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Der Bio-Kräutergarten der Kräuter-Liesel: Anbau, Pflege, Ernte

Der Bio-Kräutergarten der Kräuter-Liesel: Anbau, Pflege, Ernte

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Der Bio-Kräutergarten der Kräuter-Liesel: Anbau, Pflege, Ernte

Länge:
552 Seiten
3 Stunden
Freigegeben:
May 3, 2017
ISBN:
9783815568965
Format:
Buch

Beschreibung

Die besten Tipps für den eigenen Kräutergarten

"Mein Körper kann nur von dem leben, was ich ihm gebe, und wenn das nichts taugt, dann kann er auch nicht gesund werden." Zu dieser Überzeugung gelangte Liesel Malm nach schwerer Krankheit vor über dreißig Jahren und ist das Motto dieses Buches. Damals begann die heute über 80-jährige Kräuter-Liesel, einen großen biologischen Kräuter- und Nutzgarten anzulegen. Mit 36 Pflanzen fing sie an und die Zahl der Heilkräuter und Wildpflanzen in Ihrem Garten wuchs auf fast 600 an.
In ihrem Buch finden Sie alles Wissenswerte über den Anbau von gesunden Gewürz- und Heilkräutern, von Wildgemüse, wildem Obst und Beeren bis zu Wildblumen. Ob Topinambur, Bärlauch, Beifuß, Kamille oder Kümmel, die Kräuter-Liesel hat einen Rat zu jedem Gewächs. Legen Sie doch einfach Ihr eigenes Hügel- oder Hochbeet an. Auch die Pflege, Ernte, Einlagerung und Verwertung von Kräutern lernen Sie hier im Handumdrehen. Dem eigenen kleinen Kräutergarten steht nun nichts mehr im Wege.

- Alles Wissenswerte rund um den Kräuteranbau im Bio-Garten
- Von gesunden Gewürz- und Heilkräutern, von Wildgemüse, wildem Obst und Beeren bis zu Wildblumen
- Mit mehr als 350 farbigen Fotos
- Nutzen Sie den Erfahrungsschatz der weisen Kräuter-Liesel
Freigegeben:
May 3, 2017
ISBN:
9783815568965
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Der Bio-Kräutergarten der Kräuter-Liesel - Liesel Malm

IM EINKLANG MIT DER NATUR

Viele Menschen wünschen sich einen Biogarten, um ihre eigenen Lebensmittel zu erzeugen, aber wie geht das?

Im Vorwort habe ich die Gründe für das Warum eines Biogartens beschrieben. In diesem Buch soll es aber vorwiegend um das Wie gehen. Natürliche Lebensmittel in Bioqualität sind schon sehr gefragt, da immer mehr Menschen zu der Überzeugung kommen, dass Lebensmittel aus der Massenproduktion nicht gesund sind und Krankheiten verursachen. Dies ist in vielen Fällen auch wissenschaftlich nachgewiesen. Der Wunsch nach Lebensmitteln aus biologischer Landwirtschaft ist also nachvollziehbar, richtig und wichtig.

Ich selbst war vor über dreißig Jahren schwer an Krebs erkrankt. Nach einer Operation und einer radikalen Strahlenbehandlung, unter deren Auswirkungen mein Körper bis heute leidet, habe ich meine Ernährung komplett auf biologische, vollwertige und vegetarische Kost umgestellt.

Gesundes Gemüse aus eigenem biologischem Anbau

„Ich esse kein Fleisch und keine verpackten Lebensmittel mehr. Ich bin davon überzeugt, dass ich nur deshalb den Krebs überwunden habe und noch lebe."

Chaotische Mischkultur: Gemüse, Kräuter, Salatpflanzen und Wildblumen bilden eine gesunde und fruchtbare Gemeinschaft.

Meine vegetarischen Biolebensmittel erzeuge ich seit über dreißig Jahren im eigenen Garten und ergänze diese durch biologisches Getreide, vor allem Dinkel, das ich bei Bedarf frisch male und für meine selbst hergestellten Backwaren und andere Gerichte einsetze. Neben biologisch angebautem Gemüse und Getreide ernähre ich mich von vielen gesunden Pflanzen und Kräutern aus meinem Biogarten oder aus der Natur. In diesem Buch beschreibe ich meine Pflanzen und Früchte aus dem biologischen Anbau sowie ergänzende Wildpflanzen.

