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Dorian Hunter 92 - Taklamakan

Dorian Hunter 92 - Taklamakan

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Dorian Hunter 92 - Taklamakan

Länge:
236 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
Jun 8, 2018
ISBN:
9783955720926
Format:
Buch

Beschreibung

Um Salamanda Setis als Schiedsrichterin zu stürzen, will Olivaro einen neuen Eidesstab anfertigen. Dorian Hunter hat sich auf diesen Plan eingelassen und weiß eventuell sogar, wo sich ein weiterer Feuerschädel finden lässt, der für die Herstellung des Stabs erforderlich ist. In seinem früheren Leben als Hugo Bassarak ist er in der Taklamakan-Wüste auf ein entsprechendes Artefakt gestoßen. Allerdings hat Hugo aus irgendeinem Grund alles getan, um die entsprechenden Erinnerungen zu blockieren.
Freigegeben:
Jun 8, 2018
ISBN:
9783955720926
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Dorian Hunter 92 - Taklamakan

Buchvorschau

Dorian Hunter 92 - Taklamakan - Simon Borner

Taklamakan

Band 92

Taklamakan

von Simon Borner und Uwe Vöhl

nach einem Exposé von Susanne Wilhelm

© Zaubermond Verlag 2018

© Dorian Hunter – Dämonenkiller

by Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt

Titelbild: Mark Freier

eBook-Erstellung: Die eBook-Manufaktur

www.Zaubermond.de

Alle Rechte vorbehalten

Inhaltsverzeichnis

Taklamakan

Was bisher geschah

Erstes Buch: Kopfgeldjäger

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

Zweites Buch: Taklamakan

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

Epilog 1

Epilog 2

Vorschau

Was bisher geschah

Der ehemalige Reporter Dorian Hunter hat sein Leben dem Kampf gegen die Schwarze Familie der Dämonen verschrieben, seit seine Frau Lilian durch eine Begegnung mit ihnen den Verstand verlor. Seine Gegner leben als ehrbare Bürger über den gesamten Erdball verteilt. Nur vereinzelt gelingt es Dorian, ihnen die Maske herunterzureißen.

Bald kommt Hunter seiner eigentlichen Bestimmung auf die Spur: In einem früheren Leben schloss er als französischer Baron Nicolas de Conde einen Pakt mit dem Bösen, der ihm die Unsterblichkeit sicherte. Der Pakt galt, und als de Conde selbst der Ketzerei angeklagt und verbrannt wurde, wanderte seine Seele in den nächsten Körper. Im Jahr 1713 wurde er als Ferdinand Dunkel in Wien Zeuge, wie Asmodi, das Oberhaupt der Schwarzen Familie, von einem Nachfolger verdrängt wurde, der sich fortan Asmodi II. nannte. Ihn kann Dorian schließlich töten.

Nach vielen Irrungen nimmt Lucinda Kranich, die Schiedsrichterin der Schwarzen Familie, die Rolle des Asmodi an. Niemand weiß, dass sie in Wirklichkeit hinter dem wiedererstandenen Fürsten steckt. Und letztendlich wird ihre Maskerade Wirklichkeit. Dass Lucinda sich einen Teil Asmodis einverleibt hat, um seine Macht zu erlangen, wird ihr zum Verhängnis. Der in ihr schlummernde Asmodi übernimmt die Kontrolle über ihren Körper und ersteht so tatsächlich wieder auf.

Den Posten des Schiedrichters nimmt die babylonische Vampirin Salamanda Setis an, die noch ein sehr persönliches Hühnchen mit Dorian zu rupfen hat. Gleichzeitig gelingt es Dorian mithilfe seiner Tochter Irene, ganz Großbritannien von Dämonen zu befreien. Allerdings sind Salamanda und Asmodi bereits dabei, einen Gegenschlag zu planen. Um ihn zu verhindern und Salamanda als Schiedsrichterin zu stürzen, muss Dorian sich erneut mit Olivaro verbünden. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem weiteren Feuerschädel.

Erstes Buch: Kopfgeldjäger

Kopfgeldjäger

von Uwe Vöhl

nach einem Exposé von Susanne Wilhelm

1.

