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Vier Bergromane Sammelband: Ich will mein Herz nur dir schenken und andere Romane
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eBook509 Seiten5 Stunden

Vier Bergromane Sammelband: Ich will mein Herz nur dir schenken und andere Romane

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Über dieses E-Book

Vier Bergromane: Ich will mein Herz nur dir schenken und andere Romane

Dieses Buch enthält folgende Romane:

Anna Martach: Gefährliche Wetten und heiße Liebeleien

Anna Martach: Madln und Berge – geliebt und gefährlich

Anna Martach: Ich will mein Herz nur dir schenken

Anna Martach: Expedition ins Glück

Diesmal bekommt es Alpendoktor Daniel Ingold mit geradezu "unterirdischen" Problemen zu tun. Gefühle geraten ins Rutschen, und so manche gute Absicht scheint verschüttet unter vergangenen Traumata. Wird die Erde im alpinen Hindelfingen am Ende wieder Ruhe geben?

Titelbild: Alfred Hofer 123rf

SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum15. Juni 2019
ISBN9781386051879
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    Buchvorschau

    Vier Bergromane Sammelband - Anna Martach

    Vier Bergromane: Ich will mein Herz nur dir schenken und andere Romane

    Dieses Buch enthält folgende Romane:

    ANNA MARTACH: GEFÄHRLICHE Wetten und heiße Liebeleien

    Anna Martach: Madln und Berge – geliebt und gefährlich

    Anna Martach: Ich will mein Herz nur dir schenken

    Anna Martach: Expedition ins Glück

    DIESMAL BEKOMMT ES Alpendoktor Daniel Ingold mit geradezu „unterirdischen" Problemen zu tun. Gefühle geraten ins Rutschen, und so manche gute Absicht scheint verschüttet unter vergangenen Traumata. Wird die Erde im alpinen Hindelfingen am Ende wieder Ruhe geben?

    TITELBILD: ALFRED HOFER 123rf

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

    © by Author

    © Cover: Firuz Askin

    © dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Gefährliche Wetten und heiße Liebeleien

    Alpendoktor Daniel Ingold – Band 1

    von Anna Martach

    Der Umfang dieses Buchs entspricht 105 Taschenbuchseiten.

    Wo das Herz spricht, hat der Verstand nicht mehr viel zu sagen ... Alpendoktor Daniel Ingold muss sich nicht nur um zwei verliebte Burschen kümmern. Eine rätselhafte Krankheit breitet sich außerdem im Ort aus – was steckt dahinter? Und was sagt sein eigenes Herz?

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

    © by Author

    © dieser Ausgabe 2015 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    1

    „Tun S’ nimmer so viel , Frau Obermayr, riet Daniel Ingold. Der sympathische Arzt mit den leuchtend blauen Augen und den lockigen blonden Haaren blickte die ältere Frau an, die vor seinem Schreibtisch saß und wegen Beschwerden in den Gelenken zu ihm gekommen war. „Da haben S’ doch Ihre Schwiegertochter, die Anna ist doch eine tüchtige junge Frau. Die kann Sie ein bisserl entlasten.

    Lena Obermayr schaute Daniel an, als zweifelte sie an seinem Verstand. „Die hat doch net genug Ahnung, murrte sie dann. „Stellen S’ sich nur einmal vor, Herr Doktor, die Anna wollt mir doch tatsächlich einreden, man tät’ heutzutag nimmer mit der Sense das Gras für die Karnickel schneiden. Das hab ich aber mein Lebtag getan. Empörung flammte in den hellwachen Augen der Frau auf, und Daniel musste sich ein Lächeln verkneifen.

    Es war auch heute noch nicht leicht für viele ältere Menschen, den Fortschritt zu akzeptieren. Sie hielten fest am Althergebrachten. In mancher Beziehung war das ja auch gar nicht verkehrt, nicht alles Neue musste auch unbedingt gut und richtig sein. Doch wenn durch eine solche Neuerung schwere körperliche Arbeit vermieden werden konnte, sollte man doch darüber nachdenken. Er wollte der alten Dame gerade behutsam erklären, dass sie ruhig ab und zu auf ihre Schwiegertochter hören sollte, die es ja nur gut mit ihr meinte, als er abrupt unterbrochen wurde.

    Jemand stürmte in das Sprechzimmer, und gleich hintendrein lief Minchen, die gute Seele der Praxis, die schon beim alten Dr. Huber für Ordnung gesorgt hatte.

    „Herr Doktor, bitte, es ist dringend. Mein Bub ist schrecklich krank, da müssen S’ auf der Stelle kommen."

    Daniel blickte auf Ursel Korbmacher, die mit allen Anzeichen von Aufregung dastand. Warum sie den Buben nicht gleich mitgebracht hatte, fragte er lieber nicht. Er wusste, dass die Frau fast abgöttisch an ihrem einzigen Kind hing, seit der Ehemann bei einem grässlichen Unfall ums Leben gekommen war.

    Der Arzt bewahrte Ruhe, auch als Minchen, die eigentlich Hermine Walther hieß, mit einem beleidigten Gesichtsausdruck die Ursel nun endlich aus dem Raum schob.

    „Nun geh schon, der Herr Doktor kommt bestimmt gleich mit, wenn er Zeit dafür hat. Aber ich sag’s dir, das war net der rechte Weg. Hättst mir ein gutes Wort gegeben, dann hätt’ ich ihn dir schon geholt, den Herrn Doktor."

    „Aber wenn der Basti doch ..."

    „Hättst ihn auch gleich herbringen können, deinen Basti, es wär’ sicher schneller gegangen", brummte Minchen und schloss nun endgültig die Tür.

    Drinnen war die Lena aufgestanden.

    „Schaun S’ mal zu, ob die Anna net doch vielleicht auch mal recht haben kann, riet Daniel ihr zum Abschied. „Sie mögen das Madl doch, ich weiß das. Und tun S’ nimmer mehr so viel. Wahrscheinlich war dieser gute Ratschlag in den Wind gesprochen, doch den Versuch musste er machen. Daniel schenkte der Lena noch ein aufmunterndes Lächeln, und unwillkürlich verzog auch die Frau das Gesicht.

    Ja, unser Herr Doktor, dachte sie bei sich. Wenn’s den net gäb’, müsst man ihn erfinden. Lena nahm sich vor, heute besonders nett zu ihrer Schwiegertochter zu sein. Es konnte ja nicht schaden, einfach mal auf dieses neumodische Zeugs zu hören – auch wenn es ganz bestimmt nicht richtig war.

    Dr. Ingold lief aber nun rasch hinter der Ursel her. Zum Glück war es nicht weit zu ihrem schmucken kleinen Häuschen.

    2

    „Und noch einen drauf , rief der Stefan Raddatz und ließ seine Faust auf den Tisch knallen, dass die Karten nur so tanzten. Resigniert warf der Matthias Schwetzinger sein Blatt ab. „Wenn ich’s net besser wissen tät’, würd’ ich glauben, du hättst die Karten gezinkt.

    Die beiden Burschen saßen in einer Runde mit anderen zusammen im Kreuzkrug beim Doppelkopf. Schon seit der Schulzeit herrschte Rivalität zwischen ihnen, damals schon nicht wegen besonders guter Noten, sondern eher darum, wer beim Raufhändel der Stärkere war. Und auch jetzt wetteiferten die zwei um alles Mögliche, selbst beim Kartenspiel.

    Der Stefan warf jetzt bitterböse Blicke zu dem anderen hinüber, seine Augen funkelten, und unwillkürlich ballte er die Fäuste.

    „Willst damit am End gar sagen, ich tät’ betrügen? Das muss ausgerechnet einer sagen, der zu dumm ist, um die Karten zu kennen. Wennst Bescheid wüsst’, dann könntst auch was draus machen."

    Nun, das konnte man so oder so sehen. Diese Bemerkung war jedoch nicht dazu angetan, die angespannte Stimmung etwas zu dämpfen.

    „Das könnt man auch bei der Kathrin so sehen", witzelte einer der anderen Burschen, und zwei Augenpaare richteten sich düster auf ihn.

    „Ich mein ja nur", murmelte er betreten.

    „Die Kathrin, ja?, grinste der Stefan. „Das ist ja mal ein sauberes Madl. Ich will ja wohl net glauben, dass du dir Hoffnungen auf sie machen tätst. Spott sprach aus seinen Worten, und Matthias musste an sich halten, um nicht aufzuspringen und dem anderen an die Kehle zu gehen.

    „Die Kathrin – wirst in Ruhe lassen, knurrte er. „Ich tät’ mich ja auch net drum kümmern, wie du die anderen Madln anmachen tätst. Aber die Kathrin ist was Besonderes, die wirst in Ruhe lassen. Vor dem geistigen Auge des Burschen entstand das liebliche Gesicht des Madls, mit den leuchtend blauen Augen, den zwei niedlichen Grübchen in den Wangen, wenn es lachte, und der fröhlichen Stimme, die im Leben wohl noch nie ein böses Wort gefunden hatte.

    Der Stefan lachte auf. „Kannst es mir net verbieten, mich um sie zu bemühen. Gleiches Recht für alle."

    Dieser Spott traf tief, so tief, dass der Matthias nun doch aufsprang. „Willst net verstehen, die Kathrin gehört mir. Such dir eine andere. Ich will’s dir auch gern auf andere Weise einprägen, wennst net kapierst."

