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Wenn Worte blühen: Literatur de luxe. Band 1

Wenn Worte blühen: Literatur de luxe. Band 1

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Wenn Worte blühen: Literatur de luxe. Band 1

Länge:
385 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
Apr 26, 2018
ISBN:
9783828034327
Format:
Buch

Beschreibung

In der Anthologie Wenn Worte blühen legen etablierte ebenso wie von der literarisch interessierten Öffentlichkeit noch zu entdeckende Autoren Zeugnis von ihrem schriftstellerischen Können ab. Sie stellen neue Texte vor, präsentieren aber auch Werke, die bislang in der Schreibtischschublade schlummerten. Dieser bunte Strauß literarischer Novitäten feiert die Sprachkunst in ihrer ganzen stilistischen Vielfalt, von der prägnanten lyrischen Beobachtung bis zur umfassenden Erzählung, von Werken, die den Idealen der "klassischen Schule" folgen, bis zu experimentellen Formen.
Der Empfindungs- und Gedankenreichtum der Beiträge macht diese Frühjahrs-Edition zu einem Dokument der Fülle und Bandbreite zeitgenössischer Literatur - und zu einem Fest für Leserinnen und Leser, deren Sinne für den Reiz und die Schönheit des meisterhaften Umgangs mit Worten sie ansprechen will. Erleben Sie also eine vielschichtige Palette literarischer Genüsse, die in wahrer Wortblütenpracht erstrahlt.
Freigegeben:
Apr 26, 2018
ISBN:
9783828034327
Format:
Buch

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Buchvorschau

Wenn Worte blühen - Frieling-Verlag Berlin

Was die geneigten Leser vorab wissen sollten:

Wir geben unseren Autoren die Freiheit, selbst über den Gebrauch von alter, neuer oder Schweizer Rechtschreibung zu entscheiden, daher variiert auch die Schreibweise in dieser Anthologie.

INHALTSVERZEICHNIS

HIL BARAST

Kaminfeuer

Steine am Strand

Stahlgraues Meer

Himmel ohne Wolken

Soldatengräber

Orgelkonzert

Das Meer

Marienburg

CHRISTIAN BARSCH

KRRZWPPS

Notizen

CHRISTEL M. BERG

Der Einspruch

Kreuzigung

ACHIM BLOCK

Im Zweifel

Krach in der Nachbarschaft

FRIEDEBERT BLUMENSTEIN

Herbst-Zeit-Losen

Maiglöckchen

Vergessen

Wie immer?

Oktoberlied

Mecklenburg-Mittagszeit

Zinnowitz-Rückblicke

NATALIA DE MARIA

Vom Traum zum Alptraum – März 2017

HORST DENZIN

Datenwellensurfen

MANFRED ELSÄSSER

Nach der Wahl

Lob der Treue

Hans-guck-in-die-Luft heute

Musikalische Schüttelreime

Göttliche Wünsche

ANNETTE-JOSEFINE FISCHER

Camilla nimmt nur ein Bad

Nur 10 Minuten

REGINA FRANZISKA FISCHER

Wenn Lichtvölker entstehen

Abriss von Kirchen oder Treue zu unserem Schöpfer

Tage am Meer (St. Peter-Ording)

Am Feldweg

HAIKU aus „Sonnentanz in meiner Seele"

ROSWITHA FLECHTNER

Herbst

Ruhe

Haut

Gefühle

Rückzug

Haltung

Vertrauen

Menschen

Bedeutung

Leben

Politik

Einsam

Nicht die Kleidung

Fortschritt

Korsett

Freiheit

Leben

Herbstlicher Winter

JULIANE FREWERT

Ein denkwürdiger Tag

NINA FÜRKÖTTER

Die Katze

Waidmanns Heil

Depressionen

Artikel 6 Grundgesetz

HILDRUN HAUTHAL-STEGNER

Frankreich – mon amour

CLAUDIA HERBER

Ein Bündnis aus Rosen

HORST JESSE

Endlichkeit – Unendlichkeit

Wiedergewonnene Hoffnung

Haikus zu den Jahreszeiten

Warten

Nachrichten

Lebensbilanz

LAURA KANJA

Ein bisschen Schlaf

MIA LADA-KLEIN

Versuchsweise

JOHN MARTIN

Das grüne Buch

GÜNTHER MELCHERT

Das Flüstern der Suleyka

JÜRGEN MOLZEN

EINKEHR

WER IST DAS, DER DORT HINTEN SITZT?

IRRTÜMER

JEDER VERS IST EINE ZEILE …

FRÜHLINGSREIME

GUT GEMACHT …

REINHOLD NISCH

Odenwaldzauber

Herbstliches Verfärbungsende

Mondgedicht

Humandetermination

Germanias Grabesgruft

3. 10. 17 – Tag der Deutschen Einheit

Nunmehr Freunde – diesseits und jenseits des Rheins

lebendbegreifendes odenwalddurchlebt

Gewesene Genies im Rhein-Main-Neckar-Odenwaldbereich

In der Welt sein – Ästhetik

UDO QUENTMEIER

Der Kuss

Wer wir sind und was wir wollen

HERMANN RATH

Stadtgeflüster

REGINA RAUSCH (AUCH ELISABETH III.)

Was einem alles so passieren kann – oder: Sozial gedacht

EVERT SANDERS

Die Sorge

HARTMUT SCHUSTEREIT

Aphorismen

Zur Fasnet

Zum 35. Geburtstag

HANNELORE THÜRSTEIN

Die Flugkünstlerin

NIKLAS VAN THORN

Hinter dem Horizont

EVELYN VON WIETERSHEIM

Treibstoff Sehnsucht

Schöner Morgen mit dir

mein hund ist tot

KARIN WALTER

Wege – auf dem Weg

Die Schlange

Multi Tasking

Gefangen im Netz

ROLAND WATZKE

Zu Besuch einer „alten" Dame in Dresden

Urlaub

Unverständnis (kleine Reimschule)

Berührungen

Verschüttet

Herbststürme

Dichte Zeiten

Luther 2017

BRIGITTE WEHRT-SCHMORELL

Die Geschichte des Menschen ist eingebettet in die Geschichtlichkeit der Zeit

WOLFGANG A. WINDECKER

Vergangenheitsbewältigung

Der letzte Tanz

Liebenswert

ALLI WOLFRAM

Das Bild von Frau Bierbaum

Verloren in der See

Der Seemann und die Schwalbe

Erkenntnisse

INNA ZAGRAJEWSKI

Der alte Baum

Der Pfad

Im Februar (Kondor)

Das Meer Spaniens

Autorenspiegel

HIL BARAST

Kaminfeuer

Kaminfeuer

knisternde Scheite

Stille mit Brahms’ Violinkonzert.

Gedanken wandern,

Erinnerungen an den Norden,

liebliche Landschaften,

Zug der Kraniche

Nostalgie

Steine am Strand

Strandsteine, Sandsteine,

Granit, Quarzit, Pegmatit,

Feuersteine gelb und braun,

innen hohl bewohnt von Schwämmen,

Glimmer, in der Sonnen funkelnd.

Wie lange rollten sie dahin,

bis sie unseren Strand hier fanden?

Geformt von Eis und Wind und Wellen,

Zeugen aus uralten Zeiten.

*

Galet de plage, galet de grès,

granite, quarzite, pegmatite,

silex jaune et brun,

habité par des éponges,

mica luisant au soleil.

Combien de temps ont-ils roulé

pour trouver la plage normande?

Façonnés par des glaciers,

des vents, des vagues,

témoins des temps reculés.

Stahlgraues Meer

Stahlgraues Meer,

stahlgrauer Frachter,

stahlgraue Wolken,

stahlgraues Gemüt.

