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Sternen Wesen

Sternen Wesen

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Sternen Wesen

Länge:
252 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 31, 2018
ISBN:
9783957457554
Format:
Buch

Beschreibung

Calvin-Jasper Melchor hat sein Leben seit er denken kann den Sternen gewidmet. Hegte er bis dato immer nur die Hoffnung, einmal auf außerirdische Präsenz zu stoßen, wird er nun in einen Strudel von Ereignissen gerissen, der ihn weit weg von der Erde in ein fremdes Sonnensystem und vergangene Zeiten versetzt. Er befährt die „Sternenstraße“ in der Technohybridfähre Nomme und zusammen mit dem Roboter TONK, einer eigenständig agierenden Kampfmaschine von 55 Zentimetern, wird er auf einem anderen Planeten in die Auseinandersetzungen eines fremden Volkes verwickelt und dabei in die Vergangenheit geschleudert. Seine wahre Bestimmung findet Calvin-Jasper aber nicht in den Weiten des Weltraums, sondern hier auf der Erde, als ihn dort eine Sternenvagabundin um Hilfe bittet, obwohl sie selbst über außergewöhnliche Kräfte verfügt.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 31, 2018
ISBN:
9783957457554
Format:
Buch

Über den Autor

J. F. Simon war schon immer ein Träumer, der sich mehr in seiner eigenen Fantasiewelt bewegte, als in der Realität. Nach dem Grundwehrdienst begann er Jura zu studieren. Als seine Eltern unverhofft starben, brach er das Studium ab und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben. Nach dem Scheidern seiner ersten Beziehung traf er dann doch seine Traumfrau und gründete eine Familie. Heute schreibt er die fantastischen Geschichten, die ihn ein Leben lang begleitet haben.


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Buchvorschau

Sternen Wesen - Jens F. Simon

End

Kapitel 1 : Die Technohybrid-Fähre

Der Himmel war wolkenlos und dunkelblau. An diesem Abend des Spätjuni des Jahres 2018 schien die Luft besonders ozonhaltig zu sein. Es roch nach einem Frühjahrsgewitter, obwohl keine einzige Wolke am Himmel zu sehen war.

Calvin-Jasper Melchor, auch bloß C.J. genannt, war alleine in dem riesigen Raum des Karl-Schwarzschild-Observatoriums. Er blickte nun schon über zwei Stunden durch das große Teleskop und konnte sich einfach nicht satt sehen, an den vielen Sternen am Firmament und darüber hinaus, so wie er es manchmal für sich selbst nannte.

Er war Astronom mit Leib und Seele.

Mit seinen neunundzwanzig Jahren war er einer der Jüngsten unter seinen Kollegen. Sein Chef, Professor Meinrat von der Universität Jena hatte ihn erst letzte Woche gefragt, ob er nicht als Dozent an seiner Professor mitarbeiten wolle. C.J. hatte sich eine Bedenkzeit erbeten.

Versonnen schweifte sein Blick durch die große Halle in deren Mitte das riesige Gerät stand. Er war hier in Tautenburg aufgewachsen. Seine Eltern lebten noch in dem kleinen 310- Einwohnerdorf. Schon als Kind hatte es ihn immer wieder zu dem größten Teleskop Deutschlands hingezogen.

Die Faszination der Sterne, die Weiten des Weltalls ließen ihn seinen Berufswunsch schon frühzeitig definieren; Astronom. Er träumte davon, fremde Welten zu entdecken.

Für ihn war es das Höchste im Leben neue Sternensysteme und Galaxien zu durchstreifen, sei es auch nur mit dem Auge. Der erste extrasolare Planet wurde tatsächlich mit dem Teleskop in Tautenburg entdeckt.

Calvin-Jasper schaute durch das einzige Fenster neben dem Teleskop hinaus in die beginnende Dämmerung.

Der Himmel war übersät mit Abermillionen Sternen und die Luft roch nach frisch gemähtem Gras.

Der Junggeselle C.J. ließ das Teleskop wieder einfahren und stand von der Sitzeinrichtung auf, die an einem mechanischen Schwenkarm mit dem eigentlichen Gerät verbunden war und jede Drehbewegung mitmachte.

Er wollte noch, bevor es ganz dunkel wurde, sämtliche Antennen der Warte neu kalibrieren.

Neben dem Gebäude lag das so genannte Antennenfeld.

