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Roman-Paket Wilder Westen: 13 Top Western Juli 2018

Roman-Paket Wilder Westen: 13 Top Western Juli 2018

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Roman-Paket Wilder Westen: 13 Top Western Juli 2018

Länge:
1.699 Seiten
20 Stunden
Freigegeben:
7. Sept. 2019
ISBN:
9781386214830
Format:
Buch

Beschreibung

Roman-Paket Wilder Westen: 13 Top Western Juli 2018

von Alfred Bekker & Pete Hackett & Heinz Squarra

Der Umfang dieses Buchs entspricht 1258 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält diese Western:

Heinz Squarra: Green River Fehde

Alfred Bekker: Die Rückkehr des Leslie Morgan

Alfred Bekker: Sonora-Geier

Alfred Bekker: Das harte Dutzend

Alfred Bekker: Farley und die Rancherin

Peter Hackett: Die Wölfe von Wildorado

Peter Hackett: Blutbad am Tierra Blanca Creek

Peter Hackett: Höllentrail nach Oklahoma

Peter Hackett: Als Howard seine Wölfe schickte

Peter Hackett: Wider das Gesetz

Peter Hackett: Wehe, wenn Humphrey stirbt

Peter Hackett: Wir und die Maskenmänner

Peter Hackett: Sein Gesetz war aus Pulver und Blei

Matt und Tate wollen eigentlich in die Berge, um ihre geheime Goldader auszuräumen, doch unterwegs treffen sie auf irische Holzfäller, die sie für Marshals der Eisenbahn halten. Als die Gruppe von Indianern überfallen wird, die eines der Mädchen aus dem Camp haben wollen, eskaliert die Lage. Endlich glauben die Holzfäller, dass bei den beiden Männern Gold zu holen ist, aber die Gier sorgt dafür, dass es zu einer blutigen Auseinandersetzung kommt.

Freigegeben:
7. Sept. 2019
ISBN:
9781386214830
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


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Roman-Paket Wilder Westen - Alfred Bekker

Roman-Paket Wilder Westen: 13 Top Western Juli 2018

von Alfred Bekker & Pete Hackett & Heinz Squarra

Der Umfang dieses Buchs entspricht 1258 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält diese Western:

Heinz Squarra: Green River Fehde

Alfred Bekker: Die Rückkehr des Leslie Morgan

Alfred Bekker: Sonora-Geier

Alfred Bekker: Das harte Dutzend

Alfred Bekker: Farley und die Rancherin

Peter Hackett: Die Wölfe von Wildorado

Peter Hackett: Blutbad am Tierra Blanca Creek

Peter Hackett: Höllentrail nach Oklahoma

Peter Hackett: Als Howard seine Wölfe schickte

Peter Hackett: Wider das Gesetz

Peter Hackett: Wehe, wenn Humphrey stirbt

Peter Hackett: Wir und die Maskenmänner

Peter Hackett: Sein Gesetz war aus Pulver und Blei

MATT UND TATE WOLLEN eigentlich in die Berge, um ihre geheime Goldader auszuräumen, doch unterwegs treffen sie auf irische Holzfäller, die sie für Marshals der Eisenbahn halten. Als die Gruppe von Indianern überfallen wird, die eines der Mädchen aus dem Camp haben wollen, eskaliert die Lage. Endlich glauben die Holzfäller, dass bei den beiden Männern Gold zu holen ist, aber die Gier sorgt dafür, dass es zu einer blutigen Auseinandersetzung kommt.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Authors /Cover Tony Masero

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Green River Fehde

Western von Heinz Squarra

Der Umfang dieses Buchs entspricht 166 Taschenbuchseiten.

Matt und Tate wollen eigentlich in die Berge, um ihre geheime Goldader auszuräumen, doch unterwegs treffen sie auf irische Holzfäller, die sie für Marshals der Eisenbahn halten. Als die Gruppe von Indianern überfallen wird, die eines der Mädchen aus dem Camp haben wollen, eskaliert die Lage. Endlich glauben die Holzfäller, dass bei den beiden Männern Gold zu holen ist, aber die Gier sorgt dafür, dass es zu einer blutigen Auseinandersetzung kommt.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© Cover: Tony Masero, 2018

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Dort, wo der Green River aus den dunklen Wäldern Wyomings kommt, glitzerte der Schmelzwasser führende Fluss im kalten Licht des Mondes. Rauschend wälzten sich die Wassermassen durch das breite Bett nach Süden, der ersten großen Biegung im Flachland entgegen, an der sich ein paar Baumstämme am Ufer derart verkeilt hatten, dass sie die Strömung nicht weiter mitnehmen konnte.

Aus dem Dunkel des Waldes drang das klagende Bellen eines Wolfsrudels und näherte sich schnell dem schwarzen Saum, der wie eine riesige Mauer vor der nächtlichen Prärie stand.

Auf einmal trieb der Körper eines Menschen aus dem Dunkel, wurde vom kalten Mondlicht erfasst, auf einem Strudel einmal um die eigene Achse gedreht und dann weitergetragen. Der Körper trieb mit dem Gesicht nach unten in den Fluten, Arme und Beine ausgebreitet, gerade als hätte er versucht, zu fliegen. Er erreichte die Biegung, trieb haarscharf an den verkeilten Baumstämmen vorbei und immer weiter weg von der Waldgrenze.

In der nächsten Minute tauchte das Wolfsrudel auf, brach aus dem Wald, hielt und heulte den Mond an. Bald aber liefen die struppigen Tiere weiter, am Ufer entlang den Fluss hinunter, einmal schneller, dann langsamer, stets witternd.

Vor ihnen her trieb die Leiche im Wasser, erreichte nach zwei Meilen die nächste Biegung und wurde von der Strömung ans Ufer getragen. Der Körper lag jetzt auf einem flachen Sandstreifen. Die Beine des Toten trieben noch im Wasser, bewegten sich rhythmisch auf den Wellen und zogen den Oberkörper Zoll um Zoll wieder vom flachen Sandstrand herunter. Ehe die Strömung die Leiche jedoch erneut mitnehmen konnte, war das schaurig kläffende Rudel zur Stelle. Das wilde Gebell verklang. Scheu zuerst näherten sich die Wölfe der Leiche. Sie zuckten jedes Mal zurück, wenn sie von den Wellen bewegt wurde. Aber noch bevor sie ganz in die Strömung rutschte, schnappte der erste Wolf zu. Seine großen Reißzähne gruben sich in den Körper. Er wurde völlig auf den Uferstreifen gezerrt und die Tiere fielen über ihn her. Etwas rollte aus einer Tasche, blieb im Sand liegen und glitzerte silbern, viel heller noch als das schäumende Wasser, im kalten Mondlicht. Ein Wolf schnupperte daran, mischte sich aber dann unter das Rudel, das die Leiche zerfetzte.

Unbeachtet blieb der blitzende Silberstern im feuchten Sand am Ufer liegen. Er blinkte im kalten Mondlicht, das ihn so hell anstrahlte, dass die Gravierung in seiner Mitte sichtbar wurde: „U. P. Railroad."

2

Gleißendes Sonnenlicht lag über der weiten Wyoming-Prärie. Der heiße Lufthauch, der von Süden kam, bewegte die Spitzen der hohen Büffelgrasnaben und ließ sie leise rascheln, aber die dünnen Geräusche gingen im Rauschen des Flusses unter. Vor dem breiten Waldgürtel im Norden flimmerte es in der Luft, so dass es schien, als würden die riesigen Douglasfichten zittern.

Ein flacher, mit einer Plane abgedeckter Wagen, vor den zwei Pferde gespannt waren, rumpelte langsam von Süden herauf. Eine lange Staubfahne hing hinter dem Gefährt in der Luft und glitzerte im grellen Sonnenlicht, als wären es Millionen und Milliarden von Kristallen, die vom Boden aufgewirbelt wurden. Neben dem Wagen, auf dessen Bock ein Mann saß, ritt ein Reiter, dessen Blick am Knick des Flusses über das Wasser und den Uferstreifen wanderte. Es war ein großer, kräftig wirkender Mann, dem dunkles Haar unter dem verstaubten und verschwitzten Hut hervorquoll, ein Mann mit blitzenden, wachsamen Augen, noch nicht ganz dreißig Jahre alt.

Jäh zügelte der Mann sein Pferd, als er das Blitzen im Sonnenlicht sah und ein paar gebleichte Knochenreste erkannte. Er sprang aus dem Sattel, näherte sich dem Sandstreifen langsam und ging in die Hocke.

„Das musst du dir ansehen, Matt", murmelte der Mann.

Matt Conroy hatte die beiden Wagenpferde gezügelt, schlang die langen Zügelenden um den Bremshebel und stieg vom Wagen. Matt war so groß wie sein Partner, dunkelblond, breitschultrig, mit einem hageren Gesicht und steingrauen Augen.

„Ich wette, hier hat vor ein paar Wochen ein Mann gelegen, sagte Tate Fiddler. „Ein Marshal der Eisenbahngesellschaft, für die General Casement Schienen in die Prärie legt. Sieh dir nur mal an, was die Wölfe hier von einem Mann übrig lassen! Fiddler schüttelte den Kopf und rieb sich mit der Faust am Kinn entlang, während er sich langsam wieder aufrichtete.

