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Fluch und Asche: The Siren Chronicles

Fluch und Asche: The Siren Chronicles

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Fluch und Asche: The Siren Chronicles

Länge:
416 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 22, 2018
ISBN:
9781547526734
Format:
Buch

Beschreibung

Fluch und Asche ist die fesselnde Fortsetzung von Koralle und Knochen.

Eine gestörte Zwillingsschwester, ein Dämon, der ihre Kräfte an sich reißen will, und ein geheimnisvolles Tagebuch, das mehr Fragen als Antworten enthält – Halen braucht ihren Wächter Dax mehr denn je. Doch sie fürchtet, dass er ihr nie vergeben wird, wenn sie sich ihm anvertraut. Nicht nach allem, was er geopfert hat, um ihr bei der Vernichtung von Asair zu helfen. Halen hat Asair in einem Meer aus magischen Schmetterlingen ertrinken lassen – oder zumindest dachte sie, sie hätte ihn getötet. Aber warum schlängelt sich seine spöttische Stimme, die sie dazu verleiten will, ihm ihre Macht zu überlassen, durch ihre Gedanken? Vielleicht hat sie ja alles richtig vermasselt, doch sie wird nie zulassen, dass Asair ihre Magik kontrolliert. Als die Feuer von Etlis auch die Erde bedrohen, werden Verdächtigungen laut, Asair könnte doch noch am Leben sein, und Unruhe bricht in den Reichen aus. Unter Lebensgefahr muss Halen in einem Wettlauf gegen die Zeit den Dämon aus sich vertreiben, bevor die Flammen die Erde verzehren oder die Tari angreifen.

Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 22, 2018
ISBN:
9781547526734
Format:
Buch

Über den Autor

I write stories about magick, love and dark creatures lurking in the shadows. When I'm not lost in Edit Land you can find me reading a book from my towering TBR pile or at the movie theater nibbling licorice. I don't have a lucky number, but my favorite time is 11:11. I completely believe that the fortunes found inside cookies will come true and that you must be careful when wishing on stars. I live on an island, so if you want to visit you'll need a boat, and if you want to survive the passage be sure to bring candy for the mermaids.


Buchvorschau

Fluch und Asche - Tiffany Daune

32

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Veröffentlichung darf ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers in irgendeiner Form wiedergegeben, übermittelt oder elektronisch gespeichert oder mit einem von der Originalausgabe abweichenden Einband oder Coverbild in Umlauf gebracht werden und ohne dem nachfolgenden Käufer eine ähnliche Bedingung aufzuerlegen.

––––––––

Alle Figuren in diesem Werk sind frei erfunden und jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen wäre rein zufällig.

FÜR MEINE SCHÖNEN UND INTELLIGENTEN SCHWESTERN

UND MEINEN BEMERKENSWERTEN BRUDER.

Prolog

„Wenn die Zeit kommt, versprich mir, mich nicht zu töten." Galadia bettete ihren Kopf in Tarius’ Halsbeuge.

Er atmete ihren süßen und zugleich salzigen Geruch ein und genoss jeden Atemzug, als wäre es sein letzter. „Du wirst vor der Verwandlung aufbrechen müssen."

Sie stützte sich auf ihre Ellenbogen und begegnete seinem Blick. „Ich scherze nur. Ich weiß, du könntest mir nie etwas zuleide tun."

„Aber vielleicht das Tier, zu dem ich werde." Er streichelte ihre weiche Wange und wünschte, es gäbe einen anderen Weg.

„Dann lass es uns erneut in Angriff nehmen. Wir müssen den Himmelsrat davon überzeugen, dass wir zusammengehören." Ihr Ton wurde immer entschlossener.

Die Hoffnung in ihren Augen bohrte sich tief in ihn hinein, wie die Krallen eines Drachen in das Fleisch seiner Beute. „Wir haben es bereits versucht. Du sollst die Mutter von Elosia werden und ich der Vater von Etlis. Das ist unsere Bestimmung. Wir können das Schicksal nicht ändern."

„Aber wir können dagegen ankämpfen. Besuche mich jede Nacht am Ufer, wenn der Mond hoch über dem Wasser steht. Die Erde kann immer noch unsere Heimat sein." Ihre Mundwinkel hoben sich zu einem Lächeln.

Er liebte diesen Gesichtsausdruck. Diesen schelmischen Blick, der so oft zu Schwierigkeiten führte. Er würde alles dafür tun, sie so lächeln zu sehen.

* * * * *

Bei Vollmond im Winter stand Tarius am Ufer, so wie jede Nacht, seitdem er Galadia zum Abschied geküsst hatte. Doch die Jahreszeiten wechselten und die Jahren vergingen und immer noch wartete er vergeblich. Die Wellen schwappten über seine Hufe und er wünschte sich einen Körper mit Kiemen und Flossen, der ihn näher zu ihr bringen würde.

„Ich habe sie verloren", sagte er zu Nora, seiner Vertrauten und Ratgeberin.

