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Die Klinik am See 16 – Arztroman: Was ich in deinen Augen sehe

Die Klinik am See 16 – Arztroman: Was ich in deinen Augen sehe

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Die Klinik am See 16 – Arztroman: Was ich in deinen Augen sehe

Länge:
122 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 2, 2018
ISBN:
9783740924638
Format:
Buch

Beschreibung

Besonders beliebt bei den Leserinnen von Arztromanen ist der Themenbereich Frauenklinik. Gerade hier zeigt sich, wie wichtig eine sensible medizinische und vor allem auch seelische Betreuung für die Patientinnen ist, worauf die Leserinnen dieses Genres großen Wert legen. Die große Arztserie Klinik am See setzt eben dieses Leserinteresse überzeugend um.

Die Sonne glitt in dem Moment hinter den Wolken hervor, als Lena Holm das Sprechzimmer Dr. Lindaus betrat. Das Fenster war weit geöffnet und ließ das rechteckige Lichtbündel auf den Schreibtisch fallen, auf dem der Untersuchungsbericht lag.
"Frau Holm, bitte nehmen Sie Platz!" Der Chefarzt der Frauenklinik am See erhob sich und reichte der zierlichen blonden Frau die Hand. Sein Blick war freundlich, und seine Stimme vermittelte Vertrauen.
Lena Holm bezwang ihre Nervosität, aber der Blick ihrer blauen Augen verriet dennoch ihre Angst, nun etwas hören zu müssen, was vielleicht ihr Leben bedrohte und das Leben ihrer Kinder ins Ungewisse zwang. Seit dem Tod ihres Mannes vor zwei Jahren trug sie die Verantwortung für sie allein und wußte erst seitdem, was das Wort wirklich bedeutete.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 2, 2018
ISBN:
9783740924638
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Die Klinik am See 16 – Arztroman - B. Winckler

Die Klinik am See

– 16–

Was ich in deinen Augen sehe

Lena lässt sich noch einmal auf die Liebe ein

Britta Winckler

Die Sonne glitt in dem Moment hinter den Wolken hervor, als Lena Holm das Sprechzimmer Dr. Lindaus betrat. Das Fenster war weit geöffnet und ließ das rechteckige Lichtbündel auf den Schreibtisch fallen, auf dem der Untersuchungsbericht lag.

»Frau Holm, bitte nehmen Sie Platz!« Der Chefarzt der Frauenklinik am See erhob sich und reichte der zierlichen blonden Frau die Hand. Sein Blick war freundlich, und seine Stimme vermittelte Vertrauen.

Lena Holm bezwang ihre Nervosität, aber der Blick ihrer blauen Augen verriet dennoch ihre Angst, nun etwas hören zu müssen, was vielleicht ihr Leben bedrohte und das Leben ihrer Kinder ins Ungewisse zwang. Seit dem Tod ihres Mannes vor zwei Jahren trug sie die Verantwortung für sie allein und wußte erst seitdem, was das Wort wirklich bedeutete.

Sekundenlang lag ihr Blick auf dem weißen sonnenbeschienenen Blatt mit den nüchternen Daten, welche der Computer ermittelt hatte, bis das Licht sie ein wenig beruhigte und sie dem Arzt konsequent in die Augen sah.

»Herr Doktor Lindau?« fragte sie, und ihr Gesicht mit den feinen klaren Zügen war abwartend und auch angespannt, während sie die Diagnose er wartete, welche auf Grund der Beschwerden, die ihr seit einiger Zeit zu schaffen machten, nur negativ sein konnte.

Der Arzt nahm den Untersuchungsbericht nun hoch, legte ihn aber nach einem kurzen Blick darauf wieder zurück auf den Schreibtisch, als sei ihm ohnehin das Ergebnis bekannt. Sein Lächeln erschien wie der begleitende Bote zu einer Nachricht, welche zwar negativ in ihrer Aussage, aber schlimmer hätte sein können.

»Wir müssen Sie operieren, Frau Holm, dieses erst einmal vorab«, sagte er ruhig und blickte sie an, »und je eher das geschieht, um so problemloser dürfte es sein.«

»Was heißt das genau?« unterbrach sie ihn blaß, erschrocken und mit nahezu tonloser Stimme.