Es ist nicht schwer, einen Biogarten anzulegen. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass Sie den unbedingten Willen haben, konsequent auf chemisch erzeugte Düngemittel und Giftstoffe (Pestizide, Herbizide und Fungizide) zur Bekämpfung von sogenannten „Schädlingen und „Unkraut zu verzichten.

Nach meiner Überzeugung gibt es ohnehin keine Schädlinge und kein Unkraut in der Natur. Jedes Tier und jede Pflanze haben ihren Lebenssinn und erfüllen eine Aufgabe. Der wirkliche Schädling in der Natur ist der Homo sapiens und dieser ist gerade dabei, seine eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören.

Wenn Sie sich an die Regeln der biologischen Gartenbewirtschaftung halten, wird sich innerhalb von wenigen Jahren auch das biologische Gleichgewicht in Ihrem Garten wieder einstellen, sodass kein Kraut und kein Tier oder Insekt mehr überhandnimmt.

DER ORGANISCH-BIOLOGISCHE GARTEN

Beginnen Sie mit dem Anbau Ihrer eigenen Lebensmittel im Biogarten

Erzeugen Sie Ihre eigenen und natürlichen Früchte, Salatpflanzen, Ihr eigenes Obst und Gemüse. Das sind biologische, einwandfreie Lebensmittel, die nie mit Chemikalien oder Kunstdünger in Berührung kamen. Die frische Ernte aus dem eigenen Biogarten bietet Ihnen den höchstmöglichen Gehalt an Vitaminen und natürlichen Vitalstoffen.

Sie haben noch keinen Garten?

Falls Sie selbst keinen Garten besitzen und wirklich interessiert sind, einen solchen zu bekommen, so sollten Sie sich in Ihrem Umfeld einmal genauer umschauen. In der Regel kann man heute auch in der Nähe von Großstädten Gartenflächen pachten oder kaufen. Auch bei den Kleingartenvereinen findet man fast immer Anschluss und Hilfe. Gemeinsam mit Freunden wird es billiger, und zudem kann man sich mit der Gartenpflege (auch im Urlaub) abwechseln und die Arbeit und die Ernteerträge teilen. Selbst auf Balkons oder Terrassen lassen sich Pflanzen ziehen. Ich konnte es zuerst kaum glauben, als meine Tochter mir erzählte, dass es in Großstädten Hochhäuser mit Gärten gibt, die auf der Dachterrasse mit Pflanzkübeln oder Hochbeeten gestaltet werden. Fast überall kann man einen kleinen Biogarten anlegen. Obst und Gemüse lassen sich auch in Töpfen, Wannen, Eimern, Holztrögen, im Hochbeet und sogar auf Strohballen anpflanzen.

In Großstädten gibt es auch Dachgärten, die von Vereinen und Mietergemeinschaften bewirtschaftet werden.

Möglicherweise müssen Sie Gartenflächen, die bisher nicht biologisch bewirtschaftet wurden und stark von Pestiziden und Kunstdüngemittel durchsetzt sind, zunächst einmal für ein oder zwei Jahre brach liegen und durch die Aussaat von Gründüngepflanzen ausruhen und regenerieren lassen (siehe auch Seite 21).

Achten Sie bei der Auswahl Ihrer „Gartenfläche" darauf, dass dort mindestens für fünf bis sechs Stunden pro Tag die Sonne scheint. Für manche Pflanzen ist aber ein schattiger Standort geeigneter.

Der richtige Platz ist wichtig!

Idealerweise wird der Garten im Norden durch hohe Bäume, einen Wald oder einen Schutzwall begrenzt und ist nach Süden hin offen für die Sonneneinstrahlung. Lockerer Bewuchs von kleineren Bäumen und Sträuchern an den Seiten sorgt für den nötigen Schatten.