Die Kleine war höchstens sechs. Zumindest dem Äußeren nach. Sie trug ein zerlumptes Nachthemd, das wohl ehemals weiß gewesen war, jetzt jedoch vor Dreck, Kot, Blut und anderen üblen Dingen starrte. Das Mädchen hielt eine Stoffpuppe an sich gedrückt. Die Puppe war genauso verschmutzt wie das Mädchen selbst. Es saß im Schlamm und schaute mit großen Augen ängstlich zu dem Revolvermann hoch. Sein Schatten war ganz plötzlich aufgetaucht. Bis dahin hatte die Kleine mit der Puppe gespielt und nicht auf ihre Umgebung geachtet.

Solomon Keyes setzte sein freundlichstes Lächeln auf, ging in die Hocke und fragte mit sanfter Stimme: »Hallo, Mädchen, wie heißt denn deine Puppe?«

»Mirela.« Die Furcht war nicht aus den Augen des Mädchens verschwunden. Im Gegenteil. Nun kam auch noch Misstrauen hinzu. Seit wann interessierten sich erwachsene Männer für ihre Mirela?

Solomon Keyes streichelte über den zerrupften Haarschopf der Puppe, der aus dicken Wollfäden bestand und den verfilzten Haaren des Mädchens ähnelte.

»Sie ist schön, deine Mirela. Sie gefällt mir …«

Instinktiv drückte das Mädchen die Puppe noch fester an sich. »Du lügst«, sagte sie. »Mirela ist nicht mehr schön. Sie ist schmutzig und hat Risse.«

»Wir könnten das ändern. Dort, wo ich hinwill, gibt es bestimmt einen Puppendoktor.«

Die Kleine sah ihn skeptisch an. »Dafür braucht man aber Geld.«

Solomon Key schnippt mit den Fingern, und auf einmal lag ein Geldstück in seiner Hand.

»Geld ist kein Problem.« Er streckte ihr die Münze entgegen. »Hier, die schenk ich dir …«

Die Hand des Mädchens zuckte vor, verharrte aber im letzten Augenblick. »Ich darf nichts von fremden Männern annehmen.«

»Wer sagt das denn?«

»Meine Eltern.«

»Genau zu denen möchte ich. Führst du mich zu ihnen?«

Das Mädchen schüttelte bockig den Kopf. »Das wollen sie bestimmt nicht. Außerdem schlafen sie.«

»Am helllichten Tag? Na so was. Macht aber nichts. Wir wecken sie auf, und was ich mit deinen Eltern zu bereden habe, wird ihnen gefallen.«

Das Mädchen schüttelte den Kopf und presste die Lippen zusammen.

Genau wie die Puppe.

Solomon Keyes grinste breit. Diese Symbiose gefiel ihm. Die Kleine hatte wirklich was drauf.

»Hey, wie heißt du überhaupt?«

»Felicia.«

»Felicia …« Er dehnte den Namen und schnalzte mit der Zunge. »Felicia, die Glückliche …«

Abermals schnippte er mit den Fingern. Diesmal hatte er ein Bonbon hervorgezaubert. Er sah die Gier in den Augen des Mädchens.

»Na, ist das nicht ein Deal? Du kriegst von mir eine ganze Tüte Bonbons, wenn du mich zu deinen Eltern führst.« Seine Stimme klang nun nicht mehr so geduldig und freundlich.

Felicia schüttelte erneut den Kopf.

»Du bist ein ganz schön störrischer Dickkopf, Felicia«, knurrte Keyes, und plötzlich lag ein Revolver in seiner Hand. Die Mündung der Waffe drückte er an die Schläfe der Puppe. »Eins, zwei, drei, und deine schöne Mirela ist nur noch Brei!«, drohte er und lächelte grausam. »Also, machen wir nun einen Deal oder nicht?«

Felicia nickte heftig, genau wie die Puppe. Solomon Keyes riss sie ihr aus den Händen. Die Puppe zappelte und wehrte sich, sodass er ihr die Kehle zudrückte. Auch Felicia begann zu röcheln.

»Wenn du nicht stillhältst, drücke ich fester zu!« Er hatte zu Felicia gesprochen, erreichte aber genau den beabsichtigten Zweck. Die Puppe erschlaffte in seinen Händen. Diese Verbindung zwischen den beiden beindruckte ihn. Das Mädchen musste wirklich über außergewöhnliches Talent verfügen. Und er hatte auch schon einen Plan, wie er es für seine Zwecke einsetzen würde.

