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Rainer Maria Rilkes Gedichte: Das Stunden-Buch, Das Buch der Bilder, Neue Gedichte, Der neuen Gedichte anderer Teil, Requiem, Das Marien-Leben, Duineser Elegien, Die Sonette an Orpheus

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Rainer Maria Rilkes Gedichte: Das Stunden-Buch, Das Buch der Bilder, Neue Gedichte, Der neuen Gedichte anderer Teil, Requiem, Das Marien-Leben, Duineser Elegien, Die Sonette an Orpheus

Länge:
625 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 27, 2018
ISBN:
9783752844382
Format:
Buch

Beschreibung

Siehe Nachwort des Herausgebers Joerg K. Sommermeyer, S. 322 ff.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 27, 2018
ISBN:
9783752844382
Format:
Buch

Über den Autor

Rainer Maria Rilke (1875–1926) is considered the most important poet in the German language of the modern age. A master of both poetry and prose, he is best known for Duino Elegies, Sonnets to Orpheus and his existential exploration of Paris in The Notebooks of Malte Laurids Brigge.


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Buchvorschau

Rainer Maria Rilkes Gedichte - Rainer Maria Rilke

RAT ACBO

Reihe

Alte Tradition

Azurcelesteblueoscuro

herausgegeben

von

Joerg K. Sommermeyer & Orlando Syrg

Exemplarische Werke der Weltliteratur

herausgegeben von

Joerg K. Sommermeyer

Über dieses Buch

»Rilke hat gleichsam zum ersten Mal die Welt betreten; er hat keine übernommen ... Alles lässt er an sich herankommen, aber nur Erwähltes in sich dringen. Was er aufnimmt, verwandelt er.« (Max Rychner) »Dieser große Lyriker hat nichts getan, als dass er das deutsche Gedicht zum ersten Mal vollkommen gemacht hat.« (Robert Musil)

Skeptisch gegenüber allen einseitig rationalen, psychologisch-soziologischen Welterklärungen entwirft er mit poetischen Mitteln, aufgrund einer Welterfahrung, die in Amouren und der Beziehung zu europäischen Zeitgenossen, Freunden, Bewunderern und Mäzenen wurzelt, sein Weisheitsbild. Liebe, Hinfälligkeit, Tod, das menschliche Verhältnis und Empfinden, Heilssuche und Daseinsdeutung, Wahrheitsgehalt von Dichtung, Leben und Fiktion kleidet er ins Gewand seiner bilderreichen, musikalischen Sprachmagie. (siehe auch das Nachwort von JS, unten S. 322 ff.)

Der Autor

Rainer Maria Rilke (René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke), * 4. Dezember 1875, Prag/ Österreich-Ungarn. Problembeladene Kindheit und Jugend (die Mutter steckt ihn in Mädchentracht, der Vater sieht ihn als Krieger). Frühes Schreiben. Häufige Wohnungswechsel; unentwegtes Reisen (Frankreich, Italien, Spanien, Schweiz, Russland, Ägypten, etc.). Liebesabenteuer (Valerie von David-Rhonfeld, Lou Andreas-Salomé; Clara Westhoff, die er heiratet, aber bald wieder verlässt; Mimi Romanelli, Lulu Albert-Lazard, Claire Studer, etc.). Zwölf Jahre währende Schaffenskrise. Gedichte, Dichtungen in Prosa, Dramen, Roman »Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge«, Erzählungen und Skizzen, Theoretische Schriften, Aufsätze und Rezensionen, Briefe, Übersetzungen. Im Sanatorium Valmont sur Territet bei Montreux stirbt Rainer Maria Rilke am 29. Dezember 1926 an Leukämie. (siehe den detaillierten Lebenslauf im Nachwort des Herausgebers Joerg K. Sommermeyer, S. 322 ff.)

