hadersleben ansässig geblieben, dann aber über Tondern nach Sylt gekommen. Die Janssen war eine ursprünglich aus Eckernförde stammende Familie, die über mehrere Zwischenstationen nach Westerland gezogen ist. Lorenz Nicolay Ludwig Janssen nimmt eine Sonderstellung ein, da er der einzige höhere Finanzbeamte unter den Vorfahren war. Letztlich ist auch die Familie Kaack aus der ursprünglichen Heimat bei Bordesholm über Zwischenstationen in Langewedel, Nübbel, Borgdorf, Husum und Flensburg nach Westerland gekommen.

    Die Ursprünge der Familie Janssen liegen in Eckernförde, wo die ältesten bekannten Vorfahren als Fuhrleute arbeiten. Johann Friedrich Janssen heiratet 1795 die 18 Jahre jüngere Anna Maria Peutz, die mit 15 vorehelich einen ersten Sohn zur Welt bringt. Als er stirbt, ist Anna 19 Jahre alt und hat nach einer Todgeburt zwei kleine Kinder. Sie heiratet einen Kupferschmied, mit dem sie weitere sieben Kinder bekommt. Der älteste Sohn geht als Kaufmann nach Sonderborg und heiratet die Tochter des Küsters. Mit ihr zieht er zunächst nach Ærøskøbing auf Aerö, später nach Flensburg. Der auf Aerö geborene Sohn Lorenz Nicolay Ludwig Janssen besucht die Verwaltungsschule in Tondern und lernt dort die Tochter einer aus der Nähe von Hadersleben stammenden Familie kennen. Er tritt in den dänischen Staatsdienst und wird zunächst Zollcontrolleur in Tarnby, dann in Glückstadt und Büsum. An diesen Stationen werden seine Kinder geboren. Als 1868 die dänische Herrschaft über Schleswig-Holstein endet, tritt er in preußische Dienste und leitet bis zu seiner Pensionierung das Zollamt und die Steuerkasse auf Sylt.

    Zwei seiner Töchter heiraten einen bayerischen Baron und seinen Sohn. Elise Charlotte Nicoline Janssen, die jüngere der beiden Schwestern, errichtet 1880 mit ihrem Mann Baron George Eduard Otto Baur von Breitenfeld das damals größte Gebäude auf Sylt, die Villa Baur-Breitenfeld, die bis 1919 steht. Der Sohn Johann August Carl Janssen gründet 1888 die erste Privatbank auf Sylt in der Friedrichstraße in Westerland. Zwei Brüder werden Mediziner, Ernst Emil Zahnarzt, der in Flensburg seine Praxis betreibt, und Claudius Waldemar Tierarzt, der sich in Wesselburen niederlässt und mit seiner ersten Frau einen Sohn bekommt, der Zahnmedizin studiert.

    Beim Ausbruch des ersten Weltkriegs meldet sich der nach seinem Vater Claudius Waldemar Janssen benannte Sohn freiwillig zum Husaren-Regiment 18 und dient zunächst an der Ostfront. 1915 lässt er sich in Berlin zum Kampfflieger ausbilden und wird an der Westfront versetzt, wo er zum Offizier befördert wird. Im Luftkampf schießt ihn ein englischer Pilot 1918 in seinem Doppeldecker ab und er wird posthum mit Ehrenbecher und Ritterkreuz ausgezeichnet. Der Vater Claudius Waldemar heiratet ein zweites Mal, seine Frau Mathilde Dose, deren Familienmitglieder aus kleinen Weilern in der Nähe von Brunsbüttel stammen und dort als Hufner und Deichgrafen tätig waren. Mit ihr bekommt er zwei Kinder. Die Tochter Mathilde Marie Janssen heiratet 1919 den Tierarzt Hermann Kaack und zieht mit ihm nach Westerland, wo auch die meisten Mitglieder der Familie Janssen leben. Auch ihre Eltern sind wieder nach Westerland gezogen und erwerben ein Haus in der Steinmannstraße 6, in dem Claudius Waldemar 1924 stirbt. Seine Frau Mathilde lebt dort bis zu ihrem Tod 1958. Die jüngste Tochter Maria Catharina von Lorenz Nicolay Ludwig Janssen heiratet den Offizier Adolf Johann Bulla, der vermutlich zu dem steirischen Jäger-Regiment gehörte, das 1867 die Insel Sylt von den Dänen „befreite". Ihr Sohn Ludwig Bulla wird ein hochdekorierter als Oberst der Luftwaffe Kommandant eines Flakregiments im zweiten Weltkrieg.

