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Kurfürstenklinik 73 – Arztroman: Vom siebten Himmel in den OP
Kurfürstenklinik 73 – Arztroman: Vom siebten Himmel in den OP
Kurfürstenklinik 73 – Arztroman: Vom siebten Himmel in den OP
eBook99 Seiten1 Stunde

Kurfürstenklinik 73 – Arztroman: Vom siebten Himmel in den OP

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Über dieses E-Book

Mit den spannenden Arztromanen um die "Kurfürstenklinik" präsentiert sich eine neue Serie der Extraklasse! Diese Romane sind erfrischend modern geschrieben, abwechslungsreich gehalten und dabei warmherzig und ergreifend erzählt. Die "Kurfürstenklinik" ist eine Arztromanserie, die das gewisse Etwas hat und medizinisch in jeder Hinsicht seriös recherchiert ist.

Nina Kayser-Darius ist eine besonders erfolgreiche Schriftstellerin für das Genre Arztroman, das in der Klinik angesiedelt ist. 100 populäre Titel über die Kurfürstenklinik sprechen für sich, in denen zugleich die Entstehung einer romantischen Liebesgeschichte mit filigranem Geschick und großer Empathie gestaltet wird. Als versierte Kennerin medizinischer Sachverhalte berichtet Nina Kayser-Darius auf unterhaltsame Weise quasi aus dem Nähkästchen.
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum20. März 2018
ISBN9783740926830
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    Buchvorschau

    Kurfürstenklinik 73 – Arztroman - Nina Kayser-Darius

    Kurfürstenklinik – 73 – Vom siebten Himmel in den OP

    Kurfürstenklinik

    – 73–

    Vom siebten Himmel in den OP

    Eine zarte Liebe wird auf eine harte Probe gestellt

    Nina Kayser-Darius

    »Ein rosa Kleid ist blöd«, stellte Billy Steppenhagen entschieden fest. »Kann ich nicht in Jeans kommen?«

    »Hör mal, Billy«, wandte Arndt Conrad vorsichtig ein, »das ist eine kirchliche Hochzeit! Weißt du, was das bedeutet?«

    »Nee«, sagte Billy, »ich war noch nie auf so was.«

    »Das ist eine ziemlich feierliche Angelegenheit«, erklärte Arndt geduldig. »Alle Leute kommen in ihren besten Sachen, Judith wird ein langes weißes Kleid mit Schleppe tragen, ich ziehe einen Anzug an. Wenn du die Schleppe trägst, kannst du nicht in Jeans kommen – das ist unmöglich.«

    »Ich hab’ aber nichts anderes«, murrte Billy. »Außerdem sieht rosa zu meinen roten Haaren bescheuert aus.«

    »Dann vielleicht blau?« schlug Arndt vor. »Blau steht dir doch gut. Und natürlich kaufen wir dir das Kleid, Judith und ich, das ist doch klar. Schließlich war es unsere Idee. Da können wir ja nicht gut von deinen Eltern verlangen, daß sie dir das Kleid bezahlen, das du auf unserer Hochzeit tragen sollst. Das wäre ziemlich unverschämt.«

    Billys sommersprossiges, stupsnasiges Gesicht begann zu leuchten. »Echt? Ich dachte schon…«, sie verstummte, aber Arndt wußte auch so, was sie gedacht hatte.

    Billy war acht Jahre alt und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Die Wohnung, in der ihre Familie wohnte, war so eng, daß man sich kaum darin bewegen konnte, wenn alle zu Hause waren. Billy hatte nämlich noch sechs Geschwister. Ihr Vater arbeitete bei der Müllabfuhr, ihre Mutter ging putzen, das Geld war immer knapp. Die größeren Kinder mußten auf die kleineren aufpassen, weil die Eltern den ganzen Tag außer Haus waren. Der Zusammenhalt in der Familie war trotz oder vielleicht auch wegen der schwierigen Verhältnisse groß.

    Arndt und Judith hatten Billy eines Tages bei einem Spaziergang zufällig kennengelernt und viel Spaß an ihrem Gespräch mit dem munteren Mädchen gehabt. Mittlerweile trafen sie sich regelmäßig mit der Kleinen und kannten auch ihre Eltern. Diese waren zunächst verlegen gewesen gegenüber den »feinen« Freunden ihrer Tochter, aber das hatte sich zum Glück schnell gelegt. Am liebsten hatte es Billy, wenn Arndt und Judith sie »zum Tee« einluden – das war etwas, was ihr ungeheuer gut gefiel, obwohl sie natürlich keinen Tee trank, sondern eine ganze Kanne voll dicker, süßer Schokolade. Und sie vertilgte ohne Mühe mindestens drei große Kuchenstücke.

    Sie hatten das kluge Mädchen jedenfalls aufrichtig ins Herz geschlossen – und umgekehrt. Billy bewunderte vor allem Judith glühend und hatte Arndt schon mehr als einmal versichert, eine schönere und nettere Frau könne er nicht finden. Arndt war natürlich ihrer Meinung, deshalb wollte er Judith ja schließlich heiraten.