„Sie liebt dich nicht mehr. Sie streichelte sein Fell und ließ ihre Hand über sein Geweih gleiten. „Du musst sie aufgeben.

„Aber was, wenn etwas nicht in Ordnung ist? Vielleicht kann sie nicht an die Oberfläche kommen." Er musste einfach glauben, dass Galadia ihn noch liebte, sonst wäre alles sinnlos. Ein Leben ohne sie war es nicht wert, gelebt zu werden.

„Ihr Volk kommt ans Ufer. Die Bewohner von Elosia paaren sich mit Menschen. Nora wandte ihm ihr Gesicht zu. Ihre Augen waren dunkel wie die aufgewühlte See. „Es gibt nichts, was Galadia von hier fernhalten könnte.

„Dann bringe mir einen Elosianer. Wir werden einen Weg zu Galadia finden." Er stampfte mit dem Huf im Sand auf und Blitze zuckten über den Himmel – eine Warnung, dass er seinen Unmut im Zaum halten musste.

„Das haben wir schon versucht. Doch sie sterben, bevor wir Antworten bekommen. Sie können nicht lange genug hier atmen, um ein Verhör zu überstehen."

„Dann bring mir eine Sirene." Donnergrollen erschütterte den Himmel bei seinem Befehl.

Nora öffnete die Lippen. Sie biss sich auf die Zunge und er wusste, sie würde ihm gleich davon abraten. Sirenen waren ungezügelt und voll dunkler Magik. Und doch war er in der Gegenwart dieser herrlichen Kreaturen Zeuge von Wundern geworden. Die bloße Existenz von Sirenen trotzte den Himmeln und säte Neid in seine Seele – sie waren frei, während er an sein Reich gefesselt blieb. „Wenn es mir gelingt, eine zu zähmen, finde ich vielleicht einen Weg, mir ihre Magik zunutze zu machen. Dann könnte ich Galadia eine Botschaft senden."

„Es ist zu gefährlich. Sogar die Elosianer haben die Sirenen verstoßen."

„Ich muss wissen, warum sie nicht kommt." Seine Stimme klang verletzt, wie immer, wenn er von Galadia sprach.

„Ich werde tun, worum du mich bittest, aber wenn sie nicht zurückkommt, versprich mir, dass du sie dann loslassen wirst. Ihr Mund verzog sich zu einem sanften Lächeln. „Es gibt andere, die dich lieben – andere, die darauf warten, dass du ihnen dein Herz schenkst.

Er wusste, sie verzehrte sich nach seiner Liebe, genauso wie er sich danach sehnte, Galadia im Meer auftauchen zu sehen. Nora stand am Ufer seines Herzens und wartete darauf, von seiner Liebe hinweggerissen zu werden. Warum sah sie nicht, dass er niemals eine andere lieben könnte? Doch er brauchte ihre Hilfe, und wenn Galadia zurückkäme, müsste er sein Versprechen nie brechen. „Ich werde sie aufgeben, wenn sie nicht kommt. Ich gebe dir mein Wort."

Nora verbeugte sich mit einem knappen Nicken. Sie breitete die Arme aus und der Wind umwehte sie, wirbelte ihr Haar auf und ließ es fliegen, während sie sich in den Raben verwandelte, dem er vertraute. Sie flog auf die Bäume zu, die das Ufer säumten, und verschwand im tiefen Wald. Hätte er gewusst, dass seine Ratgeberin, der er am meisten vertraute, ihn verraten würde, dass alles, was er geschaffen hatte – jede Träne, jedes Lächeln –, sich in diesem einen Versprechen verlieren würde, er hätte den erbärmlichen Raben an diesem Tag im Meer ertränkt.

Kapitel 1

„Wir brechen in ein oder zwei Tagen nach Etlis auf. Du bist noch nicht so weit, dass du reisen kannst." Dax lehnte sich mit dem Rücken gegen den Türrahmen. Sein sturmblauer Blick wanderte über Halen. Er betrachtete sie, als ob er nach den Lügen suchen würde, die sie verbarg.

Wie viel sah er? Ein Gefühl von Panik durchzuckte Halen. Hatte er die Veränderung in ihren Augen bemerkt, als sich Asairs frecher Blick darüberlegte? Konnte er den dämonischen Eindringling nun sehen?

„Bist du sicher, dass du allein mit dem Duschen klarkommst? Er überkreuzte die Arme, verdeckte so den silbernen Armreif des Wächters und drückte ihn an sein Herz. „Jade ist gleich in der anderen Suite. Es würde ihr nichts ausmachen, dir zu helfen.

„Nein! Ihre Stimme klang ein bisschen zu laut in dem beengten Hotelbadezimmer. Das fehlte ihr gerade noch, dass eine Empathin in ihren Emotionen herumwühlte! Wenn sie es verbockt und Asair nicht wirklich getötet, sondern stattdessen seine Seele verschluckt hatte, dann durfte das niemand herausfinden. Nach allem, was ihre Freunde geopfert hatten, würden sie ihr das niemals verzeihen. „Ich brauche Jade nicht. Sie lächelte gezwungen.

