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Arztroman Sammelband: Drei Romane: Wo ist der kleine Oliver und andere Romane
Arztroman Sammelband: Drei Romane: Wo ist der kleine Oliver und andere Romane
Arztroman Sammelband: Drei Romane: Wo ist der kleine Oliver und andere Romane
eBook480 Seiten5 Stunden

Arztroman Sammelband: Drei Romane: Wo ist der kleine Oliver und andere Romane

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Über dieses E-Book

Arztoman Sammelband: Drei Romane: Wo ist der kleine Oliver und andere Romane

Dieses Buch enthält folgende Romane:

A.F.Morland: Das traurige Kind

Glenn Stirling: Das zweifelhafte Angebot

A.F.Morland: Wo ist der kleine Oliver?

Hartmut Clemens ist ein hartgesottener Baulöwe, dem jedes Mittel Recht ist, um Profit zu erzielen. So will er auf einer Müllhalde Häuser errichten, ohne diese vorher auszuheben. Das ist der Umweltfanatikerin Tanja Mertens ein Dorn im Auge. Sie kämpft gegen Clemens, der sich das nicht von ihr bieten lassen will. Bei all der Arbeit und dem Stress bleiben jedoch seine Frau Nina und sein kleiner Sohn auf der Strecke. Hartmut und Nina streiten sich oft und heftig, was der kleine Fünfjährige mit anhören muss und ihn sehr bedrückt. Spielkameraden hat er nicht, nur die Haushaltshilfe Hermine Altbach und deren erwachsener Enkel Arnold, der sie hin und wieder besucht.

Wieder einmal streiten sich die Eltern des kleinen Jungen – und Oliver ist plötzlich verschwunden ...

SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum29. Juni 2019
ISBN9781386966807
Arztroman Sammelband: Drei Romane: Wo ist der kleine Oliver und andere Romane
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Autor

A. F. Morland

A. F. Morland schrieb zahlreiche Romane und ist der Erfinder der Serie Tony Ballard.

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    Buchvorschau

    Arztroman Sammelband - A. F. Morland

    Arztoman Sammelband: Drei Romane: Wo ist der kleine Oliver und andere Romane

    Dieses Buch enthält folgende Romane:

    A.F.MORLAND: DAS TRAURIGE Kind

    Glenn Stirling: Das zweifelhafte Angebot

    A.F.Morland: Wo ist der kleine Oliver?

    Hartmut Clemens ist ein hartgesottener Baulöwe, dem jedes Mittel Recht ist, um Profit zu erzielen. So will er auf einer Müllhalde Häuser errichten, ohne diese vorher auszuheben. Das ist der Umweltfanatikerin Tanja Mertens ein Dorn im Auge. Sie kämpft gegen Clemens, der sich das nicht von ihr bieten lassen will. Bei all der Arbeit und dem Stress bleiben jedoch seine Frau Nina und sein kleiner Sohn auf der Strecke. Hartmut und Nina streiten sich oft und heftig, was der kleine Fünfjährige mit anhören muss und ihn sehr bedrückt. Spielkameraden hat er nicht, nur die Haushaltshilfe Hermine Altbach und deren erwachsener Enkel Arnold, der sie hin und wieder besucht.

    Wieder einmal streiten sich die Eltern des kleinen Jungen – und Oliver ist plötzlich verschwunden ...

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

    © by Author

    © dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Das traurige Kind

    Arztroman von A. F . Morland

    Der Umfang dieses Buchs entspricht 115 Taschenbuchseiten.

    Sie ist noch keine sechs Jahre alt – und kennt schon mehr Leid und Einsamkeit als mancher Erwachsener. Sandra ist ein Kind, das die Mutter niemals haben wollte. Und weil sich Sandra nach Zuwendung und Mutterliebe sehnt, die sie aber nie bekommt, wird sie krank. So schwer krank, dass eines Tages eine Nachbarin aufmerksam wird und Dr. Kayser alarmiert. Was der engagierte Arzt feststellt, als er Sandra untersucht, ist traurig und erschütternd ...

    Copyright

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

    © by Author

    © dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    1

    „Rejen Se sich nich uff, Herr Trojan, sagte Schwester Gertrud streng. „Bei uns jeht es immer hübsch der Reihe nach.

    „Und wieso ging die Dame mit ihrem Mann dann vor mir zum Herrn Doktor rein?, ärgerte sich der magersüchtige Patient.

    Die gewichtige Arzthelferin strafte ihn mit einem kühlen Blick. „Schon mal wat von ’nem Notfall jehört?"

    „Notfall, dass ich nicht lache!"

    Schwester Gertrud zuckte gleichgültig die Schultern. „Lachen Se jetrost, mich stört det nich."

    „Was fehlt der Frau denn?", wollte Heimo Trojan wissen. Er war als Nörgler bestens bekannt und das nicht nur in der Grünwalder Arztpraxis. Jeder, der ihn kannte, wusste, dass er z jenen Menschen gehörte, denen man nichts recht machen konnte.

    Gertrud Giesecke spitzte ihre Bleistifte. „Erstens bin ick keen Arzt ..."

    „Und zweitens?"

    Die korpulente Vierundsechzig-jährige zeigte ein breites, unergründliches Lächeln. „Schon mal wat von ’nem Arztgeheimnis jehört, Herr Trojan? Det wird bei uns janz jroß jeschrieben, wissen Se?"

    „Ich setz’ hier langsam Moos an."

    „Is besser als Schimmel", konterte die schlagfertige Perle von der Spree, während hinter der gepolsterten Sprechzimmertür Dr. Kayser seine langjährige Patientin Renate Schellander untersuchte.

    Die Frau war dreiundvierzig, mittelgroß, schlank, aber nicht mager. Sie war in ihrem Haus die Kellertreppe hinuntergestürzt, und da sie danach über starke Bauchschmerzen geklagt hatte, hatte ihr Mann sie kurz entschlossen in seinen Wagen gesetzt und war mit ihr schnellstens zu Dr. Kayser gefahren.

    Ein tiefes, schmerzhaftes Stöhnen entrang sich der Kehle der Patientin.

    Kurt Schellanders Gesicht verzog sich in großer Sorge. „Mein Gott, Herr Doktor ...", kam es voller Angst über seine Lippen. Er strich sich mit der Hand nervös über das schüttere Haar, und sein fragender Blick versuchte Dr. Kaysers angespannte Miene zu erforschen.

    Sven schwante nichts Gutes. Es war wohl besser, die Patientin in die Seeberg-Klinik einzuweisen. Als er den beiden das eröffnete, riss Kurt Schellander entsetzt die Augen auf.

    „Um Himmels Willen, Herr Doktor, was fehlt meiner Frau?", fragte er voller Angst.

    Dr. Kayser erklärte, er könne innere Verletzungen nicht mit Sicherheit ausschließen. Kurt Schellander wurde blass. Er schwankte, und seine Frau stöhnte die nächste Schmerzwelle heraus.

    „Verdammt, Renate, wie oft habe ich dir gesagt, du sollst diese blöden Pantoffel nicht mehr anziehen?"

    Schellander wandte sich an Dr. Kayser. „Ein Geschenk von Simon, erklärte er. „Mindestens zwei Nummern zu groß. Sie konnte nie richtig damit gehen, aber weil sie sie von unserem Sohn bekommen hatte, trug sie sie. Mütter ... Sie brechen sich für ihre Kinder sogar den Hals. Die meisten von ihnen jedenfalls.

    Beim nächsten gequälten Stöhnlaut sagte Kurt Schellander hastig: „Ja, Renate, beiß die Zähne zusammen, halte durch. Ich bringe dich jetzt gleich in die Seeberg-Klinik."

    „Ich halte es für besser, wenn Ihre Frau liegend transportiert wird, Herr Schellander, erklärte Dr. Kayser, läutete Schwester Gertrud und sagte: „Wir brauchen einen Krankenwagen, Icke.

    „Jeht klar, Chef."

    Kurt Schellander schluckte trocken. Sein Blick ging zwischen seiner Frau und Dr. Kayser hin und her. „Liegend?! Allmächtiger, was befürchten Sie, Herr Doktor?"

    „Eine reine Vorsichtsmaßnahme", erwiderte Sven Kayser.

    Gemeinsam mit Schwester Gertrud und Schwester Marie-Luise bettete er die Patientin im Nebenraum vorsichtig auf eine Liege. „Machen Sie sich keine Sorgen, Frau Schellander, sagte er aufmunternd. „Es wird alles wieder gut.

    Kurt Schellander setzte sich auf einen Stuhl, nahm die Hand seiner Frau und sagte: „Ich bin bei dir, Renate, mein Schätzchen, mein Engel." Es war lange her, dass er solche Kosenamen verwendet hatte

    Sie sah ihn dankbar und mit feuchten Augen an.

    Dr. Kayser kehrte an seinen Schreibtisch zurück und bat Schwester Gertrud, den nächsten Patienten hereinzuschicken. Das war dann Heimo Trojan.

    „Guten Tag, Herr Trojan, begrüßte Sven den Magersüchtigen. „Tut mir leid, dass Sie so lange warten mussten ...

    „Aber ich bitte Sie, Herr Doktor, erwiderte der Mann und wirkte wie ausgewechselt. „Für so etwas hat man doch Verständnis.

    Schwester Gertrud hörte es und ging kopfschüttelnd hinaus.

