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Sammelband 3 Romantic Thriller - Unheimliche Ahnungen um Mitternacht
Sammelband 3 Romantic Thriller - Unheimliche Ahnungen um Mitternacht
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eBook426 Seiten4 Stunden

Sammelband 3 Romantic Thriller - Unheimliche Ahnungen um Mitternacht

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Über dieses E-Book

Sammelband 3 Romantic Thriller – Unheimliche Ahnungen um Mitternacht

Dramatische Romantic Thriller in einem Band: Dunkle Geheimnisse, übernatürliche Bedrohungen, mysteriöse Begebenheiten - und eine Liebe, die sich dem Grauen widersetzt. Darum geht in den packenden romantischen Spannungsromanen von Alfred Bekker und Ann Murdoch.

Inhalt:

Jan Gardemann: Brenda und der Wolfsjunge

Ann Murdoch: Das Geheimnis um Wilmington Castle

Alfred Bekker: Kreuzfahrt ins Jenseits

SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum12. Juni 2019
ISBN9781386761068
Sammelband 3 Romantic Thriller - Unheimliche Ahnungen um Mitternacht
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Autor

Alfred Bekker

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

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    Buchvorschau

    Sammelband 3 Romantic Thriller - Unheimliche Ahnungen um Mitternacht - Alfred Bekker

    Sammelband 3 Romantic Thriller - Unheimliche Ahnungen um Mitternacht

    Alfred Bekker et al.

    Published by Alfred Bekker präsentiert, 2019.

    Sammelband 3 Romantic Thriller – Unheimliche Ahnungen um Mitternacht

    ––––––––

    Dramatische Romantic Thriller in einem Band: Dunkle Geheimnisse, übernatürliche Bedrohungen, mysteriöse Begebenheiten - und eine Liebe, die sich dem Grauen widersetzt. Darum geht in den packenden romantischen Spannungsromanen von Alfred Bekker und Ann Murdoch.

    Inhalt:

    Jan Gardemann: Brenda und der Wolfsjunge

    Ann Murdoch: Das Geheimnis um Wilmington Castle

    Alfred Bekker: Kreuzfahrt ins Jenseits

    ––––––––

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress E-Book

    © by Authors

    © der Digitalausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Cover: Firuz Askin

    Alle Rechte vorbehalten.

    Inhaltsverzeichnis

    Title Page

    Copyright-Seite

    Brenda und der Wolfsjunge

    Copyright

    Prolog

    1

    2

    3

    4

    5

    6

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    17

    Das Geheimnis um Wilmington Castle | von Ann Murdoch

    Mary

    Alfred Bekker | Kreuzfahrt ins Jenseits | Unheimlicher Roman

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    About the Author

    About the Publisher

    Brenda und der Wolfsjunge

    Das magische Amulett Band 134

    Roman von Jan Gardemann

    Der Umfang dieses Buchs entspricht 102 Taschenbuchseiten.

    Ein Shopping-Ausflug von Brenda Logan mit einer guten Freundin endet nicht sonderlich erfreulich. Als dann noch streunende Wölfe in der Großstadt London auftauchen und ein Archäologie-Kollege, der immer in Gefahr gerät, muss Brenda handeln. Kann sie die Geheimnisse um die Wölfe lösen?

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

    © by Author

    © Cover by Firuz Askin, 2018

    © dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    © Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2018

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Prolog

    Eleanor war vor Schreck wie erstarrt. Fassungslos beobachtete sie, wie aus dem Schatten des Grabsteins langsam ein Wolf hervortrat. Er hatte seinen Kopf lauernd gesenkt; in seinen Augen glomm es gefährlich. Eleanor schluckte heftig. Es bestand kein Zweifel: Der Wolf war echt. Da spielte ihr niemand einen Streich. Die Geschichten, die die Obdachlosen sich in den letzten Tagen über diesen Park erzählt hatten, entsprachen der Wahrheit! Während der Wolf sich Eleanor langsam näherte, glühten auch in dem Schatten der anderen Grabsteine plötzlich rote Augenpaare auf. Ängstlich wich Eleanor in den äußersten Winkel des Hintereingangs zurück. Ihre Zähne schlugen klappernd aufeinander und ihr Unterkiefer bebte. Genau sieben Wölfe zählte Eleanor. Langsam und lauernd kamen sie hinter den Grabsteinen hervor - ihre glühenden Augen auf die verängstigte Frau unter dem Torbogen gerichtet...

    1

    Trotz des Regens und des kühlen Windes, der den Niederschlag wie den Strahl einer riesigen Duschbrause durch die Geschäftsstraßen fegte, war das Tobacco Dock Einkaufszentrum gut besucht. Der Wind trug den moderigen Geruch des Ornamental Canals mit sich und wehte Nebelschlieren an den bunten Auslagen der beleuchteten Schaufenster vorbei. Es sah ein wenig so aus, als hätten Gespenster das Einkaufszentrum heimgesucht, um beim Anblick der Schaufensterauslagen die Erinnerung an ihr Leben aufzufrischen.

    Es war kurz vor neunzehn Uhr, die Läden würden bald schließen. Aber meine beste Freundin Sabrina Manson und ich hatten noch längst nicht alle Läden besucht, die auf unserer Liste standen.

    „Sieh nur, Brenda!, rief Sabrina mir über den Lärm der Geschäftsstraße hinweg zu und deutete auf das Schaufenster eines Damenbekleidungsgeschäftes. Es war mit anmutig wirkenden Schaufensterpuppen dekoriert, die sehr elegante und sündhaft teure Kleider trugen. „Lass uns dort hineingehen!, schlug Sabrina gut gelaunt vor. „Wir werden unsere Männer heute Abend mit einem neuen Kleid überraschen. Ich möchte, dass sie große Augen kriegen und ihnen die Spucke wegbleibt, während sie uns anstarren!"

    „Sie werden es dann vermutlich nicht zulassen, dass wir unsere neuen Kleider lange anbehalten", gab ich scherzend zurück, während wir uns einen Weg durch die Menschenmenge bahnten und auf den Eingang des Geschäftes zustrebten.

    Sabrina und ich lachten unternehmungslustig. Wir beide verstanden uns prächtig. Dabei waren wir sehr unterschiedlich - nicht nur, was das äußere Erscheinungsbild anbelangte.

    Sabrina hatte dunkles kurzes Haar; meines war blond und schulterlang. Sabrinas Augen waren nussbraun und wenn sie lachte, blitzte es darin vergnügt auf. Meine Augen hingegen waren so grün und geheimnisvoll wie ein versteckter Waldsee - jedenfalls behauptete mein geliebter Mann, Daniel Connors, dass sie so aussahen. Sabrina war Hausfrau. Sie hatte Geschichte studiert, aber nach ihrem Studium hatte sie nicht angefangen zu arbeiten, stattdessen war sie schwanger geworden.

    Ich hingegen stand mit beiden Beinen fest im Berufsleben. Nach meinem Archäologiestudium hatte ich einen Job im British Museum bekommen, wo ich seitdem arbeitete. Mein Fachgebiet war die Amulett-Forschung. Mein Job bedeutete mir sehr viel. Ich liebte es, in alten Manuskripten herumzustöbern, die Herkunft und das Alter von Artefakten zu bestimmen und Ausgrabungen zu unternehmen.

    Aber mein Beruf hatte auch seine Schattenseiten. Meine Forschungen auf dem Gebiet der Amulettkunde hatte es mit sich gebracht, dass ich immer wieder in den Bann magischer Amulette geriet und in haarsträubende, gefährliche Abenteuer verstrickt wurde.

    Trotzdem hätte ich niemals auf meinen Beruf verzichten wollen. Sabrina war da ganz anders. Sie ging ganz in ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter auf. Aber sie verkroch sich nicht in ihrer Häuslichkeit. Im Gegenteil, Sabrina war sehr unternehmungslustig und an dem brodelnden, abwechslungsreichen Leben der Stadt sehr interessiert.

    „Mir ist kalt", quengelte Tobias, ihr vierzehnjähriger Sohn, in diesem Moment und machte ein düsteres Gesicht. Verdrossen trottete er hinter uns her, die Hände tief in den Taschen seiner Jeans vergraben. Auf seinem Rücken trug er einen Rucksack, der prall gefüllt war und all die neuen Klamotten beinhaltete, die Sabrina und ich auf unserer nachmittäglichen Einkaufstour bisher erstanden hatten.

    „Sei kein Spielverderber!", rief Sabrina ihrem Sohn über die Schulter zu. Die Glastür der Boutique glitt lautlos vor uns auf. Warme, stickige Luft schlug uns entgegen.

    „Wir haben mit dir auch Geduld gehabt, als du stundenlang nach einer passenden Hose gesucht hast!", erinnerte Sabrina ihren Sohn, der missmutig stehen geblieben war und anscheinend nicht vorhatte, die Boutique zu betreten, in der es nichts als Kleider und Damenunterwäsche gab.

    „Hätte ich allein entscheiden dürfen, welche Hose ich mir kaufe, hätte es nicht halb so lange gedauert", murrte Tobias.

    Sabrina verdrehte demonstrativ die Augen. „Kinder!, sagte sie dann an mich gewandt. „Denen kann man es nie recht machen!

    Mit diesen Worten wandte sie sich von ihrem Sohn ab und betrat das Geschäft.

    Auch in diesem Punkt unterschieden Sabrina und ich uns: Sabrina hatte ein Kind - ich aber nicht.

    Irgendwie hatten Daniel und ich uns noch nicht dazu durchringen können, zu diesem Thema eine klare Position zu beziehen. Wir mochten Kinder und hatten einen guten Draht zu dem Nachwuchs unserer Freunde. Aber selber ein Kind großzuziehen, war eine ganz andere Sache.

    Das Leben von Daniel und mir verlief zumeist viel zu turbulent; für ein Kind wäre da nur wenig Zeit geblieben. Außerdem wollte ich mein Kind nicht der Gefahr aussetzen, der ich durch die magischen Amulette ständig ausgesetzt war.

    Über solche Probleme musste Sabrina sich Gott sei Dank aber nicht den Kopf zerbrechen. Sie führte, im Gegensatz zu mir, ein normales, geregeltes Leben. Sie hatte mit Magie und Zauberei genauso wenig zu tun, wie ich mit Erziehungsproblemen und Schularbeiten.

    Es gab zwischen Sabrina und mir aber auch eine Gemeinsamkeit: Wir beide waren mit einem Arzt verheiratet!

    Sabrinas Mann hieß Edward. Er war Allgemeinmediziner und unterhielt eine kleine Praxis in der City von London. Daniel hingegen hatte sich auf die Neurologie spezialisiert und arbeitete im St. Thomas Hospital.

    Daniel war ein vielbeschäftigter Mann und wegen des Schichtdienstes nachts oft nicht zu Hause.

    Sabrina hatte es da besser; Edward schloss seine Praxis jeden Abend um die gleiche Zeit und verbrachte den Rest des Tages im Kreis seiner Familie.

    Daniel und Edward hatten sich während ihrer Studienzeit kennengelernt und Freundschaft geschlossen. Diese Freundschaft hielt bis heute an. Dass Sabrina und ich uns so gut verstanden, trug

    bestimmt auch dazu bei, dass diese Männerfreundschaft immer wieder neue Impulse erhielt.

    „Sieh dir nur dieses Kleid an, Brenda!", rief Sabrina begeistert. Sie war vor einem runden Ständer voller glitzernder Kleider stehen geblieben, zog ein dunkelgrünes Kleid hervor und hielt es sich vor die Brust.

    „Steht es mir gut?", wollte sie wissen.

    Es war ein tief ausgeschnittenes Minikleid mit kurzen Ärmeln und Glitzerpailletten an den Säumen.

    Ich wog den Kopf hin und her. „Das Kleid passt nicht zu deiner Haarfarbe, erklärte ich. „Außerdem macht es dich blass.

    Sabrina zuckte enttäuscht die Achseln und hängte das Kleid an ihren Platz zurück.

    Auch ich begann nun, mich unter den Kleidern umzusehen. Mich interessierten jedoch mehr die etwas längeren, figurbetonten Modelle.

    Während ich meinen Blick über die Kleider eines elegant geschwungenen Metallständers schweifen ließ, fiel mein Blick zufällig auf den Eingang des Ladens.

    Die Glastüren waren wegen des schlechten Wetters geschlossen und glitten nur auf, wenn jemand unmittelbar davorstand. Die Kleiderständer, die für gewöhnlich draußen standen, um Kunden anzulocken, hatte man rechts und links der Türen aufgestellt.

    Ich sah, dass Tobias uns nicht in das Geschäft gefolgt war. Trotz des Regens und des ungemütlichen Windes, der seine Jacke beutelte, war er draußen geblieben.

    Ich grinste unwillkürlich. In Tobias’ Augen gab es wohl nichts Langweiligeres, als seiner Mutter und ihrer besten Freundin dabei zuzusehen, wie sie sich ein Kleid aussuchten. Da verzichtete er sogar auf die warme Geborgenheit der hell erleuchteten Boutique und zog es vor, sich vom Wind Regen ins Gesicht peitschen zu lassen.

    Gerade wollte ich mich wieder den Kleidern zuwenden, als mir auffiel, dass Tobias sich mit einem anderen Kind unterhielt.

    Eigentlich war daran nichts ungewöhnlich. Mein erster Gedanke war daher auch Tobias habe zufällig einen Freund in dem Tobacco Dock Einkaufszentrum getroffen.

    Doch etwas an diesem fremden Jungen ließ mich stutzig werden. Er trug einen Mantel, der ihm um einige Nummern zu groß war. Der Saum schleifte auf dem Boden, und die Ärmel waren hochgeschoben, so dass sich über den Armen des Jungen dicke Stoffwülste gebildet hatten. Außerdem hatte er sich eine dunkle Strickmütze übergestülpt und so tief über den Kopf gezogen, dass sie sein Haar und die Ohren vollständig bedeckte.

    Da der Junge mit dem Rücken zur Tür stand, konnte ich von ihm nicht mehr als seine ulkigen Klamotten sehen.

    Die beiden schienen sich angeregt zu unterhalten. Das Gespräch schien Tobias aber nicht zu behagen. Sein Gesicht, von dem hellen Licht des Geschäftes angestrahlt, wirkte erschrocken und wollte von dem Jungen zurückweichen.

    Dieser aber packte ihn plötzlich am Arm und hielt ihn fest. Seine andere Hand zuckte blitzschnell zu Tobias’ Gesicht empor und presste ihm etwas gegen die Stirn.

    Tobias stieß einen unterdrückten Schrei aus. Dumpf, und wie aus weiter Ferne, drang er durch die Glastüren an meine Ohren.

    Ich hätte diesem Laut, der im geschäftigen Lärm des Ladenviertels fast unterging, keine Beachtung geschenkt, wenn ich nicht Zeuge der kleinen Auseinandersetzung gewesen wäre, die sich vor den Ladentüren abspielte.

    Der fremde Junge zog seine Hand nun von Tobias’ Gesicht zurück.

    Der Ausdruck von Furcht war plötzlich aus Tobias’ Antlitz gewichen. Starr und unbewegt blickte er auf den Jungen herab und nickte, während dieser auf ihn einsprach.

    Irgendetwas stimmte da nicht! Ich hielt es für besser, den Kleidern den Rücken zu kehren und nach draußen zu gehen, um nach dem Rechten zu sehen!

    Rasch sah ich mich in dem Laden nach Sabrina um. Mit einem halben Dutzend Kleidern über dem Arm schickte sie sich gerade an, eine Umkleidekabine anzusteuern.

    „Sabrina!, rief ich ihr quer durch den Laden zu. „Tobias wird gerade von einem fremden Jungen belästigt!

    Mit einem unwilligen Ausdruck auf dem Gesicht, wandte Sabrina sich zu mir um. „Wo steckt der Bengel denn?", rief sie mit gereiztem Unterton in der Stimme.

    Ich deutete zur Tür und stellte erschrocken fest, dass Tobias nicht mehr zu sehen war.

    „Eben stand er noch draußen vor der Tür, rief ich Sabrina zu. „Jetzt sehe ich ihn aber nicht mehr!

    Der Klang meiner Stimme musste Sabrina verraten haben, dass ich mir um Tobias echte Sorgen machte. Sie setzte sich augenblicklich in Bewegung und eilte auf den Ausgang zu - ungeachtet der Tatsache, dass sie Kleider im Wert von mehreren hundert Pfund über dem Arm trug.

    Gemeinsam traten wir auf die Fußgängerpassage hinaus. Kalter Regen peitschte uns ins Gesicht. Die Straßenlampen hatten sich eingeschaltet. Ihr Licht ließ die Dunstschwaden, die der Wind vor sich her wehte, weiß aufleuchten.

    Aufmerksam blickten wir uns unter den Passanten um. Die meisten hatten ihre Regenschirme aufgespannt und hasteten mit hochgezogenen Schultern an uns vorbei.

    Von Tobias und dem fremden Jungen war jedoch weit und breit nichts zu sehen.

    „Wo steckt dieser Bengel bloß wieder?, schimpfte Sabrina. Die Sorge hatte ihre Stimme rau und brüchig werden lassen. „Bestimmt ist er zu einem Spielzeugladen geschlendert, um nach Computerspielen Ausschau zu halten!

    Da entdeckte ich auf dem Boden plötzlich Tobias’ Rucksack. Er lag inmitten einer Pfütze, die sich dort auf den Gehwegplatten gesammelt hatte.

    Sabrina, die meinem Blick gefolgt war, riss erschrocken die Augen auf.

    Rasch trat ich auf die Pfütze zu und hob den Rucksack auf. Er triefte und tropfte. Bestimmt hatten auch die Einkäufe, die sich in dem Rucksack befanden, etwas abbekommen.

    Sabrina sah mich erschrocken an. „So zerstreut ist Tobias nicht, dass er nicht bemerken würde, wenn er seinen Rucksack verliert", sagte sie mit zitternder Stimme.

    Ich konnte mir lebhaft vorstellen, was jetzt in Sabrina vor sich ging. Wie ein in die Enge getriebenes Tier blickte sie sich um. Ihr Gesicht war bleich geworden und trotz des Lippenstiftes, den sie aufgetragen hatte, war deutlich zu erkennen, dass ihre Lippen blutleer waren.

    „Wo ... wo ist mein Junge?, stieß sie mit weinerlicher Stimme hervor. „Verdammt - er kann sich doch nicht in Luft aufgelöst haben!

    Ich hätte Sabrina gerne etwas Tröstendes gesagt. Etwa, dass Tobias beim Spielen der Rucksack nur von den Schultern gerutscht war.

    Aber ich hatte gesehen, was zwischen ihm und dem mysteriösen Jungen vorgefallen war. Tobias war etwas zugestoßen - davon war ich fest überzeugt!

    Sabrina schickte sich an, wie kopflos davonzustürzen, um Tobias in dem Gewirr der Fußgängerpassage zu suchen. Doch in diesem Moment trat ein junger Mann in elegantem Anzug aus der Boutique und baute sich drohend vor Sabrina auf. Mit einer flinken Bewegung zauberte er ein Plastikkärtchen unter seinem Jackett hervor und hielt es Sabrina unter die Nase.

    Das Kärtchen wies ihn als Kaufhausdetektiv aus!

    „Kommen Sie bitte mit in mein Büro, forderte er Sabrina mit strengem Unterton in der Stimme auf. „Bei uns kommt jeder Diebstahl zur Anzeige. Man wird Ihnen außerdem Ladenverbot erteilen!

    Verständnislos starrte Sabrina den jungen Mann an. Er sah ziemlich smart aus und war gut durchtrainiert. Es gab wohl kaum einen Ladendieb, der ihm entkommen würde - besonders keine Frau mit Hackenschuhen, wie Sabrina sie trug.

    „Was wollen Sie von mir?", fuhr Sabrina den Detektiv ungehalten an.

    Der Mann grinste schief und deutete auf die Kleider in Sabrinas Armen. „Bei uns ist es üblich, die Ware zu bezahlen, bevor man den Laden verlässt, erklärte er spöttisch. „Ansonsten muss man annehmen, Sie wollten sie stehlen!

    Sabrina starrte verwirrt auf die Kleider hinab. Erst jetzt schien sie sich daran zu erinnern, dass sie sie bei sich trug.

    Ohne länger zu zögern drückte sie dem verdutzten Mann die vom Regen benetzten Sachen in den Arm.

    „Ich ... ich muss meinen Jungen wiederfinden, stammelte sie. „Eben war er noch hier!

    Sabrina wollte sich abwenden. Doch der Detektiv packte ihren Arm und hielt sie fest.

    „Diese Masche zieht bei mir nicht, sagte er hart. „Sie werden mich jetzt in mein Büro begleiten - ob Sie wollen oder nicht!

    Sabrina starrte den Mann mit wütend funkelnden Augen an. „Anstatt unbescholtene Kunden zu beschuldigen, sollten Sie mir lieber helfen, meinen Sohn wiederzufinden. Schließlich ist er vor Ihrem Laden verlorengegangen!"

    Einige Passanten waren stehen geblieben und warfen Sabrina verstohlene Blicke zu.

    „Haben Sie meinen Jungen gesehen?, rief sie den Passanten mit weinerlicher Stimme zu. „Er hat dunkles Haar wie ich - und braune Augen ... Er trägt eine Jeans und eine Windjacke...

    Grob zerrte der Detektiv an Sabrinas Arm. „Schluss jetzt mit dem Theater!, rief er zornig. „Sie kommen jetzt mit mir!

    Plötzlich wirbelte Sabrina zu dem jungen Mann herum, holte aus und schlug ihm die flache Hand mitten ins Gesicht.

    Erschrocken ließ der Detektiv sie los und taumelte zurück.

    Aber Sabrina war mit ihm noch nicht fertig. Sie packte den Kaufhausdetektiv am Kragen seines eleganten Anzugs und schüttelte ihn durch.

    „Sie werden mir jetzt sofort helfen, meinen Jungen wiederzufinden! rief sie verzweifelt. „Ihre albernen Kleider können Sie sich sonst wo hinstecken! Ich will meinen Jungen zurück!

    Rasch trat ich von hinten an Sabrina heran und legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter. Die Angst um ihren Sohn verhinderte offenbar, dass sie einen klaren Gedanken fassen konnte. Ihr ganzes Denken war nur darauf gerichtet, ihr Kind so schnell wie möglich wieder an sich drücken zu können.

    „Wir müssen die Polizei verständigen, Sabrina, sagte ich mit ruhiger, fester Stimme. „Bestimmt werden wir Tobias mit ihrer Hilfe wiederfinden.

    Sabrina ließ den Mann los und drehte sich abrupt zu mir um. In ihren Augen schwammen Tränen.

    „Das darf doch alles nicht wahr sein!, schluchzte sie. „Wo ist mein Junge bloß abgeblieben? Ihm darf doch nichts geschehen!

    Mit diesen Worten fiel sie mir in die Arme und weinte hemmungslos.

    In mir zog sich alles zusammen. Auch ich machte mir um Tobias große Sorgen. Bei seinem Verschwinden war es nicht mit rechten Dingen zu gegangen - das sagte mir ein unbestimmtes Gefühl. Tobias war wie ausgewechselt gewesen, nachdem der fremde Junge ihm die Hand gegen die Stirn gepresst hatte.

    Der Kaufhausdetektiv hatte nun wohl begriffen, dass Sabrina ihm kein Theater vorspielte. Er zupfte seinen Anzug glatt und zog dann ein Handy aus der Innentasche seines Jacketts hervor.

    „Ich werde die Polizei verständigen, Madame, sagte er mit einfühlsamer Stimme. „Die werden Ihren Sohn null Komma nichts wieder herbeischaffen - das verspreche ich Ihnen.

    2

    Der Bobby und die Politesse , die wenige Augenblicke später bei der Boutique erschienen, begannen sofort das Tobacco Einkaufszentrum nach Tobias abzusuchen.

    Es erstaunte mich ein wenig, wie schnell die Polizei zur Stelle gewesen war. Es waren auch keine langen Erläuterungen nötig gewesen, um sie davon zu überzeugen, dass Tobias wirklich verschwunden war und sich nicht bloß im Gewimmel der Passanten verirrt hatte.

    Für gewöhnlich stellten die Beamten in solchen Fällen erst einmal einen Haufen Fragen, um auszuschließen, dass der Vermisste nicht nur ein paar Läden weitergezogen und deshalb nicht aufzufinden war. Es kam mir vor als hätte es die beiden Beamten nicht sonderlich überrascht, dass ein Junge verschwunden war. Ohne viel Umschweife machten sie sich sofort daran, die Gegend nach dem Jungen abzusuchen.

    Sogar der Detektiv beteiligte sich an der Suche. Offenbar hatte er wegen seines ruppigen Verhaltens ein schlechtes Gewissen. Auch die Ohrfeige, die Sabrina ihm in ihrer Rage verpasst hatte, erwähnte er mit keinem Wort, obwohl an seiner geröteten Wange deutlich zu erkennen war, dass der Schlag ziemlich geschmerzt haben musste.

    Sabrina war mit den Nerven völlig am Ende. Sie hätte am liebsten tausend Dinge gleichzeitig getan, um ihren Sohn wiederzufinden. In Wahrheit konnte sie sich aber kaum noch auf den Beinen halten. Die Sorge um ihren Sohn hatte ihr völlig den Verstand geraubt.

    Zu allem Überfluss hatten wir auch noch feststellen müssen, dass Tobias sein Handy in dem Rucksack deponiert hatte, den er kurz vor seinem Verschwinden verloren hatte. Hätte er sein Handy bei sich gehabt, hätte es nur eines Anrufs bedurft, um seinen Aufenthaltsort herauszufinden.

    So aber blieben wir über seinen Verbleib weiterhin im Ungewissen.

    Die Geschäftsführerin der Boutique schlug schließlich vor, dass Sabrina und ich in dem Büro des Ladendetektivs warten sollten, bis die Polizei den Jungen gefunden hatte.

    Sabrina nickte zu diesem Vorschlag mechanisch. Das hätte sie wahrscheinlich auch getan, wenn die Geschäftsführerin ihr geraten hätte, kopfüber in den Ornamental Canal zu springen.

    Wie eine Schlafwandlerin ließ Sabrina es geschehen, dass ich sie beim Arm nahm und quer durch den Laden führte. Als wir dann endlich in dem Büro des Kaufhausdetektivs anlangten, ließ sie sich schwer auf einen Stuhl fallen, verbarg das Gesicht hinter den Händen und fing hemmungslos zu weinen an.

    Ich wusste nicht, was ich mit Sabrina machen sollte. Meine beruhigenden Worte schienen an ihr abzuperlen, wie an einem Duschvorhang. Stattdessen stieß sie immer wieder unzusammenhängende Sätze aus, mit denen sie mir mitteilen wollte, wie gefährlich eine Großstadt wie London für einen kleinen Jungen wie Tobias sein konnte.

    Ich rief schließlich bei Edward in der Praxis an und erzählte ihm, was vorgefallen war. Sabrina war dazu nicht in der Lage. Vor lauter Schluchzen hätte sie ihrem Mann gegenüber kein vernünftiges Wort herausgebracht.

    Edward, der gerade im Begriff gewesen war, seine Praxis für heute zu schließen, versprach, sofort zu den Docklands aufzubrechen.

    „Ich werde auch ein Beruhigungsmittel mitbringen, erklärte er gefasst. „Ich kenne Sabrina ... Bestimmt nimmt sie diese Sache so sehr mit, dass sie zu keinem klaren Gedanken mehr fähig ist.

    Mit diesen Worten beendete er das Gespräch.

    Betreten sah ich auf Sabrina hinab. Wie ein Häuflein Elend kauerte sie auf dem harten Holzstuhl, hatte die Ellenbogen auf den Tisch gestemmt und das Gesicht in den Händen vergraben.

    „Dein Mann wird gleich hier sein", erklärte ich und legte ihr die Hand auf die Schulter.

    „Ich werde es mir niemals verzeihen, wenn meinem Baby etwas zugestoßen ist, schluchzte Sabrina hinter ihren Händen hervor. „Ich werde mir ganz bestimmt nie wieder ein Kleid kaufen!

    Ein Weinkrampf schüttelte sie. „Edward und ich... wir waren immer so stolz auf unseren Jungen... und nun ist er fort!"

    Da klopfte es plötzlich an der Tür.

    Sabrina sprang auf, stürzte zur Tür hin und riss sie auf.

    „Haben Sie ihn gefunden?", rief sie dem Mann vor der Tür mitten ins Gesicht.

    Bei dem Mann handelte es sich weder um den Bobby, noch um den Ladendetektiv. Er trug einen beigefarbenen Trenchcoat. Die dunklen Flecken auf den Schultern und den Armen deuteten darauf hin, dass er sich längere Zeit im Regen aufgehalten hatte.

    „Beruhigen Sie sich erst einmal, Mrs. Manson, sagte er rau. „Es ist wichtig, in solch einer Situation einen klaren Kopf zu bewahren. Heulen wird Ihnen Ihren Jungen auch nicht zurückbringen!

    Die nicht sehr freundlichen Worte des Mannes schienen auf Sabrina nicht ohne Wirkung zu bleiben. Sie straffte ihre Haltung und musterte ihr Gegenüber aufmerksam.

    „Wer, zum Teufel, sind Sie?", fragte sie unwirsch.

    Der Mann war ziemlich beleibt; das war trotz seines weiten Trenchcoats gut zu erkennen, der sich am Bauch verräterisch nach außen wölbte. Das kurze Haar des Mannes war nass und es war unmöglich zu erraten, welche Farbe es hatte. Es lag unordentlich am Kopf an und rahmte ein vernarbtes Gesicht mit einer gebrochenen Nase.

    „Inspektor Jonas Merion, stellte er sich vor. Mit einer gelangweilten Geste holte er seine Polizeimarke aus der Tasche seines Trenchcoats hervor. „Ich arbeite für Scotland Yard.

    Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen. Vor langer Zeit hatte ich einmal mit Inspektor Merion zu tun gehabt. Nun erkannte ich ihn auch wieder. Er war mir als mürrischer, stets schlecht gelaunter Mensch in Erinnerung geblieben. An diesen Charaktereigenschaften schien sich nichts geändert zu haben.

    Merion ließ die Polizeimarke wieder in seinem Mantel verschwinden, schob sich an Sabrina vorbei in das Zimmer und blieb zögernd stehen.

    Sein vernarbtes Gesicht verdüsterte sich, während er mir unverwandt in die Augen sah.

    „Ich kenne Sie doch", murrte er.

    „Brenda Logan", half ich seinem Gedächtnis auf die Sprünge und streckte ihm die Hand hin.

    Der Inspektor nickte missmutig. „Jetzt läuten bei mir die Glocken, meinte er wenig begeistert. Er ergriff aber trotzdem meine Hand und drückte kräftig zu. „Was haben Sie hier zu suchen, Mrs. Logan?

    „Mrs. Manson und ich waren zusammen einkaufen, als ihr Sohn plötzlich spurlos verschwand", erklärte ich.

    Ich sah ihn besorgt an. „Sie arbeiten in der Vermisstenabteilung von Scotland Yard, sagte ich gedehnt. „Seit wann schaltet sich das Scotland Yard ein, wenn ein Kind während eines Einkaufsbummels verloren geht? Für gewöhnlich wird Ihre Behörde doch erst eingeschaltet, wenn eine Person länger als zwölf Stunden als vermisst gilt.

    Merion warf Sabrina über die Schulter hinweg einen unbehaglichen Blick zu. „Nicht, wenn im Verlauf von mehreren Tagen gehäuft ähnlich lautende Vermisstenmeldungen bei der Polizei ein gehen", erwiderte er ausweichend.

    „Soll das etwa heißen, in den vergangenen Tagen sind bereits mehrere Jugendliche auf ähnliche Weise spurlos verschwunden, wie Tobias?", fragte ich bestürzt.

    Inspektor Merion nickte beklommen. Nervös fingerte er eine Schachtel Zigaretten aus seinem Mantel, fischte ein Stäbchen heraus und schob es sich zwischen die Lippen.

    „Es liegen mittlerweile sieben solcher Fälle vor - Tobias Manson bereits mitgerechnet. Merion suchte in seinen Taschen nach einem Feuerzeug. „Sieben vermisste Jugendliche in nur einer Woche, sagte er mürrisch. „Kein Wunder, wenn ich graue Haare bekomme!"

    Seine Miene hellte sich plötzlich auf. Er zog ein Feuerzeug aus einer Tasche hervor und hielt es wie eine Trophäe empor. Dann zündete er die Zigarette an, ohne uns vorher zu fragen, ob uns der Rauch störte.

    „Warum sind Sie so sehr davon überzeugt, dass Tobias ebenfalls zu diesen Vermissten dazugerechnet werden muss?", schaltete sich Sabrina in das Gespräch ein. „Noch wird im Einkaufszentrum doch

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