Der Herausgeber

Joerg K. Sommermeyer (JS), * 14.10.1947 in Brackenheim, Sohn des Physikers Kurt Hans Sommermeyer (* 23. März 1906, Schleusingen/Thüringen - † 13. Februar 1969, Freiburg i. Brsg./Bd.-Wrtt; Physikalische Grundlagen der Medizin, Biophysik, Radiologie, Quantenbiologie, Korpuskularstrahlung). Kindheit in Freiburg. Studierte Jura, Philosophie, Germanistik, Geschichte und Musikwissenschaft. Klassische Gitarre bei Viktor v. Hasselmann und Anton Stingl. Unterrichtete in den späten Sechzigern Gitarre am Kindergärtnerinnen-/Jugendleiterinnenseminar und in den Achtzigern Rechtsanwaltsgehilfinnen an der Max-Weber-Schule in Freiburg. 1976 bis 2004 Rechtsanwalt in Freiburg. Setzte sich für eine Stärkung des Rechtsschutzes bei Grundrechtseingriffen ein (Unterbringungsrecht, Untersuchungshaft, Durchsuchungsrecht, strafprozessuale Überholung). Zahlreiche Veröffentlichungen in juristischen Fachzeitschriften sowie Artikel in Musikblättern. Gründer und Vorsitzender der Internationalen Gitarristischen Vereinigung, Organisator und Künstlerischer Leiter der Freiburger Gitarren- und Lautentage, Herausgeber und Redakteur der Zeitschrift Nova Giulianiad: Saitenblätter für die Gitarre und Laute. Juror beim Schlesischen Gitarrenherbst in Tychy und Internationalen Gitarrenkongress Freiburg/Basel/Straßburg. Komponierte Songs, schrieb Liedtexte, Arrangements, Instrumentalmusik. 7 CDs, u. a.: Total Overdrive, Those Rocks & Lieders, Nel Cuore Romanzo Rock, Ergo, 7 Celebrities. Prosa: Anton Unbekannt, Pathoaphysischer Antiroman, Tragigroteskenfragment, 2008/2009; Vernimm mein Schreien, 2017 /2018. Lieblingsmärchen, 2017/2018. Edition von Werken Josefa Gerhäusers, Franz Trellers, Oskar Panizzas, Fritz von Ostinis, Hugo Balls, Carl Einsteins, Ludwig Rubiners, Franz Kafkas, Heinrich von Kleists, Christian Morgensterns, Robert Müllers, Joseph von Eichendorffs, Adelbert von Chamissos, Georg Büchners, Denis Diderots, Wilhelm Heinrich Wackenroders und E. T. A. Hoffmanns.

