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Tax Treaty und Directive Shopping: Funktionsweise, steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten und gesetzgeberische Gegenmaßnahmen

Tax Treaty und Directive Shopping: Funktionsweise, steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten und gesetzgeberische Gegenmaßnahmen

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Tax Treaty und Directive Shopping: Funktionsweise, steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten und gesetzgeberische Gegenmaßnahmen

Länge:
131 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
May 11, 2018
ISBN:
9783752864533
Format:
Buch

Beschreibung

Die zunehmende Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen führt zu einer steigenden Relevanz der internationalen Steuerplanung. Eine dieser Gestaltungsmaßnahmen ist das Treaty Shopping. Diese Variante der Steuerplanung basiert auf einer grenzüberschreitenden Gestaltung von Holdingstrukturen und macht sich dabei die unterschiedlichen Steuerrechtsordnungen der einzelnen Staaten sowie deren Abstimmung aufeinander in einzelnen Teilbereichen durch Doppelbesteuerungsabkommen und EU-Richtlinien zunutze.
Durch derartige Steuergestaltungen entstehen dem deutschen Staat erhebliche Steuerausfälle, weshalb der Gesetzgeber mittels der nationalen Vorschrift des § 50d Abs. 3 EStG versucht missbräuchliche Treaty Shopping Modelle zu verhindern.
Diese Arbeit beschäftigt sich überwiegend mit dem Directive Shopping, einer Variante des Treaty Shoppings. Dabei werden steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten erarbeitet, die im Rahmen der aktuellen Gesetzgebung realisierbar sind. Außerdem wird die Frage behandelt, ob die nationale Regelung ihrem Zweck der Missbrauchsverhinderung gerecht wird und inwieweit Verbesserungsbedarf an der Handhabung des deutschen Gesetzgebers und der Finanzverwaltung besteht.
Herausgeber:
Freigegeben:
May 11, 2018
ISBN:
9783752864533
Format:
Buch

Über den Autor

Sonja Stockburger war Studentin der Fachhochschule Kiel und hat 2018 dort ihren Bachelorabschluss in Betriebswirtschaftslehre mit der Vertiefung 'Betriebliche Steuerlehre und Revision' gemacht.


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Buchvorschau

Tax Treaty und Directive Shopping - Sonja Stockburger

1 EINLEITUNG

1.1 PROBLEMSTELLUNG

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen nimmt auch die internationale Verflechtung von Unternehmen immer weiter zu. Da der Erfolg von Unternehmen stets am Ergebnis nach Steuern bewertet wird, steigt auch die Relevanz der internationalen Steuergestaltung.

Ausgangspunkt der steuerlichen Gestaltung über die Grenzen eines Landes hinaus ist das internationale Steuergefälle.¹ Ziel eines Unternehmens ist es, die eigene Steuerbelastung zu minimieren. In Konzernstrukturen wird der Konzernsteuerquote als Indikator für eine effektive Steuerbelastung des Konzerns daher zunehmend Beachtung geschenkt.² Diese ist nicht gesetzlich fixiert, sondern lässt sich mit Hilfe von vielfältigen Instrumenten der internationalen Steuerplanung positiv verändern.³

Die Grundlage für derartige Steuerplanungen besteht in den unterschiedlichen Steuerrechtsordnungen der verschiedenen Staaten, die in Teilbereichen beispielsweise durch Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) aufeinander abgestimmt sind.

Eine beliebte Variante der Steuerplanung arbeitet mit der Gestaltung von Holdingstrukturen.⁵ Man versucht, die Schutzwirkung eines DBA und der Mutter-Tochter-Richtlinie durch die Umleitung der Dividenden einer inländischen Tochtergesellschaft über eine Holdinggesellschaft in dem passenden Staat zu erlangen.⁶ Dieses ‚Einkaufen’ in die Schutzwirkung ein DBA oder ähnliche Abkommen bezeichnet man als ‚Treaty Shopping’.⁷

