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Binti 1: Allein

Binti 1: Allein

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Binti 1: Allein

Länge:
83 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
24. Nov. 2017
ISBN:
9783959816540
Format:
Buch

Beschreibung

Gewinner des Hugo-Awards und des Nebula-Awards in der Kategorie Bester Roman!

Ihr Name ist Binti und sie ist die erste Himba, die jemals an der Oomza Universität, einer der besten Lehranstalten der Galaxis, angenommen wurde. Doch diese Möglichkeit wahrzunehmen bedeutet, dass sie ihren Platz innerhalb ihrer Familie aufgeben und mit Fremden zwischen den Sternen reisen muss, die weder ihre Denkweise teilen, noch ihre Bräuche respektieren.

Wissen hat seinen Preis, und Binti ist bereit, diesen zu zahlen. Ihre Reise jedoch wird nicht leicht werden. Die Welt, deren Teil sie werden möchte, hat einen langen Krieg gegen die fremde Spezies der Medusen hinter sich. Und Bintis Reise lässt sie den Medusen näherkommen, als ihr lieb ist.
Herausgeber:
Freigegeben:
24. Nov. 2017
ISBN:
9783959816540
Format:
Buch

Über den Autor

Nnedi Okorafor is an award-winning novelist of African-based science fiction, fantasy, and magical realism. Born in the US to Nigerian immigrant parents, Okorafor is known for weaving African cultures into creative settings and memorable characters. Her book, Who Fears Death has been optioned by HBO, with Game of Thrones' George R.R. Martin as executive producer. Okorafor is a full-time professor at the University at Buffalo, New York (SUNY).  


Ähnlich wie Binti 1

Buchvorschau

Binti 1 - Nnedi Okorafor

Autorin

Ich aktivierte den Transporter und betete stumm. Ich wusste nicht, was ich tun würde, sollte er nicht funktionieren. Mein Transporter war billig, deshalb reichte ein Tropfen Feuchtigkeit oder, was wahrscheinlicher war, ein Sandkorn, um einen Kurzschluss auszulösen. Meistens aktivierte er sich erst nach zahlreichen Fehlversuchen. Bitte nicht jetzt, bitte nicht jetzt!, dachte ich.

Der Transporter erbebte im Sand und ich hielt den Atem an. Er war winzig und so flach und schwarz wie ein Gebetsstein. Er summte leise und erhob sich langsam aus dem Sand. Endlich hatte er genügend Energie aufgebaut, um seine Last anzuheben. Ich grinste. Ich würde es bis zum Shuttle schaffen. Ich wischte mir mit dem Zeigefinger Otjize von der Stirn und kniete nieder. Dann berührte ich mit dem Finger den Sand und verrieb den süß riechenden roten Lehm darin. »Danke«, flüsterte ich. Der Weg über die dunkle Wüstenstraße war eine halbe Meile lang. Da der Transporter funktionierte, würde ich mein Ziel rechtzeitig erreichen.

Als ich mich aufrichtete, hielt ich inne und schloss die Augen. Nun spürte ich die Last meines Lebens, die auf meinen Schultern lag. Zum ersten Mal widersetzte ich mich dem traditionellsten Teil in mir. Ich verließ sie mitten in der Nacht, und sie wussten von nichts. Meine neun Geschwister – bis auf einen Bruder und eine Schwester waren alle älter – ahnten nichts. Meine Eltern hätten sich in einer Million Jahren nicht vorstellen können, dass ich so etwas tun würde. Bis sie erkannten, was ich getan hatte und wohin ich wollte, würde ich den Planeten bereits verlassen haben. In meiner Abwesenheit würden meine Eltern knurren, dass ich nie wieder ihr Heim betreten dürfe. Meine vier Tanten und zwei Onkel, die die Straße hinunter wohnten, würden schreien und untereinander tuscheln, dass ich ein Skandal für die gesamte Blutlinie sei. Ich würde eine Ausgestoßene sein.

»Los!«, flüsterte ich dem Transporter zu und stampfte mit dem Fuß auf. Die dünnen Metallringe, die ich an beiden Knöcheln trug, klirrten laut, aber ich stampfte erneut auf. Der Transporter funktionierte am besten, wenn ich ihn nicht berührte. »Los!«, wiederholte ich. Schweiß trat mir auf die Stirn. Als sich nichts bewegte, wagte ich es, die beiden großen Koffer, die auf dem Kraftfeld standen, anzustupsen. Sie setzten sich in Bewegung, und ich atmete erneut erleichtert auf. Das Glück war zumindest ein bisschen auf meiner Seite.

