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Fürstenkrone 103 – Adelsroman: Das Geheimnis der Fürstin Carolin

Fürstenkrone 103 – Adelsroman: Das Geheimnis der Fürstin Carolin

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Fürstenkrone 103 – Adelsroman: Das Geheimnis der Fürstin Carolin

Länge:
135 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 23, 2018
ISBN:
9783740925239
Format:
Buch

Beschreibung

Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 23, 2018
ISBN:
9783740925239
Format:
Buch

Über den Autor


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Fürstenkrone 103 – Adelsroman - Heidemarie Berger

Fürstenkrone

– 103–

Das Geheimnis der Fürstin Carolin

Eine glückliche Familie zu haben, war für sie das Wichtigste ...

Heidemarie Berger

Fürstin Carolin und Fürst Frederik saßen an diesem warmen Sonntagnachmittag gemütlich auf der Sonnenterrasse und tranken Tee, als vom oberen Stockwerk her ein greller Schrei ertönte.

»Meine Güte. Hört denn das nie auf«, stöhnte die Fürstin verhalten, schien aber dabei nicht sonderlich berührt.

»So lass doch das Mädel. Sie ist noch jung und …«

»… und zügellos«, unterbrach die Fürstin ihren Mann, der über seine Tochter stets und immer seine schützende Hand hielt.

»Sie sollte sich bemühen, endlich erwachsen zu werden und allmählich an ihre Pflichten denken, die zukünftig auf sie warten. Schließlich ist Anabell unsere Tochter und hat auf unsere Stellung und unseren guten Namen Rücksicht zu nehmen.«

»Nun ja, nächsten Monat wird sie achtzehn Jahre alt, dann wird sie allmählich begreifen …«

Der Fürst konnte nicht ausreden, weil seine Tochter in diesem Moment wie eine wilde Range auf die Terrasse gestürzt kam – ein schlankes, gut aussehendes Mädchen mit lockigem schwarzem Haar und blitzenden graugrünen Augen. Sie stellte sich vor ihre Eltern hin und begann wie eine Marktfrau zu schimpfen: »Vater, Mutter! So geht das nicht weiter! Die alte Kati bringt mich noch zur Verzweiflung! Meine Lieblingsvase, die ich mir letztes Jahr aus China mitgebracht habe, hat sie beim Saubermachen mit ihren zittrigen Händen einfach fallen lassen! Dabei habe ich ihr schon so oft gesagt, sie möchte von diesen Sachen die Finger lassen. Sie ist einfach zu alt. Ich brauch’ ein junges Mädel, das …«

»… das du rumkommandieren kannst, wie es dir gefällt, nicht wahr, mein Kind?«, unterbrach die Fürstin, eine schlanke, große Frau mit dunklem Haar, das Gezeter ihrer Tochter. Mitfühlend schaute sie auf die alte Kati, die verzweifelt händeringend in der Tür stand.

»Außerdem hat dir die Kati viele Jahre lang treu gedient und war dir wie eine Mutter. Schämst du dich nicht, so über eine alte Frau zu reden, die bisher rechtschaffen ihren Dienst bei uns versehen hat und kaum ein Privatleben hatte?«

Etwas schuldbewusst senkte Anabell den Blick. Ihr wurde bewusst, dass sie der alten Kati mit ihrem Wutausbruch sicher Schmerz zugefügt hatte. Und schon war sie milder gestimmt, obwohl sie noch immer wütend auf die Getreue war.

»Aber in einem muss ich dir Recht geben, liebes Kind: Unsere Kati ist wirklich alt geworden und kann die Arbeit nicht mehr schaffen wie früher in ihren jungen Jahren. Und erst recht nicht kann sie deinen unberechenbaren Wünschen Rechnung tragen. Wir werden ihr einen geruhsamen Lebensabend ermöglichen, so, wie sie es verdient hat.«

»Wie sie es verdient hat«, äffte die Prinzessin ihrer Mutter ungezogen nach, sodass nun auch der Fürst, der das Ganze bislang ruhig mit angehört hatte, die Stirn kraus zog.

