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Einmal im Kreis - und zurück: Midlifecrash to go

Einmal im Kreis - und zurück: Midlifecrash to go

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Einmal im Kreis - und zurück: Midlifecrash to go

Länge:
359 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
13. Nov. 2019
ISBN:
9783752816112
Format:
Buch

Beschreibung

Gloria Maketta wurde von ihrer Lebensmitte spontan überrascht. Sie war ewig jung gewesen und nun plötzlich fünfzig?! So vieles hatte sie noch nicht erlebt, und manches nicht erreicht. Sie realisierte auf einmal, dass es für einiges davon sogar schon für immer zu spät war. Über die Hälfte ihres Lebens war bereits vorbeigezogen, und das Beste lag nun möglicherweise bereits hinter ihr!
War sie denn mit ihren Entscheidungen überhaupt glücklich geworden?! Solche Fragen konnte doch nur eine Midlifecrisis stellen!
Gloria erlebte, dass wer die Midlifecrisis wirklich ernsthaft betrieb sich flugs in einen fulminanten Midlifecrash hinein begab.
Und auf einmal könnte alles auch ganz anders sein!
Herausgeber:
Freigegeben:
13. Nov. 2019
ISBN:
9783752816112
Format:
Buch

Über den Autor

Nicole Diercks ist eine 1967 in Hamburg geborene Bayerin und arbeitet als selbstständige Erfolgs-Beraterin und Provokationstherapeutin an der Nordsee. Parallel betreut sie Opfer aus Beziehungen mit Cluster-B-Gestörten, und betreibt darüber eine weit gefächerte Aufklärung über Bücher, Vorträge und einen Youtube-Kanal. https://www.youtube.com/channel/UC294n63zf1jPjBMtTqn57WQ


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Der Geist der gegenwärtigen Weinnacht

Wo ich mal herkam

Stillstand

Plan fürs Leben

(K)alte Liebe

Karriere, oder so …

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Aufräumen

Arbeitstreffen

Authentizität meets Arschloch

Rungholt

Enzo, Enzo und Enzo

Kassensturz

Ankommen

Impressum

Einmal im Kreis - und zurück

Beim Irrenarzt

Mein Name ist Gloria Maketta, ich bin 50 Jahre alt, 176 cm hoch, 57 Kilo schwer, Haare brünett, Augen grau, gebürtige Deutsche, eigentlich Friesin, wohnte aber seit zwanzig Jahren im Münchener Osten. Außerdem musste ich hier vermerken, dass ich irgendwie ziemlich im Arsch war - oder am Arsch?! Eigentlich auch egal, denn die Scheiße um die es da ging, war ja wohl dieselbe! Und warum schrieb ich das jetzt dann auch noch auf?! Das war die Schuld von Doktor Braun, meinem neuen Irrenarzt. Der sagte nämlich in unserer dritten Sitzung ich solle beginnen alles aufzuschreiben was mir zu den Themen Midlifecrisis, Burnout, Enttäuschung oder Verbitterung einfiele. Und ich solle es in einer Art innerer Distanz tun, ganz so, als schriebe ich es für einen fremden Leser, nicht für mich. Das sei ein guter Trick, um nicht vor all den ganzen schmerzhaften Dingen „die man ja sowieso schon wusste" wieder mal auszuweichen. Wenn man alles einem Fremden erzählte, tischte man nämlich zumeist endlich mal die ganze Geschichte auf, mit den ganzen auch scheinbar unwichtigen Details. Und das sei sehr heilsam: zur Abwechslung mal alles von sich selber anzuhören! Man las das dann nämlich mit ganz anderen Augen, und sah schließlich auch besser aus einer gewissen Distanz Zusammenhänge und Schlüsse, die sich einem bisher verborgen hatten. Ich sollte mich mit Vermutungen und Interpretationen daher zurückhalten und allein an den Fakten nagen. Ehrlich, das hatte er original so gesagt: „Frau Maketta, ich will, dass sie den spekulativen und interpretativen Bereich verlassen und alleine an den Fakten nagen!" Das einzige, was mir sonst noch erlaubt war: Gefühle, ausgerechnet! Dieser Mann wollte, dass ich lauter Fakten und Gefühle zu meinem Midlifecrash für einen Geisterleser niederschrieb … Was für ein Wahnsinnsprojekt war das denn bitte?!

Aber es stimmte ja: Ich hing nun ehrlicherweise schon länger durch und hatte keine Ahnung, wie ich da wieder rauskommen sollte! Und ich konnte ja leider auch nicht mal sagen, wann das mal angefangen hatte, wo oder warum überhaupt. Ich fühlte mich einfach schon länger so namenlos ausgebrannt, lustlos, frustriert, ohne Zuversicht und Begeisterung irgendwie. Ich hatte den Eindruck, als steckte ich in einer sich ewig wiederholenden Schleife von sich ewig wiederholenden ätzenden Ereignissen fest! Ich rannte so zum Beispiel seit Monaten einer nicht abreißenden Kette sich selbstzerstörender Dinge hinterher. Wenn ich die Kaffeemaschine ersetzt hatte, ging der Sandwichmaker in die Knie, und wenn ich den erneuert hatte, ging das Handy nicht mehr online. Nach dem neuen Handy, klopfte dann der Drucker auf die Matte, und nachdem ich diesen ersetzt hatte, verabschiedeten sich fast gleichzeitig Kaffeemühle und Wasserkocher. Zur Begrüßung der Neuen stiegen dann Tablet, Router und Funkwecker aus. Mit zum Müll nahm ich dann gleich noch zwei Paar undichte Schuhe, seitlich aufgerissene teure Stiefel, zwei ausgestiegene Funksteckdosen und einen plötzlich durchgebrochenen Wisch-Mop mit… Den Rest der Zeit nähte ich: ununterbrochen aufgeplatzte Nähte an Shirts, Handschuhen und Stiefeln, sowie sich ständig ausreißende Druckknöpfe an Hundecapes ... Was auch immer man für viel Geld kaufte, es war mittlerweile alles nur noch ein unglaublicher Schrott und Müll, war absolut zermürbend. Umso mehr, weil es einfach nicht wieder abriss und ich nach und nach meinen Hausstand ersetzen musste, um den ganzen Katastrophen hinterher zu hecheln. Es war ein Gefühl vollkommenen Stillstandes, dass jede Menge Bewegung erzeugte, aber nur wie ein Brummkreisel. Es kam nicht vom Fleck, kreiste ununterbrochen um sich selber und hatte keinerlei Sinn, außer meine Zeit, meine Freude und mein Geld zu verbrennen … Sogar die Menschen, die mir begegneten, waren im Prinzip mittlerweile immer dieselben, zumindest agierten sie ähnlich und oft sehr voraussehbar. Ihre Wirkungen auf mich waren mittlerweile leider zumeist frustrierend und enttäuschend und am Ende komischerweise fast immer irgendwie negativ! Menschen waren heutzutage in ihren Reaktionen zumeist extrem voraussehbar. Ich hatte so ein leere Gefühl in mir, das sich in einem Zitat von Ödon von Horvath wiederfand: „Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich ... Aber dann kehrt man zurück, mit gebrochenen Flügeln, und das Leben geht weiter, als wäre man nie dabei gewesen …" Meine liebste Freundin Nadine hatte dieses Gefühl wahrscheinlich ganz treffend in ein Wort gefasst: Enttäuschung! Das traf es wohl tatsächlich ganz gut, denn die letzten Jahre waren tatsächlich eine ununterbrochene Kette an immer neuen Enttäuschungen gewesen, denen aber kein Trost zur Seite stand, um sie mal aufzufangen. Sie hatten mich müde gemacht, im wahrsten Sinne des Wortes: lebensmüde. Was war das oft nur für eine Scheiße dieses Leben, denn es war im Endeffekt nur ein einziger Kampf, um nicht ständig alles zu verlieren, was man sich schon aufgebaut hatte! Kaum kam man mal einen kleinen Schritt weiter, knallte von hinten schon wieder der nächste Einschlag voll rein! Nadine fand meine Einstellung kritisch, destruktiv, bedenklich und auch lebensgefährlich. Zumal sie mich ja als frohsinnig, optimistisch und begeistert kannte. Irgendwo war ich abgerutscht und sie forderte mich auf es mal wieder anzupacken, mich nicht so durchhängen zu lassen und mir mal Hilfe zu suchen. Ihr Vorschlag: Gesprächstherapie. Auch das noch! Was sollte denn das bitte bringen?! Nadine sagte, das sei jetzt gar nicht die Frage, ich müsse einfach mal irgendwie den Hintern wieder auf den Deckel bekommen. Und ein Gespräch mit einem Fachmann sei da gar nicht die schlechteste Alternative! Klang soweit ganz logisch irgendwie und ich folgte dem, allerdings nur, weil Nadine das gesagt hatte ...

