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Sophienlust 259 – Familienroman: Der unerwünschte Stiefsohn

Sophienlust 259 – Familienroman: Der unerwünschte Stiefsohn

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Sophienlust 259 – Familienroman: Der unerwünschte Stiefsohn

Länge:
119 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 17, 2018
ISBN:
9783740928339
Format:
Buch

Beschreibung

Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren: Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, das Kinderheim Sophienlust gehören wird.

Henrik von Schoenecker gab seinem älteren Halbbruder Dominik einen Rippenstoß. "Hast du das gehört. Nick?"


"Ich bin ja nicht taub. Hör auf, mich dauernd anzurempeln, und sei ruhig, sonst verstehen wir nichts." Nick presste sein Ohr wieder an das harte Eichenholz der Wohnzimmertür auf Gut Schoeneich.


"Hörst du etwas, Nick?"


"Nein, jetzt haben sie aufgehört zu reden, ich …"


Nick stockte und taumelte, weil die Tür plötzlich nachgab. In der geöffneten Tür stand Denise von Schoenecker und musterte ihre beiden Söhne mit einer Miene, die ausdrückte: Das habe ich mir gedacht. Sie versuchte streng zu bleiben, was ihr bei den verdutzten Gesichtern der beiden Jungen aber nicht gelang.


"Habt ihr alles gehört?"


"Gar nichts", versicherte Henrik treuherzig. "Wirklich, Mutti, ihr habt viel zu leise gesprochen."


Da musste sogar Alexander von Schoenecker lachen. "Also, kommt schon herein!"


Das ließen sich Nick und Henrik nicht zweimal sagen.


"Wie viel habt ihr gehört?", verlangte der Vater zu wissen.


"Nicht viel", sagte Nick. "Nur, dass Mutti in Frankfurt eine alte Bekannte getroffen hat, dass diese Bekannte jetzt mit einem Italiener verheiratet ist und in Südtirol eine Pension hat."


Henrik fügte hinzu: "Und dass sie uns alle eingeladen hat."


"Also wisst ihr schon alles", seufzte Alexander. "Es sollte eine Weihnachtsüberraschung für die Kinder werden."


"Wir verraten kein Wort, Vati." Nick war sogar bereit, das mit großem Ehrenwort zu beschwören. Schon wollte er die Hand heben, doch Alexander von Schoenecker winkte ab.


"Besten Dank! Eure Schwüre kenne ich. Heute großes Ehrenwort – und morgen weiß es ganz Sophienlust." Er schaute dabei Henrik an. "Außerdem ist noch nichts entschieden. Eure Mutter
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 17, 2018
ISBN:
9783740928339
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Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Sophienlust 259 – Familienroman

Titel in dieser Serie (309)

Buchvorschau

Sophienlust 259 – Familienroman - Bettina Clausen

Sophienlust

– 259 –

Der unerwünschte Stiefsohn

Warum Rolf sich einsam fühlte

Bettina Clausen

Henrik von Schoenecker gab seinem älteren Halbbruder Dominik einen Rippenstoß. »Hast du das gehört. Nick?«

»Ich bin ja nicht taub. Hör auf, mich dauernd anzurempeln, und sei ruhig, sonst verstehen wir nichts.« Nick presste sein Ohr wieder an das harte Eichenholz der Wohnzimmertür auf Gut Schoeneich.

»Hörst du etwas, Nick?«

»Nein, jetzt haben sie aufgehört zu reden, ich …«

Nick stockte und taumelte, weil die Tür plötzlich nachgab. In der geöffneten Tür stand Denise von Schoenecker und musterte ihre beiden Söhne mit einer Miene, die ausdrückte: Das habe ich mir gedacht. Sie versuchte streng zu bleiben, was ihr bei den verdutzten Gesichtern der beiden Jungen aber nicht gelang.

»Habt ihr alles gehört?«

»Gar nichts«, versicherte Henrik treuherzig. »Wirklich, Mutti, ihr habt viel zu leise gesprochen.«

Da musste sogar Alexander von Schoenecker lachen. »Also, kommt schon herein!«

Das ließen sich Nick und Henrik nicht zweimal sagen.

»Wie viel habt ihr gehört?«, verlangte der Vater zu wissen.

»Nicht viel«, sagte Nick. »Nur, dass Mutti in Frankfurt eine alte Bekannte getroffen hat, dass diese Bekannte jetzt mit einem Italiener verheiratet ist und in Südtirol eine Pension hat.«

Henrik fügte hinzu: »Und dass sie uns alle eingeladen hat.«

»Also wisst ihr schon alles«, seufzte Alexander. »Es sollte eine Weihnachtsüberraschung für die Kinder werden.«

»Wir verraten kein Wort, Vati.« Nick war sogar bereit, das mit großem Ehrenwort zu beschwören. Schon wollte er die Hand heben, doch Alexander von Schoenecker winkte ab.

»Besten Dank! Eure Schwüre kenne ich. Heute großes Ehrenwort – und morgen weiß es ganz Sophienlust.« Er schaute dabei Henrik an. »Außerdem ist noch nichts entschieden. Eure Mutter und ich haben nur über die Möglichkeit gesprochen.«

»Toll wäre das schon«, meinte Nick. »Einen gemeinsamen Skiurlaub haben wir noch nie gemacht.«

»Alle könnten Ski fahren lernen!« Henrik turnte auf der Sessellehne. Ein Blick von seinem Vater jagte ihn wieder herunter.

Nick dachte an die praktische Seite: »Würdest du alle Kinder mitfahren lassen, Mutti? Könnten wir überhaupt alle in der Pension von deiner Bekannten wohnen?«

»Zu viele Fragen, die ich selbst noch nicht beantworten kann. Geht jetzt ins Bett und lasst mich mit Vati allein.«

Nick stand auf. »Komm, Kleiner.«

»Du sollst mich nicht immer Kleiner nennen«, maulte Henrik und lief neben Nick her bis in dessen Zimmer.

»He!« Auf der Schwelle blieb Nick stehen. »Du schläfst nebenan.«

»Weiß ich, aber ich kann jetzt nicht schlafen. Sag mal, Nick, glaubst du, es wird was?«

»Keine Ahnung.« Nick zuckte mit den Schultern. »Aber so ein richtiger Skiurlaub wäre schon toll.«

Das fand Henrik auch. Er setzte sich auf Nicks Bett.

»Hör mal, das ist mein Bett, und ich will mich jetzt hineinlegen.« Nick schlug die Decke zurück und scheuchte Henrik auf.

Der schüttelte missbilligend den Kopf. »Wie du jetzt bloß schlafen kannst. Ich bin viel zu aufgeregt, um überhaupt die Augen zuzukriegen.«

»Versuche es«, riet Nick seinem Halbbruder. Gleich darauf legte er sich mit einem Buch ins Bett. Aber auch seine Gedanken irrten ab. Immer wieder musste er an den Skiurlaub denken. Das wäre die tollste Weihnachtsüberraschung, die wir je hatten, dachte er. Er sah schneebedeckte Berge, einen strahlend blauen Himmel, Sonne. Schließlich stand er leise auf und holte seinen Atlas. Im Schein der Nachttischlampe suchte er die Dolomiten und stellte fest, wie viele Täler und Orte es da gab. Er hatte jedoch vergessen, seine Mutter nach dem Namen der Stadt oder des Dorfes zu fragen, in dem sie wohnen sollten, und nahm sich vor, das am nächsten Morgen nachzuholen.

*

Als Henrik am Morgen die Augen öffnete, erschrak er: Hatte er den Wecker überhört? Nein, es waren ja Ferien. Ferien!

Henrik sprang aus dem Bett und lief zum Fenster. Oben an der Dachrinne hingen winzige Eiszapfen. Auf den Bäumen und dem Dach der Nebengebäude lag eine gleichmäßige weiße Decke. Es hatte in der Nacht wieder geschneit.

Barfuß lief Henrik aus seinem Zimmer und hinüber zu Nick. Ganz vorsichtig drückte er die Klinke herab und steckte den Kopf in Nicks Zimmer. »Schläfst du noch?«

»Wenn ja, dann hättest du mich jetzt geweckt.« Nick klappte sein Buch zu.