Orlando Syrg, Berlin, 17. Juni 2018

Inhalt

Über dieses Buch

Der Autor

Der Herausgeber

Das Stunden-Buch

Erstes Buch – Das Buch vom mönchischen Leben

Zweites Buch – Das Buch von der Pilgerschaft

Drittes Buch – Das Buch von der Armut und vom Tode

Das Buch der Bilder

Des ersten Buches Erster Teil

Eingang

Aus einem April

Zwei Gedichte zu Hans Thomas sechzigstem Geburtstage

Mondnacht

Ritter

Mädchenmelancholie

Von den Mädchen

Andere müssen auf langen Wegen

Mädchen, Dichter sind, die von euch lernen

Das Lied der Bildsäule

Der Wahnsinn

Die Liebende

Die Braut

Die Stille

Musik

Die Engel

Der Schutzengel

Märtyrinnen

Die Heilige

Kindheit

Aus einer Kindheit

Der Knabe

Die Konfirmanden

Das Abendmahl

Des ersten Buches Zweiter Teil

Initiale

Zum Einschlafen zu sagen

Menschen bei Nacht

Der Nachbar

Pont du Carrousel

Der Einsame

Die Aschanti

Der Letzte

Bangnis

Klage

Einsamkeit

Herbsttag

Erinnerung

Ende des Herbstes

Herbst

Am Rande der Nacht

Gebet

Fortschritt

Vorgefühl

Sturm

Abend in Skåne

Abend

Ernste Stunde

Strophen

Des zweiten Buches Erster Teil

Initiale

Verkündigung – Die Worte des Engels

Die heiligen drei Könige – Legende

In der Certosa

Das jüngste Gericht – Aus den Blättern eines Mönches

Karl der zwölfte von Schweden reitet in der Ukraine

Der Sohn

Die Zaren – Ein Gedicht-Kreis

Das war in Tagen, da die Berge kamen

Noch drohen große Vögel allenthalben

Seine Diener füttern mit mehr und mehr

Es ist die Stunde, da das Reich sich eitel

Der blasse Zar wird nicht am Schwerte sterben

Noch immer schauen in den Silberplatten

Der Sänger singt vor einem Fürstenkind

Die aus dem Hause Colonna

Des zweiten Buches Zweiter Teil

Fragmente aus verlorenen Tagen

Die Stimmen – Neun Blätter mit einem Titelblatt

Titelblatt

Das Lied des Bettlers

Das Lied des Blinden

Das Lied des Trinkers

Das Lied des Selbstmörders

Das Lied der Witwe

Das Lied des Idioten

Des Lied der Waise

Das Lied des Zwerges

Das Lied des Aussätzigen

Von den Fontänen

Der Lesende

Der Schauende

Aus einer Sturmnacht – Acht Blätter mit einem Titelblatt

Die Blinde

Requiem

Schlussstück

Neue Gedichte

Früher Apollo

Mädchen-Klage

Liebes-Lied

Eranna an Sappho

Sappho an Eranna

Sappho an Alkaïos – Fragment

Grabmal eines jungen Mädchens

Opfer

Östliches Taglied

Abisag

Sie lag. Und ihre Kinderarme waren

Der König saß und sann den leeren Tag

David singt vor Saul

König, hörst du, wie mein Saitenspiel

König, der du alles dieses hattest

König, birgst du dich in Finsternissen

Josuas Landtag

Der Auszug des verlorenen Sohnes

Der Ölbaum-Garten

Pietà

Gesang der Frauen an den Dichter

Der Tod des Dichters

Buddha

L'Ange du Méridien – Chartres

Die Kathedrale

Das Portal

Da blieben sie, als wäre jene Flut

Sehr viele Weite ist gemeint damit

So ragen sie, die Herzen angehalten

Die Fensterrose

Das Kapitäl [Kapitell; Anm. d. Hrsg.]