Nun hatte ich tatsächlich schon meine erste Therapie-Stunde absolviert, aber vorher tausend und einen Kotzanfall gehabt: Ich beim Irrenarzt! Das markierte für mich das soziale Ende! Dann war es aber doch gar nicht so übel gewesen, eigentlich gar nicht. Herr Doktor Braun lachte über das ganze Gesicht, als ich ihm kritisch unterbreitete, dass ich ehrlich gesagt nicht wüsste, warum ich hier war, sondern dass ich geschickt worden sei. Er sagte: „Das geht den meisten so, machen Sie sich keine Sorgen, wir finden das gemeinsam heraus!" Das gefiel mir, und ich nahm Platz. Die Praxis war hell und weiträumig, sehr edel und mit Wohlfühlcharakter. Exotische Pflanzen standen in den Ecken und an den Wänden hingen unaufdringliche Bilder aus starken Farbfeldern mit Silber, Kupfer, Messing und Gold … sehr tröstlich irgendwie und sehr heil. Herr Doktor Braun machte seinem Namen alle Ehre: Braun. Dunkelbraunes Haar, dunkelbraune Brille, dunkelbraune Augen, braune Haut, rosa Lippen und blitzende Zähne. Ein schöner Mann, der wie seine ungewöhnlichen Bilder wirkte: stark, lebendig, klar und heil. Ich mochte ihn sofort. Mit absoluter Unaufdringlichkeit und einem gewinnenden Lachen, das in seinen dunklen Augen Funken schlug, fragte er mich, warum ich denn nun nicht hier sei …?! Wir kamen also ins Reden … Es war erstaunlich, wie schnell ich dann doch auf den Punkt kam, den ich ja eigentlich gar nicht hatte, und er nickte lächelnd aber ernst. Er stimmte mir zu, dass ich an einer fortgeschrittenen Enttäuschung litt und schlug vor, wir würden diese einmal ausloten, um zu prüfen, ob ich bereits unter depressiven Verstimmungen litte. Das klang so herrlich wissenschaftlich und unheimlich zielgerichtet, dass ich sofort zustimmte. Dann war er sehr ernst und äußerte einen Verdacht, den er mir zur Begutachtung rüberreichte: „Es gibt etwas, das nennen wir ‚Verbitterungsstörung‘. Dafür gibt es noch keine Ziffer, keine Lobby und keine anerkannte Therapie. Wer aber darunter leidet, erkennt sich in aller Regel fast sofort darin wieder. Wollen Sie es versuchen? Ich wollte. Und so erklärte er mir dieses Krankheitsbild: Eine Verbitterungsstörung konnte nach außergewöhnlich stark erlebten, jedoch lebensüblichen, Belastungen entstehen. Sie umfasste irgendwann alle Lebensbereiche, weil die sie unterhaltenden Gefühle alles durchdrangen. Sie war immer die Folge einer oder mehrerer tiefer und nicht ausgeheilter Kränkungen, gegen die man sich noch immer hilflos fühlte. Wenn man Schmerz nicht auflösen konnte, erfuhr man keine Heilung und dann verbitterte die Seele irgendwann daran. Im Vordergrund stand eine anhaltende, namenlose Traurigkeit, das Gefühl von Enttäuschung und Verbitterung, verbunden mit Gefühlen von Hilflosigkeit, auch Vorwürfe sich selbst und anderen gegenüber waren häufig. Auffallend waren die Symptome: Konzentrationsprobleme, emotionale Verflachung, Schlafprobleme, Libidoverlust und Impotenz, Antriebsblockaden, Unruhe, somatoforme Störungen, sozialer Rückzug und Depressionen. Ich erkannte mich darin aber mal sofort wieder! Ich fragte ihn, wie er mir jetzt so dermaßen schnell auf die Schliche gekommen sei? Er sagte ruhig: „Ich habe Sie in ihren kurzen Schilderungen immer nur als Opfer wahrgenommen. Ich habe gehört, dass Sie mittlerweile die Welt als sehr ungerecht empfinden. Sie berichten von einem teilweise auch stark angehobenen Aggressionspegel und schmerzlich herabgesetzter Frustrationstoleranz. Sie sind nicht mehr begeistert aber dafür enttäuscht. Ihre Symptome bestehen bereits länger als sechs Monate. All das, und noch mehr, gehört zu den Diagnosekriterien einer Verbitterungsstörung. Dann wusste ich jetzt wenigstens, wozu ich überhaupt herkam – und dass es auch gut war! Herr Doktor Braun sagte ruhig: „Zu sogar schweren Verbitterungsreaktionen kommt es immer dann, wenn durch andere Personen wichtige Grundannahmen und Grundwerte verletzt, ignoriert oder sogar absichtlich missachtet werden. Das geschieht zumeist über Prozesse psychologischer oder emotionaler Attacken. Dazu gehören Dinge wie: Kränkungen, Ungerechtigkeit, Gefühlskälte, Missachtung, Zurückweisung, Missbrauch, Betrug, und jede denkbare Form von Gewalt … Ich ließ das nachsinken, das kannte ich ja zur Genüge, das kannte ich alles doch nur zu gut, viel zu gut! „Haben Sie schon viel Gewalt erleiden müssen?, fragte Doktor Braun ruhig und ich schluckte: „Ja. In jeder Form. Und auch immer wieder. Psychisch und emotional schon von Kind auf an, später insbesondere durch Partner - und dann sogar durch meinen Verlobten auch einmal physisch. Er wollte mich in seinem Rausch umbringen … Herr Braun lächelte jetzt nicht mehr. „Würden Sie sich selber als sensibel einschätzen?, fragte er. Ich sagte leise: „Leider nicht. Ich leide erwiesenermaßen unter ADHS mit sogar massiver Hochsensibilität … Herr Braun sah mich lange an und nickte dann langsam. „Die Menschen, die unter Enttäuschungen als Erste einknicken und sich dann möglicherweise in einer Verbitterung verlaufen, sind immer die Sensiblen ... Ich sah ihn traurig an, das klang ja wahrer, als mir lieb war! Er sagte: „Die Verbitterung tritt immer dann ein, wenn sich der Enttäuschung nicht genügend Positives zum Trost und zur Heilung entgegenstellt. Wenn nur die Einschläge immer einander folgen und kein Sonnenstrahl mehr die Seele wärmt, verkriecht sich diese irgendwann, weil sie nicht mehr mag – und auch nicht mehr kann. Verbitterung ist immer eine über schon längere Zeit ertragene negative emotionale Bilanz. Und dabei ist es nicht bedeutend, ob das subjektiv oder objektiv gerechnet wird, es ist nur wichtig, was für den Betroffenen unter dem Strich zurückbleibt. Auch die subjektive oder objektive Härte von einwirkenden Ereignissen ist nicht entscheidend. Wir, manchmal auch überforderte Außenstehende, neigen dazu uns zu beschwichtigen und seelisch auszuschalten. Es werden dann mitleidlose Dinge gesagt wie: „Es gibt aber echt schlimmeres! Doch der Betroffene fühlt sich in seinem Selbstverständnis, seiner Würde und manchmal sogar in seiner Ehre so dermaßen verletzt, weil seine innersten Überzeugungen und Wertvorstellungen, an denen er sich ausgerichtet hatte, zutiefst erschüttert, marodiert oder sogar ausgehebelt wurden. Nichts galt mehr von dem, an dem er sich immer orientiert hatte! Das ist psychisch wirklich kein Klacks … Nein, das war kein Klacks, das war eine manifeste Erschütterung. Und vielleicht war es tatsächlich auch endlich mal Zeit das vollkommen anzuerkennen, anstatt immer die Starke geben zu wollen …

