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Was Macht mit Menschen macht: Offene und verborgene Machtfallen in christlichen Gemeinschaften

Was Macht mit Menschen macht: Offene und verborgene Machtfallen in christlichen Gemeinschaften

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Was Macht mit Menschen macht: Offene und verborgene Machtfallen in christlichen Gemeinschaften

Länge:
409 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
5. Jan. 2018
ISBN:
9783417229097
Format:
Buch

Beschreibung

Auch in christlichen Gemeinden "menschelt" es. Entscheidungsfindung, Zielvorstellungen, Strukturen, Fragen von Leitung, Finanzen usw. - überall lauern Versuchungen der Macht. Und nicht wenige Gemeinden (und Werke) sind durch subtile innere Machtmechanismen, dubiose Einflussnahmen sowie den daraus resultierenden Konflikten geistlich und menschlich gelähmt.
Verständlich und engagiert beschreibt der Autor die offenen und verborgenen Fallen der Macht in christlichen Gemeinschaften. Vor allem aber zeigt er praktische Hilfen und Wege auf, wie man ihnen angemessen geistlich begegnen und sie überwinden kann.
Herausgeber:
Freigegeben:
5. Jan. 2018
ISBN:
9783417229097
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Was Macht mit Menschen macht - Markus Liebelt

Markus Liebelt

Was Macht mit Menschen macht

Offene und verborgene Machtfallen

in christlichen Gemeinschaften

SCM | Stiftung Christliche Medien

SCM Hänssler ist ein Imprint der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.

ISBN 978-3-417-22909-7 (E-Book)

ISBN 978-3-417-26842-3 (lieferbare Buchausgabe)

© 2018 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH

Max-Eyth-Straße 41 · 71088 Holzgerlingen

Internet: www.scm-brockhaus.de; E-Mail: info@scm-brockhaus.de

Dieses Buch erschien 2011 unter dem Titel „Versuchungen der Macht" bei VTG (Verlag für Theologie)

Soweit nicht anders angegeben, sind die Bibelverse folgender Ausgabe entnommen:

Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer

Rechtschreibung © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Weiter wurden verwendet:

Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen,

Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft. Wiedergegeben mit freundlicher

Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten. (NGÜ)

Umschlaggestaltung: Simon deVries, Witten

Titelbild: thinkstock.de/iStock/retrorocket

Satz: Christoph Möller, Hattingen

Inhalt

Prolog: Macht – Oder: Wer hat hier das Sagen?

1 –  Merkmale der Macht und ihre Auswirkungen in christlichen Gemeinschaften

Kraft ist Macht

Kraft als Tatkraft

Kraft als Willenskraft

Zeit ist Macht

Zeit ist Leben

Die Macht der Zeit

Geld ist Macht

Die Macht des Geldes – Hast du was, bist du was

Vom Recht auf Eigentum

Eigentum verpflichtet

Wer zahlt, befiehlt? – Die Macht des Geldes in der Gemeinde

Ich weiß Bescheid! – Wissen ist Macht

Die „Erkenntnis"

Der „Experte"

Die Macht der Inszenierung

Inszenierung als Darstellung von Macht

Die Macht der Ästhetik

Die Macht der Rituale

Die Macht der Dominanz

„Macher, „Mitmacher und „Mitläufer"

Manipulation, Suggestion und Indoktrination

Angst

Der Machtmensch

Der Rebell

Die Macht der Begeisterung

Die Begeisterungsfähigkeit des Menschen

Begeisterung, Enthusiasmus und Motivation in christlichen Gemeinschaften

Die „charismatische Herrschaft"

Die Autorität charismatischer Herrschaftsbeziehungen

Der Nachfolger

Chancen starker Persönlichkeiten

2 –  Besondere Versuchungen der Macht in christlichen Gemeinschaften

Die Macht des Wortes und der Worte

Die Wirkung des Wortes

Die „Macht des Gebetes"

Die Kanzelrüge

Die „Erkenntnis" – Gott hat mir gezeigt …

„Das sehen ganz viele so …" – Die suggerierte Mehrheit

Hast du schon gehört …? – Die Macht des Gerüchtes

Die Macht der „Seelsorge"

Was ist „Seelsorge"?

Formen des geistlichen Missbrauches in der Seelsorge

Die „Schweigepflicht"

„Früher war alles besser …"– Der Generationenkonflikt als Machtkampf

Die Verklärung der Vergangenheit

Formen des Generationenkonfliktes in der christlichen Gemeinschaft

Die Macht des eigenen Fleisches

Familienbande in der Gemeinde

Die Ehepartner von leitenden Mitarbeitern

Die Macht der „Flügel" – Richtungskämpfe

Der Kampf um die „richtige Richtung"

Die Entstehung eines Richtungsstreites

Wer entscheidet?

