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Unter diesen Umständen - Arztroman Exklusiv Edition

Unter diesen Umständen - Arztroman Exklusiv Edition

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Unter diesen Umständen - Arztroman Exklusiv Edition

Länge:
146 Seiten
1 Stunde
Freigegeben:
May 31, 2018
ISBN:
9781386763932
Format:
Buch

Beschreibung

Unter diesen Umständen

Arztroman von Glenn Stirling

Der Umfang dieses Buchs entspricht 129 Taschenbuchseiten.

Professor Florian Winter, Chefarzt der TANNENHOF-KLINIK, muss seinem Freund Dr. Hans Hellweg mitteilen, wie es um seine Frau Annemarie steht. Leider war sie viel zu spät mit ihren Symptomen in die Praxis gekommen. Zwar hat das Ehepaar Hellweg sich auseinandergelebt, die war Liebe erkaltet, aber Hans würde seiner Frau beistehen. Das ändert sich auch nicht, als er seine frühere Freundin Dr. Heidi Wohlers wiedertrifft und spürt, dass beide immer noch Gefühle füreinander haben. Unter diesen Umständen konnte er sich nicht von seiner Frau trennen – sie brauchte ihn jetzt. Eine gemeinsame Reise nach Teneriffa soll Annemarie, die nichts von ihrer Diagnose erfahren soll, heile Welt vorgaukeln ...

Freigegeben:
May 31, 2018
ISBN:
9781386763932
Format:
Buch

Über den Autor


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Unter diesen Umständen - Arztroman Exklusiv Edition - Glenn Stirling

Unter diesen Umständen

Arztroman von Glenn Stirling

Der Umfang dieses Buchs entspricht 129 Taschenbuchseiten.

Professor Florian Winter, Chefarzt der TANNENHOF-KLINIK, muss seinem Freund Dr. Hans Hellweg mitteilen, wie es um seine Frau Annemarie steht. Leider war sie viel zu spät mit ihren Symptomen in die Praxis gekommen. Zwar hat das Ehepaar Hellweg sich auseinandergelebt, die war Liebe erkaltet, aber Hans würde seiner Frau beistehen. Das ändert sich auch nicht, als er seine frühere Freundin Dr. Heidi Wohlers wiedertrifft und spürt, dass beide immer noch Gefühle füreinander haben. Unter diesen Umständen konnte er sich nicht von seiner Frau trennen – sie brauchte ihn jetzt. Eine gemeinsame Reise nach Teneriffa soll Annemarie, die nichts von ihrer Diagnose erfahren soll, heile Welt vorgaukeln ...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Professor Winter war ein Mann Mitte vierzig, groß, blond, mit einem markanten Gesicht. Dieses Gesicht wirkte besorgt, als er die Röntgenaufnahme im Lichtschirm ansah. Dann wanderte sein Blick auf den Tisch, wo der Befund des Abstriches lag. Ein positiver Befund. Sein Verdacht war also bestätigt. Die Röntgenaufnahme allein bewies es nicht. Das konnte eine gutartige Geschwulst sein.

Er nahm die Aufnahme aus dem Schirm, legte sie auf das Kuvert neben den Befund, atmete tief durch und wandte sich ab. Er verließ das kleine Nebenzimmer und ging in den Untersuchungsraum, wo die Frau seines Freundes und Kollegen auf eine nochmalige Untersuchung wartete. Sie war mit Hilfe der Assistentin von Professor Winter in den gynäkologischen Stuhl gestiegen und lag zur Untersuchung bereit.

Er kannte Annemarie gut, so lange wie seine Freundschaft zu ihrem Mann bestand. Eine Frau Mitte dreißig, ausgesprochen hübsch, und sich ihrer Wirkung, die sie besonders auf Männer verbreitete, wohl vertraut. Auch jetzt konnte sie es nicht lassen zu kokettieren. Sie war dunkelblond, hatte ein schmales Gesicht mit hochgeschwungenen Brauen, einer zierlichen Nase und einem sinnlich wirkenden Mund. Ihre blauen Augen schauten Winter an.

Er streifte sich die Einweghandschuhe über, lächelte seiner Patientin kurz zu und untersuchte sie dann noch einmal im Beisein seiner Sprechstundenhilfe, einer jungen dreiundzwanzigjährigen Schwester.