Die Folgen des Treaty Shoppings und auch anderer grenzüberschreitender Gestaltungen sind häufig erhebliche Steuerausfälle für die einzelnen Staaten, darunter auch Deutschland.⁸ Deshalb verankern die Staaten vielfach spezielle Missbrauchstatbestände in ihren nationalen Gesetzesvorschriften.⁹ Damit soll der Steuerausfall verhindert oder zumindest verringert werden.¹⁰

Problematisch bei der Missbrauchsabwehr ist, dass es dem Steuerpflichtigen nicht verboten ist, seine Verhältnisse so auszugestalten, dass sie zu einer minimalen Steuerbelastung führen.¹¹

‚Wo genau die Grenze zwischen zulässiger Gestaltung und Gestaltungsmissbrauch verläuft, wird seit mehreren Jahren in den verschiedensten Bereichen des internationalen Steuerrechts kontrovers diskutiert und ist schwer zu bestimmen.’¹²

Der Gesetzgeber versucht, im Spannungsfeld der legalen Steuerplanung und dem eigenen Verständnis für missbräuchliche Gestaltungen eine Art Definition für unangemessene Gestaltungen zu finden.¹³ Erschwerend kommt hinzu, dass der Gesetzgeber dabei neben dem deutschen Verfassungsrecht auch EU-rechtliche sowie völkerrechtliche Konventionen beachten muss.¹⁴ Der Gesetzgeber ist bemüht, eine adäquate Lösung für diesen Zwiespalt zu finden, indem er unzulässige Gestaltungen eindämmt, gleichzeitig jedoch genügend Freiraum für eine angemessene Steuerplanung lässt.¹⁵

1.2 ZIEL DER ARBEIT UND FORSCHUNGSFRAGE

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Umleitung von Dividenden mittels einer Holdinggesellschaft zur Minimierung der Steuerbelastung von Unternehmen im Rahmen der internationalen Steuerplanung - dem Konzept des Treaty Shoppings. Das Hauptaugenmerk dieser Ausarbeitung liegt auf dem Directive Shopping, einer Variante des Treaty Shoppings.

Die Vorstellung des Grundkonzepts und der Funktionsweise von Directive Shopping-Modellen stellt die Basis für die Erläuterung der steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten sowie für die Auseinandersetzung mit möglichen gesetzgeberischen Gegenmaßnahmen dar.

Die Lösung des deutschen Gesetzgebers hinsichtlich der Definition von unzulässigen Gestaltungen sollte die Einführung der Gesetzesvorschrift § 50d Abs. 3 EStG sein. Ihr Ziel ist es, den Rechtsmissbrauch durch Treaty Shopping-Modelle zu verhindern.¹⁶ Die Betrachtung der steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten soll daher aufzeigen, wie das theoretische Konzept des Treaty bzw. Directive Shoppings im Rahmen der aktuellen Rechtslage in der Praxis legal anwendbar ist.

Die deutsche Anti-Treaty-Shopping-Regelung ist besonders bezüglich ihrer Angemessenheit und ihrer Konformität mit EU-Recht nicht unumstritten¹⁷, weshalb die möglichen gesetzgeberischen Gegenmaßnahmen aufzeigen sollen, inwieweit noch Verbesserungsbedarf bei dieser Regelung besteht. Die Vorschläge zur Änderung des Wortlautes der Vorschrift und der Auslegung durch die Finanzverwaltung bis hin zum Vorschlag der Streichung der Gesetzesvorschrift aus dem deutschen Steuergesetz haben das Ziel, eine zweckmäßige und EU-rechtskonforme Vorschrift zur Vermeidung von Rechtsmissbrauch zu kreieren.

Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet daher: Tax Treaty und Directive Shopping - Funktionsweise, steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten und gesetzgeberische Gegenmaßnahmen.