„Okay. Falls doch, sag einfach Bescheid." Sein unverwandter Blick ließ sie nicht los. Er war misstrauisch oder vielleicht auch nur besorgt – sie konnte es nicht genau sagen, aber seine Energie flackerte wie Wetterleuchten an einem Sommerhimmel.

„Ich dusche doch nur." Sie schnappte sich ein kleines Stück Seife von der Ablage und atmete den Zitrusduft ein. Benimm dich normal. Sie blickte hoch zu Dax. „Ich bin sicher, ich schaffe das." Sie lächelte breiter, obwohl ihr Puls vor Angst raste bei dem Gedanken, mit Asair allein zu sein. Sie schüttelte sich, um die Kälte zu vertreiben, die ihr in den Nacken kroch. Innerhalb weniger Sekunden in seiner Dimension hatte Asair ihr Selbstvertrauen mit einem einfachen Lächeln zerstört und sie zu seiner Beute gemacht. Wenn Dax nicht gewesen wäre, würde sie sich noch immer nach Asairs verdorbener Berührung verzehren und ihre Seele wäre so dunkel wie der Schatten des Todes. Sie schuldete Dax eine Erklärung. Sie sollte ihm zumindest erzählen, was sie im Spiegel gesehen hatte. Was ich zu sehen glaubte, korrigierte sie sich selbst. Sie blickte zum Spiegel, in dem sich nur Augenblicke zuvor Asairs jadegrüner Blick durch ihren gebrannt hatte. Etlis gehört immer noch mir. Seine flüsternde Stimme verschlang sie wie ein Tornado, der seine Opfer hochreißt. Aber wenn er am Leben wäre, warum verschwand dann nicht das Schuldgefühl, das sie innerlich zerfleischte? Die Erinnerung an seine Leiche lastete auf ihr. Sie rieb sich die Armbeuge, wo sie noch stets das Gewicht seines toten Körpers spüren konnte.

Dax trat nach vorn und verringerte den Abstand zwischen ihnen. „Hey, die Bewohner von Etlis werden dich von Asairs Erinnerungen befreien. Wir kriegen das hin. Nach und nach."

„Denkst du wirklich, dass Asairs Erinnerungen mit meinen vernäht sind? So unglaubwürdig dies auch klang, gleiches galt für die Vorstellung, dass eine andere Seele in ihr lauerte. Sie zog Dax’ Variante ihrer eigenen vor. „Glaubst du ehrlich, das ist der Grund, warum ich mich so mies fühle?

„Ich weiß, dass es so ist. Als du über den Saum deiner Seele getreten bist, hast du ihn zu deiner dunklen Seite gelangen lassen, aber du hast dich gewehrt. Er steckte ihre langen Ponyfransen hinter ihr Ohr. „Und du hast gewonnen.

Vielleicht war sie verwirrt oder tappte sogar völlig im Dunkeln. Sie hatte tagelang nichts gegessen und noch nicht einmal Zeit gehabt, sich wieder zurechtzufinden. „Es kommt mir so vor, als ob ich ihn niemals wieder loswürde. Wenn sich seine und meine Erinnerungen miteinander verknäuelt haben, wie sollen die Bewohner Etlis’ dieses Durcheinander jemals entwirren?"

„Das schaffen sie. Als er seinen Kopf neigte, fiel ihm eine blonde Locke in die Augen. Er strich sie beiseite. „Sie werden jetzt, wo das Portal geöffnet ist, alles für dich tun. Du kannst dir nicht vorstellen, wie dankbar sie sein werden.

Dankbar. Halen seufzte. Falls Asair wirklich tot ist. Sie strich mit den Händen über ihren weißen Pyjama. Auf der Brusttasche stockte sie und betastete das gestickte W. Es war dasselbe Logo, das auch die Handtücher und Hygieneartikel zierte. „Habe ich noch andere Sachen zum Anziehen?" Sie wechselte das Thema.

Ein verschmitztes Lächeln umspielte seine Lippen. „Du wirst das T-Shirt lieben, das ich im Souvenirladen gekauft habe. Es schreit geradezu ‚Dämonentöter‘. Er ging fort und kam einen Augenblick später mit einer großen Einkaufstüte zurück. „Ich hätte entweder den goldfarbenen Trainingsanzug nehmen können oder dies hier. Er reichte ihr die Tüte. „Ich hoffe, die Kleidungsstücke gefallen Ihnen, Ms. Windspeare." Seine Augen glitzerten amüsiert.

„Woher hast du das Geld für all das – Kleidung, eine Hotelsuite? Wie hast du überhaupt eingecheckt ohne Ausweis? Hast du eine Kreditkarte?" Dax war eine Sirene, wie sie, und konnte in der Atmosphäre sowohl der Erde als auch von Elosia atmen. Sie wusste, dass er Zeit auf der Erde verbracht hatte, aber sie wusste nicht genau, wie viel Zeit. Er wirkte jedoch nicht fehl am Platz in ihrem Reich.

