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U.S. Marshal Bill Logan 70: Hexenkessel am Ende des Schienenstrangs

U.S. Marshal Bill Logan 70: Hexenkessel am Ende des Schienenstrangs


U.S. Marshal Bill Logan 70: Hexenkessel am Ende des Schienenstrangs

Länge:
118 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 1, 2014
ISBN:
9783956171758
Format:
Buch

Beschreibung

Die Bahnlinie der Union Pacific war in Dalhart angelangt. Banditen, Glücksritter, Abenteurer, Huren und eine Reihe anderes zwielichtiges Gesindel waren in die Stadt eingefallen wie ein Rudel Wölfe in einen Schafspferch. Bis vor kurzem gab es in der Stadt einen Town Marshal. Sein Name war Vince Frazer. Er wurde von einem Banditen erschossen. Wenn das Gesetz in der Stadt bis zu diesem Zeitpunkt auf wackligen Beinen stand, so war sie seitdem völlig in der Gesetzlosigkeit versunken. Mord und Totschlag waren an der Tagesordnung. Dalhart hatte sich zu einer wilden und gesetzlosen Stadt entwickelt – zu einem Hexenkessel am Ende des Schienenstrangs. Richter Humphrey schickte Joe Hawk und mich nach Dalhart, damit wir dort dem Gesetz Geltung verschafften. Es sollte sich für uns zu einem Himmelfahrtskommando entwickeln ... Wir erreichten die Stadt zweieinhalb Tage, nachdem wir in Amarillo aufgebrochen waren. Dalhart hatte schon einige Entwicklungsphasen durchgemacht. Zuerst war es eine kleine Ansiedlung in der Nähe des Mustang Creek gewesen, ruhig, beschaulich, unbedeutend, die im Schatten der M-im-Kreis Ranch lebte. Dann waren am Mustang Creek und am Carrizo Arroya Gold gefunden worden und ein Run war ausgebrochen, der der Stadt zwar wirtschaftlichen Aufschwung brachte, aber auch Unfrieden und Gesetzlosigkeit. Bald waren die Claims ausgebeutet und die Goldgräber verschwanden wieder. Zurück blieb ein Ort, in den langsam wieder Ruhe und Ordnung einkehrten. Doch dann kam die Eisenbahn ... Wir ritten zwischen die Häuser und nahmen die Eindrücke auf, die sich uns boten. Die Hauptstraße war stark bevölkert. Ich sah Gespanne, Reiter und Passanten zu beiden Seiten auf den Gehsteigen. Kinder spielten am Straßenrand. Einige Hunde lagen in den Schatten. Klirren, Scheppern, Geschrei, das Ächzen der Fuhrwerke, das Quietschen der Räder in den Naben, Wiehern, Hundegebell und Hufgetrappel hingen in der Luft. Das alles vermischte sich zu einer verworrenen Geräuschkulisse, die die Atmosphäre in der Stadt bis in den letzten Winkel erfüllte. Es war Mittagszeit. Die Sonne stand hoch im Zenit. Es war heiß, die Schatten waren kurz und scharf. Mir war klar, dass Dalhart wieder in jenen Zustand zurückgefallen war, in dem es sich befand, als Scharen von Goldsuchern ins Land einfielen. Ich sah viele Chinesen und Männer in Overalls. Es waren die Arbeiter der Union Pacific, die schichtfrei hatten und nach irgendwelchen Vergnügungen gierten. Joe und ich brachten die Pferde in den Mietstall. Den Stallmann kannten wir von früher. Es war ein bärtiger Oldtimer mit einem lückenhaften Gebiss, dessen Unterkiefer sich unablässig bewegte. Als er uns sah, spuckte er einen Strahl braunen Tabaksaft in eine leere Box, legte die Mistgabel weg, mit der er Pferdemist in eine Schubkarre lud, wischte sich die Hände an der Hose ab und kam näher.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 1, 2014
ISBN:
9783956171758
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

U.S. Marshal Bill Logan 70 - Pete Hackett

U.S. Marshal Bill Logan

Band 70

Hexenkessel am Ende des Schienenstrangs

Western von Pete Hackett

U.S. Marshal Bill Logan – die neue Western-Romanserie von Bestseller-Autor Pete Hackett! Abgeschlossene Romane aus einer erbarmungslosen Zeit über einen einsamen Kämpfer für das Recht.

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author www.Haberl-Peter.de

© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

1. digitale Auflage 2014 Zeilenwert GmbH

ISBN 9783956171758

Über den Autor

Unter dem Pseudonym Pete Hackett verbirgt sich der Schriftsteller Peter Haberl. Er schreibt Romane über die Pionierzeit des amerikanischen Westens, denen eine archaische Kraft innewohnt, wie sie sonst nur dem jungen G.F. Unger eigen war – eisenhart und bleihaltig. Seit langem ist es nicht mehr gelungen, diese Epoche in ihrer epischen Breite so mitreißend und authentisch darzustellen.