Wir besprachen in der nächsten Sitzung dann die zersetzende Kraft von Enttäuschungen, die ja im Prinzip nichts als die Folge falscher Einschätzung von Tatsachen, Wirklichkeit, anderer Menschen und derer Motive waren. Herr Doktor Braun äußerte eine gewagte These: Nach seiner Einschätzung war die Verbitterung ein Trick der Seele, um etwas zu verhindern, zu dem wir nicht bereit waren: Trauerarbeit. Er fragte mich etwas völlig verrücktes: „Vertragen Sie Zwiebeln? Ich stutzte: „Nein. Komischerweise irgendwie nicht mehr seit einiger Zeit! Ich bekomme unkontrollierbare Durchfälle davon! Er nickte ruhig und sagte: „Lachen Sie jetzt nicht, nehmen Sie es bitte einfach mal mit nach Hause – nur zur Begutachtung… Die Unverträglichkeit von Zwiebel ist ein Leitsyndrom des ‚Colon irritable‘, dem sogenannten ‚Reizdarmsyndrom‘. Ich bin ein absoluter Verfechter der psychosomatischen Medizin und sage klar: Wessen Darm nicht richtig tickt, der kann etwas nicht verdauen! Und die Zwiebel arbeitet, wie wir ja wissen, schon auf der physischen Ebene massiv mit Tränen. Diese Tränen sind oft in Menschen eingesperrt, wurden nicht rausgelassen, also: nicht verdaut! Und da sind wir dann auch wieder bei der bisher vermiedenen Trauerarbeit … Die ist im Dickdarm steckengeblieben, zwischen all der anderen Scheiße da! Das heißt nun nicht, dass man nicht traurig wäre, gottbewahre, aber Trauer hat eine ganz andere Qualität, sie ist absolut kompromisslos und hat etwas endgültiges. Wer trauert, der muss etwas für immer begraben und hergeben! Es geht nie mehr weiter, es wird nie mehr besser! Menschen, die nicht trauern wollen, haben ihren Schmerz festgehalten, weil er manchmal das Einzige ist, was ihnen überhaupt noch von der ganzen tragischen Sache geblieben ist. Nur der Schmerz zeigt noch, dass es wirklich passiert ist, dass sich alles in echt zugetragen hat. Sie halten dann den Schmerz fest, um diese Wirklichkeit nicht auch noch zu verlieren! Zumeist handelt es sich hierbei um Opfer von Missbrauch, denn das ist dadurch gekennzeichnet, dass die Täter sich vollkommen von jeder Schuld separieren und die Geschehnisse auch gerne vollkommen verleugnen. Das Opfer ist mit Erleben, Erinnerungen, Interpretationen und Schmerz vollkommen allein, weil alle anderen frech behaupten, das sei alles so niemals passiert. Nehmen sie das doch bitte einfach mal zum Spielen mit … Ich schluckte trocken und sah ihn groß an. Er sagte mit festem Blick in meine Augen: „Wann haben Sie das letzte Mal geweint, Frau Maketta …?, und ich hob überfordert die Schultern, das konnte jetzt schon Jahre her sein! Er nickte langsam und sagte: „Und jetzt weint stellvertretend die Zwiebel in ihrem Gedärm …" Ich schaute fragend und er sagte: „Menschen, die nicht trauern können, sind blockiert. Aber die Trauer ist ja trotzdem da! Und die Traurigkeit gleich dreimal. Aber alles ist eingesperrt, unterdrückt und blockiert - es will aber raus, muss raus! Und wenn sie das nicht bewerkstelligen können, helfen sich Seele und Körper eben irgendwann selber. Durchfälle sind der Klassiker: Die Scheiße verlässt den Schauplatz einfach irgendwann alleine …! Ich schluckte erschrocken und er beugte sich vor und tippte mit dem Bleistift auf mein Knie: „Oder vielleicht haben Sie auch ganz einfach Schiss, Frau Maketta?

