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Der Bergpfarrer 445 – Heimatroman: Auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit

Der Bergpfarrer 445 – Heimatroman: Auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit

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Der Bergpfarrer 445 – Heimatroman: Auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit

Länge:
113 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 17, 2018
ISBN:
9783740928223
Format:
Buch

Beschreibung

Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 10 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Unter anderem gingen auch mehrere Spielfilme im ZDF mit Millionen Zuschauern daraus hervor.

Sein größtes Lebenswerk ist die Romanserie, die er geschaffen hat. Seit Jahrzehnten entwickelt er die Romanfigur, die ihm ans Herz gewachsen ist, kontinuierlich weiter. "Der Bergpfarrer" wurde nicht von ungefähr in zwei erfolgreichen TV-Spielfilmen im ZDF zur Hauptsendezeit ausgestrahlt mit jeweils 6 Millionen erreichten Zuschauern. Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen. In Spannungsreihen wie "Irrlicht" und "Gaslicht" erzählt er von überrealen Phänomenen, markiert er als Suchender Diesseits und Jenseits mit bewundernswerter Eleganz.
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 17, 2018
ISBN:
9783740928223
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Der Bergpfarrer 445 – Heimatroman - Toni Waidacher

Der Bergpfarrer

– 445–

Auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit

Geht Sonja den richtigen Weg?

Toni Waidacher

Es war mittags kurz vor zwölf Uhr, als Marion Trenker, die mit ihrem Mann Andreas die Pension Edelweiß betrieb, das weiße Sport-Coupé mit der rothaarigen Frau am Steuer vorfahren sah.

Sonja Leithner, die ab heute für drei Wochen hier wohnen wollte, war eingetroffen.

Marion rief nach ihrem Mann, und als dieser auf der Treppe zum Obergeschoss erschien, sagte sie: »Die Frau Leithner ist angekommen, Andy. Geh’ doch bitte hinaus und hilf ihr, das Gepäck hereinzutragen.«

Andreas kam die Treppe nach unten, er verzog das Gesicht. »Hoffentlich hat s’ net wieder so viele Taschen und Koffer dabei wie im vorigen Jahr. Ich bin mir vorgekommen wie ein Packesel.«

»Da musst du eben einmal öfter gehen«, versetzte die geborene Hamburgerin lächelnd. »Nur der Faule schleppt sich zu Tode. Den Spruch hab ich hier gelernt.«

»Ja, ja, ist ja schon gut.« Andreas hauchte Marion einen Kuss auf die Stirn, dann seufzte er: »Also beiß ich in den sauren Apfel. Sicher dauert es keine Viertelstunde, dann steht auch der Obwandner Lucki bei uns auf dem Teppich. Bin gespannt, ob er und die schöne Rechtsanwaltsgattin auch dieses Jahr wieder von früh bis spät zusammenhängen.«

»So viel ich weiß, hat sie den Lucki wieder als Fremden- und Bergführer gebucht.« Marions Brauen hoben sich. »Ich hab’ auch das Gefühl, dass die Frau Leithner den Lucki recht gern sieht.«

Draußen klappte eine Autotür.

»Ja, der Lucki hat’s ihr angetan«, gab Andreas zu und ging hinaus.

Als er aus der Haustür trat, kam ihm Sonja Leithner schon entgegen. Lachend rief sie: »Da bin ich! Grüß’ Sie Gott, Andreas. Was für ein herrlicher Tag. Wenn es die ganzen drei Wochen so bleibt, dann kann ich mich nicht beklagen.«

Andreas wusste, dass ihr Mann, Dr. Manfred Leithner, in Erlangen eine große Rechtsanwaltskanzlei betrieb. »Grüß Sie, Frau Leithner«, erwiderte er ihren Gruß und grinste. »Wenn Engel reisen ist das Wetter immer schön. Also schätz’ ich mal, dass es sich in den nächsten drei Wochen net ändert.«

»Sie sind immer noch derselbe Charmeur wie vor einem Jahr«, lachte Sonja Leithner.

