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Warum wir dick werden: Und was wir dagegen tun können
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eBook425 Seiten5 Stunden

Warum wir dick werden: Und was wir dagegen tun können

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Über dieses E-Book

Endlich ist der große Bestseller aus den USA auch auf Deutsch erhältlich – das Buch, das schon so vielen den Weg heraus aus Jo-Jo-Effekten und nicht funktionierenden Diäten gezeigt hat. Gary Taubes Werk ist viel mehr als ein Diätratgeber. Es geht dem Wissenschaftsjournalisten vor allem darum, das kleine Einmaleins der Fettleibigkeit zu verstehen und somit langfristig eine wirkliche Veränderung bewirken zu können.

Der eindringlichste Tipp von Gary Taubes lautet: Finger weg von raffinierten, leicht verdaulichen Kohlehydraten und Zucker! Warum? Weil sie eine süchtig-machende Wirkung haben und Körperprozesse einleiten, die wir kaum rückgängig machen können. Eine Schlüsselrolle spielt dabei unter anderem das Hormon Insulin, das im Zusammenhang mit kohlenhydratreicher Nahrung eine Art Teufelskreis bei der Fettproduktion auslöst.
Anhand von zahlreichen wissenschaftlichen Studien gelingt es Taubes, logisch und tiefgehend zu beweisen, dass Fettleibigkeit primär durch einfache Kohlenhydrate (Zucker) und komplexe Kohlenhydrate (Stärke) verursacht wird. Dies erklärt, warum sich das Gewicht auch mit der strengsten Hungerkur und dem härtesten Work-out nicht sinnvoll kontrollieren lässt. Die Gleichung „Weniger essen + mehr Sport treiben = Abnehmen“ geht nicht auf.

Jeder kann Taubes revolutionäre These mit seinem ganz konkreten Speiseplan umsetzen, der detailliert im Buch erläutert wird. Dabei sind alle Öle und Fette erlaubt, außer solchen, die Transfette enthalten. Er liefert zudem eine Liste der proteinhaltigen Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch und Eier, die wir zu uns nehmen müssen, und der Lebensmittel, die in eingeschränkten Mengen erlaubt sind.

„Taubes stellt alle herkömmlichen Überzeugungen zu Ernährung und Sport auf den Kopf.” — The New York Times
SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum4. Mai 2018
ISBN9783962570231
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Autor

Gary Taubes

Gary Taubes ist investigativer Journalist in den Bereichen Wissenschaft und Gesundheit sowie Mitbegründer der gemeinnützigen Organisation Nutrition Science Initiative (NuSI.org). Er ist Autor der Bücher Why We Get Fat and What to Do About It und Good Calories, Bad Calories. Taubes ist Preisträger des Robert Wood Johnson Foundation Investigator Award in Health Policy Research und hat für seine journalistische Arbeit zahlreiche weitere Preise verliehen bekommen.

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    Buchvorschau

    Warum wir dick werden - Gary Taubes

    Gary Taubes

    WARUM WIR DICK WERDEN

    Und was wir dagegen tun können

    Gary Taubes

    Warum wir dick werden

    Und was wir dagegen tun können

    1. deutsche Auflage 2018

    ISBN: 978-3-96257-023-1

    © 2018, Narayana Verlag GmbH

    Titel der Originalausgabe:

    Why We Get Fat

    and What to Do About It

    Copyright © 2010, 2011 by Gary Taubes

    Published in the United States by Anchor Books, a division of Random House, Inc., New York.

    Übersetzung aus dem Englischen: Bärbel und Velten Arnold

    Coverlayout: Joachim Laufer

    Coverabbildung: Hintergrund © ilolab, Maßband © Drawbot

    Herausgeber:

    Unimedica im Narayana Verlag GmbH, Blumenplatz 2, 79400 Kandern

    Tel.: +49 7626 974 970-0

    E-Mail: info@unimedica.de

    www.unimedica.de

    Alle Rechte vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags darf kein Teil dieses Buches in irgendeiner Form – mechanisch, elektronisch, fotografisch – reproduziert, vervielfältigt, übersetzt oder gespeichert werden, mit Ausnahme kurzer Passagen für Buchbesprechungen.

    Sofern eingetragene Warenzeichen, Handelsnamen und Gebrauchsnamen verwendet werden, gelten die entsprechenden Schutzbestimmungen (auch wenn diese nicht als solche gekennzeichnet sind).