    Schon im 15. Jahrhundert muss es Vertreter der Familie Kaack in Mühbrook gegeben haben. Der König hatte dem Fräulein-Kloster in Bordesholm Abgaben auf die Ländereien in Mühbrook zugebilligt und es liegen frühe Abrechnungen von 1501 und 1564 vor, in denen die Abgaben 1501 Abgaben von einem Clawes und einem Henneke Kack aufgeführt sind. In der Abrechnung von 1564 werden ein Clawes und ein Hanß Kaeck aufgelistet. Dies werden vermutlich Vorfahren der späteren Mitglieder der Kaack-Familie gewesen sein, die eigene Ländereien besaßen und daher abgabenpflichtig geworden sind. Der früheste nachweisbare Vorfahre aus der Familie Kaack ist der um 1585 geborene Lorenz Kaack, Hufner in der kleinen Gemeinde Mühbrook bei Bordesholm. Sein Sohn und Enkel hießen beide Frenz und folgten ihm auf der Hufe in der Dorfstraße 28. Der jüngere Frenz hatte sechs Kinder, von denen der zweitgeborene Sohn Jacob 1711 Hufe und Hof übernahm. Der erstgeborene Sohn Hinrich verließ in jungen Jahren Mühbrook und zog in das nahegelegene Langwedel, wo auch er 1701 Hufner auf eigenem Land wurde. Mit der aus Langwedel stammenden Trienke Rohwer (1678 bis 17.07.1736) zeugte er sechs Söhne. Ihr im Februar 1705 geborener drittältester Sohn Jochim Kaack heiratete Magdalena Lencke Rixen aus Loop und zog mit seiner Familie von Langwedel nach Nübbel bei Rendsburg. Das Paar bekam stattliche elf Kinder, die überwiegend in der Region blieben. Der jüngste Sohn (das zehnte Kind) war der 1750 geborene Hans Kaack, der mit Margaretha Wieck drei Söhne zur Welt brachte. Der zweite Sohn Jochim wurde Käthner in Nübbel und bekam mit seiner Frau Wiebke Grimm aus dem benachbarten Fockbeck zwei Söhne und zwei Töchter.

    Der jüngere der beiden Söhne ist der 1807 geborene Sohn Claus Kaack und ging als erstes Mitglied der Familie Kaack nicht mehr einem Beruf in der Landwirtschaft nach. Er brachte sich autodidaktisch das Wissen bei, um als Lehrer tätig zu werden. Zunächst war er in Hohn als Unterlehrer tätig, dann 1827 als Dorfschullehrer in Agethorst im Amt Schenefeld. Dort lernte er Thrin Schröder, die Tochter des Lehrers Hinrich Schröder kennen, der in Vaale lebte und an der Gemeinschaftsschule der beiden kleinen Dörfer Vaale und Wacken unterrichtete. Schröder selber stammt aus Gribbohm, wo sein Vater Carsten Schröder ein wohlhabender Landwirt mit eigener Hufe war. In seiner Jugend war Carsten Reiter beim 1. Seeländischen Regiment. Mit seiner Frau Trienke Vollstedt hatte er acht Kinder. Er starb mit 59 Jahren durch einen Sturz vom Glockenturm. Sein ältester Sohn Clas Schröder folgte ihm als Hufner. Carstens Vater stammte aus Nindorf, die Vorfahren seiner Frau Trienke kamen aus Gribbohm. Auch die Eltern von Thrin Schröders Mutter Triencke Struve waren seit Generationen in der Gegend um Vaale und Gribbohm beheimatet. 1844 tritt Claus Kaack eine Stelle als Distriktlehrer in Borgdorf an, wo er bis zu seiner Pensionierung 40 Jahre lang unterrichtet.

