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Dr. Norden 676 – Arztroman: Wenn Mutterliebe in die Irre geht

Dr. Norden 676 – Arztroman: Wenn Mutterliebe in die Irre geht

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Dr. Norden 676 – Arztroman: Wenn Mutterliebe in die Irre geht

Länge:
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 10, 2018
ISBN:
9783740927974
Format:
Buch

Beschreibung

Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Deutlich über 200 Millionen Exemplare verkauft! Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration.

Patricia Vandenberg ist die Begründerin von "Dr. Norden", der erfolgreichsten Arztromanserie deutscher Sprache, von "Dr. Laurin", "Sophienlust" und "Im Sonnenwinkel". Sie hat allein im Martin Kelter Verlag fast 1.300 Romane veröffentlicht, Hunderte Millionen Exemplare wurden bereits verkauft. In allen Romangenres ist sie zu Hause, ob es um Arzt, Adel, Familie oder auch Romantic Thriller geht. Ihre breitgefächerten, virtuosen Einfälle begeistern ihre Leser. Geniales Einfühlungsvermögen, der Blick in die Herzen der Menschen zeichnet Patricia Vandenberg aus. Sie kennt die Sorgen und Sehnsüchte ihrer Leser und beeindruckt immer wieder mit ihrer unnachahmlichen Erzählweise. Ohne ihre Pionierarbeit wäre der Roman nicht das geworden, was er heute ist.
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 10, 2018
ISBN:
9783740927974
Format:
Buch

Über den Autor


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Dr. Norden 676 – Arztroman - Patricia Vandenberg

Dr. Norden

– 676–

Wenn Mutterliebe in die Irre geht

Allein blieb sie zurück

Patricia Vandenberg

Wenn Leonore Dombruck sich bei Dr. Norden anmeldete, nahm Wendy, die bestens Bescheid über die Patienten wußte, dies mit einem hintergründigen Lächeln zur Kenntnis.

»Da scheint doch der Herr Sohn auf Reisen zu sein«, sagte sie zum Doktor, »und sie leidet wieder mal an Depressionen. Was soll das nur werden, wenn er mal heiratet?«

»Das wird sie schon zu verhindern wissen«, erwiderte Daniel Norden, und das meinte er ganz ernst, denn er kannte diese Patientin seit zehn Jahren.

Vor etwas mehr als zehn Jahren hatte sie mit ihrem Mann und ih­rem Sohn das wunderschöne Haus an der Birkenallee bezogen, einen Neubau mit allen Schikanen, wie in der Nachbarschaft festgestellt wurde, und die Aufmerksamkeit galt natürlich den neuen Bewohnern. Der dreifache Doktor Amadeus Dombruck war Professor an der Technischen Universität, durch einige umwälzende Erfindungen berühmt und schwerreich geworden, ein sehr eigenwilliger Mann, gegen den seine Frau nicht ankam. Solange er lebte, wuchs der begabte Sohn auch einigermaßen normal auf, da er den geistigen Anforderungen seines Vaters halbwegs entsprach. Aber Amadeus Dombruck war trotz seiner Verdienste und seiner erst vierundfünfzig Lebensjahre nicht unsterblich. Er kam bei dem Absturz seiner Privatmaschine mit fünf hochqualifizierten Mitarbeitern ums Leben, als sie über den Dolomiten in eine Schlechtwetterzone gerieten.

Es war ein herber Schlag für die Wissenschaft und ein noch schlimmerer für seine Frau, die in schwerste Depressionen fiel und zwei Monate in einem Sanatorium therapiert werden mußte. Sie war damals dreiundvierzig und ihr Sohn Torsten war zweiundzwanzig und studierte Ingenieurwissenschaften wie sein Vater.

Der Chefarzt des Sanatoriums, Dr. Alfrey, empfahl sie dann zur Weiterbehandlung an Dr. Norden. So sehr dieser den Kollegen schätzte, wünschte er in der Folgezeit so manches Mal, Dr. Alfrey hätte ihr einen anderen Arzt empfohlen. Aber sie war anhänglich, und so manches Mal zu anhänglich. Ihr fehlte einfach ein Mann, und Dr. Norden war der Meinung, daß ihre Depressionen von ihr gepflegt wurden, um beachtet zu werden, vor allem von ihrem Sohn. Sie überschüttete Torsten mit Liebesbeweisen, die so manchem zu denken gegeben hätten, wenn man hätte Zeuge sein können. Torsten wurden sie auch immer peinlicher. Er war kein Kind mehr, das auf materielle Zuwendung hoffte und deshalb alles erduldete. Er fühlte sich eingeengt, aber wehe, wenn er sich dahingehend äußerte, dann bekam sie gleich wieder einen Weinkrampf, Atembeschwerden oder erschreckende Hustenanfälle.

Dr. Norden wurde gerufen und seine Meinung war, daß sie hochgradig hysterisch sei. Natürlich konnte er das nicht so deutlich sagen, weil er ja schon erlebt hatte, wie sehr sie sich aufregte.

Er deutete es bei Gesprächen mit Torsten an. Er schätzte diesen ernsten, besonnenen jungen Mann, der sich ehrlich um das Wohlergehen seiner Mutter sorgte und auch alles tat, um Konfrontationen zu vermeiden.