„Wir Tari haben in jeder Stadt, die an einem Ozean oder Meer liegt, Beziehungen. Es ist für uns nicht schwierig, zu bekommen, was wir brauchen: Geld, Kleidung, Handys, einen Platz zum Aufwärmen ... Sein schiefes Lächeln betonte sein unwiderstehliches Grübchen, als er mit dem Kopf auf die Tüte wies. „Oder ein denkwürdiges Souvenir.

Sie lugte hinein. Nicht übel: ein schwarzes Sport-Tanktop, passende Shorts und Yogahosen – nichts, was dieses spitzbübische Lächeln rechtfertigen würde. Sie schob das weiße Seidenpapier zur Seite und ihr klappte der Unterkiefer herunter, als sie ein Shirt in Neonrosa herausholte. Sie hielt die Ärmel fest und zog das Material auseinander. Die Vorderseite zierte ein Cablecar inmitten eines großen, weißen Herzens. Darüber waren in einem gebogenen Schriftzug und mit kursiven Buchstaben die Worte Ich ließ mein gedruckt und unter der Spitze des Herzens stand in San Francisco. Sie beäugte sein schlichtes graues Shirt und die Jeans mit dunkler Waschung. „Wieso ist deine Garderobe unbeschadet davongekommen?"

Seine Wangen röteten sich. „Nebenan ist ein Laden mit Klamotten für Männer."

Egoistisch, zischte Asair in ihren Gedanken.

Sie presste das Shirt an ihre Brust, während Funken ihre Finger entlangsprangen. Sie fuhr herum, um in den Spiegel zu schauen, und erwartete, Asair darin zu sehen, doch sie starrte nur in ihr eigenes besorgtes Gesicht. Asair platzte in ihr Gespräch, bloß Erinnerungen sollten nicht so genau in die Gegenwart passen. Als sie die Tüte auf die Ablage stellte, zitterte ihre Hand.

„Was hast du?" Dax berührte ihr Handgelenk und sie fuhr zurück, als ob sie sich an einer Flamme versengt hätte.

„Nichts." Ihre Stimme hatte einen scharfen Beiklang, den sie nicht erwartet hatte.

Er kniff die Augen zusammen. „Du darfst nichts vor uns verbergen. Jade und Ezra, wir alle wollen dir helfen. Er legte seinen Kopf schief. „Aber du musst jetzt deine Gefühle mit uns teilen. Aus irgendeinem Grund kann ich keine Verbindung mit dir herstellen.

Sie schluckte den Kloß in ihrer Kehle hinunter. „Wie meinst du das?"

„Immer wenn ich versuche, den Saum in deiner Seele zu berühren, stoße ich auf Dunkelheit. Es ist, als ob ich mir mit Scheuklappen den Weg durch deine Seele suchen wollte."

Sie umklammerte die Ablage, ihre Knöchel waren so weiß wie der Marmor. Es war für sie wichtig, dass Dax sie erreichen konnte, falls sie vom Saum in die Dunkelheit stürzte. Sie atmete langsam ein und aus, um ihren schnellen Atem zu beruhigen. Wieder erwog sie, Dax die Wahrheit zu erzählen, aber was sollte sie ihm sagen? Ach, übrigens, vielleicht haust ein Dämon in mir. Er belauscht jedes unserer Worte.

Dax schaute sie gespannt an und wartete auf ihre Antwort. Es gab kein Szenario, in dem dies nicht böse enden würde. Sie musste sich gedulden, bis sie Gewissheit hatte. „Es gibt Dinge, mit denen ich allein klarkommen muss. Selbst wenn die Bewohner von Etlis Asairs Erinnerungen aus meinen Gedächtnis tilgen, kann ich meine eigenen nicht auslöschen. Ich habe jemanden getötet."

Leugnen war die andere Möglichkeit, die sich ihr in ihrem hin- und hergerissenen Gemütszustand bot. Du hast in Notwehr gehandelt, rief sie sich in Erinnerung. Und doch war ein Junge gestorben. Sie fuhr mit der Zehenspitze über den Rand einer Bodenfliese. „Du magst denken, dass Asair es verdient hat. Vielleicht stimmt das auch. Aber ich muss mit meinen Taten leben."

Dax quetschte sich neben sie und stieß sie leicht mit der Hüfte an. Diesmal rief seine Berührung die vertrauten prickelnden Funken hervor, die ihr Herz zum Erzittern brachten. Sie wollte sich in seine Arme schmiegen, sich in seiner Energie verlieren und diesen ganzen Wahnsinn vergessen.

„Du hast getan, was du tun musstest."

„Ich habe getan, was ihr von mir wolltet." Sie lehnte sich gegen seine Schulter und stahl etwas von seiner Wärme.