Dann kam er in der dritten Sitzung auf das Burnout-Syndrom zu sprechen. Ursache hatte dieses in einem Spannungsfeld zwischen dauerhaft verleugneten Bedürfnissen und falsch erlernten Bewältigungsstrategien. Das Ergebnis: Unser Wirken und Wollen verlief erfolglos -und enttäuschte uns fortgesetzt. Burnout war der Verbitterungsstörung auffallend ähnlich, und auch hier herrschte eine grundlegende Täuschung. Was jedenfalls immer vorhanden war, bestand in einem Irrtum über die wahre Beschaffenheit dessen, was man überhaupt zu ertragen in der Lage und was noch zumutbar war. Menschen mit einem grundlegenden Burnout konnten in einen Zustand geraten, in dem sie nicht mehr glaubten, mit auch nur noch einer einzigen negativen Erfahrung oder weiteren Enttäuschung fertig werden zu können! Herr Braun sagte, seiner Meinung nach könnte eine Verbitterungsstörung sehr gut ein Burn-out mit halber Kraft sein, der bei nicht verarbeiteter Enttäuschung hängengeblieben war. Er nannte als Arbeitstitel die Verbitterungsstörung einen „Enttäuschungs-Burnout". Positiv genutzt hatte Enttäuschung den unschlagbaren Vorteil, dass die Täuschungen endlich weg waren und man mal wieder klar sah! Wenn die Enttäuschung jedoch bezeichnend für das Lebensgefühl oder sogar den Lebensweg eines Menschen wurde, konnte dieser das irgendwann weder weiterhin wegstecken, noch es sich schön reden. Dann wurde auch noch etwas sehr Erschreckendes deutlich: Ein Großteil seiner Hinwendung hatte offenbar auf Täuschung beruht, er hatte sich irgendwie gar nicht in der Realität bewegt!

Was im Rahmen einer Verbitterungsstörung auch noch mitspielte, war nicht selten die Herkunft aus einem destruktiven Elternhaus. Menschen, die schon in schlechten Energien aufwachsen mussten, liefen nicht selten ihr ganzes Leben unbewusst der Reparatur ihrer geschädigten Grunderfahrungen von Akzeptanz, Zugehörigkeit und Wertschätzung hinterher. Außerdem trugen sie ein unerfülltes Defizit nach Liebe und Glück in sich. Und alles was bedürftig war, stand natürlich stets in Gefahr auch enttäuscht zu werden! Insbesondere Strategien, die darauf ausgerichtet waren sich seine Liebe doch endlich noch zu verdienen, waren von einem hohen Enttäuschungsfaktor beschattet.                                                                                                                                                                                                                                                                                In diesem Stream lief auch das Bewusstsein nicht beantworteter, verlorener oder zurückgewiesener Liebe mit, was eine die Psyche massiv zersetzende Kraft darstellte. Es handelte sich hierbei um einen Verlustschmerz, und diese psychischen oder auch sozialen Schmerzen waren die stärksten, die Menschen ertragen konnten, weil sie einen alten Reflexbogen in unserem steinzeitlichen Schmerzzentrum auslösten. Zurückweisung aktivierte im Gehirn die gleiche Lokation, wie körperlicher Schmerz. Mehr noch: Eine enttäuschte Liebe war energetisch für Menschen das größte Verlustgeschäft, denn sie kostete immer auch etwas von uns selber, und man war hinterher nie mehr derselbe Mensch! Der Verlust wurde noch umso dramatischer, je unbeteiligter und gefühlloser der Ausgestiegene sich gab. Sich nicht nur enttäuscht, sondern auch noch betrogen zu fühlen, schickte einen Menschen nicht selten in eine tiefe Depression…