    „Jeder Mensch muss froh sein, wenn er selbst nicht zum Notfall wird", tönte Heimo Trojan und ließ sich auf dem Patientenstuhl nieder.

    „Nun, Herr Trojan, was führt Sie diesmal zu mir?", erkundigte sich Dr. Kayser.

    „Mein Magen gibt endlich Ruhe."

    „Ist doch erfreulich, nicht wahr?"

    Heimo Trojan wiegte dennoch unzufrieden den Kopf. „Ja, doch nun bin ich auf einmal so lustlos. Nichts freut mich. Alles hängt mir irgendwie zum Hals raus, mein ganzes Leben."

    „Aber, aber, Herr Trojan."

    Der Patient machte ein saures Gesicht und klagte über Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, verminderte Leistungsfähigkeit. Darmträgheit und allgemeine Muskelschwäche.

    „Hört sich nach einer Überfunktion der Schilddrüse an", meinte Dr. Kayser.

    „Der Schilddrüse? Mit der hatte ich doch noch nie Probleme, Herr Doktor. Wo sitzt die denn?"

    „Sie befindet sich unterhalb des Schildknorpels auf der Luftröhre und hat die Form eines Schmetterlings, erklärte Sven Kayser. „Die Schilddrüse gehört zu den Drüsen mit innerer Sekretion.

    „Aha, sagte Heimo Trojan, obwohl er nicht genau verstand, was der Grünwalder Arzt gesagt hatte. Aber er wollte sich keine Blöße geben. Er nickte fest. „Der inneren Sekretion, so, so.

    „Ihr Gewicht beträgt bei einem erwachsenen Menschen etwa fünfundzwanzig Gramm."

    „So schwer wiegt die. Trojan wiegte beeindruckt den Kopf. „Sieh einer an.

    „Das gesunde Organ kann man normalerweise nicht tasten, fuhr Dr. Kayser mit seinen Ausführungen fort, „kommt es aber zur Funktionsstörungen, zeichnet sich die Drüse mehr oder weniger deutlich am Hals ab.

    „Und das ist bei mir der Fall, wie?"

    Dr. Kayser war aufgestanden und um den Schreibtisch herumgekommen. Er hatte den Patienten kurz untersucht und bestätigte nun: „Ja, Herr Trojan, das ist bei Ihnen der Fall. Das Schilddrüsengewebe besteht aus sogenannten kolloidbildenden Drüsenfollikeln, die das Hormon Thyroxin produzieren und unmittelbar in die Blutbahn abgeben."

    „Ist ja hochinteressant, Herr Doktor."

    „Es regt den Stoffwechsel und in der Jugend das Wachstum an", sagte Sven.

    Trojan feixte. „Nun, die Jugend habe ich ja schon einige Jährchen hinter mir. Leider. War eine schöne Zeit. Nicht so hektisch wie heute. Ich hatte eine wunderbare Kindheit. Wir konnten noch auf der Straße Fußball spielen. Versuchen Sie das heute mal, da sind Sie gleich von zehn Autos überrollt."

    Dr. Kayser hatte knotige Gewebeveränderungen getastet, aber das war medikamentös in den Griff zu bekommen. Er riet dem Patienten vor allem zu vegetarischer, vitaminreicher Kost.

    Trojan verzog das Gesicht. „Und das mir, wo ich so gern Fleisch esse und mich über die Kaninchen unter den Menschen immer lustig gemacht habe. Nun werde ich selbst zum Kaninchen. Aber okay, wenn es unbedingt sein muss, ernähre ich mich von nun an eben hauptsächlich von Blättern und Halmen. Was tut man nicht alles, um gesund zu werden."

    Sven Kayser verordnete dem Patienten ein Präparat, das seit vielen Jahren im Handel war und sich ausgezeichnet bewährt hatte. Heimo Trojan nahm das Rezept und verabschiedete sich.

    Als er hinausging, sagte er zu Schwester Gertrud: „Und nächstes Mal lassen Sie mich nicht wieder so lange warten, ja?"

    „Se könn’ ja um ’ne Privataudienz beim Herrn Doktor ansuchen, wenn Se keene fünf Minuten uff Ihren vier Buchstaben sitzen könn’", gab die korpulente Arzthelferin gleichmütig zurück. Leute wie Heimo Trojan konnten sie nicht aus der Ruhe bringen.

    „Von wegen fünf Minuten. Eine geschlagene halbe Stunde habe ich gewartet."

    Gertrud Gieseckes Lächeln war entwaffnend. „Aber mein lieber Herr Trojan, wat is denn schon ’ne halbe Stunde gemessen an der Ewichkeit?"

    Trojan zog die Mundwinkel nach unten. „Das ist vielleicht ’ne Logik."

    „Müssen Sie wiederkommen?", erkundigte sich Schwester Gertrud.

