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Die Tiefe des Raumes (Telepolis): Ökonomie und Wissenschaft des Fußballspiels (zweite, erweiterte Auflage)

Die Tiefe des Raumes (Telepolis): Ökonomie und Wissenschaft des Fußballspiels (zweite, erweiterte Auflage)

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Die Tiefe des Raumes (Telepolis): Ökonomie und Wissenschaft des Fußballspiels (zweite, erweiterte Auflage)

Länge:
155 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
30. Mai 2018
ISBN:
9783957881717
Format:
Buch

Beschreibung

Karl-Heinz Rummenigge hat 2007 das Inventar an kuriosen Fußballsprüchen mit der Feststellung bereichert: "Fußball ist keine Mathematik". Er hat Recht - trotzdem kann man im Zeitalter von Big Data und der damit verknüpften statistischen Analyse verschiedene Themen aus Mathematik, Physik und sogar Wirtschaftswissenschaften rund um das Geschehen beleuchten, meint Raúl Rojas, Professor für Künstliche Intelligenz an der FU Berlin und führt dies elegant und treffsicher in Kapiteln des eBooks vor. Sie sind als Artikel online bei Telepolis erschienen, für die zweite Auflage wurden weitere Kapitel hinzugefügt.

Ein Artikel in diesem eBook behandelt speziell die finanziellen Aspekte des Fußballs und die Konzentration ökonomischer Macht in wenigen europäischen Vereinen ("Nur Geld schießt Tore"). Die Megaclubs wie Real Madrid, Barcelona, Bayern oder Manchester United gewinnen jahrein, jahraus nationale Meisterschaften. Die nationale Bühne ist für sie längst zu klein geworden: Neuerdings erfüllt nur der Sieg in der Champions League die Ansprüche dieser Vereine. Sie haben eine Fanbasis, die über den ganzen Globus verstreut ist.

In den ersten Kapitel werden Themen aus der Physik anhand von Aspekten des Fußballspiels aufgegriffen: Der Flug des Ball beim Abstoß beispielsweise hat, ebenso wie die "Bananenflanken", mit dem Luftwiderstand und mit der Rotation des Balls zu tun. Wir treffen in den entsprechenden Kapiteln auf die vor-galileische Impetustheorie des Ballflugs und auf das Magnus Prinzip. Es ist interessant zu wissen, dass trotz aller Erfolge der Physik im mikroskopischen Bereich, etwas so Banales wie der Flug eines Balls noch zu Veröffentlichungen in renommierten Physik-Zeitschriften führen kann.
Herausgeber:
Freigegeben:
30. Mai 2018
ISBN:
9783957881717
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Die Tiefe des Raumes (Telepolis) - Raúl Rojas

Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Die Tiefe des Raumes

Hört man die Redewendung die Tiefe des Raumes denkt man unwillkürlich an Astronomie und die Entstehung des Weltalls. In Deutschland bezieht sich der Ausdruck aber auf das Europameisterschafts-Epos von 1972 auf dem heiligen Rasen von Wembley

Die Impetustheorie des Fußballs

Aristoteles und der optimale Abstoß im Fußball

Bend it like Magnus!

Phasenübergänge im Fußball

Die Angst des Tormanns vor der Spieltheorie

Seitdem es den Elfmeter im Fußball gibt, haben Soziologen, Ökonomen und Philosophen ausgiebig die Seele der Elfmeterschützen erörtert

Die Telepolis-Fußball-Weltrangliste

Der Telepolis-Index berücksichtigt die vier existierenden Fußballrankings und platziert die deutsche Mannschaft nach Spanien auf Platz 2

Brazuca: das Eckige im Runden

Kombinatorische Parkettierungen der Kugel

Tore und das Gesetz der kleinen Zahlen

Über die mathematische Modellierung des Fußballspiels

Nur Geld schießt Tore

Der Transferwert eines Fußballteams entscheidet über die Anzahl seiner Meistertitel

Wer gewinnt die Fußballweltmeisterschaft?

Bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien treten 32 Nationalmannschaften gegeneinander um den Titel an. Man kann mit den vorhandenen Informationen bereits heute die Siegwahrscheinlichkeiten der verschiedenen Teams berechnen

Fußballer im bestem Alter

Im Zeitalter der Performance-Statistiken ist es nur natürlich zu fragen, in welchem Alter Fußballer ihre Bestleistung erreichen

FIFA: die Fraktale Korruption

Über einen unreformierbaren Verein

Fußnoten

Über den Autor

Impressum

Vorwort

» Gott ist rund «

Juan Villoro

Karl-Heinz Rummenigge hat 2007 das Inventar an kuriosen Fußballsprüchen mit der Feststellung bereichert: Fußball ist keine Mathematik. Er hat Recht - trotzdem kann man verschiedene Themen aus Mathematik, Physik und sogar Wirtschaftswissenschaften rund um das Geschehen beleuchten. Das versuchen die Kapitel der zweiten Auflage des eBooks, die als Artikel online bei Telepolis erschienen sind und durch weitere Kapitel ergänzt wurden.

Wir leben im Zeitalter von Big Data und der damit verknüpften statistischen Analyse. Die erste Sportart, die ausgiebig Daten der Sportler analysiert hat, ist Baseball. Wer einmal im Baseball-Stadion gesessen hat, der weiß, es geschieht nicht viel und wenn doch, dann in gemütlichem Tempo. Das gibt den Kommentatoren im Fernsehen viel Zeit, alle möglichen Statistiken der beteiligten Spieler zu diskutieren. Auch im Fußball erleben wir seit etwa zehn Jahren eine deutliche Zunahme der Verwendung von statistischen Methoden. Einige moderne Fußballclubs trainieren heute mit Hilfe von Computern und die Spieler tragen Sensoren am Körper.

Ein Artikel in diesem eBook behandelt speziell die finanziellen Aspekte des Fußballs und die Konzentration ökonomischer Macht in wenigen europäischen Vereinen ("Nur Geld schießt Tore"). Die Megaclubs wie Real Madrid, Barcelona, Bayern oder Manchester United gewinnen jahrein, jahraus nationale Meisterschaften. Die nationale Bühne ist für sie längst zu klein geworden: Neuerdings erfüllt nur der Sieg in der Champions League die Ansprüche dieser Vereine. Sie haben eine Fanbasis, die über den ganzen Globus verstreut ist.

In den ersten Kapitel werden Themen aus der Physik anhand von Aspekten des Fußballspiels aufgegriffen: Der Flug des Ball beim Abstoß beispielsweise hat, ebenso wie die Bananenflanken, mit dem Luftwiderstand und mit der Rotation des Balls zu tun. Wir treffen in den entsprechenden Kapiteln auf die vor-galileische Impetustheorie des Ballflugs und auf das Magnus Prinzip. Es ist interessant zu wissen, dass trotz aller Erfolge der Physik im mikroskopischen Bereich, etwas so Banales wie der Flug eines Balls noch zu Veröffentlichungen in renommierten Physik-Zeitschriften führen kann.

Eine weitere Gruppe von Artikeln behandelt Themen aus der Mathematik und Spieltheorie, wie z.B. die optimale Platzierung des Balls (und Torwarts) beim Elfmeter, die versteckte innere Geometrie eines Fußballs und auch wie man eigentlich Rankings von Nationalteams aufstellen kann. Hierfür haben die Schachspieler bereits vor Jahren mit ihren Elo-Rankings die Grundlage geliefert, obwohl es heute viel kompliziertere Konstruktionen - wie die SPI-Rankings - gibt. Aus einer Gewichtung all solcher Vorschläge ist die Telepolis-Fußball-Weltrangliste entstanden, die im entsprechenden Kapitel besprochen wird.

Ich wünsche dem Leser viel Spaß bei der Lektüre dieser Aufsätze, deren einziges Ziel es ist, anhand von Fußball wissenschaftliche Themen zu besprechen. Das Spiel ist nur der Vorwand, um dem Leser Überraschendes oder Wissenswertes darzubieten.