„Du hast recht. Vielleicht hätten wir dich nicht hineinschicken sollen, aber immerhin ist der Bann gebrochen. Etlis ist von den Flammen befreit. Die Gestaltwandler können heimkehren. Ein Leben wurde geopfert, damit die Reiche blühen und gedeihen können."

„Ein Leben", wisperte sie. Ein Leben war eins zu viel. Ihr Magen knurrte und sie schlang ihre Arme fester um sich.

„Das ist ein gutes Zeichen. Dax trat zur Seite. „Ich bestelle etwas zu essen. Willst du immer noch einen Milkshake?

„Und Pommes." Alles, was sie aß, würde wahrscheinlich sofort wieder ans Tageslicht zurückkehren, aber wenn Essen sie dem Aufbruch nach Etlis einen Schritt näher brachte, würde sie es versuchen.

Er strich mit dem Handrücken über ihre Wange. „Du bist so tapfer."

Ihre Blicke trafen sich und für eine Sekunde war sie drauf und dran, mit der ganzen Sache herauszuplatzen – zu gestehen, wie sehr sie sich fürchtete und dass sie kein bisschen tapfer war, sondern vielmehr feige, weil sie ihr Geheimnis verschwieg. Sein Kiefer und die Muskeln unter seinem Kragen spannten sich an. Hatte er gerade ihre Gedanken gelesen? Hatte er als ihr Wächter nicht nur Zugang zu ihrer Seele, sondern auch zu ihrem Verstand? Asair hatte sie vor den Gefühlen gewarnt, die an das Band mit dem Wächter geknüpft waren. Ob sie wollte oder nicht, sie würde ihr Herz an Dax verlieren. Als sie in seinen himmelblauen Augen versank, fragte sie sich, was daran so falsch sein sollte. „Also sind wir jetzt quasi unzertrennlich?"

„Wäre das so schlimm?"

Die Berührung seiner Hand klang noch nach und ließ Hitze in ihre Wangen steigen. Es ist nicht echt, sagte sie ihrem ängstlichen Herzen.

Jade, die aus der angrenzenden Suite etwas rief, ersparte ihr die Antwort.

Dax reckte den Hals und spähte ins Schlafzimmer.

„Was treiben Jade und Ezra?"

„Weiß nicht, ich kann von hier aus nicht in ihr Zimmer gucken."

„Vielleicht solltest du nachsehen gehen. Jade klingt ziemlich sauer."

Als er sie wieder anschaute, mit einer Spur von Zögern in seinem Blick, berührte sie seinen Arm. „Mir geht’s gut. Wirklich." Ihr selbstsicheres Auftreten schwand, als sich Jade plötzlich an ihm vorbeischob.

Jade quetschte sich zwischen sie. Vom Hals bis zu ihren reichlich gepiercten Ohren war ihre Haut gerötet. Ihr dunkles Haar war an einer Seite frisch geschoren, an der anderen Seite hing es ihr lang und seidig bis auf die Brust. Jade hatte ebenfalls Pech, was ihre Garderobe betraf. Sie trug hautenge Jeans und ein einfaches, schwarzes Baumwollhemd für Männer. Die Ärmel waren hochgekrempelt und enthüllten die Wirbel des Geburtsmals, das alle Sirenen hatten. Das war nicht ihre übliche Goth-Mischung aus Leder und zerschlissenen Jeans, aber viel besser als Halens knalliges Touristenshirt. Ihre großen karamellfarbenen Augen glühten. „Was zum Teufel verschweigt ihr beiden mir?"

„Was ist dein Problem? Rück Halen nicht so auf die Pelle." Er zerrte sie am Ärmel, doch sie befreite ihren Arm.

„Kannst du ihn denn nicht fühlen?" Jade richtete ihren heiß glühenden Blick auf Dax.

Halens Zehen krümmten sich. Empathin! Das Wort schrillte durch ihren Verstand wie eine Hurrikanwarnung. Sofort entzündeten sich in jeder Zelle ihres Körpers Funken, bereit zum Angriff. Jade war ihre Freundin, sie hatten Seite an Seite gegen die Meerjungfrauen gekämpft. Jade würde ihr nichts antun. Und doch nahmen die Funken zu. Bleib ruhig. Sie schüttelte ihre kribbelnden Hände an den Seiten aus und atmete tief ein.

Jade schob sich dichter an Halen heran und die wich vor ihr zurück, bis ihre Kniekehlen an das weiße Porzellan der Toilette stießen.

„Fühlen? Wen?", fragte Dax. Gleichzeitig stellte er sich breitbeinig hin und versperrte die Türöffnung, als ob er die Antwort bereits kennen würde.

Jade ragte über ihr auf. Die Wände des Badezimmers schienen immer näher auf sie zuzukommen. Sie musste hier raus, und zwar schnell, bevor die Funken zu Flammen wurden. Sie könnte den Spiegel zerschmettern, die anderen überrumpeln, aber wenn sie Magik anwenden würde, nähme ihr das nur noch mehr von ihrer Kraft. Seit sie in Asairs Dimension gewesen war, hatte das Elixier aus Koralle und Dax’ Knochenmark nicht mehr gewirkt. Wenn sie Magik benutzte, würde sie danach nicht weit kommen. Dumm. Sie hätte die Dimension nicht eher verlassen sollen, bevor sie hundertprozentig sicher war, dass Asair tot war.

