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Die Klinik am See 14 – Arztroman: Neubeginn am Tegernsee

Die Klinik am See 14 – Arztroman: Neubeginn am Tegernsee

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Die Klinik am See 14 – Arztroman: Neubeginn am Tegernsee

Länge:
123 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 5, 2017
ISBN:
9783740923921
Format:
Buch

Beschreibung

Besonders beliebt bei den Leserinnen von Arztromanen ist der Themenbereich Frauenklinik. Gerade hier zeigt sich, wie wichtig eine sensible medizinische und vor allem auch seelische Betreuung für die Patientinnen ist, worauf die Leserinnen dieses Genres großen Wert legen. Die große Arztserie Klinik am See setzt eben dieses Leserinteresse überzeugend um.

Edda Kröger sah sich um, sie konnte ihren Sohn nirgends entdecken. Ärgerlich legte sie die Hände wie einen Trichter vor den Mund und rief: "Bastian! Sebastian!"
Es verging einige Zeit, bis Sebastian unter den Bäumen auftauchte. Die Haare hingen ihm ins Gesicht, sein Atem ging schnell. Er war gelaufen.
"Wo steckst du denn? Ständig läufst du weg!" Kopfschüttelnd streckte Edda ihrem achtjährigen Sohn die Hand entgegen.
Sebastian blieb vor der Mutter stehen, er versteckte seine Hände auf dem Rücken. "Mami, ich bin doch schon groß."
"Du bist mein großer Junge", bestätigte Edda, ohne zu zögern.
"Warum muß ich dir dann immer die Hand geben?" Sebastian schnitt eine Grimasse.
Seine Mutter wurde unsicher. Sie biß sich auf die Unterlippe, wich seinem fragenden Blick aus. "Wenn du nicht immer davonläufst, dann mußt du es auch nicht."
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 5, 2017
ISBN:
9783740923921
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Die Klinik am See 14 – Arztroman - Britta Winckler

Die Klinik am See

– 14–

Neubeginn am Tegernsee

Eine Ehekrise muss nicht das Ende sein

Britta Winckler

Edda Kröger sah sich um, sie konnte ihren Sohn nirgends entdecken. Ärgerlich legte sie die Hände wie einen Trichter vor den Mund und rief: »Bastian! Sebastian!«

Es verging einige Zeit, bis Sebastian unter den Bäumen auftauchte. Die Haare hingen ihm ins Gesicht, sein Atem ging schnell. Er war gelaufen.

»Wo steckst du denn? Ständig läufst du weg!« Kopfschüttelnd streckte Edda ihrem achtjährigen Sohn die Hand entgegen.

Sebastian blieb vor der Mutter stehen, er versteckte seine Hände auf dem Rücken. »Mami, ich bin doch schon groß.«

»Du bist mein großer Junge«, bestätigte Edda, ohne zu zögern.

»Warum muß ich dir dann immer die Hand geben?« Sebastian schnitt eine Grimasse.

Seine Mutter wurde unsicher. Sie biß sich auf die Unterlippe, wich seinem fragenden Blick aus. »Wenn du nicht immer davonläufst, dann mußt du es auch nicht.«

»Es ist doch langweilig!« maulte Sebastian. »Mit dir muß ich immer auf dem Weg bleiben. Ich möchte lieber am Ufer entlanggehen.«

»Dann stolperst du und fällst in den See.«

»Aber Mami! Ich doch nicht! Ich bin doch kein Baby mehr.« Nun war Sebastian wirklich empört.

Behandelte sie ihn wirklich wie ein Baby? Sie hatte Angst davor, daß er größer wurde, denn dann würde sie noch mehr allein sein. Sie strich ihm über das Haar, merkte, daß er zurückzuckte. Gleich darauf lächelte er sie aber wieder an.

»Mami, da hinten ist ein schöner Park. Vielleicht gibt es einen Kinderspielplatz. Darf ich hingehen?«

»Bastian…«, begann Edda.

»Mami!« Energisch fiel ihr ihr Sohn ins Wort. »Ich will doch nur schauen gehen.«

»Du kannst doch nicht in irgendeinen fremden Park hineingehen.« Edda unterdrückte nur mühsam einen Seufzer. Heute fehlte es ihr einfach an Geduld. Zwei Wochen war sie nun schon am Tegernsee, und ihr Mann hatte sich noch nicht blicken lassen. Sie langweilte sich genauso wie Se­bastian. Doch dafür konnte Bastian nichts. Sie bemühte sich um ein Lä­cheln.

»Was hältst du davon, wenn wir am Nachmittag eine Bootsfahrt machen?«

Sebastians Mundwinkel sanken nach unten. Deutlich war zu sehen, daß er davon nicht viel hielt.

»Was willst du dann machen?« Ungeduld schwang wieder in Eddas Stimme mit.

»Ich will Tarzan spielen!«

»Tarzan?« Eddas Stirn runzelte sich. Was hatte Bastian nun schon wieder vor? Nicht zum ersten Mal überlegte sie, ob sie dem Tegernsee nicht einfach den Rücken zukehren sollte. Obwohl sie hier ihr Ferienhaus hatten, wo sie seit Jahren ständig viele Wochen des Jahres verbrachten, hatte Bastian hier keine Freunde. Auch ihre Bekannten hielten sich nicht am Tegernsee auf, sondern an der Côte d’Azur oder an der Costa del Sol.

»Weißt du nicht, wer Tarzan war?« hörte sie ihren Sohn ungeduldig fragen. »Er ist der Herrscher des Urwalds. Er macht immer neue Entdeckungen.«

»Und was soll ich dabei tun?«

»Du?« Sebastian schob seine Unterlippe nach vorn. Er musterte seine Mutter. Er konnte sie nicht in sein Spiel einbauen. Sie trug ein elegantes Sommerkleid und hohe Schuhe. Damit konnte sie weder auf Bäume klettern noch über eine Mauer steigen. Wie jedoch sollte er seiner Mutter das beibringen? Erleichtert stellte er gleich darauf fest, daß seine Mutter gar nicht auf eine Antwort wartete, sie hatte Christa Bauer entdeckt. Mit einer Einkaufstasche kam sie den Weg entlang.

»Komm!« Edda griff nach der Hand ihres Sohnes. »Wir wollen nachsehen, was Christa eingekauft hat.«

Nur widerwillig ließ Sebastian sich mitziehen. Er schielte dabei nach rückwärts. Dort lag dieser schöne Park. Man hätte sich so schön hinter Sträuchern und Bäumen verstecken können. Dann wurde sein Interesse jedoch von der Einkaufstasche der Haushälterin in Anspruch genommen.

»Hast du auch Negerküsse gekauft?« Als Christa Bauer nickte, fragte er gleich weiter: »Und Eis?«

»Nein«, meinte die Haushälterin. Sie sah Sebastians enttäuschtes Gesicht, fuhr ihm rasch liebevoll durch das Haar. »Dazu ist es zu heiß, es wäre mir sonst zerronnen. Aber du kannst ja mit deiner Mami nach dem Mittagessen eine Eisdiele aufsuchen.«

»Okay, das können wir«, stimmte Bastian zu, dann entdeckte er die Bananen. »Die passen zu Tarzan«, verkündete er. »Bekomme ich eine?«

Christa Bauer nickte. Sie konnte Sebastian sowieso keinen Wunsch abschlagen. Der Kleine war ihr im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen. Bereits als er noch ein Baby war, hatte sie ihn in den Armen gewiegt. Da sie sonst allein in dem Ferienhaus der Familie Kröger am Tegernsee lebte, war sie stets glücklich, wenn Sebastian da war. Sie verwöhnte dann Sebastian und seine Mutter nach Strich und Faden. Christa Bauer war ein junges Mädchen gewesen, als sie in die Dienste von Edda Krögers Eltern getreten war. Daher kannte sie Edda auch sehr gut, die beiden Frauen verband ein fast freundschaftliches Verhältnis.

»Tante Christa, hast du Zeit?« fragte Sebastian.

»Nun, wenn wir nicht Punkt zwölf Uhr zu Mittag essen wollen, dann pressiert es mir noch nicht«, meinte Christa lächelnd. Sie war eine sehr mütterlich wirkende fünfzigjährige Frau. Sie war nie verheiratet gewesen und hatte daher keine eigenen Kinder.

»Dann setz dich doch mit Mami auf die Bank. Ihr könnt doch ein wenig in der Sonne sitzen und euch unterhalten. Hunger habe ich überhaupt keinen. Wir können ruhig später essen.«

»Und warum?« fragte Christa. Sie begriff sofort, daß Bastian noch etwas vorhatte.

Bastian stieß einen markerschütternden Schrei aus, und als ihn beide Frauen erschrocken ansahen, erklärte er seelenruhig: »Begreift ihr nicht? Ich bin Tarzan!«

»Ach so!« Erklärend wandte sich Edda an Christa Bauer. »Bastian hat irgendeinen Park entdeckt. Wie du siehst, hat dies seine Phantasie sehr angeregt.«

»Dort hinten ist die Klinik am See. Sie gehört Dr. Lindau. Erinnerst du dich nicht an den Arzt? Er hatte mitten im Ort seine Praxis, im sogenannten Doktorhaus.«

»Ich mußte Dr. Lindau nie aufsuchen, daher kenne ich ihn nicht persönlich.«

»Er ist ein sehr netter Mann, sehr sympathisch. Mich wundert es nicht, daß die Klinik am See so einen Zuspruch hat. Es ist eine Frauenklinik. Zu diesem Mann hätte ich auch Vertrauen.« Christa Bauers Augen bekamen einen schwärmerischen Glanz.

Edda nickte zerstreut. Sie wandte den Kopf, aber Bastian hatte sich bereits davongemacht. »Ich werde ihm…« Sie machte Anstalten, hinter ihrem Sohn herzueilen, aber da griff Christa nach ihrem Arm.

»Laß ihn doch, Edda! Der Park der Klinik grenzt direkt an den See. Er ist sehr schön. Es schadet doch nichts, wenn er sich dort etwas umsieht.«

*

Geduckt schlich Sebastian von einem Strauch zum andern. In dieser Haltung drang er immer tiefer in den Park ein. Vor Aufregung hatten sich seine Wangen gefärbt. Er sah Leute, die in Trainingsanzügen oder Schlafröcken auf Bänken saßen. Eine Krankenschwester schob einen Rollstuhl dicht an ihm vorbei. Vor Staunen schob Bastian den Daumen in den Mund und saugte heftig daran. Wo befand er sich? Er vergaß seine Vorsicht etwas, richtete sich auf. Es gab viele Blumenbeete; schmale, mit Kieselsteinen bestreute Wege führten zu einem Rondell.

Sebastian hörte Stimmen, schnell ging er wieder in Deckung. Zwei Männer in weißen Mänteln gingen dicht an ihm vorbei. Sie waren in ein Gespräch vertieft, sahen weder nach rechts noch nach links. Das war etwas für einen Detektiv! Wenn er herausfand, worüber die Männer sprachen, dann würde er auch herausfinden, wer sie waren. Aus Bastian, dem Tarzan, wurde nun Bastian, der Detektiv. Er ging in die Knie, auf allen vieren schlich er hinter der Hecke dahin. Doch dann bogen die Männer ab, und ihre Stimmen verloren sich.

Vorsichtig spähte Sebastian über die Hecke. Jetzt sah er ein Gebäude. Enttäuscht verzog sich sein Gesicht. Nun war ihm klar, wo er sich befand. Das war das Schloß von Auefelden. Was er nicht wußte, war, daß die einstige Besitzerin, Selma von Angern, aus Dankbarkeit ihr Schloß in Form einer Stiftung Dr. Lindau überlassen hatte.

Dieses Schloß war ein ganz normales Schloß. Jedenfalls hatte Tante Christa, die ihm oft Märchen und Sagen aus der Umgebung erzählte, nie erwähnt, daß hier ein Geheimnis verborgen war. Oder doch? Waren die Menschen hier etwa verzaubert? Sebastians Phantasie kannte keine Grenzen. Erschrocken fuhr er zusammen, als er plötzlich von hinten angesprochen wurde.

»Suchst du jemanden?«

Langsam wandte er sich um. Eine junge Frau in einem weißen Mantel stand hinter ihm. Sie lächelte ihn freundlich an. Nein, so sah keine Hexe aus. Es war auch lächerlich, er wußte doch, daß es Hexen und Zauberer nur im Märchen gab. Er streckte sich, damit er größer wirkte, und sah der Frau kühn ins Auge.

»Ich bin einfach hier hereingekommen. Ich wollte sehen, was da los ist.«

»Und?«

»Es ist doch hier das Schloß, nicht wahr? Ich weiß nur nicht, warum da so viele Leute spazierengehen.«

»Es war das Schloß, jetzt ist es eine Klinik. Es wohnen viele Menschen hier, aber alle sind krank.«

»Dann bist du eine Tante Doktor?« rief Sebastian erstaunt. Sein Interesse an diesem Park erlosch schlagartig. »Ein Krankenhaus?« Seine Unterlippe schob sich

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