    Trojan sah sie einen Moment verwirrt an. „Wiederkommen?"

    „Hat der Herr Doktor jesagt, dat er Se noch mal sehen möchte?"

    Trojan schüttelte den Kopf. „Hat er nicht, aber in zwei Wochen bin ich wieder hier."

    „Darauf freu’ ick mir heute schon", sagte die Arzthelferin mit leichtem Sarkasmus in der Stimme und wollte den nächsten Patienten aufrufen, doch daraus wurde nichts, denn in diesem Moment trafen die Sanitäter ein, um Frau Schellander abzuholen, und das hatte natürlich Vorrang.

    2

    Es stand sogar noch schlimmer um Renate Schellander, als Dr. Kayser angenommen hatte. Die Bauchschmerzen der Patientin waren während des Transports in die Seeberg-Klinik stärker geworden. Ihr Mann hielt während der ganzen Fahrt ihre Hand und streichelte unentwegt beruhigend auf sie ein.

    Er machte sich große Sorgen um sie, versuchte aber, es sich nicht anmerken zu lassen. „Halte durch, Renate. Beiß die Zähne zusammen, sagte er ununterbrochen. „Wir sind gleich da. Man wird dir helfen. Du hast es bald überstanden.

    Aber er dachte ganz anders. Lieber Gott, ich bitte dich, lass nicht zu, dass sie stirbt!, hallte es in seinem Kopf. Jetzt erst, wo es Renate schlecht ging, merkte er, wie sehr er sie noch immer liebte.

    Man sagte, die Liebe würde nach drei Jahren sterben, aus ihr würde Gewohnheit werden, aber das stimmte nicht. In Krisensituationen war die Liebe sofort wieder voll da. Sie war nicht gestorben, das merkte Kurt Schellander jetzt ganz deutlich, sie hatte nur geschlummert. Und Renates Sturz auf der Kellertreppe hatte die schlafende Liebe brutal wachgerüttelt.

    In der Seeberg-Klinik lief Kurt Schellander neben der Trage her, auf der seine Frau lag. Panik glänzte in seinen großen Augen. Ein Ausdruck von erheblicher Verstörtheit lag auf seinen Zügen und ließ sein Gesicht blass und ungesund aus sehen.

    Dr. Ulrich Seeberg, der Klinikchef, hatte kurz mit seinem Freund Dr. Sven Kayser telefoniert und sicherheitshalber bereits alles für eine Notoperation vorbereiten lassen.

    Kurt Schellander, der immer noch die Hand seiner stöhnenden Frau hielt, war kaum von ihr zu trennen.

    „Seien Sie vernünftig, Herr Schellander, sagte der Pfleger Ludwig eindringlich. „Sie müssen hierbleiben.

    „Aber ich muss bei meiner Frau sein, sie braucht mich!"

    „Sie können im Augenblick nichts für Ihre Frau tun, Herr Schellander", sagte Ludwig.

    „Es hilft ihr schon, wenn ich bei ihr bin und ihre Hand halte."

    „Es wird alles, was möglich ist, für Ihre Frau getan, versicherte der Pfleger dem aufgeregten Mann. „Sie dürfen jetzt die Arbeit der Ärzte nicht behindern. Ich bitte Sie ...

    „Aber Renate ..."

    Ludwig zeigte auf eine Bank. „Warten Sie hier."

    „Wird man mich informieren, wenn ..."

    „Selbstverständlich, Herr Schellander. Man wird Ihnen alles sagen. Sie müssen nur ein wenig Geduld haben."

    „Wenn ich wenigstens wüsste, ob Lebensgefahr besteht", sagte Schellander weinerlich.

    Ludwig legte ihm die Hand auf die Schulter. „Beruhigen Sie sich, Herr Schellander, Ihre Frau ist sicherlich in den besten Händen."

    „Diese verdammten Pantoffel! Ich verbrenne sie."

    Ludwig wusste nicht, was der Mann damit meinte. Er zeigte noch einmal auf die Bank und sagte sanft: „Setzen Sie sich!"

    Inzwischen stand für Dr. Seeberg fest, dass er operieren musste. Ihm standen Schwester Gerda als OP und Instrumentenschwester und Schwester Veronika zur Verfügung.

    Dr. Thomas Rüsch, Leiter der Intensivstation, ernannte die Schwestern immer Kindchen und wurde von diesen deshalb Onkel Tom genannt, übernahm die Anästhesie. Dr. Peter Stein würde dem Klinikchef assistieren.

    Als Dr. Seeberg den Bauch der Patientin öffnete, stellte er fest, dass die Leber stark vergrößert war. Er entdeckte einen Einriss und musste beschädigtes Lebergewebe entfernen.

