Erfreu Dich an Millionen von E-Books, Hörbüchern, Magazinen und mehr

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Sammelband 6 Western – Wildwest Outlaws Februar 2018

Sammelband 6 Western – Wildwest Outlaws Februar 2018

Vorschau lesen

Sammelband 6 Western – Wildwest Outlaws Februar 2018

Länge:
771 Seiten
8 Stunden
Freigegeben:
5. Juli 2019
ISBN:
9781386550686
Format:
Buch

Beschreibung

Sammelband 6 Western – Wildwest Outlaws Februar 2018

Dieses Buch enthält folgende diese Western:

Pete Hackett: McQuade jagt die Sheriffmörder

A. F. Morland: Drei Särge warten in Amarillo

Alfred Bekker: Der Geächtete

Alfred Bekker: Ein Mann Namens Bradford

Glenn P. Webster: Cliff Holden – der Aufrechte

Glenn Stirling: Jetzt wird abgerechennet, Osborne!

Sagebrush in Nebraska – die Stadt zappelt im Würgegriff eines skrupellosen Sternträgers. Mittendrin hört die Blondine Darlene nicht auf, sich zu wehren; oder bricht Tom Calvert doch ihren Willen? Er versucht es jahrelang. Eines Tages erscheint der verbitterte Cliff Holden auf der Bildfläche, und ihm folgt der einsame Wolf Loco. Schließlich wird der erfahrene Kämpfer Holden – fast gegen seinen Willen – in die Auseinandersetzungen um Sagebrush mit hineingezogen. Etwas wie Hoffnung keimt auf, verkörpert durch die Liebe und Sinnlichkeit tapferer Frauen. Aber wird es Holden praktisch im Alleingang gelingen, dem gnadenlosen Calvert und seinen Helfershelfern zu trotzen?

Freigegeben:
5. Juli 2019
ISBN:
9781386550686
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


Ähnlich wie Sammelband 6 Western – Wildwest Outlaws Februar 2018

Mehr lesen von Alfred Bekker

Buchvorschau

Sammelband 6 Western – Wildwest Outlaws Februar 2018 - Alfred Bekker

Sammelband 6 Western – Wildwest Outlaws Februar 2018

Dieses Buch enthält folgende diese Western:

Pete Hackett: McQuade jagt die Sheriffmörder

A. F. Morland: Drei Särge warten in Amarillo

Alfred Bekker: Der Geächtete

Alfred Bekker: Ein Mann Namens Bradford

Glenn P. Webster: Cliff Holden – der Aufrechte

Glenn Stirling: Jetzt wird abgerechennet, Osborne!

Sagebrush in Nebraska – die Stadt zappelt im Würgegriff eines skrupellosen Sternträgers. Mittendrin hört die Blondine Darlene nicht auf, sich zu wehren; oder bricht Tom Calvert doch ihren Willen? Er versucht es jahrelang. Eines Tages erscheint der verbitterte Cliff Holden auf der Bildfläche, und ihm folgt der einsame Wolf Loco. Schließlich wird der erfahrene Kämpfer Holden – fast gegen seinen Willen – in die Auseinandersetzungen um Sagebrush mit hineingezogen. Etwas wie Hoffnung keimt auf, verkörpert durch die Liebe und Sinnlichkeit tapferer Frauen. Aber wird es Holden praktisch im Alleingang gelingen, dem gnadenlosen Calvert und seinen Helfershelfern zu trotzen?

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Authors/ Cover Firuz Askin

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

McQuade jagt die Sheriffmörder

Western von Pete Hackett

1

„GIB AUF, BENEDIKT!", rief McQuade und duckte sich hinter den Felsen, der ihm Schutz vor den Kugeln des Banditen bot. Roy Benedikt war tiefer in die Schlucht hineingeflohen und steckte irgendwo zwischen den Felsblöcken, die sich am Fuß einer der steilen Felswände übereinandertürmten.

Roy Benedikt war dem Sheriff des Pima Countys fünfhundert Dollar wert. Er hatte bei einem Überfall einen Postkutschenfahrer erschossen und den Begleitmann schwer verletzt und war mit einer Beute von ganzen dreiundzwanzig Dollar entkommen.

Hier, in der Unwegsamkeit der Mule Mountains hatte ihn der Kopfgeldjäger gestellt. Als Benedikt Hals über Kopf zu fliehen versuchte, hatte sich sein Pferd ein Bein gebrochen. Er ließ das Tier einfach zurück und versuchte zu Fuß zu entkommen. McQuade erlöste es von seinen Qualen.

Die Schlucht endete nach hundert Yard vor einer steilen Geröllhalde, die zu erklimmen unmöglich war. Als der Bandit zum Maul der Schlucht zurückkehrte, um sich einen anderen Weg zu suchen, rannte er dem Kopfgeldjäger fast in die Arme.

Jetzt belauerten sich McQuade und Roy Benedikt. Gray Wolf war zwischen den Felsen verschwunden, die in allen Größen und Formen die Sohle der Schlucht bedeckten und diese geradezu unbegehbar machten.

„Eher friert die Hölle ein, dreckiger Hund!, brüllte Benedikt mit vom Hass verzerrter Stimme. „Verschwinde lieber, Menschenjäger! Ansonsten schicke ich dich zur Hölle, und um deinen Kadaver werden sich die wilden Tiere streiten.

McQuade gab keine Antwort. Die letzten Worte des Banditen waren verhallt und in der Schlucht herrschte wieder drückende Stille. Es war ein heißer Hochsommertag, der sich seinem Ende näherte. Die Sonne stand dicht über dem Horizont im Westen und würde innerhalb der nächsten halben Stunde hinter der bizarren Kulisse einer Felsenkette verschwinden, die sich in rauchiger Ferne von Norden nach Süden erstreckte. Der Kopfgeldjäger sagte sich, dass er den Outlaw erwischen musste, ehe sich die Dunkelheit zwischen die Felsen senkte.

Die Hitze war noch immer quälend, Schweiß rann über das hohlwangige, stoppelbärtige Gesicht des Texaners und hinterließ helle Spuren in der dünnen Schicht aus Staub, die sich auf seine Haut gelegt hatte. Eine Unzahl von winzigen Stechmücken sorgte im Übrigen dafür, dass der Kopfgeldjäger ungeduldig dem Moment entgegenfieberte, in welchem er diesem höllischen Spiel ein Ende bereiten konnte.

Plötzlich erklang ein wütender Fluch, ein Schuss peitschte, und dann erfüllte das zornige Bellen Gray Wolfs die Schlucht und verschmolz mit der verebbenden Detonation. Und in die geisterhaft raunenden Echos hinein brüllte der Bandit: „Du solltest dieses graue Mistvieh zurückpfeifen, Menschenjäger. Sollte es mir noch einmal vor die Mündung laufen, hat es seinen letzten Dreck gemacht!"

McQuade setzte sich in Bewegung, schob sich geduckt um den Felsen herum, der ihm bis jetzt Deckung geboten hatte, ließ sich auf alle viere nieder und kroch zwischen die zum Teil nur kniehohen Felsbrocken. Er war bemüht, keine unnötigen Geräusche zu verursachen, und verspürte nervenzerrende Anspannung. Ihm war nämlich klar, dass der Bandit ausgesprochen gefährlich war und nicht unterschätzt werden durfte. Die Tatsache, dass Roy Benedikt nichts mehr zu verlieren hatte, machte ihn äußerst unberechenbar. Er würde reagieren wie ein in die Enge getriebenes Raubtier.

Das Bellen des Wolfshundes war verstummt. Doch dass er nach dem Schuss noch Laut gegeben hatte, sagte dem Kopfgeldjäger, dass Benedikt sein Stück Blei wohl vergeudet hatte. Die Sorge um seinen treuen, vierbeinigen Partner, die nach dem Schuss in McQuade wie ein heißes Feuer aufgeflammt war, legte sich.

Der Bandit war irgendwo vor ihm zwischen den Felsblöcken. Hier wucherte überall dorniges Gestrüpp und die Schlucht war aber sicherlich auch ein Hort für Skorpione und Klapperschlangen. Vorsicht war geboten. McQuade musste sich also nicht nur auf den Outlaw konzentrieren.

Plötzlich vernahm er ein leises Schaben, wie wenn Stoff gegen rauen Fels reibt. Sofort verharrte er, lauschte und witterte und sandte seinen Instinkt aus – jenen fast untrüglichen sechsten Sinn für die unmittelbare Gefahr.

McQuade nahm den Hut ab und hob den Kopf etwas an, um über den Felsen hinwegspähen zu können, hinter dem er kauerte. Das Geräusch war nicht wieder entstanden und der Texaner sagte sich schon, dass ihm seine überreizten Sinne einen Streich gespielt hatten, als er ein kaum wahrnehmbares Klirren hörte, wie es nur Sternradsporen verursachten.

McQuade staute den Atem, legte das Gewehr zur Seite und zog den Colt. Wie hineingeschmiedet lag die schwere Waffe in seiner Faust, den Daumen hatte der Texaner auf der Hammerplatte liegen, sein Zeigefinger krümmte sich um den Abzug.

Das leise Klirren war in der Lautlosigkeit der Bergwelt versunken, die Gefahr war allgegenwärtig – der Tod streckte die knöcherne Klaue aus. Die Karten in dem höllischen Spiel waren verteilt ...

Ein Schatten fiel hinter dem Felsen hervor, der nicht ganz mannshoch zehn Schritte tiefer in der Schlucht aus dem Boden ragte. Die Anspannung in McQuade wuchs. Seine Augen begannen zu schmerzen, denn die Schlucht verlief von Osten nach Westen und das grelle Licht der Sonne, die direkt über dem Schluchtende weit im Westen zu stehen schien, blendete ihn.

McQuade blinzelte, schloss für einen Sekundenbruchteil die Augen – öffnete sie aber sogleich wieder, weil er einen erschreckten Aufschrei vernahm, und er sah Benedikt hinter dem Felsen hervorkippen. Gray Wolf hatte erneut eingegriffen, war an den Banditen herangeschlichen und hatte ihn angefallen.

Doch Roy Benedikt reagierte mit der Schnelligkeit einer zustoßenden Klapperschlange, warf sich noch im Fallen halb herum und schlug mit dem Colt nach dem Wolfshund. Gray Wolf heulte auf, wurde zurückgeschleudert, rutschte ein Stück auf dem Bauch dahin, kam aber sofort wieder auf die Beine und schnellte herum.

Benedikt hatte sich - von Panik getrieben - in eine kniende Haltung erhoben und riss die Faust mit dem Sechsschüsser hoch, doch ehe er abdrücken konnte, bäumte sich der Coltrevolver in der Hand McQuades auf, der Schuss dröhnte und die schwere 45er Kugel warf den Banditen um, als hätte ihn die Faust einer erzürnten Gottheit getroffen.

Sofort war Gray Wolf über ihm, die Lefzen des Tieres, von denen Geifer tropfte, hatten sich über den gefährlichen Fang gehoben, der dermaßen dicht vor dem Gesicht des Banditen war, dass es der schale Atem des Wolfshundes wie ein höllischer Hauch streifte. Ein bedrohliches Knurren stieg aus der Kehle Gray Wolfs.

McQuade erhob sich und ging, den Sechsschüsser im Anschlag, langsam auf den leise röchelnden Banditen zu. Roy Benedikt waren sowohl der Colt als auch das Gewehr, das er links am langen Arm getragen hatte, entfallen, als ihn der Wolfshund angriff und aus dem Gleichgewicht brachte. McQuade hob die Waffen auf und schleuderte sie zwischen die Felsbrocken, dann gebot er Gray Wolf, von dem Outlaw abzulassen. Der Wolfshund wich zurück, ließ sich auf die Hinterläufe nieder und sein Knurren verstummte, doch er ließ Benedikt nicht aus den Augen.

Der Kopfgeldjäger konnte sehen, dass seine Kugel dem Banditen die rechte Schulter zerschmettert hatte. Blut pulsierte aus der Wunde. McQuade beugte sich über Benedikt und sagte: „Daran stirbst du nicht, Hombre. Ich werde dich nach Bisbee zum Arzt bringen, und wenn der dich wieder zusammengeflickt hat, nehmen wir den Weg nach Tucson unter die Hufe unsere Pferde. Die Schlinge, die sie dir dort um den Hals legen werden, ist sicherlich schon geknüpft."

McQuade hatte kein Mitleid mit Kerlen von der Sorte Roy Benedikts. Ihnen war nichts heilig, sie nahmen sich einfach, was ihnen gefiel, und ein Menschenleben war ihnen gerade mal den Preis für eine Patrone wert.

Aus blutunterlaufenen Augen, in denen erschreckender Hass tobte, starrte der Mörder zu McQuade in die Höhe. „Zur Hölle mit dir, dreckiger Bastard!", knirschte er.

Es beeindruckte den Texaner nicht im Geringsten. „Gib auf ihn acht, Partner", befahl er Gray Wolf, dann stiefelte er davon, um sein Pferd zu holen. In der Satteltasche befand sich Verbandszeug, und die Verwundung des Banditen musste versorgt werden, wenn er die zehn Meilen bis Bisbee durchhalten sollte.

2

Es war finster, als der Texaner mit seinem verwunderten Gefangenen die Grenzstadt erreichte. Die meisten der Wohnhäuser lagen in völliger Dunkelheit. Nur aus den beiden Saloons trieb noch verworrener Lärm. McQuade passierte das Sheriff‘s Office und registrierte, dass hinter dem Fenster Dunkelheit herrschte.

Vor dem Paradise Saloon saß er ab, dann half er Benedikt, der vor ihm auf dem Falben gesessen hatte, vom Pferderücken, schnappte sich die Henry Rifle und dirigierte den Banditen in den Schankraum.

Die beiden Männer und der große, graue Hund, der McQuade nicht von der Seite wich, erregten Aufmerksamkeit. Nach und nach vererbte der Lärm, stechende Blicke waren auf sie gerichtet, und Sekunden lang war es still wie in einem Leichenschauhaus um Mitternacht. Schließlich sprengte McQuade die Stille mit seiner Stimme, indem er rief: „Ich brauche für diesen Mann hier einen Arzt. Kann mir jemand sagen, wo ich ihn finde?"

Roy Benedikt stand nach vorne gekrümmt halb rechts vor dem Kopfgeldjäger, unter der dünnen Schicht aus Staub und Schweiß war sein Gesicht bleich wie ein Leinentuch, seine Augen glitzerten fiebrig und in ihnen wühlte der Schmerz. Er war vollkommen am Ende. Der Blutverlust hatte ihm den Rest gegeben.