»Und jetzt hopp! Meine Geduld ist nicht unendlich!«, warnte er.

Das Mädchen erhob sich aus dem Schlamm. Es zitterte und hatte Angst. Und deshalb gehorchte es. Es ging voran, schaute jedoch immer wieder, ob Solomon Keyes ihm auch ja folgte und der Puppe nichts tat.

Das Lager war überschaubar. Noch vor einem Jahr hatte es hier anders ausgesehen. In dem »Dschungel«, wie das Flüchtlingslager in Calais auch genannt wurde, hatten Tausende gestrandeter Menschen vegetiert. Ihr Ziel war es, als blinde Passagiere nach Großbritannien zu gelangen. Doch auch, nachdem die Behörden den Dschungel geräumt hatten, kamen immer noch weitere Flüchtlinge nach Calais und errichteten neue »Dschungel« neben dem geräumten Gelände. Mittlerweile waren es nur noch wenige Hundert – und meistens wurden sie nach ein paar Wochen von der Polizei wieder in andere Flüchtlingslager gebracht.

Kaum einer der Flüchtlinge kümmerte sich um den seltsamen Revolvermann und das Mädchen. Hier war sich jeder selbst der Nächste. Die Leute schauten rasch zu Boden, wenn Keyes’ Blick den ihren streifte. Niemand hielt ihn auf, niemand fragte ihn, wieso er bewaffnet und wer das kleine Mädchen an seiner Seite war.

Keyes’ vormals blanke Stiefel waren mit Schlamm und Exkrementen bespritzt, als sie endlich vor einem armseligen Zelt hielten. Zwei kleine Jungen, jünger noch als Felicia, saßen im Dreck und buddelten darin. Dennoch wirkten sie selbst im Spiel teilnahmslos.

Erst als einer von ihnen aufschaute und Solomon Keyes erblickte, trat so etwas wie Glanz in die stumpfen Augen. »Bist du ein Cowboy?«, fragte der Junge.

»So etwas Ähnliches«, antwortete Keyes und lächelte freundlich. Es war nicht so, dass er kein Herz besaß. Wenngleich es rabenschwarz war, taten ihm die Kinder leid. Sie hatten etwas Besseres verdient, als hier im Schlamm zu hocken. Zumal es ganz besondere Kinder waren. Keine Menschen. Zumindest keine reinrassigen.

»Weck sie auf!«, befahl er, und Felicia beeilte sich, in das Zelt zu kriechen.

Als Erster steckte ein abgemagerter Mann den Kopf heraus. Er hatte schulterlange, fettige Haare, einen herabhängenden Schnäuzer und kleine tückische Augen.

Als er Solomon Keyes erblickte, zuckte er zusammen. Man sah ihm an, dass er am liebsten geflüchtet wäre.

»Keine Sorge, ich tue Ihnen nichts«, sagte Keyes schnell. Den Revolver hatte er inzwischen wieder ins Holster gesteckt. Um seine Worte zu unterstreichen, zeigte er dem Mann beide Handflächen. »Im Gegenteil, ich bin gekommen, um Ihnen Ihren sehnlichsten Wunsch zu erfüllen. Sie wollen doch rüber nach Großbritannien, oder?«

Ein zweiter Kopf kam neben dem Mann zum Vorschein. Er gehörte einer Frau. Einer bildhübschen Frau, wie Keyes feststellte. Ihre hohen Wangenknochen und die grünblitzenden Augen verliehen ihr einen exotischen Reiz. Die schwarzen Haare waren zu einem Zopf gebunden, der ihr nach vorne über die Bluse fiel. Die vollen Lippen waren wie das ganze Gesicht nicht geschminkt. Das minderte nicht ihre Attraktivität.

Dennoch ließ sich Keyes nicht von ihrer Schönheit blenden. Die war ihm egal. Ihm kam es auf die inneren Werte an, und er war gespannt, was sie ihm zu bieten hatte.

»Was wollen Sie?«, zischte die Frau. Er konnte ihre Feindseligkeit ihm gegenüber geradezu spüren. Körperlich, und er wusste, dass sie es ihn spüren lassen wollte.