Es blieb natürlich nicht aus, daß sich auch weibliche Wesen um die Gunst des attraktiven jungen Mannes bemühten, aber er vermied es, darüber seiner Mutter gegenüber auch nur ein einziges Wort zu verlieren. So nahm Leonore an, daß er kein Interesse an Flirts oder gar an einer festen Beziehung hatte, die sie ja sowieso nicht wollte.

Torsten hatte es eilig, sein Studium zu Ende zu bringen, denn eine gute Stellung hatte er ohnehin in Aussicht bei der Firma, für die sein Vater mit größtem Erfolg tätig gewesen war. Man hoffte, in Torsten Dombruck ein neues Genie zu finden.

Aber für Torsten zählte es vorab, unabhängiger zu werden, die Abnabelung von seiner melodramatischen Mutter mit aller Vorsicht zu beginnen, denn er hatte schon durch so manche Zwischenfälle begriffen, daß sie unberechenbar reagieren konnte.

Er wollte ein eigenes Leben führen, sich nichts aufzwingen lassen und vor allem eine Partnerin haben, die großzügig und tolerant war und sich nicht selbst als großartig und einmalig sah, als unersetzlich und Idealbild.

Er wurde seinem Vater immer ähnlicher, das hatte Dr. Norden auch schon festgestellt, und Torsten dachte immer öfter über seinen Vater nach.

Warum war er immer seltener zu Hause gewesen, fast ständig auf Reisen nach Afrika, Australien, Amerika, dann auch nach Japan und China und sogar nach Rußland? Immer länger war er fern geblieben.

War ihm das Getue seiner Frau, diese ständigen Fragen, ob er auch genügend Hemden und Unterwäsche eingepackt hätte, natürlich auch alles übrige und warum sie nicht seine Koffer packen solle, zuviel gewesen?

Weil sie so viele unnütze Sachen einpacke, hatte er gemeint, denn er könnte sich kaufen, was ihm fehle und in jedem Hotel wäre auch eine Wäscherei.

Manchmal hatte sein Vater auch kalt und abweisend auf ihr Gerede reagiert und gesagt, sie solle doch lieber mal gescheite Bücher lesen, um ihn nicht ständig mit diesem Geschmuse zu nerven. Dann machte sie ihm Szenen, die ihn erst recht aufbrachten.

Das alles schien vergessen zu sein, als sie aus dem Sanatorium zurückkam mit der Gewißheit, eine reiche Witwe zu sein, die sich bis an ihr Lebensende keine Sorgen mehr machen mußte. Es störte sie nur, daß Torsten ein eigenes, beträchtliches Erbteil bekam, über das sie nicht zu bestimmen hatte. So versuchte sie nur, ihrer Art entsprechend, ihn im Haus zu halten, ihm immer wieder diese Vorzüge, die seine fürsorgliche Mutter ihm bot, zu schildern und ständig zu sagen, daß sie ja nur noch für ihn lebe, für ihn sorgen wollte.

Solange er studierte, nahm er es mit stoischer Gelassenheit, die er sich im Laufe der Zeit angewöhnt hatte, hin. Als er dann von der Universität ins Berufsleben trat, machte er es wie sein Vater und war viel abwesend. Wenn er keine Reisen plante, schob er sie vor und verbrachte ein paar Tage in einer kleinen Wohnung, die er gemietet hatte, um seine Freizeit so zu gestalten, daß sie ihm nicht dreinreden konnte.

Das waren die Tage, an denen sie Dr. Norden aufsuchte und jammerte.

Ein paar Minuten hörte er ihr Wehklagen geduldig an, aber dann verlor er die Geduld.

»Ich verstehe Sie nicht, Frau Dombruck, Sie sind fünfzig und eine gutaussehende Frau. Warum suchen Sie sich nicht Abwechslung, machen Reisen, treffen sich mit netten Leuten? Sie hatten doch einen großen Bekanntenkreis«, sagte er.

»Als alleinstehende Frau gilt man nichts, da ist man nicht mehr gern gesehen, gerade wenn man besser aussieht als diese Ehefrauen. Da wird nur über die Männer und die Kinder geredet, über neue Autos und Weltreisen.«

»Das könnten Sie auch alles haben, und ich habe gehört, daß man auf Schiffsreisen schnell Anschluß findet.«

»Aber mein Sohn braucht mich doch noch. Er muß seine Ordnung haben. Er ist es gewöhnt, daß ich immer für ihn da bin.«

»Er ist fast dreißig und wie es scheint, doch sehr selbständig. Was machen Sie, wenn er eines Tages heiratet? Glauben Sie, daß Sie dann immer noch unter einem Dach leben werden?«

»Aber das Haus ist groß genug, und wenn er die richtige Frau findet, werden wir schon gut miteinander auskommen.«

Dr. Norden sah sie mißtrauisch an, aber das bemerkte sie nicht. Da sie sich immer im Recht fühlte, kam ihr gar nicht der Gedanke, daß man sie wirklich durchschauen könnte. Sie sagte auch stets das, was vorteilhaft für sie war.

»Ob das gut tut?« meinte Dr. Norden skeptisch.

»Warum denn nicht? Mit meinem Sohn verstehe ich mich einmalig gut, und sollte er einmal heiraten, wird sich seine Frau eben anpassen müssen. Das ist nun mal so, wenn man in eine wohlhabende Familie kommt und sich in ein gemachtes Bett legen will.«

»Ich will Ihnen ja nicht dreinreden,

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