Die Tiefe des Raumes

Hört man die Redewendung die Tiefe des Raumes denkt man unwillkürlich an Astronomie und die Entstehung des Weltalls. In Deutschland bezieht sich der Ausdruck aber auf das Europameisterschafts-Epos von 1972 auf dem heiligen Rasen von Wembley

Im Jahr 2012 ist Peter Unfried in der taz der Legende von der Tiefe des Raumes nachgegangen. Der Satz erschien eineinhalb Jahre nach dem legendären Viertelfinalspiel der Europa-Meisterschaft 1972 in Wembley im Feuilleton der FAZ. Der Autor des Beitrags schrieb: Der aus der Tiefe des Raumes plötzlich vorstoßende Netzer hatte 'thrill'. Und so wurden die drei Worte Tiefe des Raumes zum Inbegriff von Strategie und Positionsspiel im Fußball. [1] Das Länderspiel gegen England damals hat enorm zum Mythos von Günter Theodor Netzer beigetragen. Wie könnte seine Autobiographie dann anders heißen als Aus der Tiefe des Raumes? [2]

Vor Tiefe kommen aber Länge und Breite. Hier überrascht es zu wissen, dass viele geflügelte Worte des Fußballspiels auf ein Missverständnis bei der Wahl der Maßeinheiten beruhen. Der Elfmeterpunkt ist eher ein Zwölferpunkt, während der Sechzehnmeterraum eher ein Achtzehnerraum sein sollte, da für die Festlegung der Spielregeln in England Yards verwendet wurden - und zwar mit runden Zahlen. Die Freistoßmauer z.B. muss 10 Yards vom Ball entfernt aufgestellt werden, was zu den merkwürdigen 9,15 Metern Abstand führt. Die Breite des Tors selbst beträgt 8 Yard, d.h. 7,32 Meter. Abb. 1 zeigt die Abmessungen eines Fußballfeldes in Yards und ihre jeweiligen Umwandlungen in metrische Einheiten.

Abb. 1: Abmessungen eines regelkonformen Fußballfeldes. Bild: Chandler. Public Domain

Woher also diese Feldmaße? Am Anfang der Entwicklung des Fußballspiels wurde mit unterschiedlich großen Feldern und mit einer variablen Anzahl von Spielern gespielt. Einige Fußballtheoretiker haben deswegen versucht zu berechnen, ob nicht womöglich elf Spieler pro Team gerade mit diesen Feldgrößen am besten zurechtkommen. Ihre Geschwindigkeit würde es den elf Spielern erlauben, das Feld optimal abzudecken, ohne dass der Gegner übermäßig viel Zeit für die Ballbehandlung bekommt, aber auch nicht so wenig, dass die Spieler dann Trauben bilden.

Abb. 2 ist The Science of Soccer von John Wesson entnommen worden. Wesson hat berechnet, wie viel Zeit ein Spieler in einem regelkonformen Fußballfeld hat, um den Ball zu bespielen (Annehmen, Schauen, Abgeben), wenn die Anzahl der Spieler pro Team zwischen 5 und 20 variiert. Bei elf Spielern ergeben sich etwa drei Sekunden Zeit für den nächsten Spielzug.

Abb. 2: Zeit für die Annahme und Behandlung des Balls (vertikale Achse) in Bezug auf die Anzahl der Spieler pro Team Bild: Wesson, The Science of Soccer.

Viel einfacher, als solche theoretischen Berechnungen anzustellen, ist es, die heutigen Statistiken zur Hand zu nehmen und nachzulesen, wie viele Kilometer ein Fußballspieler in einem Spiel im Durchschnitt läuft. Für die Bundesliga besagt die Statistik, dass die Höchstgeschwindigkeit der zwanzig schnellsten Fußballprofis zwischen 34,6 bis 35,5 km/h liegt. Die Laufleistung der zwanzig lauffreudigsten Spieler beträgt zwischen 11 und 12 Kilometer pro Spiel (bei mehr als 16 gespielten Spielen in einer Saisonhälfte). Manche Spieler können aber Spitzenleistungen von 13 Kilometern in 90 Minuten erreichen. Bei Bayern München laufen die elf Spieler im Durchschnitt 10,5 Kilometer pro Spiel. [3] Durch die Geschwindigkeitsspitzen entspricht ein Durchschnittsspiel dem Kalorienverbrauch eines Joggers, der 18 Kilometer in 90 Minuten abdeckt. Die Dimensionen des heutigen Fußballfeldes verlangen also viel von den Fußballprofis.

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