»Ja, unsere gute alte Kati hat es verdient, in den Ruhestand zu treten. Ob es dir nun gefällt oder nicht! Aber im Grunde genommen bist du ja unserer Meinung. Du hast sie ja auch gern. Warum echauffierst du dich bloß immer bei jeder Kleinigkeit? Lerne dich doch endlich einmal zu beherrschen, so wie es sich für eine junge Dame deines Standes ziemt. Nun ja, es wird uns deshalb wohl nichts anderes übrig bleiben, als für dich jemanden aufs Schloss zu holen, der dir endlich Manieren beibringt, mein Kind. Ich glaube, wir haben bei deiner Erziehung einiges versäumt! Nächsten Monat wirst du achtzehn Jahre alt, und du benimmst dich schlimmer als eine Zehnjährige. So leid es mir tut, Kind, dir das sagen zu müssen.« Der Fürst wandte sich lächelnd an Kati:

»Kommen Sie her, Kati, setzen Sie sich zu uns und lassen Sie uns über ihre Zukunft hier auf dem Schloss reden. Und du, Anabell, geh auf dein Zimmer und beruhige dich erst einmal! Wir werden später alles besprechen.«

Wütend wie ein kleines Mädchen stampfte die Prinzessin mit dem Fuß auf den Boden, was ihr einen weiteren maßregelnden Blick des Vaters einbrachte. Schließlich gehorchte sie doch und verschwand mit einer trotzigen Gebärde.

Die alte Kati stand immer noch ängstlich abwartend vor dem Fürstenpaar. »Durchlaucht, es war tatsächlich alles meine Schuld. Meine Hände …« Sie zitterte am ganzen Körper und wollte die Tochter des Hauses gar noch in Schutz nehmen.

»Das mag ja alles sein, liebe Kati. Auch wir sind nicht ganz unschuldig daran. Wir muten Ihnen in Ihrem Alter viel zu viel zu. Mit unserer wilden Tochter kommen wir ja selbst kaum zurecht. Doch das soll jetzt ein Ende haben.«

»Sie wollen mich aus Ihren Diensten entlassen?« Erschrocken riss die alte Frau die Augen auf und nestelte nervös an ihrer blütenweißen Schürze, die sie von jeher auf ihrem dunkelblauen Kleid trug.

Der Fürst schmunzelte: »Ja, Kati, wir werden Sie aus unseren Diensten entlassen. Damit werden Sie sich abfinden müssen.« Er lächelte zu seiner Frau hinüber, die ihm gegenüber am Tisch saß. Mit ihr hatte er längst schon alles abgesprochen. Die nickte ihm aufmunternd zu.

Die alte Kati war blass geworden. Ihre Lippen zitterten, als wollte sie weinen. Der Fürst mochte sie nicht länger quälen und fuhr fort: »Wir haben Ihnen zwei schöne Zimmer eingerichtet, hier auf dem Schloss, die wir Ihnen nachher gleich zeigen wollen. Ihre persönlichen Sachen können Sie leicht dort unterbringen. Wilhelm wird Ihnen dabei helfen. Von heute an brauchen Sie es sich nur noch gut gehen lassen. Niemand wird Ihnen mehr sagen, was Sie zu tun oder zu lassen haben. Mit Ihrer Rente, die Sie beziehen werden, können Sie zufrieden sein. Die Unterlagen liegen schon fix und fertig auf meinem Schreibtisch. Ich brauch nur noch Ihre Unterschrift als Einverständnis.«

»Und das alles hat nichts mit der zerbrochenen Vase zu tun?« Kati hatte immer noch nicht richtig verstanden, was nun mit ihr geschehen sollte. Und der Schreck über ihr Missgeschick steckte ihr noch in den Gliedern.

Das Fürstenpaar lachte. »Nein, liebe Kati«, ergriff nun die Fürstin das Wort, »lassen Sie doch die dumme Vase. Wir hätten in den nächsten Tagen ohnehin über Ihre Zukunft hier bei uns gesprochen. Schauen Sie, Sie sind weit über siebzig Jahre alt und haben uns Ihr ganzes Leben lang treu gedient. Längst hätten Sie sich Ihren ordentlichen Ruhestand verdient.«

»Aber, wenn ich so gar nichts machen soll, das ist doch langweilig«, wagte die Getreue zaghaft einzuwenden.