    Thrin und Claus Kaack bekommen zehn Kinder, von denen keines in Agethorst oder Borgdorf bleibt. Die älteste Tochter Wiebke Catharina Leopoldine geht zurück nach Nübbel und heiratet den Hufner Claus Rohwer. Joachim Alexius Kaack heiratet in Glückstadt und zieht nach Hamburg, wo er als Handelsvertreter arbeitet. Hinrich Hermann geht nach Kiel und eröffnet eine Tuch-, Manufaktur- und Bodenwarenhandlung. Der jüngste Sohn Johannes Kaack wird in Borgdorf geboren und absolviert in Husum eine Ausbildung zum Buchbinder. Er heiratet die Stieftochter seines Lehrherrn Catharina Anganetha Dora Johannsen, deren Eltern von Wyk auf Föhr und den Halligen stammen. Nach dem Tod seines Lehrherrn Lorenz Thomsen übernimmt er den Laden im Zentrum von Husum. 1883 zieht er nach Flensburg und gründet ein neues Unternehmen mit Buchdruckerei, Schreib- und Papierwarenhandel. Es expandiert und gründet Filialen in Wyk und Westerland. Von ihren vier Kindern überlebt nur Hermann, der Tiermedizin studiert. Nachdem der Sohn Willy 1908 mit 22 Jahren stirbt, verkauft Johannes sein Unternehmen und zieht sich zurück. Hermann Carl Kaack heiratet Mathilde Marie Janssen und zieht mit ihr nach Westerland, wo er eine Tierarztpraxis betreibt. Seine Frau stirbt mit 29 Jahren bei der Geburt des dritten Sohnes. Der ältere Sohn Wilhelm Waldemar erlernt das Meierei-Fach und kommt im zweiten Weltkrieg von Moskau über Südfrankreich, die Ukraine, Paris und die Normandie, Ardennen und Wien weit herum. Nach dem Krieg absolviert er die Meisterschule und heiratet Charlotte Karla Carstensen, die jüngere Tochter von Anna und Charles Carstensen. Ende der neunzehnhundertfünfziger Jahre haben die Nachkommen der Familie Kaack die Insel wieder verlassen.

    Zu den direkten Vorfahren aus frühen Volksstämmen zählen insbesondere auch die germanischen Stämme aus der Zeit der Völkerwanderung, die in der Völkerwanderung eine Rolle gespielt haben und zu erheblichen Umwälzungen geführt haben. Die Beschreibung der Stämme in der Völkerwanderung basiert auf der Auswertung und Wiedergabe von Erkenntnissen aus Sekundär- und Tertiär-Quellen und die genannten Fakten sind mit entsprechenden Unsicherheiten behaftet. Die Darstellungen sind nicht als neuer Beitrag zur geschichtlichen Aufarbeitung gedacht, sondern zur besseren Einordnung der Vorfahren in den geschichtlichen Kontext und zur Verdeutlichung der verwandtschaftlichen Beziehungen. Durch die zeitliche Überlappung und die familiären Verbindungen zwischen den Völkern macht eine s6tringent zeitliche Behandlung keinen Sinn. Daher werden die Volksstämme, die zu den direkten vorfahren gehören nacheinander vorgestellt.