    Blitzschnell sprang auch Stefan auf, die beiden starrten sich unversöhnlich an, und die Fäuste öffneten und schlossen sich automatisch.

    „He, ihr da, raus mit euch, wenn’s euch net benehmen könnt, donnerte Franz Dernbacher, der Wirt vom Kreuzkrug und meist nur Franzl gerufen, dazwischen. „Hier gibt’s keine Prügelei. Wenn ihr glaubt, dass es net anders geht, müsst ihr das draußen unter euch ausmachen, net in meinem Hause.

    „Ich will mich gar net prügeln, ich will nur, dass der Stefan die Kathrin in Ruhe lässt", brummte Matthias.

    „Hat einer von euch Deppen das Madl schon mal gefragt, wen’s denn überhaupt haben möcht’?"

    „Das spielt doch gar keine Rolle", wehrte Stefan ab.

    „Oh, das tät’ ich aber schon glauben. Meinst denn wirklich, die Madln müssten nur so vor euch hinsinken? Noch dazu eine wie die Kathrin? Die ist ein ganz besonders fesches Madl und net auf einen angewiesen, der nur mit dem Mundwerk was darstellen tät’. Da müsst’s aber auch schon was vorweisen."

    Beide Burschen starrten ihn verblüfft an.

    „Bevor ihr euch die Köpfe einschlagen tätet, solltet ihr vielleicht erst mal klären, wer der Bessere ist. Und der sollte dann in aller Form um die Kathrin werben."

    Nur langsam sickerte den Burschen in den Kopf, dass an den Worten vom Dernbacher was Wahres dran war.

    „Der Bessere, ja?, grinste Matthias. „Das bin freilich ich.

    „Du Depp, du, schimpfte Stefan. „Sagen können tät’ das ein jeder. Beweisen musst das erst mal.

    Die beiden setzten sich wieder, und der Wirt brachte eine neue Runde. „Wenn ihr euch net einig seid, dann müsst’s das halt eben erst feststellen", gab der Dernbacher noch zu bedenken, und für einen Moment herrschte Stille. Etwas verwirrt schauten die beiden Burschen umher.

    „Ja, dann täten wir halt eine Wette abschließen", erklärte Stefan siegessicher.

    „Eine Wette? Der Matthias runzelte die Stirn, doch dann grinste er auf die gleiche Weise. „Ja, warum eigentlich net? Machen wir’s doch wie in alten Zeiten. Wer drei Aufgaben als bester löst, der bekommt die Kathrin.

    „Ihr seid’s ein bisserl verrückt, stellte der Wirt fest. „So hab ich das eigentlich net gemeint. Aber ich denk’, das wär’ immer noch besser, als sich gegenseitig den Schädel einzuschlagen.

    „Wirst schon sehen, lachte Stefan. „Ich werd’ den Matthias schlagen, und dann ist das Madl mein.

    Dernbacher schüttelte den Kopf. War er in seiner Jugend ebenso verrückt gewesen? Er hörte jetzt mit halbem Ohr zu, wie die Burschen Vorschläge für ihre Aufgaben machten, einer verrückter als der andere.

    3

    „Na, mein Bub, was hast gegessen, dass du ausschaust wie ein Streuselkuchen?", scherzte Daniel Ingold. Auf den ersten Blick machte Sebastian Korbmacher keinen lebensbedrohlich kranken Eindruck, auch wenn er lustlos und schwach wirkte. Der Bub hockte in seinem Bett, hatte Bücher und Spielzeug auf der Bettdecke liegen und war tief beschäftigt gewesen. Jetzt schaute er auf, und ein gespannter Ausdruck trat in die Augen des Doktors.

    Die Haut des Kindes war über und über voll mit kleinen roten Punkten. Auf den ersten Blick wirkten die vertraut, und doch schien es sich um was anderes zu handeln, als der Doktor es eigentlich kannte.

    „Mein Bub isst nix, was ihm schaden könnt, erklärte jetzt Ursel Korbmacher auf die Frage Daniels. „Das hab ich ihm verboten.

    „Unsere Kinder tun leider net immer das, was wir erlauben oder verbieten. Und der Basti wär’ net der erste, der von verbotenen Früchten naschen tät’." Die Stimme des Mannes klang beruhigend, während sich in seinem Kopf die Gedanken überschlugen. Diese Art von Ausschlag kannte er so nicht. Oder er hatte eine andere Form davon kennengelernt. Besorgnis regte sich ihm, doch die sollte er besser nicht zeigen, die Mutter war schon aufgeregt genug.

    Das Fieber war relativ hoch, doch der Junge schwitzte fast gar nicht. Die rätselhaften Flecken erstreckten sich über den ganzen Körper und wirkten in sich selbst etwas eigenartig. Die erste Diagnose, eine allergische Reaktion auf etwas, das der Junge gegessen oder getrunken hatte, geriet wieder ins Wanken.

    „Ich hab nimmer nix gegessen", beteuerte Basti und schaute seine Mutter an, als erwarte er jetzt von ihr Zustimmung, die auch prompt kam.

    „Ja, ich glaub`s dir ja, mein Zuckerl", erklärte sie, und Daniel seufzte innerlich. Das würde sicher ein ganz schweres Stück Arbeit geben. Fürs erste konnte und wollte er nur ein relativ leichtes Mittel geben; bevor er sich nicht weiter mit seinen Kollegen beraten hatte, konnte es ein Fehler sein. Allerdings hatte der Arzt das sichere Gefühl, dass es sich bei diesem Ausschlag um eine Art allergische Reaktion handelte. Ein Verdacht ging ihm im Kopf herum, da war mal etwas gewesen, was er vor langer Zeit gelernt hatte. Doch in dieser Form hatte er nie etwas damit zu tun gehabt. Er wollte seinen Verdacht später prüfen, jetzt war es erst mal wichtig, dass das Kind versorgt und die Mutter beruhigt wurde, und das tat er so gut, dass die Frau fast normal wurde und ihre anfängliche Hysterie schwand.

    „Der Basti tät’ doch wieder ganz gesund werden?", forschte Ursel, nachdem sie mit dem Doktor das Zimmer verlassen hatte. In ihren Augen schimmerte es verdächtig, und sie streckte wie flehend die Hände aus. Daniel griff danach.

    „Das wird schon wieder, beruhigte er sie. „Erst einmal tät’s wichtig sein, dass Sie selbst keine Unruhe verbreiten. Sonst denkt der Bub am End gar noch, es tät’ ihn wirklich schlecht gehen. In ein paar Tagen ist er wieder auf den Beinen.

    Zurück in seiner Praxis hatte er zunächst noch eine ganze Reihe von Patienten zu behandeln, die zum Glück jedoch alle Symptome zeigten, wie er sie kannte.

    Viel später saß Daniel Ingold allein in seinem Sprechzimmer und wälzte eine Reihe von Büchern. Bisher hatte er jedoch nicht den kleinsten Hinweis darauf gefunden, wie diese rätselhafte Krankheit sich entwickelte, und was sie überhaupt auslöste. Es musste schon sehr lange her sein, dass solche Symptome zum letztenmal aufgetreten waren, denn in der aktuellen Fachliteratur konnte er nichts finden. Sobald es sich ergab, musste er mal den alten Huber, seinen Vorgänger fragen, der tät’ vielleicht mehr wissen.

    Daniel fuhr sich müde über die Stirn. Es war ein langer Tag gewesen, und er fühlte sich rechtschaffen müde. Langsam ging er noch einmal durch die Praxis, um sich zu überzeugen, dass alles in Ordnung war. Kaum jedoch streckte er die Hand zur Klinke aus, um in seine Wohnung hinüberzugehen, als es draußen Sturm läutete. Sollte er denn heute gar keine Ruhe bekommen?

    „Ach, Gott sei Dank, dass ich S’ noch antreff’, Herr Doktor. Der Michi liegt im Bett, und er schaut ganz komisch aus, mit roten Punkten auf der Haut. Und Fieber hat er auch, und er fühlt sich gar net gut."

    In Daniel Ingold schrillten sämtliche Alarmglocken, als er rasch mit Maria Wanninger die Straße entlanglief. Sollte in seinem Ort womöglich eine Art Seuche ausgebrochen sein?

    4

    Es war vom ersten Anschein her genau das gleiche Krankheitsbild wie auch schon bei Sebastian, und Daniel Ingold stand vor einem Rätsel. Auch hier hatte er erst einmal die Eltern beruhigt und dem Patienten ein linderndes Medikament verabreicht. Nun schien es jedoch noch wichtiger und dringender zu werden, einen Kollegen zu erreichen, der ihm bei dieser rätselhaften Diagnose helfen konnte. Mittlerweile war es aber schon Abend, und der Allergologe im Krankenhaus nicht mehr erreichbar. Aber der Doktor fand noch immer keine Ruhe, obwohl auch er sich nach etwas Entspannung und seinem Bett sehnte.

    So schrak er auf, als jemand von außen ans Fenster klopfte. Nicht noch so ein Fall!, flehte er in Gedanken. Doch seine Erleichterung war groß, als er den alten Doktor Huber erkannte, der nun einfach hereinkam. Von ihm hatte Daniel vor mehr als zehn Jahren diese Praxis übernommen und es bis heute eigentlich nicht bereut. In Notfällen war der alte Huber noch immer bereit einzuspringen, und seine Erfahrung in vielen Dingen war unschätzbar.

    „Sie tät’ der Himmel schicken", rief Daniel denn auch aus und bat seinen Vorgänger zu einem Glas Wein auf einen gemütlichen Sitzplatz.

    „Ich tät’ mich grad wundern, dass bei dir noch Licht brennt. Wir alten Leut’ brauchen wenig Schlaf, aber du hast ja viel Arbeit und solltest längst im Bett liegen." Der Huber schaute den Jüngeren über seine Brillengläser hinweg fragend an. Er duzte jeden, ohne Ausnahme, und sein Wort hatte fast soviel Gewicht wie das des Herrn Pfarrers, auch wenn er sich eigentlich längst auf sein Altenstübchen zurückgezogen hatte.

    „Ich hab da ein Problem, das bringt mich um die Ruhe", erklärte Daniel ohne Umschweife und berichtete von den beiden Jungen und ihren rätselhaften Flecken.

    Huber hörte in aller Ruhe zu und überlegte, dann aber schüttelte er den Kopf. „Kann ich dir auf Anhieb auch nix zu sagen. Klingt seltsam, und doch mein ich, so was ähnliches wär’ mir schon mal untergekommen. Ich kann mich im Augenblick aber net drauf besinnen. Man wird halt eben alt. Du wirst das Problem aber auch net lösen, wennst hier die ganze Nacht herumsitzen tätst, um drüber nachzugrübeln. Geh erst mal schlafen, und morgen kannst in aller Ruhe einen Kollegen fragen. Das wird sich schon aufklären. Allerdings magst wohl recht haben mit deiner Vermutung, dass da ein Gift im Spiel ist. Wenn ich mich nur drauf besinnen könnt’"

    Weise Worte hatte der alte Arzt da gesprochen, und Daniel sah ein, dass er wohl recht hatte.

    „Was täten S’ eigentlich noch um diese Zeit draußen?", wollte er dann wissen.

    „Ich hab noch einen Spaziergang gemacht. Ist gut für die Nerven. Magst das glauben oder net. Aber jetzt will ich heim. Kannst ja mal wieder auf einen Obstler hereinschaun, wennst magst. Der Mensch lebt net von der Arbeit allein." Das verschmitzte Lächeln im Gesicht des alten Mannes erinnerte Daniel daran, dass er mal den guten Ratschlag bekommen hatte, sich eine verständnisvolle Frau zu suchen. Die würde schon dafür sorgen, dass er nicht nur in der Arbeit verkommen würde. Bis heute hatte sich der Doktor aber nicht die Zeit genommen, diesem Ratschlag zu folgen. Es hatte sich einfach keine Gelegenheit ergeben, und er hatte stets so viel zu tun. Und außerdem gab es nicht viele Gelegenheiten eine passende Frau zu finden ...

    Doch da gab es in der Tat Bernie Brunnsteiner, die reizende, fesche Tierärztin, in die Ingold sich eigentlich unsterblich verliebt hatte. Doch bisher war nichts daraus geworden, sie waren nichts weiter als gute Freunde. Wenn er nur mal den Mut aufbringen könnte, ihr ein gutes Wort zu geben und sie einfach zu fragen. Doch so bestimmt der Doktor auch im täglichen Leben seinen Mann stand, wenn es um Bernie und seine Gefühle ging, dann fand er keine Worte mehr. Dabei wäre sie doch bestimmt die beste Wahl für ihn.

    Der nächste Morgen brachte neben den üblichen Fällen von Altersbeschwerden, Erkältungen, verdorbenen Mägen und Schwangerschaften einen weiteren Fall der roten Flecken.

    5

    „Wirst schon sehen , hast überhaupt keine Chance gegen mich", prahlte Stefan siegessicher.

    Der Matthias schaute ihn mit einem fast mitleidigen Blick an. „Wennst Weltmeister im Dumm-Daherreden werden könntst, hättst schon längst gewonnen. Aber allein mit dem Mundwerk tätst hier net viel ausrichten."

    Die beiden jungen Männer schauten sich wieder einmal unversöhnlich an. Ihr Wettstreit war natürlich das Gesprächsthema im ganzen Ort. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht noch am Abend verbreitet, schneller als eine Zeitung das hätte tun können.

    Jetzt standen die beiden Burschen vor der ersten selbstgestellten Aufgabe, einen Baum umzusägen. Wie der Zufall es wollte, arbeitete der Vater von Stefan bei der Forstbehörde. Von dort wurde bestimmt, welche Bäume geschlagen werden sollten, um den Wald zu lichten oder auch für die wirtschaftliche Nutzung. Seinen Vater hatte er besser nicht gefragt, doch ein Kollege hatte Auskunft gegeben, und so war es kein Problem gewesen, zwei Bäume zu finden, die in etwa gleich stark waren, damit die Burschen ihre sicherlich überschüssigen Energien daran messen konnten. Allein mit der langen Säge, ohne technische Hilfsmittel, würde es ein hartes Stück Arbeit werden. Aber sie hatten es ja wohl nicht anders gewollt.

    Weil die übrigen Burschen aus der Gruppe befürchtet hatten, dass die zwei sich nicht gut vertragen könnten, waren alle gemeinsam zu der Ansicht gekommen, dass man eine Art Schiedsrichter brauchte. Und wer würde da besser passen als der Dernbacher, der Wirt vom Kreuzkrug? Natürlich hatte der abgelehnt, er hätte keine Zeit, und außerdem ginge ihn das alles gar nichts an, und was der Einwände mehr waren. Doch die jungen Kerle hatten nicht locker gelassen, bis er nachgegeben hatte.

    So stand er nun da und schaute die beiden Rivalen noch einmal an. „Wollt ihr euch das net noch mal überlegen? Ist doch eigentlich net sehr klug, was ihr da tun wollt. Ihr solltet vielleicht vorher mal die Kathrin fragen, wie’s darüber denkt."

    Energisches Kopfschütteln von den beiden.

    „Die Kathrin kann ja dann stolz sein, wenn’s einen Burschen kriegt, der schon bewiesen hat, dass er was kann. Und außerdem hast ja selbst gesagt, dass es besser wär’, wir täten erst mal entscheiden, wer von uns der Bessere ist. Also – magst jetzt endlich ein Zeichen geben zum anfangen?"

    Franz sah ein, dass er hier nichts würde ausrichten können. Die zwei hatten sich in diese verrückte Idee verrannt, und nur der Herr Pfarrer oder der Herr Doktor würden vielleicht noch was dagegen ausrichten können.

    Auf ein Zeichen hin begannen Stefan und Matthias zu sägen. Zu Anfang ging das ja noch recht gut, die Sägen fraßen sich förmlich in die Stämme hinein. Lauernd warfen die Burschen von Zeit zu Zeit Blicke zu dem jeweils anderen hinüber, nur um dann wieder schneller zu arbeiten. Längst lief der Schweiß in Strömen über den ganzen Körper, doch keiner von ihnen nahm sich die Zeit, um nach einer Flasche mit Wasser zu greifen, in dem Augenblick hätte der andere ja vielleicht einen kleinen Vorteil haben können.

    Doch nach mehr als einer Stunde wurden die Bewegungen immer langsamer, die Geräusche der Sägen kamen nicht mehr so gleichmäßig, und die Blicke zum anderen wurden auch seltener.

    Nach mehr als zwei Stunden gab es nur noch drei oder vier, die vor Ort ausharrten, es war einfach nur langweilig, denn bis es zur Entscheidung kommen musste, würde es sicher noch über eine Stunde dauern.

    Schließlich blieb ein einziger Bursche hier sitzen, im Schatten unter einer großen Föhre, und warf von Zeit zu Zeit einen Blick zu Matthias und Stefan hinüber. Die kämpften mittlerweile mehr gegen sich selbst und die Erschöpfung ihrer Körper, als gegen den Baum. Nur noch wenig fraß sich die Säge im Stamm weiter, und beide Männer schwankten. Doch noch immer gab keiner nach, um eine noch so kleine Pause einzulegen.

    „Tätst net besser erst mal was trinken?", fragte Rudi von seinem Baum aus und meinte keinen der beiden im Besonderen.

    „Soll ich – vielleicht – noch – eine Brotzeit – einlegen?", keuchte Stefan.

    „Ich – tät’ doch – jetzt net – einfach aufhören", kam es auch von Matthias.

    „Wenn ihr das net wollt, wird’s wohl keiner von euch schaffen den Baum zu fällen. Ist ganz schön deppert immer nur dranzubleiben."

    „Schweig still – hast ja eh – keine Ahnung." Stefan schwankte immer mehr als er stand, und auch der Matthias war nicht mehr fest auf den Beinen.

    „Ist die Kathrin das überhaupt wert, was ihr da tut?", erkundigte sich Rudi mit gutmütigem Spott. Er bekam keine Antwort darauf, doch seine Worte schienen die beiden Rivalen noch einmal anzuspornen, jedenfalls wurden die Bewegungen noch einmal kräftiger.

    Dann aber brach Matthias in die Knie. Seine Hand streifte dabei über das Sägeblatt und riss eine hässliche Wunde, die sofort stark blutete.

    Stefan hielt erschreckt inne. Soweit hatte ihre Wette bei aller Rivalität natürlich nicht gehen sollen.