 Dann sprach Herr Doktor Braun das für mich möglicherweise wichtigste Thema überhaupt an: Vertrauen. Er sagte, dass immer da, wo unsere kostbarsten Werte versammelt waren, man uns am leichtesten packen konnte, weil dort der sogenannte „blinde Fleck wirkte: Nicht sein konnte, was nicht sein durfte! „Vertrauen ist das Grundbedürfnis Nummer eins aller Lebensformen, sagte er ruhig „Ohne ein Minimum an Vertrauen ist keinerlei soziale Interaktion denkbar! Wir sind psychisch davon abhängig den Menschen und der Welt in einem bestimmten Rahmen irgendwie vertrauen zu müssen. Die ganze Geschichte ist voll von betrogenen, geblendeten und genasführten Menschen, die alles andere als dumm gewesen sind. Und damit ist die Enttäuschung dann natürlich auch Programm, denn sie basiert auch auf enttäuschtem Vertrauen! Wenn wir vertrauen, ist das auch eine genetische Reaktion, wir wollten das gerne dürfen, weil sonst einfach alles sinnlos wird! Aber der Kopf schaltet sich hier mit ein: Ist das klug? Vertrauen ist also immer eine bewusste, geistige Verhandlungssache. Und es fällt insbesondere Menschen mit ADHS und Hochsensibilität schwer das richtige Maß an Vertrauen zu finden. Zumeist sind sie zu impulsiv, zu gefühlvoll und damit dann zu vertrauensselig. Das kriegen viele Leute unheimlich schnell spitz und wissen das dann weidlich für sich auszunutzen! ADHS und Hochsensibilität brennen dann spätestens in der Lebensmitte aus und sind zumeist auch tief verbittert! Gerade diese schlecht bis manchmal fast gar nicht abgegrenzten Menschen machen sich in Beziehungen in denen es um Emotionen geht, gerne freiwillig abhängig von den Taten, Worten, Gefühlen, Aktionen oder Reaktionen anderer Menschen. Insbesondere in Liebesbeziehungen fallen die Grenzen dann leider sehr schnell und auch auf breiter Fläche. Die Grenze zwischen ‚Du‘ und ‚Ich‘ verwischt ausversehen wegen der ganzen Nähe, und irgendwie wird alles schnell zu ‚wir‘ und zu von ‚uns‘ getragen. Solche Menschen sind vertrauensselig und erlauben dann auch anderen, eigentlich ja fremden Menschen gerne, dass ihr Bewusstsein emotional von ihnen kontrolliert, und sogar manipuliert wird. Diese Person kann dann, wenn sie erst einmal im inneren Kreis ist, am fremden Schaltpult nach Belieben alle Hebel in Bewegung setzen, um Glück oder Terror zu verbreiten, denn wir vertrauten ihr ja! Natürlich erhofften Menschen sich immer eine ausschließlich positive Beeinflussung durch Personen, die sie in ihre Schaltzentrale gelassen haben, aber dieses Vertrauen ist so blind wie auch leider dumm. Man kann und darf nicht erwarten, und es tritt auch nur selten ein, dass eine Person sich vollkommen hasenrein verhält, wenn man ihr die Macht gibt an unserem Befinden herumzuschustern. Es gehört ins Reich der Wunschvorstellungen und Märchen, auch wenn es natürlich schade ist!"  