    Die Empfehlungen dieses Buches wurden von Autor und Verlag nach bestem Wissen erarbeitet und überprüft. Dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Weder der Autor noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

    Für Nicholas Norman Taubes

    Inhalt

    Hinweis des Autors

    Einführung – Die Ursünde

    BUCH 1: BIOLOGIE, NICHT PHYSIK

    1  Warum waren Sie dick?

    2  Die kaum zu registrierenden Vorzüge einer Essensreduktion

    3  Die kaum zu registrierenden Vorzüge von körperlicher Betätigung

    4  Die Bedeutung von zwanzig Kalorien am Tag

    5  Warum ich? Warum an dieser Stelle? Warum gerade zu diesem Zeitpunkt?

    6  Thermodynamik für Dummies – Teil 1

    7  Thermodynamik für Dummies – Teil 2

    8  Labilität

    BUCH 2: DAS EINMALEINS DER FETTLEIBIGKEIT

    9  Die Hauptsätze der Fettleibigkeit

    10  Ein historischer Exkurs über „Lipophilie"

    11  Ein Leitfaden über die Regulierung von Fettspeicherung und -abbau

    12  Warum ich dick werde und du nicht (oder umgekehrt)

    13  Was wir tun können

    14  Gesammelte Ungerechtigkeiten

    15  Warum Diäten erfolgreich sind und scheitern

    16  Ein historischer Exkurs über die dick machenden Kohlenhydrate

    17  Fleisch oder pflanzliche Nahrung?

    18  Die Beschaffenheit einer gesunden Ernährung

    19  Umsetzung

    NACHWORT ZU DIESER AUSGABE

    Antworten auf häufig gestellte Fragen

    ANHANG

    Die „Keine-Zucker-keine-Stärke"-Diät

    Danksagungen

    Referenzen

    Index

    Über den Autor

    Hinweis des Autors

    Dieses Buch war mehr als zehn Jahre lang in Arbeit. Alles begann mit einer Serie von Wissenschaftsartikeln für die Zeitschrift Science und das New York Times Magazine über den überraschend trostlosen Zustand der Forschung im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen Ernährung und chronischen Erkrankungen. In diesem Buch fasse ich zum einen die Quintessenz meiner fünfjährigen Recherchen zu dem Thema zusammen, aus denen mein vorheriges Buch Good Calories, Bad Calories (2007 – auf Englisch) hervorgegangen ist, zum anderen stellt es eine Erweiterung dar. Die in jenem Buch angeführten Argumente wurden in Lehrveranstaltungen an medizinischen Fakultäten, Universitäten und Forschungseinrichtungen in den gesamten USA und in Kanada verfeinert.

    In Good Calories, Bad Calories habe ich darzulegen versucht, dass die Forschung im Hinblick auf Ernährung und Fettleibigkeit im Zuge der während des Zweiten Weltkriegs erfolgten Auslöschung der europäischen Wissenschaftsgemeinschaft von Forschern und Ärzten, die auf diesem Gebiet Pionierleistungen erbracht haben, nach dem Krieg vom Weg abgekommen ist. Der seitdem eingeschlagene Irrweg ließ sich trotz intensiver Versuche nicht korrigieren. Infolgedessen haben die Wissenschaftler, die sich der Forschung auf diesem Gebiet widmen, nicht nur jahrzehntelang Zeit, Anstrengungen und Geld verschwendet, sondern zugleich auch einen unkalkulierbaren Schaden angerichtet. Ihre Überzeugungen und Glaubensgrundsätze haben einer ständig wachsenden Sammlung von Beweisen, die ihre Annahmen widerlegen, hartnäckig getrotzt, während diese zugleich von Autoritäten des öffentlichen Gesundheitswesens hochgehalten wurden und zu geradewegs falschen Ratschlägen hinsichtlich dessen geführt haben, was wir essen sollen und, noch wichtiger, was wir nicht essen sollen, wenn wir ein unserer Gesundheit zuträgliches Gewicht beibehalten und ein langes gesundes Leben leben wollen.

    Ich habe vor allem aufgrund von zwei verbreiteten Reaktionen auf mein Buch Good Calories, Bad Calories beschlossen, Warum wir dick werden zu schreiben.

    Die erste Reaktion stammte von jenen Wissenschaftlern, die versucht haben, die von mir in Good Calories, Bad Calories angeführten Argumente zu verstehen, die das Buch gelesen, einen meiner Vorträge gehört oder meine Überlegungen direkt mit mir diskutiert haben. Diese Leute haben mir oft gesagt, dass meine Ausführungen über die Ursachen unseres Dickwerdens und über die ernährungsbedingten Ursachen von Herzerkrankungen, Diabetes und anderen chronischen Erkrankungen unbedingt Sinn ergeben. Es könnte ganz gewiss stimmen, sagen sie, und bringen damit unausgesprochen zum Ausdruck, dass das, was uns während des zurückliegenden halben Jahrhunderts erzählt wurde, genauso gewiss falsch sein könnte. Wir stimmen alle darin überein, dass diese miteinander konkurrierenden Konzepte daraufhin überprüft werden sollten, welches zutreffend ist.