Nach der vaginalen Untersuchung tastete er noch einmal den Unterbauch ab, und schließlich trat er vom Untersuchungsstuhl zurück, streifte die Einweghandschuhe ab, versenkte sie in den Abfallkübel und blickte dann Annemarie an:

„Du kannst dich wieder anziehen, Annemarie", sagte er, beobachtete aus den Augenwinkeln die schlanke Frau und entdeckte trotz ihres Make-ups die dunklen Ränder unter ihren Augen, die der leichte Puderhauch nicht verdecken konnte.

Diese Frau war voll erblüht in der Schönheit ihrer fünfunddreißig Jahre. Aber sie war zugleich, wie Professor Dr. Winter wusste, eine kranke Frau, eine, wie er meinte, sehr kranke Frau, die offensichtlich aber von dem Ernst ihrer Erkrankung nichts ahnte. Die absolute Diagnose stand nicht fest. Eigentlich würde das erst eine Operation ergeben.

Als er sich die Hände wusch, sagte er, ohne zu dem spanischen Schirm zu sehen, hinter dem sie sich ankleidete: „Hans weiß doch sicher, dass du hier bist?"

Nach einigem Zögern kam die Antwort:

„Nein. Ich habe noch gar nicht mit ihm darüber gesprochen. Er war auf einem Kongress in Berlin und wollte eigentlich gestern Abend schon wieder zurück sein. Aber er hat mich von irgendwo unterwegs angerufen. Und du hast ja sicher auch im Fernsehen gesehen, dass die Autobahn in der DDR nach diesem Omnibusunfall so furchtbar verstopft war. Ich bin jedenfalls froh, dass er mit dem Unfall nichts zu tun hat. Aber er ist dann noch bis irgendwo in die Nähe von Hannover gefahren und hat da übernachtet. Jedenfalls nehme ich an, dass er da ist, wenn ich nach Hause komme."

„Könnte er mich einmal anrufen?", fragte Professor Winter.

Einen Augenblick war Stille. Dann fragte Annemarie Hellweg mit einem leicht nervösen Unterton: „Ist denn etwas Besonderes?"

Professor Winter bemühte sich, die Sache so unbedeutend wie möglich erscheinen zu lassen und sagte leichthin:

„Ach wo. Ich wollte mal wieder mit Hans sprechen. Schließlich kennen wir uns ja nun eine ganze Weile. Und da sind auch ein paar berufliche Dinge, die ich längst einmal mit ihm bereden wollte. Wir haben uns eine Ewigkeit nicht mehr gesehen."

Misstrauisch wollte sie wissen. „Aber das hat doch mit mir nichts zu tun?"

„Am Rande nur. Am Rande, beteuerte Professor Winter und trocknete sich die Hände ab. „Da ist eine kleine Geschichte, wie man das eben bei Frauen häufig hat. Ich kann noch nichts Endgültiges sagen. Muss noch weitere Untersuchungsergebnisse abwarten. Ich habe da eine Gewebeprobe entnommen, und wir müssen auch noch eine Röntgenaufnahme zusätzlich machen. Alles nur zur Sicherheit. Immer nur zur Sicherheit. Du verstehst. Man muss in solchen Dingen immer am Ball bleiben. Darf nicht nachlassen. Und wenn es noch so klein ist. In der Regel erweist es sich dann immer als harmlos.

Sie hatte das Kleid angezogen und trat hinter dem spanischen Schirm hervor. Sie sah ihn ernst an und fragte mit schriller Stimme:

„Eine Geschwulst?"

Er hob abwehrend die Hände. „Aber meine Liebe, rief er, „ich habe dir doch gesagt, nur eine Kleinigkeit. Man darf nicht nachlässig werden in solchen Sachen. Immer sofort hinterher. Das ist meine Devise. Den Dingen nachgehen. Übrigens eine Frage, die hattest du mir einmal zur ersten Untersuchung nicht beantwortet: Wie hast du es eigentlich mit der Vorsorgeuntersuchung gehalten?

Sie senkte schuldbewusst den Kopf. „Ach, weißt du, Florian, mir ist das alles furchtbar peinlich. Vielleicht liegt es an meiner Erziehung. Ich kann es nicht sagen, aber ich bin nun mal so. Diese Untersuchungen sind mir lästig, widerwärtig. Und wenn ich die Beschwerden nicht gehabt hätte, wäre ich auch jetzt nicht gekommen."

