Genießen Sie diesen Titel jetzt und Millionen mehr, in einer kostenlosen Testversion

Kostenlos für 30 Tage, dann für $9.99/Monat. Jederzeit kündbar.

Psychoanalyse / Meditation: Broschüre zu Theorie und Praxis eines neuen selbsttherapeutischen Verfahrens

Psychoanalyse / Meditation: Broschüre zu Theorie und Praxis eines neuen selbsttherapeutischen Verfahrens

Vorschau lesen

Psychoanalyse / Meditation: Broschüre zu Theorie und Praxis eines neuen selbsttherapeutischen Verfahrens

Länge:
61 Seiten
42 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 27, 2019
ISBN:
9783752800067
Format:
Buch

Beschreibung

Psychoanalyse und Meditation sind keine grundsätzlichen Gegensätze. Auch der Analytiker muss mit 'gleichschwebender Aufmerksamkeit' (so S. Freud), also in halber Trance, seinem Patienten zuhören. Und dieser wiederum muss in ähnlicher Weise frei aus sich heraus sprechen, beide meditieren somit gemeinsam.
Sie finden in einer Art von Bedeutungseinheiten, Lacan nennt sie Signifikanten, zueinander, und so etwas geschieht auch in einer Meditation. Hier muss der Übende mit der in ihm selbst wirkenden unbewussten Andersheit zusammenfinden. Ein Werkzeug, das aus derartigen, jedoch rein formalen, Bedeutungseinheiten gemacht ist, kann für ein neues selbsttherapeutisches Verfahren, das jeder selbst erlernen kann, genutzt werden.
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 27, 2019
ISBN:
9783752800067
Format:
Buch

Über den Autor

Dr. von Hummel is a physician and psychoanalyst and has . developed in the course of the last 30 years the method of Analytic Psychocatharsis, which used to treat psychosomatic and general mental illness. Even those who believe themselves to be healthy can benefit from it. Dr. von Hummel works in his own practice in Munich.


Ähnlich wie Psychoanalyse / Meditation

Mehr lesen von Günter Von Hummel

Ähnliche Bücher

Ähnliche Artikel

Buchvorschau

Psychoanalyse / Meditation - Günter von Hummel

Inhaltsverzeichnis

Einführung in die Thematik

Analytische Psychokatharsis

Erste Übung der Analytischen Psychokatharsis

Zweite Übung der Analytischen Psycho-Katharsis

Schlussfolgerungen

I. Einführung in die Thematik

Psychoanalyse und Meditation sind kein Widerspruch. Wie in einer der üblichen Meditationen muss auch der Psychoanalytiker in seiner Arbeit bei sich selbst nach innen gehen und sich dem anfänglich unbekannten Dunkel überlassen wie es der Meditierende tut. Freud nannte dies eine „gleichschwebende Aufmerksamkeit", mit der und aus der heraus der Therapeut seinem Klienten zuhören sollte. Die Aufforderung zu einer derartigen Passivität bedeutete, dass der Therapeut in diesem Moment nicht (oder vorwiegend nicht) rational-logisch denken kann und soll. Er ist aber wach, auf die Aussagen des Patienten hin orientiert, befindet sich aber dennoch fast wie in leichter Meditation. Denn es kommt darauf an, die Zwischentöne in der Rede seiner Patienten herauszuhören und nicht die absichtlich geäußerten Argumente.

Der Therapeut hört also dem völlig freien, spontanen Redefluss („freie Assoziation genannt) seines Patienten zu und muss dabei auf die kleinen Schwankungen, Stockungen, Versprecher, aber auch auf Besonderheiten aus erzählten Träumen und Phantasien achten. So kann er versteckte und verdrängte Bedeutungen herausfiltern, in Bezug zum therapeutischen Verfahren bringen und interpretieren. Freud selbst drückte sich hinsichtlich der „gleichschwebenden Aufmerksamkeit auch so aus, dass der Analytiker dem Patienten „sein Unbewusstes als empfangendes Organ zuwenden sollte".¹ Das klingt ein bisschen seltsam. Denn wie diese Art jungfräulicher Empfängnis vor sich gehen sollte, konnte Freud nicht ganz klar definieren, dennoch werden aus dem Zusammenhang Deutungen und Interpretationen gegeben.

Mit Hilfe der Meditation ist dies alles leichter zu verstehen. In einer Meditation lässt man die spontanen Einfälle, die „freien Assoziationen der Psychoanalyse, mehr bildhaft an sich vorbeigleiten. Man muss sich „gleichschwebend aufmerksam treiben lassen, also so wie es in der Psychoanalyse der Therapeut ebenfalls handhabt. Aber man wartet nun darauf (mit Hilfe einer Übung), bis sich von selber, also direkt aus dem Unbewussten, eine Bedeutung unabweisbar aufdrängt, weil sie eine – wenn auch noch nicht vollständige – Interpretation, Deutung aufweist. Es liegt ganz am Aufbau der Übung, wie es dazu kommt, dass in meditativen Verfahren derartige Interpretationen aus dem Unbewussten zustande kommen. Die Gemeinsamkeiten zwischen Psychoanalyse und Meditation sind jedoch in Form dieser beiden Vorgänge (gleichschwebende Aufmerksamkeit und freie Assoziation) sichtbar. In meditativen Verfahren wird man ihnen meist andere Namen geben.

Vereinfacht könnte man also sagen, dass in der Psychoanalyse Therapeut und Klient gemeinsam meditieren und das Meditierte dann zusammen interpretieren, während der Adept, der ein reine Meditation erlernt, mit dem puren Etwas vor seinem inneren Auge, mit dem Geheiß seines Lehrers, eventuell mit einer Formel, dem Vorgang seines Atems oder etwas Ähnlichem das Gleiche tut. Er unterhält sich direkter, dafür aber auch spartanischer mit dem eigenen Unbewussten, indem er alle persönlichen Gefühle und Gedanken zurückstellen muss und in der Trance nur hochkommt, was in ihm stark zur Bewusstheit drängt und er nicht aufhalten kann. Auch hier unterbrechen also dazwischen tretende Gedanken, Abfalls-Einsichten, das kontemplative Vorgehen, so wie die übermäßig freien Einfälle in der Psychoanalyse auch einen Redeabfall erzeugen. Denn nur weniges kann verwertet werden. Aber auch der in der Psychoanalyse so wichtige Begriff der ‚Übertragung‘ spielt in der Meditation eine vergleichbare Rolle.

Man ‚überträgt‘ in der analytischen Psychotherapie Gefühle und Bedeutungen aus früheren oder aktuell anderen Beziehungen auf den Therapeuten. Diese ‚Übertragung‘ ist unbewusst und meist positiv, und der Therapeut kann nunmehr aus den auf ihn ‚übertragenen‘ Aspekten eine Interpretation der verschiedenen Beziehungsgeschehnisse geben. Er ist somit der Angelpunkt, das Scharnier, des therapeutischen Dialogs, kurz: das eigentliche Objekt, das ‚Übertragungs‘-Objekt, während sonst subjektbezogene Vorgänge stattfinden. In der Meditation

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. Registrieren Sie sich, um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Psychoanalyse / Meditation denken

0
0 Bewertungen / 0 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen