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Schuldrecht Allgemeiner Teil: für Studienanfänger

Schuldrecht Allgemeiner Teil: für Studienanfänger

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Schuldrecht Allgemeiner Teil: für Studienanfänger

Länge:
525 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 21, 2018
ISBN:
9783170314092
Format:
Buch

Beschreibung

Das Werk richtet sich - der Konzeption der Reihe entsprechend - in erster Linie an Studierende der Rechtswissenschaft in den ersten Semestern und will insoweit die Grundlagen des Rechtsgebietes verständlich und im Überblick darstellen. Es werden die für das grundsätzliche Verständnis notwendigen Strukturen des Allgemeinen Teils des Schuldrechts erörtert, wobei keinerlei Vorkenntnisse vorausgesetzt werden.
Der Allgemeine Teil des Schuldrechts hat im Zivilrecht zentrale Klausurrelevanz. Das Werk vermeidet es, Meinungsstreitigkeiten, die erst für höhere Semester oder Examenskandidaten bedeutsam werden, zu vertiefen. Anhand einer Vielzahl kleinerer Fälle sollen die Problemstellungen verdeutlicht und die Studierenden in die Lage versetzt werden, die Klausuren und Hausarbeiten im Grundstudium erfolgreich zu bewältigen. Dies wird durch konkrete Klausurtipps, Formulierungshilfen, Merksätze, Definitionen und Aufbauschemata, insbesondere zum Leistungsstörungsrecht, sichergestellt.
Das Buch wird durch ein E-Learning-Angebot, insbesondere Multiple-Choice-Tests und Karteikarten zum Wiederholen zentraler Aussagen unterstützt. Es ist zudem eng mit dem begleitenden Fallbuch verzahnt, so dass das erlernte Wissen unmittelbar an echten Klausursachverhalten trainiert werden kann.
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 21, 2018
ISBN:
9783170314092
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Schuldrecht Allgemeiner Teil - Michael Beurskens

Grundstudium Recht

herausgegeben von

Professor Dr. Jörg Eisele und Professor Dr. Bernd Heinrich

Schuldrecht

Allgemeiner Teil

für Studienanfänger

von

Dr. Michael Beurskens,

LL.M. (Gewerblicher Rechtsschutz),

LL.M. (University of Chicago),

Attorney at Law (New York)

Professor an der

Universität Passau

Verlag W. Kohlhammer

1. Auflage 2018

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-031407-8

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-031408-5

epub: ISBN 978-3-17-031409-2

mobi: ISBN 978-3-17-031410-8

Für den Inhalt abgedruckter oder verlinkter Websites ist ausschließlich der jeweilige Betreiber verantwortlich. Die W. Kohlhammer GmbH hat keinen Einfluss auf die verknüpften Seiten und übernimmt hierfür keinerlei Haftung.

Das Werk richtet sich - der Konzeption der Reihe entsprechend - in erster Linie an Studierende der Rechtswissenschaft in den ersten Semestern und will insoweit die Grundlagen des Rechtsgebietes verständlich und im Überblick darstellen. Es werden die für das grundsätzliche Verständnis notwendigen Strukturen des Zivilrechts erörtert, wobei keinerlei Vorkenntnisse vorausgesetzt werden.

Der Allgemeine Teil des Schuldrechts hat im Zivilrecht zentrale Klausurrelevanz. Das Werk vermeidet es, Meinungsstreitigkeiten, die erst für höhere Semester oder Examenskandidaten bedeutsam werden, zu vertiefen. Anhand einer Vielzahl kleinerer Fälle sollen die Problemstellungen verdeutlicht und die Studierenden in die Lage versetzt werden, die Klausuren und Hausarbeiten im Grundstudium erfolgreich zu bewältigen. Dies wird durch konkrete Klausurtipps, Formulierungshilfen, Merksätze, Definitionen und Aufbauschemata, insbesondere zum Leistungsstörungsrecht, sichergestellt.Das Buch wird durch ein E-Learning-Angebot, insbesondere Multiple-Choice-Tests und Karteikarten zum Wiederholen zentraler Aussagen unterstützt. Es ist zudem eng mit dem begleitenden Fallbuch verzahnt, so dass das erlernte Wissen unmittelbar an echten Klausursachverhalten trainiert werden kann.

Prof. Dr. Michael Beurskens ist Inhaber eines Lehrstuhls für Bürgerliches Recht an der Universität Passau.

Vorwort

Die Literatur zum Schuldrecht ist umfangreich und vielfältig. Das vorliegende Werk soll dabei eine Lücke schließen, die zwischen bloßen Skripten und umfangreichen Lehrbüchern besteht: Es vermittelt die Systematik und wesentlichen Inhalte anhand des konkreten Klausuraufbaus, ermöglicht aber durch umfangreiche Nachweise eine weitgehende Vertiefung. Bei Meinungsstreitigkeiten werden die wesentlichen Argumente gegenübergestellt, um eine Orientierung zu ermöglichen. Gleichzeitig geben die Fußnoten einen Überblick über ausführliche Darstellungen in der Studienliteratur und besonders bemerkenswerte wissenschaftliche Beiträge, die eigene, mitunter allerdings eher anspruchsvolle Ansätze verfolgen.

Das Werk richtet sich gezielt an Studierende aus den Anfangssemestern zur Vorbereitung auf die Zwischenprüfungsklausuren oder Anfängerübungen. Auch für Hausarbeiten werden vertiefende Hinweise gegeben. Durch die Konzentration auf die gerade für Anfänger wesentlichen Fragen wird ein entscheidender Schritt Richtung Examen gemacht – zudem geben die zahlreichen Nachweise in den Fußnoten Gelegenheit, Einzelfragen selbstständig zu vertiefen.

Das Werk ist abgestimmt auf das zugehörige, in der gleichen Reihe erschienene Fallbuch – so lassen sich die in diesem Buch behandelten Fragen in konkreten Sachverhalten nachverfolgen und elegante Formulierungen für die Klausur erlernen. Beide Bücher nehmen wechselseitig aufeinander Bezug.

Für die umfangreiche Hilfe bei der Erstellung, der Berichtigung von Fehlern und der Kontrolle danke ich in besonderem Maße Herrn Dr. Dominik Pietzarka und Herrn Dr. Patrick Mainka, welche das Werk in einer frühen Phase kritisch durchgesehen haben, Frau Renate Volkmann-Dietrich und Herrn VRiLG Jörg Dietrich sowie meinen Hilfskräften, Herrn Claudio Bartmann, Herrn Paul Brachtendorf, Frau Doris Kautler, Herrn Christoph Klostermann, Frau Anne Marx, Frau Julia Schütz, Frau Franziska Schmein, Herrn Johannes Rottmann und Herrn Marvin Klein. Alle verbleibenden Fehler liegen selbstverständlich allein in meiner Verantwortung.

Für Anregungen und Kommentare per Facebook, Twitter oder E-Mail (beurskens@jura.uni-bonn.de) bin ich immer dankbar.

Im Oktober 2017

Michael Beurskens

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Übersicht Piktogramme

1. KapitelDas Allgemeine Schuldrecht

I.Fragestellungen des Allgemeinen Schuldrechts

II.Klausurbearbeitung im Schuldrecht

2. KapitelEntstehung von Schuldverhältnissen

I.Keine Pflichten bei bloßer Annahme unbestellter Ware (§ 241a BGB)

II.Rechtsgeschäftliche Schuldverhältnisse (§ 311 Abs. 1 BGB), insb. Verträge

1.Abschluss von Schuldverträgen

a)Rechtsgeschäftliche Schuldverhältnisse (§ 311 Abs. 1 BGB) und gegenseitige Verträge (§§ 320 ff. BGB)

b)Formvorschriften und inhaltliche Verbote (§ 311b BGB)

c)Anfängliche Unmöglichkeit (§ 311a Abs. 1 BGB)

d)Anzahlung und Draufgabe (§ 336 BGB)

e)Kontrahierungszwang

2.Informationspflichten bei Verbraucherverträgen (§§ 312, 312a, 312d–312f BGB)

a)Entgeltlicher Verbrauchervertrag

b)Ausnahmen

c)Informationspflichten

d)Unwirksamkeit von Vereinbarungen über Entgelte

3.Vertragsschluss im Internet (§§ 312i, 312j BGB)

4.Vertragsschluss und das Gebot von Treu und Glauben (§ 242 BGB)

III.Ausblick: Rechtsgeschäftsähnliche Schuldverhältnisse (§ 311 Abs. 2, Abs. 3 BGB)

IV.Exkurs: Gesetzliche Schuldverhältnisse

1.Geschäftsführung ohne Auftrag (§§ 677 ff. BGB)

2.Ungerechtfertigte Bereicherung (§§ 812 ff. BGB)

3.Deliktsrecht (§§ 823 ff. BGB)

3. KapitelPflichten und Ansprüche aus einem Schuldverhältnis

I.Leistungspflichten, Rücksichtnahmepflichten und Obliegenheiten

II.Leistungsmodalitäten: Wie, Wer, Wo und Wann?

1.Teilleistungen (§ 266 BGB)

2.Ausblick: Person des Leistenden (§ 267 BGB) und des Leistungsempfängers

3.Leistungsort (§§ 269, 270 BGB)

a)Bestimmung und Relevanz des Leistungsortes

b)Das Wegerisiko: Hol-, Bring- und Schickschuld

4.Leistungszeit (§§ 271, 271a BGB)

III.Unbestimmte Leistungsgegenstände

1.Leistungsbestimmung durch eine Partei (§§ 315–317 BGB)

2.Leistungsbestimmung durch Dritte (§§ 318, 319 BGB)

3.Wahlschuld (§§ 262–265 BGB)

4.Ersetzungsbefugnis (ungeregelt)

5.Gattungsschuld (§ 243 BGB)

a)Mittlere Art und Güte (§ 243 Abs. 1 BGB)

b)Konkretisierung (§ 243 Abs. 2 BGB)

c)Gefahrübergang im Annahmeverzug (§ 300 Abs. 2 BGB)

d)Anwendbarkeit über Sachen hinaus

f)Begrenzung der Gattungsschuld

IV.Allgemeine Regelungen zu einzelnen Leistungspflichten bzw. Ansprüchen

1.Pflichten in Bezug auf Sachen und Gegenstände

a)Pflicht zur Übertragung oder Belastung

b)Pflicht zur Übergabe und Gebrauchsüberlassung

c)Pflicht zur Herausgabe

d)Wegnahmerechte

2.Pflichten zum Tätigwerden und Aufwendungsersatzansprüche („Spesen")

3.Pflichten zur Auskunftserteilung

4.Zahlungspflichten („Geldschulden") und Zinsen

a)Buchgeld statt Bargeld?

b)Zinsen

4. KapitelAllgemeine Geschäftsbedingungen (§§ 305–310 BGB)

I.Anwendbarkeit von §§ 305 ff. BGB

II.Vorliegen von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (§ 305 Abs. 1 BGB)

III.Einbeziehungskontrolle (§ 305 Abs. 2 BGB)

IV.Überraschende Klauseln (§ 305c Abs. 1 BGB)

V.Inhaltskontrolle (§§ 309, 308, 307 BGB)

VI.Auslegung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (§ 305c Abs. 2 BGB)

VII.Folgen von Unwirksamkeit und Nichteinbeziehung (§ 306 BGB)

VIII.Objektive Kontrolle durch Unterlassungsklage

5. KapitelErlöschen von Leistungspflichten

I.Erfüllung als Normalfall (§ 362 Abs. 1 BGB)

II.Erfüllungssurrogate (§ 364 BGB)

III.Aufrechnung (§ 389 BGB)

1.Aufrechnungserklärung (§ 388 BGB)

2.Aufrechnungslage (§§ 387, 390 BGB)

a)Erfüllbarer Anspruch des Gläubigers gegen den Schuldner (Hauptforderung)

b)Fälliger, einredefreier Anspruch des Schuldners gegen den Gläubiger (Gegenforderung)

c)Gleichartigkeit der wechselseitig geschuldeten Leistungen

3.Kein Aufrechnungsverbot (§§ 392–394 BGB)

4.Folgen der Aufrechnung (§§ 389, 396 BGB)

IV.Unmöglichkeit und Unzumutbarkeit

1.Unmöglichkeit (§ 275 Abs. 1 BGB)

2.Objektive Unzumutbarkeit (§ 275 Abs. 2 BGB)

3.Persönliche Unzumutbarkeit (§ 275 Abs. 3 BGB)

V.Erlöschen der Gegenleistungspflicht (§ 326 Abs. 1 BGB)

VI.Weitere Erlöschensgründe

VII.Privilegierung des Schuldners bei Annahmeverzug (§§ 293 ff. BGB)

6. KapitelNachträgliche Änderungen

I.Änderungsvertrag (§ 311 Abs. 1 BGB)

II.Störung der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB)

III.Kündigung (§ 314 BGB)

IV.Rücktritt (§§ 346 ff. BGB)

1.Voraussetzungen eines Rücktritts

a)Vertrag

b)Rücktrittserklärung

c)Rücktrittsgrund

d)Ausschluss des Rücktritts

2.Rechtsfolgen eines Rücktritts

V.Widerruf von Verbraucherverträgen (§ 355 Abs. 1 Satz 2 BGB)

1.Voraussetzungen eines Widerrufs

a)Entgeltlicher Verbrauchervertrag

b)Widerrufserklärung

c)Widerrufsgrund

d)Kein Ausschluss des Widerrufsrechts

2.Rechtsfolgen eines Widerrufs

7. KapitelParteien des Schuldverhältnisses und ihr Austausch

I.Gläubiger

1.Berechtigung aus dem Schuldverhältnis

2.Übertragung der Berechtigung (Abtretung und Cessio Legis)

a)Voraussetzungen der Abtretung

b)Folgen der Abtretung

c)Schutz des Schuldners

d)Schutz des Zessionars (neuen Gläubigers)

e)Kettenabtretung

f)Cessio Legis (gesetzlicher Forderungsübergang)

3.Mehrheit von Gläubigern

a)Teilgläubiger (§ 420 BGB)

b)Gesamtgläubiger (§ 428 BGB)

c)Mitgläubiger (§ 432 BGB)

II.Schuldner

1.Verpflichtung aus dem Schuldverhältnis

2.Übertragung der Verpflichtung (Schuldübernahme)

3.Mehrheit von Schuldnern

a)Teilschuld

b)Gesamtschuld

c)Gemeinschaftliche Schuld

III.Dritte

1.Leistungspflichten zugunsten Dritter (Vertrag zugunsten Dritter)

2.Rücksichtnahmepflichten zugunsten Dritter (Schuldverhältnis mit Schutzwirkung für Dritte)

3.Rücksichtnahmepflichten zulasten Dritter (§ 311 Abs. 3 BGB)

8. KapitelSchadensersatz wegen Pflichtverletzung

I.Schuldverhältnis

II.Pflichtverletzung

1.Leistungspflichten (§ 241 Abs. 1 BGB)

2.Rücksichtnahmepflichten (§ 241 Abs. 2 BGB)

III.Zusätzliche Voraussetzungen nach § 280 Abs. 2 BGB / § 280 Abs. 3 BGB

1.Zusätzliche Voraussetzungen für Schadensersatz statt der Leistung (§ 280 Abs. 3 BGB)

a)Abgrenzung „statt der Leistung und „neben der Leistung

b)Die Voraussetzungen von §§ 281, 282, 283 BGB im Einzelnen

2.Zusätzliche Voraussetzung für Verzögerungsschaden (§ 280 Abs. 2 BGB)

a)Abgrenzung zu Schadensersatz statt der Leistung und einfachem Schadensersatz

b)(Schuldner-)Verzug

IV.Vertretenmüssen

1.Vorrangig: Vereinbarungen

2.Sonstiger Inhalt des Schuldverhältnisses

3.Sonderregelungen

4.Vorsatz und Fahrlässigkeit

5.Zurechnung fremden Verschuldens, insb. Erfüllungsgehilfen

V.Schaden

1.Schaden

a)Wertende Korrektur (normativer Schadensbegriff/Vorteilsanrechnung)

b)Ersatz fremder Schäden (Drittschadensliquidation)

2.Zurechnung

a)Äquivalenztheorie/conditio sine qua non-Formel

b)Adäquanztheorie

c)Schutzzweck der verletzten Sorgfaltsnorm

3.Ersatz

a)Naturalrestitution (§ 249 Abs. 1 BGB)

b)Ersatz der Herstellungskosten (§ 249 Abs. 2 BGB, § 250 BGB)

c)Entschädigung in Geld (§ 251 BGB)

d)Sonderproblem: Tausch (§ 480 BGB) und tauschähnliche Verträge

4.Mitverschulden (§ 254 BGB)

5.Ersatz frustrierter Aufwendungen (§ 284 BGB)

VI.Schadensersatz statt der ganzen Leistung (§ 281 Abs. 1 Satz 2, Abs. 1 Satz 3, Abs. 5 BGB) und gesetzliche Rücktrittsrechte (§§ 323 ff. BGB)

9. KapitelDurchsetzbarkeit des Anspruchs

I.Das allgemeine Zurückbehaltungsrecht (§§ 273, 274 BGB)

II.Die Einrede des nicht erfüllten Vertrages (§ 320 BGB)

III.Exkurs: Das Zurückbehaltungsrecht des Besitzers aus § 1000 BGB

IV.Exkurs: Das handelsrechtliche Zurückbehaltungsrecht (§§ 369 ff. HGB)

V.Verjährung (§ 214 BGB)

VI.Naturalobligationen

Stichwortverzeichnis

Literaturverzeichnis

Balzer, Peter/Kröll, Stefan/Scholl, Bernd, Die Schuldrechtsklausur, 4. Aufl., Berlin 2015.

Bartels, Klaus, Klausurentraining Zivilrecht, 2. Aufl., Baden-Baden 2017.

Bergmans, Bernhard, Schuldrecht Bd. 1: Allgemeine und vertragsrechtliche Grundlagen, 3. Aufl., Berlin 2016.

Bönninghaus, Achim, Schuldrecht Allgemeiner Teil I: Schuldverhältnis: Beteiligte, Inhalt, Erlöschen, Einreden: Erfüllung und Leistungsverweigerung, 3. Aufl., Heidelberg 2014.

Bönninghaus, Achim, Schuldrecht Allgemeiner Teil II: Pflichtverletzung, 3. Aufl., Heidelberg 2014.

Brömmelmeyer, Christoph, Schuldrecht Allgemeiner Teil, 1. Aufl., München 2014.

Brox, Hans/Walker, Wolf-Dietrich, Allgemeines Schuldrecht, 41. Aufl., München 2017.

Canaris, Claus-Wilhelm/Grigoleit, Hans Christoph, Lehrbuch des Schuldrechts Band I/1 Allgemeiner Teil, 15. Aufl., München 2017.

Däubler, Wolfgang, BGB kompakt, 3. Aufl., München 2008.

Fezer, Karl-Heinz, Klausurenkurs zum Schuldrecht: Allgemeiner Teil, 8. Aufl., München 2013.

Fikentscher, Wolfgang/Heinemann, Andreas, Schuldrecht, 10. Aufl., Berlin 2006.

Förster, Christian, Schuldrecht Allgemeiner Teil, 3. Aufl., Heidelberg 2015.

Fritzsche, Jörg, Fälle zum Schuldrecht I: Vertragliche Schuldverhältnisse, 7. Aufl., München 2016.

Grigoleit, Hans Christoph/Herresthal, Carsten, Schuldrecht I – Schuldrecht AT – Kaufrecht, 1. Aufl., München 2014.

Hahn, Erik/Kern, Bernd-Rüdiger/Hauptmann, Peter-Helge, Schuldrecht AT – leicht gemacht, 1. Aufl., Berlin 2011.

Hirsch, Christoph, Allgemeines Schuldrecht, 6. Aufl., Köln 2008.

Hirsch, Christoph, Schuldrecht Allgemeiner Teil, 10. Aufl., Baden-Baden 2016.

Hütte, Felix/Hütte, Marlena, Schuldrecht Allgemeiner Teil, 8. Aufl., Grasberg 2013.

Joussen, Jacob, Schuldrecht I: Allgemeiner Teil, 3. Aufl., Stuttgart 2015.

Klees, Andreas/Keisenberg, Johanna, Klausurtraining Zivilrecht, 1. Aufl., Baden-Baden 2013.

Köhler, Helmut/Lorenz, Stephan, Prüfe Dein Wissen Schuldrecht I – Allgemeiner Teil, 22. Aufl., München 2014.

Kornblum, Udo/Stürner, Michael, Fälle zum Allgemeinen Schuldrecht, 7. Aufl., München 2011.

Lange, Knut Werner, Schuldrecht AT, 4. Aufl., München 2015.

Larenz, Karl, Lehrbuch des Schuldrechts, Bd. I – Allgemeiner Teil, 14. Aufl., München 1987.

Leonhard, Franz/Binding, Karl, Allgemeines Schuldrecht des BGB, 1. Aufl., Berlin 2013.

Looschelders, Dirk, Schuldrecht – Allgemeiner Teil, 14. Aufl., München 2016.

Marburger, Peter/Sutschet, Holger, 20 Probleme aus dem Schuldrecht Allgemeiner Teil, 8. Aufl., München 2013.

Medicus, Dieter, Bürgerliches Recht, 25. Aufl., München 2015.

Medicus, Dieter, Grundwissen zum Bürgerlichen Recht, 10. Aufl., München 2014.

Medicus, Dieter/Lorenz, Stephan, Schuldrecht I: Allgemeiner Teil, 21. Aufl., München 2015.

Musielak, Hans-Joachim, Grundkurs BGB, 14. Aufl., München 2015.

Olzen, Dirk/Wank, Rolf, Zivilrechtliche Klausurenlehre mit Fallrepetitorium, 8. Aufl., München 2015.

Petersen, Jens, Examens-Repetitorium Allgemeines Schuldrecht, 7. Aufl., Heidelberg 2015.

Schellhammer, Kurt, Schuldrecht nach Anspruchsgrundlagen samt BGB – Allgemeiner Teil, 9. Aufl., Heidelberg 2014.

Schlechtriem, Peter/Schmidt-Kessel, Martin, Schuldrecht – Allgemeiner Teil, 6. Aufl., Tübingen 2005.

Schmidt, Eike, Das Schuldverhältnis, 1. Aufl., Heidelberg 2004.

Schwab, Dieter/Löhnig, Martin, Einführung in das Zivilrecht, 20. Aufl., Heidelberg 2016.

Schwabe, Winfried/Kleinhenz, Holger, Lernen mit Fällen: Schuldrecht I, 8. Aufl., Stuttgart 2013.

Wasserl, Uwe/Farrenkopf, Ulrike, Zivilrecht BGB: Allgemeiner Teil – Schuldrecht/Sachenrecht, 12. Aufl., Pegnitz 2015.

Webel, Karsten, Zivilrecht Band 1: Allgemeiner Teil. Schuldrecht, 1. Aufl., Herne 2011.

Weiler, Frank, Schuldrecht Allgemeiner Teil, 3. Aufl., Baden-Baden 2016.

Westermann, Harm Peter/Bydlinski, Peter/Weber, Ralph, BGB-Schuldrecht – Allgemeiner Teil, 8. Aufl., Heidelberg 2014.

Wörlen, Rainer/Metzler-Müller, Karin, Schuldrecht AT, 12. Aufl., München 2015.

Abkürzungsverzeichnis

Übersicht Piktogramme

Kapitel 1Das Allgemeine Schuldrecht

1 Dieses Buch behandelt das „ Allgemeine Schuldrecht . Darunter versteht man die Abschnitte 1 bis 7 (§§ 241 bis 432 BGB) des zweiten Buchs des BGB („Recht der Schuldverhältnisse). Der 8. Abschnitt (§§ 433 bis 853 BGB) regelt „Einzelne Schuldverhältnisse". Er enthält also besondere Abweichungen zu den Vorschriften, die wir uns im Folgenden ansehen werden (Klammerprinzip des BGB) ¹. Daher bezeichnet man ihn auch als „Besonderes Schuldrecht ", er wird in einem eigenen Band dargestellt.

I.Fragestellungen des Allgemeinen Schuldrechts

2 Das Schuldrecht regelt viele Fragen sehr detailliert, aber leider nicht zentral an einer Stelle, sondern oft über große Abstände verteilt. ² Es wäre unzweckmäßig, Strukturen, Definitionen oder Auslegungsstreitigkeiten abstrakt zu lernen – Sie sollten stattdessen die Systematik in jedem Fall unmittelbar im Gesetz nachverfolgen. Es ist wichtig, dass Sie (insbesondere in der Klausur) eine grobe Orientierung haben, wo Sie bestimmte Regelungen im Gesetz finden.

Hinweis

Nehmen Sie parallel zu diesem Buch einen Gesetzestext zur Hand!

3 Die Vorschriften des Allgemeinen Schuldrechts decken ein breites Spektrum an in Klausuren, aber auch im Alltag immer wieder auftretenden Fragestellungen ab. In dieser Einleitung sollen Sie einen Überblick über die wichtigsten Regelungen im Allgemeinen Schuldrecht und ihre Bedeutung in der Klausur gewinnen. Natürlich müssen Sie vor der Lektüre des Buchs im Übrigen die Details noch nicht verstehen. Dennoch ist wichtig, dass Sie zumindest eine erste Orientierung , insbesondere im Hinblick auf die Abgrenzung zum Allgemeinen Teil, zum Besonderen Schuldrecht und zum Sachenrecht, erhalten.

4

Das Vorliegen eines Schuldverhältnisses ist notwendige Mindestvoraussetzung für das Entstehen von schuldrechtlichen Ansprüchen („Forderungen").³ In der Klausur müssen Sie daher das Vorliegen eines Schuldverhältnisses unter dem Punkt „Anspruch entstanden" prüfen.

5 •  Nach § 311 Abs. 1 BGB entstehen rechtsgeschäftliche Schuldverhältnisse grundsätzlich durch einen Vertrag. Das bedeutet: Sie können hier genauso wie in den Klausuren zum BGB AT prüfen. Gesetzlich normierte Ausnahme ist die Auslobung, ⁴ die durch einseitige, nicht empfangsbedürftige Willenserklärung entsteht, § 657 BGB. Wie ein Vertrag entsteht, haben Sie im Allgemeinen Teil gelernt (§§ 145 ff. BGB). ⁵ Das Schuldrecht regelt eine Vielzahl von typischen Verpflichtungsgeschäften und gibt mitunter Besonderheiten für deren Begründung (etwa in § 311b BGB) oder die Gültigkeit einzelner Regelungen (etwa in §§ 305 ff. BGB für Allgemeine Geschäftsbedingungen) vor. ⁶ Näheres behandeln wir im 2. Kapitel unter II (→ Rn. 33) sowie im 4. Kapitel (→ Rn. 205).

Bsp.: Nach § 139 BGB ist ein Vertrag, der teilweise unwirksam ist im Zweifel insgesamt unwirksam. Dieser Grundsatz wird für allgemeine Geschäftsbedingungen umgekehrt: Nach § 306 Abs. 1 BGB ist nur die konkrete Klausel unwirksam, der Vertrag im Übrigen bleibt wirksam.⁷ Etwas anderes gilt nach § 306 Abs. 3 BGB nur wenn ausnahmsweise eine besondere Belastung besteht. Nach § 151 BGB kommt ein Vertrag durch Annahme des Antrags zustande. Dies gilt grundsätzlich auch für die Schenkung – nach § 516 Abs. 2 BGB wird aber die Annahme fingiert, wenn der Beschenkte trotz Fristsetzung nicht reagiert.⁸

6 •  Ein Schuldverhältnis kann aber auch ohne Willenserklärungen, also auf anderem Wege als durch ein Rechtsgeschäft entstehen. Daher finden sich im Schuldrecht Regelungen, in denen jemand einen Anspruch allein durch tatsächliche Umstände erwirbt, sog. gesetzliche Schuldverhältnisse. ⁹ Da die Voraussetzungen nicht verallgemeinerungsfähig sind, werden gesetzliche Schuldverhältnisse im Band zum Besonderen Schuldrecht behandelt, einen Überblick erhalten Sie im 2. Kapitel unter IV. (Rn. 85).

Bsp.: Zwischen dem Dieb und seinem Opfer besteht ein deliktisches Schuldverhältnis (§§ 823 ff. BGB), in dem etwa eine verschärfte Haftung bei Beschädigung oder Zerstörung des Diebesguts greift (§ 848 BGB). Durch den Diebstahl hat er aber auch in den Zuweisungsgehalt eines fremden Rechts eingegriffen und dadurch „in sonstiger Weise" etwas ohne Rechtsgrund erlangt (§ 812 Abs. 1 Satz 1, 2. Var. BGB). Daher muss er auch nach § 818 Abs. 1 BGB die von ihm tatsächlich gezogenen Nutzungen (etwa geerntete Beeren einer zu Unrecht erhaltenen Himbeerpflanze, Fahrt mit einem zu Unrecht erhaltenen PKW) herausgeben.

7 •  Zwischen den rechtsgeschäftlichen und den gesetzlichen Schuldverhältnissen stehen die rechtsgeschäftsähnlichen Schuldverhältnisse , ¹⁰ die in § 311 Abs. 2 und Abs. 3 BGB angesprochen sind. Deren Bedeutung erschließt sich erst, wenn Sie auch § 280 Abs. 1 BGB lesen: Danach ist bei Verletzung von Pflichten aus einem Schuldverhältnis (also nicht nur bei einem Vertrag, sondern auch in den Fällen des § 311 Abs. 2 und Abs. 3 BGB) der entstandene Schaden zu ersetzen. Näheres behandeln wir im 2. Kapitel unter III (Rn. 81) und vor allem im Rahmen von Schadensersatzansprüchen aus § 280 im 8. Kapitel (Rn. 499).

Bsp.: Im Supermarkt wird ein Vertrag nach herrschender Auffassung erst an der Kasse geschlossen.¹¹ Wer vorher auf einem Salatblatt ausrutscht und sich verletzt,¹² hat noch keine vertraglichen Ansprüche auf Ersatz der entstehenden Behandlungskosten. Jedoch entsteht im Moment der Schädigung ein gesetzliches Schuldverhältnis (§ 823 Abs. 1 BGB), aus dem ein Schadensersatzanspruch folgt. Hierzu müsste der Geschädigte beweisen, dass seine Verletzung auf einem Verschulden des Supermarktbetreibers selbst beruht. Das bedeutet, dass er zur Überzeugung des Richters (§ 261 ZPO) durch Zeugen, Sachverständige oder Augenschein nachweisen muss, dass zumindest Fahrlässigkeit vorlag – also bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt (§ 276 Abs. 2 BGB) sein Ausrutschen verhindert worden wäre. Dabei kann sich der Supermarktbetreiber nach § 831 Abs. 1 Satz 2 BGB darauf berufen, dass er hiermit zuverlässige Mitarbeiter betraut hat. Anders stellt sich die Lage hingegen im Rahmen eines bereits vor der Schädigung bestehenden Schuldverhältnisses dar: Nach § 280 Abs. 1 Satz 2 BGB muss insoweit derjenige, der eine Pflicht verletzt hat, nachweisen, dass er die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat. Dabei muss er sich auch das Verhalten seiner Angestellten vollumfänglich zurechnen lassen (§ 278 BGB), ohne dass es auf deren Zuverlässigkeit ankäme. Aufgrund der über die allgemeine Verkehrssicherungspflicht hinausgehenden Beziehung (insbesondere dem wirtschaftlichen Interesse des Supermarktbetreibers) wird das für diese strengere Haftung erforderliche Schuldverhältnis bereits durch die „Anbahnung" eines Vertrages begründet (§ 311 Abs. 2 Nr. 2 BGB).

8 •  Wenn über die Person des Leistenden, den Ort oder die Zeit zur Erfüllung einer Pflicht keine Einigung erzielt wurde, bestimmen §§ 267–271a BGB von wem, wo und wann eine Pflicht erfüllt werden muss. Insoweit ergänzt das Allgemeine Schuldrecht die Vorschriften der Rechtsgeschäftslehre im Allgemeinen Teil (Lückenschließungsfunktion). ¹³ Das Schuldrecht enthält zudem Regelungen, nach denen die Bestimmung des Vertragsinhalts nur einem Beteiligten oder sogar einem Dritten übertragen werden kann (§§ 315–319 BGB). ¹⁴ Die Regelungen zum Inhalt von Schuldverhältnissen behandelt das dritte Kapitel (Rn. 93).

Bsp.: V aus Hamburg verkauft an K aus München am Telefon eine Vase (§ 433 BGB). Es wird nicht darüber gesprochen, wann und wo die Vase übergeben und übereignet werden soll (§ 433 Abs. 1 Satz 1 BGB). K wird auf Lieferung an seine Heimatanschrift bestehen; V hingegen das Risiko und die Kosten des Transports scheuen. Nach § 269 Abs. 1 BGB muss die Vase am Wohnsitz des V, also in Hamburg, übergeben und übereignet werden; dies muss nach § 271 Abs. 1 BGB „sofort" erfolgen. Versendet jemand anderes als V die Vase an K, um die Pflicht des V zu erfüllen (etwa ein Verwandter oder der Hersteller), so darf K die Annahme der Leistung zum Zwecke der Erfüllung des Vertrages nur verweigern, wenn V der Leistung durch den Dritten widerspricht; ebenso wenig kann K eine Zahlung durch einen Dritten an V verhindern – seine Pflicht erlischt dadurch (§ 267 Abs. 1 BGB).

9 •  Während im Allgemeinen Teil des BGB vor allem die Frage im Vordergrund steht, wie Ansprüche aus Verträgen zustande kommen (In der Klausur unter „Anspruch entstanden" zu diskutieren), enthält das Schuldrecht vielfältige Regelungen zum Erlöschen von Ansprüchen (in der Klausur zu prüfen unter „Anspruch erloschen"). Die §§ 362–397 BGB regeln Fälle, in denen eine Pflicht zur Erbringung einer Leistung erlischt. ¹⁵ Wichtig ist zudem § 275 Abs. 1 BGB, wonach eine Leistung, die jedenfalls der konkrete Schuldner nicht erbringen kann, nicht mehr erbracht werden muss – so dass die Nichterbringung auch keine Pflichten mehr verletzt. ¹⁶ Dieser wird ergänzt durch § 326 Abs. 1 Satz 1 BGB, der anordnet, dass für eine nicht erbrachte Leistung auch keine Gegenleistung erbracht werden muss („Ohne Arbeit kein Lohn, „Ohne Ware kein Kaufpreis). ¹⁷ Diese Erlöschensgründe untersuchen wir im fünften Kapitel (→ Rn. 230).

Bsp.: Fällt V im obigen Beispiel die Vase herunter, bevor er sie K übergeben kann, kann er seine Pflicht aus dem Kaufvertrag (§ 433 Abs. 1 Satz 1 BGB) nicht mehr erfüllen; dafür muss K aber auch nicht mehr bezahlen (§ 326 Abs. 1 BGB). Dementsprechend ordnet § 275 Abs. 1 BGB an, dass seine Pflicht erlischt. Aber auch wenn V die Vase an K übergibt und übereignet, wird er von seiner Leistungspflicht befreit (§ 362 Abs. 1 BGB) – K kann nicht etwa Verschaffung einer weiteren Vase von ihm verlangen. K kann, statt den Kaufpreis in bar zu bezahlen, auch die Aufrechnung erklären (§ 388 BGB), wenn ihm seinerseits ein Anspruch gegen V zusteht – dann erlöschen durch diese Erklärung beide Forderungen (§ 389 BGB) und es muss keine Zahlung mehr erfolgen.

10 •  Unter bestimmten Umständen kann ein Vertrag nachträglich durch einseitige Erklärung aufgehoben werden. ¹⁸ In den §§ 346–354 BGB werden die Folgen einer Rücktrittserklärung (§ 349 BGB) normiert; ¹⁹ die §§ 355–361 BGB regeln die (davon abweichenden) Folgen der Ausübung eines Widerrufsrechts bei Verbraucherverträgen. ²⁰ Der Grund für einen solchen Widerruf kann sich aus § 312g BGB i. V. m. §§ 312b, 312c BGB (sowie aus Vorschriften des Besonderen Schuldrechts) ergeben; während ein Rücktrittsrecht vertraglich eingeräumt werden kann, sich aber auch aus den §§ 323–326 BGB ergeben kann. Rechte zur Beendigung und Rückabwicklung von Verträgen betrachten wir im sechsten Kapitel (Rn. 324).

Bsp.: Wenn K den vereinbarten Kaufpreis nicht an V zahlt, kann ihm dieser eine Frist zur Zahlung setzen (§ 323 Abs. 1 BGB). Nach Ablauf dieser Frist kann V den Rücktritt erklären (§ 349 BGB), wodurch die beiderseitigen Pflichten zur Leistung erlöschen (§ 346 BGB) – hat er bereits die Vase übergeben und übereignet, muss nun K seinerseits die Vase an V übergeben und übereignen (§ 346 Abs. 1 BGB). Ist K Verbraucher (§ 13 BGB) und V Unternehmer (§ 14 Abs. 1 BGB), kann K nach § 355 Abs. 1 Satz 2 BGB, soweit der telefonische Vertragsschluss über ein organisiertes Vertriebssystem erfolgt ist (§ 312c BGB), spätestens 14 Tage nach Erhalt der Ware (§ 356 Abs. 1 BGB) den Widerruf des Vertrags gegenüber V erklären (§ 312g Abs. 1 BGB) – hierdurch muss ihm V den Kaufpreis zurückzahlen, während er die Vase zurückgeben und zurückübereignen muss (§ 357 BGB).

11 •  Ein Schuldverhältnis besteht grundsätzlich zwischen einem Schuldner und einem Gläubiger – im Fall eines Vertrags etwa den Parteien der Einigung. Dies kann sich aber nachträglich ändern : § 398 BGB regelt den nachträglichen Austausch des Gläubigers (d. h. der Person, die ursprünglich etwas verlangen konnte), §§ 414, 415 BGB regeln den nachträglichen Austausch des Schuldners (d. h. der Person, die ursprünglich zur Leistung verpflichtet war). §§ 328 ff. BGB regeln zudem Fälle, in denen eine Person, die nicht Vertragspartei ist, einen Vorteil aus einem Vertrag erhalten soll (Vertrag zugunsten Dritter); während § 311 Abs. 3 BGB nicht an einem Vertrag beteiligte Personen unter bestimmten Umständen zur Rücksichtnahme (§ 241 Abs. 2 BGB) verpflichtet. Die Beteiligten des Schuldverhältnisses werden wir im siebten Kapitel (Rn. 405) näher untersuchen.

Bsp.: Die Studentinnen A und B leben in einer WG. A will den Studienort wechseln, B will hingegen weiter in der Wohnung leben. Insoweit ist es möglich und üblich, einen Vertrag zwischen dem Vermieter, A, B und der Nachmieterin von A zu schließen, in dem einerseits die Ansprüche der A gegen den Vermieter abgetreten werden (§ 398 BGB), andererseits die Nachmieterin die Pflichten der A gegenüber dem Vermieter übernimmt (§ 414 BGB). Da die Mieter als Gesamtschuldner haften (§ 421 BGB), hat schließlich auch B ein Mitspracherecht.²¹

12 •  In den §§ 420–432 BGB wird die Berechtigung und Verpflichtung mehrerer Personen behandelt – insbesondere an wen und durch wen zu leisten ist und welche Wirkungen Veränderungen an der einheitlichen Forderung im Verhältnis zu anderen Beteiligten haben. ²² Die dabei entstehenden Fragen behandeln wir (ebenso wie den Wechsel der Parteien) ebenfalls im siebten Kapitel (Rn. 431 und 450).

Bsp.: Wenn A, B und C in eine Gaststätte gehen und dort auf Anfrage angeben, „auf gemeinsame Rechnung" essen und trinken zu wollen, bestimmt § 421 BGB, dass A auch die Rechnung von B und C bezahlen muss, wenn diese die Gaststätte frühzeitig ohne zu zahlen verlassen. Er kann sich das Geld aber nach § 426 Abs. 1 BGB im Rahmen eines Innenausgleichs anteilig zurückholen; zudem kann er nach § 426 Abs. 2 BGB nach der Zahlung auch die Forderung des Wirts gegen B und C geltend machen.

13 •  Die §§ 280–292 BGB regeln, was passiert, wenn jemand seine Pflichten nicht oder zumindest nicht ordnungsgemäß erfüllt. Zentrale Regelung ist insoweit § 280 Abs. 1 BGB, wonach jede Pflichtverletzung eine Schadensersatzhaftung nach sich zieht. Traditionell spricht man (unter Einbeziehung des automatischen Erlöschens der Gegenleistungspflicht bei Unmöglichkeit nach § 326 Abs. 1 BGB, der Rücktrittsrechte nach §§ 323, 324 BGB und der noch zu diskutierenden Leistungsverweigerungsrechte) vom „Leistungsstörungsrecht", ²³ wobei jedoch weder eine Verletzung von Leistungspflichten noch überhaupt das Bestehen einer solchen Pflicht erforderlich ist (wie insbesondere § 311 Abs. 2 BGB zeigt). Den Schadensersatz wegen Pflichtverletzung behandelt Kapitel 8 (Rn. 499).

Bsp.: Wenn V im obigen Beispiel die Vase nicht absendet, obwohl K bereits bezahlt hat, kann K ihn auf Lieferung verklagen. Er kann ihm aber auch eine Frist setzen und nach deren Ablauf die Mehrkosten für den Erwerb einer anderen Vase verlangen (§ 280 Abs. 1, Abs. 3 BGB i. V. m. § 281 Abs. 1 Satz 1 BGB). Beleidigt der V den K, kann K von ihm hierfür Schadensersatz wegen Verletzung einer Rücksichtnahmepflicht verlangen (§§ 280 Abs. 1, 241 Abs. 2 BGB). Hat V sein Konto überzogen und wartet trotz Mahnung vergeblich auf die Zahlung des Kaufpreises durch K, kann er von diesem Ersatz der an die Bank gezahlten Zinsen verlangen (§§ 280 Abs. 1, Abs. 2, 286 Abs. 1 Satz 1 BGB).

14 •  Die §§ 249–254 BGB regeln, wie entstandene Schäden wieder auszugleichen sind und inwieweit eine Mitverantwortlichkeit des Geschädigten selbst zu berücksichtigen ist. Leider sind die gesetzlichen Regelungen etwas lückenhaft – insbesondere Fragen der Zurechnung (sog. „haftungsausfüllende Kausalität") beantwortet das BGB nicht. Die damit aufgeworfenen komplexen Probleme fasst man als

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