Nach welchen Kriterien soll entschieden werden?

„Wir bauen Gemeinde" – Typische Austragungsorte von Richtungskämpfen

Der hauptamtliche Leiter

Allgemeines Priestertum und geistliche Leitung

Hauptamtlich oder ehrenamtlich? – Der bezahlte Mitarbeiter

Missverständnisse geistlicher Leitung und Autorität

3 –  Dient einander – Das Prinzip von Bruderschaft und Gemeinschaft

Dienendes Dasein für andere

Gemeinschaft als Geschenk Gottes

Das Prinzip des Dienens und der Dankbarkeit

Leitung als Mandat des Dienens

Vom Wesen geistlicher Leitung

Vom Auftrag geistlicher Leitung

Die Anerkennung geistlicher Leitung

Weiterführende Literatur (in Auswahl)

Anmerkungen

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Über den Autor

Dr. Markus Liebelt

ist promovierter Theologe und war lange Jahre Pastor. Heute arbeitet er als Dozent für systematische Theologie, Gemeindeberater, Referent und Autor. Er ist verheiratet und lebt in Villingen-Schwenningen.

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Prolog: Macht – Oder: Wer hat hier das Sagen?

„Eine ewige Erfahrung lehrt, dass jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu missbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt … so unwahrscheinlich es klingt: Selbst die Tugend bedarf der Begrenzung."

Charles de Montesquieu

Wer an „Macht" denkt, ist unwillkürlich geneigt, sofort an verschiedenste Formen von Gewalt zu denken. Macht wird oft gleichgesetzt mit Gewalt. In der Tat ist jede Form von Gewalt immer eine Ausdrucksform von Macht. Ohne Macht gäbe es keine Gewalt. Doch Macht allein auf die verschiedenen Formen von Gewalt zu beschränken wird der Bedeutung des Phänomens der Macht nicht gerecht. Macht ist mehr als Gewalt. Der Soziologe Max Weber beschreibt Macht als jegliche Möglichkeit, den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen. Diese Definition scheint zunächst auch wieder eine eher negative Sichtweise von Macht zu begünstigen. Doch das wäre zu kurz gegriffen. Es geht nicht nur um die negative, gewaltvolle Machtausübung, also den Zwang gegen den Willen. Nebenbei bemerkt kann selbst die gewaltvolle Ausübung von Macht durchaus grundsätzlich positiv sein. Nämlich dann, wenn es um die Durchsetzung von Recht und Gerechtigkeit geht. Der eigentliche Begriff der Macht geht weit über den Begriff der destruktiven Gewalt hinaus. Im vollumfänglichen Sinne kennzeichnet der Begriff Macht jede effektive Möglichkeit der Einflussnahme. Macht kann Gewalt bedeuten. Sie muss es aber nicht. Macht hat grundsätzlich zu tun mit Einflussnahme auf Menschen, Entscheidungen, Abläufe. Nicht nur die gewaltvolle, sondern jede Form von Einflussnahme ist im Grunde genommen ein Akt von Macht. Mit Recht stellt Gunther Wanke fest, dass es „keinen Bereich menschlichen Zusammenlebens gibt, „der nicht in irgendeiner Form durch das Phänomen der Macht bestimmt wäre.¹ Macht gehört sozusagen zum Menschsein dazu. Sobald ein Mensch etwas tut, um andere Menschen oder Situationen nach seinem Willen, in seinem Sinne zu beeinflussen, übt er Macht aus. Dies kann positiv oder negativ, ordnend oder zerstörend sein. Macht kann mit einer gewissen Selbstverständlichkeit akzeptiert bzw. hingenommen oder gar gewollt sein. Sie kann aber auch aufgezwungen und erlitten werden. Macht findet überall dort statt, wo Menschen miteinander leben, in Wirtschaft und Gesellschaft, in Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen, Vereinen und Institutionen wie im privaten Bereich der Familie. Und eben auch in christlichen Gemeinschaften, in Gemeinden und Werken.

