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Kinderärztin Dr. Martens 13 – Arztroman: Die Idylle trügt
Kinderärztin Dr. Martens 13 – Arztroman: Die Idylle trügt
Kinderärztin Dr. Martens 13 – Arztroman: Die Idylle trügt
eBook114 Seiten1 Stunde

Kinderärztin Dr. Martens 13 – Arztroman: Die Idylle trügt

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Über dieses E-Book

Als ihr Mann Rüdiger sie verlässt, bricht für Roxanne eine Welt zusammen. In ihrem Schmerz ist sie nahezu handlungsunfähig und vernachlässigt sich und ihre 8-jährige Tochter Jennifer. Da holt ihr Vater, Alfred Konrads, sie zu sich nach Hause und versucht, sie wieder aufzubauen. Jennifer vermisst ihren Vater und leidet sehr unter den neuen Verhältnissen, die sie sich nicht erklären kann...
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum20. März 2018
ISBN9783740926823
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    Buchvorschau

    Kinderärztin Dr. Martens 13 – Arztroman - Britta Frey

    Kinderärztin Dr. Martens – 13 – Die Idylle trügt

    Kinderärztin Dr. Martens

    – 13–

    Die Idylle trügt

    Ein Wermutstropfen im Becher des Glücks

    Britta Frey

    Eva Durham strich sich mit einer unendlich müde wirkenden Geste das Haar aus der Stirn und warf ihrem Mann einen verständnislosen Blick zu.

    Er war das, was man unter einem ausgesprochen schönen Mann versteht – schlank, ohne mager zu wirken. Sein tiefschwarzes Haar kräuselte sich, seine Haut war straff und gebräunt, seine Haltung war stolz und aufrecht. Pablo Durham war ein Mann, nach dem sich die Frauen umzudrehen pflegten, weil er so phantastisch aussah. Daß sich hinter dieser makellosen Fassade ein Mensch verbarg, der an Egoismus und Herrschsucht nicht mehr zu überbieten war, wußte niemand – außer ihr natürlich. Schließlich war sie seine Frau und kannte ihn besser als irgendein anderer Mensch.

    Pablo war Argentinier und gehörte zum Stab des argentinischen Konsulats. Er hoffte, bald selbst Konsul zu werden, denn seit fast einem Jahr vertrat er den argentinischen Konsul, der sehr krank war und sicher bald wegen seines lädierten Gesundheitszustandes in den Ruhestand gehen würde.

    Er hatte sich auf einer offiziellen Party in die reizende blondhaarige Eva Warner verliebt. Sie war Studentin gewesen und hatte sich etwas dazuverdient, indem sie bei Anlässen wie diesem dolmetschte. Auch ihr war der gutaussehende Argentinier, der ausgezeichnet Deutsch sprach, aufgefallen. Sie war geschmeichelt, weil er ihr zeigte, daß er sich in höchstem Maße für sie interessierte. Schon ein paar Monate später waren sie verheiratet gewesen. Eva war sich wie im siebten Himmel vorgekommen, denn Pablo verwöhnte sie maßlos. Der einzige bittere Teil ihrer Ehe war Pablos Mutter gewesen. Sie lebte in Buenos Aires auf dem vornehmen Landsitz der Durhams und führte dort ein Regiment, wie es wohl vor hundert Jahren üblich gewesen sein mochte. Mercedes Durham hielt alle Fäden in der Hand und feuerte jeden, der wagte, ihr zu widersprechen. Sie war die absolute Herrscherin, vor der man sich neigte, die man aber nicht liebte oder gar verehrte.