»Ihre Beschwerden, Frau Holm, beruhen auf Muskelgeschwülsten, sogenannte Myomen, welche in der Regel gutartig sind und nebenbei die am häufigsten auftretenden Tumore der speziell weiblichen Organe.«

»Und dazu muß ich in die Klinik?« Lena Holm hatte nur das Wort »gutartig« gehört und klammerte sich augenblicklich daran wie an eine positive Botschaft, die in der negativen einer unabwendbaren Operation lag.

Dr. Lindau nickte. »Je eher, desto besser«, machte er noch einmal die Dringlichkeit deutlich. »Sie werden Ihre Beschwerden los und fühlen sich insgesamt auch wieder besser. Außerdem schließen wir durch sofortiges Handeln gefährliche Nebenerscheinungen aus.«

Lena Holm starrte auf ihre verkrampften Hände, das Gehörte verarbeitend und bereits den Problemen ausgeliefert, welche durch ihre Erkrankung auf sie zukamen.

»Wie ich Ihnen bei der ersten Untersuchung erzählt habe, Herr Doktor Lindau, habe ich drei Kinder, um deren Versorgung während meines Klinikaufenthaltes ich erst einmal bemüht sein muß.«

»Ja, ich erinnere mich.« Der Arzt blickte die junge Frau fragend an. »Gibt es jemanden, der diese Aufgabe übernehmen könnte?« Er wußte, daß es neben der rein ärztlichen Behandlung für einen Arzt immer auch familiäre Probleme zu berücksichtigen gab, denn ein Patient, der sich Sorgen machte, beeinflußte das Heilgeschehen negativ, und darum war es wichtig, diesen Punkt vor der Behandlung zu klären.

»Vielleicht kann meine jüngere Schwester aus Kiel einspringen«, überlegte Lena Holm, »sie arbeitet freiberuflich und ist außerdem ungebunden.«

»Und Ihre Kinder würden gut mit ihr auskommen?«

Lena Holm lächelte. »So gut, daß sie hier kaum zum Arbeiten kommen wird.« Einen Moment stieg dankbar die Hilfe in der Erinnerung auf, welche sie durch Laurie nach dem Tod ihres Mannes erfahren hatte.

»Nun, das Problem zu großer Zuneigung ist ein annehmbares Problem«, lächelte der Arzt und erhob sich dann. »Geben Sie mir Nachricht, ab wann wir ein Bett für Sie bereithalten können.« Er reichte ihr die Hand und hielt diese einen Augenblick fest.

»Machen Sie sich keine Sorgen, Frau Holm, und vertrauen Sie meiner Diagnose – es wird alles in Ordnung kommen.«

Die blonde Frau sah zu dem großen schlanken Arzt auf. Ja, sie vertraute ihm, wie sie auch ihrer Kraft vertraute, welche sie in den letzten Jahren nicht im Stich gelassen hatte. Ihr Lächeln erschien, und dieses Lächeln beruhigte auch den Arzt. Dann verließ sie das Sprechzimmer, während der Schein des Lichts ihr wie ein gutes Omen folgte.

*

Als Lena Holm wenig später den Weg zu ihrem Haus hochfuhr, war sie allein mit ihren Gedanken, aber auch mit ihren Beschwerden. Ob der Arzt ahnte, daß es ihr viel schlechter ging, als sie ihm gesagt hatte?

Ihre Hände umfaßten das Steuerrad wie das Lenkrad ihres Lebens, während seitlich am Hang die beiden ländlichen Häuser in scheinbarer Harmonie auftauchten. Sie wirkten wie vertraute Nachbarn, die von der Höhe des Hanges gemeinsam über die Landschaft bis auf das stille Wasser des Sees schauten.

Lena Holm wußte, daß der Eindruck täuschte, und seufzte, während der Weg sich verengte, eine Kurve zog und Büsche ihn unübersichtlich machten.

Trotz der Steigung nahm sie das Gas zurück und rettete dadurch einem jetzt unter wildem Geschrei und aufgeregten Flügelschlägen auf sie zu fliehenden buntgefiederten Hahn das Leben.