Wer an christliche Gemeinschaft denkt, denkt zunächst einmal an Werte wie Nächstenliebe, Annahme, Vergebung, Bruderschaft und dergleichen. Das sind die Werte, die in unseren christlichen Gemeinden fundamental bedeutsam sind. Sie sind die Leitmotive christlicher Gemeinschaft, wie sie in der Heiligen Schrift begründet sind. Und doch sind auch in jeder christlichen Gemeinschaft nur Menschen am Werk. Und wo Menschen am Werk sind, findet Macht statt. Die Versuchungen der Macht und deren Mechanismen sind oft sehr subtil. Man erkennt sie nicht sofort. Sie lassen sich nur schwer durchschauen, weil sie in christlichen Gemeinschaften nicht selten im geistlichen Mantel daherkommen. Und dennoch wirken sie und nehmen bisweilen die Gestalt eines ungeahnten handfesten Konfliktes an. Jeder Konflikt ist seinem Wesen nach ein Machtkonflikt. Dinge wie etwa Entscheidungsfindung, Führung, innere Hierarchien, Finanzen, der Umgang miteinander, Formulierung von Zielvorstellungen, Strukturen usw. gehören wesentlich zum Alltag jeder menschlichen Gemeinschaft, die gemeinsame Interessen hat und gemeinsame Ziele verfolgt. Davon ist die christliche Gemeinschaft keinesfalls ausgenommen. Im Gegenteil. Alle menschlichen Dinge des Miteinanders betreffen sie elementar. Vielleicht sogar noch mehr als andere Gemeinschaften. Denn in ihr ist die Gemeinschaft an sich bereits ein Wert, der mit hohen Idealen menschlichen Miteinanders verbunden ist. Hier lauern ureigenste Versuchungen der Macht. Aus diesem Grunde ist die Frage nach den Mechanismen der Macht, ihren Ursachen und Wirkungen von zentraler Bedeutung für jede christliche Gemeinschaft. Von ebenso zentraler Bedeutung ist die Frage, wie man sich in christlichen Gemeinschaften vor unlauterem Machtgebaren und Machtmissbrauch schützen kann. Um diese Dinge soll es im Folgenden gehen.

1

Merkmale der Macht und ihre Auswirkungen in christlichen Gemeinschaften

Das Verhalten innerhalb menschlicher Gemeinschaften wird durch ganz menschliche Umstände und Gegebenheiten beeinflusst. Bestimmte Begabungen, Stärken, Verhaltensweisen und Umstände verleihen unwillkürlich Autorität. Sie erhöhen das Ansehen von Menschen und damit zugleich ihr Gewicht der Einflussnahme innerhalb der Gemeinschaft. Diese Autorität und Einfluss verleihenden Merkmale sind auch als Merkmale der Macht² bezeichnet worden. Welche Faktoren nun zu den wesentlichen Merkmalen der Macht hinzugezählt werden können, hängt im Einzelfall von verschiedenen Dingen ab. Es können bestimmte Umstände oder Beziehungsgeflechte sein. Wer wann und unter welchen Umständen Macht gewinnt, kann sehr unterschiedlich sein. Ob man mit seinem Auftreten bei Menschen „ankommt oder sogar als Leitfigur gilt, hängt stark davon ab, mit welchen Menschen man zusammen ist und wie die Gegebenheiten sind. Ein Sprichwort sagt: „Unter den Blinden ist der Einäugige König. Jemand, der bei bestimmten Menschen, in bestimmten Kreisen „etwas gilt", würde mit den gleichen Voraussetzungen in anderen Kreisen möglicherweise nichts oder wenig gelten. Wer für den einen ein Leitwolf ist, ist für den anderen noch lange kein Leitwolf. Aber auch persönliche Erfahrungen spielen eine nicht unerhebliche Rolle. Was Eindruck macht und Menschen an anderen Menschen fasziniert, kann sehr vielfältig sein. Insofern kann eine Beschreibung von typischen Machtmerkmalen niemals einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Dessen ungeachtet gibt es aber doch eine Reihe grundlegender, eben typischer Merkmale der Macht, die ganz unzweifelhaft und unwillkürlich wirken. Sie haben Einfluss auf alle menschlichen Gemeinschaften. Sie wirken oft unbewusst. Unter bestimmten Bedingungen laufen sie wie vorprogrammiert ab und entfalten ihre Wirkungen. Dies gilt – trotz aller ehrlich gemeinten geistlichen Grundausrichtung – auch für christliche Gemeinschaften und Werke. Denn auch Menschen, die an Jesus glauben, das Gebot Gottes für sich als Maßstab erachten, sind und bleiben Menschen.