    Antonius Steinhaus stammt aus einem alten bis auf das Jahr 1060 zurückgehenden westfälischen Adelsgeschlecht und wurde am 22.10.1534 in Antwerpen geboren. Er kam mit seinem Vater Goert van Steenhuys (um 1510 bis 1594) und Bruder Gert (1532 bis ca.1620) nach Dithmarschen. Die Familie war ursprünglich römisch-katholischen Glaubens und ist im Zuge der Reformation zum lutherischen Glauben übergetreten. Aus diesem Grunde wurden sie zusammen mit zahlreichen anderen Lutheranern von dem römisch-katholischen Statthalter der spanischen Niederlande, Herzog Alba, verfolgt und zur Flucht aus den Niederlanden getrieben. Goert van Steenhuys ist um 1567 in Heide urkundlich in Erscheinung getreten und sein zweiter Sohn Gert erwarb im selben Jahr Grundbesitz in Marne. Die Ritterfamilie von Steenhuys stammt ursprünglich von Rees am Niederrhein, wo sie als Ritter von Steenhuis lebten. Sie stammen in einer Linie von dem 1147 geborenen Gerhard von Jülich und seinen Vorfahren aus dem Zweig der Grafen von Jülich ab, einem Zweig aus dem Adelsgeschlecht der Matfriede aus Metz. Informationen zu diesem Zweig der Vorfahren finden sich im Kapitel Die Ritter von Steenhuys und die Grafen von Jülich". In der Familiengeschichte nehmen die Steenhuys eine wichtige Rolle ein, da sie die Verbindung zu allen früheren Familienzweigen und den Volksstämmen in der Völkerwanderung bilden.

    Zu den Vorfahren der Grafen von Jülich gehören über die Grafen von Metz aus dem Haus der Matfriede die Königshäuser der Karolinger und Merowinger, die wiederum Wurzeln bei sächsischen Fürsten und norwegischen Häuptlingen oder Heerführern haben. Aus der Vielzahl der fränkischen Teilstämme haben sich die Salfranken durchgesetzt. Die Einigung und Vergrößerung des fränkischen Reiches erfolgten unter König Chlodwig I. aus dem Haus der Merowinger. Beginnend mit eher mythologischen Gestalten aus der Zeit um Christi Geburt habe ich die weitere Entwicklung des Aufstiegs des Hauses der Merowinger bis zum Beginn der Karolinger-Zeit in dem Kapitel Die Salfranken – Vorgänger der Merowinger" beschrieben.

    Nach dem Tod von Childerich II. haben die Hausmeier aus der Familie Pippin die Macht im Frankenreich in der Hand gehabt. Aus ihren Reihen hat sich der 688 geborene Karl Martell hervorgetan, da er die Grundlage gelegt hat für die spätere Expansion des Frankenreichs. In einer Reihe von Schlachten hat er die muslimischen Truppen aus Gallien vertrieben. Auch das Heer der Friesen hat er geschlagen. Nach dem Tod der Merowinger-Königs Theuderich IV. hat er die Regentschaft übernommen und sein Sohn Pippin III. wurde der erste König der Karolinger und sein Enkel Karl der Große hat das Frankenreich zu seiner Blüte gebracht. Zu diesem Herrscherhaus findet sich mehr im Kapitel Die Karolinger".

    Zu den frühen Vorfahren gehört die Volksgruppe der Kelten, die in der Bretagne und im Süden Englands siedelten, und im Kapitel Die keltischen Reiche von Domnonia und Icenia" beschrieben werden. Mit ihrem Druiden-Kult und der eigenen Sprache grenzten sie sich deutlich von den in anderen Teilen Südenglands zugewanderten Sachsen und Dänen ab. Ihre Stammesgeschichte hat das Vorbild zu den in der Artus-Sage enthaltenen Figuren. Es findet sich daher auch im Stammbaum ein Großkönig Uther Pendragon, sowie die um 427 geborene Gwen ferch Cunedag, die wohl als Vorbild für Viviane von Avalon, der Herrin vom See, gedient hat. Auch ein aus der Bretagne stammender, um 500 geborener König Lancelot findet sich unter den Vorfahren. Vielleicht noch interessanter ist die Person des Druiden-Königs Prasutagus von Icenia, der vom 31.10.10 bis 17.07.61 lebte. In kriegerischen Auseinandersetzungen mit ihren angelsächsischen Nachbarn wurden die Kelten nach Cornwall und Wales zurückgedrängt.