Matt Conroy blieb so stehen, dass sein Schatten auf den Stern fiel. Er sah die Reste der Gebeine, den halben Schädelknochen, ein paar zerfetzte Lumpen und zwei Bleikugeln. „Den hat der Fluss aus dem Norden gebracht", sagte er heiser.

Tate Fiddler bückte sich wieder, nahm den Stern und rieb ihn an seiner schwarzen Spielerjacke blank. Dann richtete er sich auf, steckte den Stern an die Jacke und begann zu grinsen. „Passt der zu mir?", wollte er wissen.

„Wie die Faust aufs Auge", sagte Matt.

„Wieso denn? Die Marshals der Eisenbahn sind eiskalte Revolvermänner und leben nach Casements Gesetz. Gut ist nur, was der Eisenbahn dient. Was der Eisenbahn nicht dient, wird aus dem Wege geräumt. Die sind schlechter, als ich in meinem ganzen Leben sein kann. Tate löste den Stern wieder von seiner Jacke und steckte ihn in die Tasche. „Vielleicht kann ich ihn irgendwann mal gebrauchen. Er bückte sich abermals, nahm eine der Kugeln in die Hand und ließ sie durch die Finger gleiten.

„Wenn er eine Waffe oder eine Patrone gehabt hätte, müsste sie auch noch hier liegen", erklärte Matt Conroy.

„Dem wurde alles abgenommen. Dann hat ihn jemand erschossen. Und dann wurde er in den Fluss geworfen. Irgendwo im Norden. Wahrscheinlich von den Cheyennes."

„Die aus Revolvern schießen", sagte Matt gedehnt.

Fiddler betrachtete die Kugel noch einmal, dann ließ er sie fallen. „Was geht es uns an." Er wandte sich ab, ging zu seinem Pferde und schwang sich in den Sattel.

Matt Conroy folgte ihm und kletterte auf den Bock des Wagens. „Komisch ist es trotzdem. Wenn wir in Green River richtig gehört haben, gibt es hier eine Horde irischer Holzfäller. Aber die arbeiten auch für die Eisenbahn."

„Wenn du in Green River richtig zugehört hast, dann kann dir nicht entgangen sein, dass die Stadt von Cheyennes angegriffen wurde, erwiderte Tate Fiddler. „Und dass die Indianer Winchestergewehre hatten. Es wäre doch kein Wunder, wenn die Gesellschaft einen Marshal losschickte, der herausfinden soll, woher die Indianer die Gewehre haben. Und der Marshal kann schließlich an Leute geraten sein, die ihr Geheimnis für sich behalten wollen. Matt knallte mit der Peitsche. Rumpelnd setzte sich das Gefährt wieder in Bewegung.

Tate Fiddler ritt neben dem Wagen her. „Der Angriff soll vor sieben Wochen gewesen sein. Wenn der Marshal dann bald losgeritten ist, hatte er noch zwei bis drei Wochen Zeit bis zu seinem Ende."

„Ja ja", sagte Matt und knallte wieder mit der Peitsche.

„Interessiert es dich wirklich nicht?"

„Seit wann interessieren dich denn die Revolvermarshals der Eisenbahn, Tate?"

Fiddler grinste dünn. „Seit ihre silbernen Sterne an Flussläufen liegenbleiben."

Langsam rollte der Wagen der dunklen Waldgrenze entgegen. Dahinter in der Ferne waren kahle graue Felsen zu sehen.

Plötzlich ließ das Krachen einer Explosion die Pferde scheuen. Tate griff nach seinem Gewehr und zog es mit einem Ruck aus dem Scabbard, um es mit einer schlenkernden Handbewegung zu repetieren.

Aber da sahen sie schon das von einer Wasserfontäne begleitete Holz, das mit Feuer und Rauch in die Luft geschleudert wurde, zurückfiel und hinter dem hohen Büffelgras verschwand. Der Rauch breitete sich aus und wurde durchsichtiger.

Sie hatten die Pferde pariert und blickten nach Norden.

„Das war am Knick vor dem Wald, sagte Tate. „Offenbar die irischen Feuerteufel, die verklemmtes Holz sprengen.

Matt trieb die Pferde wieder an.

In der Ferne zerflatterte der Pulverrauch über den hohen Wipfeln der Bäume.

Fiddler ritt neben dem Wagen her, öffnete den Unterhebel des Gewehres, drückte die Patrone ins Röhrenmagazin zurück und schloss die Waffe, um sie ins Sattelfutteral zu schieben.

Nach zehn Minuten konnten sie ein paar Männer sehen, die am Knick des Green River auf verkeiltes Holz einschlugen. Als sich Stämme lösten, fiel ein Mann ins Wasser und paddelte hastig wieder zum Ufer.

Sie waren schon fast an die Männer herangekommen, als sie bemerkt wurden. Es waren sechs Männer, die nun in ihrer Arbeit innehielten und höher ans Ufer kamen. Nur noch wenige Baumstämme lagen zusammen an dem Knick, aber ihre Enden wurden von der Strömung schon bewegt.

Matt blickte von einem der sechs Männer zum anderen. Irgendwie sahen sie in ihrer wilden Art alle gleich aus. Sie trugen trotz der Hitze derbe Jacken, Hosen und grobe Stiefel, und ihre Gesichter waren von dunklen, struppigen Bärten bedeckt. Drei von ihnen trugen speckige Mützen, die drei anderen Schlapphüte, und eigentlich war es nur das, woran man sie wenigstens in zwei Gruppen unterteilen konnte.

Der größte der Männer ließ die Axt aus der Hand fallen und kam dem Wagen ein Stück entgegen.

Matt parierte die Pferde und zog die Bremse an. „Guten Tag", sagte er. Tate grüßte ebenfalls und tippte an seinen flachen Hut, dessen Lederband ein paar winzige Silbernägel zierten.

Der große Mann brummte etwas unverständliches, was eher wie ein Fluch, als ein Gruß klang. „Was wollt ihr hier?, fragte er barsch. „Wer seid ihr?

„Sie fragen eine Menge auf einmal", erwiderte Tate grinsend.

Die bernsteinfarbenen Augen des großen Mannes begannen böse zu funkeln. Auch die anderen kamen nun näher, bildeten einen Halbkreis und schwangen die Äxte über die Schulter.

„Wir wollen nach Norden", erklärte Matt.

„Nach Norden?", knurrte der klotzige Mann.

„Ja, nach Norden. Tate nickte. „Ihr habt doch nichts dagegen, oder?

„Und wenn wir was dagegen haben?" Der große Mann griff nach dem Kopfgeschirr von Tates Pferd.

„Dann wären wir zu wenige, um es sofort zu ändern. Tate zuckte noch immer grinsend die Schultern. „Gehört ihr zu den Holzfällern, die hier für die U. P. Arbeiten?

„Wir arbeiten auf eigene Rechnung, sagte der Mann barsch. „Auf Rechnung meines Bruders, Andrew McRay. Ich bin John McRay.

Tate deutete eine Verbeugung an. „Angenehm, Mister McRay. Ich bin Tate Fiddler. Das ist mein Freund, Matt Conroy."

McRay blickte von einem zum anderen. „Wenn ihr noch ein bisschen wartet, kommen wir mit nach Norden."

„Wollen Sie den Fluss nicht noch weiter hinunter?", fragte Matt.

„Nein. Von hier aus schwimmt das Holz bis Green River. Die paar Stämme, die noch hängenbleiben, machen wir später frei, wenn wir selbst nach Green River reiten.  Also, warten Sie ein paar Minuten."

„In Ordnung." Matt stieg ab.

Die finsteren Männer musterten ihn noch einen Augenblick, dann wandten sie sich ab, gingen wieder zum Ufer hinunter und machten sich erneut an den verklemmten Stämmen zu schaffen, die die Strömung noch immer nicht hatte mitnehmen können.

Tate war ebenfalls abgestiegen und folgte den Männern.

„Ziemlich schwere Arbeit, sagte er. „Was verdient man denn dabei?

McRay kam wieder näher. „Hundertfünfzig im Monat."

Tate pfiff durch die Zähne. „Donnerwetter, da kann man ja reich werden. Hast du das gehört, Matt?"

„Ich bin doch nicht taub", erwiderte Matt Conroy unwirsch. McRay musterte ihn wieder, und in seinen bernsteinfarbenen Augen stand das nackte Misstrauen. Matt musste plötzlich an das denken, was sie am Flussufer zuvor gefunden hatten.

Die letzten Stämme schwammen im Wasser plötzlich auseinander, wurden von der Strömung gepackt, drehten sich träge und wanderten mit den Wellen. Der Mann, der noch nass von seinem ersten Bad war, stürzte noch einmal ins Wasser, als er sich vom letzten Stamm abstoßen wollte. Die anderen stimmten ein brüllendes Gelächter an, während er fluchend ans Ufer kletterte, die Nässe abzuschütteln versuchte und seinen tropfenden Bart zusammenpresste, was ihn danach einer Ziege ähneln ließ.

Fiddler grinste so penetrant, dass der Mann auf ihn zukam, nach dem Zügel griff und Tate fragte, was er so komisch fände.

„Dich, sagte Tate. „Wenn ich einen Spiegel hätte, könntest du es selbst sehen.

Die anderen lachten polternd. Der Mann fluchte, packte Tate am Bein und wollte ihn aus dem Sattel zerren. Aber Tate schmetterte ihm die Faust mit solcher Wucht auf den Kopf, dass sich seine Finger öffneten und er zurücktaumelte.

