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Nackt und liebeshungrig

Nackt und liebeshungrig

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Nackt und liebeshungrig

Länge:
230 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
Jul 16, 2018
ISBN:
9783798609846
Format:
Buch

Beschreibung

LIEBE! Die Liebe kann so viele Umwege gehen … und findet einen doch!!!

Selbst der kostbarste Schmuck kann Maria nicht glücklich machen. Einsam und voll quälender Sehnsucht, die ihren Leib zu verbrennen droht, liegt sie nächtelang wach. Ihr Mann Renee, der ein erfolgreicher Diamantenhändler ist, überhört jedoch die sehnsuchtsvollen Seufzer seiner Frau.
Während er dem schnöden Mammon nachjagt, spürt er nicht einmal, wie Maria ihm entgleitet.
Die Liebeshungrige Frau sucht Sex bei einer Freundin wie bei dem wesentlich jüngeren Peter, der sie sehr an ihren ersten Ehemann Rainer erinnert.
Dieser hat Maria ebenfalls nicht vergessen können und wünscht sich nichts sehnlicher, als Maria zu finden …
Freigegeben:
Jul 16, 2018
ISBN:
9783798609846
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Nackt und liebeshungrig - Gymnich, H

Das Titelbild steht in keinem Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches.

eBook-Ausgabe 07/2018

Edition Stephenson - #0042

© Carl Stephenson Verlag GmbH & Co. KG,

Schäferweg 14, 24941 Flensburg

Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Einspeicherung

und Verarbeitung in elektronischen Medien

E-Mail: info@stephenson.de

Internet: www.stephenson.de

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Ein großes erotisches Verlagsprogramm erwartet Sie dort.

eISBN 97838798609846

NACKT UND LIEBESHUNGRIG

H. Gymnich

1. Kapitel

An meinem 35sten Geburtstag gab mein Mann mir zwei Geschenke: sich selbst — wie er breitlächelnd versicherte — und einen herrlichen Ring aus Weißgold, der einen kostbaren Diamanten trug.

Jetzt ist beides verloren.

Renee ist für immer gegangen, und der Diamant ruht tief unter den Wellen eines unruhigen Flusses, auf einem sicherlich sehr steinigen Grund, ein Spielzeug für die Fische, für den Sand, der ihn bald schon zudecken wird, ihn vielleicht noch einmal freigibt, ihn erneut zudeckt, um ihn schließlich festzuhalten bis in alle Ewigkeit.

Wer eigentlich bestimmte diesen Weg, den ich von dieser Stunde an gehen musste? Wer bestimmt überhaupt unsere Wege? Ist es das Schicksal, oder sind es die Menschen selbst, die sich mal weh tun, die sich mal lieben? Ich kann es nicht sagen. Wer überhaupt könnte darauf schon eine Antwort geben… ?

Ich weiß nur, dass aller Reichtum, all dieses protzige Getue, dieses funkelnde Gold, der Glanz der Perlen, der unglaublich schönen Diamanten, dass dies alles nichtig wurde in diesem Augenblick, als mir die wirkliche, die saubere, die gute Liebe wieder begegnete, als ich zwar ärmer wurde und doch wiederum so reich, so unendlich frei, so glücklich.

An diesem Tag jedoch, an meinem 35sten Geburtstag, da ahnte ich nicht, was das Schicksal für mich bereithielt, was es mir nehmen und schenken würde.

Der Diamant war wie eine Träne geformt. Ein großer Stein. Wenn ich ihn sehr nahe an die Augen hielt, konnte ich ganze Galerien funkelnder Kristallformen erblicken, die sich wie in einem Kaleidoskop ins Unendliche wiederholten. Und diese Kostbarkeit wurde von einem einfach gearbeiteten Platinring gehalten.

Minuten später schon legte ich allen übrigen Schmuck ab, außer meinem einfachen Ehering. Renee selbst streifte mir das funkelnde Juwel über den ausgestreckten Finger, beugte sich galant hinab und küsste beide.

Unsere Gäste ließen uns hochleben, applaudierten begeistert.

Die Damen umringten mich, in gewagten Kleidern mit fast obszön wirkenden tiefen Ausschnitten. Die Herren in dunklen Anzügen, sich lächelnd verneigend, nach meiner Hand greifend.

„Glückwunsch, gnädige Frau!"

„Atemberaubend, dieses Kleid, Maria!"

„Entzückend, wirklich entzückend!"

„Sie sehen darin viel jünger aus!"

Alles leere, nichtssagende Reden, die mich anwiderten. Mein Mann hüpfte um mich herum. Seine Augen strahlten. Sein Atem schlug heiß und alkoholdurchtränkt in mein Gesicht.

„Ich bin sehr stolz auf dich, Maria", keuchte er selig und versuchte, mich auf den Mund zu küssen.

„Nicht, wehrte ich ihn ab. „Man beobachtet uns.

„Ja… und? Meine Gegenwehr stachelte ihn auf. „Du bist meine Frau, und wir sind hier nicht in einer Kirche. Bist du etwa nicht zufrieden mit mir? Sagen dir meine Geschenke nicht zu? Sag mir’s!

„Doch, doch, erwiderte ich mit müder Stimme, es ist alles gut, alles ist gut."

Er strahlte mich mit seinen wässerigen Augen an, strich mit satter Zufriedenheit über den schweren Ring an meiner Hand. „Also glücklich, ja?" sagte er und kicherte dumm. Ich dachte an die einsamen Nächte, in denen ich wach lag, gequält von einer Sehnsucht, die meinen Leib zu verbrennen drohte.

Ich dachte an die plumpe Hand, die träge und desinteressiert über meinen Bauch fuhr, verharrte. Und ich hörte mich flüstern:

„Ja… bitte ja! Nun komm‘ doch!"

Die Antwort war ein brummiges Knurren, oft, fast immer. „Nicht jetzt, Schätzchen! Morgen erwartet mich ein anstrengender Tag. Die Geschäfte, verstehst du...? Gute Nacht!"

Der massige Leib neben mir wälzte sich herum, abweisend, endgültig. Und ich lag da mit wachen Augen, verzweifelt, allein, mit teuren Perlen, mit massiven Armbändern auf dem Nachttisch, direkt neben mir, genau wie mein Mann, kalt, ohne Leben, abweisend.

Meine Hand strich dann wie von selbst über die heiße, sehnsüchtige Haut, suchte und tastete. Und während sie tastete, sich rhythmisch bewegte, weinten meine Augen, weinten über die Einsamkeit, die auch vom ständig steigenden Luxus nicht verdrängt werden konnte.

„He, was ist mit dir?" Mein Mann stand vor mir, unsicher, auf stämmigen, massigen Beinen.

„Du bist die Königin hier, Maria! Verstecke dich nicht! Zeig‘ dich deinen Gästen!"

Ich öffnete den Mund zu einer Erwiderung, da stutzte ich. Dort vor mir, keine vier, fünf Schritte entfernt, stand eine junge Frau und sah mich an.

Ihre Augen brannten wie Feuer auf meiner Haut. Ich kannte diese Frau nicht, hatte sie nie gesehen. Sicherlich war sie einige Jahre jünger als ich, war schlank und hochgewachsen, mit einem herrlichen, lockigen Blondhaar, mit üppigen Brüsten und einem Kleid, das die weiblichen Formen erregend betonte.

Mein Mann folgte meinem Blick, grinste mich an und sagte: „Ach, du kennst Karin nicht? Verzeih‘, ich vergaß, euch beide vorzustellen. Komm!"

Er nahm meine Hand und führte mich auf die junge Frau zu, die uns mit glitzernden Augen entgegenstarrte. Ich hatte den Eindruck, als gälten die hungrigen Blicke nur mir, nur mir.

„Karin Delberg, sagte mein Mann zu mir, und die Frau, die sehr mädchenhaft wirkte, gab mir die Hand, hielt sie fest und lächelte. „Karin ist die Frau von Harry, einem Geschäftsfreund von mir.

Worte wurden gewechselt, ein Lächeln getauscht. „Sie haben eine sehr hübsche Frau, sagte Karin zu meinem Mann und sah mich dabei an: „Unverantwortlich von Ihnen, dass Sie sie bisher vor uns versteckt hielten. Ich finde, wir sollten das ändern, oder?

Ich verstand sofort. Mein Mann glotzte dumm. Mir schien, als sei er schon sehr betrunken.

„Ändern? lallte er. „Wie das?

„Ich geb‘ in der nächsten Woche ‚ne Party, zwitscherte Karin. „Ihr beide kommt doch, ja?

Mein Mann gab sich als König, weit obenstehend, viel beschäftigt, stolz, unentbehrlich.

„Ich bin nicht auf der Welt, um Partys zu feiern, sagte er theatralisch. „Ich habe mich um meine Geschäfte zu kümmern. Ich habe den Umsatz zu fördern, umherzureisen, zu suchen, zu kaufen, zu verkaufen.

Karin sah mich an, und ich sah Karin an.

„Sicher, sicher, nickte die junge Frau, nachsichtig und sanft, so als habe sie ein störrisches Kind vor sich. „Trotzdem sollten Sie Ihre junge, Ihre schöne Frau dabei nicht vergessen.

„Maria wird nicht vergessen, grollte mein Mann. „Nicht von mir! Ich erfülle ihr jeden Wunsch! Nichts fehlt ihr! Frag‘ sie doch!

Die junge Frau fragte nicht, nahm stattdessen meine Hand, zog mich fort und sagte über die Schulter hinweg:

„Wir beide plaudern ein wenig. Gespräche nur für Frauen, gewissermaßen. Wir dürfen doch?"

Mein Mann nickte gnädig, wedelte mit der Hand. Der Whisky in seinem Glas schwappte über.

Grinsend wandte er sich anderen Gästen zu, redete viel und ununterbrochen, lachte zu laut und zu hektisch.

„Kommen Sie!" Die junge Frau an meiner Seite führte mich auf die Terrasse, drückte mich in einen der herumstehenden Sessel.

Die Sonne ging unter, dort drüben, hinter den Tannen, die sich leise im Abendwind wiegten. Ein Hauch von würziger Frische kam zu uns herüber und streichelte uns, ließ uns tief und irgendwie befreit atmen.

Karin setzte sich dicht neben mich. Ihre Augen ruhten auf mir, erschienen mir mit einem Mal riesengroß, so lockend, so gefährlich.

Ich spürte, wie mein Herz zu klopfen begann, und ich konnte nicht sagen, warum das so war. Verlegen lachte ich auf.

„Schön hier, nicht wahr?" sagte ich mit belegter Stimme, deutete unbestimmt auf den vor uns liegenden Park, auf die gepflegten Wege, auf die Blumen, die da blühten, auf die Ziersträucher, die die ersten Schatten warfen.

„Ja, sagte die Frau an meiner Seite und legte ihre Hand auf die meine. „Alles sehr komfortabel. Sie entbehren wohl nichts, wie?

„Nein, sagte ich, „nein, ich entbehre nichts!

„Ihr Mann ist ein ungewöhnlich erfolgreicher Typ. Juwelier, nicht wahr? Diamanten-Import, Export, ja?"

„Ja, sagte ich. „Import! Export!

Die junge Frau sah mich aufmerksam an, dann lachte sie leise. Einer der eigens für diesen Tag bestellten Kellner betrat die Terrasse, verbeugte sich galant, lächelte und sagte:

„Was darf ich den Damen servieren?"

„Champagner, sagte Karin sofort und blickte mich fragend an. „Und Sie?

„Dasselbe! „

Der junge Mann kam bald schon zurück, stellte die langstieligen Gläser auf den Tisch, lächelte und gab mir einen langen, rätselhaften Blick, ehe er ging.

„Er mag Sie, sagte Karin und hob mir ihr Glas entgegen, fügte leise hinzu: „Kunststück! Wer mag Sie nicht?! Irritiert trank ich einen Schluck, spürte die Hand, die sich wieder auf die meine legte, sah in das schöne, exotische Gesicht, das von dem herrlichen, in einem erregenden Kontrast stehenden blonden Haar umrahmt wurde. „Wollen wir Freundinnen sein? flüsterte ein voller Mund an meinem Ohr. „Bitte!

Eine süße, willenlos machende Lähmung befiel mich. Mit aller Kraft versuchte ich, dieses drohende, undefinierbarem Gefühl, das da auf mich zukam, zu unterdrücken. Trotzdem flüsterte mein Mund gegen meinen Willen:

„Natürlich. Warum nicht?"