„Was bist du denn für ein Wächter? Fühlst du ihn überhaupt nicht?" Jade ballte die Fäuste an beiden Seiten.

„Wen?", fragte Dax erneut.

„Asair!" Als sein Name über Jades Lippen kam, ging ein Donnergrollen durch die Hotelsuite. Der geflieste Boden vibrierte unter ihren Füßen, das Licht flackerte und die kleinen Flaschen mit den Pflegeprodukten des Hotels fielen um.

Jade flog gegen Halens Brust und Dax klammerte sich am Türrahmen fest, um nicht zu stürzen. Zwar hatte es in San Francisco schon genug Erdbeben gegeben, doch Halens Bauchgefühl schrie Asair.

Ein weiteres Beben erschütterte das Bad. Jade packte Halen am Arm. „Lass uns von hier verschwinden!"

Als sie ins Schlafzimmer stolperten, kam Ezra aus dem angrenzenden Wohnbereich gerannt und schwenkte die Fernbedienung.

„Alles in Ordnung mit dir?" Jade ließ Halen los und stürzte zu ihm hin.

Halen blickte zurück zu Dax, der zum Fenster lief.

„Yeah, ich bin unverletzt, aber vielleicht nicht mehr lange. Ihr müsst die Nachrichten sehen! Es ist hier!"

Die gehetzte Stimme einer Reporterin schallte aus dem Fernseher. Als Halen einen Schritt auf Ezra zu tat, krachte draußen ein weiterer Donnerschlag. Eine Welle von Erschütterungen ließ alle vier Zuflucht auf dem Boden suchen.

Plötzlich explodierte Licht im Raum. Dunkelrote und goldene Strahlen strömten durch die Fenster, als ob die Sonne vom Himmel fiele und direkt auf ihr Zimmer zukäme. Halen zog den Kopf ein und duckte sich auf den Teppich.

„Was geht hier vor?"

„Ich weiß nicht. Halte den Kopf unten!", schrie Dax.

Sie zitterte, Nachbeben ließen ihre Funken über sie hinwegrieseln. Sie rieb ihre Stirn an dem rauen Teppich. Asair!

„Bist du okay?" Dax berührte sie an der Schulter.

Als Halen kurz nach oben schaute, tanzten dunkle Flecken vor ihren Augen. Sie blinzelte sie weg. „Ich bin nicht verletzt. Eher durchgeschüttelt bis auf die Knochen. „Was ist da gerade passiert?

„Leute, kommt mal her!", rief Ezra.

Sie standen auf und folgten den lauten Geräuschen, die aus dem Fernseher schallten. Ezra hüpfte auf die Couch und schlug die Beine übereinander. Sein roter Haarschopf war ein wildes Durcheinander und er kniff seine dunklen Augen zusammen, als er mit der Hand auf den Fernseher wies. „Es kommt schon in den Nachrichten. Es ist genauso wie in China."

Jade ließ sich in den Sessel neben ihm fallen. Halen hockte sich auf die Armlehne. Dax stellte sich hinter sie und alle starrten voll Entsetzen auf die seltsame Reporterin auf dem Bildschirm.

Ihre schmale Erscheinung schien in dem schweren, reflektierenden Mantel beinahe zu ertrinken. Dunkle Haarsträhnen wehten ihr ins Gesicht, wo der Wind sie aus ihrem Pferdeschwanz gelöst hatte. Eine dicke, schwarze Schutzbrille verdeckte ihre Augen und Wangenknochen. Sie stand am Ende eines Piers, hinter ihr spannte sich der orangefarbene Bogen der Golden Gate Bridge in den schwelenden Himmel, Flammen brachten das Wasser darunter zum Glühen.

„Was zum Teufel ist da los?" Jade lehnte sich nach vorn.

„Können Sie den Schalter umlegen, Gail? Der Feed kommt nicht durch", sagte eine Stimme im Off.

„Einen Augenblick, Richard." Sie fingerte an der Seite ihrer Schutzbrille herum und schlug schließlich fest mit der flachen Hand darauf.

„Okay. Die Bilder kommen jetzt rein, Gail, sagte die Stimme. „Wir können bestätigen, dass es dieselben sind, die in Peking und Kapstadt beobachtet wurden. Ich kann nicht glauben, was wir hier sehen, Leute.

„Richard, es ist noch unglaublicher vor Ort. Man muss wirklich –" Polizeisirenen übertönten Gails Worte.

Auf dem Bildschirm erschien Richard, der steif hinter einem Tisch saß und seine manikürten Hände vor sich gefaltet hatte. Sein adrettes blaues Jackett und das durchgeknöpfte blassblaue Hemd standen in krassem Gegensatz zum verdreckten Aufzug der Reporterin. „Wir schalten gleich zurück zu Gail, aber erst wollen wir noch zeigen, was sie aufgenommen hat, als der Feuerring am Himmel erschien."