*

Mer d’acier

cargo d’acier

nuages d’acier

humeur de plomb

Himmel ohne Wolken

Ein Himmel ohne Wolken

weite Sicht

Blutrot sinkt die Sonne ins Meer

letzter Strahl der grüne Blitz

*

Ciel clair,

vue dégagé.

Le soleil plonge, disque rouge, dans la mer,

dernière lueur le rayon vert.

Soldatengräber

Soldatengräber

Kreuze, soweit das Auge reicht,

im Schatten deutscher Eichen.

Einsam, nicht allein,

hier und da ein Kranz,

große Stille.

„Wir setzen uns mit Tränen nieder"

(J. S. Bach, Matthäus-Passion)

Souvenir an den Besuch eines deutschen Soldatenfriedhofs in der Normandie

Orgelkonzert

Orgeltöne wie Meeresbrausen,

betäubende Improvisationen.

Unter den Füßen uralte Gräber,

an den Wänden Epitaphe vergangener Zeiten,

in den Ohren das Jammern und Schreien der Toten,

in ihrer ewigen Ruhe gestört.

Orgelkonzert in der Martinskirche Nienburg zum zehnjährigen Bestehen der Thomas-Jann-Orgel

Das Meer

Das Meer tobt,

Schaumflocken wehen,

Steine rollen,

blankgewaschene Äste bringt die Flut.

Der Wind heult,

Schiffsmasten klappern.

Fahnen knallen,

Sand weht in die Augen.

Wo ist ein windstilles Eckchen?

Marienburg

Burg der Ritter stolz und kühn,

nicht nur mit dem Schwerte fechtend,

urbar wurd’ das Land gemacht.

Schritte hallten in dem Saale,

Eide wurden hier geschworen

vor dem Thron des großen Meisters.

Mächtig war die Ritterschaft,

oft belohnt mit reichen Gaben.

Kleine Türme, tiefer Brunnen, großer Dansker,

Kanonenkugeln liegen dort aufgereiht am Wegesrand.

Dicke Mauem hielten stand, jedem Feind zum Trotze.

Unentwegt fließt die Nogat still dahin,

die stolze Burg ihr Spiegelbild.

CHRISTIAN BARSCH

KRRZWPPS

*

14

Obwohl es leis beklagenswert

scheint, mit sich allein

zu sein – die Verschen sagens:

Mit uns heißt nicht allein.

Mag sich um sich die zähe

Vervielschaft rührig drehn –

wenn Welt die Verschen sähe?

Hat er sie nur gesehn!

*

15

Ein unbekannter Nirgendmann

(denkt er sich viel dabei?)

sieht Krrzwpps als den Krazwaps an,

wer immer dieser sei.

Er meint wohl die (nicht den) Krazwaps

als böses Vielerlei.

(Als ob Welt des Gehabs und Grabs

nicht satt sei bis zum Spei!)

Wir dächten Krazwaps lieber nett,

als kleine Geisterschar

(wenn schon Krazwaps); die wär komplett

uns Hilfe Tag und Jahr.

*

16

Krrzwpps schaut zum Dach des Weltenhauses,

wo das Sternenleuchtgewimmel brennt,

spürt dabei im Dunkel, daß ein grauses

Etwas seine Seele davon trennt.

Früher war es schöne, unumstellte

Freude, die der Sternenblick durchdrang;

jetzt erfüllt ein Etwas ihn mit Kälte,

und der Weg dorthin scheint nicht mehr lang.

Krrzwpps, sagt er zu sich selber leise,

sei getrost, daß du schon zeitig übst,

Dinge auf der nahen harten Reise

zu verlassen, die du jetzt noch liebst.

17

Wie Krrzwpps aus dem Bett mit Mühe

kommt, kommt heran die Morgenfrühe,

auch mühsam; Nässe tropft von Zweigen,

dahinter schweben Nebel Reigen.