Ein Glas klirrte fein gegen das meine. Warme Lippen streiften meine Wange.

„Ich bin Karin!" gurrte die junge Frau.

„Ich bin Maria", lächelte ich verlegen.

Die Sonne war untergegangen. Der laue Sommerwind koste mein heißes Gesicht, fuhr in den Ausschnitt hinein und suchte meine Brüste. Ich schauderte zusammen.

Karin rückte dichter an mich heran. Ihr Arm legte sich um meine Taille.

„Wenn wir von nun ab Freundinnen sind, hörte ich das heisere Flüstern, „und wenn wir Brüderschaft trinken, dann müssen wir uns küssen.

„Küssen?" Ich saß starr da, irrsinnige Gefühle durchtobten meinen Leib, machten ihn matt und wie willenlos. Meine Gedanken rasten, wirbelten, konnten sich nicht konzentrieren.

Was geschah hier? Was geschah mit mir? Konnte ich so schnell, so gewaltig irgendeiner Versuchung, die auf mich zukam, erliegen?

Sehnte ich mich so sehr nach Zärtlichkeit, nach Wärme und Geborgenheit, dass ich mich sogar an der Seite einer Frau glücklich fühlte?

Wie im Rausch sank mein Kopf in den Nacken. Weich nahm mein Mund die Lippen auf, die sich auf die meinen legten. Ich spürte die flinke Zunge, die mit der meinen kämpfte, ganz kurz nur, aber doch bestimmt und fordernd.

Meine Augen öffneten sich weit, starrten hinauf in den Himmel, der ein dunkles Blau annahm. Die ersten Sterne glitzerten hoch da droben, so unendlich hoch, und so fern.

„Du bist nicht glücklich, nicht wahr? flüsterte Karin dicht neben mir. „Warum bist du nicht glücklich?

„Aber ich bin glücklich, hauchte ich abwesend. „Ich habe alles…

„Hör‘ auf damit! Die junge Frau bedrängte mich. Ihre Hand streichelte immerzu die meine, fuhr dann an meinem Arm hoch, zu den Schultern, zögerte, glitt dann zu meinem Ausschnitt hin, zu den vollen, halbnackten Brüsten. „Nicht, sagte ich schwach, „nicht, tu‘ das nicht! Augenblicklich glitt Karin von mir fort, setzte sich aufrecht hin, mit diesem kleinen, wissenden, rätselhaften Lächeln. „Du passt nicht zu diesem Mann, sagte sie nach einer Weile und trank ihr Glas leer.

Auch ich trank, lachte hastig und erwiderte:

„Zu wem passe ich denn sonst, deiner Meinung nach? „Zu der Liebe, sagte sie ernst. „Du gehörst dorthin, wo die Liebe ist, und die Zärtlichkeit."

Ich sagte nichts. Was hätte ich sagen sollen? Der Kellner kam und brachte neue Getränke, lächelte uns zu, lächelte mich an, blieb abwartend stehen.

Karin musterte ihn mit blitzenden Augen.

„Ist noch was?" fragte sie arrogant.

Der junge Mann zuckte zusammen. „Nein, nein", sagte er irritiert und verschwand.

Ich lachte. Ich fühlte mich mit einem Mal behaglich, geborgen, beschützt, bewacht, nicht mehr allein. Und mein Mund sagte, ehe meine Gedanken es verhindern konnten: „Mein Mann ist nie eifersüchtig."

„Eben. Er ist ein Trottel!"

„Er ist mein Mann!"

„Dein Mann? Ist er überhaupt ein Mann? Ist er nicht eher eine geschäftstüchtige Maschine, die stur die Bewegungen und Handlungen ausführt, die immer gleichbleibend sind, durch nichts abzulenken, durch nichts zu unterbrechen? Hast du darüber mal nachgedacht?"

Ich gab mein Versteckspiel auf. „Darüber brauche ich nicht nachzudenken", sagte ich.

„Es stimmt also, ja?"

„Ja, sagte ich, „ja, es stimmt!

Die junge Frau rückte wieder näher. Auch die Hand war wieder da, die mich streichelte, die mich umgarnte. „Liebst du ihn?" fragte Karin.

Ich sah in die lächelnden, glitzernden Augen. „Was ist Liebe?" flüsterte ich.