    Als Pablo und Eva ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest in Buenos Aires verbrachten, hatte sich herausgestellt, daß Eva und Mercedes einander zwar nicht gerade haßten, sich aber auch nicht besonders sympathisch waren. Mercedes ließ durch mehr oder weniger geschickte Andeutungen spüren, daß sie nicht gerade begeistert von ihrer deutschen Schwiegertochter war. Sie erzählte immer wieder, welch ungeheure Chancen Pablo gehabt hätte, in die oder jene bekannte argentinische Familie einzuheiraten. Ja, man hätte ihn sogar mit Kußhand als Schwiegersohn akzeptiert. Und nun stieß er alle seine Landsleute vor den Kopf und hatte sich für eine kleine, unbekannte deutsche Studentin entschieden, die allein auf der Welt stand und nicht einmal den Nachweis erbringen konnte, daß sie einer angesehenen Familie entstammte. Zuerst hatte Eva das amüsiert, aber dann fühlte sie sich zurückgesetzt und minderwertig gemacht. Als sie sich deswegen einmal schüchtern bei Pablo beschwert hatte, hatte er sie nur lächelnd in die Arme gezogen und erklärt: »Wozu regst du dich auf, mi amor? Ich bin ihr einziges Kind, und nichts und niemand wäre ihr gut genug für mich gewesen. Laß dich nicht beirren, mein Liebes. Schließlich und endlich bist du ja nicht mit ihr verheiratet, sondern mit mir. Sie bleibt in Argentinien, wenn wir wieder nach Deutschland zurückkehren. Drück also Augen und Ohren zu, ich bitte dich.«

    Das hatte Eva dann auch getan. Sie hatte Augen und Ohren ganz fest zugedrückt und nicht ein einziges Mal dem Wunsch nachgegeben, ihrer stolzen und hartherzigen Schwiegermutter die Meinung zu sagen. Heute war sie überzeugt davon, es sei besser gewesen, ihr von Anfang an klarzumachen, daß sie keinerlei Einmischung in ihre persönlichen Belange dulden werde. Aber das heute nachzuholen, dazu war es viel zu spät. Außerdem hatte Pablos Benehmen sich ihr gegenüber auch sehr verändert. Er konnte ihr immer noch nicht verzeihen, daß sie ihm keinen Sohn, sondern »nur« eine Tochter geschenkt hatte. Daß er die kleine, jetzt vierjährige Jasmina abgöttisch liebte, spielte dabei keine Rolle. Sie war und blieb ein Mädchen. Ein echter Mann aber mußte einen Sohn haben, der seinem Besitz einmal vorstand und seinen Namen weitergeben würde, damit das stolze Geschlecht der Durham weiterbestehen konnte.

    Im Augenblick jedoch sah es keineswegs so aus, als wenn sich noch ein Sohn einstellen würde, denn Pablo und Eva hatten sich so entfremdet, daß sie nur noch nebeneinanderher lebten. Eva wußte, daß Pablo sie nach Strich und Faden betrog – aber das störte sie nicht. Sie war zufrieden, daß er sie in Ruhe ließ. Einmal hatte sie ihm die Scheidung angeboten. Er hatte nichts darauf erwidert, sondern sie nur auf eine Weise angesehen, die deutlicher war als alle Worte. Er brauchte gar nicht mehr zu betonen, daß eine Scheidung für ihn nicht in Frage kam.

    Und jetzt das!

    Aber diesmal hatte Pablo sich getäuscht, wenn er sich einbildete, sie würde zustimmen. Das würde sie ganz bestimmt nicht tun. Sie würde kämpfen.

    Eva wappnete sich mit allem Stolz, der ihr zur Verfügung stand, und richtete sich hoch auf. Dann sagte sie schneidend und ironisch: »Ich nehme an, das sollte ein schlechter Scherz sein, Pablo.«

    »Wie kommst du denn darauf?« Er warf ihr einen beinahe mitleidig zu nennenden Blick zu. »Dinge, die mit Jasmina zusammenhängen, meine ich nie scherzhaft. Ich habe es nun einmal so beschlossen.«

    »Meinst du nicht, daß ich da auch noch ein Wörtchen mitzureden habe? Schließlich bin ich Jasminas Mutter. Hast du das vergessen?«

    »Warum dramatisierst du das alles? Das ist in unserer Familie so üblich. Ich denke nicht daran, mich dagegenzustellen.«

    »Das kannst du halten, wie du willst, Pablo. Du darfst nur nicht erwarten, daß ich mich von Jasmina trennen werde, damit deine Mutter sie erzieht. Ich bin ihre Mutter, ich, ich! Und ich werde dir beweisen, wozu ich fähig bin, wenn du versuchen solltest, mich von meinem Kinde zu trennen. Ich werde sie erziehen, wie es hier üblich ist. Und dazu brauche ich deine Mutter nicht. Jasmina braucht Liebe und Nestwärme, um zu einem lebenstüchtigen und lebensbejahenden Menschen heranwachsen zu können. Das alles bekommt sie von mir – und nicht von ihrer Großmutter, die sie kaum kennt, und vor der sie Angst hat, weil sie nicht daran gewöhnt ist, mit so herrschsüchtigen Menschen zusammen zu sein.«

    Pablo schob die Hände in das helle Jackett und ging durch das große Wohnzimmer auf Eva zu, blieb dicht vor ihr stehen und betrachtete sie mit ausgesprochen lüsternen Blicken.

    »Fast hatte ich schon vergessen, wie schön meine Frau ist«, murmelte er und beugte sich zu ihr. Geschickt wich sie ihm aus und hob abwehrend die Hände.

    »O nein, Pablo, so haben wir nicht gewettet. Versuche es also nicht auf diese Tour. Das funktioniert nicht mehr, seit ich weiß, daß du keine Gelegenheit ausläßt, dich mit anderen Frauen zu – amüsieren.«

    Das ernüchterte ihn augenblicklich. Sein hübsches Gesicht verfinsterte sich.

    »Ich weiß nicht, was du willst. Es liegt schließlich in der Natur eines Mannes, jede Chance, die sich ihm bietet, wahrzunehmen.«

    »Mag sein, daß man in Argentinien so darüber denkt. Hier aber nicht. Und ich denke schon gar nicht so darüber. Aber darüber brauchen wir uns nicht mehr zu unterhalten, das führt zu nichts. Nimm zur Kenntnis, daß ich nicht dulden werde, daß deine Mutter Jasmina erzieht. Auf gar keinen Fall.«

    »Wir werden sehen, meine Liebe. In dieser Angelegenheit ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.«

    Damit streifte Pablo sie mit einem vernichtenden Blick und verließ den hohen Raum. Eva stand mit hängenden Armen da und schaute auf die Tür, die er unbeherrscht hinter sich zugeschlagen hatte.

    Er wird mir immer unerträglicher, dachte sie. Bisher habe ich mich nicht sonderlich gewehrt, aber wenn er wirklich versuchen sollte, mir Jasmina zu nehmen, werde ich ihn mit dem Kind verlassen.

    Es war, als verleihe dieser Entschluß ihr neue Kraft. Eva atmete tief durch und warf den Kopf nach hinten.

    Pablo würde sich wundern, welche Kraft sie entwickeln konnte, wenn es um Jasmina ging…

    *

    Pablo Durham liebte es sehr, wenn man ihn mit »Herr Konsul« anredete. Zwar war er nur Vize, aber er versah das Amt des Konsuls nun schon seit vielen Monaten und hatte sich so gut eingearbeitet, daß es für seine Begriffe eigentlich nicht mehr als recht und billig war, wenn man ihn weiterhin so anredete.

    Heute bedeutete es regelrecht Balsam für seine Seele. Er war immer regelrecht geschockt, wenn Eva ihm deutlich zeigte, daß sie ihn ablehnte. Ihn, Pablo Durham, nach dem alle Frauen wild waren, ihn lehnte die eigene Frau ab. Das verzieh er nicht. Wie konnte man etwas verzeihen, das man

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