1.3 GANG DER UNTERSUCHUNG

Zu Beginn der Arbeit wird in Kapitel 2 die Funktionsweise von Tax Treaty und Directive Shopping erläutert. Dafür wird zunächst das Modell der DBA inklusive der beiden gängigsten Methoden zur Vermeidung der Doppelbesteuerung vorgestellt. Weiterhin ist es für die Erklärung der Funktionsweise von Tax Treaty und Directive Shopping notwendig, die Richtlinie über das Steuersystem von Mutter- und Tochtergesellschaften innerhalb der EU zu erläutern. Im Anschluss folgt die theoretische Darstellung des Treaty und Directive Shopping-Konzepts.

Zur Einordnung des Konzepts in die aktuelle Rechtslage wird im Folgenden die deutsche Anti-Treaty-Shopping-Regelung des § 50d Abs. 3 EStG vorgestellt. Damit die zugrundeliegende Problematik der Gesetzesvorschrift verständlich wird, werden vorerst die Beweggründe für die Einführung der Vorschrift sowie ihre Entwicklung im Laufe der Zeit erläutert. Im Abschnitt über den Inhalt des § 50d Abs. 3 EStG erfolgt eine detaillierte Auswertung der Tatbestandsmerkmale mittels der Verwaltungshinweise der Finanzverwaltung, der Rechtsprechung und der Literatur. In diesem Zuge werden auch die unterschiedlichen Auslegungen der einzelnen Tatbestandsmerkmale gewürdigt.

Es folgt die praktische Anwendung von Directive Shopping. Das Kapitel 4 dieser Arbeit erörtert einige Gestaltungsvarianten von Treaty und Directive Shopping-Modellen, die auch im Rahmen der aktuellen Rechtslage denkbar sind.

Im Anschluss an die steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten des Tre-aty und Directive Shoppings werden einige Schwachpunkte der Gesetzesvorschrift und damit einhergehende Verbesserungsvorschläge vorgebracht. Diese reichen von Vorschlägen zur Änderung des Wortlauts sowie Änderung der Auslegung der Finanzverwaltung bis hin zu dem Gedanken, den § 50d Abs. 3 EStG gänzlich aus dem Gesetz zu verbannen. Darüber hinaus wird aus aktuellem Anlass in diesem Abschnitt der Konflikt zwischen der nationalen Vorschrift und den Grundfreiheiten der Europäischen Union erläutert.

Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse schlussendlich zusammen. Dabei wird besonders auf die Problematik der aktuellen Rechtslage hinsichtlich der Anti-Treaty-Shopping-Regelung § 50d Abs. 3 EStG und den sich daraus ergebenen Vorschlägen zur Gesetzesänderung eingegangen.


¹ VGL. JACOBS (2007), S. 854.

² EBDA.

³ VGL. JACOBS (2007), S. 854FF.

⁴ VGL. SCHADE (2013), S. 15.

⁵ VGL. RUDOLF (2012), S. 7.

⁶ VGL. KLUGE (2000), RZ. 101.

⁷ VGL. STOSCHEK/ PETER, ISTR 2002, S. 656.

⁸ VGL. SCHADE (2013), S. 16.

⁹ EBDA.

¹⁰ EBDA.

¹¹ VGL. FROTSCHER (2009), RZ. 240.

¹² VGL. SCHADE (2013), S. 17.

¹³ EBDA.

¹⁴ VGL. SCHADE (2013), S. 17.

¹⁵ VGL. BIEBINGER (2016), S. 3.

¹⁶ VGL. BTDRUCKS. 12/5630, S. 47.

¹⁷ VGL. U.A. HAHN-JOECKS IN KIRCHHOF/SÖHN/MELLINGHOF, § 50D ESTG [ERGÄNZUNGSLIEFERUNG 2014], RZ. E55; KLEIN/HAGENA IN HERMANN/HEUER/RAUPACH, § 50D ESTG [ERGÄNZUNGSLIEFERUNG 2013], RZ. 54; LÜDICKE, ISTR 2012, S. 81FF; EUGH V. 12.09.2006, C-196/04, IWW 2006, 062817.

2 FUNKTIONSWEISE TAX TREATY UND DIRECTIVE

SHOPPING

2.1 DOPPELBESTEUERUNGSABKOMMEN

Es gibt keine gesetzliche Definition des

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