„Du bist McQuade, nicht wahr?, rief ein Mann, der am Schanktisch lehnte. „Es gibt nur einen Mann im Territorium, der von einem grauen Wolfshund begleitet wird. Was hat der Kerl, den du halbtot nach Bisbee geschleppt bringst, ausgefressen?

„Er ist ein Mörder, und in Tucson wartet auf ihn der Galgen."

Ein weißhaariger Mann, dessen Koteletts bis zum Kinn reichten und unter dessen Nase ein dicker, ebenfalls weißer Schnurrbart prangte, trat vor und sagte: „Sie haben Glück, McQuade. Ich bin Doc Brennan. Der Hombre sieht ziemlich fertig aus. Am besten, sie beide kommen mit in mein Haus, wo ich ihn adäquat versorgen kann."

„Gut, knurrte McQuade und etwas lauter fügte er hinzu: „Danach brauche ich den Sheriff oder einen Deputy, damit er Benedikt hinter Schloss und Riegel bringt, bis er fit genug ist, um bis Tucson durchzuhalten.

Die Gesichter in der Runde verfinsterten sich, und der Mann, der sich dem Kopfgeldjäger als Doc Brennan vorgestellt hatte, stieß hervor: „Es gibt seit vorgestern in Bisbee keinen Gesetzeshüter mehr, nachdem eine Bande in die Stadt eingefallen ist, die Bank ausraubte und den Kassierer erschoss. Kenneth Barner, er trug hier den Stern, stellte sich den Banditen in den Weg und musste seinen Einsatz ebenfalls mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat er noch einen der Schufte in die Hölle geschickt und einen zweiten verwundet. Dem haben allerdings seine Kumpane geholfen, so dass nur der Tote zurückgeblieben ist. Allerdings kennt den Kerl keiner hier. Und da der Rest der Bande maskiert war, weiß nur der Himmel, um wen es sich bei den Sheriffmördern handelte."

McQuade nagte kurz an seiner Unterlippe, dann fragte er: „Wie viele Banditen waren es?"

„Fünf, antwortete der Arzt. „Jetzt sind es noch vier. Sie haben über sechstausend Dollar erbeutet. Aber dass sie das Geld geraubt haben, ist nicht das Schlimmste. Schlimm ist, dass zwei Männer – gute Männer wegen dieses verdammten Geldes sterben mussten.

„Ist der Bande ein Aufgebot gefolgt?", erkundigte sich der Kopfgeldjäger.

Doc Brennan nickte. „Der Town Mayor hat sofort die Bürgerwehr mobilisiert, und ein Dutzend entschlossener Burschen haben sich in die Sättel geschwungen. Aber die Männer kamen gestern unverrichteter Dinge zurück. Die Spur der Bande verlor sich weiter nördlich im Sulphur Spring Valley."

„Es gibt eine Bande von Bank-und Postkutschenräubern, die aus fünf Mann besteht, die bisher allerdings viel weiter nördlich, in der Nähe von Globe, aktiv war. Es handelt sich um die Fleming-Gang, der Anführer heißt Joe Fleming und auf seinen Kopf sind tausend Dollar Belohnung ausgesetzt. Ich habe die Steckbriefe der Kerle draußen in meiner Satteltasche. Wurde jener Bandit, den der Sheriff erschossen hat, schon beerdigt?"

„Nein, er liegt im Leichenschauhaus."

„Besitzt der Salon einen Stall?", so wandte sich der Kopfgeldjäger an den Keeper.

„Ja, erhielt er zur Antwort. „Ich vermiete auch Zimmer, und wenn sie möchten, können Sie gerne eins haben.

„In Ordnung, angenommen. Haben Sie jemand, der sich um mein Pferd kümmert und meine Satteltaschen auf das Zimmer bringt?"

„Sicher, McQuade, mein Sohn erledigt das."

„Vielen Dank. Ich komme zurück, sobald Benedikt ärztlich versorgt ist. McQuade nickte dem Arzt zu. „Gehen wir, Doc.

Als McQuade eine Stunde später mit dem Banditen in den Saloon zurückkehrte, hatte sich die Anzahl der Gäste nahezu verdoppelt. Wahrscheinlich hatte sich die Nachricht, dass der bekannte Kopfgeldjäger einen Banditen in die Stadt gebracht hatte, in der Stadt wie ein Lauffeuer verbreitet und die Sensationshungrigen angelockt.

Der Texaner und sein Gefangener sowie Gray Wolf wurden angestarrt wie Außerirdische. McQuade hielt sich jedoch nicht im Schankraum auf, sondern ließ sich das Zimmer zeigen und beschloss, es nicht mehr zu verlassen. Er fesselte Roy Benedikt mit Handschellen an das Fußende des metallenen Bettgestells und kümmerte sich nicht um die lästerlichen Flüche und mörderischen Verwünschungen des Banditen. Doch Roy Benedikt wurde sehr schnell still, als sich Gray Wolf vor ihm bäuchlings auf den Boden legte, die Zähne fletschte und drohend knurrte.

McQuade warf seinen verstaubten Stetson auf den Tisch, zog den Staubmantel und die Stiefel aus, hängte den Revolvergurt über die Lehne eines Stuhls und legte sich aufs Bett. Wenig später schlief er.

Als der Kopfgeldjäger aufwachte, war es hell. Er erhob sich und registrierte, dass Gray Wolf nach wie vor den Banditen in Schach hielt. Auch Roy Benedikt war wach. Ein Blick voll tödlichem Hass traf McQuade, doch das ließ diesen kalt. Er ging zum Fenster, beugte sich ein wenig hinaus, schwenkte den Blick nach links und nach rechts und stellte fest, dass die Stadt bereits zum Leben erwacht und der Alltag angebrochen war.

Der Körper des Texaners hatte seinen Tribut nach einem tagelangen Ritt durch die Wildnis gefordert. Doch nun fühlte sich McQuade ausgeruht und wie neu geboren. Er zog den Kopf zurück und drehte sich um. „Wie geht es dir, Benedikt?"

„Das interessiert dich verdammten Spürhund doch nicht im Geringsten!", blaffte der Bandit wütend.

„Wie du meinst. McQuade zog sich an, holte die Steckbriefe der Fleming-Bande aus der Satteltasche und steckte sie in die Tasche seines braunen, zerschlissenen Staubmantels, dann schloss er die Handschellen auf, mit der Roy Benedikt ans Bett gefesselt war, packte den Banditen am Westenkragen und zerrte ihn auf die Beine. „Irgendjemand in dieser Stadt hat sicher einen Schlüssel für das Sheriff‘s Office. – Schwing die Hufe, Bandit!

McQuade nahm die Henrygun vom Tisch und dirigierte den Banditen vor sich her nach unten in den Schankraum. Der Salooner war dabei, den Fußboden zu fegen. Die Stühle hatte er mit den Sitzflächen auf die Tische gekippt. Er wandte sich McQuade zu und sagte: „Frühstücken können Sie in Joannas Restaurant, McQuade."

„Besitzt jemand einen Schlüssel für das Sheriff‘s Office?", wollte der Kopfgeldjäger wissen.

„Der Town Mayor", erwiderte der Mann nickend.

„Könnten Sie ihren Jungen nach ihm schicken?"

„Natürlich. Einen Augenblick. Der Salooner lehnte den Besen weg und ging in die Küche. McQuade vernahm seine grollende Stimme und gleich darauf sah er einen halbwüchsigen aus der Küche kommen, nach einem freundlichen Gruß in seine Richtung den Schankraum durchqueren und durch die Pendeltür nach draußen verschwinden. Quietschend und knarrend schlugen die Türpendel. Der Salooner kam ebenfalls zurück und sagte: „Es dauert höchstens zehn Minuten, McQuade. Sie können sich, wenn Sie wollen, setzen. Nehmen Sie sich einfach einen Stuhl vom Tisch.

McQuade winkte ab. „Vielen Dank. Wir gehen in der Zwischenzeit schon zum Sheriff‘s Office. Der Town Mayor soll nachkommen. Nach dem letzten Wort versetzte der Kopfgeldjäger dem Banditen mit dem Gewehr einen leichten Stoß und knurrte: „Vorwärts, Benedikt.

Sie verließen den Saloon und McQuade trieb den Banditen am Fahrbahnrand entlang bis zum Büro des Sheriffs, wo sie auf den Town Mayor warteten. Der Mann kam tatsächlich nach wenigen Minuten. Er war um die fünfzig Jahre alt, besaß graue Haare und einen grauen Bart und stellte sich dem Kopfgeldjäger mit dem Namen Norman Draeger vor.

Von beiden Seiten näherten sich auf der staubigen Straße, die im grellen Sonnenschein lag, Stadtbewohner. Unter ihnen befanden sich viele Mexikaner. McQuade sagte zu Draeger: „Ich bitte Sie, Town Mayor, diesen Mann in Verwahrung zu nehmen, bis er wieder soweit hergestellt ist, dass ich ihn nach Tucson schaffen kann. Er ist ein Mörder und wird vom Sheriff des Pima Countys gesucht. Für seine Ergreifung – tot oder lebendig – sind fünfhundert Dollar Prämie ausgesetzt. Hier ist der Steckbrief."

McQuade holte einige zusammengefaltete Blätter aus der Manteltasche, unter ihnen auch die Steckbriefe der Mitglieder der Fleming-Bande, die er vorhin eingesteckt hatte. Er hielt dem Town Mayor den Steckbrief von Roy Benedikt hin. Norman Draeger las, nickte wiederholt und sagte: „Einsperren kann ich ihn für Sie, McQuade. Bewachen müssen Sie ihn allerdings selbst, denn wie Sie wissen, wurde Kenneth Barnes von den Banditen ermordet, die die Bank ausgeraubt haben, und nach seinem Tod ist Bisbee ohne Ordnungshüter."

„Gut, Mister Draeger, dann bringen wir den Burschen auf Nummer sicher."

Der Town Mayor wandte sich um und schloss die Tür des Office auf. Zwei Minuten später sperrte er die Zellentür hinter dem Banditen zu und reichte McQuade wortlos den Schlüssel. McQuade steckte ihn in die Tasche und sagte: „Ich möchte mir den getöteten Banditen ansehen, Bürgermeister. Vielleicht können Sie mich zum Leichenschauhaus begleiten."

„Gern. Gehen wir."

Zehn Minuten später war klar, dass es sich bei dem Toten um Lewis Howard handelte, und er war tatsächlich Mitglied der Bande, die Joe Fleming um sich geschart und mit der er bisher in der Gegend von Globe geraubt und gemordet hatte. Joe Fleming war fünfzehnhundert Dollar wert, jedes Mitglied seiner Gang siebenhundert. Die Namen der drei Banditen, die noch mit ihm ritten, waren Stacy Lloyd, Doug Walton und Jeff Wilson. Fleming und seine drei Komplizen waren also dreitausendsechshundert Dollar wert.

„Sie haben geraubt, vergewaltigt und gemordet, sagte McQuade, nachdem er und der Town Mayor wieder das Leichenschauhaus verlassen hatten. „Und das Gesetz scheint nicht in der Lage zu sein, ihnen das blutige Handwerk zu legen. Er holte den Schlüssel zu der Zelle, in die sie Roy Benedikt eingeschlossen hatten, aus der Manteltasche und hielt ihn dem Bürgermeister hin. „Ich bitte Sie, zusammen mit der Bürgerwehr die Bewachung Benedikts zu übernehmen, Mister Draeger. Ich reite und bringe die Banditen nach Bisbee zurück."

Es hatte wie ein Versprechen, fast wie ein Schwur geklungen.

„Reiten Sie, McQuade, presste der Town Mayor zwischen den Zähnen hervor und nahm den Schlüssel wieder an sich. „Jagen Sie die Sheriffmörder und stellen Sie diese Halsabschneider, damit wir sie für Ihre Verbrechen mit aller Härte zur Rechenschaft ziehen können. Gott beschütze Sie, McQuade.

3

McQuade und sein treuer Begleiter, Gray Wolf, waren auf dem Trail. Die Stadt lag längst hinter ihnen und schien in einem flirrenden Hitzeschleier versunken zu sein. Vor dem Blick des Kopfgeldjägers lag die schier endlose Ebene des Sulphur Spring Valleys. Sowohl im Westen als auch im Norden und Osten erhoben sich – nur als graue Umrisse erkennbar – Felsketten. Die Ebene war mit ungenießbarem Büschelgras, niedrigwucherndem Dornengestrüpp, Kreosot, hüfthohen Kakteen und riesigen Ocotillos bewachsen. Hier und dort ragte ein vom Zahn der Zeit rundgeschliffener Felsen aus dem Boden.

Die Sonne stand im Südosten. McQuade hatte angehalten und ließ seinen Blick über das Terrain vor sich schweifen; totes, wie ausgestorben anmutendes Land lag vor ihm, in der vor Hitze wabernden Luft schienen die Konturen zu verschwimmen wie hinter einer Wand aus Wasser, sogar die Vögel schwiegen, weil die Hitze sie lähmte.

Gray Wolf hatte sich auf die Hinterläufe niedergelassen und witterte mit erhobener Nase nach Norden.

Der Kopfgeldjäger versuchte sich in die Lage der Banditen zu versetzen. Einer der Männer war vom später getöteten Sheriff angeschossen worden und benötigte wahrscheinlich ärztliche Hilfe. Diese fand er jedoch im Norden nicht. Zwischen den Dragoons im Westen und den Chiricahua Bergen im Osten machte Cochise mit seinen Apachen-Guerillas das Land unsicher und der Skalp eines weißen Mannes, der sich in diese Gegend verirrte, saß verdammt locker.

Die nächste Stadt, in der der Verwundete ärztliche Hilfe erhalten konnte, war Douglas, ein wilder Grenzort etwa drei Meilen im Südwesten von Bisbee. McQuade zerrte entschlossen den Falben um die rechte Hand, ruckte im Sattel und schnalzte mit der Zunge. Das Tier setzte sich in Bewegung und Gray Wolf bedurfte keiner gesonderten Aufforderung, seinem Herrn zu folgen. Er erhob sich, dehnte seinen muskulösen Körper und gähnte laut, und dann trottete er hinter dem Falben her.

Der Kopfgeldjäger schonte sein Pferd, und so benötigte er ungefähr eine Stunde, um Douglas zu erreichen. Die Stadt unterschied sich kaum von Bisbee. Der mexikanische Einfluss war nicht zu übersehen. Und wahrscheinlich lebten hier mehr Bürger mexikanischer Herkunft als Amerikaner.

McQuade ritt das Sheriff‘s Office an. Es war ein niedriger Bau mit flachem Dach, der keinen Vorbau besaß sondern ebenerdig war und vom Gehsteig aus betreten werden konnte. Der Kopfgeldjäger band den Falben am Hitchrack fest, schnappte sich die Henrygun und klopfte gegen die Tür des Office. „Treten Sie ein!, rief jemand mit dunkler, rauer Stimme und McQuade öffnete die Tür. Als er das Office betrat, stieg ihm der Geruch von Bohnerwachs und Tabakrauch in die Nase. Neben dem verstaubten Fenster stand ein mittelgroßer Mann, an dessen Weste ein Sechszack befestigt war und der nun sagte: „Ich hab Sie kommen sehen, McQuade. Wer ist das arme Schwein, auf dessen Fährte Sie nach Douglas gekommen sind?

McQuade hatte sich im Süden des Arizona-Territoriums einen geradezu legendären Ruf erworben, und die Gesetzeshüter in den Städten kannten ihn.

Dem Kopfgeldjäger war der Deputy ebenfalls nicht unbekannt. Sein Name war Don Haddock. Er war noch keine dreißig Jahre alt, musste aber von einem besonderen Kaliber sein, wenn er sich in dieser zügellosen, lasterhaften Grenzstadt durchzusetzen vermochte.

McQuade berichtete und der Deputy unterbrach ihn kein einziges Mal. Doch mit jedem Wort, das über die Lippen des Texaners gekommen war, hatte sich sein Gesichtsausdruck verfinstert. Und als der Kopfgeldjäger geendet hatte, presste er zwischen den Zähnen hervor: „Kenneth Barner war mein Vorgesetzter, und er war ein Mann, wie es nur wenige gibt in diesem Landstrich. Die Pest an den Hals seiner Mörder! – Den Weg nach Douglas haben sie wohl umsonst gemacht, McQuade. Die vier Kerle wären mir aufgefallen, wenn sie in die Ortschaft gekommen wären. Nach Douglas kommen zwar täglich irgendwelche Fremden, aber vier Reiter, unter denen sich ein Verwundeter befindet, wären mir ganz sicher nicht entgangen."

„Ich werde trotzdem mal beim Doc nachfragen, ob jemand mit einer Kugel im Leib bei ihm aufgekreuzt ist. Vielleicht kommen die Banditen erst noch. Wenn es dem so sein sollte, Deputy, dann wissen Sie auf jeden Fall Bescheid."

McQuade verließ das Office, führte den Falben zu einem Tränketrog und ließ ihn saufen. Auch Gray Wolf löschte laut schlabbernd seinen Durst, während sich der Kopfgeldjäger Staub und Schweiß aus dem Gesicht wusch und es anschließend mit seinem Halstuch abtrocknete.

Auf der Straße waren kaum Menschen zu sehen. Die quälende Hitze veranlasste sie, in der Kühle ihrer Behausungen zu bleiben. Von irgendwo her drang Kindergeschrei an das Gehör des Texaners, auch das wütende Kläffen eines Hundes war zu hören, verstummte aber schnell und wiederholte sich nicht. McQuade führte den Falben in den Schatten eines Gebäudes und band ihn an. Begleitet von Gray Wolf schritt er zum Haus des Arztes. Der Mann war Mexikaner und McQuade bezweifelte, dass er tatsächlich Medizin studiert hatte. Aber jeder in der Stadt und im Umland suchte ihn auf, wenn ärztliche Hilfe erforderlich war, und er hatte immer eine Tinktur oder einen guten Rat parat, außerdem verstand er sich auf die Behandlung von Schusswunden. Sein Name war José Esteban.

„Si, Señor, sagte Esteban, nachdem McQuade vorgetragen hatte, was ihn herführte, „bei mir erschien gestern ein Mann, der mich bat, ihn zu einem Verwundeten zu begleiten. Er sah ziemlich gefährlich aus und ich wagte nicht zu widersprechen. Also ritt ich mit ihm und er brachte mich zu einem Lagerplatz am Whitewater Draw, wo einer mit einer Kugel in der Hüfte wartete. Ich holte ihm das Stück Blei heraus und empfahl ihm, ein paar Tage abzuwarten, ehe er wieder in den Sattel steigt.

„Es waren nur die zwei?", erkundigte sich McQuade.

„Si, Señor, nur die beiden. Ich stellte auch keine Fragen, denn der Hombre, der mich zu dem Verwundeten gebracht hatte, war mir unheimlich. Ich habe von ihm auch kein Geld für meine Hilfe gefordert. Es reichte mir schon, ungeschoren davonzukommen."

Der Kopfgeldjäger holte die Steckbriefe der Mitglieder der Fleming-Gang aus der Manteltasche, faltete sie auseinander und reichte sie Esteban. „Sehen Sie sich die Bilder an, Médico, vielleicht erkennen sie die beiden Männer vom Whitewater Draw wieder."

Aufmerksam studierte Esteban die Fahndungsblätter, dann nickte er, reichte McQuade einen der Steckbriefe und sagte: „Das ist der Hombre mit der Kugel in der Hüfte. Und der hier – er hielt dem Kopfgeldjäger einen weiteren der Steckbriefe hin, „– ist der Mann, der mich gezwungen hat, mit ihm zum Whitewater Draw zu reiten.

„Danke. Was meinen Sie: Befinden sich die beiden noch bei dem Fluss?"

„Mit der zerschossenen Hüfte wird es dem Verwundeten kaum möglich sein, vor Ablauf einer Woche in den Sattel zu steigen, antwortete der Mexikaner. „Außerdem war er ziemlich schwach, und allein von daher wird er kaum einen längeren Ritt durchhalten können. Si, si, die beiden kampieren ganz sicher noch am Whitewater.

McQuade bedankte sich, begab sich in den nächsten Saloon, der an seinem Weg lag, aß etwas und trank einen Krug Wasser, sorgte auch dafür, dass Gray Wolf ein großes Stück Fleisch erhielt und verließ schon bald wieder Douglas in Richtung Norden. Er war zufrieden. Bei dem Verwundeten handelte es sich um Jeff Wilson, der andere Bandit, der sich bei ihm befand, war Doug Walton.

Der Kopfgeldjäger ritt mit tödlicher Entschlossenheit im Herzen. Das Gesetz hatte im Fall der Fleming-Bande versagt, und so fühlte er sich gefordert. McQuade sorgte auf seine Art für Gerechtigkeit. Die Steckbriefe legitimierten ihn.

Im Schritttempo trug ihn der Falbe nach Norden. Die stampfenden Hufe rissen kleine Staubfahnen in die heiße Luft. In das Pochen mischten sich das leise Klirren der Gebisskette und das Knarren des Sattelleders. Neben dem Pferd trottete mit seitlich aus dem Maul hängender Zunge Gray Wolf her. In seinem Kampf gegen die Gesetzlosigkeit war der große, graue Wolfshund dem harten und kompromisslosen Texaner eine nicht zu ersetzende Hilfe.

4

McQuade hatte sein Pferd unterhalb eines Hügelkammes zurückgelassen und beobachtete aus dem Schutz eines Strauches mit einem Fernglas den Fluss unten in der Senke. Und er entdeckte die beiden Banditen. Sie hatten ihr Lager am Rand des Ufergebüsches aufgeschlagen. Ihre Pferde waren an dem Strauchwerk angebunden, ein kleines Feuer brannte und über den Flammen briet ein Hase oder Präriehund, der an einem Stock aufgespießt war. Einer der Banditen lag auf seiner Decke am Boden – McQuade vermutete, dass es sich um den Verwundeten Jeff Wilson handelte –, der andere kauerte beim Lagerfeuer und drehte das Stück Wild, damit es gleichmäßig gar wurde und nicht verbrannte.

Das Camp der Banditen befand sich etwa fünfhundert Yards von McQuade entfernt im Westen der Senke, in die er blickte und durch die der Whitewater Draw sein Bett gegraben hatte.

Die beiden legten keine besondere Vorsicht an den Tag. Sicherlich rechneten sie nicht damit, verfolgt zu werden.

McQuade ließ die Hand mit dem Fernglas sinken, zog sich zurück, und als er von unten nicht mehr gesehen werden konnte richtete er sich auf und lief zu seinem Pferd. Wenig später ritt er im Schutz der Hügel nach Osten, wandte sich am Rand der Senke, die sich zum Whitewater hin erstreckte, ebenfalls im Schutz der Hügel, die den Perrilla Mountains vorgelagert waren, nach Norden und erreichte schließlich den Creek. Im Ufergebüsch stellte er den Falben ab und band ihn an, dann pirschte er auf dem sandigen Saum zwischen Flussufer und Buschgürtel in westliche Richtung. Gray Wolf hielt sich dicht neben ihm.

Infolge der sengenden Hitze, die seit vielen Wochen anhielt, war der Fluss nahezu ausgetrocknet. Auf dem Ufersaum lagen angeschwemmte Äste, von denen die Rinde längst abgefallen war und die an ausgebleichte Gebeine erinnerten. Der trockene Schwemmsand knirschte kaum vernehmbar unter den Stiefelsohlen des Kopfgeldjägers. Je näher McQuade den beiden Banditen kam, umso vorsichtiger bewegte er sich. Und als er eines Ihrer Pferde prusten hörte, war er nur noch ein Bündel angespannter Aufmerksamkeit und jeder seiner Sinne war auf das Äußerste konzentriert. Er ging auf alle viere nieder und kroch wie eine riesige Eidechse vorsichtig zwischen das Strauchwerk, und plötzlich vernahm er eine dunkle Stimme. Was der Mann sprach, konnte er zwar nicht verstehen, aber das spielte auch gar keine Rolle.

McQuade kroch noch vier – fünf Yard in die Richtung, aus der die Stimme herangesickert war, dann konnte er durch das Zweiggespinst den am Feuer kauernden Banditen sehen.

„Okay, Partner, schnappen wir sie uns, raunte der Kopfgeldjäger dem Wolfshund neben sich zu und erhob sich, repetierte und setzte sich in Bewegung. „Keine falsche Bewegung!

Das metallische Geräusch des Repetierens und die mit klirrender Stimme hervorgestoßene Warnung ließen Doug Walton beim Feuer in die Höhe schnellen und herumfahren, seine Hand sauste zum Knauf des Revolvers, doch da trat McQuade schon aus dem Buschgürtel und der Verstand des Banditen holte den Reflex ein. Gray Wolf war sofort zu dem am Boden liegenden Mann hingelaufen, duckte sich, legt die Ohren an und fletschte die Ehrfurcht gebietenden Zähne, zugleich stieg ein bedrohliches Knurren aus seiner Kehle und seine Nackenhaare hatten sich aufgestellt.

Die rechte Hand Doug Waltons hing dicht über dem Revolverkolben, der Bandit war in der Mitte eingeknickt und hatte den Oberkörper leicht nach vorne gebeugt. In seinen Augen war ein unruhiges Flackern zu erkennen. „Was willst du und wer bist du?", fragte er und bewegte beim Sprechen die Lippen kam. Die Unruhe in seinem Blick begann mehr und mehr einem forschenden Lauern zu weichen. Seine Backenknochen begannen zu mahlen.

„Ich bin der, der dich und deinen Komplizen nach Bisbee zurückbringt, damit man euch dort vor Gericht stellen und hängen kann. Jetzt nimm die Hände hoch und dreh dich um. Bei der geringsten falschen Bewegung serviere ich dir ein Stück heißes Blei. Dem Gesetz ist es nämlich egal, in welchem Zustand ich dich abgebe."

„Ich verstehe kein Wort, Mister!, stieß Walton hervor. Es mutete an, als würde sich seine Gestalt noch mehr zusammenziehen, und in McQuade begannen die Alarmglocken zu läuten. „Ich war mein Leben lang noch nicht in Bisbee, fügte der Bandit hinzu und versuchte seiner Stimme einen überzeugenden Klang zu verleihen. „Du hast dir die falschen ..."

McQuade schnitt ihm schroff das Wort ab, indem er Gebot: „Hände hoch und umdrehen! Ich zähle bis drei. – Eins!"

Aus den Augenwinkeln sah der Kopfgeldjäger, dass Jeff Wilson, der verwunderte Bandit, wie erstarrt auf seiner Decke lag und sich kaum zu atmen wagte, weil von Gray Wolf eine derart gefährliche und unberechenbare Aggression ausging, die den Banditen geradezu lähmte.

Jetzt entspannte sich Doug Walton, richtete sich zu seiner vollen Größe auf und zeigte McQuade die Handflächen. „Aber so hör doch, Mister, wir sind auf dem Weg nach ..."

Erneut ließ der Kopfgeldjäger den Banditen nicht aussprechen. „Zwei!" Das Wort fiel wie ein Hammerschlag.

Ein Leben jenseits von Recht und Ordnung hatte Doug Walton einen untrüglichen Instinkt für unmittelbare Gefahr verliehen. Es war der Instinkt des Gesetzlosen, des ständig Gehetzten, der allem und jedem gegenüber misstrauisch war und der das harte, mitleidlose und unerbittliche Gesetz des Überlebens mit all seinen Facetten kennengelernt hatte. Härte und Kompromisslosigkeit, die von dem Kopfgeldjäger ausgingen, prallten regelrecht gegen ihn und er kam dem Befehl nach. Schließlich wandte er dem Texaner den Rücken zu, die Hände hatte er in Schulterhöhe erhoben.

McQuade trat von hinten an ihn heran und schlug ihn mit dem Gewehr nieder. Bei dieser Sorte ging er kein Risiko ein, denn sie war hinterhältig, skrupellos und absolut tödlich. Ein Ehrenkodex war ihr fremd.

Der Kopfgeldjäger nahm ein Handschellenpaar aus der Manteltasche und fesselte Walton die Hände auf den Rücken. Dann wandte er sich Jeff Wilson zu und sagte zu Gray Wolf: „Es ist in Ordnung, Partner. Ich habe alles im Griff."

Der Wolfshund legte sich bäuchlings auf den Boden, sein Knurren verstummte, seine Nackenhaare legten sich zurück und er stellte die Ohren auf. Der Schatten McQuades fiel über den verwundeten Banditen, der Kopfgeldjäger schaute in das maskenhaft erstarrte Gesicht und nahm die Rastlosigkeit auf dem Grund der Augen Wilsons wahr. Jeder Zug in diesem Gesicht war von einem zügellosen Leben geprägt, drückte Verkommenheit aus und der brutale Zug um den Mund des Burschen verriet eine Menge über seinen Charakter.

McQuade hielt die Henrygun an der Seite, hatte sich den Kolben unter die Achsel geklemmt und ließ den Banditen in die Mündung blicken. „Wo warten Joe Fleming und Stacy Lloyd auf euch beide?"