„Das Schönste auf dieser Welt, das Wunderbarste, das Sauberste. Liebe ist Glück, ist Erfüllung, ist eine innerliche Befreiung, ein Gelöst sein von aller Schwere, ist… " Ich weiß nicht, woher dieser eine Gedanke kam, der mich sagen ließ:

„Aber wer kann mir diese Liebe geben?"

Karin schien nicht überrascht, ihrem vollen, leichtgeöffneten Mund entrang sich ein tiefer Seufzer.

„Eine Frau, sagte dieser Mund. „Nur eine Frau kann dir diese Liebe geben.

„Eine Frau? tat ich überrascht, obwohl mein Herz wild trommelte. „Wieso eine Frau?

Sie lachte heiser, sah sich rasch um und drückte dann einen saugenden Kuss auf meinen halbentblößten Busen. Ihre Augen wurden ganz dunkel im aufsteigenden Verlangen. „So naiv bist du doch wohl nicht, oder?"

„In dieser Richtung hin doch, keuchte ich zurück. Diese Tatsache schien Karin vollends aus der Fassung zu bringen, schien sie anzustacheln bis zur Weißglut. „Ich muss dich haben, flüsterte sie erregt. „Wann?"

Wenn ich nicht in diesem Meer der widerstrebenden Gefühle versinken wollte, dann musste ich energisch werden.

„Du bist verrückt, sagte ich abwehrend. „Ich habe meinen Mann, und ich habe eine erwachsene Tochter.

„Ach! Die junge Frau schien überrascht. „Ihr habt eine Tochter? Das wusste ich nicht.

„Nicht wir, sondern ich habe eine Tochter, sagte ich. „Du? Aber wieso…

„Aus meiner ersten Ehe! Anja ist siebzehn."

„Siebzehn? Heute? Dann warst du damals achtzehn, ja? „Ja! sagte ich.

„Was ging schief?" forschte Karin neugierig.

„Dasselbe, was heute erneut schiefgeht."

„Nicht die große Liebe, wie?"

„Nicht die große Liebe", echote ich.

„Immer sind es die Männer, die die Schuld daran tragen, seufzte die junge Frau mit einem komisch wirkenden Gesichtsausdruck. „Nur die Männer.

„Das sollte man doch nicht so verallgemeinern, lachte ich. Verwunderte Blicke aus schönen Augen trafen mich. „Davon verstehst du nichts, wies mich Karin zurecht und setzte dann übergangslos hinzu:

„Wo ist deine Tochter?"

„In einem Schweizer Internat. Ich denke, wir holen sie bald schon zurück."

„Ja, ja." Karin sah nachdenklich vor sich hin, sah hinein in den dunklen Park, horchte dann wieder zum Haus hin, blickte durch die offenstehende Tür, in die grellen Lichter, auf die lachenden, schwatzenden Menschen, die sich trunken umarmten, sich wahllos küssten.

„Wie mich das alles ankotzt, flüsterte sie. „Dieses Getue, dieses Heucheln, dieses Sich-unbedingt-zur-Schau-stellen-Wollen. Scheißgesellschaft!

Ich saß still da und staunte diese junge Frau neben mir an. Sprachen aus ihr nicht dieselben Gefühle, dieselben Gedanken, die ich schon seit langem hegte?

Der aufkommende Abendwind kühlte mein erhitztes Gesicht. Ein plötzliches Frösteln ließ meinen Leib erschauern. „Ist dir kalt?" flüsterte Karin und legte fürsorglich einen Arm um mich.

Ich nickte stumm. Wann hatte man je so zu mir gesprochen? Und wann war das? Wer war es? War es mein Mann — oder ein Freund aus jungen Tagen, der irgendwann gegangen war?

Ich erinnerte mich nicht mehr. Ich wusste nur, dass ich mich jetzt, hier, in diesen Minuten, geborgen fühlte wie lange nicht mehr. Und ich wusste ebenso, dass dies der Anfang eines gefährlichen Spiels sein konnte.

Abrupt erhob ich mich, streifte die Hand von meinen Schultern und sagte:

„Laß uns hineingehen! Bestimmt erwartet man uns schon." Karin schien enttäuscht. Ihre Augen

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