Solomon Keyes lüpfte den Hut und verbeugte sich. »Es ist mir eine Ehre, Ihre Bekanntschaft zu machen, Miss …«

»Lassen Sie den Quatsch. Mein Name ist Denisa. Sie sind kein Mensch, Sie gehören zur Schwarzen Familie, genau wie ich, nicht wahr?«

»Da bin ich mir nicht so sicher, Teuerste. Ich meine, ob Sie zur Schwarzen Familie gehören. Und er.« Mit einem Kopfnicken deutete er auf den Mann, der so gar nicht zu der Frau zu passen schien.

Wieder zuckte der Mann zusammen. Seine Nerven schienen nicht die besten zu sein.

»Asker ist ein gewöhnlicher Mensch, da haben Sie recht, aber ich bin trotzdem nicht aus der Familie gestoßen worden.«

Das war gut so, denn es bedeutete, dass die Frau nach wie vor über ihre Fähigkeiten verfügte. Diese Familie war ein Geschenk – genau das, was er brauchte: Ein normaler Mensch, eine talentierte Hexe und ein Bastard von einem Mädchen, bei dem er ahnte, dass die Kleine sein Problem vielleicht mehr noch als die anderen beiden lösen konnten.

Sein Blick fiel auf die beiden Jungen, die nach wie vor teilnahmslos im Dreck spielten. Sie waren magisch nur mäßig begabt, das spürte er. Er würde mit ihnen nicht viel anfangen können.

Da Keyes schwieg, wiederholte Denisa ihre Frage: »Was wollen Sie von uns?«

»Ich bringe Sie rüber nach Großbritannien«, erklärte Keyes.

Denisa lachte auf. Es war ein schönes, perlendes Lachen, das sicherlich so manchen Mann um den Verstand brachte. »Selbst für eine Million Pfund und mich noch obendrauf würden Sie das niemals schaffen, Mister. Die Kontrollen machen es schon normalen Menschen fast unmöglich, rüberzugelangen. Asker könnte es vielleicht schaffen – allein. Aber er ist zu feige.« Wieder lachte sie, diesmal lag Spott darin. »Sie scheinen nicht sehr gut informiert zu sein. Nicht nur der Tunnel ist dicht. Kein Dämon gelangt seit Kurzem mehr nach Großbritannien. Überall haben sie die Grenzen für uns unüberwindbar gemacht …«

»Ich kenne eine Möglichkeit«, behauptete Keyes.

»Und das machen Sie ganz uneigennützig, wie?«

»Nein, ich gebe zu, dass ich ebenso auf Sie angewiesen bin wie Sie auf mich. Aber ich bin sicher, dass wir es zusammen schaffen werden.«

Zumindest werden wir es zusammen schaffen, dass einer von uns drüben ankommt. Und das werde ich sein.

Hitze. Unerträgliche Hitze. Die Haut ist rot wie ein gekochter Hummer. Wo sie sich pellt, sieht es darunter aus wie rohes Fleisch.

Der Durst. Der Rachen fühlt sich an wie ein vertrocknetes Blatt. Das Schlucken schmerzt.

Aber das geht nur die ersten Tage so.

Mein Freund lacht. Im ersten Moment weiß ich seinen Namen nicht mehr, sodass ich fürchte, dass die Sonne mir auch das Hirn weggebrannt hat. Doch dann fällt mir gottlob wieder ein, wie er heißt: Mathis. Wenngleich ich nicht darauf komme, wo und unter welchen Umständen wir uns kennengelernt haben. Genauso wenig wie ich mich erinnern kann, warum ich überhaupt hier bin.

Mathis scheint die unerträgliche Hitze nicht das Geringste auszumachen. »Da musst du durch«, sagt er. »Die ersten Tage auf der Seidenstraße sind die Hölle.«

»Und danach?«, frage ich. »Was kommt danach?«

Ich habe mir bisher nie Gedanken darüber gemacht, ob es nach der Hölle noch etwas Schlimmeres geben könnte. Was ich weiß, ist, dass es viele Höllen gibt: Die Hölle auf Erden zum Beispiel. Die Hölle des Krieges. Die Höllen der Folter … Vielleicht gibt es so viele Höllen, wie es Sterne am Firmament gibt.