In meinem Garten herrscht das Chaos – könnte man meinen – , aber das Chaos hat System.

Welche Pflanzen kann ich in meinem Garten erfolgreich anbauen?

Welche Pflanzen Sie anbauen, ist Ihre ganz persönliche Entscheidung. Aber wenn Sie noch keine Erfahrungen haben, sollten Sie sich bei Gärtnern, Freunden oder Nachbarn erkundigen, welche Gemüse- und Fruchtsorten für Ihren Standort, die Bodenbeschaffenheit und die vorherrschenden klimatischen Verhältnisse am besten geeignet sind. In kühlen Lagen oberhalb von 800 Meter wird man vorzugsweise andere Pflanzen anbauen als in feuchtwarmen Niederungen und Flussauen unterhalb von 100 Meter. Die Unterschiede in der Jahresdurchschnittstemperatur und der Bodenbeschaffenheit sind von großer Bedeutung. Nachtschattengewächse wie Tomaten und Paprika zum Beispiel benötigen warme, sonnige Standorte bei mittelschweren Humus-Löss-Böden mit geringem Salzgehalt und pH-Werten zwischen 5,5 und 7,0 und werden in Lagen oberhalb von 800 Meter nicht so gut gedeihen.

Der Kontakt und Austausch mit den Nachbarn kann vor Fehlern bewahren.

Am besten schauen Sie sich einmal die Gärten Ihrer Nachbarn an. Dort sehen Sie schnell, was gut gedeiht. Der Erfahrungsaustausch mit den Nachbarn ist immer hilfreich und empfehlenswert, vor allem, wenn Sie neu am Standort sind. Der Plausch über den Gartenzaun mit Ihren Nachbarn schafft neue Kontakte, bietet Erkenntnisse und fördert den Austausch von Erfahrungen und die Hilfsbereitschaft. Das schadet nie. Auch der Tausch von Pflanzenablegern, Setzlingen und Biosamen bereichert die genetische Vielfalt in Ihrem Garten.

Vorsicht vor genmanipulierten Hybridpflanzen und unfruchtbaren Samen

Was sind Hybridpflanzen? Hybride sind Pflanzen, die über Generationen hinweg durch Selbstbefruchtung reinerbig gemacht wurden. So können nur noch ganz bestimmte Erbanlagen weitergegeben werden. Es ist also die reine Inzucht. Durch Kreuzung dieser Inzuchtlinien werden sogenannte F1-Hybride gezüchtet, die dann als Saatgut verwendet werden. Doch schon in der nächsten Generation verlieren sich die Erbeigenschaften vollständig. Da sich bei Hybridsaatgut die Elternlinien nicht selbst befruchten dürfen, werden alle männlichen Pflanzen durch gentechnische Veränderung, nämlich durch Zellfusion, sterilisiert. Sie können also mit Hybridpflanzen nicht durch Samenentnahme weiterzüchten, weil diese unfruchtbar sind. Dies macht die landwirtschaftliche Industrie, damit man immer wieder neue Pflanzen oder neue Samen kaufen muss. Durch die gentechnische Veränderung sind Hybridsamen weniger widerstandsfähig und oft sehr krankheitsanfällig, sodass sie meist auch nicht ohne chemische Pflanzenschutzmittel gedeihen. So entsteht eine weitere Abhängigkeit von der Agrarindustrie zu deren Vorteil.

Herkömmliche Agrarpflanzen sind durch Pestizide und Herbizide verseucht und gesundheitsschädlich!

Fast alle Pflanzen und deren Früchte aus herkömmlicher Landwirtschaft sind durch Pflanzenschutzmittel wie Herbizide und Pestizide (Glyphosat und andere) verseucht. Durch ihren Verzehr wird unsere Gesundheit belastet und es können schwerwiegende Krankheiten wie Krebs ausgelöst werden. Die von der EU vorgegebenen maximalen Dosierungsrichtwerte für Pflanzenschutzmittel sind meist zu hoch angesetzt. Dies wird auch durch viele medizinische Gutachten bestätigt.

Selbst geerntete Samen kann man in Kaffeefiltertüten einlagern und damit im nächsten Frühjahr eigene Setzlinge vorziehen.