    „Geh, lauf und hol’ den Doktor", brüllte der Bursche zu Rudi hinüber.

    „Ach geh, das ist doch sicher bloß ein Kratzer."

    Aber Matthias lag am Boden und rührte sich nicht mehr. Nun bekam Rudi es plötzlich doch mit der Angst zu tun und rannte los.

    Stefan ging zu dem anderen Burschen in die Knie und schüttelte ihn, aber der Matthias rührte sich nicht. Das Blut floss weiterhin aus der Wunde.

    Was sollte er tun? Wie lange mochte es dauern, bis der Doktor kam? Der Bursche tat instinktiv das einzig richtige, er sorgte erst einmal dafür, dass der andere in den Schatten kam, dann riss er ein paar Streifen Stoff von seinem Hemd und legte einen provisorischen Verband an. Schließlich trank er selbst ausgiebig und machte Matthias nasse Umschläge. Das alles war aber längst nicht genug, wie er sah. Denn das Blut lief einfach immer weiter aus der Wunde, und das Gesicht seines Freundes war schneeweiß.

    Angstvoll schaute Stefan den Weg entlang, der zum Ort führte. Wie lang konnte es denn noch dauern, bis der Doktor kam?

    6

    Maria Schwetzinger ignorierte die Anzeige auf dem Computer-Bildschirm, die ihr gerade erklärte, dass sich das Programm selbst schloss. Sie seufzte auf und drückte den Knopf zum Neustart. Dabei starrte sie noch versonnen auf die Tür, durch die Daniel Ingold gleich kommen musste. Sie schwärmte für den Doktor, und eigentlich konnte das ein jeder sehen, Hermine war es jedenfalls nicht entgangen. Doch da die ältere erfahrene Frau in ihrer Jugend selbst für den alten Huber geschwärmt hatte, konnte sie das verstehen und machte keine Bemerkung darüber.

    Die Schwester von Matthias hatte vor kurzem erst ihre neue Arbeit hier am Ort angefangen – als Sprechstundenhilfe bei Daniel Ingold. Von vornherein war ihr klar gewesen, dass es nicht leicht sein würde, denn Hermine Walther herrschte in dieser Praxis uneingeschränkt. Allerdings hatte die ältere Frau ihr eigenes System der Abrechnung und Ablage, das in der heutigen Zeit längst nicht mehr so angebracht war – ganz im Gegenteil. Mittlerweile wurde überall mit dem Computer gearbeitet; eine so antiquierte Art, wie Minchen sie immer noch pflegte, war nicht nur viel zu aufwendig, sondern auch zu umständlich und damit zu teuer. Alle Ärzte rechneten über den Computer ab, was Hermine jedoch strikt ablehnte.

    Und doch war die resolute, herzensgute Frau fast unersetzlich, wie besonders der Doktor zugeben musste. Sie kannte jeden hier am Ort, war informiert von der Kinderkrankheit bis hin zu Altersbeschwerden, ohne jemals ein Wort zu einem Außenstehenden zu verlieren.

    Daniel hatte es für eine gute Idee gehalten, die unglaubliche Erfahrung von Hermine und das neue praktische Wissen von Maria zu kombinieren. Woran er nicht gedacht hatte, war die Tatsache, dass Hermine die Anschaffung eines Computers als etwas Ungeheuerliches ansehen könnte. Die Maschine war ihr persönlicher Feind. Sie schenkte dem „Nummernkasten" keine Beachtung und spottete über die Zeitverschwendung, mit der Maria mühselig alle Daten über die Patienten eingeben musste, schließlich musste der komplette Patientenbestand erst einmal eingetragen werden. Und wenn das Programm dann oft aus nicht verständlichen Gründen die Arbeit abbrach, schickte Hermine ein triumphierendes Lächeln zu Maria hinüber, die sich dann bemühte nicht gleich ärgerlich zu werden.

    So auch jetzt.

    „Sollst es vielleicht besser aufgeben", erklärte Minchen spöttisch, als Maria mit einem entsagungsvollen Blick auf den Bildschirm starrte.

    „Und wer tät’ dann die Abrechnung machen?", seufzte die junge Frau.

    „Schmarrn, es hat immer so geklappt, wie ich’s gemacht hab. Diese neumodischen Ideen taugen alle nix", erklärte Hermine resolut.

    „Die Zeit bleibt aber net stehen", erklärte Maria und erntete einen bitterbösen Blick.

    „Willst am End’ gar sagen, ich wär’ ein überholtes Modell?"

    „Aber nein, ganz sicher net. Lass uns einfach beides zusammen machen", schlug Maria vorsichtig vor.

    „Dann tät’s das Ding erst mal ausmachen und was anständiges tun", erklärte Minchen und drückte den Knopf zum Ausschalten. Allein das Geräusch des Computers ging ihr auf die Nerven.