Es lag ihm auf der Zunge zu sagen, dass es für sie besser gewesen wäre, doch regelmäßig diese Vorsorgeuntersuchungen machen zu lassen. Aber er schwieg. Er spürte, dass sie Vertrauen zu ihm gefasst hatte. Eigentlich war das schon immer der Fall gewesen. Er hatte all die Jahre gedacht, sie konsultiere regelmäßig einen Kollegen, vielleicht deshalb, weil sie sich auch privat kannten. Und viele Frauen gingen dann lieber zu einem fremden Arzt. Immerhin hatte er früher schon oft mit ihr getanzt. Und wenn ihn auch nichts zu ihr hinzog, so faszinierte ihn doch ihre Schönheit. Das hatte gar nichts mit Untreue seiner Frau gegenüber zu tun. Er empfand da normal wie jeder Mann.

Sie hatte sich, weil er nichts weiter sagte, mit seiner Antwort von vorhin zufrieden gegeben, zog sich den Reißverschluss ihres Kleides zu, und als sie die Jacke anziehen wollte, half er ihr galant. Sie hatte ihn immer für einen Kavalier der alten Schule gehalten. Und in gewisser Weise war er das auch. Oft hatte sie sich sogar gewünscht, ihr Mann Hans wäre so wie er. Auf der anderen Seite wusste sie, welch gute Ehe Florian Winter mit seiner Frau Helga führte. Und Helga war ihre beste Freundin.

„Ich schreibe dir hier etwas auf, sagte Professor Winter. „Das kannst du zwischenzeitlich einnehmen, damit diese kleinen harmlosen Beschwerden weggehen. Wir sehen uns dann in zwei Tagen wieder. Bis dahin habe ich auch die übrigen Ergebnisse der Untersuchung. Vielleicht kommen wir auch um ein zweites Röntgen herum. Wir werden dann in aller Ruhe über alles sprechen.

Als sie sich verabschiedete, bat er sie noch einmal, sie möge ihren Mann bitten, ihn anzurufen, und er fügte hinzu:

„Du weißt doch, er ist sehr schwer zu bekommen. Immer ist er unterwegs. Deswegen wäre es nett, wenn er mich mal anriefe. Ich habe es schon so oft vergeblich versucht. Schon vorige Woche. Aber dann habe ich es schließlich aufgegeben."

Die Tatsache, dass er berichtete, auch schon in der vorigen Woche angerufen zu haben, beruhigte sie. Jetzt, so dachte sie, bin ich sicher, dass es mit der Untersuchung gar nichts zu tun hat, dass er wirklich mit Hans aus ganz anderen Gründen hatte sprechen wollen. Mit diesem Gefühl verließ sie die Praxis, ging hinunter zu ihrem Wagen und fuhr dann nach Hause.

Unterwegs dachte sie an ihren Mann Hans, und sie fragte sich, ob er ihr etwas aus Berlin mitgebracht hatte.

Für seinen Beruf interessierte sie sich wenig. Sie hatte ihre Welt. Ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen, ihre Hobbys wie Reiten und Tennis. Dann ihre geliebten Teestunden mit Freundinnen oder Besuche in der Oper, im Schauspielhaus. Alles Dinge, die ihr sehr viel bedeuteten. Auch auf ihr Äußeres hatte sie immer sehr großen Wert gelegt. Das dunkelblaue Kleid, das sie jetzt trug, ließ den Schmuck besonders zur Geltung kommen. Und Schmuck bedeutete ihr viel. So viel, dass sie inständig hoffte, Hans hätte ihr irgendeine dieser kostbaren Kleinigkeiten aus Berlin mitgebracht.

Berlin, dachte sie, da bin ich auch lange nicht gewesen. Es wäre himmlisch gewesen, wenn er mich mitgenommen hätte. Aber er ist da immer auf den entsetzlichen Kongressen, und ich sitze den lieben langen Tag allein herum, muss warten, bis er dann am Abend endlich Zeit für mich hat.

Kongresse hasste sie. Was da vor sich ging, war ihr schleierhaft, und sie hatte nie den geringsten Versuch gemacht, das zu ergründen. Ebenso wenig wie sie wissen wollte, was ihr Mann in der Klinik tat, und sie war in ihrer ganzen Ehe erst zweimal bei ihm im Krankenhaus gewesen. Und schon die Atmosphäre schockierte sie. Da mochte ihr Mann eine Koryphäe in seinem Beruf sein, mochte von vielen als Spezialist zu schwierigen Fällen gerufen werden. Ihr bedeutete das alles nichts. Sie war zwar stolz auf ihn, aber sie wusste nicht einmal genau, wieso er ein Spezialist war. Das war seine Welt, und sie hatte die ihre.

Als sie vor dem Haus, in dem sie wohnte, anhielt, dachte sie an all das nicht mehr.

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