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Wyatt Earp 167 – Western: Longhorns für Frisco
Wyatt Earp 167 – Western: Longhorns für Frisco
Wyatt Earp 167 – Western: Longhorns für Frisco
eBook137 Seiten1 Stunde

Wyatt Earp 167 – Western: Longhorns für Frisco

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Über dieses E-Book

"Vor seinem Colt hatte selbst der Teufel Respekt!" (Mark Twain) Der Lieblingssatz des berühmten US Marshals: "Abenteuer? Ich habe sie nie gesucht. Weiß der Teufel wie es kam, dass sie immer dort waren, wohin ich ritt." Diese Romane müssen Sie als Western-Fan einfach lesen!


Es regnete seit Tagen. Die gewaltigen Gipfel der Rocky Mountains verschwammen im düsteren Schwarzgrau. Wie aus Kübeln rann das Wasser von den Vorbaudächern und grub tiefe scharfe Rinnen neben den Stepwalkbohlen in die Erde. Über die aufgeweichte Straße stampfte ein Mann auf das Sheriff-Office zu. Einmal stolperte er und fiel der Länge nach mitten in eine große Pfütze. Keuchend erhob er sich und watete weiter vorwärts durch den Schlamm. Die Mainstreet der kleinen Coloradostadt Rockwood war sehr breit. Obgleich der Mann den kürzesten Weg hinüber gesucht hatte, war er durch und durch naß, als er drüben die schützenden Vorbaudächer erreichte. But Lumberace, der Sheriff, hob den Kopf und blickte mit zusammengezogenen Brauen dem Mann entgegen, der eben jetzt triefend vor Nässe ins Office stürzte.
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum20. März 2018
ISBN9783740926847
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    Buchvorschau

    Wyatt Earp 167 – Western - William Mark

    Wyatt Earp – 167 – Longhorns für Frisco

    Wyatt Earp

    – 167–

    Longhorns für Frisco

    William Mark

    Unter einer gewaltigen Staubwolke schob sich die riesige Herde nach Norden. Es schien, als ob sich die viertausend hellbraunen Rücken kaum vom Fleck bewegten. Dennoch schafften sie jeden Tag ein beachtliches Stück. Und das bei sengender Sonne, glühendem Sand und glutheißer Luft.

    Voran, unweit vom Leitstier, ritt ein hochgewachsener Mann mit sonnverbranntem, wind- und wettergegerbtem Gesicht und schiefergrauen Augen: der Trail-Boß Mike Jeffries.

    Er hatte den grauen Stetson tief in die kantige Stirn gezogen und blickte unter buschigen Brauen nach vorn. Das gelbe Halstuch war an der Seite verknotet. Er trug ein graues durchschwitztes Hemd und eine enganlieggende blaue Levishose. Tief über dem rechten Oberschenkel hatte er einen alten Navy-Colt vom Kaliber achtunddreißig. Vorn neben dem rechten Knie steckte im Lederschuh die 44er Sharpsbüchse. Und daneben, noch näher dem Griff hing das Lasso, das ein Treib-Cowboy so oft benötigt.

    Jeffries gehörte zur Calgary-Ranch, die im Llano-County bei der Ortschaft Llano am Llano-Creek lag und Jahr für Jahr ihre Rinder nordwärts trieb. Meist waren es fünfzehnhundert oder höchstens zweitausend Rinder gewesen. In diesem Jahre aber hatte Jules Calgary einen gewaltigen Auftrag bekommen: die Stadt Frisco hatte bei ihm viertausend Longhorns bestellt. Zwar war die Lieferung mit Schwierigkeiten verbunden. Aber Calgary konnte nicht auf den Auftrag verzichten. So mußte er denn seine Rinder aus dem tiefen Texas quer durch Oklahoma nach Kansas an die Bahn bringen.

    Seit eh und je trieben die Groß-Rancher aus Texas ihre Rinder nach Dodge City. Entweder wurden sie dort von Aufkäufern entgegengenommen oder aber gleich weiterverfrachtet. Nach San Francisco aber hatten die Leute von der Calgary-Ranch noch keine Rinder geliefert. Die großen Städte versorgten sich meist in der Umgebung, und sie gingen höchstens bis Arizona, und das war dann schon sehr weit.

    Aber der sagenhafte Ruf der Qualität texanischer Longhorns war inzwischen auch an die Westküste Amerikas gedrungen. Und die Menschen in Los Angeles gedachten, sich das gute Fleisch auch etwas mehr kosten zu lassen. Diese Gelegenheit mußte ein Rancher wie Jules Calgary um jeden Preis wahrnehmen.

    Der Rancher hatte in Mike Jeffries einen erstklassigen Trail-Boß. Seit neun Jahren hatte Jeffries die großen Rinderherden durch Texas und das Indianerland hinauf an die Bahn nach Dodge City gebracht. Zwar waren während der mehrwöchigen Trails über viele hundert Meilen immer wieder Zwischenfälle vorgekommen, aber im großen und ganzen hatte es stets geklappt.

    Diesmal sollte es anders werden.

    Vierhundertzweiunddreißig Meilen hatte die Herde hinter sich gebracht, als an jenem Morgen der Trail-Boß in der Ferne im Flimmern des Sandes das Silberband des Canadian vor sich schimmern sah. Er schob sich den grauen Hut aus der Stirn und fuhr sich mit der kantigen behaarten Rechten durchs Gesicht.

    »Damned, das also wäre geschafft.«

    Ein großes Stück der gewaltigen Strecke lag hinter ihnen, wenn sie die Ufer des großen Flusses erreicht hatten. Seit langem hatte Jeffries es so gehalten, daß er am Canadian eine Rast einlegte, damit die Rinder sich von dem strapaziösen Trail etwas erholen konnten. Am Ufer des Canadian gab es zwar nur wenig Grün, aber allein das Wasser und die Ruhe hatten bisher immer Wunder gewirkt.

    Etwa neunzig Yards südwestlich von dem Herdenführer ritt auf einem drahtigen Grauen ein kleiner krummbeiniger Busche mit verkniffenem Gesicht, der zu den besten Trail-Cowboys gehörte, die die Calgary-Ranch jemals gehabt hatte. Es war der sechsunddreißigjährige Leo Perkins, dessen Vater schon als Cowboy auf der Ranch gearbeitet hatte.

    An der Südwestspitze der Herde ritt ein großer breitschultriger Mann, dessen Haar blond und struppig war, und in dessen Augen die Azurbläue des Himmels spiegelte. Es war Frank Jenninger, ein verwegener Bursche, der ein guter Cowboy war, aber doch nicht Perkins’ ehernen Charakter besaß.

    Am Ende der Crew ritt der einundvierzigjährige Mac Hendrix, ein schweigsamer Mann, der den Staub offensichtlich leichter schlucken konnte als irgend jemand sonst; denn daß hinter der Herde der meiste Staub zu schlucken war, das war ja klar.

    Dreißig oder vierzig Yards rechts von ihm ritt ein junger Bursche mit scharfen Gesichtszügen und langer spitzer Nase. Er hatte dunkle Augen und perlschwarzes Haar. Es war der Kreole Carlos Mendoza. Er wirkte von der ganzen Crew am wenigsten wie ein Trail-Cowboy – aber das täuschte: der Kreole war ein recht guter Treiber, und er verstand sich gut mit dem Schlußmann Hendrix, der wie bei allen Trail-Crews der Vertreter des Trail-Bosses war.

    Der sechste Mann war der dunkelhaarige Ire Kid McLeod. Er war womöglich noch schweigsamer als der Schlußmann, aber wer Gelegenheit hatte, ihn auf einem strapaziösen Trail zu beobachten, wußte, ein wie zäher Cowboy er war. Vorn rechts am Nordost-Flügel der Herde ritt der junge Jim Hayworth, ein neunzehnjähriger Bursche, den kaum ein anderer Rancher auf einen so schwierigen Ritt mitgeschickt hätte. Aber der etwas stumpfsinnige junge Hayworth war ein so zäher Treiber, daß Jeffries auf ihn nicht gern verzichtet hätte.

    Die Männer waren immer nur abends zusammen, und auch dann waren stets zwei unterwegs, um die Herdenrunde zu machen.

    Als Jeffries das Wasser gesichtet hatte, schluckte er trocken. Seit Stunden brannte der Durst in seiner Kehle, und längst hatte er den letzten Tropfen aus seiner Campflasche getrunken.

    Noch hatten die Tiere den Fluß nicht gewittert. Die alte Mär, daß Rinder die Flüsse schon fünfzig Meilen weit wittern, traf absolut nicht zu. Es würde noch eine Stunde oder mehr dauern, ehe die Tiere die Witterung des Wassers bekamen.

    Jeffries biß die Zähne hart aufeinander und ritt weiter.