    Durch die Heirat mit Kaiser Otto II. von Sachsen kommt die byzantinische Prinzessin Theophanu in den Kreis der Vorfahren. Die Erkundung ihrer Vorfahren zeigt interessante Ergebnisse, da sie von drei ehemals mächtigen Fürstenhäusern aus Armenien abstammt, die Könige (Mamikonian und Bagratiden) hervorgebracht haben, mit den Gregoriden aber auch eine Reihe von Patriarchen der armenischen Kirche. Ihre frühesten bekannten Vorfahren lebten im zweiten Jahrhundert. Kurze Beschreibungen des Lebens einiger herausragenden Persönlichkeiten und die geschichtlichen Zusammenhänge finden sich im Kapitel Mamikonian, Greogoriden und Bagratiden aus Armenien".

    Die Vorfahren aus der Häuptlings- und Herrscherschicht der Sachsen gehört zu den Linien, die über den längsten Zeitraum (insgesamt über 1.200 Jahre) in meinem Stammbaum vertreten sind, länger als jede andere Linie! Die Sachsen verbinden die frühen Vorfahren aus der Zeit der Völkerwanderung im 5. und 6. Jahrhundert mit den dänischen und norwegischen Vorfahren ebenso wie mit den Franken und Merowingern. Im Kapitel Die Sachsen" wird dieser in meiner Familie wichtigen Linie nachgegangen. Unter den sächsischen Kriegsherren war mit Hengiste einer der mit den Angeln und Sachsen nach England gezogenen Führer. Hengiste wurde der erste König von Kent. Unter den sächsischen Vorfahren findet sich auch Herzog Widukind von Sachsen, der Karl dem Großen über mehrere Jahrzehnte hinweg Widerstand und erbitterte Kämpfe geliefert hat. Norwegische Vorfahren waren zeitweise Herrscher in Teilen von Schottland. Ein Nachkomme aus der sächsischen Linie hat den König Alfred den Großen von Wessex hervorgebracht, der die Wikinger-Einfälle beendet und die Vereinigung der Teilreiche in einem gemeinsamen Königreich von England vorbereitet hat.

    Die Geschichte der Wikinger und der Gründung der norwegischen Teilreiche, die schließlich zur ersten Reichsgründung führte, zeigt eine enge Verbindung zwischen den norwegischen Wikinger-Anführern und Herrschen mit dänischen und schwedischen Königen. Über die Familie der Yngling gab es Querverbindungen und auch die Entwicklungen waren teilweise ähnlich. Neben den Sachsen haben sich auch die Dänen intensiv bei Raubzügen und Schlachten in England beteiligt, allerdings in erster Linie als Gegner der Sachsen. Hier hat sich Halfdan Ragnarsson the white Shirt mit seinen Brüdern hervorgetan, der das Große Heidnische Heer angeführt und zeitweise als König von York regierte. Auch die Wechselwirkung der in Jütland herrschenden Könige mit dem Frankenreich ist interessant. Hier ist die Person von Godefried Haraldsson Yngling, genannt Klak-Harald mit seiner wechselvollen Geschichte bemerkenswert. Die Zusammenhänge werden im Kapitel Norwegische, dänische und schwedische Könige" dargestellt.

    Von dem karolingischen König Ludwig I., „dem Frommen" besteht eine direkte Verbindung zum Haus Flandern und hieraus hervorgegangen das Haus Boulogne. Vertreter aus diesem Geschlecht gehörten zu den ersten Kreuzfahrern und aus ihrem Kreis ging mit Balduin ein König von Jerusalem hervor. Durch Einheirat waren sie mit den schottischen Herrschern verbunden. Durch die Heirat zwischen Herzog Wilhelm I. der Normandie, dem späteren Eroberer von England und Matilda von Flandern ergeben sich direkte Verbindungen zu den normannischen Herrschern von England. Später waren die Boulogner in Erbfolgestreitigkeiten nach dem Tod von König Heinrich dem Ersten von England und Sohn von Wilhelm dem Eroberer verwickelt. Über dieses Geschlecht habe ich unter dem Kapitel Grafen von Boulogne, Herzöge der Normandie und englische Könige" geschrieben.