Hier standen bis zu dreihundert einzelne Antennen in der Gegend verteilt, deren Anordnung genau berechnet war, damit man möglichst viele unterschiedliche Kombinationen mit unterschiedlichen Abständen zwischen den Antennen bilden konnte. Das ganze nannte man Interferometrie.

Die unbeweglichen Antennen empfingen alle möglichen Signale, die dort draußen in den Weiten des Kosmos umherschwirrten.

C.J. war ganz besessen davon, relevante Signale herauszufiltern, zu analysieren und mit den Daten der anderen Antennen in Verbindung zu setzen, zu vergleichen.

Er hatte damit begonnen, mehrere Antennen in Bündel auf eine bestimmte Himmelsrichtung auszurichten.

Er glaubte einem Phänomen auf die Spur gekommen zu sein und benötigte mehr Dateninput.

Im Schein des nun aufgehenden Mondes konnte er vom Antennenfeld aus die Reste der Burg erkennen, die auf einem Hügel inmitten des dicht bewachsenen Tautenburger Waldes stand.

Sie hob sich jetzt deutlich sichtbar hervor und das bleiche Mondlicht, das sie von der Seite anstrahlte, erzeugte durch die zerbrochenen Fensteröffnungen hindurch eine gespenstige Silhouette.

C.J. erinnerte sich gelesen zu haben, dass die Burg aus dem Jahre 1223 der Familie Schenk von Vargular gehörte.

Sie war angeblich vor weit über 200 Jahren von Dämonen zerstört worden, so hieß es jedenfalls. Es soll sich um eine sehr mysteriöse Begebenheit gehandelt haben und der Sternenhimmel soll damals mit beteiligt gewesen sein.

Diese Aussage war auch der Grund gewesen, dass C.J. den Artikel überhaupt gelesen hatte.

Der Streifenform, die er auf einer sehr niedrigen Frequenz mit den Antennen hier gemessen hatte und die erhöhten ultravioletten Strahlen, welche ein Muster erzeugten das aussah wie gerade verlaufende Eisenbahnschienen mit den dazugehörigen Schwellen, musste er einfach nachgehen.

Etwas Ähnliches meinte er auch aus den teilweisen Originaltexten der damaligen Aufzeichnungen herausgelesen zu haben. Obwohl die Menschen im beginnenden neunzehnten Jahrhundert überhaupt noch nicht über die technischen Voraussetzungen verfügt hatten, wie es heute der Fall war.

Aber die Passagen deuteten an, dass man diese Muster sogar mit eigenen Augen am Firmament hatte erkennen können. Das konnte kein Zufall sein.

C.J. schaute nochmals kurz auf die Antennen und war mit seiner Leistung zufrieden, dann ging er langsam zurück zur Sternenwarte.

Der Himmel war immer noch wolkenlos und er wollte dies nutzen, um nochmals mit dem Teleskop nach dem zu suchen, was er bereits mit den Antennen glaubte gefunden zu haben, außerirdische Präsenz.

Mit geübten Fingern schaltete er das Gerät in den Coudé-Modus und leitete das Licht in den Spektrometer, der im Keller stand. Die endgültige Auswertung würde er morgen machen.

Der nächste Schritt war die Nutzung des Teleskops als ‚Schmidt-Kamera’. Die Linsen waren direkt über die Burgruine ausgerichtet, als er die ersten Bilder anfertigte.

Gegen 02.00 Uhr Nachts fing sein Körper jedoch an, sein Recht zu einzufordern. Calvin-Jasper Melchor ging zu Bett und fing an zu träumen.

Ein riesiger Vogel schwebte auf ihn herab. Er hatte eine Flügelspannweite von mindesten zehn Metern. C.J. pfiff und der Vogel landete neben ihm.

Ohne Angst stieg er auf seinen Rücken, klemmte seine Beine zwischen Flügeln und Körper und hielt sich am Hals des Tieres fest, so, als wäre es ganz normal, auf dem Rücken eines riesigen Vogels zu sitzen. Langsam hob das Tier vom Boden ab und schwang sich immer höher dem Himmel entgegen. Er hielt sich an keine Regeln und flog höher und höher hinauf.

Schon wurde es kälter, dann ebenfalls dunkler. Noch immer verspürte C.J. keine Angst. Er wusste, dass der Vogel ihn schützte.

Als die Erdoberfläche unter ihnen immer kleiner wurde und schon keine Einzelheiten mehr erkennbar waren, hielt der Vogel an. Sie befanden sich bereits am äußeren Rand der Atmosphäre.