    Ich glaube allerdings sehr wohl, dass das Thema, um das es hier geht, eine dringliche Angelegenheit ist. Wenn so viele Menschen vor allem deshalb dick werden und an Diabetes erkranken, weil wir die falschen Ratschläge erhalten, sollten wir nicht herumtrödeln, um Gewissheit zu erlangen. Die Krankheitslasten von Fettleibigkeit und Diabetes machen inzwischen nicht nur Hunderten Millionen Menschen zu schaffen, sondern auch unserem Gesundheitssystem.

    Selbst wenn diese Wissenschaftler die Notwendigkeit erkennen, das Problem sofort anzugehen, haben sie anderweitige Verpflichtungen und legitime Interessen, unter anderem das Interesse, für andere Forschungen Gelder zu erhalten. Mit Glück werden die in Good Calories, Bad Calories dargelegten Argumente in den kommenden zwanzig Jahren einer rigorosen Überprüfung unterzogen. Wenn sich herausstellt, dass sie richtig sind, wird es anschließend noch einmal zehn Jahre dauern, bis die Autoritäten unseres öffentlichen Gesundheitssystems ihre offizielle Erklärung dafür ändern, warum wir dick werden, wie dies zu Krankheiten führt und was wir tun müssen, um diese Schicksale zu meiden oder zu lindern und rückgängig zu machen, wenn wir von ihnen betroffen sind. Ein Ernährungsprofessor der New York University sagte mir nach einem meiner Vorträge, dass es ein ganzes Menschenalter dauern könne, bis so eine Veränderung, wie ich sie vertrete, allgemein akzeptiert wird.

    So lange kann man schlicht und einfach nicht warten, um die richtigen Antworten auf diese wichtigen Fragen zu bekommen. Deshalb habe ich dieses Buch unter anderem geschrieben, um diesen Prozess zu beschleunigen. Ich lege in diesem Buch die Argumente dar, die gegen die gängige Meinung sprechen, und zwar auf das Wesentliche konzentriert. Wenn sie ganz gewiss richtig sein könnten, sollten wir sie überprüfen, und zwar lieber heute als morgen.

    Die anderen Reaktionen, die ich häufig erhalte, stammen von ganz gewöhnlichen Lesern sowie von einer ermutigenden Anzahl von Ärzten, Ernährungsberatern und Menschen mit Funktionen in Gesundheitseinrichtungen, die sagen, dass sie Good Calories, Bad Calories gelesen haben, die in dem Buch dargelegte Logik und die angeführten Beweise überzeugend fanden und die Botschaft befolgt haben. Sie erzählen mir, dass ihr Leben und ihr gesundheitlicher Zustand sich in einer Weise verändert haben, wie sie es nicht für möglich gehalten hätten. Sie haben beinahe mühelos abgenommen und ihr neues Gewicht gehalten. Ihre Risikofaktoren für Herzerkrankungen haben sich entscheidend verbessert. Einige sagen, dass sie ihre Blutdrucksenker und ihre Diabetesmedikamente nicht mehr benötigen. Sie fühlen sich besser und haben mehr Energie. Einfach ausgedrückt, fühlen sie sich zum ersten Mal seit viel zu langer Zeit gesund. Sie können diese Kommentare auf der Webseite von Amazon unter dem Buch Good Calories, Bad Calories sehen, wo sie einen großen Anteil der mehreren Hundert persönlichen Besprechungen ausmachen, die auf der Seite zu finden sind.

    Die Kommentare, E-Mails und Briefe werden oft von einer Bitte begleitet. Good Calories, Bad Calories ist ein dickes Buch (es umfasst beinahe fünfhundert Seiten), sehr wissenschaftlich und angereichert mit historischem Kontext und mit jeder Menge Fußnoten und Anmerkungen, was ich alles für erforderlich gehalten habe, um in einen sinnvollen Dialog mit den Experten einzutreten und sicherzustellen, dass sie (wie auch jeder andere Leser) mir nichts von dem, was ich sage, allein aufgrund von Vertrauen glauben müssen. Das Buch verlangt dem Leser ab, sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit zu investieren, um den dargelegten Beweisen und Argumenten folgen und diese nachvollziehen zu können. Aus diesem Grund haben mich viele, die es gelesen haben, gebeten, ein weiteres Buch zu schreiben, eins, das ihre Ehemänner oder -frauen, ihre alt werdenden Eltern oder ihre Freunde und Geschwister ohne Schwierigkeiten lesen können. Viele Ärzte haben mich gebeten, ein Buch zu schreiben, das sie ihren Patienten oder sogar ihren Arztkollegen empfehlen können, ein Buch, das einem nicht abverlangt, so viel Zeit und Mühe zu investieren.

    Das ist also der zweite Grund, aus dem ich Warum wir dick werden geschrieben habe. Ich hoffe, dass Sie, wenn Sie es lesen, vielleicht zum ersten Mal verstehen, warum wir dick werden und was wir dagegen tun können.

    Ich habe eine Bitte: Lesen Sie das Buch mit kritischen Augen. Ich möchte, dass Sie sich beim Lesen immer wieder fragen, ob das, was ich sage, wirklich Sinn ergibt. Um es mit einer Wendung von Michael Pollan zu sagen – dieses Buch soll ein Denk-Manifest sein. Ihm liegt die Absicht zugrunde, einige der irrigen Vorstellungen zu widerlegen, die in diesem Land und auf der ganzen Welt als medizinische Ratschläge und Empfehlungen der Institutionen des öffentlichen Gesundheitswesens durchgehen, und Ihnen die erforderlichen Informationen und die Logik zur Verfügung zu stellen, damit Sie Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden in die eigenen Hände nehmen können.

    Doch ich muss Ihnen einen warnenden Hinweis geben: Wenn Sie meine Argumentation für richtig befinden und Ihre Ernährungsweise entsprechend ändern, handeln Sie möglicherweise gegen den Rat Ihres Arztes und ganz gewiss gegen die Empfehlungen der Gesundheitsorganisationen und die Einrichtungen der Regierung, die die allgemein gültigen Ansichten darüber hochhalten und vorschreiben, wie eine gesunde Ernährungsweise auszusehen hat. In diesem Sinne handeln Sie auf eigene Gefahr, wenn Sie dieses Buch lesen und Ihre Ernährung entsprechend der in ihm dargelegten Argumentation umstellen. Sie können diese Situation, gegen den Rat Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin zu handeln, jedoch korrigieren, indem Sie es ihm oder ihr geben, nachdem Sie es gelesen haben, sodass er oder sie entscheiden kann, wem und was er oder sie glaubt. Und Sie können es auch den Abgeordneten Ihres Wahlkreises geben, weil die wachsende Flut an Fettleibigkeit und Diabetes in den USA und auf der ganzen Welt in der Tat ein gewaltiges Problem für die allgemeine Gesundheit und die Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens darstellt. Es handelt sich nicht nur um eine individuelle Last, die wir zu tragen haben. Es würde helfen, wenn unsere gewählten Vertreter tatsächlich verstehen würden, wie wir in diese Situation gekommen sind, damit sie letzten Endes entsprechend handeln können, um das Problem zu lösen anstatt dafür zu sorgen, dass es fortbesteht.

    – Gary Taubes, September 2010

    Einführung – Die Ursünde

    Im Jahr 1934 zog eine junge deutsche Kinderärztin namens Hilde Bruch in die USA, ließ sich in New York City nieder und war, wie sie später schrieb, „erschrocken darüber, wie viele dicke Kinder sie sah – „wirklich dicke Kinder, nicht nur in den Sprechstunden, auch auf den Straßen, in den U-Bahnen und in den Schulen. Die hohe Anzahl an fettleibigen Kindern in New York war so auffallend, dass andere europäische Einwanderer Hilde Bruch darauf ansprachen, weil sie davon ausgingen, dass sie wissen würde, woran das lag. Was ist denn mit den US-amerikanischen Kindern los, fragten sie. Warum sind sie so aufgedunsen und aufgebläht? Viele sagten, dass sie noch nie so viele dicke Kinder gesehen hätten.

    Heute, da wir ständig daran erinnert werden, dass sich das Problem der Fettleibigkeit – wie überall in der entwickelten Welt – epidemieartig ausbreitet, hören wir ständig solche Fragen oder stellen sie uns selbst. Die gleiche Frage wird über dicke Erwachsene gestellt. Warum sind sie so aufgedunsen und aufgebläht? Oder vielleicht fragen Sie sich auch selber: Warum bin ich so dick?

    Aber Hilde Bruch machte ihre Beobachtung Mitte der 1930er-Jahre in New York, zwei Jahrzehnte bevor die ersten Kentucky-Fried-Chicken- und McDonald’s-Filialen eröffneten und das Fast Food, wie wir es heute kennen, geboren wurde. Es war ein halbes Jahrhundert vor den Supersize-Portionen und der Verwendung von Maissirup mit hohem Fruchtzuckergehalt. Wichtiger noch: 1934 war ein Jahr mitten während der Großen Depression, einer Zeit, die geprägt war von noch nie dagewesener Arbeitslosigkeit, von Suppenküchen und Schlangen von Bedürftigen, an die Nahrungsmittel verteilt wurden. Jeder vierte US-Amerikaner war arbeitslos. 60 % der US-Amerikaner lebten in Armut. In New York City, wo Hilde Bruch und die mit ihr gekommenen Einwanderer so erstaunt über die vielen dicken Kinder waren, galt jedes vierte Kind als mangelernährt. Wie konnte das sein?

    Ein Jahr nach ihrer Ankunft in New York richtete Hilde Bruch am Columbia University College of Physicians and Surgeons eine Sprechstunde zur Behandlung übergewichtiger Kinder ein. 1939 veröffentlichte sie den ersten von zahlreichen Berichten über ihre intensiven Studien an den vielen übergewichtigen Kindern, die sie behandelt hatte, wenn auch nahezu ausnahmslos ohne Erfolg. Durch Interviews mit ihren Patienten und deren Familien hatte sie erfahren, dass die betroffenen Kinder tatsächlich zu viel aßen, so sehr sie selber oder ihre Eltern dies auch anfänglich bestritten haben mochten. Doch der Rat, weniger zu essen, bewirkte nichts, und egal wie viele Anweisungen, Ratschläge oder Ermahnungen sie auch erteilte und egal wie viel Mitleid sie aufbrachte – nichts schien zu helfen.

    Laut Hilde Bruch war die schlichte Tatsache nicht zu übersehen, dass diese Kinder ihr ganzes Leben lang versucht hatten, weniger zu essen, um ihr Gewicht unter Kontrolle zu bringen, oder zumindest darüber nachgedacht hatten, weniger zu essen, und dennoch dick geblieben waren. Einige dieser Kinder, berichtete Bruch, „unternahmen gewaltige Anstrengungen, um abzunehmen und gaben praktisch ihr bisheriges Leben auf, um dieses Ziel zu erreichen. Doch ein niedrigeres Gewicht zu halten, bedeutete, „sich so zu ernähren, dass sie praktisch immer Hunger litten, und das konnten sie schlicht und einfach nicht, obwohl ihre Fettleibigkeit sie unglücklich und zu sozialen Außenseitern machte.

    Eine von Bruchs Patientinnen war ein zartes Mädchen im Teenageralter, das „im wahrsten Sinne des Wortes in Bergen von Fett verschwand. Dieses Mädchen hatte sein ganzes Leben lang gegen sein Gewicht und die Bemühungen seiner Eltern angekämpft, es beim Abnehmen zu unterstützen. Es wusste, was es tun musste, oder glaubte zumindest, es zu wissen, genau wie seine Eltern, nämlich weniger essen. Der ständige Kampf darum bestimmte das Dasein dieses Mädchens. „Mir war immer klar, dass dein Leben davon bestimmt wird, was du für eine Figur hast, stellte es Hilde Bruch gegenüber klar. „Ich war immer unglücklich und deprimiert, wenn ich zugenommen habe. Es gab nichts, wofür es sich zu leben lohnte … Ich habe mich regelrecht gehasst. Ich konnte es einfach nicht ertragen. Ich wollte mich nicht sehen. Ich hasste Spiegel. Sie zeigten mir, wie dick ich war … Ich habe mich nie dabei wohlgefühlt zu essen und dick zu werden – aber ich habe einfach keine Lösung für mein Problem gesehen, und deshalb bin ich immer dicker geworden."

    So wie das zarte Mädchen, von dem Bruch berichtet, verbringen viele von uns, die übergewichtig oder fettleibig sind, einen großen Teil ihres Lebens damit zu versuchen, weniger zu essen oder zumindest nicht zu viel zu essen. Manchmal gelingt uns das, manchmal scheitern wir, aber der Kampf geht immer weiter. Für einige beginnt der Kampf wie für die Patienten von Hilde Bruch in der Kindheit. Für andere beginnt er mit zwanzig als frischgebackene Studienanfänger, im ersten Jahr weg von zu Hause, wenn sich um die Taille und an den Hüften auf einmal diese Fettpolster bilden. Wieder andere werden sich zwischen dreißig und vierzig oder zwischen vierzig und fünfzig dessen bewusst, dass das Schlankbleiben auf einmal nicht mehr so mühelos ist, wie es einmal war.

    Wenn wir dicker sein sollten, als die medizinischen Autoritäten dies für gut befinden, und wir aus irgendeinem Grund einen Arzt aufsuchen, wird dieser uns wahrscheinlich mehr oder weniger nachdrücklich nahelegen, dieses Problem anzugehen. Fettleibigkeit und Übergewicht, werden wir unterrichtet, erhöhen für nahezu jede chronische Krankheit, die einen ereilen kann, das Risiko, an einer oder mehrerer dieser Krankheiten zu erkranken – Herzleiden, Schlaganfall, Diabetes, Krebs, Demenz, Asthma. Wir werden ermahnt, regelmäßig Sport zu treiben, eine Diät zu machen und weniger zu essen, als ob der Gedanke oder der Wunsch, dies zu tun, uns noch nie durch den Kopf gegangen wäre. „Häufiger als bei jeder anderen Krankheit, so Bruch über Fettleibigkeit, „gehen die Patienten nur zum Arzt, um sich von diesem zu einem ganz besonderen Trick ermuntern zu lassen, nämlich weniger zu essen, nachdem sie bereits selber die Erfahrung gemacht haben, dass dieser Trick nicht funktioniert.

    Die Ärzte, die zu der Zeit von Hilde Bruch praktiziert haben, waren nicht unbedacht, und die heutigen sind es auch nicht. Sie sind nur von einem mangelhaften Glaubenssatz überzeugt – einem Paradigma –, der sie davon ausgehen lässt, dass der Grund, aus dem wir dick werden, eindeutig und unbestreitbar ist und das Gleiche auch für die Abhilfe gelten muss. Wir werden dick, sagen uns unsere Ärzte, weil wir zu viel essen und/oder uns zu wenig bewegen, weshalb das Heilmittel darin bestehe, das Gegenteil zu tun. Zumindest sollten wir, wie Michael Pollan es so eingängig in seinem Bestseller In Defense of Food [deutsch: Lebens-Mittel: Eine Verteidigung gegen die industrielle Nahrung und den Diätenwahn] empfohlen hat, „nicht zu viel essen, das würde schon reichen. Wenigstens würden wir dann nicht noch dicker werden. Diese Sichtweise hat Bruch 1957 als die „in den USA vorherrschende Ansicht beschrieben, „der zufolge das Problem der Fettleibigkeit einfach nur darauf zurückzuführen ist, dass die Betroffenen mehr essen, als der Körper benötigt." Inzwischen ist dies weltweit die vorherrschende Ansicht im Hinblick auf die Ursache von Fettleibigkeit.

    Wir können dies als „Kalorienaufnahme-Kalorienverbrauch-Paradigma oder als „Überernährungs-Paradigma bezeichnen – oder auch als „Energiebilanz-Paradigma, wenn wir es fachsprachlich ausdrücken wollen. Laut Weltgesundheitsorganisation „ist die grundlegende Ursache von Fettleibigkeit und Übergewicht eine unausgewogene Energiebilanz, ein Ungleichgewicht zwischen aufgenommenen Kalorien einerseits und verbrauchten Kalorien andererseits.¹ Wir werden dick, wenn wir mehr Energie aufnehmen, als wir verbrauchen (also, in wissenschaftlicher Terminologie, eine positive Energiebilanz aufweisen), und wir nehmen ab, wenn wir mehr Energie verbrauchen, als wir aufnehmen (also eine negative Energiebilanz aufweisen). Nahrung liefert Energie, und wir messen diese Energie in Kalorien. Wenn wir also mehr Kalorien aufnehmen, als wir verbrauchen, werden wir dicker. Wenn wir weniger Kalorien aufnehmen, als wir verbrauchen, nehmen wir ab.

    Diese Denkweise über unser Gewicht ist so einleuchtend und so verbreitet, dass es heutzutage praktisch unmöglich ist, nicht zu glauben, dass es sich so verhält. Obwohl wir über jede Menge Beweise verfügen, die das Gegenteil belegen – und egal, wie viel Zeit unseres Lebens wir bewusst, jedoch erfolglos damit verbracht haben zu versuchen, weniger zu essen und uns mehr zu bewegen –, ist es wahrscheinlicher, dass wir unsere Urteilsfähigkeit und Willenskraft infrage stellen als diesen Glaubenssatz, der besagt, dass unser Gewicht dadurch bestimmt wird, wie viele Kalorien wir aufnehmen und verbrauchen.

    Mein Lieblingsbeispiel, das diese Denkschule dokumentiert, stammt von einem renommierten Sportphysiologen und Koautor eines Leitfadens über sportliche Betätigung und Gesundheit, der im August 2007 von der American Heart Association und dem American College of Sports Medicine herausgegeben wurde. Dieser Physiologe erzählte mir, dass er „klein, dick und kahlköpfig gewesen sei, als er in den 1970er-Jahren angefangen habe, lange Strecken zu joggen, und jetzt, mit Ende sechzig, sei er „klein, kahlköpfig und noch dicker. In den Jahren dazwischen, erzählte er, habe er gut 15 Kilogramm zugenommen und sei vielleicht 130.000 Kilometer gejoggt – mehr oder weniger dreimal (am Äquator) um die ganze Erde. Er glaubte, dass es ein Limit gebe, inwiefern intensiver Sport ihm dabei helfen könne, sein Gewicht unter Kontrolle zu behalten, aber er glaubte auch, dass er noch dicker wäre, wenn er nicht gelaufen wäre.

    Als ich ihn fragte, ob er wirklich glaube, dass er schlanker wäre, wenn er noch mehr gelaufen wäre und den Planeten zum Beispiel viermal umrundet hätte anstatt nur dreimal, sagte er: „Ich sehe nicht, wie ich noch mehr Sport hätte treiben sollen. Ich hatte schlicht und einfach keine Zeit, noch mehr zu laufen. Aber wenn ich in den vergangenen Jahrzehnten jeden Tag zwei oder drei Stunden hätte laufen können, hätte ich vielleicht nicht so viel zugenommen." Worauf ich hinauswill, ist, dass er vielleicht trotzdem zugenommen hätte, sich diese Möglichkeit aber einfach nicht vorstellen konnte. Wissenschaftssoziologen würden sagen, dass er in einem Paradigma gefangen war.

    Dieses „Kalorienaufnahme-Kalorienverbrauch"-Paradigma hat sich im Laufe der Jahre allen Beweisen zum Trotz, die nahelegen, dass es nicht stimmt, äußerst hartnäckig gehalten. Stellen Sie sich einen Mordprozess vor, in dem ein glaubwürdiger Zeuge nach dem anderen in den Zeugenstand tritt und bezeugt, den Verdächtigen zum Zeitpunkt des Mordes an einem anderen Ort als am Tatort gesehen zu haben und dieser somit ein hieb- und stichfestes Alibi hat, die Geschworenen aber trotzdem darauf beharren, dass der Angeklagte schuldig ist, weil sie von Beginn des Prozesses an von seiner Schuld überzeugt waren.

    Führen Sie sich das Übergewichtsproblem vor Augen. Wir US-Amerikaner werden dicker und dicker. Vor fünfzig Jahren wurde jeder achte oder neunte US-Amerikaner offiziell als fettleibig erachtet, heute ist es jeder dritte. Heute gelten zwei Drittel der US-Amerikaner als übergewichtig, was bedeutet, dass sie mehr Pfunde mit sich herumtragen, als es die öffentlichen Gesundheitsinstitutionen für gesund erachten. Nach Ergebnissen der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) haben 23,9 % der Frauen und 23,3 % der Männer im Alter von 18 bis 79 Jahren Adipositas. Kinder sind dicker, Heranwachsende sind dicker, sogar Neugeborene kommen dicker aus dem Mutterleib. Während dieser Jahrzehnte, in denen sich das Übergewichtsproblem epidemieartig verbreitet hat, hat das „Kalorienaufnahme-Kalorienverbrauch"- beziehungsweise das Energiebilanz-Paradigma das Denken beherrscht, weshalb die Vertreter der offiziellen Gesundheitsinstitutionen davon ausgehen, dass wir ihre Ratschläge – weniger zu essen und mehr Sport zu treiben – entweder nicht befolgen, oder dass wir einfach nicht anders können.

    Malcolm Gladwell hat dieses Paradox 1998 in der New York Times thematisiert. „Uns wurde erzählt, dass wir nicht mehr Kalorien zu uns nehmen sollen, als wir verbrennen, und dass wir nicht abnehmen können, wenn wir nicht regelmäßig Sport treiben, schrieb er. „Dass nur wenige von uns imstande sind, diesen Rat zu befolgen, ist entweder unsere Schuld, oder der Rat ist falsch. Medizinische Überzeugungen tendieren dazu, an den bisher geltenden Ansichten festzuhalten. Diätratgeber tendieren dazu, sich an neueren Ansichten zu orientieren. Angesichts dessen, wie oft medizinische Überzeugungen sich in der Vergangenheit als falsch erwiesen haben, ist diese Orientierung am Neuen allem Anschein nach nicht einmal irrational. Es lohnt sich also herauszufinden, was von beidem richtig ist.

    Nach der erforderlichen Anzahl an Interviews mit Autoritäten auf diesem Gebiet kam Gladwell zu dem Schluss, dass es unsere Schuld ist, dass es uns schlicht und einfach „an Disziplin mangelt … oder an der Kraft", um weniger zu essen und uns mehr zu bewegen, wobei er die Vermutung anstellte, dass schlechte Gene bei einigen von uns unsere Willensschwäche stärker mit zusätzlichen Pfunden bestrafen als bei anderen.

    Ich werde in diesem Buch die These vertreten, dass einzig und allein die medizinische Überzeugung falsch ist, und zwar sowohl der Glaube, dass überschüssiges Fett von überschüssiger Kalorienaufnahme herrührt, als auch der Rat, der aus diesem Glauben folgt, nämlich der Rat, sich mehr zu bewegen. Ich werde darlegen, dass es unsinnig ist, die Ursache von Fettleibigkeit mithilfe des Kalorienaufnahme-Kalorienverbrauch-Paradigmas zu erklären. Dass wir nicht dick werden, weil wir zu viel essen und uns zu wenig bewegen und das Problem infolgedessen nicht lösen können, in dem wir bewusst das Gegenteil tun. Dieser Glaube ist sozusagen die Ursünde, und wir werden unsere Gewichtsprobleme nie in den Griff bekommen – ganz zu schweigen von den durch die verbreitete Fettleibigkeit verursachten gesellschaftlichen Problemen wie Diabetes und anderen Krankheiten, die mit Übergewichtigkeit einhergehen –, solange wir das nicht verstehen und korrigieren.

    Ich will damit jedoch keinesfalls andeuten, dass es ein magisches Rezept gibt, um abzunehmen, jedenfalls zumindest keins, das nicht mit Opfern verbunden ist. Die Frage ist: Was muss geopfert werden?

    Im ersten Teil dieses Buches werde ich die Beweise darlegen, die gegen die Kalorienaufnahme-Kalorienverbrauch-Hypothese sprechen. Ich werde viele jener Beobachtungen und Tatsachen aus unserem Lebensalltag anführen, die sich mithilfe dieses Konzepts nicht erklären lassen, und ich werde darauf eingehen, warum wir trotzdem an die Richtigkeit dieser Hypothese glauben und was für Fehler wir daraufhin gemacht haben.

    Im zweiten Teil des Buches werde ich darlegen, welche Annahmen die europäischen Gesundheitsforscher im Hinblick auf Übergewicht und überschüssiges Fett vor dem Zweiten Weltkrieg vertreten haben. Sie waren wie ich der Auffassung, dass es absurd ist zu denken, Fettleibigkeit werde dadurch verursacht, dass man zu viel isst, da alles, was Menschen wachsen oder zunehmen lasse – sei es an Größe oder an Gewicht, an Muskelmasse oder Fett – sie veranlasse, zu viel zu essen. Kinder wachsen zum Beispiel nicht in die Höhe, weil sie übermäßig viel essen und mehr Kalorien aufnehmen als sie verbrauchen. Sie essen so viel – überernähren sich –, weil sie wachsen. Sie müssen mehr Kalorien aufnehmen als sie verbrauchen. Kinder wachsen, weil sie ein Hormon bilden, das dafür sorgt, dass sie wachsen – in diesem Fall ein Wachstumshormon. Und es gibt allen Grund zu der Annahme, dass das Wachstum unseres Fettgewebes, das zu Übergewicht und Fettleibigkeit führt, ebenfalls von Hormonen ausgelöst und gesteuert wird.

    Anstatt Fettleibigkeit auf ein Ungleichgewicht der Energiebilanz oder darauf zurückzuführen, dass man zu viel isst, wie es die Experten in den zurückliegenden fünfzig Jahren getan haben, gingen jene europäischen Gesundheitsforscher vor dem Zweiten Weltkrieg von der Annahme aus, dass Fettleibigkeit im Wesentlichen auf eine gestörte übermäßige Fettakkumulation zurückzuführen ist. Philosophen würden dies „erste Prinzipien" nennen. Es ist so offensichtlich wahr, dass es beinahe sinnlos erscheint, es zu erwähnen. Aber wenn wir es tun, stellt sich automatisch die Frage: Was reguliert die Fettakkumulation? Die Hormone oder Enzyme, die dafür sorgen, die Fettakkumulation bei uns auf natürliche Weise zu erhöhen – so wie Wachstumshormone dafür sorgen, dass Kinder wachsen –, sind sehr wahrscheinlich die Verdächtigen, auf die wir unser Augenmerk richten sollten, um herauszufinden, warum einige von uns dick werden und andere nicht.

    Leider hat die europäische Gesundheitsforschergemeinde den Zweiten Weltkrieg zu einem großen Teil nicht überlebt, und diese Ärzte und ihre Ansichten über Fettleibigkeit waren in den späten 1950er- und den späten 1960er-Jahren nicht mehr präsent, als die Frage, was die Fettakkumulation reguliert, beantwortet wurde. Wie sich herausstellte, beeinflussen im Wesentlichen zwei Faktoren, wie viel Fett wir anhäufen, und beide Faktoren haben mit dem Hormon Insulin zu tun.

    Erstens: Wenn der Insulinspiegel erhöht ist, lagern wir Fett in unserem Fettgewebe ein, und wenn der Insulinspiegel sinkt, wird Fett aus dem Fettgewebe abgebaut und zur Energiegewinnung für unseren Körper verbrannt. Dies ist seit den frühen 1960er-Jahren bekannt und war nie umstritten. Zweitens: Unser Insulinspiegel wird im Wesentlichen durch die Kohlenhydrate bestimmt, die wir aufnehmen – nicht ausschließlich, aber so gut wie. Je mehr Kohlenhydrate wir zu uns nehmen und je einfacher sie zu verdauen und je süßer sie sind, desto mehr Insulin wird ausgeschüttet, was dazu führt, dass der Insulinspiegel in unserem Blut steigt und infolgedessen mehr Fett in unseren Fettzellen gespeichert wird. „Kohlenhydrate treiben den Insulinspiegel in die Höhe und fördern die Fetteinlagerung." So hat George Cahill, ein ehemaliger Professor an der Harvard Medical School, es mir vor Kurzem beschrieben. Cahill hat in den 1950er-Jahren einige der frühen Forschungen über die Regulierung der Fettakkumulation betrieben und ein achthundertseitiges Kompendium der American Physiological Society mit herausgegeben, das 1965

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