Biologisch unversehrte und samenfeste Zuchtpflanzen kaufen!

Hybridpflanzen und Samen mit der Handelskennzeichnung F1 überzeugen zwar durch ihre äußerlichen Eigenschaften in Form und Farbe. Wenn Sie diese Sorten aber langfristig anbauen wollen, sind Sie gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen und Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Dies ist teuer und vor allem ungesund. Durch das immer größer werdende Hybrid-F1-Angebot im Handel werden natürliche, samenfeste Sorten verdrängt. Dabei geht ein großer Teil an genetischer Vielfalt und natürlicher Widerstandskraft der Pflanzen gegen Schädlinge und Krankheiten verloren. Der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden wird unvermeidbar.

Wollen wir gesunde und unbelastete Pflanzen und Früchte ernten, müssen wir samenfeste Sorten einsetzen.

Gesunde und biologisch unbedenkliche Planzen können also nur aus natürlichen Samen von Biopflanzen wachsen. Die Samen werden aus reifen Früchten und Blütenständen gewonnen. Diese können wir selbst ernten und in Kaffeefiltertüten kühl und trocken bis zum Frühjahr einlagern. Natürliche samenfeste Pflanzen und Samen erhalten Sie aber auch im Biofachhandel, über das Internet oder beim Gärtner Ihres Vertrauens.

In Naturkostläden oder in Hofläden biologisch wirtschaftender Betriebe werden in der Pflanzzeit ab März oft junge Biogemüsepflanzen und sogar Biokräuterpflanzen zum Kauf angeboten. Sie können aber auch ab Februar Ihre eigenen Setzlinge auf der Fensterbank oder im Treibhaus anziehen.

Biosetzlinge kann man auf der Fensterbank oder im Treibhaus vorziehen oder kaufen.

BIOBASIS GARTENERDE

Bodenbeschaffenheit, Düngung, Kompostierung und Humusvermehrung

Alle Planzen in Ihrem Garten sind nur so gesund wie der Gartenboden selbst. Ist die Gartenerde durch langjährige Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger belastet, empfiehlt sich unbedingt eine Regenerations- und Entgiftungsphase des Bodens durch eine mindestens einjährige Nutzungspause. In dieser Pause kann man dem Boden zusätzlich natürlichen Biodünger durch die Aussaat von Gründüngepflanzen oder Biohumus zukommen lassen. Diese Gründüngepflanzen bleiben in der Regel auch über den nächsten Winter stehen und sind bis zum Frühjahr erfroren und zu Kompost oder Humus geworden. Lassen Sie sich gegebenenfalls von einem Fachmann beraten, welche Düngepflanzen bei Ihrem Boden am besten einzusetzen sind.

Die Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit sind in den verschiedenen Regionen ganz erheblich.

Welche Art von Erde befindet sich in Ihrem Garten?

Wenn Sie zum Beispiel im Süden Deutschlands, im Voralpenland, wohnen, werden Sie oft saure Hochmoorböden auf kiesigem Untergrund vorfinden.

Saurer Moorboden

Der Untergrund besteht meist aus dem Kies und Schutt der Gletscherendmoränen von der letzten Eiszeit. Die darüberliegende Moorbodenschicht begann erst vor rund 10.000 Jahren, sich zu entwickeln, und besteht aus dem Humus der verrotteten Pflanzenteile der Hochmoore, die sich seitdem gebildet haben. Diese Böden sind locker und feucht, aber wasserdurchlässig, meist relativ sauer (pH-Wert 4,0 bis 5,0) und nährstoffarm. Die Menge der Kleinlebewesen im Vergleich zu anderen Böden ist eher gering. Solche Böden brauchen verstärkte Zufuhr organischer Biomasse, wie Stallmist aus der Nutztierhaltung, Hornspäne, Humuserde oder Kompost. Zur Neutralisierung des pH-Wertes gibt man Muschelkalk, Knochenmehl, Holzasche oder Dolomitgesteinsmehl dazu, aber nicht zu viel auf einmal. Pro Quadratmeter und Jahr verteilt man im Spätherbst maximal 300 Gramm davon auf die abgeernteten Flächen und harkt diese Zusätze leicht unter, damit sie nicht vom Regen weggespült werden. Über den Winter sollten sie mit der Humuserde eine Verbindung eingehen und so den Säuregehalt des Bodens neutralisieren. Die meisten Pflanzen gedeihen auf einem neutralen Boden mit einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 am besten. Wenn Sie also wissen wollen, wie es um den pH-Wert ihrer Gartenerde bestellt ist, sollten Sie im zeitigen Frühjahr vor der Aussaat einen Test machen (siehe Seite 18).

