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There Is No Alternative: Über den faden Sound der Alternativlosigkeit

There Is No Alternative: Über den faden Sound der Alternativlosigkeit

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There Is No Alternative: Über den faden Sound der Alternativlosigkeit

Länge:
26 Seiten
15 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 1, 2018
ISBN:
9783961960415
Format:
Buch

Beschreibung

Die Politikwissenschaftlerin Astrid Séville streitet in ihrem Beitrag fürs Kursbuch 194 für Pluralismus als Gegenstrategie zum Populismus der Alternativlosigkeit. So sei Angela Merkels Rhetorik der Alternativlosigkeit ein Symptom einer technokratischen Unsprache – schon immer gewesen. Doch hinter jede Rede von Alternativlosigkeit aber steckten politische Interesse und Strategien, die es zu hinterfragen gelte: Wie gehen politische Akteure mit den ihnen gegebenen Möglichkeiten um? Welche Handlungs- und Gestaltungsoptionen nehmen sie tatsächlich wahr? Welche einschränkenden Handlungskorridore bekräftigen sie womöglich? Denn, so Séville, "frei nach Marx kolportiert auch eine inszenierte Ideologielosigkeit eine Ideologie".
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 1, 2018
ISBN:
9783961960415
Format:
Buch

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There Is No Alternative - Astrid Séville

Impressum

Astrid Séville

There Is No Alternative (TINA)

Über den faden Sound der Alternativlosigkeit

Der alte Florentiner Niccolò Machiavelli ist für seine politischen Ratschläge berühmt-berüchtigt. Zwischen Anleitungen zur notwendigen Skrupellosigkeit eines Herrschers hinterließ uns dieser Denker zu Beginn des 16. Jahrhunderts einen Tipp: »Kluge Männer machen sich immer ein Verdienst aus ihren Handlungen, auch wenn sie allein die Notwendigkeit dazu zwingt.« ¹ Was würde Machiavelli wohl zu Politikerinnen und Politikern sagen, die sich in öffentlichen Statements offensiv auf Notwendigkeit, Alternativlosigkeit oder Sachzwänge berufen, statt sich verdienstvoll ihrer politischen Taten zu rühmen?

Diese Frage scheint heute aktueller denn je, denn das viel diskutierte Mantra der Alternativlosigkeit diente unlängst der deutschen Dauerbundeskanzlerin Angela Merkel als eine rhetorische Allzweckwaffe, um zum Beispiel den Bailout Griechenlands zu rechtfertigen.² Ihr und Wolfgang Schäuble, dem ehemaligen Finanzminister, Schuldenstaatendompteur und Meister der »schwarzen Null«, galten zahlreiche Entscheidungen der europäischen Krisenpolitik als »alternativlos«. Angela Merkel wiederum rechtfertigte mit dem Slogan noch so manch andere Entscheidung, sodass »alternativlos« gar zum »Unwort des Jahres 2010« gewählt wurde. Die Jury und mit ihr zahlreiche Journalisten, Intellektuelle und Publizisten kritisierten damals jene Phrase als undemokratische, technokratische Unsprache. Freilich handelt es sich bei der Rede von Alternativlosigkeit um kein deutsches Phänomen: Auch der damalige EU-Währungskommissar Olli Rehn verteidigte im Januar 2014 das Krisenmanagement mit den Worten: »Es war nicht

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