»Wie war die Fahrt von Erlangen her? Recht stressig?«

Sie schüttelte lächelnd den Kopf. »Keine Staus, kein Stress. Ich bin gut vorangekommen. Kümmern Sie sich um mein Gepäck, Andreas? Ich denke, den Rest erledigt Ihre Frau.«

»Ja, geh’n S’ nur hinein. Die Marion finden S’ an der Rezeption. Sie hat Sie schon kommen sehen. Als wir gehört haben, dass Sie wieder Ihren Urlaub bei uns verbringen wollen, haben wir uns sehr gefreut.«

»Und es ist ganz sicher nicht mein letzter Urlaub, den ich in St. Johann verbringen werde.« Sie gab Andreas die Autoschlüssel, ging an ihm vorbei und betrat die Pension. »Grüß Sie, Marion!«

»Willkommen in St. Johann, Frau Leithner«, rief Marion erfreut. »Schön, dass Sie wieder bei uns Ihren Urlaub verbringen. Ihr Zimmer ist fertig, Sie können’s also sofort beziehen. Ich hab’ Ihnen wieder die Nummer drei gegeben. Da haben S’ schon im vorigen Jahr gewohnt.«

»Sehr schön. Mein Mann kommt vielleicht auch für zwei oder drei Tage her. Länger, meint er, kommt die Kanzlei ohne ihn nicht aus.« Sonja seufzte. »Für ihn gibt es nichts Wichtigeres als seine Kanzlei. Aber er kann eben nicht aus seiner Haut. Und ich habe es mir abgewöhnt, ihm beibringen zu wollen, dass man eigentlich nicht lebt, um zu arbeiten, sondern dass man arbeitet, um zu leben. Er ist ein Workaholic, und ich denke, dass es auf dieser Welt nichts gibt, das ihn ändern könnte.«

»Ja, solche Leut’ gibt’s«, versetzte Marion und reichte ihr den Zimmerschlüssel. »Aber einmal wird Ihr Mann auch kürzertreten müssen. So weit ich weiß, ist er ja auch schon über vierzig. Und irgendwann fordert das Alter seinen Tribut.«

»Bis es so weit ist, schätze ich, ist das Leben an meinem Mann vorbeigegangen«, seufzte sie und es klang bitter. »Aber da kann man nichts machen. Und beklagen darf ich mich eigentlich nicht, denn mir bietet er ein Leben, in dem ich nichts entbehren muss – außer meinem Mann.« Sie lachte etwas gekünstelt auf.

»Ich wünsche Ihnen jedenfalls eine schöne Zeit bei uns, Frau Leithner«, sagte Marion, und flüchtete sich in ein unsicheres Lächeln. »Der Andreas bringt Ihr Gepäck hinauf. Sollten Sie irgendetwas zu beanstanden oder irgendwelche Wünsche haben, wenden Sie sich einfach an mich oder den Andreas.«

»Vielen Dank, Marion.« Sonja stieg die Treppe hinauf und begab sich in ihr Zimmer. Alles war sauber und es roch frisch. Sie öffnete die Balkontür und trat hinaus. Die Bergwelt, die das Wachnertal einschloss, dieses Panorama, das sie noch vom Urlaub im vergangenen Jahr in sehr guter Erinnerung hatte, kam ihr auch heute wieder überwältigend schön vor. Wie sehr hatte sie den Tag herbeigesehnt, an dem sie all diese Herrlichkeit wieder genießen konnte.