Nährstoffarmer und trockener Sandboden

Im Südwesten Deutschlands, zum Beispiel im Pfälzer Wald und im Odenwald, oder auch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gibt es viele Gebiete mit sehr sandigen Böden. Diese sind sehr wasserdurchlässig, trocknen schnell aus und haben meist einen geringen Nährstoffgehalt.

Dunkler, nährstoffarmer Moorboden auf kiesigem Untergrund

Auch bei den Sandböden empfehlen sich die Überprüfung des pH-Wertes und die Einbringung organischer Dünger und von Humuserde sowie von Mineralien je nach Bedarf.

Fruchtbarer Lehm-/Lössboden

Lehm- oder Lössböden sind meist durch Ablagerungen von feinem Sediment in den Urstromtälern während und nach den Eiszeiten entstanden. Sie können Wärme, Wasser, Luft und Nährstoffe gut speichern und verfügen über reichlich Humus und Mineralien. Lehmböden sind meist sehr schwer und dicht. Je höher der Humusanteil ist, umso größer ist die Vielfalt der Kleinstlebewesen im Boden, die den Boden lockern und mit neuer Nahrung als Humus versorgen. Im Extremfall ist der Lehm- bzw. Tonanteil so hoch, dass der Boden nur schwer zu bearbeiten ist. Hier sollte mit organischer Biomasse wie Stalldung, Kompost, Humuserde und auch Sand eine Lockerung und Nährstoffergänzung eingebracht werden. Lehm-/Lössböden haben meist einen neutralen pH-Wert. Aber ein Test kann auch hier nicht schaden.

Nährstoffarmer durchlässiger Sandboden

Fruchtbarer Lehm-/Lössboden

Ich habe einen einfachen Trick, um festzustellen, ob meine Gartenerde zu sauer oder alkalisch ist.

Ein einfacher Säuretest

Ich nehme einen 0,2-Liter-Becher, gebe 0,1 Liter destilliertes Wasser und einen gehäuften Esslöffel voll Erde hinein. Dann rühre ich einen Teelöffel Backpulver dazu. Wenn die Erde im Wasser in Verbindung mit Backpulver schäumt und blubbert, so ist der Boden sauer. Gegenmaßnahme: Kalk oder Gesteinsmehl einbringen.

Wenn beim Backpulvertest nichts geschieht, nehme ich einen 0,2-Liter-Becher mit 0,1 Liter Essig und gebe einen gehäuften Esslöffel voll Erde hinein. Wenn die Erde in Verbindung mit dem Essig schäumt, so ist der Boden alkalisch. Gegenmaßnahme: organischer Dünger, Stallmist oder Kompost. Wenn in beiden Bechern nichts passiert, so ist mein Boden in Ordnung und annähernd pH-neutral.

1 Der Säuretest mit Backpulver. Links im Glas Backpulver; rechts destilliertes Wasser und ein Esslöffel Erde. Der Esslöffel Erde wird ins destillierte Wasser gegeben und umgerührt

2 Dann wird ein Teelöffel Backpulver eingerührt. Wenn es schäumt und blubbert, ist die Erde sauer. Gibt es keine Reaktion, so ist die Erde neutral oder alkalisch.

3 In diesem Fall hat der Backpulvertest eine leicht schäumende Reaktion gebracht, das heißt, dass der Boden schwach sauer ist und zum Ausgleich etwas Gesteinsmehl bekommen sollte.