    »Ist das nicht zu teuer für euch?« fragte Billy in diesem Augenblick. »Ich meine, ihr müßt ja schon die ganze Hochzeit bezahle und so…« Billy hatte bereits eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie teuer die Welt war. Eine Familie, in der das fehlende Geld ein Dauerthema war, war ein gutes Trainingslager für die harte Wirklichkeit.

    »Müssen wir nicht, keine Angst. Meine Eltern und Judiths Eltern teilen sich die Kosten – das ist ihr Hochzeitsgeschenk an uns. Wir müssen fast gar nichts bezahlen, du mußt dir also wirklich keine Sorgen machen.«

    »Ich dachte ja auch bloß. Kann ich noch ein Stück Kuchen essen?«

    »Klar, was dachtest du denn? Er ist zum Essen da, nicht zur Dekoration.«

    »Bei euch ist es viel gemütlicher als bei uns«, seufzte Billy. »Wir sind einfach zu viele, wir haben nicht genug Platz. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte ein Zimmer ganz für mich allein…«

    Ihre Augen bekamen einen sehnsüchtigen Ausdruck, und Arndt hätte sie am liebsten in die Arme genommen, doch er hielt sich zurück. Billy war sehr empfindlich, und was sie überhaupt nicht vertrug, war Mitleid. Ihre Familie war arm, aber sie trug den Kopf hoch – das war wahrscheinlich das größte Kapital, das ihre Eltern den Kindern mit auf den Weg zu geben versuchten. Sie vermittelten ihnen: Ihr seid genau so viel wert wie andere, die mehr Geld haben als wir.

    »Wieso wohnt ihr eigentlich schon zusammen, wo ihr doch noch gar nicht verheiratet seid?« wollte Billy nun wissen. Sie hatte recht strenge Vorstellungen davon, wie es auf der Welt zugehen sollte. Eine gewisse Ordnung mußte schon sein, fand sie.

    »Na ja, das ist ja heute nicht mehr so wie früher«, meinte Arndt, »die meisten Leute machen das, glaube ich, so wie wir.«

    »Ich kenne nur Leute, die verheiratet sind und zusammen wohnen«, behauptete Billy.

    »Das kannst du doch gar nicht wissen, Billy. Man sieht den Leuten schließlich nicht an, ob sie verheiratet sind! Wenn ich dir sagen würde: Judith und ich haben in unserem letzten Urlaub geheiratet, würdest du mir doch auch glauben – oder nicht?«

    Billy schüttelte den Kopf, daß die roten Locken flogen. »Nee, bestimmt nicht. Ihr hättet mich zur Hochzeit eingeladen, das weiß ich ganz genau.«

    Arndt fing an zu lachen. Gegen Billys Logik war unmöglich anzukommen. Irgendwie behielt sie immer Recht – und auch das letzte Wort.

    *

    Judith Rosenbaum beeilte sich, nach Hause zu kommen – sie hoffte, Billy noch zu sehen, die sich an diesem Nachmittag »zum Tee« angesagt hatte. Judith hatte jedoch einen Arzttermin gehabt, den sie nicht absagen wollte. Aber eigentlich, dachte sie nun, hat er nicht viel gebracht.

    Ihr Hausarzt hatte ihr geraten, genau zu beobachten, in welchen Situationen die unerklärlichen Kopfschmerzen, unter denen sie neuerdings litt, auftraten. »Sie müssen sich beobachten, Frau Rosenbaum, damit wir herausfinden, wodurch die Migräneanfälle ausgelöst werden. Außerdem sollten wir vielleicht ein CT machen lassen.«

    Ein Computertomogramm, dachte sie. Ob das nicht ein bißchen übertrieben ist? Sie hatte versprochen, sich genau zu beobachten, glaubte aber eigentlich nicht, daß sie etwas Wichtiges herausfinden würde.

    Sie eilte die Treppen hinauf und schloß auf. »Arndt? Billy?«

    Arndt kam in den Flur. »Billy ist schon gegangen«, sagte er. Er nahm Judith in die Arme und küßte sie zärtlich.

    Sie erwiderte seinen Kuß, dann löste sie sich von ihm. »Schade«, sagte sie, »ich hätte sie gern noch getroffen. Habt ihr über das Kleid gesprochen?«

    Er lachte. »Und ob! Es war gar nicht so einfach, sie davon zu überzeugen, daß sie eins anziehen muß. Sie hatte die Idee, sie könnte auch in Jeans kommen. Rosa hat sie jedenfalls entschieden abgelehnt.«

    »Da hat sie auch Recht, rosa würde ihr nicht stehen«, sagte Judith.

    »Aber ich meine, es wäre von Rosa die Rede gewesen?«

    »Deine Mutter!« sagte Judith. »Aber das kommt natürlich gar nicht in Frage – Billy und ein rosa Kleid. Nein, wirklich nicht. Blau vielleicht.«

    Er nickte. »Ja, das habe ich ihr dann auch vorgeschlagen.«

    »Ich sehe schon, ihr habt mich überhaupt nicht vermißt.«

    »Und ob wir dich vermißt haben. Wie ist deine Besprechung gelaufen?«

    Sie errötete, weil sie ihm etwas vorgeschwindelt hatte. Aber er machte sich immer gleich solche Sorgen um sie, deshalb erwähnte sie ihre Kopfschmerzen ihm gegenüber gar nicht.

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