Wäre der Abend so bedächtig

und nicht am meisten sorgenträchtig!

Er wäre auch Welt angemessen

und ließe sie Zwang Hast vergessen.

Wie ist der Morgen voller Milde

für Krrzwpps! Was führt Tag im Schilde?

In Scharen Bösgeister bereiten

in Scharen Unerfreulichkeiten.

*

18

Da harrts. Dann knarrts (Krrz…):

die große Tür

zum langen kalten Schwarz.

(Für alle.)

Ein Schubs – und wupps (…wpps):

zu fliegt sie. Schluß

mit allen Trupps und Klubs.

(Und Krrzwpps.)

19

Krrzwpps ehrt die ewig unverlornen Seelen,

die wohl gern in alten hohen Bäumen wohnten;

und ihm ist, als müsse er die Bäume zählen.

Ob ihm das die Seelen, wenn sie könnten, lohnten?

Man spricht sonderzeits von Seelen und von Bäumen.

Wir, sofern ‚normale‘ Zeiten weiterfliehen,

werden nicht nur, wie bisher, um Seelen träumen,

sondern künftighin die Bäume einbeziehen.

*

20

Ihr guten alten Reime, habt

so oft zu Paaren euch verbunden

und wohlklangtreues Ohr gelabt,

kaum Neues wird da mehr gefunden.

Mag dennoch für manch Reimgeweb

(trotz Buntheitswusts) manch Sinn sich schärfen;

es hofft auf Alt im Versverstreb

sich Krrzwpps als leis Neu zu werfen.

*

21

Um Katastrophen zu vermeiden,

kann Krrzwpps niemals Chancen leiden,

weil sie die Risiken verdecken,

dies meint: in Mut und Schwung verstecken.

Was sollte zu Gewinn verführen

bei der Befürchtung, zu verlieren?

Wie sollten gute Sicherheiten

zu Fragwürdigkeiten verleiten?

Drum will er lieber leise leben,

sich nicht in Unruhe begeben.

Wobei Erlangtes Last bedeutet

und schließlich insgesamt entgleitet.

*

22

Krrzwpps blickt an jedem Morgen

auf zum Schornsteinpaar, gen Himmel,

denkt dabei, nicht ohne Sorgen,

an Rauch, Rost, Schutt, Staub und Schimmel.

Denkt beim Gang zum Zeitungskasten

immer an den Blick nach oben,

läßt Gedankenwege tasten

und die Richtungen erproben.

Oh, der Schornsteinaufsatz rostet;

Risse, Staub: Graus-Assistenten;

Rieselschutt: umglüht, umfrostet;

Schimmel an den Fundamenten.

Auf schaut Krrzwpps: Schlund des Rauches

von Gelohe und Geschwele –

er gedenkt des Feuerschlauches

und des Wegs hernach der Seele.

Notizen

– Weiterführung (2556. - 2625.) –

Frage: Was der Dichter am Ende seines wie des allgemeinen Weges noch zu beschreiben hätte oder beschreiben könnte?

Für sein Dagewesensein großen Dank an die Natur, die ihm als schönes Modell die Schaffung mannigfaltiger, zumeist ihr gewidmeter Bilder erlaubte.

Früh meint ich kaum, daß der flüchtige Fisch von selbst mir ins Netz spräng; / ist es gleich selten der Fall – spät harr geduldig ich aus.

An einer Kleinigkeit sich festhaken und das große Ganze nicht behelligen.

Er entdeckte bei Mutter und Ehefrau trotz aller Verschiedenheit seltsame entlegene gleiche Züge, die er, ins Allgemeine geführt, somit auf das gesamte Geschlecht zu übertragen sich berechtigt dachte.

Da der Teufel meistens in einer ganz anderen Ecke sitzt, bleibt nichts übrig, als ihn ruhig gewähren zu lassen.