Fünfzehn Minuten später kaufte ich eine Fahrkarte und betrat das Shuttle. Die Sonne lugte gerade erst über den Horizont. Als ich an den Passagieren vorbeiging, die bereits ihre Plätze eingenommen hatten, war ich mir des Umstandes, dass die buschigen Enden meiner vielen geflochtenen Zöpfe über ihre Gesichter strichen, nur allzu bewusst. Ich senkte den Blick. Unsere Haare sind dick und meine waren schon immer sehr dick gewesen. Meine alte Tante nannte sie »Ododo«, weil sie so wild und dicht wie Ododo-Gras wuchsen. Kurz bevor ich das Haus verlassen hatte, hatte ich meine geflochtenen Haare mit frischem süß riechenden Otjize eingerieben, den ich für diese Reise angerührt hatte. Ich hatte keine Ahnung, wie ich auf diese Leute, die mein Volk nicht so gut kannten, wirkte.

Eine Frau beugte sich mit verkrampft wirkendem Gesicht von mir weg zur Seite, als ich vorbeiging, so als hätte sie etwas Ekliges gerochen. »Entschuldigung!«, sagte ich, den Blick auf meine Füße gerichtet. Ich versuchte die Tatsache, dass mich fast alle Passagiere in dem Shuttle anstarrten, zu ignorieren. Doch ich konnte der Versuchung, mich umzusehen, nicht widerstehen. Zwei Mädchen, die ein paar Jahre älter als ich zu sein schienen, bedeckten ihren Mund mit Händen, die so blass wirkten, als hätte die Sonne sie noch nie berührt. Alle sahen aus, als sei die Sonne ihr Feind. Ich war die einzige Himba im Shuttle, stellte ich rasch fest, als ich zu einem freien Sitz ging.

Bei dem Shuttle handelte es sich um eines der neuen, schlanken Modelle, die aussahen wie die Gewehrkugeln, mit denen meine Lehrer an der Schule ballistische Koeffizienten berechnet hatten. Sie konnten dank einer Mischung aus Auftrieb, Magnetfeldern und exponentieller Energie sehr schnell über Land fliegen und ließen sich, wenn man die Teile und die Zeit hatte, relativ leicht bauen. Sie waren außerdem praktisch in heißen Wüstenregionen, wo die Straßen, die aus den Städten führten, in einem sehr schlechten Zustand waren. Mein Volk verließ seine Heimat nicht gerne. Ich setzte mich in den hinteren Teil des Shuttles, damit ich aus dem großen Fenster sehen konnte.

Ich entdeckte die Lichter, die zum Astrolabiengeschäft meines Vaters gehörten, und das Sandsturmanalysegerät, das mein Bruder auf dem Dach der Wurzel angebracht hatte – so nannten wir das große, große Haus meiner Eltern. Sechs Generationen meiner Familie hatten dort schon gelebt. Es war das älteste Haus in meinem Dorf, vielleicht das älteste der Stadt. Es bestand aus Stein und Zement, war nachts kühl und tags heiß. Solarzellen und lumineszente Pflanzen, die bis kurz vor Sonnenaufgang leuchteten, bedeckten es. Mein Zimmer befand sich im obersten Stockwerk des Hauses. Das Shuttle setzte sich in Bewegung, und ich starrte das Haus an, bis es hinter mir verschwand. »Was tue ich hier?«, flüsterte ich.

Anderthalb Stunden später traf das Shuttle am Raumhafen ein. Ich verließ es als Letzte, was gut war, da mich der Anblick des Raumhafens so überwältigte, dass ich einige Momente lang nur reglos dastand. Ich trug einen langen roten Rock, der sich so seidig wie Wasser anfühlte, ein helloranges Top, das ein wenig steif war und den Wind abhielt, dünne Ledersandalen und meine Knöchelringe. Niemand außer mir trug solche Sachen. Ich sah nur leichte weite Kleidung und Schleier; man konnte bei keiner Frau die Knöchel sehen und schon gar keine Knöchelringe aus Stahl, die bei jedem Schritt klimperten. Ich atmete durch den Mund und spürte, wie ich errötete.

»Dumm, dumm, dumm«, flüsterte ich. Wir Himba reisen nicht. Wir bleiben. Das Land unserer Vorfahren ist unser Leben. Wer sich davon entfernt, verdorrt. Wir bedecken sogar unseren Körper mit ihm. Otjize ist rotes Land. Hier am Raumhafen sah ich hauptsächlich Khoush und ein paar andere Menschen, die keine Himba waren.

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