Gott im Mittelalter

Morgue

Der Gefangene

Meine Hand hat nur noch eine

Denk dir, das was jetzt Himmel ist und Wind

Der Panther

Die Gazelle – Gazella Dorcas

Das Einhorn

Sankt Sebastian

Der Stifter

Der Engel

Römische Sarkophage

Der Schwan

Kindheit

Der Dichter

Die Spitze

Menschlichkeit: Namen schwankender Besitze

Und wenn uns eines Tages dieses Tun

Ein Frauen-Schicksal

Die Genesende

Die Erwachsene

Tanagra

Die Erblindende

In einem fremden Park – Borgeby-Gård

Abschied

Todes-Erfahrung

Blaue Hortensie

Vor dem Sommerregen

Im Saal

Letzter Abend

Jugend-Bildnis meines Vaters

Selbstbildnis aus dem Jahre 1906

Der König

Auferstehung

Der Fahnenträger

Der letzte Graf von Brederode entzieht sich

Die Kurtisane

Die Treppe der Orangerie – Versailles

Der Marmor-Karren – Paris

Buddha

Römische Fontäne – Borghese

Das Karussell – Jardin du Luxembourg

Spanische Tänzerin

Der Turm – Tour St.-Nicolas, Furnes

Der Platz – Furnes

Quai du Rosaire – Brügge

Béguinage – Béguinage Sainte-Elisabeth, Brügge

Das hohe Tor scheint keine einzuhalten

Was aber spiegelt mit den tausend Scheiben

Die Marien-Prozession – Gent

Die Insel – Nordsee

Die nächste Flut verwischt den Weg im Watt

Als läge er in einem Krater-Kreise

Nah ist nur Innres; alles andre fern

Hetären-Gräber

Orpheus. Eurydike. Hermes

Alkestis

Geburt der Venus

Die Rosenschale

Der neuen Gedichte anderer Teil

Archaischer Torso Apollos

Kretische Artemis

Leda

Delphine

Die Insel der Sirenen

Klage um Antinous

Der Tod der Geliebten

Klage um Jonathan

Tröstung des Elia

Saul unter den Propheten

Samuels Erscheinung vor Saul

Ein Prophet

Jeremia

Eine Sibylle

Absaloms Abfall

Esther

Der aussätzige König

Legende von den drei Lebendigen und den drei Toten

Der König von Münster

Toten-Tanz

Das Jüngste Gericht

Die Versuchung

Der Alchimist

Der Reliquienschrein

Das Gold

Der Stylit

Die ägyptische Maria

Kreuzigung

Der Auferstandene

Magnificat

Adam

Eva

Irre im Garten – Dijon Irre im Garten

Die Irren

Aus dem Leben eines Heiligen

Die Bettler

Fremde Familie

Leichen-Wäsche

Eine von den Alten – Paris

Der Blinde – Paris

Eine Welke

Abendmahl

Die Brandstätte

Die Gruppe – Paris

Schlangen-Beschwörung

Schwarze Katze

Vor-Ostern – Neapel

Der Balkon – Neapel

Auswanderer-Schiff – Neapel

Landschaft

Römische Campagna

Lied vom Meer – Capri. Piccola Marina

Nächtliche Fahrt – Sankt Petersburg

Papageien-Park – Jardin des Plantes, Paris

Die Parke

Unaufhaltsam heben sich die Parke

Leise von den Alleen

Den Teichen und den eingerahmten Weihern

Und Natur, erlaucht und als verletze

Götter von Alleen und Altanen

Fühlst du, wie keiner von allen

Aber Schalen sind, drin der Najaden

Bildnis

Venezianischer Morgen

Spätherbst in Venedig

San Marco – Venedig

Ein Doge

Die Laute

Der Abenteuerer

Wenn er unter jene welche waren

In den Tagen

Falken-Beize

Corrida

Don Juans Kindheit

Don Juans Auswahl

Sankt Georg

Dame auf einem Balkon

Begegnung in der Kastanien-Allee

Die Schwestern

Übung am Klavier

Die Liebende

Das Rosen-Innere

Damen-Bildnis aus den Achtziger-Jahren

Dame vor dem Spiegel

Die Greisin

Das Bett

Der Fremde

Die Anfahrt

Die Sonnenuhr

Schlaf-Mohn

Die Flamingos – Jardin des Plantes, Paris

Persisches Heliotrop

Schlaflied

Der Pavillon

Die Entführung

Rosa Hortensie

Das Wappen

Der Junggeselle

Der Einsame

Der Leser

Der Apfelgarten – Borgeby-Gård

Mohammeds Berufung

Der Berg

Der Ball

Das Kind

Der Hund

Der Käferstein

Buddha in der Glorie

Requiem

Für eine Freundin

Für Wolf Graf von Kalckreuth

Das Marien-Leben

Geburt Mariae

Die Darstellung Mariae im Tempel

Mariae Verkündigung

Mariae Heimsuchung

Argwohn Josephs

Verkündigung über den Hirten

Geburt Christi

Rast auf der Flucht in Ägypten

Von der Hochzeit zu Kana

Vor der Passion

Pietà

Stillung Mariae mit dem Auferstandenen

Vom Tode Mariae (Drei stücke)

Derselbe große Engel, welcher einst

Wer hat bedacht, dass bis zu ihrem Kommen

Doch vor dem Apostel Thomas

Duineser Elegien

Die erste Elegie

Die zweite Elegie

Die dritte Elegie

Die vierte Elegie

Die fünfte Elegie

Die sechste Elegie

Die siebente Elegie

Die achte Elegie

Die neunte Elegie

Die zehnte Elegie

Die Sonette an Orpheus

Erster Teil

Da stieg ein Baum. O reine Übersteigung!