Weitere Schlaflosnacht-Hirnbeschäftigung: NOT? EH PORT STROPHE TON!

2563. Unüberlegtheit und Jähzorn scheinen etwas weitere Verwandte zu sein; sie sollten sich im Spiegel sehen!

Falls wir nicht selbst uns unserer Nichtigkeit bewußt sind, führt sie uns unser fernes und ebenso unser nahes Umunsherum ständig eindringlich vor.

Wunderlichkeit: Der Geist macht sich vom Körper frei, entfernt sich von ihm und beurteilt, was dieser angerichtet hat, beobachtet, was er anrichtet, und befürchtet, was er noch anrichten wird.

Viele Verirrungen gibt es; doch der Mensch scheint eine einzige große Verirrung zu sein. Ein vernunftbegabtes Wesen und derart wenig Vernunft!

Alles läßt sich auf Bedürfnisse zurückführen, wobei das Bedürfnis nach Kultur das edelste ist.

Hilfsbereitschaft streitet sich mit Stolz.

Nach Vollkommenheit strebende Ordnung rutscht in die Pedanterie ab.

… daß alle Klammern, mittels deren wir uns durch die Tage zu retten suchen, am Ende nicht halten …

Gefangen in einem Labyrinth aus Mitleid und Leiden, Vorwürfen und Selbstvorwürfen –

Nachtblumen: EINE DRAGO-GARDENIE. EIN IX, OLGA? GLOXINIE!

Nachdenkliche Nacht … Fühle Kühle … Schon lange mit dem endgültigen Schicksal Frieden gemacht …

Die Schamlosigkeit streitet sich mit der seelischen Würde …

Nacht ohne Sternen- und Fensterlichter – so muß Tod ohne Gedanken sein.

2576. Freund Hein, noch etwas fern, versucht, trotz seines Namens die Poesie zu verdrängen. Hat er Erfolg?

Alles, was an ihm (nicht an Freund Hein!) Poetisches war, ist in seine Poesie eingeflossen, so daß er nun bar jeden poetischen Anhauchs dasteht.

Der Ich bald nimmer; das Wir noch immer.

Ein sehenswerter Gesamteindruck setzt sich, genauer betrachtet, manchmal aus einer Reihe von gar nicht so angenehmen Einzelheiten zusammen.

Er konnte seine selbstauferlegte Pflicht, dem ein wenig langsamer Vergänglichen zu dienen, infolge des Zwanges, rascher Vergängliches verrichten zu müssen, nur unvollkommen erfüllen.

Was dem Poetischen sich zu nähern vermochte, scheint wert, gelebt worden zu sein.

Nächtliche Einsicht des realistischen Pessimisten: Er sieht sein Gesammelt-aufbewahrt-Verfaßtes als HORTSTROH.

Zu den kurzen Momenten des Glücks gehört wohl?/vielleicht? auch der Gang durch die Große Pforte.

Der einzelne wie die Gesamtheit leidet unbewußt oder bewußt unter dem Fortschritt.

Letzten Endes darf man nur sich von den Problemen benagen (und erschlagen) lassen; sie sind unseres Daseins wahre (selbstgeschaffene) Ameisen und nicht zu verjagen.

So geht es am Schluß, daß einem die eigenen Sachen fremd und gleichsam historisch werden.

Gar mancher gute Spruch macht sich zuweilen wichtig. Mitunter ist das Gegenteil genauso richtig.

2588. Er hat viel Unnützes aus Achtung vor den Dingen getan. Hat er Unnützes aus Achtung vor den Menschen getan? Bei all diesem den Selbsterhaltungszwang vorausgesetzt.

Was sind sämtliche Elektronikphantastereien gegen die unselige Grübelmaschine! Sie ist nicht zu stoppen.

Lust und Zwang (innerer und äußerer) als die beiden Pole des Lebensmotors. Wobei Lust eigentlich auch ein von verschiedenen Kräften erregter, meist verhüllter Zwang (eine Kette von ineinandergreifenden Zwängen?) ist.

