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Der Gedankengänger

Der Gedankengänger

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Der Gedankengänger

Länge:
85 Seiten
56 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
6. Aug. 2015
ISBN:
9783956174698
Format:
Buch

Beschreibung

Als dem Doktor die Beine wegknickten, sank er auf den von Unkraut überwucherten Boden. Lange lag er bewegungslos, den Rücken gegen die Wand des Gewächshauses gedreht. Dann legte er die Krawatte ab. Er starrte in eine funkelnde Ferne. Die Hand hatte er wie im Schlaf ins trockene, harte Erdreich gekrallt. Einmal wischte er sich den Mund, über den ein kleiner grünlicher Käfer kroch. Der Erzähler hatte, ohne sich umzublicken, das Haus erreicht. Der Gedankengänger saß und wartete. Rudolf Stirns kleiner Roman „Der Gedankengänger“ erzählt die Geschichte eines Hauses und seines geheimnisvollen Bewohners. Dort geschehen unheimliche Dinge. Eine Welt voll skurriler Vorgänge und merkwürdiger Besucher und immer wieder untergründiger Bedrohungen, die sich vor dem geistigen Auge des Lesers ausbreiten. „Eine Geschichte, die sich kafkaesker Traditionen bedient“, meint Alfred Wallon.
Herausgeber:
Freigegeben:
6. Aug. 2015
ISBN:
9783956174698
Format:
Buch

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Der Gedankengänger - Rudolf Stirn

DER GEDANKENGÄNGER

Roman von Rudolf Stirn

In alter Rechtschreibung

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2015 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.alfredbekker.de

postmaster@alfredbekker.de

EDITION BÄRENKLAU, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius

Roman © by Rudolf Stirn und Edition Bärenklau, 2015

Der Roman erschien 1998 zuerst in einer gedruckten Fassung im Alkyon-Verlag

Cover © by Firuz Askin, 2015

Der Umfang dieses Buchs entspricht 64 Taschenbuchseiten.

1. digitale Auflage 2015 Zeilenwert GmbH

ISBN 9783956174698

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

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Als dem Doktor die Beine wegknickten, sank er auf den von Unkraut überwucherten Boden. Lange lag er bewegungslos, den Rücken gegen die Wand des Gewächshauses gedreht. Dann legte er die Krawatte ab. Er starrte in eine funkelnde Ferne. Die Hand hatte er wie im Schlaf ins trockene, harte Erdreich gekrallt. Einmal wischte er sich den Mund, über den ein kleiner grünlicher Käfer kroch.

Der Erzähler hatte, ohne sich umzublicken, das Haus erreicht.

Der Gedankengänger saß und wartete.

Rudolf Stirns kleiner Roman „Der Gedankengänger" erzählt die Geschichte eines Hauses und seines geheimnisvollen Bewohners.

Dort geschehen unheimliche Dinge. Eine Welt voll skurriler Vorgänge und merkwürdiger Besucher und immer wieder untergründiger Bedrohungen, die sich vor dem geistigen Auge des Lesers ausbreiten.

„Eine Geschichte die sich kafkaesker Traditionen bedient", meint Alfred Wallon.

1

Das Haus lag in der Sonne, und der Gedankengänger, der oben in der Dachkammer saß, hörte sich zum zweiten Mal die Kassette an.

So klingt es, wenn er spricht, dachte er. Der Gedankengänger, der möbliert im Haus des Erzählers wohnte, hatte sich mit dem Kopf gegen die Schräge der Wand gelehnt. Sein Blick ging zum Dachfenster hinaus, in einen Himmel, der mit Watte beflockt schien.

Ein wenig unangenehm war ihm diese Stimme, weil sie näselte. Aber was sie sagte, zeugte von Ernst. So kam es, daß sich Bilder vor dem Auge des Gedankengängers einstellten. Und bald fielen dem Gedankengänger die Augen zu.

Jetzt sah er den Erzähler auf dem großen Balkon stehen. Er sah, wie er seine Worte mit merkwürdig fuchtelnden Bewegungen begleitete. Auf den Bäumen des Gartens aber saßen die Vögel und lauschten dieser Rede wie einer Predigt.

Es war still. In der Stille versprach die Stimme des Redenden jedem der Vögel, wenn er sich entschlösse, im Hause zu leben, Menschengestalt.

Der Gedankengänger vernahm es, sah, wie er selber zwischen den Vögeln saß und die Flügel hob und wie sich der Redner an ihn wandte. Er sah seine Flügel im Gegenlicht schimmern.

In diesem Moment begannen die Vögel rings auf den Bäumen zu kreischen. Einzelne schüttelten das Gefieder und wollten auf das Haus zufliegen. Alle Fenster waren geöffnet, nur war es ganz dunkel im Haus, man konnte nirgends hineinsehen.

Dem Gedankengänger gingen unter dem Lärm die Augen wieder auf. Vor ihm lief die Kassette ab. Er hörte wieder, wie der Erzähler vom Band sprach, und spürte die Wärme der Sonne auf seinen Beinen.

Er macht Angebote, dachte er. Er will meine Mitarbeit. Ein wenig läßt er mich in die Karten schauen. Jetzt reckte der Gedankengänger die Arme und gähnte. Aus dem Haus drunten drang Geräusch herauf. Da stand er schon und machte sich bereit.

Er wird sich die Antwort holen, murmelte er.

2

Der Gedankengänger wartete, es war wieder still. Dann glaubte er Schritte zu hören, trat zur Tür und lauschte. Der Erzähler aber saß unten am Tisch. Es sah aus, als arbeite er, doch er schlief.

Das passierte ihm oft.

Angestrengt schlief er. Vor ihm, sauber mit Tinte geschrieben, lag der Entwurf. Er sah gediegen aus, nur gelegentlich war eine Einfügung sichtbar.

Das Zimmer war von ruhigen Atemzügen erfüllt. Obwohl der Erzähler schlief, formte er noch mit den Lippen Sätze. Manchmal bewegte sich seine Hand im Schlaf. Die Feder war zur Seite gerollt. Doch ihm glitt sie leicht übers Blatt hin und füllte Bogen um Bogen. Dabei zuckten ihm manchmal die Lippen. Ja, er schlug von Zeit zu Zeit die Augen auf und sprach. Wort um Wort, das er schrieb und im Schreiben sprach, war an jemanden gerichtet, den er deutlich vor sich erblickte.

Wie spät es ist, fuhr es ihm durch den Sinn. Dann las er mit geschlossenen Augen, was er geschrieben hatte:

Rede an den Gedankengänger

Lange hast du mein Haus umkreist wie einen dunklen Punkt. Vielleicht meinst du, daß hier die Fäden zusammenlaufen, die deine Bahn bestimmen. Oft kamst du in Fahrt oder schienst dich in der Ferne zu verlieren.

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