Er wandte seine Aufmerksamkeit nach links, wo ihr Videomaterial auf einem Bildschirm abgespielt wurde. Als das gewaltige Donnern, das die Hotelsuite nur Augenblicke zuvor erschüttert hatte, aus den Lautsprechern dröhnte, füllte sich der Bildschirm plötzlich mit dem Anblick von Beton, als Gail zu Boden stürzte. Der Bürgersteig barst unter ihren behandschuhten Händen, während greller Feuerschein um sie herum loderte. Als sie ihr Gesicht dem Licht entgegenhob, entzündete sich ein feuriger Ring, der den blauen Himmel verblassen ließ. Im Mittelpunkt schimmerte immer wieder etwas Metallisches auf und schlitzte das Rot mit langen Schnitten auf, als ob etwas hindurchbrechen wollte.

Alle im Raum keuchten gleichzeitig auf.

Halens Haut war gesprenkelt mit stechenden Funken. „Was ist das?"

„Flügel." Ezra richtete die Fernbedienung auf das Gerät und erhöhte die Lautstärke.

„Wie meinst du das?" Halen schlang die Arme um sich. Niemand antwortete, weil Gail wieder live auf dem Bildschirm erschien und die Übertragung fortgesetzt wurde.

„Sorry, Richard, der Ton war weg. Können Sie mich jetzt hören?" Man sah zwei große, rußig-schwarze Ringe unter ihren Augen, als sie die dunkle Brille nach oben schob.

„Wir können Sie gut hören. Wir haben gerade die Aufzeichnung von dem Ausbruch wiederholt. Konnten Sie einen Blick auf die Kreatur erhaschen?"

„Nein, das Licht blendet zu sehr, sogar mit der Schutzbrille."

„Gail, Ornithologen und sogar einige Kryptozoologen, die das Filmmaterial gesichtet haben, können die Spezies noch nicht bestimmen, aber offenbar sind es Flügel, die so metallisch glänzen. Dieselben Flügel, die man auch bei den zwei anderen Ausbrüchen gesehen hat. Einwohner von Peking, wo der erste Ring erschien, haben das Tier nun ‚Silberdrache‘ getauft. Während die Experten dieses mysteriöse Phänomen entschlüsseln, versichert man uns, dass die Kreatur zurzeit innerhalb des Rings gefangen ist und das Feuer bisher nicht durchbrechen konnte."

„Unglücklicherweise ist das Feuer selbst nicht eingedämmt, Richard. Der Bildausschnitt vergrößerte sich und zeigte nun die gesamte Bucht, die in Flammen stand. „Feuerwehrleute versuchen, den Brand zu löschen. Vielleicht ist eine Benzinleitung geplatzt. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, um festzustellen, wie groß der Schaden ist.

„Wir haben das Feuer schon gesehen, aber wollen Sie damit sagen, dass das Wasser selbst brennt?", fragte Richard.

Dax packte Halens Schulter und seine Furcht floss in sie hinein, doch sie richtete ihre Aufmerksamkeit weiter auf den Fernseher.

„Ja, Richard. Die Flammen breiten sich schnell in der Bucht aus. Nahestehende Häuser und Geschäfte werden gerade evakuiert."

Gelächter erscholl in Halens Kopf und übertönte die folgenden Worte der Reporterin. Ihr wurde eiskalt, als Asairs Stimme in ihren Gedanken widerhallte: Oh Liebling, sie werden dich jagen. Alle werden von deinem Geheimnis erfahren – ergib dich mir, sofort.

Kapitel 2

Geh raus aus meinem Kopf! Sie biss die Zähne aufeinander. Du bist nicht real.

Asair lachte leise. Liebling, ich bin so real wie der Junge, der neben dir steht.

Halen schwankte auf dem Rand der Armlehne hin und her und erregte so Jades Aufmerksamkeit.

Jade legte den Kopf schief, kräuselte ihre Nase und biss auf die Piercings in ihrer Unterlippe.

Halen betrachtete eingehend den Kunstdruck hinter Jade. Sie dachte an Farben, Bildkomposition, den hässlichen Rahmen – an irgendwas, was Jade davon ablenken könnte, ihre Gedanken zu lesen.

Plötzlich packte sie Halen an den Armen, ihre Finger gruben sich tief in ihr Fleisch. „Ist er da drinnen?"

Halen versteifte sich. Warum konnte Verschwinden nicht zu den Fähigkeiten einer Sirene gehören?

Jade schüttelte sie heftig. „Antworte mir!"

„Lass sie in Ruhe!" Dax wollte Jade fortziehen, doch die schlug seine Hand zurück.

„Es ist Asair, sagte Jade. „Er ist nicht tot. Er versteckt sich in Halen.

„Was? Augenblick mal. Ezra schoss zur anderen Seite der Couch. „Ihr glaubt doch nicht, dass diese Feuer etwas mit Asair zu tun haben, oder? Er fuhr sich mit der Hand durchs Haar und zupfte an den Spitzen.

Halens Atem beschleunigte sich. Funken sprenkelten ihre Haut. Sie musste etwas sagen, aber ihr Verstand ließ die Worte nicht aus ihrer Kehle heraus.

„Seht ihr? Jade trat zurück und verschränkte die Arme. „Ich wusste es.

Jade interpretierte ihr Schweigen als ein Geständnis. Sie musste das in Ordnung bringen. „Seht mal, ich –"

Plötzlich explodierte erneut grelles Licht im Raum.

Jade ließ Halen los, um ihre Augen zu schützen. Halen wollte alles sehen. Wenn das wegen Asair geschah, dann musste sie wissen, womit sie es zu tun hatte. Sie sprang auf, lugte zwischen ihren Fingern hindurch und durchquerte den Raum.

Dax eilte an ihre Seite. „Geh zurück!"

Doch als sie das Fenster erreichte, verblasste die orangefarbene Glut. Obwohl der Funkradiowecker mit den Leuchtziffern, die sich in der Fensterscheibe spiegelten, 14.58 Uhr zeigte, wurde der gesamte Himmel stockfinster. Sie standen schweigend da und blickten in die dunkle Leere hinaus, bis die Ziffern zur nächsten Stunde umsprangen. Dax lehnte sich näher zu ihr herüber. Seine Brust hob und senkte sich im Takt mit ihrem schnellen Herzschlag.

„Schaut mal dort drüben!" Ezra streckte den Zeigefinger aus.

Halen folgte seinem Blick. Ein wirbelnder Feuerring krönte den dunklen Himmel. Der Ring schwoll an und vergrößerte seinen Durchmesser, er ondulierte mit leicht wogender Kraft. Gebannt im Zentrum befand sich eine schwankende, schattenhafte Gestalt, die ihre Aufmerksamkeit erregte. Sie legte die Hände ans Fenster und presste ihre Nase gegen das sich erwärmende Glas. Ein schwerer Puls erfüllte die Luft und sandte Vibrationen über ihre Arme. Und doch lehnte sie sich noch weiter nach vorn, denn sie wollte sehen, was da draußen war. Silberne Flügel schlugen vor ihrem Gesicht und verfehlten die Scheibe nur knapp.

„Ein Drache!" Dax fasste sie fester um die Taille, als er sie vom Fenster wegzerrte.

„Ich will ihn sehen." Sie widersetzte sich seinem Griff.

„Das ist nah genug." Er zog sie auf den Boden hinter den Sessel neben Ezra und Jade.

Sie kämpfte, um einen besseren Blick zu haben, und betrachtete das Tier durch den Bogen der Armlehne.

Schimmernde Sehnen durchzogen jeden Flügel. Sie schlängelten sich wie Baumwurzeln und vereinigten sich an den Spitzen, wo zwei gekrümmte Krallen die Luft zerteilten. Die Muskeln des Tiers spielten unter einem Mosaik aus onyxfarbenen und silbernen Schuppen. Seine riesigen kupferroten Augen spiegelten die Flammen wider, die es umgaben. Blasige Wunden durchlöcherten den Kopf der Kreatur, blutige Schuppen hoben sich von der Haut des Drachen ab, wenn er die Nüstern blähte. Während er mit den Schwingen um sich schlug, zuckte sein Körper heftig, als ob tausend Schwerter in sein Fleisch gestoßen würden.

Ein Hirsch.

Ein Junge.

Ein Strom aus Blut.

Halen war so sehr erfüllt von der unerklärlichen Sehnsucht, mit dem Tier in Verbindung zu treten, ihre Finger über den geborstenen Schuppenpanzer gleiten zu lassen, die glatten Hörner zu liebkosen, dass ihre Fingerspitzen Funken sprühten. Ihre Knochen und Muskeln schmerzten, während sie dem Drang widerstand.

„Was fehlt dem Drachen?", fragte sie.

„Was ihm fehlt? Ezras Stimme klang wie ein Schrei. „Er will uns fressen!

Flammen loderten aus dem Feuerkreis. Das Tier blähte die Nüstern. Seine Kiefer öffneten sich zu einem entsetzlichen Heulen. Dieses donnernde Brüllen verursachte einen Sprung im Glas. Ein weiteres schmerzerfülltes Jaulen wurde vom Atem der Kreatur hinausgetragen, während sich der Flammenring zusammenzog und der Drachen verschwand. Zurück blieb nichts außer rauchigen Wolkenkissen, die über den versengten Himmel trieben.

Ezra zog die Beine hoch an die Brust und wiegte sich vor und zurück. „Dieser elende, verdammte Drache! Wir werden alle sterben."

Jade sprang auf, schnappte sich ein Kapuzenshirt und stopfte

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Was die anderen über Fluch und Asche denken

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