Kein Wesen im großen Gesamt weiß, wozu es da ist; der Mensch glaubt es zu wissen. Um das Getriebe in Gang zu halten? Wozu?

Nachtfeuerunfall-Mahnstimme: LEGE KEGEL! DREHE HERD! RETTE LETTER!

Das letzte Ereignis kommt immer ungelegen.

Wir wiederholen uns; aber gibt nicht alles trotz aller scheinbaren Erneuerung unaufhörliche Wiederholung?

Fixierte Überlegungen enthalten nur einen kleinen Teil der Empfindungen, von denen jene erregt wurden; möge wenigstens ein kleiner Teil von diesem zu allenfallsigen anderen hinüberfinden!

Treuherzig treten sie auf, ein wenig auch hintergrundlastig: / leise Notizen. Sie sind Herrschern und Dienern verwandt. / „Leider seit langem bekannt ist das meiste!" werdet ihr sagen? / Gleichnis auf Welt und auf euch: Kreis als der ständige Weg. / Unmodern wirken sie zwar, das müssen die Sätzchen bekennen – / was von Modernem ist nach einiger Zeit noch modern?

2597. Freude = Übertüncherin von Angst, Not, Leid; selbst wenn es so gut wie nie gewußt wird. Sie gestaltet lediglich Vorderseiten; so können wir, wie meist gewünscht, durch schöne, vielfach sogar von Sonne überflimmerte Straßen gehen.

Je häufiger wir Aufschub Wünschenden die Zeiger anschauen, desto schneller läuft die Zeit voran.

Von den Abbildenden jeder bildet seine Welt ab, wie objektiv er auch zu sein meint oder vorgibt.

Deka-System: zwischen Zehner-Grenzzeichen die Neun.

In der Küche eine fröhliche Fliege – ist sie wirklich fröhlich?

FLOG GOLF? DÜSE SÜD! (Nächtliche Schlaflos-Fragmente)

Man denkt auch, daß von den Frauen nicht ganz so viel Unheil kommt wie von den Männern.

Insektengleich umschwirren uns Gedanken; wir scheinen zufrieden, wenn wir einige von ihnen fangen durften.

Lob der Vergangenheit. Nur wenn wir zurückschauen können, wissen wir, daß wir geschlafen haben; nur wenn wir zurückschauen können, wissen wir, daß wir gelebt haben.

Sich kreuzende Wege erzeugen Reibung und Enttäuschung.

Die Vernunft der Frauen ist eine andere als die der Männer; man darf als letzterer kein genaues Echo erwarten.

Zwangsläufige Tatsache, daß bekannte Erkenntnisse dem, der sie erstmalig erlebt, als neu erscheinen; er mag sie zwecks Vergegenwärtigung getrost fixieren und festhalten.

Fast scheint es so, als würde einem, der sich präzise und anständig auszudrücken bemüht, altertümliche Schreibweise angelastet.

Herr Selbstbewußt, mit Frau Eitelkeit liiert …

2611. Ordentlich, aber verstaubt …

Aus der Nacht-Bäckerei: NENORKA-MAKRONEN; SNIFFU-MUFFINS.

Nachts, gegen Morgen, frühmorgens, morgens, vormittags, mittags, nachmittags, abends, spätabends, nachts – das Leben.

Da der Leidende sich vom Schicksal ungerecht behandelt fühlt, wird er selbst ungerecht.

Ein Minuspunkt der Poesie, daß es oft profane Anlässe sind, die sie zu der machen, die sie ist.

Musik und Tanz werden von zeitgebundener Interpretation belastet; Bücher, Bilder und Bauwerke können unverfälscht wirken.

Selten bereitet es Genugtuung, wenn zeitig Erkanntes nach längerem eintrifft.