McRay kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen.

Der nasse Holzfäller fing sich und sprang vorwärts. Tate zog den Stiefel aus dem Steigbügel und trat ihm gegen die Schulter, und der Mann taumelte wieder und stürzte zu Boden. Seine Jacke öffnete sich, und Tate sah den nassen Revolver hinter seinem Hosenbund, eine große, unhandliche Waffe, neben der am Gürtel ein Pulverhorn hing. Der Mann zerrte den Revolver hinter dem Hosenbund hervor und spannte den Hammer.

„Wenn das Ding losgehen soll, hättest du es am Ufer lassen müssen, bevor du das Bad genommen hast. Tate grinste immer noch herausfordernd. „Und noch was: Der zweite Schuss gehört mir! Er griff nach dem Kolben seines Colts, schob den Riemen vom Hammer und zog die Waffe.

„Schluss!, sagte John McRay barsch. „Los, steh auf, wir reiten zurück! Seht euch noch mal um, damit kein Werkzeug liegenbleibt. Ihr wisst, mein Bruder kann es nicht leiden, wenn etwas fehlt.

Der nasse Mann stand auf und blickte auf seinen nassen Revolver.

„Wenn du so schnell damit bei der Hand bist, solltest du dir mal einen für Patronen zulegen, sagte Tate. „Damit kann man schon eher mal ins Wasser springen.

Schadenfroh grinsten die anderen, wandten sich aber ab, als John McRay einen barschen Befehl gab. Sie sammelten ihre Werkzeuge ein und liefen zum Waldsaum.

„Bringt mein Pferd mit!", kommandierte McRay. Er ging um Fiddlers Pferd herum und lehnte sich gegen das Hinterrad des Wagens, den Blick auf die Plane gerichtet, die die Ladefläche abdeckte.

„Wir wollen im Norden Gold suchen, sagte Matt. McRays Blick wanderte langsam über die Plane hinweg, am Bock in die Höhe und war dann erstaunt und irgendwie auch erleichtert auf Matts Gesicht gerichtet. „Gold?

„Ja, in den Bergen."

„Gibt es denn da Gold?"

„Jemand hat es mir in Julesburg erzählt", erklärte Tate Fiddler.

„So?"

„Ja. Matt lächelte freundlich. „Sehen Sie ruhig nach, wenn Sie es nicht glauben.

Mac Ray grinste schief, griff nach der Plane und schlug sie zurück. Er sah Schaufeln, Hacken, ein Schüttelsieb, Presspulver, Zündschnüre, Draht und anderes Gerät. „Tatsächlich, murmelte er. „Und wo soll es das Gold geben?

„Das ist unser Geheimnis, erwiderte Matt. „Schließlich wollen wir es holen.

„Ihr habt eure Bäume, setzte Fiddler hinzu. „Man hat in Green River gesagt, das wäre ein Mordsgeschäft, wenn es klappt. Es war von fünfundzwanzigtausend Dollar die Rede.

McRay zog die Plane wieder über den Wagen. „Ja, mein Bruder macht ein gutes Geschäft, und wir sind so gut wie fertig. Nur noch ein paar Wochen. Aber er ist auch ein großes Risiko eingegangen. Wenn es nicht geklappt und die Bahn wegen fehlender Schwellen in diesem Sommer nicht genug hätte bauen können, dann hätte er dafür aufkommen müssen."

„So einfach verdient man also doch kein Vermögen. Tate Fiddler grinste den wuchtigen Holzfäller an. „Hat Ihr Bruder denn genug Geld für so eine Panne?

„Nein, sagte McRay barsch, „aber er hat einen Revolver und Patronen. Er blickte den Männern entgegen, die mit Pferden und Packtieren aus dem Wald kamen.

„Was für ’ne feine Alternative, sagte Tate. „Damit hätte die Bahngesellschaft ganz bestimmt was anfangen können!

McRay wandte ihm langsam das Gesicht zu. „Die Bahngesellschaft würde in einem solchen Fall kaum mit was anderem rechnen, Mister. Oder meinen Sie, irgendwer, der in den Wald geht, Bäume fällt und Stunde um Stunde sein Leben riskiert, der hat auch das Geld, eventuell einen in die Millionen gehenden Schaden zu ersetzen? Wer das denkt, zieht die Hosen jeden Morgen mit der Kneifzange an."

Der Wagen holperte durch die schmale Schneise, immer tiefer in den schwarzen Wald hinein, durch dessen Dach kein einziger Sonnenstrahl den bemoosten Boden erreichte. Manchmal führte die Schneise direkt an den rauschenden Fluss heran, der sich mitten durch den Wald schlängelte, manchmal ein paar Bäume mit sich brachte, dann wieder eine Weile nichts und schließlich wieder Bäume. Dann führte die Schneise wieder vom Green River weg und tief in den Wald, und als er sich abermals für ein kurzes Stück öffnete, waren mit Schnee bedeckte Felszacken in der Ferne zu erkennen.

Auf der Lichtung hielten die Reiter. Matt zog die Zügel an und trat auf die Bremse.

„Heute schaffen wir es doch nicht mehr, John, knurrte einer der Männer. „Sollten wir nicht hier bleiben? Wir wissen nicht, ob die verdammten Rothäute uns entdeckt haben, als wir aus den Bergen ritten. Hier sind wir ziemlich sicher vor ihnen.

McRay blickte sich in der Runde um.

„Hier ist es wirklich günstig", stimmte Matt zu.

„Vor allem, wenn wir uns was braten und nicht gleich den ganzen Wald abbrennen wollen", fügte Tate Fiddler hinzu.

„Wie spät ist es?"

Ein Mann zog eine Taschenuhr unter der Jacke hervor und klappte den Deckel auf. „Bald sieben, John. In einer knappen Stunde ist alles so schwarz wie die Seelen der Rothäute."

„Habt ihr großen Ärger mit den Cheyennes?", fragte Matt.

„Mehr als genug. McRay stieg ab. „Also, Schluss für heute. Conroy, lassen Sie den Wagen so stehen.

Die Männer stiegen ab. Matt kletterte vom Bock und schirrte die Pferde aus. Tate sattelte sein Pferd ab, schlug die Plane von der Ladefläche des Wagens zurück und warf seinen Sattel neben den von Matt, der bei dem Werkzeug und dem Proviant lag.

„War ein verdammt heißer Tag für Anfang Mai, sagte ein Mann. „Der Fluss fällt auch schon. Hast du es gesehen, John?

„Für uns reicht der Schnee noch, gab McRay zurück, „der auf den Hängen taut. Das hat mein Bruder schon alles richtig berechnet.

„Wo ist denn das Camp?", fragte Matt, während er die Wagenpferde ausschirrte.

„In der ersten Schlucht, erklärte McRay. „Zwischen den Hängen, auf denen vor zwei Monaten noch dichter Wald stand. Wissen Sie, wo das ist?

„Nein, erwiderte Matt schnell. „Wir waren ja noch nie hier. Er schaute Tate an, der ein Auge zukniff und grinste.

„Ol, du sammelst Holz!, bestimmte McRay. „Zane, du bist heute der Koch. Gib dir Mühe.

3

Eine halbe Stunde später flackerte neben dem Wagen ein Feuer und darüber hing ein Bratspieß mit zwei großen Fleischstücken in zwei eisernen Gabeln, die rechts und links neben dem brennenden Holz in den Boden gerammt waren. Die Männer setzten sich neben das Feuer, während die Pferde auf der Lichtung immer weiter auseinander liefen.

McRay schnitt ab und zu ein kleines Stück Fleisch ab und aß es, und manchmal bohrte er seinen schmalen Arkansas-Zahnstocher in das Fleisch. „Gut", sagte er schließlich.

Ein anderer Mann nahm den Spieß ab, teilte die beiden Fleischstücke und warf jedem ein Stück zu. Dann ging ein Maisbrot im Kreis herum, von dem sich jeder absäbelte, was er brauchte.

„Ihr wollt also Gold suchen?", fragte McRay kauend.

„Ja, wollen wir." Fiddler nickte.

„Habt ihr keine Angst vor den Indianern?"

„Wir denken, die Berge sind so groß, dass man ihnen aus dem Weg gehen kann."

„So, denkt ihr? McRay biss in das Fleisch. „Wir teilen Wachen ein. Und merkt euch eins: Wer einschläft, wird erschossen, wenn ich ihn erwische!

Matt schaute zum Himmel, der sich von Westen her bis zu den kleinen weißen Wolken über der Lichtung rot zu färben begann. Er aß den Rest seines Fleisches, stand auf, wischte die Hände an der Hose ab und ging um den Wagen herum. Nach einer Weile stand auch Tate auf und folgte Matt Conroy.

Die Männer blickten sich untereinander an.

„Was ist denn?", knurrte McRay.

„Goldsucher, sagte ein anderer verächtlich. „Das sind Marshals von der Eisenbahn! Die suchen nach Leuten, die den Cheyennes die Winchestergewehre gegeben haben.  Ich sag dir, da kommen immer wieder Marshals, und jedes Mal mehr als vorher!

„Sie haben alles, was man braucht, um Gold zu suchen", knurrte McRay unsicher.

„Tarnung! Nichts als Tarnung! Die haben den Toten im Fluss gefunden und zwei neue Männer geschickt. Wenn wir sie umlegen, kommen vier. Dann acht!"