Und fast ein Mädchen wars und ging hervor

Ein Gott vermags. Wie aber, sag mir, soll

O ihr Zärtlichen, tretet zuweilen

Errichtet keinen Denkstein. Lasst die Rose

Ist er ein Hiesiger? Nein, aus beiden

Rühmen, das ist's! Ein zum Rühmen Bestellter

Nur im Raum der Rühmung darf die Klage

Nur wer die Leier schon hob

Euch, die ihr nie mein Gefühl verließt

Sieh den Himmel. Heißt kein Sternbild ›Reiter‹?

Heil dem Geist, der uns verbinden mag

Voller Apfel, Birne und Banane

Wir gehen um mit Blume, Weinblatt, Frucht

Wartet ..., das schmeckt ... Schon ist's auf der Flucht

Du, mein Freund, bist einsam, weil

Zu unterst der Alte, verworrn

Hörst du das Neue, Herr

Wandelt sich rasch auch die Welt

Dir aber, Herr, o was weih ich dir, sag

Frühling ist wiedergekommen. Die Erde

Wir sind die Treibenden

O erst dann, wenn der Flug

Sollen wir unsere uralte Freundschaft, die großen

Dich aber will ich nun, Dich, die ich kannte

Du aber, Göttlicher, du, bis zuletzt noch Ertöner

Zweiter Teil

Atmen, du unsichtbares Gedicht!

So wie dem Meister manchmal das eilig

Spiegel noch nie hat man wissend beschrieben

O dieses ist das Tier, das es nicht gibt

Blumenmuskel, der der Anemone

Rose, du thronende, denen im Altertume

Blumen, ihr schließlich den ordnenden Händen

Wenige ihr, der einstigen Kindheit Gespielen

Rühmt euch, ihr Richtenden, nicht der

Alles Erworbne bedroht die Maschine, solange

Manche, des Todes, entstand ruhig geordnete Regel

Wolle die Wandlung. O sei für die Flamme

Sei allem Abschied voran, als wäre er hinter

Siehe die Blumen, diese dem Irdischen treuen

O Brunnen-Mund, du gebender, du Mund

Immer wieder von uns aufgerissen

Wo, in welchen immer selig bewässerten Garten

Tänzerin: o du Verlegung

Irgendwo wohnt das Gold in der verwöhnenden Bank

Zwischen den Sternen, wie weit

Singe die Gärten, mein Herz, die du nicht kennst

O trotz Schicksal: die herrlichen Überflüsse

Rufe mich zu jener deiner Stunden

O diese Lust, immer neu, aus gelockertem Lehm!

Schon, horch, hörst du der ersten Harken

Wie ergreift uns der Vogelschrei

Gibt es wirklich die Zeit, die zerstörende?

O komm und geh. Du, fast noch Kind, ergänze

Stiller Freund der vielen Fernen, fühle

Nachwort des Herausgebers Joerg K. Sommermeyer

Porträt Rainer Maria Rilke (Foto, 18. September 1900)

Das Stunden-Buch

Enthaltend die drei Bücher:

Vom mönchischen Leben

Von der Pilgerschaft

Von der Armut und vom Tode

Gelegt in die Hände von Lou

Erstdruck beim Insel-Verlag, Leipzig 1905.

Erstes Buch/Das Buch vom mönchischen Leben, entstanden 1899, durchgesehen 1905.

Zweites Buch/Das Buch von der Pilgerschaft, entstanden 1901, durchgesehen 1903 und 1905.

Drittes Buch/Das Buch von der Armut und vom Tode, entstanden 1903, durchgesehen 1905.

Erstes Buch – Das Buch vom mönchischen Leben

Da neigt sich die Stunde und rührt mich an

mit klarem, metallenem Schlag:

mir zittern die Sinne. Ich fühle: ich kann –

und ich fasse den plastischen Tag.

Nichts war noch vollendet, eh ich es erschaut,

ein jedes Werden stand still.

Meine Blicke sind reif, und wie eine Braut

kommt jedem das Ding, das er will.

Nichts ist mir zu klein und ich lieb es trotzdem

und mal es auf Goldgrund und groß,

und halte es hoch, und ich weiß nicht wem

löst es die Seele los ...

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn.

Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,

und ich kreise jahrtausendelang;

und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm

oder ein großer Gesang.

Ich habe viele Brüder in Sutanen

im Süden, wo in Klöstern Lorbeer steht.

Ich weiß, wie menschlich sie Madonnen planen,

und träume oft von jungen Tizianen,

durch die der Gott in Gluten geht.

Doch wie ich mich auch in mich selber neige:

Mein Gott ist dunkel und wie ein Gewebe

von hundert Wurzeln, welche schweigsam trinken.

Nur, dass ich mich aus seiner Wärme hebe,

mehr weiß ich nicht, weil alle meine Zweige

tief unten ruhn und nur im Winde winken.

Wir dürfen dich nicht eigenmächtig malen,

du Dämmernde, aus der der Morgen stieg.

Wir holen aus den alten Farbenschalen

die gleichen Striche und die gleichen Strahlen,

mit denen dich der Heilige verschwieg.

Wir bauen Bilder vor dir auf wie Wände;

so dass schon tausend Mauern um dich stehn.

Denn dich verhüllen unsre frommen Hände,

sooft dich unsre Herzen offen sehn.

Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,

in welchen meine Sinne sich vertiefen;

in ihnen hab ich, wie in alten Briefen,

mein täglich Leben schon gelebt gefunden

und wie Legende weit und überwunden.

Aus ihnen kommt mir Wissen, dass ich Raum

zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe.

Und manchmal bin ich wie der Baum,

der, reif und rauschend, über einem Grabe

den Traum erfüllt, den der vergangne Knabe

(um den sich seine warmen Wurzeln drängen)

verlor in Traurigkeiten und Gesängen.

Du, Nachbar Gott, wenn ich dich manches Mal

in langer Nacht mit hartem Klopfen störe, –

so ist's, weil ich dich selten atmen höre

und weiß: Du bist allein im Saal.

Und wenn du etwas brauchst, ist keiner da,

um deinem Tasten einen Trank zu reichen:

Ich horche immer. Gib ein kleines Zeichen.

Ich bin ganz nah.

Nur eine schmale Wand ist zwischen uns,

durch Zufall; denn es könnte sein:

ein Rufen deines oder meines Munds –

und sie bricht ein

ganz ohne Lärm und Laut.

Aus deinen Bildern ist sie aufgebaut.

Und deine Bilder stehn vor dir wie Namen.

Und wenn einmal das Licht in mir entbrennt,

mit welchem meine Tiefe dich erkennt,

vergeudet sich's als Glanz auf ihren Rahmen.

Und meine Sinne, welche schnell erlahmen,

sind ohne Heimat und von dir getrennt.

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.

Wenn das Zufällige und Ungefähre

verstummte und das nachbarliche Lachen,

wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,

mich nicht so sehr verhinderte am Wachen –:

Dann könnte ich in einem tausendfachen

Gedanken bis an deinen Rand dich denken

und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),

um dich an alles Leben zu verschenken

wie einen Dank.

Ich lebe grad, da das Jahrhundert geht.

Man fühlt den Wind von einem großen Blatt,

das Gott und du und ich beschrieben hat

und das sich hoch in fremden Händen dreht.

Man fühlt den Glanz von einer neuen Seite,

auf der noch Alles werden kann.