Normalerweise hätte er nicht mehr atmen können oder wäre schon längst erfroren, aber nichts dergleichen war geschehen.

Sein Flugvogel hatte seine Flügel wieder dicht an den Körper angelegt und schwebte in die Umlaufbahn der Erde ein. C.J. genoss die Aussicht auf den blauen Planeten.

Von diesem Moment hatte er ein Leben lang geträumt. Wirklich hinauszugehen ins All, zu seinen Sternen, die er tagtäglich durch das Teleskop beobachtete.

Er wollte noch weiter hinaus, ganze Galaxien und Spiralnebeln schienen ihn zu rufen, schienen auf ihn zu warten.

Mit seinem Arm deutete er auf die der Erde entgegengesetzte Seite. Hier glitzerten Milliarden von Sternen.

„Dort hin will ich, mein Freund. Schwing deine Flügel und bringe mich in die Unendlichkeit."

Der riesige Vogel hatte ihn gehört und verstanden. Er schwang seinen Körper herum, weg von dem Planeten und fing an seine Flügel immer schneller zu schlagen. Mit leuchtenden Augen verfolgte C.J. sein Tun.

Die Erde wurde zusehends kleiner und kleiner. Der Mond war schon lange aus seiner Sicht verschwunden und die Schwärze des Alls nahm ihn auf. Dann, mit einem Mal wurde ihm kalt.

Die Sterne schienen in weite Ferne gerückt zu sein, sie glitzerten nicht mehr so hell, wie noch vor wenigen Minuten. „Das Ganze war falsch", schien ein Gedanke ihn zu peinigen.

„Stopp, halte an, ich will nicht weiter hinaus."

Aber der Vogel hörte diesmal nicht. Er schlug weiter mit kräftigen Schlägen seine Flügel und flog in die Dunkelheit hinaus.

C.J. atmete schwerer, sein Herz raste als er mit einem Schrei aufwachte. Im ersten Moment wusste er tatsächlich nicht, wo er war und rang verzweifelt nach Luft, die er glaubte nicht zu haben. Dann setzte sein Gedächtnis ein und er fand zurück in die Realität.

Nach dem Frühstück hatte C.J. sich vorgenommen, die Bilder zu entwickeln, die er in der Nacht zuvor über das Teleskop geschossen hatte.

Frank Seermann, einer seiner Kollegen und gleichzeitig ein Doktorand, dem hier eine praktische Ausbildung widerfuhr, sprach ihn beim gemeinsamen Frühstück in der Kantine an: „C.J. Sie geben wohl überhaupt nicht auf. Sagen Sie nur, Sie waren das, der gestern noch mitten in der Nacht in der Sternwarte arbeitete? Glauben Sie wirklich mit diesen komischen Linien und Strichen etwas beweisen zu können? Ich kann da absolut keine Muster herauslesen!"

Er lächelte und es sah sehr überheblich aus.

„Was sagt denn Professor Meinrat zu den Hirngespinsten?"

Calvin-Jasper hatte überhaupt keine Lust, sich schon wieder von diesem Tölpel anpöbeln zu lassen. Er stand wortlos auf und verließ die Kantine.

„Sie sollten langsam erwachsen werden, mein Lieber!" Den letzten Satz hätte er sich sparen können. Schließlich hatte Professor Meinrat ihm eine Dozentenstelle angeboten und nicht ihm.

Außer dem Professor schien ihn hier an der Sternwarte niemand so richtig für voll zu nehmen.

Hatte er sich vielleicht wirklich in etwas verrannt? Hatte dieser Seermann Recht? Er vergaß für ein paar Minuten, weswegen er überhaupt diesen Beruf ergriffen hatte. Als er jedoch die ersten Bilder von gestern Abend in Händen hielt, wusste er, dass er richtig lag. Es waren eindeutige Muster zu erkennen. C.J. suchte das alte Buch mit den Ereignissen vor zweihundert Jahren heraus.

Er blätterte bis etwa zur Mitte. Dort war eine Handzeichnung abgebildet.

Sie glich den Mustern auf seinen Bildern, wie ein Ei dem andern. Also doch. Etwas schien vom Himmel, womöglich aus dem Weltall gekommen zu sein und hatte die Burg verwüstete, so jedenfalls interpretierte er die Sätze, die in dem Buch, das vor ihm lag, standen.