Mathis scheint plötzlich nachdenklich geworden zu sein. Oder habe ich ihn mit meiner Frage in Verlegenheit gebracht? Schließlich sagt er: »Der Mensch vergisst gerne, dass er seine wichtigsten Ziele nur durch größte Anstrengung erreicht hat. Oder größte Entbehrung. Wie man’s nimmt.«

Angesichts der unerträglichen Hitze kann ich damit im Moment wenig anfangen. Er scheint es mir anzusehen und grinst. »Welcher Mann sehnt sich nicht nach einer treusorgenden Seele, die ihn liebt, für ihn wäscht und kocht und auch das Bett mit ihm teilt. Doch soll die Ehe einigermaßen harmonisch verlaufen, und ich spreche noch nicht mal von den zänkischen deutschen Weibern, so solltest du außerhalb deiner Ehe möglichst enthaltsam leben.«

»Und womöglich noch dem Branntwein entsagen, oder was?«, mischt sich ein anderer unserer Reisegruppe ein. Sein Name liegt mir sofort auf der Zunge: Pierre Duval. Ich weiß nur, dass er ein Geschäftsfreund von Mathis ist. Doch welcher Art die Geschäfte sind, die die beiden verbindet, fällt mir nicht ein. Wahrscheinlich ist es auch nicht von Belang.

Ebenso wenig kann ich abschätzen, wer noch zu unserer Gruppe gehört. Die Träger nehme ich nur als flimmernde Schatten wahr. Selbst wenn ich den Blick auf einen von ihnen fokussiere, will es mir nicht gelingen, ihn deutlicher wahrzunehmen. Ich bin mir nicht sicher, ob es an der flirrenden Lichtbrechung liegt oder an meiner Sehkraft. Und auch das beunruhigt mich.

Während ich mich neben Mathis weiter durch den Wüstensand quäle, versuche ich, meine Gedanken zusammenzubringen. Einige Meter vor mir geht eine rothaarige Frau. Nach einigem Nachdenken fällt mir glücklicherweise auch ihr Name wieder ein. Zumindest ihr Vorname. Aaltje lautet er. Sie ist Holländerin, wie sie uns erzählt hat.

Der Mann neben ihr gehört ebenfalls zu unserer Reisegruppe. Er ist Chinese und nennt sich Fu Long. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob mir der Name gerade nur so eingefallen ist, geschweige denn, ob er wirklich so heißt. Aber da bin ich mir bei keinem aus unserer Gruppe wirklich sicher.

Bei diesem Gedanken klopft mein Herz plötzlich so hart gegen den Brustkorb, als wolle es ihn zertrümmern. Denn mir wird auf einmal bewusst, dass ich noch nicht mal meinen eigenen Namen mehr weiß!

Die nächsten hundert Meter zerbreche ich mir den Kopf. Wie heiße ich?

Remy LeBeaux, will mir eine Stimme weismachen, aber ich bin mir sicher, dass das nicht mein richtiger Name ist. Vielleicht habe ich mich irgendwann mal so genannt. Womöglich habe ich mich unter diesem Namen den anderen vorgestellt. Aber nein, Remy LeBeaux, das bin nicht ich.

Und noch etwas macht mir zu schaffen – noch viel mehr als nur der Verlust meines Namens beunruhigt mich, dass ich nicht weiß, auf welche Weise und aus welchem Grund ich mich in dieser Hitzehölle befinde und abquäle, und für einen Moment kommt mir der Gedanke, dass Mathis der Teufel sein könnte.

Aber das ist Unsinn.

Zumindest weiß ich – dank Mathis – wo ich mich befinde: auf der Seidenstraße. Aber ich kenne nicht das Ziel, es sei denn, die nächste Oase oder zumindest Wasserstelle bedeutet das Ziel …

Meine Gedanken beginnen zu kreisen. Um all die Dinge, die mir partout nicht einfallen wollen. Ich könnte die anderen fragen, oder zumindest Mathis, aber aus irgendeinem mir unbekannten Grund scheue ich davor zurück. Ich beiße die Zähne zusammen und kämpfe mich weiter …

… und weiter.

Bis plötzlich der Sand unter mir nachzugeben

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