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Wanted - Gesucht: Vergeltung. Gefunden: Liebe

Wanted - Gesucht: Vergeltung. Gefunden: Liebe

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Wanted - Gesucht: Vergeltung. Gefunden: Liebe

Länge:
309 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 28, 2018
ISBN:
9781547519644
Format:
Buch

Beschreibung

FOSTER

Ich habe die letzten fünf Jahre im Gefängnis verbracht.
Eingesperrt für ein Verbrechen, das ich nicht begangen hatte. 
Aber jetzt bin ich wieder ein freier Mann und werde alles daransetzen, jedem zu beweisen, dass ich nicht dieser üble Betrüger bin, für den mich alle halten.
Ich brauche nur jemanden, der an mich glaubt.
Jemanden wie Addison James…

ADDISON

Foster Cruise ist verdammt sexy und milliardenschwer.
…und er hat meine Familie zerstört.
Er mag vielleicht dafür bestraft worden sein, aber das reicht mir nicht.
Er hat zwar keine Ahnung, wer ich bin, doch er wird es bald wissen.
Denn ich werde die nötigen Beweise finden, um ihn wieder dorthin zu schicken, wo er hingehört. Und dafür ist mir jedes Mittel recht…
Es scheint als hätte ich den perfekten Plan, doch was passiert, wenn das Herz die Wahrheit sieht, die mein Kopf vor Hass nicht sehen will?

Haben die beiden verletzten Herzen eine Chance trotz der Lügen und der Geheimnisse zueinander zu finden?

...und wird Mac, der Kater ihnen dabei helfen oder für noch mehr Chaos sorgen

Abgeschlossene, sexy Milliardärs-Romanze. Keine Serie. Kein Cliffhanger.
Nicht für Leser unter 18 Jahren geeignet.

Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 28, 2018
ISBN:
9781547519644
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Wanted - Gesucht

Buchvorschau

Wanted - Gesucht - Jani Kay

Kapitel 1 – Foster

Die Sonne knallte mir ins Gesicht und ich musste meine Augen zusammenkneifen, als ich nach draußen ging und einmal tief einatmete.

Ahh, frische Luft.

Während der letzten fünf Jahre war ich zwar nicht immer nur im Inneren des Gebäudes gewesen, aber die kurzen Momente der Freiheit beim Sport im Hof, waren doch sehr rar gewesen. Die Welt roch ganz anders, wenn man ein freier Mann war. Logischerweise sauberer, aber vor allem roch sie nach Möglichkeiten. Innen war die Luft abgestanden. Stickig. Es roch nach Pisse, zerstörtem Leben und verkümmerten Träumen.

Der Nordflügel des Gefängniskomplexes war den Wirtschaftsverbrechern vorbehalten. Dort konnte man für den richtigen Preis alles kaufen. Es war nicht so, dass ich dort im Luxus gelebt hatte, doch die Bedingungen waren sehr viel angenehmer und die Regeln nicht so streng wie dort, wo Mörder und Vergewaltiger untergebracht waren. Doch meine Freiheit, Entscheidungen zu treffen, hatte ich verloren und diese Entscheidungsfreiheit war das Einzige, das ich ab jetzt noch mehr zu schätzen wusste.

Vor einigen Minuten, als die Metall-Tore zum letzten Mal hinter mir zugeschlagen wurden, schwor ich mir, dass ich mich von niemandem jemals wieder einsperren lassen würde.

Die meisten Insassen benutzten das bisschen Geld, das vom Gefängnis zur Verfügung gestellt wurde, um mit dem Bus in ihr neues Leben zu fahren. Aber ich war nicht einer von ihnen. Ich hatte Geld und ich hatte auch vor, es zu benutzen. Ein Taxi würde mich abholen, weil eine Limousine wohl doch etwas zu übertrieben gewesen wäre. Ich wollte ja nicht vor der Welt so rüberkommen, als würde ich meine Sünden nicht bereuen. Ich war sehr empfindlich, was das anging, obwohl ich ja eigentlich nie ein verdammtes Verbrechen begangen hatte.

Ich, Foster Cruise, bin unschuldig.

Es war heute noch genauso wahr wie vor fünf Jahren und trotzdem glaubte mir keiner. Die Geschichte meines Lebens.

Niemand wusste besser als ich, dass Aussehen wichtiger war als die Wahrheit. Ja, das Auftreten und das Erscheinungsbild einer Person bedeutete einfach alles. Diese kleine, aber wichtige Information war das Erste, das ich gelernt hatte, nachdem ich verurteilt worden war. Verurteilt dafür, meinem Boss – einem der berüchtigtsten Betrüger der Welt – dabei geholfen zu haben, hunderten von Menschen ihre Ersparnisse zu klauen. Ich hatte absolut gar nichts darüber gewusst. Doch das FBI war sich sicher gewesen, dass mein Boss, Arnie Hirsh, all dieses Geld unter dem Vorwand, es für die Kunden anzulegen, angenommen hatte, um es am Ende dann für sich zu behalten.

Ein rot-weiß-blaues Taxi hielt vor dem dunkelgrauen Gefängnisgebäude. Nur einen Meter entfernt von dem elektrischen Zaun mit dem Stacheldraht obendrauf.

Ich setzte mich auf den Rücksitz und schlug die Tür zu. Ich wollte diesen verdammten Ort nie wiedersehen.

Wo soll’s hingehen?, fragte der Taxifahrer und schaute in den Rückspiegel, ohne mich anzusehen.

Zum Flughafen. Es gab ja keinen Grund, dorthin zurück zu gehen, wo ich früher mal gewohnt hatte. Alle meine Habseligkeiten hatte ich einlagern lassen. Alles, bis auf diesen einen Koffer, den ich bei mir hatte. Und als ich das letzte Mal in New York war, wollten mich dort alle teeren und federn. Mein Gesicht war auf jedem Nachrichtensender und überall im Internet zu sehen gewesen. Das war ein Grund dafür, weshalb ich mir im Knast einen Bart hatte wachsen lassen. So würde mich kaum jemand erkennen. Schon gar nicht auf der anderen Seite des Landes.

***

Einige Stunden später saß ich gemütlich in meinem Sitz in der ersten Klasse des Flugzeugs und bedauerte die armen Teufel, die in der Touristenklasse sitzen mussten. Kam es nur mir so vor oder waren die Sitze da hinten geschrumpft? Es sah so aus, als wären die Sitze der ersten Klasse noch luxuriöser geworden. Ich setzte die geräuschdämpfenden Kopfhörer auf, lehnte meinen Sitz in eine schon fast liegende Position zurück und schaute mir die Auswahl an neuen Filmen an. Ich brauchte etwas, das mich von den konstanten Gedanken über mein altes und neues Leben ablenkte. Ein paar Stunden lang wollte ich einfach mal nicht nachdenken. Erstmal würde ich meinen Durst mit einem eiskalten Bier stillen und dann wollte ich einfach nur an einem guten Scotch nippen und relaxen. Später, nachdem ich mich ausgeruht hatte, würde ich ins Internet gehen und die neuesten Nachrichten checken.

Ich schaute mich im Flugzeug um, aber es waren keine interessanten Frauen hier. Es war ja nicht unbedingt so, dass ich dem Mile High Club beitreten wollte, aber in den letzten fünf Jahren hatte ich nur meine Hand als ‘Gesellschaft‘. Ich war zwar ziemlich am Ende, doch glücklicherweise sah man mir das nicht an. Meine Kleidung war wahrscheinlich leicht außer Mode, aber zum Glück waren die meisten Menschen nicht so modebewusst wie ich. Oder wie ich es vor fünf Jahren zumindest noch gewesen war.

Gott sei Dank hatte ich am Flughafen ein paar Zeitschriften gekauft. Die würden mich auf den neuesten Stand bringen und sobald ich dann in Kalifornien war, war eine Shoppingtour angesagt. Ich musste mir eine komplett neue Garderobe zulegen.

Wenn ich ein neuer Mann werden wollte, würde ich neue Kleidung brauchen. Ich wollte wenigstens gut aussehen, wenn ich in mein neues Leben startete. Niemand aus meinem alten Leben war noch an mir interessiert. Außer einem alten Kumpel. Dieser war aber zu sehr mit seiner Fußballkarriere beschäftigt. Nur ab und zu kam da mal eine kleine aufmunternde Nachricht. Meine restlichen, sogenannten Freunde, hatten mich alle links liegenlassen, als ich verurteilt worden war. Der Rest meiner Unterstützer war während meiner Zeit im Knast immer kleiner geworden. Sogar meine Familie hatte sich von mir abgewandt.

Der einzige Besuch meiner Mutter war wohl so ‘traumatisch’ für sie gewesen, dass sie sofort in Tränen ausbrach und nach nicht einmal 15 Minuten wieder gehen musste. Was hatte sie sich denn vorgestellt, wie mein Leben dort aussehen würde? Naja, egal, seitdem ist der Kontakt mit meinen Eltern von ‘selten’ bis hin zu ‘gar nicht’ geschrumpft. Ich konnte froh sein, wenn ich zu Weihnachten oder zu meinem Geburtstag eine Grußkarte per Email bekam. Als ich ihnen gemailt hatte, dass ich bald entlassen werden würde, hatten sie sich nicht einmal mehr die Mühe gemacht, zu antworten.

Ich versuchte, das nicht an mich ranzulassen. Ich war ja verdammt noch mal ein erwachsener Mann. Ich brauchte Mami und Papi nicht mehr. Fuck, ich brauchte überhaupt Niemanden. Dank des Treuhandfonds meiner Großmutter mütterlicherseits, könnte ich, wenn ich Lust darauf hätte, eine kleine Insel kaufen und müsste nie mehr auch nur einen Tag arbeiten. Glücklicherweise war ich schlau genug, das Geld zu verstecken, so dass Hirsh sich nicht auch noch mit meinem Geld hatte aus dem Staub machen können.

Okay, das war so nicht ganz richtig. Als er mich eingestellt hatte, hatte ich eine kleine Summe bei ihm investiert – als Geste meiner Loyalität. Der Arsch musste ja nicht wissen, dass ich milliardenschwer sein würde, wenn ich erstmal dreißig war. Als das Geld, das ich ihm gegeben hatte, verschwunden war, hatte ich es kaum vermisst.

Eine hübsche, blonde Flugbegleiterin kam auf mich zu. Sie lehnte sich zu mir runter und ich konnte ihr üppiges Dekolletee bewundern. Kann ich ihnen etwas bringen?, fragte sie in einer piepsenden, überfreundlichen Stimme, die mehr nervte als dass sie sich freundlich anhörte.

Dich! Über den Klapptisch gelehnt, damit ich dich von hinten ficken kann. In meinem Kopf konnte ich mir schon ihren nackten Körper vorstellen. Ich war sowas von bereit, meinen Schwanz in ihren runden Hintern zu stecken. Ihr Höschen würde ich ihr in den Mund stecken, damit sie aufhörte zu labern. Mein Schwanz zuckte und drückte unangenehm gegen meine Hose.

Ein Bier, bitte. Importiertes. Verdammt, fünf Jahre ohne Frau waren echt zu lange.

Das Bier schmeckte besser, als ich es in Erinnerung hatte. Es ging runter wie Öl, also bestellte ich noch eins.

Nach dem zweiten Bier musste ich pissen. Ich stand von meinem Sitz auf und machte mich auf den Weg zum Klo.

Ich konnte gar nicht glauben, wie klein die Klos in Flugzeugen doch geworden waren. Ein großer Kerl wie ich es einer war, hatte hier kaum genug Platz, um aufrecht zu stehen. Wie sollte man hier überhaupt noch ein Nümmerchen schieben? Für zwei Leute wäre es hier viel zu eng. Nicht, dass ich etwas gegen Nähe hatte, aber ich hatte den Mile High Club schon vor Jahren von meiner Löffelliste gestrichen. Einmal und nie wieder.

Ich schloss die Tür, ging wieder zurück zu meinem Sitz und fühlte mich plötzlich beobachtet.

Der Nerd, der neben mir am Gang saß, lehnte sich rüber und versuchte irgendwas in die Sitztasche meines Vordersitzes zu stecken.

In ein paar Sekunden war ich an seinem Sitz und lehnte mich über ihn. Mit weit aufgerissenen Augen, schaute er sich nach Rettung um.

Was war das?, fragte ich mit einschüchternder Stimme. Wenn ich eine Sache im Knast gelernt hatte, dann, dass man vor Konfrontationen nicht zurückschrecken durfte. War man zu feige, dann benutzten die Scheißkerle deine Knochen als Zahnstocher. Das Gefängnis, in dem ich meine Zeit abgesessen hatte, war zwar fast ausschließlich von Wirtschaftskriminellen bewohnt, aber es gab noch ein paar schlimmere Typen, die mir das ein oder andere beigebracht hatten.

Oh, gar nichts. Sorry. Es scheint, als hätten sie ihr Boardkarte fallen lassen.

Ich zuckte mit den Schultern. Wen zum Teufel interessierte denn ein Fetzen Papier, der auf dem Boden lag?

Sind sie wirklich Foster Cruise?

Mir wurde ganz anders. Und nicht wegen den Flugturbulenzen. Fängt. Der. Mist. Schon. Wieder. An.

Alles klar. Ich würde versuchen, dem kleinen Pisser das mit dem Ticket zu glauben, aber er ging mir jetzt schon auf die Nerven. Lass bloß deine Hände bei dir und halt dich aus meinen Angelegenheiten raus, sagte ich. Ich war leicht belustigt über meinen Ton, der doch sehr viel bedrohlicher klang, als ich ihn vor meinem Knastaufenthalt hinbekommen hätte. Hm – es gab also doch ein paar unvorhersehbare Pluspunkte an der Sache.

Der Nerd zuckte und wurde ganz klein in seinem Sitz.

Kapiert? Ich wollte ihn richtig angrollen, sah aber davon ab.

O..oh..okay, schluckte er. In dem Moment kam die Flugbegleiterin herbeigeeilt. Wahrscheinlich war sie begeistert, endlich mal eine von den im letzten Seminar neu-erlernten ‘Konfliktlösungen’ anwenden zu können.

Alles in Ordnung hier, meine Herren?, fragte sie.

Ich setzte mich wieder hin und schnallte mich an. Nur ein kleines Missverständnis.

Ähm, Fräulein, könnte ich sie kurz sprechen? Der Depp deutete in Richtung Küche. Sie nickte und die Brillenschlange stand vorsichtig auf und folgte der Blondine nach vorne.

Ich schaute ihnen ein paar Sekunden zu und sah, wie er ihr etwas zuflüsterte. Sie sagte etwas zurück, aber ich konnte es nicht verstehen, also setzte ich meine Kopfhörer auf und konzentrierte mich wieder auf die Fernsehserie über Zombies, über die wohl ganz Amerika momentan zu sprechen schien.

Nach ein paar Minuten kam er wieder zurück zu seinem Platz, packte seine Sachen zusammen und die Flugbegleiterin verfrachtete ihn in einen Sitz ein paar Reihen weiter vorne.

Was zum Teufel? Dachte er etwa, dass ich ihm etwas antun würde? Seine Ersparnisse klauen? Vom Sitz nebenan?

Was für ein Arsch.

Genauso war es in New York.

Egal, wo ich hinkam, sprach man über mich, lästerte hinter vorgehaltener Hand oder ich wurde sogar öffentlich zur Rede gestellt. Mein Lieblingsmoment war der, als ich gerade aus einer Limousine vor dem Guggenheim Museum ausstieg und mir ein Eimer mit Fischinnereien übergeschüttet wurde. Die Ärsche hatten immer gewusst, wo ich war. Es war immer eine Riesensache gewesen, überhaupt noch aus dem Haus zu gehen.

Nach dem Fischvorfall war ich meistens zu Hause geblieben und ließ meine Assistenten meine Erledigungen und Einkäufe für mich machen. Mir ging es so auf den Keks, ein Gefangener in meinem eigenen Haus zu sein, dass ich mich schon fast auf meine Haft im Gefängnis gefreut hatte. Ich hatte sogar meinen Anwalt gebeten, in Erfahrung zu bringen, ob ich nicht eine Woche früher ins Gefängnis gehen konnte. Wenn ich schon nichts machen und nirgends hingehen konnte, dann wollte ich, dass diese Zeit auch von meiner Strafe abgezogen werden würde.

Und jetzt, in diesem verfickten Flugzeug, bemerkte ich, wie immer mehr Leute mich beobachteten. Wie ihre Augen ganz groß wurden, als sie mich erkannten. Keine Ahnung, ob sie geschockt waren oder Angst hatten. Ich war doch kein Pädophiler!

Plötzlich war es wieder so, als wäre ich in einem Käfig gefangen und die Zuschauer standen draußen und lästerten, flüsterten und zeigten auf mich. Ich atmete tief ein, machte den Ton lauter und schaute wieder den Zombies zu, wie sie auseinanderbröckelten, während sie langsam die Straße entlang taumelten. Denen ging’s wie mir.

Fuck. Das würde ein verdammt scheißlanger Trip werden.

***

Am späten Nachmittag landeten wir in Los Angeles. Als mein Fahrer die Küste nach Malibu hochfuhr, rollte ich die Fenster ganz runter und inhalierte die frische, beruhigende Seeluft. Die Westküste war noch viel schöner als ich sie in Erinnerung hatte. Der saphirblaue Ozean mit seinen wunderschönen Wellen und der ein oder andere Delphin, der zu meiner Begrüßung aus dem Wasser gesprungen kam – all das beruhigte mich sehr. Die zerklüftete Küste und die Sandstrände riefen geradezu nach mir. Vielleicht war das wirklich die richtige Entscheidung. Es fühlte sich jetzt schon so an, als könnte das hier mein neues Zuhause werden.

Diese Stille war genau das, was ich jetzt brauchte. Die Chance, ganz alleine zu sein, um mir ein neues Leben aufzubauen. Am besten ein Leben, wo nicht jeder, dem ich begegnete, mich als Aussätzigen behandelte.

Mein Makler hatte mir einige Umschläge mit detaillierten Angaben über verschiedene Anwesen geschickt. Ich hatte mir das Schönste ausgesucht und mein Anwalt hatte den Papierkram schon erledigt, als ich noch im Knast war. Dann hatte ich eine Innenarchitektin engagiert, die das ganze Haus einrichten sollte. Als das Auto vor meiner neuen Adresse vorfuhr, war ich schon ganz gespannt.

Das Haus machte einen sehr modernen Eindruck mit seinen vielen geraden Linien und Fenstern. Die Aussicht war unglaublich und ich spürte eine Vorfreude, wie schon sehr lange nicht mehr. Zahllose Nächte hatte ich vom Pazifik geträumt. Von meinem neuen Haus. Meinem Neuanfang. Ich hatte so oft und lange auf das Bild meiner Villa in Malibu gestarrt, dass das Papier schon löchrig geworden war.

Ich gab dem Fahrer sein Trinkgeld und stieg aus. Ich hatte wenig Gepäck, also rannte ich mit dem Schlüssel in der Hand die Auffahrt hinauf. Die Einrichtung hatte ich bisher noch nicht gesehen. Ich hatte der Designerin gesagt, dass es eine Überraschung werden sollte. Aber in Wirklichkeit war es so, dass ich keine Bilder des Inneren meines wunderschönen Hauses sehen wollte, solange ich noch in diesem Betonbunker gefangen war und es sowieso nicht anfassen und genießen konnte. Es wäre eine Qual gewesen. Ich konnte mir ja einfach was Neues kaufen, wenn mir etwas nicht gefallen würde. Nachdem ich eh schon zehn Millionen Dollar in das Anwesen investiert hatte, würde die ein oder andere Neuanschaffung auch nichts mehr ausmachen. Ich steckte den Schlüssel ins Schlüsselloch, drehte ihn, und machte den ersten Schritt in mein neues Leben.

Kapitel 2 — Addison

Ich las die Überschrift zum hundertsten Mal: Milliardär kauft Anwesen in Malibu.

Meine Hände zitterten, als ich das Bild auf dem ausgeschnittenen Zeitungsartikel anstarrte. Er hatte sich einen Bart wachsen lassen und seine Haare waren seitlich etwas kürzer, aber ich würde Foster Cruise überall wiedererkennen. Seine Augen waren hinter einer dunklen Sonnenbrille versteckt und er hatte die Hände in den Hosentaschen, aber er sah immer noch genauso aus, wie das selbstverliebte, eingebildete Arschloch, das ich vor fünf Jahren im Gerichtssaal gesehen hatte.

Ich las den kurzen Artikel erneut, mit einem kleinen Lächeln auf meinen Lippen. Kalifornien. Da wollte ich schon immer mal hin und jetzt war es endlich soweit. Mein Blick fiel wieder zurück auf das Bild. So als würde mich ein unsichtbarer Magnet anziehen. Ich konnte es leugnen, bis ich schwarz wurde, aber ich war besessen von Foster Cruise. Der Bart stand ihm. Er versteckte zwar das Grübchen auf seiner linken Wange, aber er passte sehr gut zu seiner eleganten, römischen Nase und seinen dicken Augenbrauen. Schade, dass ich seine stahlblauen Augen auf dem Bild nicht sehen konnte, aber ich wusste, dass sie vor Intelligenz leuchteten und dass sie Menschen wie mit einem Laser durchleuchteten.

Ich gab es nicht gerne zu, aber er war heiß. Und obwohl ich nicht auf Gesichtsbehaarung stand, konnte seine sogar einer Nonne die Unterhosen vom Körper zaubern! Er hatte eine mysteriöse Art an sich und er sah mega-heiß aus in seinem maßgeschneiderten, dunkelblauen Anzug mit dem blütenweißen Hemd – das schien wohl sein Markenzeichen zu sein. Aber ich ließ mich davon nicht einlullen. Man konnte nicht nach dem Äußeren gehen. Einfache und elegante, jedoch sehr teure Kleidung, konnten den selbstverliebten Egoisten darin nicht verstecken. Ja, es gab nicht viel, das ich nicht über Foster Cruise wusste. Ich hatte die Gerichtsverhandlung genauestens verfolgt und als er dann endlich im Gefängnis war, hatte ich alles, was ich finden konnte aus Zeitungen und dem Internet zusammengesammelt.

Damals, während einer der längsten Prozesse in der Geschichte New Yorks, hatte er mich nicht einmal angesehen. Warum hätte er das auch tun sollen? Ich war zu dem Zeitpunkt gerade erst 19 Jahre alt geworden und noch nicht so richtig in meinen Körper hineingewachsen. Deshalb versteckte ich mich gerne vor der Welt hinter meinem langen, mausbraunen Pony. Trotzdem hatte ich mir so sehr gewünscht, dass er mich nur einmal mit dem gleichen strahlenden Lächeln ansehen würde, wie er es immer bei der hübschen blonden Anwältin tat. Ich verzog das Gesicht, als es mir zwischen den Beinen warm wurde. Schon damals hatte ich es gehasst, wie mein Körper auf Foster Cruise reagierte und heute hasste ich es noch genauso sehr.

Er ist ein Monster. Er ist ein Lügner und ein Dieb. Vergiss das niemals.

Ich hatte ewig auf diesen Tag gewartet. Darauf gewartet, dass Mister Traumzerstörer endlich aus dem Gefängnis kam. Darauf gewartet, endlich herausfinden zu können, was wirklich mit den Milliarden passiert war, die er unschuldigen Investoren abgeknöpft hatte, so dass er leben konnte wie ein verdammter Rockstar.

Oh, was ein wunderschöner Tag. Besser als Weihnachten und all meine Geburtstage zusammen.

Die Operation Verführung eines Milliardärs stand in den Startlöchern.

Die warmen Sonnenstrahlen spiegelten sich in den weißen Küchenfliesen meines kleinen Apartments wider und kreierten ein hübsches Muster auf dem Holzboden. Ich konnte es kaum abwarten, hier endlich rauszukommen, um meinen Plan umzusetzen.

Ich packte den Zeitungsausschnitt wieder in die Mappe zurück, in der alles über die Wirtschaftskriminellen, die meine und andere Familien ruiniert hatten, drinsteckte und wischte meine klammen Hände an meinem Jeansrock ab.

Dieses Mal würde Foster Cruise für seine Sünden bezahlen! Er würde sich noch wünschen, wieder zurück im Knast zu sein, wenn ich mit ihm fertig war. Und dann würde es keine Du-kommst-aus-dem-Gefängnis-Frei Monopoly-Karte für gutes Benehmen mehr geben!

Er würde dann für immer eingesperrt bleiben und für das, was er getan hatte, in der Hölle schmoren. Sollten seine strahlendweißen Zähne da drin doch alt und gelb werden! Ich gab ein Geräusch von mir, das nicht gerade lady-like klang, als ich mir das bildlich vorstellte.

Wegen skrupellosen Arschlöchern wie Foster und Arnie Hirsh, hatte ich vieles aufgeben müssen, was für mich vorher selbstverständlich gewesen war. Die beste Lektion, die ich daraus gelernt hatte, war, dass materielle Dinge einen Menschen nicht glücklich machten.

Aber es würde all das wert sein, wenn ich ihm erstmal das angeberische Lächeln aus dem Gesicht getrieben hatte. Dieser Kerl, den ich mit jeder Faser meines Seins hasste. Oh, was würde ich ihn leiden lassen. Er würde für alles, was er getan hatte, bezahlen. Obwohl ich noch nicht ganz sicher war, wie ich es anstellen würde, wollte ich ihn finden und dann nach einem Weg suchen, sein Leben zu infiltrieren, damit er mir all seine Geheimnisse verraten würde.

Ich schmiss meinen Laptop an und fand eine Internetseite mit Last Minute Flügen. Es gab nur noch zwei Sitze in der Touristenklasse von New York nach L.A. und, obwohl sie teurer waren als ich gehofft hatte, schloss ich die Augen und drückte den Knopf, um ein One-Way-Ticket in Richtung meines Schicksals zu buchen.

***

Bist du sicher, dass du klarkommst, wenn ich in L.A. bin?, fragte ich Opi, als er mich zum Abschied ganz fest an sich drückte.

Natürlich Schatz. Ich werde deine Besuche und die Kekse vermissen, aber wir können doch auch am Telefon reden.

Versprich mir, dass du anrufst, wenn du mich brauchst. Ich komme dann sofort zurück, sagte ich mit zittriger Stimme. Ich hasste es, am anderen Ende des Landes zu sein. Aber Opi war zu schwach, um mit mir zu kommen. Ich hatte ihm von meinem Plan erzählt. Er war zwar nicht glücklich damit, dass ich gehen würde, aber er verstand, dass ich keine andere Wahl hatte.

Pass auf dich auf, Addy, sagte er, während er seine Lippen auf meine Stirn drückte. Nicht, dass dir was passiert.

Ich lachte, als ich mich aus seinen Armen löste und meine Handtasche in die Hand nahm. Sollte ich das nicht zu dir sagen? Du weißt doch, dass ich mir um dich Sorgen mache, wenn ich weg bin.

Opa verschränkte seine Arme vor der Brust. Du brauchst dir keine Sorgen machen. Misses Williams kommt doch regelmäßig vorbei, um nach mir zu sehen. Ich sei so stark wie ein Bär, sagt sie.

Da hat sie wohl recht, kicherte ich. Misses Williams’ Mann war vor kurzem gestorben und seitdem kam sie oft bei Opi vorbei. Er genoss das regelrecht. Es beruhigte mich, zu wissen, dass der alte Kerl nicht die ganze Zeit allein sein würde. Ich rufe dich an, so oft es geht.

Mein Mädchen. Er lächelte mich mit seinen faltigen Augen an. Ich bin so stolz, dass du dich so um andere sorgst. Viele junge Damen deines Alters kümmern sich heutzutage nur um ihr eigenes Wohlergehen. Du hast ein gutes Herz, Addy.

Ich strahlte Opi an. "Aber nur weil du mich so gut

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