„Wer ...?"

„Stell dich nicht dumm, mein Freund! In Bisbee wartet auf euch der Galgen. Versuch also nicht, mir irgendwelche Märchen zu erzählen. – Ich weiß, dass du eine Kugel in die Hüfte bekommen hast und nicht reiten kannst. Ich werde also eine Schleppbahre fertigen und dich damit nach Bisbee befördern."

Ein langgezogenes Stöhnen hinter McQuade zeigte diesem an, dass Doug Walton aus der Besinnungslosigkeit erwachte. „Gib auf ihn acht, Partner!", befahl der Kopfgeldjäger und ging zu Walton hin. Die Lider des Banditen zuckten, ein erneutes Stöhnen kämpfte sich in seiner Brust hoch und brach sich Bahn über seine Lippen, schließlich öffnete er die Augen und schaute verständnislos.

Nach einiger Zeit aber stellte sich bei ihm die Erinnerung ein und das Begreifen kam wie ein Guss eiskalten Wassers. Er begann an den Handschellen zu zerren, knirschte mit den Zähnen und keuchte schließlich: „Du dreckiger Bastard hast mir fast den Schädel eingeschlagen!"

„Du solltest dir deinen Atem fürs Hängen sparen, Bandit!, versetzte McQuade ungerührt. „Und nun nimm die Zähne auseinander, Walton: Wo wolltet ihr euch mit Fleming und Lloyd treffen?

„Du kannst mich mal, elender Hurensohn. Wer bist du überhaupt? Wenn du für das Gesetz reiten würdest, hättest du sicher einen Stern an deinem dreckigen Mantel."

McQuade gab keine Antwort, sondern zog ein Bowie Knife aus seinem Stiefelschaft, schlug sich zwischen die Büsche und suchte nach passenden Stangen und Ästen für eine Schleppbahre. Er fand, was er suchte, und mit Hilfe eines Lassos vom Sattel eines der Banditenpferde und einer Decke fabrizierte er die Bahre, die er am Sattel des Pferdes von Jeff Wilson befestigte. Er legte den Banditen darauf und band in fest. Dann half er Doug Walton aufs Pferd und schwang sich schließlich selbst in den Sattel. Das Tier, das die Bahre zog, nahm er an die Longe. „Vorwärts, Walton!", kommandierte der Kopfgeldjäger und der Bandit trieb sein Pferd an.

Anderthalb Stunden später erreichten sie bis Bisbee. Menschen sahen den Kopfgeldjäger und seine beiden Gefangenen, und als McQuade vor dem Sheriff‘s Office den Falben zügelte, hatte sich schon eine ganze Rotte gebildet. Murmeln und Flüstern hing in der Luft. Aus dem Büro trat ein Mann, der eine Schrotflinte links am langen Arm trug.

„Ich bringe Walton und Wilson zurück, erklärte McQuade und stieg vom Pferd. „Die beiden haben einen Abstecher nach Douglas unternommen, da Wilson eine Kugel in die Hüfte bekommen hat und ärztliche Hilfe benötigte.

„Mein Name ist Jack Sherman, stellte sich der Mann mit der Schrotflinte vor. „Der Town Mayor hat mich gebeten, auf Ihren Gefangenen Obacht zu geben. Ich gehöre zur Bürgermiliz des Ortes.

„Freut mich, Sherman, antwortete McQuade. „Helfen Sie mir, die beiden hinter Schloss und Riegel zu bringen.

Ein Mann kam schnell die Straße entlanggeeilt und McQuade erkannte den Bürgermeister. Der Kopfgeldjäger zerrte Doug Walton vom Pferd, während Jack Sherman dabei war, den Strick aufzuknüpfen, mit dem der Texaner den verwundeten Banditen auf der Schleppbahre festgebunden hatte. Der Kopfgeldjäger wandte sich dem Town Mayor zu, der etwas außer Atem vor dem Office ankam, und sagte: „Das sind Wilson und Walton, Mister Draeger. Sie haben sich von Joe Fleming und Stacy Lloyd getrennt, aber ich denke, dass sie mir erzählen, wo sie sich mit den beiden treffen wollten."

In der Menschenmeute, die sich in der Zwischenzeit angesammelt hatte, schrie jemand wild: „Wir sollten mit den beiden Sheriffmördern kurzen Prozess machen und sie am nächsten Baum aufhängen! Es bedarf keines langen Prozesses! Beschafft zwei Stricke, Leute, und dann bringen wir die beiden Halsabschneider zu der alten Eiche am Stadtrand. Das ist die Sprache, die diese Sorte versteht!"

Zustimmendes und beifälliges Geschrei wurde laut.

Der Bürgermeister schoss McQuade einen gehetzten, um nicht zu sagen fast verzweifelten Blick zu, und der Kopfgeldjäger sagte: „Sprechen Sie zu den Leuten, Mister Draeger, und machen Sie Ihnen klar, dass uns die beiden nicht sagen können, wo sich ihre Kumpane versteckt halten, wenn sie tot sind."

Der Town Mayor nickte, schluckte würgend und rief: „Ruhe, Leute, beruhigt euch! Die beiden erhalten, was sie verdienen. Doch wir sind weder Richter noch Henker, und wenn wir sie einfach lynchen, stellen wir uns mit Ihnen auf eine Stufe. Wir brauchen die beiden lebend, damit sie uns verraten, wo sich ihre Kumpane aufhalten. Es waren nämlich fünf, die nach bis Bisbee kamen und hier für blutige Furore sorgten. Drei von ihnen haben wir. Aber wir wollen sie alle, und darum ist es wichtig, dass diese beiden hier am Leben bleiben. Hört also auf, nach einem Strick für sie zu brüllen, seid aber versichert, dass sie hier in Bisbee hängen werden."

Der Lärm war abgeebbt und nachdem der Bürgermeister das letzte Wort gerufen hatte, wurde es still. Dennoch ging von der Menschenrotte eine Bedrohung aus, die zwar nicht zu sehen und nicht zu hören, die aber deutlich zu fühlen war. Die Atmosphäre auf der Straße war angespannt und gefährlich, sie mutete an wie ein Pulverfass, in das nur der berühmte Funke zu fallen brauchte. Der geringste Anlass würde genügen, um die Stimmung der Menschen zum überkochen zu bringen.

„Beeilen wir uns, drängte McQuade. „Wenn die beiden Kerle aus den Augen der Meute sind, beruhigt sie sich wahrscheinlich.

Jack Sherman hatte Jeff Wilson von der Bahre losgebunden und half ihm nun beim Aufstehen. Die beiden Banditen wurden ins Office bugsiert, der Bürgermeister betrat es als letzter und zog hinter sich die Tür zu, rammte den Riegel in die Halterung und atmete auf.

Währenddessen hatte Sherman schon die Tür zum Zellentrakt geöffnet, jetzt trat er zur Seite und McQuade dirigierte die beiden Gefangenen in den Raum mit den vier Zellen, von denen eine mit Roy Benedikt besetzt war. Der Bandit hatte auf der Pritsche gelegen, doch nun erhob er sich, kam zur Gitterwand und umklammerte mit den Händen zwei der zolldicken Eisenstangen. Wortlos beobachtete er dann, wie Jeff Wilson und Doug Walton in die Nachbarzelle gesperrt wurden.