    Die Maria lachte auf. „Das tät’ uns wahrscheinlich net viel helfen, aber vielleicht hast ja recht, und was anderes zu tun ist sinnvoller. Die Krankenkassen erwarten aber eine Abrechnung über diesen Nummernkasten, also muss eine von uns schon drangehen. Doch wennst magst, wird’ ich dir jetzt erst mal helfen. Was soll ich denn tun?"

    „Ach, schau an, bist ja doch lernfähig, scherzte Hermine. Sie mochte das Madl, das sich so sehr bemühte, aber dieser „Nummernkasten war und blieb ihr Feind.

    Doch beide Frauen hatten jetzt keine Zeit mehr für die übliche Diskussion, denn Rudi Berger kam hereingestürmt.

    „Der Matthias liegt verletzt im Wald", verkündete er ohne Rücksicht auf andere Patienten oder gar auf Maria, die ja nix davon wusste, dass ihr jüngerer Bruder in ein regelrechtes Duell verwickelt war.

    So wurde sie denn auch leichenblass. Minchen behielt allerdings die Ruhe, es war nicht die erste Krise in ihrem langen Leben. Sie hatte gelernt, dass man mit Ruhe viel weiterkam.

    „Jetzt redst mal anständig, Rudi. Kannst doch net herkommen und die Leut’ einfach so aufschrecken."

    „Wenn’s aber doch wahr ist, maulte der Bursche. „Der Stefan und der Matthias haben eine Wette abgeschlossen, wer als erster einen Baum umsägen kann, und der Matthias hat schlapp gemacht und sich dann bös an der Hand verletzt. Nun liegt er da und rührt sich nimmer.

    „Ich muss sofort zu ihm", stieß Maria hervor, aber Hermine drückte sie resolut zurück auf einen Stuhl.

    „Du bleibst hier. Glaubst am End gar, könntst deinem Bruder helfen, wennst wie ein kopfloses Huhn herumlaufen tätst? Nein, nein, das muss der Herr Doktor schon tun. Der weiß, wie er helfen kann. Du wärst da nur im Weg. Rudi, du wartest hier und bringst den Doktor gleich zum Matthias."

    Ihre energische Art verfehlte die Wirkung nicht, und mit einem letzten Blick überzeugte sie sich, dass sich Maria beherrschte. Dann betrat sie nach kurzem Anklopfen das Sprechzimmer.

    Drinnen saß Sepp Altenberger, wie fast jede Woche einmal, und jammerte über seine vielfachen und meist eingebildeten Krankheiten. Daniel bewies immer wieder eine Engelsgeduld, auch wenn er im Grunde der Meinung war, dass solche Leute häufig dem Arzt die Zeit stahlen. Aber niemand konnte vorhersagen, wann er denn wirklich Hilfe brauchte, so war eben jedes Gespräch wichtig.

    Hermine hatte jetzt aber wenig Einsehen mit Sepp, sie unterbrach das Lamento.

    „Herr Doktor, ein Notfall. Da liegt ein Bursche im Wald und blutet. Machen S’ sich schnell auf den Weg, der Sepp versteht schon, dass das wichtiger ist, net wahr?" Sie blickte den Mann, der wohl zwanzig Jahre jünger sein mochte als sie selbst, sehr eindringlich an, und der stand auf.

    „Ich komm dann ein anders mal wieder, Herr Doktor. Da scheint’s einem ja wohl noch schlechter zu gehen als mir selbst."

    „Kannst dich daheim noch ein bisserl selbst bemitleiden", erklärte Hermine resolut, und Sepp nickte düster.

    „Du weißt ja, dass ich leide. Aber das ist ja selbstverständlich, dass der Doktor in so einem Fall gehen muss."

    Als er aus der Tür verschwand, schickte Hermine einen ergebenen Blick zum Himmel. „Dieser Sepp bringt mich eines Tages noch ins Grab, seufzte sie. „Aber nun packen S’ schon Ihre Tasche, Herr Doktor, ich denk’, es ist dringend.

    Daniel wusste aus Erfahrung, dass es wenig Zweck hatte, sich gegen Hermine aufzulehnen, wenn sie in dieser Art Anweisungen gab. Er griff nach seiner Tasche und folgte Rudi nach draußen zum Auto. Das war wohl besser als zu laufen.

    Auf der Fahrt berichtete Berger dann Einzelheiten, und Daniel schüttelte den Kopf. „Habt’s ihr nix besseres zu tun als euch gegenseitig das Leben schwer zu machen? Das ist doch deppert. Eine Wette um ein Madl, und die weiß net einmal davon? Und was haben die beiden Narren jetzt angestellt? Nix Gescheites, tät’ ich mal

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