Aber es war nicht nur die Gegend, die sie auch in diesem Jahr wieder hierhergezogen hatte. Sie nahm ihr Mobiltelefon aus der Handtasche, wählte, und eine männliche Stimme meldete sich nach dreimaligem Läuten: »Obwandner.«

»Hallo, Ludwig, ich bin es, die Sonja. Ich bin eingetroffen und habe bereits mein Zimmer in der Pension Edelweiß bezogen.«

Sie hörte im Zimmer etwas rumoren. Es konnte nur Andreas Trenker mit ihrem Gepäck sein. Da hörte sie ihn auch schon rufen: »Ich hab’ alles heraufgeschafft, Frau Leithner.«

»Danke!«, rief Sonja und ließ für einen Moment die Hand mit dem Telefon sinken, dann wandte sie sich wieder dem Gespräch zu. »Ich freu mich auf dich. Ja, komm her. Du kannst mir helfen, mein Zeug einzuräumen, und dann können wir gleich ein wenig spazieren gehen.«

»Ich bin in einer Viertelstunde bei dir«, versprach Ludwig Obwandner, der sein Brot als Fremden- und Bergführer verdiente. »Und – glaub mir, Sonja, die Freud’ ist ganz meinerseits.«

*

Ludwig ›Lucki‹ Obwandner rieb sich die Hände und grinste in sich hinein. Für die nächsten drei Wochen hast ausgesorgt, Lucki, sagte er sich. Die Sonja ist verdammt großzügig, und je mehr ich um sie herumscharwenzel, umso lockerer sitzt bei ihr der Euro.

Er verließ die kleine Wohnung, die er zusammen mit seiner Lebensgefährtin, Katharina Messmer, und ihrem gemeinsamen vierjährigen Sohn auf dem Gschwandtnerhof, auf dem die Katharina als Hauswirtschafterin arbeitete, bewohnte.

»Wo gehst du denn hin?«, rief ihm Katharina zu, als er über den Hof schritt. Sie stand am Küchenfenster des Bauernhauses, dessen Fensterbänke und Balkone mit einer bunten Blumenpracht geschmückt waren. Auf ihrem Arm saß Xaverl, der vierjährige Bub, der seinem Vater fröhlich zuwinkte.

»Ich muss geschäftlich in den Ort hinein«, antwortete Ludwig, ohne anzuhalten. »Wann ich zurückkehr’, weiß ich noch net. Ich denk’ es wird Abend.« Er beschleunigte seine Schritte und schaute nicht mehr zurück.

Mit schwermütigem Blick und versteinertem Gesichtsausdruck schaute ihm Kathy nach. Sie war neunundzwanzig Jahre alt, hatte blonde Haare und eine etwas dralle Figur. Ihr Gesicht bestach nicht so sehr durch seine Gleichmäßigkeit, sondern viel mehr durch seine Fraulichkeit. Ihr Blick war offen und ehrlich, was ihr etwas Sympathisches, etwas Einnehmendes verlieh.

Die Gschwandtnerbäuerin, eine Frau um die fünfzig, mit grauen Haaren und einem hageren Gesicht, die sich zufällig auch in der Küche aufhielt, sagte: »Wie du’s nur aushältst mit dem Hallodri. Seit der Bub auf der Welt ist, verspricht er, dich zu heiraten. Aber was tut er? Den Urlauberinnen macht er schöne Augen. Und von einer vernünftigen Arbeit hält er auch nix. Mit dem, was er verdient, könnt’ er dich und den Xaver net mal ernähren.«

Kathys Gesicht nahm einen schmerzlichen Ausdruck an. »Ich weiß ja selber, dass er mich hinhält. Alles, was du sagst, stimmt, Bäuerin. Aber ich mag ihn einfach, ich kann ihm net bös’ sein, und irgendwann wird er mich schon heiraten. Mit dem, was er als Bergführer verdient, und mit meinem Lohn packen wir’s schon. Und Kindergeld krieg’ ich ja auch fürs Xaverl.«

»Du bist viel zu gutmütig für den Bazi. Aber irgendwann wirst von selbst dahinterkommen, dass er dich nur ausnutzt. Hoffentlich ist’s dann net zu spät.«

Kathy hatte sich abgewandt, den kleinen Xaver zum Tisch getragen und ihn auf einen Stuhl gesetzt. Nun trat sie an den Ofen heran,

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