    Sie waren schon um vier Uhr aufgebrochen und hatten auch an diesem Tag einen siebenstündigen Trail durch Sonnenglut und Staub hinter sich.

    Niemand kann sich heute noch eine Vorstellung davon machen, was ein solcher Kuhtreiber durchzustehen hatte. Früh vor Sonnenaufgang mußte der Cowboy bereits in den Sattel steigen, um eine letzte Runde um die Herde zu machen. Dann wurde das Frühstück eingenommen. Und gleich darauf ging es los. Die wenigen Stunden vor Sonnenaufgang mußten genutzt werden, dann lief die Herde am besten. »Nachtmärsche« kamen kaum je in Betracht. Wer einmal mit einer größeren Menge von Rindern zu tun gehabt hat, weiß, daß diese Tiere in der Dunkelheit nur schwer vom Fleck zu bringen sind. Tagsüber herrschte meist eine glühende Hitze, in den Stunden nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang kam man noch am besten vorwärts.

    Tagsüber gab es nur zweimal eine kürzere Rast. Nach längerer Rast wäre es sehr schwer gewesen, die Rinder wieder in Bewegung zu bringen. Obgleich die Longhorns den Cowboys auf der Strecke schon sehr viel Arbeit machten, waren die sengende Sonne und der pulverfeine Staub die größten Feinde des Treibers. Die Cowboys, die seitlich oder hinter der Herde ihren Platz hatten, trugen gegen den Staub ihre Halstücher bis unter die Augen überm Gesicht und hatten sie hinten unterm Hut verknotet. Doch nutzte dieser Schutz nicht allzuviel; da die Luft über der Herde stauberfüllt war, gab es immer noch genug zu schlucken.

    Auf dem bisherigen Trail hatte Jeffries vielerlei Hindernisse zu überwinden gehabt. So waren einige Creeks unerwartet ausgetrocknet gewesen und hatten ein Weiterbringen der Herde sehr erschwert. Dann waren ihnen nördlich von Coleman weiße Tramps begegnet, die sie aber hatten abschütteln können.

    Unweit von der Grenze Oklahomas hatte sich Jeffries mit dem unangenehmsten Feind eines Trails auseinandersetzen müssen, nämlich Indianern. Sie ritten vom frühen Morgen bis zum späten Abend westlich von der Herde über einen Hügelkamm und begleiteten die viertausend Rinder und ihre sieben Reiter wie eine stumme Dauergefahr.

    Es war klar, daß Jeffries mit sechs Männern viel zuwenig Treiber für eine so große Herde hatte. Aber auf der Calgary-Ranch hatte man nicht mehr Leute entbehren können. Im allerletzten Augenblick waren die drei Hunter-Brothers ausgefallen, die Mister Calgary noch für den Trail bestimmt hatte, da sie sämtlich bei einer Schlägerei in der Stadt vom Sheriff festgenommen und für ein paar Wochen eingesperrt worden waren. Alles Bitten des Ranchers hatte nichts gefruchtet: der Gesetzesmann war hart geblieben.

    Aber auch mit noch drei Männern hätte die Crew für viertausend Rinder noch nicht ausgereicht.

    Als es Abend wurde, konnten die Cowboys bemerken, daß sich die Indianer näher an die Herde heranschoben.

    Da hatte Jeffries sich zu dem einzigen Mittel entschlossen, das ihm noch blieb, wenn er nicht Gefahr laufen wollte, in der Nacht von den Indianern überrascht und angegriffen zu werden: er hatte ein paar Rinder herausgenommen und war auf die Indianer zugeritten. Natürlich allein, damit die Indianer keinen Argwohn schöpften.

    Die Roten hatten ihm mit stummer Erwartung entgegengesehen.

    Nur schlecht verstand der Anführer der Indianer, was ihm der weiße Mann zu sagen hatte; aber immerhin begriff er, daß man ihm fünf Rinder zum Geschenk anbot.

    Der Kuhhandel hatte sich gelohnt, denn die Rothäute waren abgezogen.

    Selbstverständlich hatte der Trail-Boß für derlei Zwischenfälle die Vollmacht des Ranchers; im Notfall hätte er bis zu dreißig Rinder abgeben können. Ohnedies wurde ja auf solch einem Trail mit einem Schwund von fünf­zehn bis dreißig Prozent gerechnet. Sie hatten bisher drei Rinder unterwegs verloren und fünf an die Indianer abgegeben. Das war ein sehr geringer Verlust.

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