Die stillen Kräfte prüfen ihre Breite

und sehn einander dunkel an.

Ich lese es heraus aus deinem Wort,

aus der Geschichte der Gebärden,

mit welchen deine Hände um das Werden

sich ründeten, begrenzend, warm und weise.

Du sagtest leben laut und sterben leise

und wiederholtest immer wieder: Sein.

Doch vor dem ersten Tode kam der Mord.

Da ging ein Riss durch deine reifen Kreise

und ging ein Schrein

und riss die Stimmen fort,

die eben erst sich sammelten

um dich zu sagen,

um dich zu tragen

alles Abgrunds Brücke –

Und was sie seither stammelten,

sind Stücke

deines alten Namens.

Der blasse Abelknabe spricht:

Ich bin nicht. Der Bruder hat mir was getan,

was meine Augen nicht sahn.

Er hat mir das Licht verhängt.

Er hat mein Gesicht verdrängt

mit seinem Gesicht.

Er ist jetzt allein.

Ich denke, er muss noch sein.

Denn ihm tut niemand, wie er mir getan.

Es gingen alle meine Bahn,

kommen alle vor seinen Zorn,

gehen alle an ihm verloren.

Ich glaube, mein großer Bruder wacht

wie ein Gericht.

An mich hat die Nacht gedacht;

an ihn nicht.

Du Dunkelheit, aus der ich stamme,

ich liebe dich mehr als die Flamme,

welche die Welt begrenzt,

indem sie glänzt

für irgend einen Kreis,

aus dem heraus kein Wesen von ihr weiß.

Aber die Dunkelheit hält alles an sich:

Gestalten und Flammen, Tiere und mich,

wie sie's errafft,

Menschen und Mächte –

Und es kann sein: eine große Kraft

rührt sich in meiner Nachbarschaft.

Ich glaube an Nächte.

Ich glaube an Alles noch nie Gesagte.

Ich will meine frömmsten Gefühle befrein.

Was noch keiner zu wollen wagte,

wird mir einmal unwillkürlich sein.

Ist das vermessen, mein Gott, vergib.

Aber ich will dir damit nur sagen:

Meine beste Kraft soll sein wie ein Trieb,

so ohne Zürnen und ohne Zagen;

so haben dich ja die Kinder lieb.

Mit diesem Hinfluten, mit diesem Münden

in breiten Armen ins offene Meer,

mit dieser wachsenden Wiederkehr

will ich dich bekennen, will ich dich verkünden

wie keiner vorher.

Und ist das Hoffart, so lass mich hoffärtig sein

für mein Gebet,

das so ernst und allein

vor deiner wolkigen Stirne steht.

Ich bin auf der Welt zu allein und doch nicht allein genug,

um jede Stunde zu weihn.

Ich bin auf der Welt zu gering und doch nicht klein genug,

um vor dir zu sein wie ein Ding,

dunkel und klug.

Ich will meinen Willen und will meinen Willen begleiten

die Wege zur Tat;

und will in stillen, irgendwie zögernden Zeiten,

wenn etwas naht,

unter den Wissenden sein

oder allein.

Ich will dich immer spiegeln in ganzer Gestalt,

und will niemals blind sein oder zu alt

um dein schweres schwankendes Bild zu halten.

Ich will mich entfalten.

Nirgends will ich gebogen bleiben,

denn dort bin ich gelogen, wo ich gebogen bin.

Und ich will meinen Sinn

wahr vor dir. Ich will mich beschreiben

wie ein Bild das ich sah,

lange und nah,

wie ein Wort, das ich begriff,

wie meinen täglichen Krug,

wie meiner Mutter Gesicht,

wie ein Schiff,

das mich trug

durch den tödlichsten Sturm.

Du siehst, ich will viel.

Vielleicht will ich Alles:

das Dunkel jedes unendlichen Falles

und jedes Steigens lichtzitterndes Spiel.