    Nachdem er die Wunde genäht hatte, entdeckte er einen zweiten, ebenfalls stark blutenden Riss. Auch ihn nähte er. Und dann fand Dr. Seeberg auch noch ein pfenniggroßes Loch im Darm der Patientin.

    Er schloss es und forderte anschließend seinen Assistenten auf, den großen Bauchschnitt zu vernähen. „Und jetzt auf die Intensivstation mit ihr", ordnete Dr. Seeberg an, während er sich in den angrenzenden Waschraum begab.

    Zwei Stunden hatte die Operation gedauert. Für Kurt Schellander waren das die zwei qualvollsten Stunden seines Lebens. Niemand kam, um ihn zu informieren. Die Ungewissheit raubte ihm beinahe den Verstand. Jedes Mal, wenn eine Tür aufging, schnellte er von der Bank hoch und riss ängstlich und erwartungsvoll die Augen auf.

    Aber erst nach zwei Stunden wurde er durch Dr. Seeberg von seiner Seelenpein erlöst. „Wir mussten Ihre Frau operieren, Herr Schellander", sagte der Klinikchef.

    „Was war denn verletzt? "

    „Die Leber", antwortete Dr. Seeberg.

    Kurt Schellander zuckte wie unter einem Peitschenhieb zusammen. „Um Himmels Willen!"

    „Sie hatte zwei stark blutende Risse", erklärte Dr. Seeberg.

    „Renate wäre verblutet, wenn Sie sie nicht ..."

    „Gut, dass Dr. Kayser sie sofort zu uns geschickt hat, unterbrach ihn Dr. Seeberg. „Wir mussten außerdem ein Loch im Darm Ihrer Frau schließen.

    Kurt Schellander wischte sich mit einer fahrigen Handbewegung über die Augen. „Auch das noch ... Und sonst?"

    „Sonst nichts mehr", antwortete Dr. Seeberg und lächelte beruhigend.

    „Hat Renate die Operation gut überstanden?"

    Dr. Seeberg nickte. „Ja, das hat sie. Machen Sie sich keine Sorgen."

    „Darf ich zu ihr?"

    Dr. Seeberg schüttelte entschieden den Kopf. „Nein, das geht jetzt leider nicht."

    Kurt Schellander musterte ihn sofort argwöhnisch. „Warum nicht? Sie verheimlichen mir doch hoffentlich nichts, Herr Doktor."

    „Ihre Frau ist noch nicht wieder bei Bewusstsein, Herr Schellander. Sie kommt jetzt erst mal auf die Intensivstation."

    Kurt Schellander war entsetzt. „Auf die Intensivstation, zu den schweren, den beinahe aussichtslosen Fällen?"

    „Sie wird dort nur intensiver betreut, beschwichtigte Dr. Seeberg den Mann. „Das ist nach jeder Operation üblich.

    Schellander erforschte nervös das Gesicht des Klinikchefs. „Wird sie sterben, Herr Doktor? Bitte sagen Sie mir die Wahrheit. Wird meine Frau sterben?"

    „Nein, Herr Schellander, das glaube ich nicht ..."

    Dem Mann stockte kurz der Atem. „Sie glauben es bloß nicht? Wissen Sie es denn nicht mit Sicherheit?"

    „Es wäre vermessen, etwaige Komplikationen einfach auszuschließen, Herr Schellander. Aber ich bin ziemlich optimistisch, dass Ihre Frau bald wieder auf den Beinen sein wird. Gehen Sie jetzt nach Hause. Sie können im Augenblick hier nichts für Ihre Frau tun."

    Der Mann sah Ulrich Seeberg zweifelnd an. „Bestimmt nicht?"

    „Bestimmt nicht, Herr Schellander."

    3

    Das Haus war grauenvoll leer. Um die Einsamkeit besser zu verkraften, trank Kurt Schellander Whisky. Er brachte es auf eine halbe Flasche und torkelte ruhelos durch das Wohnzimmer, mal im Uhrzeigersinn, mal in die andere Richtung.

    Die Pantoffel seiner Frau hatte er im Heizungskeller in den Allesbrenner geworfen und angezündet. Sie waren nur noch Asche. Wenn er das doch gleich getan hätte, als Renate sie von Simon geschenkt bekommen hatte!

    Simon ... Er weiß noch nicht einmal, dass seine Mutter seinetwegen in der Seeberg-Klinik auf der Intensivstation liegt, ging es Kurt Schellander durch den benebelten Sinn. Jawohl, seinetwegen! Weil er ihr diese verfluchten Pantoffeln geschenkt hat, die ihr viel zu groß waren. Lieblos ist das. Gedankenlos nennt es Renate, weil Mütter ihren Kindern ja immer alles nachsehen. Ich nenne es lieblos, gleichgültig und oberflächlich. Kann er sich denn die Schuhgröße seiner Mutter nicht merken? Hätte er nicht sagen können, er würde die Pantoffel umtauschen, als er sah, dass sie ihr zu groß waren? Gelacht hatte er, und darin hätte sie wenigstens genügend Platz, hatte er gesagt. Umtauschen wäre ihm schon wieder zu viel Arbeit gewesen, wo er doch so wenig Zeit hat.