Die typischen Mechanismen der Macht wirken vor allem dann, wenn die Strukturen innerhalb einer Gemeinschaft unklar sind. Je weniger konkret die Funktionen von Leitung, Kompetenz und Verantwortungsbereichen definiert sind, je schwächer die Wege von Entscheidungen und Einflussnahmen reflektiert und in der Gemeinschaft konkret miteinander vereinbart sind, desto stärker wirken unterschwellig die Mechanismen der Macht. Auf irgendeine Weise wirken sie immer. Entscheidend ist deshalb die Frage, in welchem Ausmaß und auf welche Weise sie sich entfalten können. Über diese Mechanismen der Macht, die Merkmale der Macht und ihre möglichen Auswirkungen in christlichen Gemeinschaften und Werken geht es. Im Folgenden soll es darum gehen, die Wirkung der Mechanismen aufzuzeigen und anhand von konkreten Beispielen aus der Praxis deutlich werden zu lassen.

Wenn man die Merkmale der Macht charakterisieren will, könnte man sie in zwei Kategorien einteilen. Die eine Kategorie beschreibt die Merkmale, die man als Ressourcen der Macht bezeichnen könnte. Die neuere Sozialforschung hat deutlich gemacht, dass ein enger Zusammenhang zwischen Machtausübung und verfügbaren Ressourcen besteht. Die verfügbaren Ressourcen bestehen keinesfalls nur aus Geld oder Kapital. Alle Merkmale, die geeignet sind, die Möglichkeit der Einflussnahme eines Einzelnen oder einer Gruppe innerhalb einer größeren Gemeinschaft zu erhöhen, können als Ressourcen der Macht gelten. Diese sind neben Geld und Kapital ganz fundamental auch Kraft, Zeit und Wissen.

Eine weitere Kategorie der Machtmerkmale umfasst die Potenziale der Macht. Gemeint sind Verhaltensweisen und Gegebenheiten, die einen bestimmten Zustand bewirken und somit unwillkürlich das Verhalten anderer Menschen nachhaltig beeinflussen können. Dazu gehören wesentlich persönliche Dominanz, Angst, Inszenierung, Manipulation und Begeisterungsfähigkeit. Wie sich das ganz konkret auswirkt, wird aufzuzeigen sein.

Diese Merkmale der Macht, sowohl in der Gestalt von Ressourcen wie auch in Gestalt von spezifischen Verhaltensweisen oder Potenzialen, begegnen in allen menschlichen Gemeinschaften. Sie gehören zum Wesen des Menschen und wirken sich bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt im Miteinander der Menschen aus. Sie können zum Segen, aber auch zum Unheil gereichen.

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Kraft ist Macht

Kraft als Tatkraft

Kraft und Stärke sind seit jeher Grundelemente der Macht und Einflussnahme. Der Stärkere hat den Vorzug. Er ist aufgrund seiner Stärke in der Lage, anderen seinen Willen, sein Gesetz aufzuzwingen, sich durchzusetzen. Dies gilt im ganz großen politischen Miteinander der Völker wie auch im ganz kleinen und alltäglichen Miteinander der Menschen. Durch militärische Kraft und Stärke haben Herrscher fremde Territorien erobert und ihre Reiche erweitert. Durch Schwäche haben sie sie verloren. Je schlagkräftiger die Truppen, desto größer wurde das Herrschaftsgebiet. Durch kriegerische Stärke wurde Rom zu einem Weltreich, durch Stärke wurde es gegen feindliche Angriffe erhalten, aber durch Schwäche erlebte es seinen Niedergang. Heraklit nennt den Krieg den „Vater aller Dinge. In der unmittelbaren Auseinandersetzung zeigt sich, wer der Stärkere ist. Dabei reicht oft schon ein „Säbelrasseln, die Drohgebärde, um den vermeintlich Unterlegenen einzuschüchtern oder gar zur Aufgabe zu bewegen. Kaum eine Staatsgrenze ist nicht durch kriegerische Auseinandersetzungen und deren Folgen verursacht. Wer die Kraft hat, hat die Macht. Es ist ein ständiges Austarieren von Möglichkeiten der Einflussnahme. Wenn dieses beständige Spiel nicht durch objektive Instanzen und Mechanismen von Gesetz und Verantwortung radikal gebändigt wird, herrscht unwillkürlich das Gesetz des Stärkeren.

Kraft ist das Grundelement des Handelns und der Tat. Es gibt kein Handeln ohne Kraft. Nur wer die nötige Kraft hat, wird etwas bewegen können – auch in der Gemeinde. Ein kraftloser Mensch wird niemals „Bäume ausreißen" können. Deswegen bitten wir Gott um Kraft – nicht nur, aber auch wenn außergewöhnliche Herausforderungen anstehen. „Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?" (Ps 27, 1). Kraft ist die Befähigung zum Handeln – zum Guten und zum Bösen, in Freundschaft und in Gefahr. Kraft ist die Herrschaft des Könnens und des Willens. Können (als potenzielle Fähigkeit) und Wille bewirken Stärke. Diese ist die Voraussetzung zum Handeln. Kraft ist also primär Tatkraft. In der Bibel gibt es zahlreiche beeindruckende Beispiele, wie Gott, der alle Kraft und Macht hat, Menschen befähigt und mit Kraft ausrüstet. Der ohnmächtige Mensch bittet Gott um Kraft.³

Kraft als Willenskraft

Tatkraft korrespondiert mit Willenskraft. Nicht jeder Mensch hat dieselbe Willenskraft. In der Willenskraft entfaltet sich die Stärke. Die Willenskraft ist von kaum überschätzbarer Bedeutung. Der Starke mit dem schwachen Willen wird dem Schwächeren mit dem starken Willen unterlegen sein. Willenskraft ist eine bedeutende Voraussetzung zur Macht. Willenskraft hat zu tun mit Durchsetzungsvermögen. Es gibt Menschen mit unglaublichen Potenzialen an Können und Wissen, doch mit einem schwachen Willen. Sie kommen trotz ihrer Fähigkeiten nie richtig zum Zug. Oft werden sie verkannt oder unterschätzt. Ihnen mangelt es an Durchsetzungsvermögen und Willensstärke. Lieber sind sie ruhig und ziehen sich zurück. Sie werden aufgrund ihres Könnens durchaus Anerkennung finden und ihren Platz einnehmen. Gemessen an ihren Fähigkeiten werden sie jedoch immer unter ihren Möglichkeiten bleiben. Daneben gibt es Menschen, die zwar nicht die großen Genies, dafür jedoch unglaublich willensstark sind. Sie dominieren kraft ihrer Persönlichkeit, kraft ihres Willens. Sie verfügen über eine ausgeprägte Willenskraft und ein ausgeprägtes Durchsetzungsvermögen. Sie können die größten Dummheiten von sich geben. Ihr selbstsicheres Auftreten, ihre Vehemenz und Beharrlichkeit machen Eindruck. Sie strahlen einen starken Willen aus. Sie wollen gewinnen. Es gelingt ihnen allein durch ihre Art, die anderen auf ihre Seite zu ziehen. Wenn sie auch nicht die Besten sind, so können sie ihre Sache doch am besten „verkaufen". Auf diese Weise kommen sie unwillkürlich zum Ziel. Sie haben Erfolg, sie haben Einfluss und – Macht. Immer wieder kommen in Gemeinschaften die größten Dummköpfe mit ihren absurden Vorstellungen und Ideen zum Ziel. Ihre Willenskraft, ihr Auftreten und ihr Durchsetzungsvermögen verhelfen ihnen zum Erfolg. Es ist schon erstaunlich, ja erschreckend, wie viele Menschen es gibt, die solchen Menschen folgen – auch in der Gemeinde.

Willensstärke und Durchsetzungsvermögen sind schwergewichtige Größen im menschlichen Miteinander. Sie verschaffen Menschen Einfluss und verhelfen ihrer Tatkraft zum Ziel. Willenskraft und Durchsetzungsvermögen sind aber keinesfalls nur negativ zu sehen. Es können die willensstarken Menschen durchaus hervorragend begabte und integre Menschen sein. Sie ergreifen die Initiative und bringen Dinge in Bewegung. Mit ihren Möglichkeiten und Aktivitäten bewirken sie viel Gutes. Ihr Können und ihr Auftreten wirken zusammen. Willenskraft ist unzweifelhaft der Motor, der Kräfte und Stärken zur Entfaltung bringt. Das kann für eine Gemeinschaft ein großer Segen sein. Doch bedauerlicherweise treibt der starke Wille allzu oft unwillkürlich verborgene negative Motivationen voran.

Ein verbreiteter Mechanismus, mit dem der Wille des Stärkeren durchgesetzt werden soll, ist das Prinzip von Bestrafung und Belohnung. Dieses Prinzip wirkt immer, wenn es um Macht und Einfluss geht. Sei es im großen gesellschaftlichen Rahmen, der Politik, der Durchsetzung von Recht und Ordnung wie auch in den vielen kleinen alltäglichen Bereichen des zwischenmenschlichen Lebens. Das Prinzip von Bestrafung und Belohnung kann sehr offen reguliert sein. Im alltäglichen zwischenmenschlichen Miteinander innerhalb von Gemeinschaften spielt es sich sehr häufig unterschwellig ab. Folgt ein Mensch dem Willen des Stärkeren, wird er von diesem belohnt. Folgt er nicht, wird er „bestraft. Die Belohnung reicht von besonderer Aufmerksamkeit und Beachtung bis hin zu gelegentlichen Geld- oder Sachzuwendungen. Unterschwellige Formen von Bestrafung reichen von „weniger Beachtung bis hin zur sozialen Ausgrenzung. Auf diese Weise können manche Menschen regelrecht hörig gemacht werden.

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Zeit ist Macht

Zeit ist Leben

Zeit ist ein Zustand. Es ist der Zustand des Lebens an sich. Indem der Psalmist David sagt: „Meine Zeit steht in deinen Händen" (Ps 31, 16), sagt er: Mein Leben ist in deinen Händen. Das Leben besteht aus Zeit, aus Lebenszeit. Die Zeit, die ein Mensch hat, ist seine irdische Lebenszeit. Die Zeit die der Mensch am Tag hat, ist sein Leben an diesem Tage. Niemand weiß, wie viel Zeit er hat. Aber jeder weiß, dass seine Zeit begrenzt ist. Die Zeit vergeht mit dem Leben. Die soeben verlebte Stunde ist vergangene Zeit. Vergangene Zeiten sind von Menschen gelebte und gestaltete Zeiten. Vergangene Zeit ist Geschichte. Geschichte ist vergangenes Leben. Jeder Mensch hat seine eigene Zeit in der Zeit.

Ein altes Sprichwort aus Norwegen sagt: „Die Zeit hat starke Zähne. Nicht nur dass der „Zahn der Zeit an allen vergänglichen Dingen nagt und am Ende doch das größte Bollwerk zerstört. Zeit ist auch im alltäglichen Leben ein gewaltiges Potenzial. „Zeit ist Geld, „Zeit heilt Wunden, Zeit kann man „stehlen". Für einen Menschen bedeutet Zeit die Möglichkeit, an einem bestimmten Ort, in einem bestimmten Augenblick handeln zu können. Zeit hat immer zu tun mit Möglichkeiten zum Handeln. Jedes Handeln, jede Lebensregung eines Menschen geschieht in der Zeit. Ohne verfügbare Zeit gibt es kein Handeln, keine Tat. Jede Tat benötigt Zeit. Jede Heldentat, aber auch jede Übeltat benötigt ihre Zeit. Die Zeit kann sinnvoll oder eben sinnlos gefüllt werden. Von Erfüllung spricht man, wenn Zeit mit sinnvollen Taten gefüllt, Leben sinnvoll erlebt wird. Die Frage nach dem: Wo oder wie verbringe ich meine Zeit?, ist immer zugleich die Frage nach dem: Wo und wie verbringe ich mein Leben?

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde" (Pred 3, 1). Niemand kann zur gleichen Zeit alles machen. Es ist zur gleichen Zeit immer nur ein begrenztes Handeln möglich. Der Mensch kann nur eine Sache „zurzeit machen. Dies schränkt unseren persönlichen Aktionsradius gewaltig ein. „Ich habe keine Zeit heißt immer: Dafür habe ich keine Zeit (… denn ich mache in dieser Zeit etwas anderes). Jeder Mensch hat Zeit. Die entscheidende Frage lautet: Was tue ich in der mir zur Verfügung stehenden Zeit? Diese Frage stellt sich im Blick auf die ganz großen Linien des Lebens: Welchen Beruf ergreife ich? An welchem Ort verbringe ich mein Leben? Wofür setze ich meine Zeit, mein Leben ein? Familie und/oder Karriere? Usw. Sie stellt sich aber auch in den alltäglichen Tätigkeiten und Engagements: Wo setze ich meine Kraft ein? Was ist jetzt wichtig? An welcher Stelle will ich mich engagieren? In welchem Bereich möchte ich in der Gemeinde oder in einem Werk mitarbeiten? Was bin ich bereit, an Zeit zu investieren? Wofür lebe ich?

Die Antwort auf diese Fragen hängt gewiss ganz wesentlich von vielen anderen übergeordneten Faktoren ab. Persönliche Begabungen, das soziale Umfeld, persönliche Interessen und Wunschvorstellungen, aber auch konkrete Sachzwänge, wie z.B. ein angebotener Arbeitsplatz oder die finanziellen Möglichkeiten etc., haben maßgeblichen Einfluss auf unsere Entscheidungen und auf unser Handeln. Der Rentner beispielsweise, der seinen Lebensabend auf Mallorca verbringen will, kann dies nur tun, wenn etwa die notwendigen finanziellen und gesundheitlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Eine Mitarbeiterin, die sich gern im musikalischen Bereich engagieren will, muss musikalisch begabt sein. Der Mitarbeiter, der die Kasse verwaltet, muss das nötige Maß an Fachwissen besitzen. Man kann vieles wollen, aber nicht alles können.