Kurz erinnerte er sich an einige Bruchstücke des Traums von letzter Nacht.

Nein, Abergläubisch war er nicht. Es war kein Omen, wahrscheinlich hatte sein Unterbewusstsein irgendwelche Informationen, die ihm bewusst entgangen waren, aufgearbeitet.

Allein das war Ansporn genug, in diese Richtung weiterzumachen, weiterzusuchen. Es würde schon der Zeitpunkt kommen, da er genug Beweise hatte, Beweise dafür, dass es mehr gab zwischen Himmel und Erde, als die Wissenschaft bisher annahm. Vielleicht war er sogar einem Besuch von Außerirdischen auf der Spur, wer wusste das schon.

Die Burgruine

Ein Käuzchen ließ seine Stimme in wiederkehrenden Tönen erklingen. Die Burgruine lag in nächtlicher Stille vor ihm. Der ausgetretene Feldweg, dem er folgte, führte direkt vor das ehemalige Burgtor.

Das Holz des Tores war schon vor langer Zeit vermodert, die stolzen Zinnen und Wehrtürme zerfallen.

C.J. überlegte, ob er nicht doch lieber am Tage die Burg betreten sollte. Eigentlich war es eine Schnapsidee jetzt noch hier vorbeizugehen.

Er hatte zwar eine Taschenlampe mitgenommen, aber der Vollmond gab genug Helligkeit, so dass er bis jetzt ohne sie ausgekommen war. Unter dem halb zerfallenen, steinernen Rundbogen des Tordurchgangs blieb er stehen und holte die Aufnahmen aus der Jackentasche hervor.

Im Lichtstrahl der Taschenlampe konnte man genau dieses merkwürdige Gespinst über der Burg erkennen.

Die Aufnahmen hatte er gestern gemacht und heute Nachmittag entwickelt.

Es sah wirklich aus, wie das Schienengleis der Bahn und es führte zu der Burg hinunter, einmal um sie herum um dann wieder im Dunkeln des Weltraums zu verschwinden.

Das Bild, mit der Spezialkamera aufgenommen und durch den Computer analysiert, zeigte ein eindeutiges Muster. Dieser Frank Seermann konnte sagen was er wollte, es war absolut kein Hirngespinst.

Das konnte nie und nimmer Zufall noch ein Naturereignis gewesen sein.

C.J. blickt nach oben, zu der letzten noch intakten Zinne der ehemaligen stolzen Burg. Nein, von hier aus konnte man die Stelle nicht erkennen. Er musste weiter nach links am ehemaligen Burgfried herum auf die andere Seite.

Die Stille war fast schon bedrückend, als C.J. weiterging.

Mehrmals drehte er sich ruckartig um, weil er glaubte verfolgt zu werden.

„Blödsinn", schimpfte er sich selbst. Er mochte keine Spukgeschichten noch hatte er etwas für Geister und Gespenster übrig.

Trotzdem kam in ihm etwas wie Furcht auf, als eine Eule unvermittelt ihren Ruf ausstieß und Kieselsteine von einem Mauerrest herunterfielen, die die bisherige Stille in eine gefahrvolle Nachtkulisse zu verwandeln schienen.

C.J. nahm die Stabtaschenlampe in die Hand und leuchtete damit in die vor ihm liegende Ruine.

Die zerfallenden Wände reflektierten teilweise das Licht und schufen eine noch gruselige Atmosphäre.

In dem alten Buch, das er gelesen hatte, war die Rede von schlimmen Vorkommnissen im Tautenburger Wald.

Feuerspeiende Dämonen waren vom Himmel gefallen und hatten die Menschen in der Burg mit sich gerissen, als sie wieder verschwanden.

C.J. zuckte zusammen, als es seitlich neben ihm am Boden raschelte. Wieder fragte er sich, was er um diese Zeit überhaupt hier machte und was er im Dunkeln zu finden erhoffte.

„Das war eine saudumme Idee gewesen", sagte er sich leise.

Aber irgendetwas in ihm hatte darauf bestanden. War es mehr eine Vorahnung oder eher Intuition gewesen, die ihn jetzt durch die verbrannte Burgruine trieb?

C.J. blieb ruckartig stehen, als er vor sich ein Licht zu erkennen glaubte.

Schnell schaltete er die Taschenlampe aus und stellte sich hinter einen kleinen Baum, der zwar keine Deckung gab, aber trotzdem alleine durch seine Anwesenheit so etwas wie Sicherheit lieferte.