    Er wollte Simon anrufen, wankte zum Telefon, wählte die Nummer, verwählte sich zweimal. Einmal meldete sich eine Tierhandlung.

    „’schuldigung, lallte er und drückte auf die Gabel. Beim zweiten Mal meldete sich eine Frauenstimme mit „Zbrynych oder so ähnlich, „’schuldigung", sagte Schellander wieder, und dann legte er auf und trank weiter.

    Wahrscheinlich war Simon sowieso nicht zu Hause, war er ja so gut wie nie, seit es mit seiner Ehe nicht mehr so recht klappen wollte.

    Aber die Eltern durften sich da um Gottes Willen nicht einmischen, das ging sie nichts an. Wer waren sie denn, dass sie gute Ratschläge geben durften?

    Sie waren doch nur die Eltern, und auf deren Rat hört man schon aus Prinzip nicht. Dabei hatten sie von Anfang an gewusst, dass diese Ehe nicht gutgehen würde. Monika war zwar eine hübsche Person, aber als Hausfrau und Mutter völlig ungeeignet. Die jungen Leute hatten viel zu schnell geheiratet. Beinahe überstürzt, so, als würden sie sonst etwas versäumen.

    Nicht einmal richtig gekannt hatten sie sich, da war Monika schon schwanger gewesen. Ausgerechnet sie, die gar keine Kinder haben wollte!

    Sie hätte es sich nehmen lassen, doch Simon hatte es ihr verboten, und so hatte sie es eben zur Welt gebracht. Aber Freude hatte sie mit der kleinen Sandra nie gehabt, und das Kind war ihr auch heute noch, mit fast sechs Jahren, ziemlich egal, manchmal sogar lästig, ein Klotz am Bein.

    Kurt Schellander trank so lange, bis er nicht mehr stehen konnte, dann legte er sich im Wohnzimmer aufs Sofa, ins Schlafzimmer hinauf hätte er es nicht mehr geschafft, und schlief sofort ein.

    4

    Nach dem letzten Hausbesuch schaute Dr. Sven Kayser noch ins Waldhotel Abel rein. Solveig Abel, die blonde, ausgesprochen aparte Besitzerin, freute sich über sein Erscheinen.

    Sie begrüßte ihn mit einem zärtlichen Kuss und fragte, ob er schon zu Abend gegessen habe.

    „Nein, noch nicht", antwortete der Grünwalder Arzt wahrheitsgetreu.

    Solveig lächelte ihn mit blitzend weißen, regelmäßigen Zähnen kokett an. „Würdest du mir die Ehre geben, mit mir zu speisen?"

    „Die Ehre ist ganz auf meiner Seite", erwiderte Sven schmunzelnd.

    Sie empfahl ihm Schweinemedaillons mit Teltower Rübchen und verführte ihn hinterher noch zu einer köstlichen Apfel-Sahne-Torte.

    „Bleibst du über Nacht?", erkundigte sie sich dann. Solveig war, wie Sven, mit ihrem Beruf verheiratet. Dadurch war es mit Sicherheit auszuschließen, dass die beiden jemals vor den Traualtar treten würden, obwohl sie einander sehr zugetan waren und sich aufrichtig liebten.

    Sven schüttelte bedauernd den Kopf. „Ich hab’ noch zu tun."

    Solveig lächelte. „Ja, ja, wenn wir unseren Beruf nicht hätten ..."

    „Richtig arm wären wir", grinste Sven.

    „Ja, direkt zu bedauern."

    Sven blieb nach dem Essen noch eine halbe Stunde, dann war es Zeit für ihn zu gehen.

    In seinem Haus in der Gartenstraße machte er in der Praxis Licht und ließ sich seufzend auf seinen Schreibtischstuhl fallen. Er hatte noch keine Zeit gehabt, sich zu informieren, wie es Renate Schellander ging.

    Da sein Freund Ulrich Seeberg bestimmt nicht mehr in der Klinik war, wählte er dessen Privatnummer. Babsi meldete sich. Sie war zweiundzwanzig und studierte Medizin. Vermutlich erwartete sie den Anruf eines Freundes. Das temperamentvolle aschblonde Mädchen mit den grünen Augen hatte eine Menge Verehrer. Sie holte ihren Vater an den Apparat.

    „Ich bin es nur", sagte Sven Kayser lachend.

    „Wieso nur?", fragte Ulrich Seeberg.