Mit einer Gesamtauflage von über zwei Millionen Exemplaren ist Pete Hackett (alias Peter Haberl) einer der erfolgreichsten lebenden Western-Autoren. Für den Bastei-Verlag schrieb er unter dem Pseudonym William Scott die Serie Texas-Marshal und zahlreiche andere Romane. Ex-Bastei-Cheflektor Peter Thannisch: Pete Hackett ist ein Phänomen, das ich gern mit dem jungen G.F. Unger vergleiche. Seine Western sind mannhaft und von edler Gesinnung.

Hackett ist auch Verfasser der neuen Serie Der Kopfgeldjäger. Sie erscheint exklusiv als E-book bei CassiopeiaPress.

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Über den Autor

Hexenkessel am Ende des Schienenstrangs

Band 70

Hexenkessel am Ende des Schienenstrangs

Die Bahnlinie der Union Pacific war in Dalhart angelangt. Banditen, Glücksritter, Abenteurer, Huren und eine Reihe anderes zwielichtiges Gesindel waren in die Stadt eingefallen wie ein Rudel Wölfe in einen Schafspferch.

Bis vor kurzem gab es in der Stadt einen Town Marshal. Sein Name war Vince Frazer. Er wurde von einem Banditen erschossen. Wenn das Gesetz in der Stadt bis zu diesem Zeitpunkt auf wackligen Beinen stand, so war sie seitdem völlig in der Gesetzlosigkeit versunken. Mord und Totschlag waren an der Tagesordnung. Dalhart hatte sich zu einer wilden und gesetzlosen Stadt entwickelt – zu einem Hexenkessel am Ende des Schienenstrangs.

Richter Humphrey schickte Joe Hawk und mich nach Dalhart, damit wir dort dem Gesetz Geltung verschafften. Es sollte sich für uns zu einem Himmelfahrtskommando entwickeln …

Wir erreichten die Stadt zweieinhalb Tage, nachdem wir in Amarillo aufgebrochen waren. Dalhart hatte schon einige Entwicklungsphasen durchgemacht. Zuerst war es eine kleine Ansiedlung in der Nähe des Mustang Creek gewesen, ruhig, beschaulich, unbedeutend, die im Schatten der M-im-Kreis Ranch lebte. Dann waren am Mustang Creek und am Carrizo Arroya Gold gefunden worden und ein Run war ausgebrochen, der der Stadt zwar wirtschaftlichen Aufschwung brachte, aber auch Unfrieden und Gesetzlosigkeit. Bald waren die Claims ausgebeutet und die Goldgräber verschwanden wieder. Zurück blieb ein Ort, in den langsam wieder Ruhe und Ordnung einkehrten. Doch dann kam die Eisenbahn …

Wir ritten zwischen die Häuser und nahmen die Eindrücke auf, die sich uns boten. Die Hauptstraße war stark bevölkert. Ich sah Gespanne, Reiter und Passanten zu beiden Seiten auf den Gehsteigen. Kinder spielten am Straßenrand. Einige Hunde lagen in den Schatten. Klirren, Scheppern, Geschrei, das Ächzen der Fuhrwerke, das Quietschen der Räder in den Naben, Wiehern, Hundegebell und Hufgetrappel hingen in der Luft. Das alles vermischte sich zu einer verworrenen Geräuschkulisse, die die Atmosphäre in der Stadt bis in den letzten Winkel erfüllte.

Es war Mittagszeit. Die Sonne stand hoch im Zenit. Es war heiß, die Schatten waren kurz und scharf. Mir war klar, dass Dalhart wieder in jenen Zustand zurückgefallen war, in dem es sich befand, als Scharen von Goldsuchern ins Land einfielen. Ich sah viele Chinesen und Männer in Overalls. Es waren die Arbeiter der Union Pacific, die schichtfrei hatten und nach irgendwelchen Vergnügungen gierten.

Joe und ich brachten die Pferde in den Mietstall. Den Stallmann kannten wir von früher. Es war ein bärtiger Oldtimer mit einem lückenhaften Gebiss, dessen Unterkiefer sich unablässig bewegte. Als er uns sah, spuckte er einen Strahl braunen Tabaksaft in eine leere Box, legte die Mistgabel weg, mit der er Pferdemist in eine Schubkarre lud, wischte sich die Hände an der Hose ab und kam näher.

»Hallo, Logan, hallo Hawk«, krächzte er, als er bei uns angelangt war und angehalten hatte. Er legte den Kopf ein wenig schief. Mir stieg Stallgeruch in die Nase. Die Luft hier drin war stickig und geschwängert mit der Ausdünstung der Pferde, die in den Boxen standen. »Seid ihr gekommen, um diesen Sündenpfuhl zu zähmen und eine Reihe wilder Burschen in die Schranken zu verweisen, oder seid ihr nur auf dem Durchritt?«

»In Dalhart soll es drunter und drüber gehen«, sagte ich. »Wir wollen ein wenig für Ordnung sorgen.« Ich reichte dem Stallburschen die Zügel meines Pferdes.