„Diese Schweine, brummte ein anderer der bärtigen, finsteren Männer. „Die schicken uns hierher, um die Bäume zu fällen und überlassen es uns noch nicht mal, wie wir die drei Monate mit den verdammten Rothäuten zurechtkommen.

„Daran sind die Indianer schuld, sagte wieder ein anderer. „Mussten sie mit den neuen Gewehren auch gleich losreiten, um Green River zu überfallen?

„Vielleicht sind es doch Goldsucher, sagte McRay. „Es ist schon früher immer davon geredet worden, dass es in den Wyoming-Bergen Gold geben soll.

„Na, das ist auch nicht unser Problem. Das muss der Boss entscheiden."

4

Matt Conroy richtete sich langsam auf, als er unter dem Wagen hervorgekrochen war. Tate, der im feuchten Gras kniete, stieß ein leises Zischen aus.

Die anderen Männer unter dem Wagen schliefen noch. Drüben, vom unsichtbaren Waldsaum kam ein krächzender Laut, wie der eines Nachtvogels.

„Cheyennes", flüsterte Tate.

„Ja, ich hab’s gehört." Matt griff hinter sich, packte sein Gewehr und nahm es in die Armbeuge.

„Ich weck die anderen." Tate kroch rückwärts und flüsterte den Männern zu, dass Indianer in der Nähe wären.

Ein Pferd schnaubte auf einmal und schlug mit einem Huf auf den Boden. Ein Mann gähnte schlaftrunken. McRay schimpfte. Ein Gewehr wurde repetiert.

„Mann, macht ihr einen Krach, sagte Fiddler. „Da wagen die Kerle sich ja gar nicht näher!

„Verteilen!, bestimmte McRay. „Um den ganzen Wagen. Und jeder bleibt an seinem Platz!

Matt richtete sich auf und lehnte den Rücken gegen das Rad. Auf der anderen Seite wieherte ein Pferd und jemand sagte: „Verdammt, wir müssen ein Stück von den Pferden weg!"

„Ruhe!", zischte McRay.

„Das hört man bis Green River. Tate Fiddler schüttelte den Kopf. „Wie habt ihr nur zwei Monate in einer Schlucht leben können?

„Geht Sie das was an?", zischte McRay scharf.

„Nein, es interessiert mich nur."

„Ach, es interessiert Sie?"

„Still, sagte Matt. „Sie haben schon den Wald verlassen.

„Wieso?", fragte McRay.

„Sie verständigen sich nicht mehr untereinander." Matt repetierte sein Gewehr so langsam, dass nur ein leises Schnappen zu hören war.

Sekunden vergingen.

„Achtung, da!", schrie ein Mann auf der anderen Seite.

Dann hallte das Krachen von Schüssen über die Lichtung und Mündungsfeuer zuckten gespenstisch durch die Nacht.

Auch vor Matt und Tate zerbarst Feuer und beleuchtete dunkle, kantige Gesichter mit wild blitzenden Augen. Neben Matt schlug eine Kugel in den Wagenkasten.

Schaurig wieherten die Pferde und zerrten am Wagen.

Matt drückte ab und spürte wie der Gewehrkolben gegen seine Hüfte schlug. Er repetierte und schoss wieder auf die zuckenden Mündungsflammen. Eine Kugel pfiff an seinem Kopf vorbei. Das Fluchen der schießenden Männer wurde lauter. Fiddler schoss fast pausenlos, und zweimal war kehliges Geschrei zu hören, das jedes Mal röchelnd verklang.

„Los, die machen wir fertig, das sind nicht viele!", rief Fiddler, lief vorwärts, schoss, repetierte und schoss wieder.

Matt folgte ihm schießend, sah einen Indianer auftauchen und im Schein der nächsten Mündungsflamme zusammenbrechen. Aber ein anderer sprang über den Stürzenden hinweg und schwang etwas über dem Kopf, was Matt im Dunkel nicht erkannte. Er sprang zur Seite, stolperte in ein Loch und stürzte. Noch im Liegen feuerte er auf den Indianer, der sich herumgeworfen hatte. Der Cheyenne schrie gellend auf, taumelte rückwärts und brach zusammen.

Matt sprang wieder auf und feuerte dorthin, wo die Indianer auf dieser Seite des Wagens zu einem kehlig schreienden Pulk zusammenliefen, als hätten sie einzeln Angst.

Fiddlers Gewehr entlud sich in schneller Folge. Matt repetierte und schoss, so schnell seine Hände Bewegungen ausführen konnten. Die grellen Mündungsflammen blendeten ihn immer wieder, der Pulverrauch trieb ihm ins Gesicht und brannte auf den Lippen, in der Nase und in den Augen.

„Sie fliehen!", rief Fiddler heiser.

Sie begannen über die Lichtung zu rennen, hinter den mitunter schemenhaft auftauchenden Indianern her. Und dabei schossen sie immer noch aus ihren Gewehren. Schließlich trafen die ersten Kugeln klatschend die Bäume. Fiddler stolperte über einen Toten und stürzte lang ins feuchte Gras.

Matt Conroy blieb stehen, schoss noch von der Hüfte aus in den Wald hinein, in dem die Indianer verschwunden waren. McRay gelangte keuchend neben ihm an, schoss in das tiefe Schwarz der Nacht und des dichten Waldes hinein, aus dem das Wummern dumpf zurückschallte.

Matt ließ als erster das Gewehr sinken und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund.

Fiddler tauchte auf und rief: „Die sehen wir nie wieder. Und die schwören jedem Indianer, den sie sehen, dass es sich wirklich nicht auszahlt, weiße Männer nachts anzugreifen. Das haben sie früher nie gemacht."

„Früher?", fragte McRay kratzig, weil der penetrante Geschmack in seinem Hals saß.

„Ja, früher."

„Ich dachte, ihr seid noch nie hier gewesen", meinte McRay.

Matt lauschte noch einmal dem Rascheln und Knacken des Unterholzes nach, das sich schnell entfernte.

„Wir waren noch nicht hier, aber mit Indianern hatten wir schon mehr als genug zu tun, knurrte Tate Fiddler. „Indianer trifft man in diesem Land doch überall.

Zwei andere Männer tauchten auf, und einer sagte: „Denen haben wir es aber gegeben, was John?"

„Ja, gab McRay gedehnt zurück. „Vor allem die beiden hier/

„Die schießen, da meint man, das Feuer käme aus jedem Knopfloch." Der Holzfäller lachte polternd und zerrte an der langen Krempe seines Schlapphutes.

„So schießen die Marshals der Eisenbahn, wenn sie einen Transport begleiten, der von Indianern überfallen wird, sagte der andere. „Das hab ich selbst schon erlebt.

Matt wandte dem Mann das Gesicht zu. „Wir sind aber keine Marshals, erklärte er. „Weder Marshals der Eisenbahn, noch andere.

„Los, tragt die toten Indianer zusammen!, kommandierte McRay. „Und vor allem ihre Waffen! Die nehmen wir mit, auch die Munition.  Das waren nicht viele, was, Conroy?

„Das war eine kleine, habgierige Bande, entgegnete Fiddler an Matts Stelle. „Ein versprengter Haufen, der vielleicht schon lange zu keinem Stamm mehr gehört.

Sie gingen zurück.

„Und Sie sind sicher, die Indianer kommen nicht mehr zurück?", fragte McRay.

„Nein, in dieser Nacht nicht mehr", erklärte Matt.

„Wenn sie überhaupt noch einmal nachts über Weiße herzufallen wagen. Das hat Tate Ihnen doch bereits gesagt." Matt sah einen toten Indianer vor sich im Gras und bückte sich.

Der Cheyenne hatte ein schmales, hakennasiges Gesicht, das noch vom Schmerz verzerrt war. Sein langes Haar war zu einem Zopf geflochten. Der Oberkörper war nackt und die Hose unter den Knien abgeschnitten. Neben ihm lag ein Gewehr.

Conroy richtete sich auf und hielt das Gewehr so, dass Tate und McRay es trotz der Dunkelheit sehen konnten.

„Ein Henry-Gewehr, sagte Fiddler. „Das sind nicht die Burschen, die Green River überfallen haben, denn sie hatten Winchestergewehre mit Messingschlössern.

McRay kniff die Augen zusammen.

Matt gab ihm das Gewehr und ging weiter.

„Ich kenne einen Eisenbahnaktionär, der bezahlt Prämien für schwarze Skalps", sagte Fiddler.

„Tatsächlich?", fragte McRay erstaunt.

„Ja. Er lebt in Omaha und scheint viel Geld zu haben. Jedenfalls bildet er sich ein, irgendwann würden die Überfälle aufhören, wenn er Prämien bezahlt. Tate lachte leise. „Es gibt schon verdammt dumme Millionäre, Mister McRay. Er schüttelte den Kopf. „Aber es gibt auch andere, die beschaffen den Indianern Gewehre und riskieren damit, eines Tages von den Kugeln getroffen zu werden, die sie selbst den Indianern gaben. Da fragt man sich, warum der Millionär nicht auch für solche Männer Prämien bezahlt, was?"

„Ja", sagte McRay barsch.

Tate grinste ihn an. „Wegen der paar Skalps hier lohnt es sich natürlich nicht, nach Omaha zu fahren. Da muss man schon einen ganzen Stamm skalpieren."

„Kommst du endlich, Tate?", rief Matt, der nach links gegangen war und den Boden absuchte.