    „Na ja, deiner Tochter wäre es bestimmt lieber gewesen, wenn es jemand anderer gewesen wäre."

    Jetzt lachte Dr. Seeberg auch. „Da hast du allerdings recht. Im Moment ist Hubert Bauer, ein Kommilitone, ihr ganz großer Favorit."

    „Ein Adonis", nahm Sven Kayser an.

    „Klar", bestätigte Ulrich Seeberg.

    „Und noch keine fünfundzwanzig", vermietete Sven.

    „Du sagst es."

    „Da kann ich mit meinen mehr als fünfundvierzig Jahren natürlich nicht konkurrieren", meinte Sven.

    „Mochtest du das denn?"

    Sven lachte wieder „Eigentlich nicht, denn da würde ich nämlich Gefahr laufen, dich als Schwiegervater zu bekommen."

    „Es gibt bestimmt Schlimmeres, was einem Mann passieren kann", behauptete Ulrich.

    „So? Was denn?, fragte Sven stänkernd. Aber dann wurde er ernst. „Wie geht es Frau Schellander?, wollte er wissen.

    „Sie liegt unten auf der Intensivstation. Wir mussten sie operieren. Sie hatte zwei Risse in der Leber und ein Loch im Darm."

    „Auch das noch", sagte Sven.

    „Ja. Wegen dieses Lochs bin ich ein wenig in Sorge."

    „Befürchtest du Komplikationen?", fragte der Grünwalder Arzt.

    „Ich sagte das bereits ihrem Mann: Ich kann sie nicht mit Sicherheit ausschließen."

    „Können gefährliche Krankheitserreger aus dem Darm in die Blutbahn gelangt sein?", wollte Sven wissen.

    „Ich hoffe nicht, aber es wäre möglich."

    „Ich komme morgen in die Klinik", versprach Sven und legte auf.

    5

    Kurt Schellander fühlte sich grauenvoll, als er am nächsten Morgen erwachte. Er hatte starke Kopfschmerzen, und seine Zunge fühlte sich wie abgestorben an. Im Bad,vor dem Spiegel, betrachtete er sich den Schaden, den der viele Whisky in seinem Gesicht angerichtet hatte.

    „Du siehst zum Kotzen aus, weißt du das?", sagte er zu seinem Spiegelbild. Er fuhr sich mit der Hand über das Kinn, die Bartstoppeln knirschten.

    Er steckte den Elektrorasierer an und begann seine Wangen glattzuhobeln. Nach einer eiskalten Dusche machte er sich einen Kaffee, so stark, dass er Tote aufwecken konnte. Sein Wagen stand noch vor Dr. Kaysers Haus. Er lief zu Fuß dorthin und fuhr dann sofort zur Seeberg-Klinik. Wie mochte es Renate heute gehen?

    Hatte sie die Nacht einigermaßen gut hinter sich gebracht auf der Intensivstation? Brauchte sie eventuell gar nicht mehr länger so intensiv betreut und überwacht zu werden?

    Welche Freude wäre es für ihn gewesen, wenn seine Frau bereits verlegt worden wäre. Simon fiel ihm ein. Er musste ihn anrufen. In der Seeberg-Klinik gab es Fernsprecher für Besucher und Patienten.

    Schellander wählte die Nummer seines Sohnes. Niemand hob ab. War Simon wieder mal im Ausland? Das war er ja fast immer, weil ihm das mehr Geld einbrachte.

    Er baute Pumpwerke in Kuwait, in der Sahelzone, in Jordanien, in Bangladesch ... überall, wo man welche brauchte. Er riss sich um die Auslandsjobs, damit Monika, seine Frau, nicht arbeiten zu gehen brauchte.

    Er, ein Schlüsselkind, seine Eltern hatten es beim Start nicht leicht gehabt, wollte nicht, dass seine Tochter aufwachsen musste wie er.

    Wir hatten nicht viel von ihm, dachte Kurt Schellander nun. Immer haben wir gearbeitet. Ich hatte sogar zwei Jobs, damit wir die Armut, die uns plagte, hinter uns lassen konnten. Tag und Nacht haben wir geschuftet. Und Simon, der wuchs irgendwie auf, ohne dass wir es richtig mitbekamen. Und heute ist er uns, wie könnte es auch anders sein, ein bisschen fremd. Wir geben uns zwar alle Mühe, die familiäre Beziehung zu verbessern und zu festigen, aber ob uns das jemals gelingen wird, steht auf einem anderen Blatt.

    „Niemand daheim", murmelte Kurt Schellander und hängte ein. Simon war oft monatelang weg. Manche Aufträge hielten ihn sogar ein halbes Jahr und länger in irgendeinem fernen Land fest. Und seine junge, lebenslustige, schöne Frau? Was tat die inzwischen? Kurt Schellander wollte es lieber nicht wissen. Seine Schwiegertochter war keine Heilige.