Was landläufig als Glück gepriesen wird, läuft ziemlich häufig auf Mühe und Last hinaus.

Je mehr man in die Welt von anderen eindringt, um so mehr merkt man, wie sehr man ein Ich ist.

Jahrhundertelang war es vornehmste Aufgabe, die Orthographie einer Kunst lernend zu übernehmen, strebend zu verfeinern und mit gedacht neuem Inhalt zu füllen; was bringt es, nun zu verwässern und unverständliche Krakel zu erfinden?

Das Leben: Freudebrückenbögen über Schmerzpfeilern.

Nachtfragen: NOMADE DAMON? A-MORBUS SUB ROMA? DIONYSOS O-SYNOID?

Notizwerte Gedanken wie Lichtstrahlen, die durch eine dunkle Kammer schießen.

Ruhebedürftige, Hörmüde werden von Redesüchtigen, Schwatzlüsternen bedrängt …

Er sagt: „Ich kann nicht anders schreiben, als ich bin. Und die Welt ist, wie sie ist."

CHRISTEL M. BERG

Was war zuerst da?

Henne oder Ei?

Die Henne war’s,

mit ihr das Ei.

Da kam der Hahn vorbei …

nun sind sie drei!

Der Einspruch

A: Guten Morgen, Herr … ähm … ja, also wir sind sehr froh, daß Sie unserer Einladung nun doch einmal nachkommen konnten und Sie heute diesem netten Kreis Interessierter beiwohnen wollen.

B: Aber nicht doch. Ich bitte Sie.

A; Keine falsche Bescheidenheit; schließlich wissen wir alle, wie vielbeschäftigt Sie sind, und daß Sie sich die Zeit nehmen …

B: Jederzeit.

A: Nun. Wir wollen den Einspruch diskutieren und sind überaus glücklich, Sie als anerkannten Experten auf dem Gebiet der Hühnersanierung bei uns zu haben.

B: Ich bitte Sie.

A: Das Huhn steht hier im Vordergrund.

B: Henne.

A: Ja. Also das Huhn …

B: Henne! Es ist eine Henne, um die es hier geht!

A: Die Henne gehört zur Spezies Huhn, da ist es doch ganz gleichgültig. Huhn oder Henne.

B: Nun. Im Prinzip mögen Sie recht haben, doch wir wollen hier kein Haar spalten; Huhn ist Huhn – Henne ist Henne!

A: Sie haben doch sicher von „Henne und Ei" gehört?

B: Mmh.

A: Na, der ältere Mann mit dem Bart und dem Meer?

B: Ja. Hemingway. Was ist mit ihm?

A: Der fuhr hinaus aufs Meer – war Hochseefischer in der Karibik – und da er nie mal was wirklich Gutes fing, nahm er diesmal nur ein kleines Boot … Weniger Aufwendungen etc. …

B: Verstehe.

A: Ja, also nun, um auf den Kern der Sache zu kommen … Diesmal fing er etwas…

B: Was Sie nicht sagen …

A: Ja. Einen riesigen Fisch. Den mußte er an den äußeren seitlichen Bootsplanken festmachen; der paßte nicht in das Boot.

B: Was du nicht sagst.

A: Naja. Als er dann endlich, müde und erschöpft, nach Tagen die Küste erreichte, war der Fisch nicht mehr da. Abgenagt von Haien.

B: Ich möchte ja nicht unhöflich sein. Mir ist nur nicht klar, was das mit Hühnern zu tun haben soll? Er hat doch nicht etwa auch ein Huhn, ich meine, eine Henne gefangen. Irgendwie. Oder doch?

A (die Moderatorin räuspert sich, ist nervös): Ich glaube, hier liegt ein Irrtum vor … eine Verwechslung … Dieser ältere, um nicht zu sagen alte, also bei diesem alten Man handelt es sich um Darwin. Charles. Er lebte 1809 bis 1882. Ein englischer Naturforscher.

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