Tate nickte McRay zu und wandte sich ab.

„Verdammter Schnüffler!", knurrte der Mann leise.

Matt Conroy sah Tate auftauchen und sagte: „Du redest zu viel."

„Wieso? Ich will ihn doch nur ein wenig kitzeln. Tate lachte leise. „Und ich merke doch, dass es ihn kratzt! Ich wette, die Cheyennes, die Green River überfielen, hatten die Gewehre von den Holzfällern!

„Geht das uns etwas an?", zischte Matt scharf.

„Das geht eigentlich jeden an."

„Manchmal frage ich mich, was du hier willst, Tate! Ich bin jedenfalls wegen des Goldes gekommen und aus keinem anderen Grund, hast du verstanden?"

„Ich will ihn doch nur kitzeln!"

„Du solltest an die Knochenreste denken, die wir fanden! Matt blickte sich um, aber es war niemand in der Nähe. Er schaute Tate wieder an. „Wenn die wirklich die Gewehre an die Indianer geliefert haben, dann ist es brandgefährlich, darüber zu reden. Sonst geht es uns wie dem Marshal! Also halt gefälligst deine Klappe! Matt drehte und ging auf den Wagen zu.

Brummend folgte Fiddler ihm.

Als Matt den Wagen erreichte, tauchte McRay auf. Der wild aussehende Mann kratzte sich in seinem schwarzen Bartgestrüpp und brummte: „Die kommen vielleicht doch noch mal zurück. Vielleicht sollten wir sofort aufbrechen."

„Jetzt? Nichts ist verrückter, als in stockdunkler Nacht durch den Wald zu reiten, Mister McRay. Die kommen nicht wieder. Aber lauern können sie schon irgendwo."

„Ich habe immer gedacht, Indianer greifen nie nachts an. In der Nähe unseres Camps haben wir nie welche in der Nacht gesehen."

Matt bemerkte den lauernden Blick des Mannes. „So?, fragte er gelangweilt. „Wer weiß, vielleicht dachte diese Bande, es wäre besonders günstig. Die haben uns auf jeden Fall schon während des Tages beobachtet. Vielleicht, als wir noch vor dem Wald waren.

„Im Camp haben uns die Cheyennes nie angegriffen, fuhr McRay fort. „Sie tauchten manchmal auf den Hängen auf und verschwanden wieder.

„Das gibt es eben auch."

„Aber dann kamen ein paar herunter, erzählte McRay gedehnt weiter, den lauernden Blick forschend auf Matts Gesicht gerichtet. „Sie wollten etwas dafür, dass sie nicht angreifen. Und wir haben ihnen auch was gegeben. Mal ein paar Glasperlen, mal eine Flasche Rum. Das ist ganz gut gelaufen.

„Na also, wollen Sie mehr", sagte Matt.

„Ja, wirklich, das ist gut gelaufen."

Fiddler blieb im Hintergrund des Wagens stehen. „Gewehre haben sie nicht verlangt, sagte McRay. „Die hatten sie schon; Winchester 66. Da haben wir vielleicht Augen gemacht, Mister!

„Kann ich mir denken", sagte Fiddler, der das Grinsen nicht unterdrücken konnte.

Andere Männer tauchten auf. Einer sagte: „Wir haben sieben Tote gefunden, John. Viele können nicht entkommen sein."

Matt Conroy lud sein Gewehr. „Legt euch wieder unter den Wagen. Ich übernehme jetzt die Wache."

5

Es war schon Nachmittag , als sie die Schlucht erreichten. Sie bestand aus einer breiten, ebenen Sohle mit einem Fluss daneben. Rechts und links schoben sich kahlgeschlagene Hänge in die Höhe, und nur weit im Hintergrund standen die gewaltigen Bäume noch beiderseits der Schlucht, bedeckten die Hänge und wuchsen so hoch in den Himmel, dass die Sonnenstrahlen dort den Fluss schon nicht mehr erreichten und überall auf der Sohle Schatten war. Nur ein Felsen, der wie ein Stück Mauer zwischen dem Fluss und dem Wald stand, leuchtete noch im gleißenden Licht.

Im Vordergrund standen verschieden große, meist eckige Zelte, manche aus Planen, andere aus Fellen zusammengenäht oder mit Dornen aneinander gesteckt, ein wüst aussehendes Camp, viel wüster noch als die Männer, die hier lebten und im Hintergrund auf den Hängen mit ihren großen Äxten auf die Bäume einschlugen, dass die ganze Schlucht davon widerhallte.

Matt Conroy fuhr mit dem Wagen hinter den Reitern her, den Blick auf die verwegenen Unterkünfte gerichtet. Vor einem großen, quadratischen Zelt standen Kisten und Fässer. Ein Haufen leere Blechbüchsen lag dazwischen; Geröll der Zivilisation, von diesen Männern bis hierher, mitten in die Wildnis getragen, einhundertdreißig Meilen von Green River entfernt. An der Wand des Zeltes neben dem Eingang hing ein verwittertes Schild mit der Aufschrift:

„Saloon zum letzten Iren"

Neben dem Saloonzelt befand sich ein längliches Gebilde, offensichtlich die Unterkunft der Holzfäller. Davor stand ein Küchenwagen, wie ihn Herdenleute in der Prärie verwendeten. Der hinten eingebaute Ofen war aufgeklappt und schickte schwarzen Qualm zu den abgeholzten Hängen hinauf. Der Koch, der daran hantierte, war ein kleiner, verwachsener Mann, der einen Zylinder auf dem Kopf hatte.

Vor einem kleineren Zelt war ein Mann aufgetaucht, der der Kolonne entgegenblickte. Matt wusste sofort, dass es Andrew McRay war, obwohl er diesen Mann nicht kannte.

Der Mann hatte breite Schultern, fast so breit wie ein mittlerer Kleiderschrank, einen kurzen Hals und ein rundes Gesicht, das ein grauer Vollbart so gut wie unkenntlich machte. Sein volles Silberhaar leuchtete in der Sonne, die hier den Boden erreichte. Der Mann trug einen abgeschabten Cordanzug und grobe Schaftstiefel. Seine Augen zogen sich, langsam zusammen, als sein Blick auf Matt fiel.

Die Kolonne hielt zwischen den Zelten.

„Es hatten sich allerhand Stämme unterwegs zur Ruhe gelegt, Andrew, sagte John McRay zu seinem Bruder. „Na, denen haben wir das Schwimmen wieder beigebracht.

Andrew McRay blickte immer noch auf Matt.

Sein Bruder bemerkte das und blickte über die Schulter. „Ach richtig, das sind zwei Männer, die in den Bergen Gold suchen wollen, Andrew. Sie haben irgendwo gehört, es würde hier oder weiter oben Gold geben."

„So?", fragte der silberhaarige Mann barsch.

„Sie haben alles dabei, was man braucht, Andrew. John McRay schaute seinen Bruder wieder an. „Sogar Pulver und Lunten.

Für ein paar Sekunden war nichts als der Widerhall der Axtschläge zu hören. Dann sagte der Boss der Holzfäller: „Ihr wollt also Gold suchen?"

„Das hat er doch eben gesagt. Tate grinste den wuchtigen Mann an. „Aber wenn Sie nichts dagegen haben, würden wir gern bei Ihnen über Nacht bleiben.

McRay kam zwischen die Reiter, deren Tiere er auseinander schob, bis er den Wagen erreicht hatte. Er blickte Matt an, als er sagte: „Wo wollt ihr suchen?"

„Da oben." Matt zeigte nach Norden, wo die kahlen Granitwände die Schlucht überragten.

„Ihr wisst schon eine bestimmte Stelle?"

„Nein", erwiderte Matt schnell.

McRays Vollbart zuckte, und der Abglanz eines verächtlichen Lächelns erschien in seinen Augen. „Dann werdet ihr eure Skalps verlieren, aber niemals Gold finden!"

„Sind denn viele Indianer hier?"

„Ein Stamm mit vielleicht achtzig Kriegern. Das heißt, so viele haben wir schon gesehen. Es können freilich auch bedeutend mehr sein."

„Und wo?"

„Keine Ahnung. Irgendwo in der Nähe jedenfalls.  Ihr könnt in den Saloon gehen. Aber die Mädchen gehören meinen Leuten, verstanden!"

„Danke, Mister McRay. Übrigens, ich bin Matt Conroy. Das ist mein Partner, Tate Fiddler."

Fiddler zog grinsend seinen Hut vom Kopf, deutete eine Verbeugung an und stülpte den Hut wieder auf. McRay wandte sich brummend ab.

Matt lenkte die Pferde nach links und trieb sie an. Fiddler ritt neben ihm her.

McRay blieb neben seinem Bruder stehen und griff nach dem Steigbügel. „Musstest du ausgerechnet Fremde mitbringen?", knurrte er.

„Sie kamen, als wir die Biegung freisprengten, Andrew. Und der eine hat immer wieder von Indianern und Gewehren geredet, genau wie damals der Marshal."

Andrew McRay wandte sich langsam um. „Was sagst du?"

„Frag die anderen. Sie haben es alle gehört."

McRay blickte aus spalteng zusammengezogenen Augen zu dem Wagen hinüber, der vor dem Saloonzelt hielt. Ein alter, dicker Mann, kam um das Zelt herum und sprach mit den beiden Männern. Fiddler warf ihm ein funkelndes Geldstück zu und stieg aus dem Sattel.

„Das sind Marshals, sagte einer der Holzfäller und spuckte auf den Boden. „Das hab ich dem Vormann gleich gesagt, als ich den einen reden hörte, Boss. Clevere Marshals, die es anders machen wollen als Hogan.

„Wie?"

„Sie kommen nicht mit einem Stern auf der Jacke hierher, redet der Holzfäller weiter. „Sie tarnen sich!

„Vielleicht fahren sie auch wirklich in die Berge, sagte Andrew McRay und grinste hinterhältig. „Dann laufen sie den Cheyennes in die Arme, und wir sehen sie nie wieder.  Haben sie nach Marshal Hogan gefragt?

„Mit keinem Wort", brummte der Vormann.

„Wenn sie noch fragen sollten, Hogan war hier. Dann ritt er in die Berge, um die Indianer zu suchen. Wir haben ihn nie wieder gesehen. Ist das klar?"

Die Männer nickten.

„Sagt das auch den anderen, setzte McRay barsch hinzu. „Uns legt keiner aufs Kreuz. Wir machen unsere Arbeit und kassieren unser Geld.

Ein Splittern und Knacken hallte auf einmal durch die Schlucht. Im Hintergrund, oberhalb des mauerartigen Steines am Fluss, neigte sich ein großer Baum der Sohle entgegen. Das Holz krachte lauter, dann stürzte der Baum mit Donnergetöse in die Tiefe. Äste flogen durch die Luft und Staub wehte in einer dichten Wolke in die Höhe. Der Baum krachte den Hang hinunter und blieb hinter dem großen Stein liegen.

„Verdammter Dreck, brummte der Vormann. „Muss dieser blödsinnige Felsen dort stehen?

„Wir werden ihn sprengen", sagte der Boss der Holzfäller

„Dann fällt er in den Fluss, und das Wasser sucht sich womöglich einen anderen Weg!", schimpfte sein Bruder.

Andrew McRay grinste wieder verächtlich. „Wir bohren ihn voller Löcher, dass er durch und durch hohl ist. Dann stopfen wir ihn voll Pulver. Wenn das hochgeht, bleibt von dem Felsen nur Staub übrig."

Im Saloonzelt brannten ein paar Petroleumlampen, die gegen das fahle Dunkel ankämpften. Matt Conroy ging zwei Schritte hinein und blieb stehen. Er sah zusammenklappbare Tische, ramponierte Stühle, eine nicht sehr lange und sicher zerlegbare Theke, und hinter der Theke vor einem Regal mit Flaschen und Gläsern einen runden Mann mit schwammigem Gesicht und einem feisten Doppelkinn. Die kleinen Augen des Mannes leuchteten im Licht der Lampen.

Auf der anderen Seite des Zeltes saßen vier Mädchen an einem Tisch. Eines davon fiel durch sein weizenblond gefärbtes Haar besonders auf.

„Hallo, was sehen wir denn da!", rief Fiddler, als er hereinkam. Er klatschte in die Hände.

„Hast du schon wieder vergessen, was McRay sagte, knurrte Matt. „Er hat die Mädchen für seine irischen Feuerteufel mitgebracht, nicht für uns!

Das weizenblonde Mädchen war aufgestanden und kam näher. Es war groß, gut gewachsen, hatte rehbraune Augen und große, perlweiße Zähne. „Hallo, sagte das Mädchen. „Verstärkung? Ich dachte, McRay hätte genug Leute.

„Wir sind keine Verstärkung, erwiderte Matt, ging auf das Mädchen zu und musterte es genauer. „Und er hat uns schon gesagt, dass ihr nicht für uns hier seid.

Das Mädchen lächelte stärker als vorher und stemmte die Hände in die Hüften. „Hat er das gesagt? Was bildet der sich denn ein?"

„Das weiß ich nicht. Matt ging zur Theke und warf ein Geldstück darauf. „Aber der Whisky ist doch sicher für jeden, der bezahlen kann?

„Und ob." Der alte Mann strich das Geldstück ein, stellte zwei Gläser auf die Theke und schenkte Whisky ein.

Fiddler kam näher, griff nach dem Mädchen, und sie lachten beide, als würde es auf der ganzen Welt niemanden geben, der ihnen etwas vorzuschreiben hatte.

„Wie heißt du?", fragte Fiddler, küsste das lachende Mädchen, schob es von sich und betrachtete es.

Draußen schallte das Krachen und Splittern eines brechenden Baumes durch die Schlucht. Dann hallte das Donnergetöse seines Sturzes herein.

6

„Ich bin Veta Pyle , sagte das Mädchen. „Gibst du einen aus?

„Und ob!"

Die beiden kamen wieder lachend an die Theke, und Tate rief: „Los, her mit der Flasche! Und Gläser für die Mädchen!" Er warf einen Geldschein auf die Theke, den der Keeper schnell verschwinden ließ.

Die anderen Mädchen sprangen auf und schienen die Theke stürmen zu wollen.

„Kinder, wird das lustig!, rief Veta. „Kommt, ich will euch alle miteinander bekanntmachen! Das hier ist Natalie. Veta zeigte auf ein rothaariges Mädchen, das grüne Katzenaugen hatte. „Und das hier sind Ester und Joan."

Matt musterte die beiden anderen. Ester hatte ein breites Gesicht und sah ausgesprochen hässlich aus, während Joan schmal und unscheinbar wirkte, ein mageres, farbloses Ding. Aber sicher sahen McRays wilde Holzfäller das ganz anders, denn immerhin kam nur ein Mädchen auf zehn von ihnen.

„Also los, einschenken!"

Der Keeper füllte die Gläser. „Ich will keinen Ärger mit dem Boss, schimpfte er. „Ihr wisst doch, warum er euch unter Vertrag genommen hat, verdammt, Veta!

„Wir werden doch noch feiern dürfen! Veta griff nach einem Glas. „Prost, Kinder!

Die Mädchen tranken den scharfen Whisky wie Wasser, lachten lauter und riefen, dass sie mehr haben wollten.

Andrew McRay kam in das Zelt, blieb aber am Eingang stehen. Dem dicken Keeper begann die Hand zu zittern, so dass ihm die Flasche beinahe entfallen wäre. Aber da wandte McRay sich schon wieder ab und ging hinaus.

„Komm, schenk ein!", rief Tate.

„Es gehört alles ihm, meinte der Keeper. „Das ganze Camp. Und alle haben Verträge mit ihm!

„Quincy, was ist denn los mit dir? Veta lachte schallend. „Er ist doch schon wieder weg!

Der Keeper füllte die Gläser.

„Wie heißt ihr denn?", fragte Veta, als sie das Glas hob.

„Ich bin Tate, das ist Matt. Das reicht ja erst mal. Also, ihr vier Süßen, lasst das Zeug nicht warm werden!"

Sie tranken wieder. Natalie, das Mädchen mit den kupferroten Haaren, schob sich näher an Matt heran und lockte mit ihren grünen Katzenaugen.

„Ihr seid verrückt, sagte Matt spröde. „Er wird sich irgend etwas einfallen lassen. Er ist nicht der Mann, dessen Befehle man einfach missachten kann.

„Ach was. Natalie lachte. Sie küsste Matt. „Du siehst doch gar nicht wie einer aus, der sein Leben lang vor seiner Angst davonläuft.  Komm, Quincy, so jung kommen wir nie mehr zusammen!

Das schallende Gelächter der Mädchen erfüllte das große, leere Zelt. Veta stieß einen spitzen Schrei aus, als Tate versuchte, ihr das Kleid abzustreifen. Dann sagte sie: „Jetzt trinken wir erst noch ein paar, dann nehm’ ich dich mit in mein Zelt."

„Hast du allein ein Zelt?", fragte Tate verblüfft.

„Wir haben jede ein Zelt. Ester lachte. „Was hast du denn gedacht?

„Gehören die auch McRay?" Tate legte den Kopf schief.

„Natürlich. Hier gehört alles dem Boss, das Inventar und die Menschen! Veta lachte wild. „Und trotzdem machen wir, was uns gerade einfällt.

Matt kam es vor, als wären die Mädchen und die wilden Holzfäller irgendwie gleich in ihrer Art, als würden sie sich dadurch unterscheiden, dass die Männer am Tag und die Mädchen in der Nacht ihre Arbeit zu tun hatten.

Draußen gab McRay einen barschen Befehl, der aber im Zelt nicht zu verstehen war.

„Vielleicht lässt er die Wächter holen", sagte der Keeper.

„Wächter?" Tate stellte sein leeres Glas hart auf die Theke.

„Das sind vier Männer, die aufpassen, dass die Indianer den Holzfällern nicht unversehens auf den Hals kommen, erklärte Veta. „Aber die haben jetzt andere Arbeit.  Komm, Quincy, schenk ein!

Ein Pferd wieherte, dann hämmerte Hufschlag ins Zelt, der sich rasch entfernte.

„Und ich sage euch, er lässt die vier holen. Wollt ihr denn, dass die beiden Fremden fertiggemacht werden?"

„Mann, nun zittern Sie nicht um mich!" Tate nahm dem Keeper die Flasche aus der Hand und schenkte selbst ein.

„Er hat sicher Recht", wandte Matt ein.

Natalies Blick glitt erst forschend über sein Gesicht, dann sah er nackte Verachtung in ihren Augen.

„Hat dein Freund Angst, Tate?", fragte Veta lachend.