McQuade sagte: „Ihr solltet euch überlegen, ob ihr nicht doch den Mund aufmachen und verraten wollt, wo Fleming und Lloyd auf euch warten. Ich denke, dass man hier in Bisbee in den nächsten Tagen kommissarisch einen Sheriff einsetzen wird, der Anklage gegen euch erhebt. Er wird ganz sicher die Todesstrafe beantragen, und das Gericht wird seinem Antrag folgen. Wenn ihr jedoch sprecht, wird der neue Sheriff vielleicht davon absehen, für euch die Höchststrafe zu fordern. Denkt darüber nach."

McQuade, der Town Mayor und Jack Sherman verließen den Zellentrakt.

5

Es wurde dunkel, als McQuade das Sheriff‘s s Office betrat. Jack Sherman hielt nach wie vor hier die Stellung. Er hatte die Petroleumlampe angezündet, die über dem Schreibtisch an einer dünnen Kette von der Decke hing, das Licht reichte aber nicht aus, um den Raum bis in die Ecken auszuleuchten. Der Schatten des Kopfgeldjägers wurde groß und verzerrt auf den Fußboden und gegen die Wand geworfen. „Alles in Ordnung?", fragte McQuade.

Gray Wolf, der mit dem Kopfgeldjäger in den Raum geglitten war, legte sich neben der Tür auf den Fußboden und bettete seinen mächtigen Kopf zwischen die Vorderläufe.

Sherman nickte. „Ja. Allerdings streiten sich Wilson und Walton auf Teufel komm raus, denn Wilson ist drauf und dran, uns zu verraten, wo sie vereinbart haben, sich wieder mit Fleming und Lloyd zu treffen."

„Es wäre wahrscheinlich gut, wenn wir die beiden trennen würden, meinte McQuade. „Wenn Wilson dem Zugriff seines Kumpels entzogen ist, entschließt er sich wahrscheinlich leichter, mit uns zu reden.

„Keine schlechte Idee", lobte Sherman und nahm die Zellenschlüssel aus dem Schreibtischschub. Mit der Lampe in der Hand begab er sich in den Zellentrakt, McQuade folgte ihm. Das Licht kroch vor ihnen her in die Zellen und zerrte die drei Gefangenen aus der Dunkelheit.

Sherman schloss die Zellentür auf. Sie quietschte leise in den Angeln, als er sie öffnete. „Hoch mit dir, Walton."

Der Bandit, der auf der Pritsche gelegen hatte, schwang die Füße auf den Boden und setzte sich. „Was soll das?"

„Es steht dir nicht zu, Fragen zu stellen!, versetzte Jack Sherman mit metallisch klingender Stimme. „Steh auf und komm heraus!

„Verdammt, ich ...!"

Mit zwei Schritten erreichte Sherman die Pritsche, packte den Banditen an der Weste und zerrte ihn hoch, wirbelte ihn halb herum und versetzte ihm einen Stoß, der ihn zur Zellentür taumeln ließ. McQuade nahm ihn in Empfang, packte ihn mit der linken Hand und schleuderte ihn hinaus in den Gang zwischen den Zellen. „Du übst schlechten Einfluss auf Wilson aus, mein Freund", knurrte der Kopfgeldjäger.

Sherman verließ die Zelle, schloss die Tür hinter sich ab und öffnete die Tür eines der Käfige auf der anderen Seite des Flurs. „Da hinein, Walton."

Als Doug Walton wieder eingeschlossen war, zischte er: „Wenn er Joe und Stacy verrät, unterschreibt er sein eigenes Todesurteil. Mein Wort drauf."

„Allerdings wird es am Vollstrecker fehlen, wenn er mir verrät, wo ich Joe Fleming und Stacy Lloyd aufstöbern kann, versetzte McQuade unbeeindruckt. „Denn von den beiden wird keiner mehr die Gelegenheit bekommen, Wilson für seinen Verrat zu bestrafen, ebenso wenig wie du, mein Freund.

Doug Walton spukte zwischen zwei Gitterstäben hindurch auf den Fußboden des Flurs. „Dich werden wir zusammen mit Wilson zum Satan schicken, Menschenjäger!", brach es gehässig über seine Lippen.

McQuade wandte sich ab, trat an die Gitterwand der Zelle heran, in der sich Jeff Wilson befand, und sagte: „Ich garantiere dir, Wilson, dass man dich nicht hängen wird, wenn du dich als kooperativ erweist. Also nimm die Zähne auseinander und sag mir, wo ich Fleming und Lloyd finde."

„Nach dem Coup in Bisbee haben wir beschlossen, in die Gegend von Globe zurückzukehren, antwortete Wilson nach kurzem Zögern, einer Zeitspanne, die er benötigte, um sich dazu zu überwinden, seine Kumpane zu verraten. „Sehr schnell war klar, dass ich den Ritt nach Norden mit der Wunde an der Hüfte nicht schaffen würde und ärztliche Hilfe benötigte. Doug erklärte sich bereit, mich in die Nähe von Douglas zu begleiten und sich darum zu kümmern, dass ich fachmännisch versorgt werde. Joe und Stacy wollten in Hayden am Gila River auf uns warten.

„Hayden liegt ungefähr achtzig Meilen nördlich von Tucson, erklärte McQuade an Jack Sherman gewandt. „Das trifft sich gut. Auf meinem Weg nach Hayden kann ich Roy Benedikt mitnehmen und in Tucson beim County Sheriff abliefern.

„Es ist fraglich, ob er mit seiner Schulterverletzung die Strecke bis Tucson schafft, gab Sherman zu bedenken. „Er ist noch ziemlich geschwächt von dem Blutverlust.

„Wir nehmen die Postkutsche, versetzte der Kopfgeldjäger. „Mein Pferd lasse ich hier im Mietstall zurück und holte es ab, wenn ich Joe Fleming und Stacy Lloyd bringe.

Es war ein ziemlich verblüffter Blick, den Jack Sherman dem Kopfgeldjäger zuschoss, dann stieß der Mann hervor: „Sie scheinen sich ja ziemlich sicher zu sein, McQuade, dass sie die beiden Banditen überwinden können und nach Bisbee schaffen."

„Ich bringe sie, versicherte der Texaner, „wenn es sein muss, quer über dem Rücken eines Pferdes. Aber ich bringe die beiden nach Bisbee.

„Joe und Stacy werden dir die Haut streifenweise abziehen, Menschenjäger!, giftete in seiner Zelle Doug Walton. „Und dann werden sie nach Bisbee kommen und Schwachköpfe wie dich – der Blick des Banditen hatte sich regelrecht an Jack Sherman verkrallt, „– so klein machen. Walton zeigte einen winzigen Abstand zwischen Daumen und Zeigefinger. „Und Wilson, diesen niederträchtigen Verräter, wird Joe am Lasso hinter seinem Pferd her bis nach Feuerland schleifen.

„Freu dich nicht zu früh, Bandit, gab McQuade vollkommen gelassen zu verstehen. „Mach dich bereit Benedikt, so wandte er sich an den Banditen, auf dessen Fährte er so weit nach Süden gekommen war, „wir nehmen die nächste Kutsche, die nach Tucson fährt."

Er und Sherman verließen den Zellentrakt, Jack Sherman verriegelte die Tür und sagte. „Wenn

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. Registrieren Sie sich, um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Sammelband 6 Western – Wildwest Outlaws Februar 2018 denken

0
0 Bewertungen / 0 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen