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Die Festung von Prizren

Die Festung von Prizren

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Die Festung von Prizren

Länge:
53 Seiten
44 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 22, 2017
ISBN:
9783961640942
Format:
Buch

Beschreibung

"Wo war ich? Ich war weit weg." Der Strom der Zeit macht vor niemandem Halt. Auch nicht vor dem Erzähler, der sich nach Jahren wieder in seinem Geburtsort Prizren wähnt. So viel hat sich verändert und so viel ist geblieben, wie es einst war. Doch am meisten hat sich der Erzähler verändert – vor allem in seinem Denken. Begegnungen von einst erhalten neue Bedeutungen, Worte von damals wiegen schwer. Liebe, Schmerz, Trennung und Wohlgefallen - verschiedene Dinge, die der Erzähler mit seiner Vergangenheit und jener der Festung von Prizren verbindet. Es ist eine Wanderung durch die Epochen der Zeit, aber auch ein Vorausschauen und Hinterfragen. Eine Ermutigung, nicht alles hinzunehmen und zu glauben. Der Zuspruch, sein eigenes Weltbild zu erschaffen, seine eigene Meinung zu vertreten und den Mut zum Frieden im Herzen zu tragen. "Nur hier wurde das möglich, nirgendwo anders waren sie so nahe am Leben und so gut aufgehoben wie hier."
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 22, 2017
ISBN:
9783961640942
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Die Festung von Prizren - Riat Ajazaj

Inhalt

Titelblatt

Die Festung von Prizren

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Riat Ajazaj

Die Festung

von Prizren

Erzählung

Copyright © 2017 Axiomy Verlag

Bielatalstraße 14, 01824 Königstein

Umschlaggestaltung: © at Gazmend Freitag und Axiomy Verlag

Satz: at Axiomy Verlag

ISBN Print: 978-3-945618-94-3

ISBN eBook (epub): 9783961640942

ISBN eBook (pdf): 978-3-945618-95-0

Urheberrechtlich geschütztes Material

www.axiomy-verlag.de

Wie ein uraltes Tier schien die Festung auf die Stadt herabzublicken. Sie liegt oben auf dem Berg und ist von den meisten Stadtvierteln aus gut sichtbar. Seit meiner Schulzeit habe ich ihr Bild im Kopf. Im Sommer, wenn es heiß war, bot der Aufstieg zu ihr kühlen Schatten und geheime Verstecke für Verliebte. Die Menschen liebten es, zur Festung hinauf zu wandern. Im Winter sah sie wie ein riesiger schwarzer Bär aus, der tief schlief. So kam es mir jedenfalls vor. Da ich selten hinaufgegangen bin, kannte ich nicht alle Wege, auf denen man zu ihr gelangte. Einer führte von der Altstadt durch gepflasterte Gassen aufwärts, ein anderer, etwas längerer, ging über eine Brücke und schlängelte sich zwischen belebten Läden und Kneipen den Festungsberg entlang, vorbei an einem kleinen Fluss, durch eine schöne Landschaft. Ich wählte nun den längeren Weg und verlangsamte meine Schritte. Meine Absicht war, mir einen alten Traum zu erfüllen. Endlich einmal wollte ich die Festung ganz alleine besichtigen und auch vom Stadtlärm Abstand gewinnen, Zeit in der Natur verbringen. Während ich ging, genoss ich die Ruhe um mich herum. Ich wollte möglichst wenig denken und mich zum Schreiben inspirieren lassen, alles genau beobachten und mich nicht von schweren Gedanken ablenken lassen. Ich brauchte Ruhe und Erholung. Ich schaltete mein Handy aus, um die Umgebung ungestört genießen zu können, achtete nur auf die Bäume und Felsen, auf meine Füße und den schmalen Asphaltweg, der bald in einen nicht asphaltierten Weg übergehen würde.

Nach vielen Jahren der Abwesenheit stellte ich fest, dass die heimatliche Festung in mir mythische Züge angenommen hatte. Seit ich sehen und denken konnte, hatte ich dieses Bauwerk meist von unten, von der Stadt aus, gesehen, hatte aber lange Zeit keine Gelegenheit gehabt, selbst hinauf zu gehen und im Innern der Festung zu sein. Das riesengroße alte Bauwerk war bestimmt das größte, das die Stadt je gebaut hatte. Archäologen brachten den Ort mit vielen früheren Jahrtausenden in Verbindung. So hoch gelegen stach die Festungsanlage von den meisten Stadtvierteln aus ins Auge und war, ob man wollte oder nicht, ziemlich präsent in den Gesprächen oder bei den Tätigkeiten der Stadt. Sie dominierte das Stadtbild. Von der Altstadt und von mehreren Marktplätzen aus konnte man sie gut sehen aber auch von vielen Brücken und Terrassen aus war das dunkle Gemäuer noch zu erkennen.

Ich ging durch die Altstadt. Die alten Pflastersteine aus der Zeit der Türken, die kleinen Läden, der Brunnen in der Mitte, die Gelassenheit der Passanten trugen dazu bei, dass ich die wohltuende Energie, die dieser Ort ausstrahlte, spürte. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Menschen nach dem Krieg nun erleichtert und vor allem freier fühlten. Ich hörte den Ruf des Muezzins und die Kirchenglocke, ich lächelte. Ich war gerne da. Und da ich nun wieder an diesem Ort war, wollte ich unbedingt auch das Wasser aus dem Brunnen trinken, wie ich es als Schuljunge einst getan hatte, wenn ich mit meiner Mutter zusammen in die Stadt ging. Das Wasser dort hatte mir immer gut geschmeckt. Nachdem ich getrunken hatte, beobachtete ich das Fallen des Wassers auf die Pflaster­steine und betrachtete die zufällig vorbeikommenden Passanten, die sich dem Wasserrohr näherten. Ich schaute auch zu den kleinen Geschäften hinüber, die in den Sommermonaten Hochbetrieb hatten, da viele Emigranten aus reichen Ländern zurückgekehrt waren und ihr Geld da ließen. Sie waren gut

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