»Es hat wieder geschneit.« Henrik lief zum Fenster. »Schau hinaus.«

»Ich habe es schon gesehen.« Langsam stieg Nick aus dem Bett und streckte sich. »Wie spät ist es?«

»Keine Ahnung.« Henrik kletterte auf die Fensterbank und stellte fest, vor Nicks Fenster hingen keine Eiszapfen. Komisch! »Gehst du zuerst ins Bad?«

»Ja.« Nick verschwand, und Henrik beugte sich über den Atlas seines Halbbruders. Norditalien war darin aufgeschlagen. Aber das war ja so groß.

Als Nick wiederkam, fragte Henrik: »Wo wohnt eigentlich Muttis Bekannte?«

»Keine Ahnung. Irgendwo in Südtirol.«

»Ich denke, in Italien?«

»Das ist doch dasselbe«, sagte Nick ungeduldig.

»Wieso ist es dasselbe?«

»Heiliger Bimbam!« Nick setzte sich. Während er seine Haare trockenfrottierte, erklärte er: »Früher war es eben Tirol, Südtirol. Jetzt gehört es zu Italien, aber man sagt trotzdem noch Südtirol.«

»Reden die dort italienisch?«

»Klar, aber sie verstehen auch deutsch.« Nick fuhr sich durchs Haar, das halbwegs trocken war. Er stand auf. »Ich gehe jetzt frühstücken.«

»Warte auf mich«, rief Henrik und flitzte ins Bad. Aus seiner morgendlichen Reinigung wurde eine Katzenwäsche, und nur zehn Minuten später saß er am Frühstückstisch.

»Ich habe noch keinen Entschluss gefasst«, sagte Denise lächelnd, als sie den fragenden Blicken ihrer Söhne begegnete.

Nick wollte wissen, wo Denises Bekannte lebe.

»Im Val Gardena, auf deutsch Grödener Tal. Der Ort heißt Wolkenstein oder Selva auf italienisch.«

»Warst du schon einmal dort, Mutti?«, fragte Henrik.

»Ich bin vor Jahren einmal durch das Grödener Tal gefahren. Es liegt mitten in den Dolomiten. Eine wunderschöne Landschaft, die ich im Winter allerdings auch noch nicht kenne.«

»Lass uns hinfahren«, bettelte Henrik.

»Mit einem ganzen Kinderheim zu verreisen ist keine Kleinigkeit. Das erfordert gründliche Planung, und dafür ist die Zeit eigentlich ein bisschen zu kurz. In wenigen Tagen ist schon Weihnachten.« Denise schaute nachdenklich zum Fenster. Sobald Henrik und Nick das Haus verlassen hatten, telefonierte sie mit ihrer Bekannten in Italien.

*

In der Halle des Kinderheims Sophienlust stand eine zwei Meter hohe Blautanne, von den Kindern selbst geschmückt. Unter dem Baum lagen Weihnachtspäckchen in allen Größen und Formen, mit kleinen Anhängern, auf denen die Namen standen. Beschert wurde am Heiligen Abend um zwanzig Uhr. Dazu kamen auch Denise und Alexander von Schoenecker nach Sophienlust. Sie aßen gemeinsam mit den Kindern und sangen mit ihnen Weihnachtslieder. Sieben Kinder trugen ein Krippenspiel vor, das sie unter Wolfgang Rennerts Leitung einstudiert hatten.

Else Rennert, die Heimleiterin, war mit den kleineren Kindern schon nachmittags zur Christvesper gegangen. Die Älteren durften mit Denise und Alexander von Schoenecker die Christmette um Mitternacht besuchen.

Natürlich war die Bescherung der Höhepunkt des Abends. Denise von Schoenecker hatte für jedes Kind ein Geschenk vorbereitet, und auch für die Erwachsenen von Sophienlust lagen Päckchen unter dem Tannenbaum. Dazu kamen noch die kleinen, oft selbst gebastelten Geschenke, die sich die Kinder gegenseitig machten.

»Für Nick von Pünktchen«, las Denise laut und reichte Dominik ein winziges Päckchen.

»Mach es auf«, drängte Henrik, der seine Neugier kaum zügeln konnte.

»Entschuldige, aber das ist mein Geschenk.« Nick legte das Päckchen beiseite.

Pünktchen, die unter den vielen Blicken schon verlegen geworden war, atmete erleichtert auf. Es war ein ganz persönliches Geschenk. Deshalb wollte sie, dass Nick es allein aufmachte.

Heidi, die Jüngste unter den Kindern des Heimes, hatte für Denise von

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