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Pflanzenkraft und Kräuterwunder: Mit 12 bekannten Kräuterfrauen durch das Jahr
Pflanzenkraft und Kräuterwunder: Mit 12 bekannten Kräuterfrauen durch das Jahr
Pflanzenkraft und Kräuterwunder: Mit 12 bekannten Kräuterfrauen durch das Jahr
eBook232 Seiten48 Minuten

Pflanzenkraft und Kräuterwunder: Mit 12 bekannten Kräuterfrauen durch das Jahr

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Über dieses E-Book

In Bild und Wort stellt Bettina Louise Haase 12 berühmte Kräuterlehrerinnen vor. Im Voralpenraum gibt es sie noch: "Weise Frauen" mit kostbarem, überliefertem Pflanzenwissen, das von ihren Großmüttern an sie weitergegeben wurde. Für jeden Monat im Jahreslauf steht eine dieser weit über die Grenzen ihrer Länder bekannten Kräuterfrauen, die sich durch ihre große Naturverbundenheit auszeichnen.
Sie alle geben Einblicke in ihr profundes Kräuterwissen im Rhythmus der Jahreszeiten. Mit vielen gesunden Rezepten.
SpracheDeutsch
HerausgeberFreya
Erscheinungsdatum27. Feb. 2018
ISBN9783990253458
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    Buchvorschau

    Pflanzenkraft und Kräuterwunder - Bettina Louise Haase

    Glück.

    EDELTRAUD BAIL

    behandelt mit pflanzlichen Essenzen

    „Die Beschäftigung mit Naturheilkunde habe ich eigentlich von meinem Großvater geerbt, sagt Edeltraud Bail. Ihr Großvater, ein Landwirt im Allgäu in Westerheim bei Memmingen, hatte auf seinem Hof, der in der Nähe eines Moors lag, regen Besuch. Von überallher aus der Umgebung kamen Leute, seit sich herumgesprochen hatte, dass er Krankheiten „abbeten, also durch ein Gebet Krankheiten heilen konnte. Besonderen Erfolg hatte der Großvater beim Abbeten von Kröpfen, einer Vergrößerung der Schilddrüse, erinnert sich Edeltraud. „Und auch schon vor meinem Studium der Medizin wurden mir immer wieder Berichte über alternatives Heilen zugetragen", sagt sie.

    Die Beschäftigung mit Naturheilkunde habe ich eigentlich von meinem Großvater geerbt

    Die Mutter eines Freundes litt an chronischer Polyarthritis und die Ärzte waren ratlos. Edeltraud begleitete die Kranke zu verschiedenen Heilpraktikern und erkannte immer klarer, dass es Heilmethoden jenseits der Schulmedizin gab. Zwei alternative Mediziner nennt sie als ihre Vorbilder: den Naturkundler Dr. Leonhard Hochenegg aus Tirol, der mit Pflanzen arbeitete, und Pater Thomas Häberle aus Müstair bei Graubünden, der ganzheitlich heilte und den sie selber noch in seiner Klosterzelle in Müstair besucht hat. „Die Begegnung mit diesem Menschen war für mich ein wichtiges Erlebnis", sagt Edeltraud. Immer öfter erfuhr sie in ihrem Leben, dass es die alternativen Heilmethoden waren, die Menschen gesund machten, die von Ärzten schon aufgegeben worden waren oder denen man eine Operation als unumgänglich hingestellt hatte.

    Ein persönliches Erlebnis in Spanien bestärkte sie in dieser Erkenntnis: „Vor meinem Medizinstudium war ich mit meinem damaligen Freund in Valencia und in Alcalá de Henares, erzählt Edeltraud. Der Freund wurde während des Spanienaufenthaltes sehr krank – er litt an einer immer wiederkehrenden Mandelentzündung. „Der Arzt, den wir dann endlich fanden, meinte nach der ersten Visite, die Mandeln müssten unbedingt entfernt werden, erzählt Edeltraud. Doch ihr fiel ein Buch über alternative Heilmedizin in die Hände, das bei Mandelentzündungen zu einem hochdosierten Vitamin-C-Stoß in Form von frischen Zitronen riet. So überredete Edeltraud den Freund zu einer Zitronensaftkur, auch sie selber trank den frischen Saft – drei Zitronen am Tag waren das Minimum. Der Freund gurgelte zusätzlich noch mit Zitronensaft. Das Ergebnis der Kur, die die beiden zwei Wochen durchführten, war überwältigend: Der Arzt, der zur Entfernung der Mandeln geraten hatte, erkannte seinen Patienten nicht wieder. Die Mandeln, die zuvor chronisch entzündet waren, waren nun völlig unauffällig. Immer klarer wurde Edeltraud dabei, dass es für fast alle Krankheiten naturmedizinische Heilmittel gibt.

    Die Öle liegen mir von allen alternativen Heilmethoden am meisten am Herzen

    Trotz dieser Erfahrungen entschloss sie sich zum Studium der Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München – auch, weil damals die Ausbildung zur Heilpraktikerin noch nicht besonders anerkannt war. Während des Studiums nahm Edeltraud an homöopathischen Fortbildungen teil, die in den 1980er-Jahren noch nicht besonders häufig angeboten wurden. Nun trat ein weiterer Lehrer in ihr Leben: Professor Wabner, ein Chemiker und Mediziner, der die ätherischen Öle für Therapien nutzte und Vorlesungen am Klinikum Biederstein in München gab. „Die Öle liegen mir von allen alternativen Heilmethoden am meisten am Herzen, sagt Edeltraud Bail. „Sie sind in der Anwendung einfach, man hat die konzentrierte Kraft der Pflanzen und braucht keine großen Vorräte. Gerade für Menschen, die in der Stadt wohnen und nicht schnell in die Natur zum Kräutersammeln kommen, sind Öle eine gute Alternative.

    England, so erzählt Edeltraud, war früher ein Land, in dem fast jeder in seinem Hausgarten Lavendelblüten anbaute und selber destillierte. „Das ist zwar heute nicht mehr so, doch gerade das Lavendelöl ist unglaublich vielseitig zu verwenden und für die Hausapotheke einfach unentbehrlich."

    Im Winter weiß die Kräuterfrau die Öle für sich zu nutzen. Auf einen kleinen, beigefarbenen Duftstein träufelt sie ätherisches Mandarinenöl. „Das wirkt stärkend und anregend und vertreibt den Winterblues, sagt sie lachend. Vorbeugend gegen Erkältung empfiehlt sie eine Ölmischung aus Basilikum, Eukalyptus, Lavendel, Nelke, Pfefferminze, Rose und Thymian. Diese Mischung, die noch aus ein paar weiteren Ölen besteht, ist unter dem Namen Sinus-Soft auch käuflich erwerbbar. Man kann die Mischung entweder inhalieren oder einfach durch die Nase einatmen, indem man ein Taschentuch damit benetzt. „Aber oft reicht auch nur ein einzelnes Öl aus, um Linderung zu erhalten, sagt Edeltraud.

    Edeltrauds Lieblingspflanze ist das Johanniskraut, das sie als Allheilmittel für den Winter empfiehlt.

    Wie kaum eine andere Pflanze ist das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, deren Kraft es an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an uns abzugeben. Die ganze Pflanze ist für sie der Inbegriff des Sommers. Johanniskraut wächst versteckt auf kargen Böden, oft da, wo auch Schotter liegt. Außerdem mag das Johanniskraut brachliegende Flächen und liebt den Bereich zwischen Wald und Wiese. „Bei mir hinterm Haus, wo die Wiese in den Wald übergeht, sammle ich das Johanniskraut zur Sommersonnenwende", sagt Edeltraud. Aber auch in mittleren bis leichten Höhenlagen wächst das Johanniskraut, es ist an Gebüschsäumen, in Magerwiesen und in Ginster- und Heidekrautheiden zu finden, Waldlichtungen geben ihm ebenfalls einen optimalen Lebensraum.

    Edeltrauds Lieblingspflanze ist das Johanniskraut, das sie als Allheilmittel für den Winter empfiehlt

    Die Blüten des Johanniskrauts, das im Mittelalter auch Hexenkraut oder Teufelskraut hieß, leuchten bei Sonnenhöchststand, am Johannistag, in sattem Gelb. Am 24. Juni ist der Geburtstag von Johannes dem Täufer, von ihm ist der Name abgeleitet. Dank seiner Sonnenqualität hilft Johanniskraut bei Depression, einer Krankheit der Dunkelheit. Es vertreibt Schatten und gibt die Kraft der Sonne an dunklen Tagen ab. Eine heidnische Tradition war, dass Mädchen einen Kranz aus Johanniskrautblüten zur Sommersonnenwende trugen, um eine Verbindung zum Licht der Sonne herzustellen. „Während meines Medizinstudiums vor 20 Jahren wurde im Wahlfach Hyperforat vorgestellt, ein Johanniskrautprodukt, erinnert sich die Ärztin, „damals lachten einige etablierte Ärzte darüber. Heute ist Johanniskraut ein angesehenes Mittel, das sogar bei mittelschweren Depressionen eingesetzt wird. Über die Heilkraft von Johanniskraut wusste schon Paracelsus um 1525 Bescheid: Er empfahl es bei Depressionen, die früher meist Melancholie genannt wurden. Auch in Büchern aus dem 17. Jahrhundert wird von der Wirkung des Johanniskrauts berichtet. Im Mittelalter verwendete man das Johanniskraut, um den Teufel zu vertreiben. Der Sage nach stammen die kleinen Löcher im Blatt des Johanniskrauts vom Teufel, der aus Bosheit über die Macht, die dieses Kraut über böse Geister und über ihn selbst besaß, die Blätter mit Nadeln zerstochen haben soll.

    Am 24. Juni ist der Geburtstag von Johannes dem Täufer, von ihm ist der Name abgeleitet

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