Aber für all das, was man tun will und auch tatsächlich tun könnte, benötigt man Zeit. Kraft und Wille, Geld und Wissen nützen nichts, wenn die Zeit zum Handeln fehlt. Wer viel Geld hat, aber keine Zeit, es auszugeben, dem nützt sein Geld wenig. Wer Elektrogeräte reparieren kann, aber keine Zeit (oder keinen Willen) hat, dies auch konkret zu tun, dem nützt dieses Wissen wenig. Ohne Zeit bleiben alle Möglichkeiten nur Möglichkeiten. Somit ist Zeit ein gewaltiger Machtfaktor. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass eine Möglichkeit zur konkreten Realität werden kann.

Die Macht der Zeit

Zeit ermöglicht die Entfaltung von anderen Potenzialen wie Kraft, Geld oder Wissen. Dies kann durchaus zum Segen – aber auch zum Schaden einer Gemeinschaft gereichen. Niemand kann alles machen und niemand kann überall sein. Es kommt in einer Gemeinschaft ganz darauf an, wer wann was und unter welchen Umständen tut. Sei es nun im Rahmen eines Berufes – oder im Rahmen eines ehrenamtlichen bzw. freiwilligen Engagements. Dies gilt für menschliche Gemeinschaften ganz allgemein – aber eben auch für die christliche Gemeinschaft. Wer „Zeit" hat, hat die Möglichkeit zum Handeln. Die Macht der Zeit liegt in dem, was der Mensch in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit konkret tut. Die konkrete Tat, das konkrete Ereignis ist die eigentliche Macht der Zeit.

Die konkrete Tat folgt immer konkreten Interessen. Die Zeit des beruflichen Alltags gehört dem Interesse des Unternehmens oder Gewerbes, ganz gleich ob man selbstständig oder angestellt ist. Die Zeit der Hausfrau und Mutter gehört dem Interesse der Familie. Das eigene Interesse untersteht hier einem übergeordneten Interesse, einer Pflicht. Das pflichtgetreue Handeln soll ebendiesem übergeordneten Interesse dienen. Eigene Interessen müssen hinter der Pflicht zurückstehen. Daneben gibt es die Zeit, die nicht unmittelbar durch übergeordnete Pflichten bestimmt ist. Diese nicht durch Pflichten gebundene Zeit, die „Freizeit", kann dann sehr unterschiedlichen Interessen gehören. Hier haben das Hobby, das ehrenamtliche Engagement, der Familienausflug, das Haus, der Garten und sonstige Freizeitgestaltung ihren Platz.

Für die meisten gläubigen Menschen ist dies die Zeit ihres Engagements in der Gemeinde. Abgesehen vom Beruf des hauptamtlichen Pastors oder sonstiger gemeindebezogener Berufe wie etwa einer Gemeindeschwester oder eines Jugendreferenten o.Ä. geschieht die Mitarbeit in einer christlichen Gemeinde in der Freizeit und ehrenamtlich. Dadurch sind die Möglichkeiten des Engagements naturgemäß sehr begrenzt. Bei dem einen mehr, bei dem andern weniger. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter hat neben Beruf und Familie für sein Engagement in der Gemeinde, einem christlichen Werk oder dem Posaunenchor nur begrenzt Zeit. Daneben gibt es aber auch Menschen, die durchaus Zeit, jedenfalls mehr Zeit als andere, für die Gemeinde haben. Dazu können etwa Rentner, Arbeitslose, Alleinstehende, aber durchaus auch Hausfrauen und andere gehören. Das soll keinesfalls heißen, dass diese Personengruppen sonst nichts zu tun hätten. Hier soll und darf kein Missverständnis entstehen. Doch es ist in christlichen Gemeinschaften tatsächlich nicht selten so, dass gerade Menschen aus diesen Personengruppen je nach Situation vergleichsweise mehr Zeit in ihr gemeindliches Engagement investieren können als andere.

Wer die Zeit hat, hat die Macht. Wenn je irgendwo, dann gilt dieser Satz in Gemeinschaften, in denen keine oder wenig klare Strukturen und Verantwortlichkeiten bestehen. An dieser Stelle können große Konflikte entstehen. Der Zeitfaktor wirkt sich gewiss in jedem Umfeld als Machtfaktor aus. Auch das Amt kann die ihm zur Verfügung stehende Zeit missbrauchen. Es kann es aber umso mehr, desto schwächer die Kontrollmechanismen ausgebildet sind. Je stärker die Mechanismen von Kontrolle und Verantwortung ausgebildet sind, desto geringer ist an dieser Stelle die Gefährdung. Doch in Gemeinschaften, in denen „alle gleich sind und „jeder in gewisser Weise für alles verantwortlich sein soll, ist die Gefährdung zur eigenwilligen Tat besonders hoch. Hier können diejenigen, die aufgrund ihrer Lebensumstände einfach „Zeit haben, allein schon aus diesem Grunde die Gemeinschaft dominieren. Sie „kümmern sich um alles. Denn sie haben ja die Zeit dazu. Schnell haben sie die Dinge in der Hand und bauen sich ihre kleinen Königreiche auf. Manchmal sind es auch gerade diejenigen, die in der Berufswelt aus unterschiedlichen Gründen nicht so richtig zum Zug gekommen sind. Nun erkennen sie instinktiv ihre Chance. Die Einflussmöglichkeit, die ihnen dort versagt blieb, suchen sie hier „für Jesus zu verwirklichen. Die Betroffenen meinen es vordergründig ganz sicher auch gut und ehrlich. Aber im Tiefsten könnte es verkapptes Machtverhalten sein. Bis zu einem bestimmten Grad erscheinen derartige Mechanismen in manchen Gemeinschaften auch durchaus willkommen. Es ist sehr bequem, jemanden zu haben, der die Dinge „schon macht. In dem selbst errichteten „Königreich" kann er nun nach Gutdünken schalten und walten.

Es mag Situationen geben, in denen es die Verantwortung gebietet, dass einzelne Menschen ein sehr hohes Maß an Einsatz einbringen müssen, damit die Gemeinschaft überhaupt überlebt. Gefährlich wird es dann, wenn solche Strukturen sich verfestigen. Alle verlassen sich darauf, dass es schon irgendwie läuft. Doch das ist auf Dauer nicht gesund. Sobald die Möglichkeit dazu besteht, sollte alles darangesetzt werden, die Aufgaben auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Wer mehr Zeit hat als andere, kann sich gern etwas mehr engagieren. Es darf aber nicht dazu führen, dass sich alles auf einige wenige konzentriert und auf diese Weise das Wohl und Wehe der Gemeinschaft von diesen wenigen abhängt.

Wo Menschen sich ihre eigenen Königreiche aufgebaut haben, tauchen in dem Moment Probleme auf, wenn andere engagierte und begabte Mitarbeiter plötzlich „mitreden und mitgestalten wollen. Nun wird sich zeigen, aus welcher Quelle die Motivation des „Allgegenwärtigen wirklich kommt. Ist es dienende Mitarbeiterschaft oder doch verkapptes Machtverhalten? Ein waschechter „König wird so schnell niemanden an seiner Seite dulden. Ausgesprochen oder unausgesprochen verbittet er sich, dass ihm in „sein Reich hineingesprochen wird. Er wird mit allen Mitteln versuchen, seinen Herrschaftsbereich zu erhalten, seinen Einfluss zu festigen. Verantwortung teilen oder gar lieb gewordene Dinge abgeben zu sollen bedeuten für ihn einen ungeheuren Angang. Wenn nun der „König obendrein ein „Machtmensch ist, wird es nicht lange dauern, bis es zum offenen Konflikt kommt. Dem absoluten „König" wird es außerordentlich schwerfallen, gemeinsame Absprachen, die entgegen seinen Vorstellungen getroffen wurden, zu akzeptieren.

Ein typisches Beispiel, wie es in jeder Gemeinde und vom Prinzip her auch in jedem Glaubenswerk vorkommen kann, soll das ein wenig verdeutlichen: Ein zeitlebens engagierter Mitarbeiter einer mittelgroßen, eher etwas überalterten Gemeinde entwickelte sich im Laufe der Jahre zur maßgeblichen Persönlichkeit dieser Gemeinde. Nichts ging an ihm vorbei. Nun war er Rentner geworden und hatte noch mehr Zeit für die Gemeinde. Er kümmerte sich einfach um alles. Die Welt war in Ordnung. Mit der Zeit kamen aber auch andere Menschen in die Gemeinschaft und wollten sich in der Gemeinschaft engagieren. Sie erkannten weiterführende Möglichkeiten dieser Gemeinde und wollten Dinge verändern. Der Zwist brodelte unterschwellig. Nun kam in der Gemeinde der Wunsch nach neuem Geschirr für das Abendmahl auf. Das alte war schon ziemlich abgenutzt, sodass es wünschenswert erschien, ein neues Abendmahlsgeschirr anzuschaffen. Nur welches? Die jüngere Mannschaft

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