Er fragte mich dann auch noch nach meiner Begeisterungsfähigkeit und meinem Idealismus, die beide starke psychische Antreiber waren, und bei allen Menschen mit Enttäuschung, Verbitterung und Burnout zu finden seien. Viele Menschen mit späterem Enttäuschungs-Schaden beschrieben ihre Begeisterung als ihren gewesenen Motor Nummer eins. Mit diesem gingen sie dann allerdings leider oft um, wie mit einem unerzogenen Hund: Er brachte sie immer dahin, wo er gerade hin wollte! Doch wenn das Feuer der Begeisterung immer wieder mutwillig gelöscht, ausgetreten, heimlich fortgetragen, zerstreut und erstickt wurde, war irgendwann der Ofen dann mal aus! Motor kaputt mit emotionalem Kolbenfresser! Dann wurde die Bitterkeit zu einer Art Schutzreaktion gegen wieder zu schnell und hoch aufsteigende Hoffnungen, und Begeisterung allgemein, und leider auch oft gegen echte Berührungen. So ein Mensch war, nach Barbara Scheer, „Ein Mensch, der auf einem Strand mit lauter zerbrochenen Ruderbooten lebte". Seine Wirkungen, seine Lebenskraft, seine Visionen und schließlich auch sein Leben verpuffte ... Seine Ressourcen waren im Kampf um unerreichbare Dinge verbraucht worden, und nun war er weit ärmer als vorher, ohne einen Wert errungen zu haben. Wenn so ein Zustand länger anhielt, wirkte er wie eine Art erworbene seelische Invalidität, die wahrscheinlich ohne therapeutische Begleitung gar nicht mehr aufgelöst werden konnte. Unsere Fähigkeit uns zu begeistern, uns begeistern zu lassen, etwas wirklich zu wollen war tief, möglicherweise lebensgefährlich, verletzt! Wir waren ab irgendeinem Punkt, den wir höchstwahrscheinlich gar nicht benennen konnten, nicht mehr in der Lage uns an Ideen oder Menschen zu binden. Wir waren nicht mehr willig oder fähig etwas wirklich zu begehren ...

Das alles sollte ich nun in mir suchen, bewegen und vor allem mal detailliert aufschreiben. Er sagte, ich solle einfach alles wichtig finden, was mir einfiele, es sorgfältig ausarbeiten und die Ereignisse, wie bei einer Revue in Las Vegas, oder wie in einem Theaterstück, einander lose aber sinnhaft verbunden folgen lassen. Als Stilmittel sollte mir Leichtigkeit gelten, Humor, Sarkasmus, Ironie, … Nur Zynismus nicht, weil dieser zumeist in sich sehr bitter sei. Ich solle mich in die Übertreibung begeben, wenn es der Komik oder Erkenntnis diente und jeden Ansatz einer Absurdität auch noch überspitzen. Nicht verändern oder verbiegen, einfach nur durch reine Detailbesessenheit hochtreiben. Alle scheinbar noch so lächerlichen Aspekte gegeneinander antreten zu lassen, erzeuge schon in sich eine überzeugende und oft sehr überraschende Dynamik, versprach mir Doktor Braun zwinkernd. Sinn und Nutzen all dieser Erlebnisse würde sich fast wie von selber erklären, es würde außerdem einen riesigen Spaß machen. Und sich am Ende dann weit leichter entschlüsseln lassen, als bisher, wo man alles zumeist aus einer sehr erwachsenen und rationalen Warte aus gesehen hatte, und alles sich irgendwie geistig verklumpt hatte, weil man es ja nie mehr detailliert durchdachte ...

 Auch wenn ich es scheiße fand beim Irrenarzt gelandet zu sein, hatte mir Herr Doktor Braun dennoch sehr, sehr gut getan. Okay, der Mann konnte aber nun auch wirklich was, und er hatte mich sofort gepackt, Glück gehabt! Enttäuschtes Vertrauen, das war tatsächlich die dunkle Melodie meines Lebens. Nicht immer, obwohl ich sicherlich schon als Kind genügend Grund gehabt hatte psychisch auf die Matte zu rotzen. Ich staunte nun im Rückblick ehrlich, und sogar schockiert, mit wieviel Kraft ich mir meinen Optimismus und meine positive Zuversicht über 40 Jahre lang hinweg über all die Tiefschläge und Attacken hatte retten können! Menschen waren ein echter Albtraum, das stand mir plötzlich klarer denn je vor Augen. Und dennoch hatte ich immer wieder unbeeindruckt beschlossen, dass einige Leute wohl sicherlich manchmal auch ein nackter Albtraum sein konnten, unter schlechten Voraussetzungen, aber dass der Rest der Meute eigentlich schwer OK war - und daher natürlich auch immer wieder mein vollstes Vertrauen verdiente. Die hatten es mir allesamt aber dann mal richtig sauber eingeschenkt! Mein Gott, wie konnte man denn, trotz Schulabschluss und Studium so dermaßen bescheuert sein - und das ganz allein?! Für so viel Blödheit und Naivität brauchte man doch eigentlich wirklich mindestens drei von meiner Sorte?! Nein, ich hatte das ganz allein geschafft, nie geübt, und gleich gekonnt! Ich wollte lieber unbedingt im Takka-Tukka-Land bleiben, unangefochten von Wahrheit und Realität, einfach weil ich mir das wert war mich ständig zu bescheißen! Und nun saß ich da, nicht nur enttäuscht, sondern auch noch verbittert und mit einem Vertrauensschaden. Wie kam man da denn nun wieder raus?! „Langsam, hatte Herr Dr. Braun gesagt „Langsam ernährt sich das Eichhörnchen! Und er hatte außerdem gemeint, dass ich zuerst mal einen Arbeitstitel bräuchte: Wollte ich denn da überhaupt wieder raus?! Da es sich um eine, nicht von heute auf morgen, erlernte Schutzreaktion der Seele handelte, musste ich ihr zuerst einmal mit einem Entschluss zu Leibe rücken, hatte er gesagt. „Man kann auch verbittert glücklich werden, quasi … Eben nicht so oft und nicht so intensiv, aber zufrieden auch irgendwie ... Verbitterung, so hatte er mir eindringlich nahe gebracht, und ich glaubte das spontan sofort, hatte auch sehr viel mit Vorwürfen zu tun, und zwar zumeist mit den unhörbaren. Wir Verbitterten machten denen Vorwürfe, die uns in die Verbitterung brachten, aber insbesondere auch uns selber, dass wir das mit uns machen hatten lassen. Wir glaubten, so Doktor Braun, dass wir es einfach besser hätten wissen müssen, als wir es wussten und als wir es hätten wissen können. Nicht selten stilisierten wir im Rückblick unsere großartigen Charakterzüge und wundervollen Werte zu Charakterdefiziten und Blödheit, weil andere diese eben ausgenutzt oder mit Füßen getreten hatten. Man musste lernen das alles zu entzerren: Da war das, was man selber mal gewollt hatte - und da war das, was andere eben daraus gemacht haben. Das gehörte aber nur auf einer ganz bestimmten Ebene zusammen. Und auf einer anderen, wo man selber nämlich keinerlei Kontrolle gehabt hatte, überhaupt nicht. Motive blieben edel, Werte blieben nachhaltig und Liebe blieb heilig, auch wenn irgendein degeneriertes Arschloch das alles ignorant vollgerotzt und zerstört hatte. Das war ein erfrischend heiler Gedanke und er gab mir schon Trost, als ich ihn das erste Mal kostete. Verbitterung habe viel mit Trauer zu tun, sagte Doktor Braun, aber auch mit dem, zu was Trauer werden konnte, wenn man sie nicht artgerecht behandelte: mit Groll, mit altem und unaufgelöstem Groll. Und das war nun die Hausaufgabe: Herauszufinden, wo ich stand, was mich antrieb und wo ich hin wollte. Die große Schreibaufgabe sollte mir dabei helfen den alten Weg in die Verbitterung nachzuzeichnen und auch mich endlich zu versöhnen: mit mir,  meinen falschen Einschätzungen und Fehlentscheidungen. Und dann auch mit den anderen und deren Fehlentscheidungen - wenn die Möglichkeit bestand. Wenn es diese nicht gab, und das gab es oft, sollte ich lernen vollkommen überzeugt zu sagen: „Das kann ich nicht verzeihen, aber ich löse nun meinen alten Groll, denn es ist für immer vorbei und nicht mehr zu ändern, ich dulde nicht länger, dass dies mein Leben weiterhin negativ beeinflusst! Und dann sollte ich versuchen es anders zu betrachten, friedvoll oder auch absurd und komisch. Na, dann mal los …

Game over, Nigger ...

Ich erinnerte mich an eine „kleine Situation, ganz alltäglich, die ein ganz ungutes Gefühlsdurcheinander in mir ausgelöst hatte. Eines, das sehr kennzeichnend werden sollte. „Ja – und was machen wir nun …?, fragte ich in das hartnäckige Schweigen hinein, in das sich alleine das Brabbeln des Fernsehers mischte. Ermattet und irgendwie tief ermüdet ließ ich den tomatigen Holzlöffel sinken und stützte mich mit beiden Händen auf dem Umlauf vor dem Herd ab. Rotbraune Sprenkel säumten den schmalen Metallrand und ich war genervt, weil Kochen, auch die kleinsten Einheiten, generell nie ohne Dreck und Geklecker von statten gehen konnte. Das musste wohl ein universelles Gesetz sein, dachte ich mit dem Blick auf die harmlos leise vor sich hin blubbernde Tomatensauce. Es erschien mir in diesem Moment erstaunlich, dass ich noch nie bemerkt hatte, wie es eigentlich zu den immer gleichen braunroten Sprenkeln rund um den verdammten Topf kam, obwohl die Sauce stets

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