»Das ist sicherlich untertrieben«, kam es grimmig zurück. »Hier ist der Teufel los. Nachdem Vince Frazer das Zeitliche gesegnet hat, gibt es keinen mehr, der mit zähmender Hand den wilden Kerlen gegenübertritt. Der Marshalsgehilfe warf zwei Tage nach Frazers Tod das Handtuch, was diesem Burschen aber nicht zu verdenken ist.«

»Wir wissen von Camp Kerrick her, wie es am Ende des Schienenstrangs zugeht«, knurrte Joe. »Diese Camps ziehen das Gesindel an wie das Licht die Motten. Nun, wir haben Order, mit eisernem Besen zu kehren. Und wir werden uns sicher nicht scheuen, dem einen oder anderen renitenten Hombre empfindlich auf die Zehen zu treten.«

»Unruhe und Unfrieden in der Stadt haben einen Namen«, versetzte der Stallbursche. »Ein Kerl, der sich zum ungekrönten König hier aufgeschwungen hat. Er kommandiert eine ganze Bande von Schnellschießern und Schlägern, und wenn das hier die Hölle ist, dann ist er der Satan.«

»Hat er auch einen Namen?«, fragte ich und zog das Gewehr aus dem Scabbard.

»Warren McReilly. Ihm gehören drei Saloons, eine Tanzhalle und ein Hurenhaus. Seine Nummer eins heißt Jim Fisher. Er führt die Gunslingerbande an, die McReillys Willen mit eiserner Hand Geltung verschafft.«

»Seit wann ist McReilly in der Stadt?«

»Er kam mit den Eisenbahnleuten an und nahm sich sofort Town Mayor Jack Bannister zur Brust. Bannister frisst dem Hundesohn geradezu aus der Hand. Er ist ein elender Speichellecker, ein Kriecher geworden. Die meiste Zeit ist er im Dalhart Palace anzutreffen, in dem auch McReilly residiert. Bannister gehört zu jenen Kerlen, die in der Stadt ihre Fahne nach dem Wind gerichtet haben, wenn Sie verstehen, was ich meine, Marshals.«

Auch Joe zog seine Winchester aus dem Sattelschuh. Ich knüpfte meine Satteltaschen los und legte sie mir auf die Schulter. »Wir werden Mister Warren McReilly einen etwas intensiveren Blick unter den Hutrand werfen«, versprach ich, dann verließen wir den Stall. Draußen atmete ich tief durch.

»Es gibt immer einen Starken in Städten wie Dalhart, der den Ton angibt«, sagte Joe.

Ich nickte. »Diese Kerle sorgen aber oft auch dafür, dass es eine gewisse Ordnung gibt. Wenn es auch keine gesetzmäßige Ordnung ist.«

»Es ist die Ordnung, die ihnen in den Kram passt«, knurrte Joe. »Sie machen ihre eigenen Gesetze und diktieren sie. Wer sich an diese Ordnung hält, hat nichts zu befürchten. Die anderen werden fertiggemacht und finden entweder einen Platz auf dem Boot Hill, oder sie werden unerbittlich aus dem Land gejagt. Diese selbst ernannten Könige verbreiten Terror, Angst und Schrecken. Entweder man ist für sie, oder man geht zugrunde.«

Das war leider so. Das Distrikt-Gericht mit seinen Marshals focht einen geradezu aussichtslosen Kampf aus. Die Großen und Mächtigen gaben den Ton an; auf der Weide wie auch in den Städten. Das Gesetz stand auf verdammt wackligen Beinen. Die Sterne, die wir trugen, wurden oftmals nicht respektiert. Wir hatten einen ausgesprochen schwachen Stand …

Joe und ich erreichten das Hotel, das es früher schon in Dalhart gegeben hatte, und gingen hinein. Hinter der Rezeption saß ein Mann mittleren Alters, den ich nicht kannte. »Wir würden gerne zwei Zimmer mieten«, erklärte ich, als wir bei der Rezeption angehalten hatten. »Für zunächst zwei Wochen.«

»Tut mir leid«, sagte der Mann, »aber es gibt keine freien Zimmer in diesem Hotel. Sie werden in Dalhart überhaupt kein freies Zimmer finden. Alles ist bis auf den letzten Platz ausgebucht.«

»Sind Sie neu hier?«, fragte Joe.

Der Bursche nickte. »Mr. Hanchett hat mich angestellt.«

Hanchett war der Besitzer des Hotels. Ihm gehörte auch der Mietstall. Er war ein alteingesessener Bürger der Stadt.

»Wo finden wir Mr. Hanchett?«

»Im Dalhart Palace, bei McReilly.«

Ich verstand. Nicht nur Jack Bannister, der Town Mayor, strich McReilly um den Bart, sondern eine Reihe weiterer etablierter Bürger der Stadt. Es war, als wollten sie McReilly für sich einnehmen und gnädig stimmen.

Ich

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