Es leben so viele und wollen nichts,

und sind durch ihres leichten Gerichts

glatte Gefühle gefürstet.

Aber du freust dich jedes Gesichts,

das dient und dürstet.

Du freust dich Aller, die dich gebrauchen

wie ein Gerät.

Noch bist du nicht kalt, und es ist nicht zu spät,

in deine werdenden Tiefen zu tauchen,

wo sich das Leben ruhig verrät.

Wir bauen an dir mit zitternden Händen

und wir türmen Atom auf Atom.

Aber wer kann dich vollenden,

du Dom.

Was ist Rom?

Es zerfällt.

Was ist die Welt?

Sie wird zerschlagen

eh deine Türme Kuppeln tragen,

eh aus Meilen von Mosaik

deine strahlende Stirne stieg.

Aber manchmal im Traum

kann ich deinen Raum

überschaun,

tief vom Beginne

bis zu des Daches goldenem Grate.

Und ich seh: meine Sinne

bilden und baun

die letzten Zierrate.

Daraus, dass Einer dich einmal gewollt hat,

weiß ich, dass wir dich wollen dürfen.

Wenn wir auch alle Tiefen verwürfen:

wenn ein Gebirge Gold hat

und keiner mehr es ergraben mag,

trägt es einmal der Fluss zutag,

der in die Stille der Steine greift,

der vollen.

Auch wenn wir nicht wollen:

Gott reift.

Wer seines Lebens viele Widersinne

versöhnt und dankbar in ein Sinnbild fasst,

der drängt

die Lärmenden aus dem Palast,

wird anders festlich, und du bist der Gast,

den er an sanften Abenden empfängt.

Du bist der Zweite seiner Einsamkeit,

die ruhige Mitte seinen Monologen;

und jeder Kreis, um dich gezogen,

spannt ihm den Zirkel aus der Zeit.

Was irren meine Hände in den Pinseln?

Wenn ich dich male, Gott, du merkst es kaum.

Ich fühle dich. An meiner Sinne Saum

beginnst du zögernd, wie mit vielen Inseln,

und deinen Augen, welche niemals blinzeln,

bin ich der Raum.

Du bist nicht mehr inmitten deines Glanzes,

wo alle Linien des Engeltanzes

die Fernen dir verbrauchen wie Musik, –

du wohnst in deinem allerletzten Haus.

Dein ganzer Himmel horcht in mich hinaus,

weil ich mich sinnend dir verschwieg.

Ich bin, du Ängstlicher. Hörst du mich nicht

mit allen meinen Sinnen an dir branden?

Meine Gefühle, welche Flügel fanden,

umkreisen weiß dein Angesicht.

Siehst du nicht meine Seele, wie sie dicht

vor dir in einem Kleid aus Stille steht?

Reift nicht mein mailiches Gebet

an deinem Blicke wie an einem Baum?

Wenn du der Träumer bist, bin ich dein Traum.

Doch wenn du wachen willst, bin ich dein Wille

und werde mächtig aller Herrlichkeit

und ründe mich wie eine Sternenstille

über der wunderlichen Stadt der Zeit.

Mein Leben ist nicht diese steile Stunde,

darin du mich so eilen siehst.

Ich bin ein Baum vor meinem Hintergrunde,

ich bin nur einer meiner vielen Munde

und jener, welcher sich am frühsten schließt.

Ich bin die Ruhe zwischen zweien Tönen,

die sich nur schlecht aneinander gewöhnen:

denn der Ton Tod will sich erhöhn –

Aber im dunklen Intervall versöhnen

sich beide zitternd.

Und das Lied bleibt schön.

Wenn ich gewachsen wäre irgendwo,

wo leichtere Tage sind und schlanke Stunden,

ich hätte dir ein großes Fest erfunden,

und meine Hände hielten dich nicht so,

wie sie dich manchmal halten, bang und hart.

Dort hätte ich gewagt, dich zu vergeuden,

du grenzenlose Gegenwart.

Wie einen Ball

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