C.J. strengte sein Gehör an, aber außer einem Kauz konnte er nichts vernehmen. Der Lichtpunkt, und mehr war es auch nicht, wanderte quer über die freie Grasfläche und verschwand hinter einer umgestürzten Wand.

C.J. nahm allen Mut zusammen und hechtete hinterher. Er sprang über am Boden liegende einzelne Mauersteine, die teilweise schon ganz mit Moos bewachsen waren, lief um den Rest eines Mauervorsprungs herum und stand unvermittelt vor einem Rehbock, der ihn böse anfunkelte.

C.J. war im ersten Moment viel zu sehr verblüfft, um auszuweichen.

Der Bock senkte den Kopf mit dem starken Geweih und schnaufte lautstark. C.J. tat unbewusst das einzig richtige in dieser Situation, er nahm die Taschenlampe und leuchtete dem Tier direkt in die Augen.

Der Rehbock blieb geblendet stehen und schien den Lichtschein zu fixieren, während C.J. sich langsam rückwärts bewegte.

Als er wieder an dem Mauervorsprung angekommen war, sprang er schnell dahinter, knipste die Lampe aus und verhielt sich ruhig.

Die Ankunft

Nomme war alleine. Das erste Mal seit Äonen von Jahrhunderten. Wirklich und wahrhaftig alleine. Es war erschreckend, keinen biologischen Lenker mehr zu besitzen.

CH’kesfgebej war gestorben und Nomme hatte ihn, wie es in den Analen von Syn stand und wie es der uralte Brauch forderte, mit aller Würde desintegriert.

Die Technohybrid-Fähre hatte es nicht verstanden, wieso er gestorben war. Altersschwäche konnte es nicht gewesen sein, dazu war das System der Körperregenerierung, das innerhalb der Lenkerkabine immer wirksam wurde, sobald der Lenker einstieg, zu perfekt.

Es versagte niemals. Ein Lenker konnte so mehrere tausend wenn nicht sogar Zehntausende von mittleren Planetenumläufen alt werden und CH’kesfgebej war diesbezüglich noch relativ jung gewesen.

Nomme überlegte, ob sie sich mit einer anderen Technohybrid-Fähre in Verbindung setzen sollte, um deren Meinung dazu einzuholen.

Aber erstens zeigte der Individualscan, dass sich keine andere Technohybrid-Fähre momentan in der Reichweite der LOT-Kommunikation befand und zweitens war es jetzt viel wichtiger, wieder einen Lenker zu finden, als dem bisherigen hinterher zu trauern.

Denn eines war sicher, ohne Lenker würde Nomme in kurzer Zeit dahinsiechen und langsam aber sicher in einen Todeswahn abdriften der immer für einen Technohybrid-Fähre auch den endgültigen Tod bedeutete.

Nomme beschleunigte und ordnete sich in ein Schienensystem aus gepulster Schwarzer Materie ein, das bereits seit Äonen von Jahrhunderttausenden existierte.

Nunmehr übernahm das Schienensystem die Fortbewegung und Nomme konnte, um die eigenen Energien zu sparen, den Selbstantrieb deaktivieren.

Der Weltraum, mit all seinen Sternen glomm nun in einem düsteren Grau, die Lichter der Sterne wurden zu Strichen, als Nomme immer mehr beschleunigt wurde.

Das Routenplandisplay leuchtete hektisch auf. Jemand musste einen Kurs eingeben, nur es gab keinen Jemand. Nomme selbst konnte nicht agieren, es gab zu viele Sperren und interfunktionelle Regeln, die er nicht umgehen konnte.

Langsam begann in ihm sich ein gewisser Druck aufzubauen. War es die falsche Entscheidung gewesen, ohne Lenker in das Schienennetz einzuteigen?

Das Schienensystem schien zu merken, dass etwas nicht stimmte. Es fing an zu bocken, jedenfalls wurde Nomme auf einmal ziemlich hart durchgeschüttelt.

Etwas wie Angst kroch in die mechanisch zerebralen Ganglienwindungen eines nicht fassbaren Intelligenzwesens.

Wenn Nomme aus der Bahn flog, würde er sehr wahrscheinlich aufhören zu existieren, er würde in der Unendlichkeit des Alls einfach verwehen.

Es würde sein, als hätte er niemals existiert. Der furchtbare Gedanke löste noch mehr Panik aus.

Das Gepolter wurde immer stärker. Ein sehr

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