»Na ja, wenn das so ist, dann können Sie natürlich hier und da mal nach dem Rechten sehen. Die Mamsell sieht Sie ja auch gern in der Küche. Aber wie gesagt, nur wenn es Ihnen Spaß bereitet. Ansonsten sollen Sie es sich gut gehen lassen. Sie haben es sich wahrlich verdient, Kati. Und wir möchten Ihnen gleichzeitig für Ihren Fleiß, Ihre Ehrlichkeit und Ihre Loyalität danken, liebe Kati. Aber nun setzen Sie sich doch und trinken Sie eine Tasse Tee mit uns.«

Zaghaft folgte die alte Kati der Aufforderung, sich zu den Herrschaften an den Tisch zu setzen. Sie fühlte sich unbeholfen und zitterte immer noch vor Aufregung. Das Fürstenpaar konnte die Frau verstehen, die bisher immer treu und redlich ihren Dienst bei ihnen versehen hatte. Die Fürstin nahm sich vor, der alten Kati anlässlich ihres Dienstendes noch ein besonderes Geschenk zu überreichen.

*

Christin Wenzel stöberte in ihrer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung die örtlichen Zeitungen durch. In vierzehn Tagen absolvierte sie ihr Examen als Erzieherin. Und nun suchte sie schon seit Längerem eine Arbeitsstelle, wo sie ihr erworbenes Wissen anwenden und damit ihren Lebensunterhalt verdienen konnte. Sie hatte auch schon einige Vorstellungsgespräche hinter sich. Dabei war sie jedoch immer wieder auf Ablehnung gestoßen. Sie wäre mit ihren vierundzwanzig Jahren zu jung, um als Erzieherin zu arbeiten.

Heute hatte sie sich einige Zeitungen aus dem überregionalen Bereich besorgt. Sie waren zwar schon etwas älter, aber dafür hatten sie auch nichts gekostet. Sie musste auf jeden Cent achten. Denn das wenige Geld, welches sie sich mit Nachhilfestunden für einige Schüler verdiente, schmolz meist rasch dahin. Ihr Vermieter hatte schon mit Kündigung ihrer kleinen Mansardenwohnung gedroht, falls sie die rückständigen Mieten nicht endlich bezahlte. Er wollte nur noch abwarten, bis sie ihr Examen in der Tasche hätte, ehe er die offenstehende Miete von ihr forderte. Wenigstens dafür zeigte er Verständnis.

Christin unterstrich einige Anzeigen, die für sie infrage kamen, mit einem Rotstift. Dabei interessierte sie besonders eine bestimmte Anzeige: Eine Fürstenfamilie suchte für ihre Tochter eine junge Dame, die Gesellschafterin und Erzieherin zugleich sein sollte. Ausdrücklich »jung« stand da. Diesmal konnte man ihr ihre Jugend also nicht zum Vorwurf machen. Und wie Christin hoffte, würde ihr Examen, das in Kürze bevorstand, auch überdurchschnittlich gut ausfallen, sodass man auch daran nichts aussetzen konnte.

Christin las die Anzeige noch einmal genau durch. Aber oje, der Ort lag viel zu weit entfernt, als dass sie gleich hinfahren konnte, um sich dort vorzustellen. Ihr Geld hätte für diese Fahrt nicht gereicht. Aber noch am selben Tag schickte sie ihre Bewerbung um die ausgeschriebene Stelle ab. Sie teilte dem Fürstenpaar wahrheitsgetreu mit, dass sie erst in vierzehn Tagen ihr Examen erwerben würde und sich, falls sie Interesse an ihr hätten, dann persönlich auf dem Schloss vorstellen wolle.

Hoffentlich habe ich diese Briefmarke nicht wieder mal umsonst ausgegeben, dachte Christin ziemlich hoffnungslos, als sie den Briefumschlag in den Postkasten warf. Die Zeitung war schon über eine Woche alt gewesen, als sie die Annonce entdeckt hatte. Bestimmt war die Stelle längst besetzt. Denn auf einem Schloss zu arbeiten, das war wohl der Traum vieler junger Mädchen. So dachte jedenfalls Christin, die schon von jeher ein Interesse an alten Schlössern und Burgen zeigte und sich gern einmal eines dieser mächtigen Bauwerke näher angeschaut hätte.

Daheim in ihrem schlicht eingerichteten Zimmer ließ sie sich etwas mutlos auf ihrem Bett nieder und schlug ihre schlanken, wohlgeformten Beine übereinander. Seufzend löste sie den Pferdeschwanz an ihrem Hinterkopf, wobei dichtes blondes Haar über ihre Schulter fiel. Ihr Blick fiel auf das Bild ihrer Mutter, die vor einem Jahr gestorben war.

»Warum musstest du mich so zeitig verlassen, Mutter«, seufzte sie. »Du warst doch noch so jung. Es ist so schwer, ganz

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