Der Hahn, auf der Flucht vor etwas, was ihn ganz offensichtlich mit Angst und Schrecken erfüllte, hob nun in hilflosem Entsetzen ab und landete, nur begrenzt flugtüchtig, gleich darauf auf ihrer Kühlerhaube, wo er erst einmal ermattet sitzen blieb.

Lena Holm, genauso erschrocken wie der Hahn, verharrte Sekunden, bevor sie ausstieg und dem Chef des nachbarlichen Hühnerhofes fragend in die entsetzten Augen sah.

»Maximilian!« glaubte sie zu wissen, während sich dem Hahn bei Nennung des Namens der Kamm zu blähen schien, und er den Schnabel öffnete, als könne er ihre Vermutung nur bestätigen.

Langsam streckte sie ihre hilfreichen Hände aus, als auch schon ihr Söhnchen Maximilian um die Wegbiegung gerannt kam, im Blick die Kampfansage an den Eindringling und in der Hand die belaubte Weidenrute schwingend. Sein rundes Gesichtchen war so hochrot wie der Hahnenkamm, und an seiner Miene ließ sich die Absicht ablesen, den nachbarlichen Störenfried in die Flucht zu schlagen.

Der Hahn sammelte bei seinem Anblick dann auch die letzten Kräfte, flog von der Kühlerhaube und rannte dann weiter den Weg hinab, als gälte es sein Leben zu retten.

Lena Holm fing ihren fünfjährigen Sohn mit beiden Armen auf und hielt ihn fest.

»Maximilian!« sagte sie streng, »habe ich dir nicht verboten, den Hahn zu vertreiben?«

Der kleine blonde Junge fuhr sich mit der Hand aufgeregt über das erhitzte Gesichtchen und hinterließ eine Schmutzspur bis zum Ansatz der hellblonden Haare. Er wußte, wenn seine Mami ihn Maximilian statt Mäxchen nannte, dann war sie sehr ärgerlich.

»Aber er geht immer auf meinen Hahn los«, verteidigte er sich mit seinem rauhen Stimmchen und zerrte an seiner verrutschten Hose.

Lena Holm ging vor ihm in die Hocke und brachte seine Kleidung in Ordnung.

»Sieh mal, Hähne machen das nun einmal, und dein Hahn muß allein damit fertig werden«, sagte sie und sah ihm in die trotzigen blauen Augen. Sie hatte mit dem schwierigen Nachbarn Tyll Martin schon Reibereien genug und wollte sich nun nicht auch noch wegen der Besuche seines Hahnes streiten.

»Ich will aber nicht, daß er kommt!« beharrte Mäxchen und fuhr mit der Weidenrute über den Boden, daß es staubte.

»Ach nein?« Lena Holm richtete sich auf. »Und wie ist es mit deinen unerwünschten Besuchen auf dem Grundstück Herrn Martins?«

»Ich sehe mir nur seine Objekte an«, verteidigte sich Mäxchen und hob seine Augen blau und unschuldig zu seiner Mami auf.

Lena Holm seufzte. Der gestaltende Künstler Tyll Martin war seit einem Jahr ihr neuer Nachbar, ein wortkarger und für sich lebender Mann, der seine künstlerische Philosophie auf dem Lande verwirklichen wollte. Seine Skulpturen und Plastiken aus Stein, Holz und Metall pflegte er auf dem weitläufigen Wiesengelände vor seinem Haus als verbindende Einheit zwischen Himmel und Erde zu einer besonderen Aussage zusammenzufügen.

Die Kunst inmitten der freien Natur wurde nun durch ihren kleinen neugierigen Sohn oft empfindlich gestört, da dieser so seine eigenen Vorstellungen zu alldem besaß.

Das gespannte Verhältnis, welches sich daraus ergab, war Lena Holm sehr unangenehm, da sie wußte, wie wichtig gute Nachbarschaft auf dem Lande war.

»Steig ein!« sagte sie etwas ärgerlich und hielt ihrem Sohn die Wagentür auf.

»Und meine Rute?« Mäxchen blickte ratlos auf den langen Zweig. »Die Rute bleibt hier!«

»Och, Mami…« Er zog ein langes Gesicht, während

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