„Matt? Du spinnst wohl!"

„Er redet, als hätte er Angst, sagte Natalie. „So redet von den Holzfällern keiner, was Ester?

Ester lachte, dass es klang, als würde draußen eine leere Blechbüchse durch die Schlucht rollen. „Wenn wir einem Holzfäller den Arm um den Hals legen, dann könnte draußen die Schlucht voller Indianer stehen. Da denkt der Holzfäller nicht mal an die Kerle!"

„Wir sind aber keine Holzfäller, erklärte Matt barsch. „Und auch keine Narren.

„Also nun halt die Luft an, sagte Tate. „Wir trinken mit den Mädchen ein paar Whisky, das kann ja nun wirklich nicht verboten sein. Schließlich bezahlen wir für alles!

„Prost!", rief Veta.

Natalie blickte Matt auffordernd an, und er merkte, wie es ihn zu stören begann, den Eindruck eines Feiglings zu erwecken. Gegen seinen Willen griff er nach einem Glas und trank den Whisky.

Da kam McRay wieder herein, kreuzte die Arme vor der Brust und schob die Beine auseinander.

Der Keeper starrte den Holzfällerboss furchtsam an.

„Ihr habt mich wohl vorhin nicht verstanden?", knurrte McRay.

„Ist es verboten, mit den Mädchen Whisky zu trinken?", fragte Tate zurück.

„Nein, das ist nicht verboten", mischte die weizenblonde Veta sich ein.

McRay ließ die Hände sinken und grinste tückisch.

Matt wollte irgend etwas Vermittelndes sagen, aber die Tücke in McRays Gesicht ließ ihm die Worte im Hals steckenbleiben.

„Sie wollen wirklich nur ein paar Whisky trinken, sagte der Keeper heiser. „Und sie haben schon bezahlt, Boss!

McRay grinste immer noch.

„Wenn Sie wollen, können Sie einen mittrinken." Tate machte eine einladende Handbewegung.

McRay kam wirklich näher, lehnte sich gegen die Theke und blickte auf das Glas, das Quincy Mercer, der Wirt, zusätzlich auf die Theke stellte.

„Prost, Mister McRay!", rief Veta, hängte sich an Tates Schulter und lachte übermütig.

„Prost", sagte McRay und trank.

„Los, noch mehr!", kommandierte Tate.

Mercer schenkte wieder ein, wieder und immer wieder, bis die Flasche leer war und Tate Fiddler einen Geldschein für die nächste auf den Tisch warf und mit der Faust darauf schlug.

Mercer zuckte die Schulter und entkorkte die nächste Flasche.

McRay grinste und trank mit.

7

Nach einer guten Viertelstunde näherte sich Hufschlag.

Pferde wurde draußen vor dem Zelt gezügelt, Sattelleder knarrte, und eine brummige Stimme sagte: „Da drin."

Vier Männer kamen mit rasselnden Sporen herein.

McRay trank seinen letzten Whisky, warf das leere Glas ins Spülbecken und wandte sich den vier Männern zu, die nebeneinander stehengeblieben waren.

Die vier sahen alle gleich aus, aber anders als die Holzfäller. Sie hatten glatte, schmale und harte Gesichter, trugen Lederanzüge und schwere Revolver in tief geschnallten Holstern. Schwarze ungekniffene und flache Hüte, die große Silberschnallen zierten, saßen auf ihren Köpfen. An den Händen hatten sie Lederhandschuhe mit langen Stulpen.

„Macht den beiden klar, dass die Mädchen nicht für sie da sind." McRay ging an den Wächtern vorbei und verließ das Zelt.

„Gibt es das?, fragte Tate. „Erst trinkt er unseren Whisky, dann hetzt er uns seine Revolvermänner auf den Hals!

Die Mädchen entfernten sich langsam von der Theke. Sie lachten nicht mehr. Ihre Gesichter waren bleich. Angst war in ihren Augen.

Die vier Männer stemmten die Hände in die Hüften und grinsten breit. Langsam kamen sie näher, aber dann, standen sie wieder wie eine Mauer nebeneinander.

„Gibt es das, Matt?", fragte Fiddler.

„Was?"

„Dass er unseren Whisky trinkt und dann seine Revolvermänner auf uns hetzt?"

„Du siehst es doch, Tate." Matts Haltung begann sich zu spannen, und er merkte, wie das Pochen des Blutes aus seinen Schläfen verschwand, das mit dem Auftauchen der Männer eingesetzt hatte.

Dann lachten die vier Kerle wie aus einem Mund, verstummten jedoch wieder.

„Sollen wir uns erst vorstellen?", fragte einer.

„Nein, das ist nicht nötig. Tate schüttelte den Kopf. „Wollt ihr einen trinken?

„Vielleicht später", sagte der nächste der grinsenden Kerle. Er ging weiter, wollte nach Tate greifen, bekam aber dessen Faust ins Gesicht, bevor er eine Bewegung der Gegenwehr machen konnte. Der Kerl wurde zurückgeschleudert und prallte gegen die anderen, die ihn auffingen und auf die Füße stellten.

Tate ging rückwärts und schob sich von der Theke weg und blieb neben Matt stehen. „Kommt nur her, wenn es unbedingt sein muss!, stieß er gepresst hervor. „Aber das sage ich euch: So einfach wie ihr denkt, ist es mit uns nicht!

„Das werden wir ja sehen!, zischte der dritte Kerl. „Los!

Sie sprangen alle vier gleichzeitig vorwärts, und Matt sah ein ganzes Arsenal von Fäusten in der Luft. Er sprang rückwärts, duckte sich und rammte dem ersten die Schulter mit solcher Wucht in den Leib, dass der Kerl stöhnte. Sofort richtete Matt sich auf, bekam einen Hieb gegen den Hals, schlug die Faust zur Seite und setzte dem Kerl, der ihm am nächsten war, einen Schwinger gegen das Kinn, dass es laut knallte.

Brüllend taumelte der Kerl rückwärts und stürzte in die Sägespäne, die auf dem Boden ausgestreut waren.

Fiddler brüllte etwas Unverständliches, als er mit dem Rücken gegen die Theke knallte und die Gläser durcheinander rollten. Er ließ sich auf die Theke fallen, zog die Beine an und stieß sie dem Mann gegen die Brust, der gegen ihn anrannte. Der Mann flog rückwärts, fing sich aber wieder.

Die beiden anderen fielen gleichzeitig über Matt her und schlugen von beiden Seiten auf ihn zu. Der eine traf Conroy am Ohr, während die Faust des anderen über seinen Kopf radierte.

Matt sprang den einen an und schlug zu, und der Kerl krümmte sich aufschreiend zusammen. Aber im gleichen Augenblick schlug der andere Kerl von hinten zu. Matt taumelte hinter seinem Opfer her, das sich fing und ihm die Faust mitten ins Gesicht setzte. Er flog wieder rückwärts, vorbei an dem anderen und an der Theke entlang, an der er sich vergebens festzuhalten versuchte.

Fiddler trieb den dritten Kerl vor sich her durch das Zelt und stieß ihn gegen einen Stuhl, über den der Mann flog.

Indessen stand der vierte wieder und ging auf Fiddler los, und auch der andere, der sich gekrümmt hatte, stand wieder gerade.

Matt war über den Boden gerollt, sprang wieder auf und hatte einen Moment das Gefühl, alles um ihn herum würde sich im Kreis drehen. Er sah böse grinsende Fratzen und wusste, dass es die Gesichter der Männer waren.

Zu zweit kamen sie wieder auf ihn zu, zusammengekrümmt, die Hände zu stahlharten Fäusten geballt und ein Glühen in den kalten Augen, als hätten sie schon beschlossen, ihn zu töten.

Vielleicht war es das, was die Nebel verschwinden und den Boden still stehen ließ. Der eine sprang jäh vorwärts und wollte beide Stiefel mit den großen Sporen gegen Matts Brust setzen. Aber Matt wirbelte herum. Der Mann trat in die Luft, und als seine Beine den Boden berührten, schmetterte Matt ihm die Faust mit solcher Wucht ins Gesicht, dass er an die Theke geworfen wurde, krachend anschlug und zusammenbrach.

„Na los!", rief Matt wütend dem anderen zu, der unentschlossen war. Er sprang vorwärts, sah die Faust kommen, blockte den Hieb ab und schlug den Arm des Revolvermannes nach oben, und zugleich setzte er ihm die Faust in den Leib, dass der Mann aufschrie. Ein zweiter Schlag traf den Kerl ins Gesicht und zog ihn förmlich in die Länge. Er stolperte rückwärts, dem Tisch entgegen, an dem die Mädchen standen. Matt setzte mit einem Sprung nach, durchbrach die Deckung des Mannes mit der Faust und traf ihn gegen die Stirn, und er hatte soviel Kraft in den einen Schlag gelegt, dass der Arm bis ins Schultergelenk schmerzte. Der Mann flog rückwärts und landete krachend auf dem Tisch, und der Tisch klappte zusammen. Sägespäne tanzten in die Höhe und bedeckten den Schläger, als er von der Tischplatte rollte und mit dem Gesicht nach unten liegenblieb.

An der Theke bearbeitete Tate den letzten gerade. Der flog rückwärts, krümmte sich zusammen und hatte auf einmal einen Revolver in der Hand.

Jäh blieb Tate stehen, die Hände mit gespreizten Fingern rechts und links von sich streckend, als wolle er dem Kerl zeigen, dass er waffenlos war.