    Sie wusste es nicht zu schätzen, dass Simon sich für sie und Sandra abrackerte. Das Geld, das er ihr schickte, gab sie für teure Kleidung aus, und die Leute munkelten, dass sie laufend Liebhaber hatte, die sie sogar aushielt, wenn sie mal knapp bei Kasse waren.

    Schämen sollte sie sich, einen solchen Lebenswandel zu führen, dachte Kurt Schellander bitter. Hinter dem Rücken ihres Mannes, und vor den Augen ihrer Tochter, es ist eine Schande!

    Eine der Krankenschwestern sagte ihm, dass seine Frau noch immer auf der Intensivstation liege. In deren Vorraum musste er dann in weiße Schuhe schlüpfen. Dann zogen sie ihm seine Jacke aus und einen grünen Kittel an.

    Außerdem musste er eine grüne Kappe aufsetzen und einen Mundschutz umbinden. Erst dann durfte er das Zimmer betreten, in dem Renate lag.

    Er war furchtbar aufgeregt. Seiner Frau ging es nicht gut, das sah er mit einem Blick. Den Raum trennte eine Glaswand, und hinter dieser saß eine Schwester, die Renate und viele Apparate in stählern blinkenden Gehäusen beobachtete. Manche standen über und neben Renates Bett, andere standen jenseits der Scheibe vor der Schwester. Schellander sah, dass viele bunte Schläuche an seiner Frau befestigt waren.

    Sie liefen zu den Apparaten, mit denen man das Herz, den Kreislauf, die Atmung, den Blutdruck und viele andere Funktionen kontrollieren konnte.

    Ein dicker Schlauch war am Ende mit einer Nadel versehen, und diese steckte unterhalb von Renates Schulter in einer Vene. Der Schlauch führte zu einer Infusionsflasche, die an einem Gestell neben dem Bett hing.

    Renate hatte hohes Fieber und war leichenblass. Sie war nicht ansprechbar, dämmerte wie im Koma vor sich hin. Schellander war entsetzt.

    Er suchte Dr. Rüsch, den Leiter der Intensivstation, und wollte von diesem wissen, wieso es seiner Frau noch nicht besser gehe. Der Arzt hatte keine gute Nachricht für ihn. Man habe zuerst angenommen, die Patientin hätte einen Schlaganfall erlitten, doch inzwischen wisse man, dass es sich um eine septische Hirnembolie handle, ausgelöst durch winzige Blutgerinnsel, die mit gefährlichen Krankheitskeimen verseucht seien. Außerdem, so führte Dr. Thomas Rüsch weiter aus, hätten die Krankheitserreger auf das Herz übergegriffen, was zu einer akuten Endokarditis, einer Herzinnenhautentzündung, geführt habe.

    Die Folge davon war: Es kam bei der Patientin zu einer halbseitigen Lähmung mit Beeinträchtigung des Sprach- und des Bewegungszentrums.

    Zwei weitere septische Embolien am linken und am rechten Bein waren zum Glück rechtzeitig entdeckt worden, sonst wäre der Frau eine Amputation nicht erspart geblieben.

    „Wird sie durchkommen, Herr Doktor?", fragte Kurt Schellander verzweifelt.

    „Wir tun für Ihre Frau, was wir können", antwortete Dr. Rüsch.

    „Aber ohne die Hilfe Gottes wird sie die Seeberg-Klinik nicht lebend verlassen, nicht wahr?"

    „Wenn es uns gelingt, sämtliche Gerinnsel aufzulösen und das Blut zu entgiften ..."

    „Wird Renate wieder sprechen und gehen können, Herr Doktor, oder wird sie für den Rest ihres Lebens ein Pflegefall sein? Sie ist erst dreiundvierzig!"

    Dr. Rüsch konnte dem unglücklichen Ehemann nur noch einmal versichern, dass für seine Frau das Menschenmögliche getan würde. „Falls sich der Zustand Ihrer Frau bessert oder verschlechtert, rufen wir Sie umgehend an", versprach der Arzt.

    „Ich danke Ihnen", sagte Kurt Schellander und trottete mit hängenden Schultern davon.

    Dr. Sven Kayser hatte sich vom Leiter der Seeberg-Klinik über den Zustand der Patientin unterrichten lassen. Als er das Büro des Chefarztes verließ, sah er Kurt Schellander.

    Mit einem kurzen Ruf hielt er ihn zurück.

    Der Mann sah Sven mit milchig-trübem Blick an. „Renate ..."

    „Ja. Es tut mir leid. Ich habe soeben mit Dr. Seeberg gesprochen", erwiderte Sven Kayser.

    „Was sagt er?"

    „Ihre Frau braucht

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