4 Der Essigtest soll zeigen, ob die Gartenerde alkalisch ist. Wenn die Erde in den Essig eingerührt wird und es zischt und sprudelt, so ist die Erde alkalisch.

Mit einem einfachen Test prüfe ich, ob meine Gartenerde sauer oder alkalisch ist!

Wer seinen Boden nicht kennt, der kann auch nicht richtig düngen!

Auf den vorherigen Seiten habe ich die drei verschiedenen Bodenarten beschrieben, die wir in Mitteleuropa vorwiegend antreffen. Oft sind es auch Mischformen aus diesen drei Arten. Die Frage nach dem richtigen Dünger können wir nur beantworten, wenn wir einigermaßen genau wissen, welchen Boden wir haben, wie hoch sein pH-Wert ist und welche Pflanzen wir anbauen wollen. Da die verschiedenen Pflanzen auch unterschiedlich stark die Nährstoffe aus dem Boden ziehen, sollte man sich bei einem größeren Garten genaue Aufzeichnungen machen, welche Pflanzen man an welchem Platz hatte. So weiß man, was man im nächsten Jahr dort nicht schon wieder anbauen sollte und wie stark gegebenenfalls zu düngen ist. Dort, wo im Vorjahr starke zehrende Gemüsesorten, wie zum Beispiel alle Kohlarten, oder Pflanzen, die viele große Früchte auf kleiner Fläche hervorbringen, angebaut wurden, sollte man schon im Spätherbst frischen Kompost oder Stallmist in Verbindung mit Kalk, Stein- oder Muschelmehl ausbringen. Man sollte keinesfalls zweimal hintereinander dieselben Pflanzen an einem Platz anbauen und zumindest das Prinzip der Dreifelderwirtschaft beherzigen, nach dem sich die Fruchtfolge maximal alle drei Jahre wiederholen darf. Ich gönne jedem Stück Gartenland zusätzlich ein Jahr Ruhepause zur Regeneration durch Gründüngerpflanzen.

Dort, wo man reiche Ernte eingefahren hat, muss man auch wieder für neue Nahrung sorgen.

Gönnen Sie Ihrem Boden nach starker Beanspruchung auch einmal eine Regenerationsphase!

Grundsätzlich muss man den Flächen, auf denen man viel Biomasse geerntet hat, auch wieder viele Nährstoffe zurückgeben. Stark ausgezehrte Flächen haben auch einmal eine Pause zur Regeneration verdient, indem man einfach Gründüngerpflanzen oder anspruchslose Wildkräuter und Wildblumen dort aussät. Darüber freuen sich die Kleinlebewesen in der Erde und auch Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten.

Beliebte Gründüngerpflanze Phacelia

Die Phacelia hat sich als Gründüngungspflanze nicht nur bei Biobauern, sondern auch bei Gärtnern bewährt. Sie liefert mehr Nährstoffe, als sie dem Boden entzieht, und mit ihren dichten und recht tiefen Wurzeln sorgt sie für eine sehr gute Bodenlockerung und Durchlüftung. Mit ihrem kompakten Kraut wirkt sie wie ein Bodendecker, verhindert also die Ausbreitung ungewollter Wildpfanzen und liefert Bienen und anderen Insekten süßen Blütennektar. Die kräftigen Pflanzen werden nicht geerntet. Sie hinterlassen nach dem ersten kräftigen Frost im Winter viel organisches Düngematerial, das einfach an Ort und Stelle verbleibt und nicht in den Boden eingearbeitet werden muss. Auch das Wurzelwerk im Boden zersetzt sich nach dem Absterben der Pflanze. So wird der Humus vermehrt, eine Bodenlockerung herbeigeführt und das Wachstum der wichtigen Bodenmikroben gefördert. Eine ähnliche Wirkung haben auch Düngerpflanzen wie Buchweizen, Gelbsenf, Lupine, Ringelblume und Sommerwicken. Viele Gründüngerpflanzen fördern nicht nur die Kleinstlebewesen im Boden, sondern vertreiben auch überhandnehmende Spulwürmer, Schnecken und Fruchtfliegen. Detaillierte Informationen dazu bekommen Sie im Fachhandel und im Internet.

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