Die drei anderen bewegten sich, standen aber noch nicht auf.

Der Kerl mit dem Revolver lachte leise. „Da staunst du, was?"

Matt spürte den Kolben des Revolvers erst in der Hand, als er ihn schon gezogen hatte. Er spannte den Hammer, aber als der Kerl das hörte, rüttelte das Donnern des Schusses schon an dem Zelt und der Colt des Mannes flog ein winziges Stück durch die Luft und rutschte über den Boden.

Matt spannte den Hammer wieder und ging rückwärts. „Und jetzt ’raus hier!"

Der Revolvermann blickte auf seine Hand, dann starrte er Matt an, als könne er noch nicht begreifen, nicht verletzt zu sein.

Die anderen standen auf und blickten unsicher auf den rauchenden Revolver in Matts Faust.

„Verschwindet!", zischte er.

Der Mann vor Tate ging rückwärts, hob seinen Revolver auf, betrachtete ihn und ließ ihn fluchend wieder in die Sägespäne fallen.

Die anderen gingen rückwärts auf den Ausgang zu, die Hände etwas angehoben.

„Sagt McRay, er soll herkommen!", befahl Matt.

Die vier Kerle schoben sich einer nach dem anderen hinaus und waren nicht mehr zu sehen.

Hinter der Theke schob sich der Keeper langsam in die Höhe und starrte erst Matt und dann Tate an, bevor er fragte: „Ihr lebt wirklich noch?"

Matt lud den Revolver nach.

„Und ich dachte, er hätte Angst", sagte Natalie, das Mädchen mit den Katzenaugen.

„Warum hast du ihn nicht erschossen?", zischte Tate.

„Vielleicht, weil es so eher möglich ist, dass wir noch mal lebend aus dieser verdammten Schlucht kommen!"

Tate fluchte grimmig, ging rückwärts und blickte den Keeper an. „Jetzt brauche ich einen!"

„Machen wir jetzt weiter?", fragte Ester naiv.

Draußen war McRays Stimme barsch zu hören, dann fragte jemand: „Warum hast du uns denn nicht gesagt, dass die beiden Granit auf den Zähnen haben, Boss? Verdammt, der hätte mich auch töten können! Wer so genau schießt, der legt auch einen anderen um, dass er den Knall nicht mehr hört!"

„Ihr seid nicht das Geld wert, das ihr bekommt!, schimpfte der Holzfällerboss. „Los, kommt mit!

Die Stimmen entfernten sich.

„McRay kommt nicht", sagte Tate.

„Wenn ihr schlau seid, dann verschwindet ihr, bevor alle Holzfäller wieder hier sind, mischte sich der Keeper ein. „Was wollt ihr denn überhaupt hier?

„Wir wollen weiter im Norden Gold suchen, erklärte Matt. „Und wir hätten hier ganz gern übernachtet, weil Indianer in der Nähe hausen sollen. Bis morgen Abend wären wir dann sicher aus ihrem Gebiet heraus.

„Gold?, fragte Natalie. „Veta, hast du das gehört? Sie wollen Gold suchen!

Matt ging auf den Eingang zu und blickte hinaus. Der Koch stand an seinem Küchenwagen und schaute herüber.

McRay und seine vier Revolvermänner waren verschwunden. An der Wand des Saloonzeltes stand der flache Wagen. Die Pferde waren ausgeschirrt und nicht zu sehen. Sicher hatte sie der Stallmann hinüber in das lange, flache Zelt gebracht.

„Muss ich noch lange auf den Whisky warten?, schimpfte Tate. „Ich kann ihn wirklich vertragen.

Glas schlug klirrend gegen Glas.

„Na also", knurrte Tate.

Matt ging hinaus. Der Widerhall der Axtschläge war verklungen, und es war sehr still in der weiten Schlucht zwischen den abgeholzten Hängen. Drüben im Fluss schwammen ein paar Baumstämme, die manchmal von kleinen Wellen überrollt wurden. Als Matt stehenblieb, war er nur ein paar Schritte von dem verwachsenen Koch entfernt, der ihn verkniffen musterte.

„Wollt ihr wirklich Gold suchen?", fragte der Mann.

„Was sollten wir denn sonst wollen?"

Der Mann zuckte die Schultern. „Woher soll ich das wissen? Ich habe ja nur gefragt."

„Sind unsere Pferde im Stall?"

Der Mann zuckte wieder die Schultern. „Was weiß ich. Sehen Sie doch nach."

Matt ging langsam weiter, blickte hinüber zu McRays verwegenem Zelt, sah aber keinen der Männer davor auftauchen. Als er noch ein paar Yards vom Eingang des Stallzeltes entfernt war, schaute er über die Schulter und sah die schwarzbärtigen Holzfäller wie eine riesige, bewegliche Mauer durch die Schlucht kommen, den Zelten entgegen.

Der verwachsene Mann drüben am Küchenwagen grinste böse. McRay kam aus seinem Zelt, gefolgt von den Revolvermännern, in deren Gesichtern die Spuren des Kampfes noch deutlich zu sehen waren.

„Wollen Sie schon fort?", fragte McRay spöttisch.

Matt blickte den schwarzbärtigen Holzfällern entgegen. Sie kamen langsam und hatten die Äxte über die Schultern geschwungen, aber sie kamen wie etwas, dem nicht mehr auszuweichen war. „Ich dachte, es wäre vielleicht besser, Ihre Gastfreundschaft nicht länger in Anspruch zu nehmen", sagte er gedehnt.

Das Grinsen überzog McRays Gesicht wie Wasser, das auf einer ebenen Platte verläuft. „Wegen dem kleinen Zwischenfall? Das ist doch wirklich nicht der Rede wert, Mister!"

Unaufhaltsam näherten sich die schwarzbärtigen Männer, in deren Mitte McRays Bruder John ging. Zwei der Revolvermänner liefen ihnen entgegen. Matt überlegte fieberhaft, ob es noch etwas nützen konnte, wenn er den Revolver zog und auf McRay richtete.

„Haben Sie den Namen Hogan schon mal gehört?", fragte der Boss der Holzfäller.

„Nein."

„Bestimmt nicht?"

„Nein, bestimmt nicht."

„Komisch, mein Bruder sagte, er hätte den Namen Hogan erwähnt, als er mit Ihnen hierher unterwegs war."

„Dann habe ich es sicher wieder vergessen. Wer ist denn Hogan?"

„Ein Marshal, der mal hierherkam und dann in die Berge ritt. Er kam aus den Bergen nicht zurück. Vielleicht haben die Indianer ihn umgebracht."

„So, sagte Matt gedehnt. „Nein, diesen Mann kenne ich nicht.

McRay grinste immer noch.

Matt legte die Hand auf den Kolben des Revolvers, konnte sich aber immer noch nicht entschließen, die Waffe auch zu ziehen. Es würde sicher gar nichts nützen, würde McRay und die anderen nur in dem Verdacht bestärken, er hätte Marshal Hogan doch gekannt. Vielleicht war für McRay nur das wichtig.

Tate tauchte auf einmal vor dem Saloonzelt auf und blickte zu Matt herüber.

„Kommen Sie her!", rief McRay.

Tate kam tatsächlich näher, blickte dann über die Schulter und sah die Holzfäller anrücken. Die beiden Revolvermänner hatten den gefährlich aussehenden Haufen indessen erreicht, und die Mauer kam für ein paar Sekunden zum Stehen.

„Was hat das zu bedeuten?", zischte Tate Fiddler.

„Nichts. Gar nichts! McRay war bemüht, beruhigend zu sprechen. „Die Männer suchen nur den Feierabend.

„Ist es dazu nicht noch etwas zu früh?"

„Heute ist Samstag. Am Samstag arbeiten wir nie so lange. Wir finden uns sonst mit der Welt nicht mehr zurecht, wenn wir wieder unter Menschen sind."

„Dann kann ich ja unsere Pferde holen, nicht wahr?", mischte Matt sich ein.

„Natürlich. Wenn ihr unbedingt fort wollt, hier hält euch niemand."

Als Matt mit den beiden Wagenpferden aus dem Stallzelt kam, standen die Holzfäller in breiter Kette vor dem Wagen, nur ein paar Yards von Tate, McRay und den beiden Revolvermännern entfernt.

„Die beiden Goldsucher wollen uns schon wieder verlassen, sagte der Holzfällerboss. „Weil ich etwas dagegen hatte, dass sie eure Mädchen nehmen.

Ein paar Männer stießen Verwünschungen aus.

„Macht Platz, damit sie an ihren Wagen können."

Matt ging mit den Pferden weiter, als sich zwischen den Holzfällern eine Gasse bildete, durch die er den Wagen sehen konnte.

„Warte!, sagte Tate. „Ich muss mein Pferd noch holen!

„Beeil dich." Matt nahm die Zügel der beiden Pferde kürzer, weil die Tiere unruhig wurden.

Bis Tate aus dem Stall zurückkam, tat sich nichts. Matt führte die Pferde weiter zwischen die nach ranzigem Fett und Schweiß stinkenden schwarzbärtigen Männer, aber weiter kam er nicht. Sie fingen plötzlich alle an zu schreien, ohne dass einer das Kommando dazu gegeben hätte. Zugleich fiel ein ganzer Pulk über Matt her.

Die Pferde wieherten erschrocken und wollten

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