    Zusammen mit anderen ostgermanischen Volksstämmen und Sippen sind die Heruler aus dem südlichen Ostseeraum ans Schwarze Meer gezogen sind und sich dort in einen Ost- und einen West-Teil aufgespalten haben. Die Ost-Heruler haben gemeinsam mit den Ostgoten Seezüge nach Byzanz und auf den Peloponnes unternommen und dabei viele der historischen Stätten verwüstet und geplündert. Nachdem sie von dort verdrängt worden waren, siedelten sie im nördlichen Balkan, blieben aber Verbündete der Ostgoten. Nachdem sie von Langobarden vernichtend besiegt wurden, verteilten sich die verbliebenen Heruler und siedelten in den umliegenden Gebieten. Die Geschichte der Heruler beschreibt das Kapitel Die Heruler während der Völkerwanderung".

    Eng mit den Vandalen verbunden und ursprünglich ihre westlichen Nachbarn waren die Burgunder, die in der Völkerwanderung gemeinsam mit den Vandalen 406 den Rheinübergang erzwangen und erst in Gallien angesiedelt waren und später südlich im Bereich der Schweiz und der Rhone. Die kurze Geschichte des frühen Burgunderreichs, das nicht mit dem hochmittelalterlichen Herzogtum Burgund identisch ist, findet sich im Kapitel Die Burgunder während der Völkerwanderung". Es war eine gewalttätige Phase mit Kriegen gegen Westgoten und Franken, sowie mit Bruder- und Kindsmorden. Die Regel der Aufteilung des Reiches unter den männlichen Nachkommen hat sich letztlich für die Burgunder als fatal erwiesen. Ab 532 ist das Gebiet vollständig unter der Kontrolle der Merowinger mit ihrem König Chlodwig I. und es gibt keine Nachkommen der Burgunder mehr als eigenständige Könige.

    Der ostgermanische Volksstamm der Goten hat nach mehreren Wanderungen vom südlichen Ostseeraum über den Donauraum und das nördliche Ufer des Schwarzen Meers im Balkan gesiedelt und sich dort in die Stämme der Ost- und Westgoten aufgeteilt. Durch die Ansiedlung im Bereich östlich des Dnjeprs kamen die Ostgoten unter die Herrschaft der Hunnen. König Theudimir und seine Brüder wurden als Vasallen von Attila wichtige Heerführer und Berater des hunnischen Königs. Die Ostgoten zogen über Pannonien in Ungarn nach Makedonien und brachte als Sohn von König Theudimir den legendären und bemerkenswerten König Theoderich den Großen hervor. Im Streit zwischen Ost- und West-Rom hat er im Auftrag Ostroms den Feldherrn Odovaker besiegt, der den letzten weströmischen Kaiser abgesetzt hatte. An seiner Stelle hat er als König der Goten und neuer König über Westrom und große Teile des Balkans geherrscht. Seine intelligente Organisation der Regierung unter Einbindung der weströmischen Eliten hat zu einer 30 Jahre andauernden friedlichen Herrschaft und kulturellen Blüte geführt. Nach seinem Tod zerbrach der Frieden mit Ostrom und nach 20 Jahren Krieg und massiven Zerstörungen übernahm Ostrom die Kontrolle über Westrom. Die Goten verschwanden danach al eigenständiges Volk. Die spannende Geschichte wird im Kapitel Theoderich der Große und die Ostgoten" nacherzählt.

    Die Westgoten stammten ursprünglich aus der gleichen Gegend wie die Ostgoten und bestanden eigentlich selber aus zwei getrennten Stämme, den Visigothen, die vom Schwarzen Meer nach Spanien und Gallien gezogen sind, sowie die Terwingern, die plündernd gemeinsam mit den Herulern durch den Peloponnes und den Balkan zogen, bevor sie zu Föderaten Roms wurden. Der Visigothen-König Alarich I. schlug das oströmische Besatzungsheer mit einer Stärke von 30.000 Mann und zog bis nach Rom, das er 410 einnahm und plünderte, nachdem sich die Römer geweigert hatten. die Terwinger für ihre Militär-Dienste zu entlohnen. Nachdem ein Einzug nach Nordafrika missglückte, zog das Heer wieder nach Norden zurück. Auf diesem Marsch starb König Alarich I. Seine Nachfahren lebten in Gallien und wurden von dort nach Spanien und

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