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Fürstenkrone 116 – Adelsroman: Ein Baby für Schloss Lindenbach
Fürstenkrone 116 – Adelsroman: Ein Baby für Schloss Lindenbach
Fürstenkrone 116 – Adelsroman: Ein Baby für Schloss Lindenbach
eBook136 Seiten1 Stunde

Fürstenkrone 116 – Adelsroman: Ein Baby für Schloss Lindenbach

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Über dieses E-Book

Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit.
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum24. Apr. 2018
ISBN9783740928575
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    Buchvorschau

    Fürstenkrone 116 – Adelsroman - Britta von Meierhofen

    Fürstenkrone – 116 – Ein Baby für Schloss Lindenbach

    Fürstenkrone

    – 116–

    Ein Baby für Schloss Lindenbach

    Warum Kristina um ihre Ehe fürchtete

    Britta von Meierhofen

    Schwer hingen die Wolken über dem stolzen Schloss Lindenbach, das hoch auf einem Felsen nahe dem verträumten Thüringer Städtchen thronte, dessen Wahrzeichen es war. Die grauen Mauern wirkten düster und bedrückend, und selbst die Heckenrosen, die sonst für eine romantische Atmosphäre des alten Gemäuers sorgten, entfalteten unter der Last des feuchten Nebels kaum ihre Blütenpracht. Ebenso schien die Kupferkuppel der imposanten Schlosskapelle ihr Feuer verloren zu haben. Sie schimmerte nur matt in den wenigen Sonnenstrahlen, die durch den dunklen Himmel brachen.

    Sonst von Leben erfüllt, herrschte heute eine gespenstische Stille in der mittelalterlichen Burg. Kein Vogel tirilierte in den hohen Linden, die dem Schlosshof ein parkähnliches Ambiente verliehen. Die Bediensteten schlichen mit gesenkten Köpfen umher, und die beiden Jagdhunde, die Lieblinge des alten Fürsten, lagen reglos in ihrem Zwinger auf dem Boden, den Kopf auf den Pfoten gebettet, und der Blick ihrer sonst wachen Augen war matt und trüb. Es war, als würden die Tiere spüren, dass das Schloss heute Trauer trug.

    Die große Fahne am Haupttor war auf Halbmast geflaggt und zeugte von dem Unglück, dass Schloss Lindenbach heimgesucht hatte. Albrecht Fürst von Lindenbach war, gerade mal achtundsechzig Jahre alt, einem Herzinfarkt erlegen und wurde nun zu Grabe getragen. Die ganze Familie war wie gelähmt. Niemand hatte damit gerechnet, dass der stattliche, scheinbar kerngesunde Fürst so unerwartet aus dem Leben scheiden würde.

    Am allerwenigsten sein Sohn Nico von Lindenbach. Der achtunddreißigjährige sensible Professor der Naturwissenschaften hatte gehofft, dass der Kelch der Verantwortung für Stand und Namen noch lange von ihm ferngehalten würde. Zu der Trauer um den geliebten Vater kam nun auch die Sorge, den Aufgaben, die sich der Fürst von Lindenbach wie ein unüberwindlicher Berg vor ihm auftürmten, nicht gewachsen zu sein. Nico hatte sofort nach dem Tod des Vaters dessen Nachfolge antreten müssen, die offizielle Einführung ins Fürstenamt würde erst in drei Monaten nach Ablauf der Trauerzeit erfolgen. Zwar waren sie kein regierendes Haus mehr. Trotzdem war dies eine feierliche Angelegenheit mit glamourösem Galadinner, zu der alle wichtigen Vertreter des europäischen Adels sowie der Politik geladen wurden.

    Dem jungen Fürsten graute schon jetzt davor. Derartige Festlichkeiten waren ihm verhasst. Nico von Lindenbach war ein zurückhaltender, schweigsamer Mann, für den die Wissenschaft an erster Stelle stand. Lieber schlug er sich die Nächte im Labor und Büro um die Ohren, als bei irgendwelchen Events oberflächliche Konversation betreiben oder gar das Tanzbein schwingen zu müssen. Bisher hatte er sich auch rar gemacht und seine Repräsentationspflichten als Erbprinz oft vernachlässigt. Doch nun erwartete man von ihm die gleiche Präsenz wie von seinem Vater, der ein pflichtbewusster Inhaber seines Titels gewesen war.

    Fürst Nico stand am Fenster seines Gemachs und blickte hinaus, ohne die Gegend wahrzunehmen. Er war noch immer wie betäubt.

    Vor wenigen Minuten hatte er abermals in stiller Wehmut am Sarg des Vaters Abschied genommen, bevor die vielen Trauergäste eintrafen, die aus aller Welt auf Schloss Lindenbach erwartet wurden.

    Kristina von Lindenbach, eine gebürtige Baroness von Mehren, spürte die Zweifel ihres Mannes. Sie trat zu ihm und legte tröstend die Hand auf seinen Arm. »Du wirst ein ebenso guter Fürst sein, wie es dein Vater gewesen war, Nico«, sagte sie eindringlich. »Er hat dir die Eigenschaften dafür mitgegeben: Güte, Verständnis und einen starken Willen.«

    Kristina hatte den alten Fürsten sehr gemocht. Dieser war ein leutseliger Vertreter seines Standes und ein verständnisvoller Patriarch gewesen. Als engagierter Politiker hatte er sich für das Wohlergehen der Bevölkerung stark gemacht, so manche Stiftung ins Leben gerufen und soziale Einrichtungen verbessert. Fürstin Constanze hingegen, Nicos Mutter, wurde wegen ihres dominanten Auftretens und ihrer Gefühlskälte nicht sonderlich geschätzt.

    Auch die zweiunddreißigjährige Kristina kam mit ihrer Schwiegermutter nicht gut zurecht, obwohl sie sich bemühte. Anfangs war die Fürstin von der standesgemäßen, bildhübschen Schwiegertochter begeistert gewesen und hatte sie mit offenen Armen aufgenommen. Aber inzwischen war ihr Verhältnis zueinander stark abgekühlt.

    Fürstin Constanze störte sich daran, dass sich in der Ehe ihres Sohnes nach fast drei Jahren noch immer kein Nachwuchs ankündigte, während ihre fünfunddreißig Jahre alte Tochter Nathalie, seit vierzehn Jahren mit Graf Rudnik von Bergen verheiratet, mit zwei Mädchen und einem Jungen gesegnet war. Constanze sprach ihren Vorwurf nie offen aus, aber Kristina spürte doch, dass sie ihr die Schuld an der Kinderlosigkeit gab.

    Die junge Frau seufzte innerlich. Sie ahnte, dass ihre Zukunft nicht frei von Problemen und Selbstzweifeln sein würde. Nachdem Nico jetzt Fürst von Lindenbach war, würde Constanze sie noch mehr unter Druck setzen. Von einem Fürsten erwartete man, dass er für den Fortbestand seines Namens sorgte. Kristina war selbst todunglücklich, dass ihre innige Liebe zu ihrem Mann bislang keine Früchte trug, und die Ärzte konnten es sich noch weniger erklären. Sie rieten zur Geduld.

    »Ich fürchte, so einfach, wie du denkst, wird es nicht werden, Kristina«, stöhnte Fürst Nico. »Vater hat mich nie Einblick in seine Geschäfte nehmen lassen. Er wollte die profanen Dinge des Alltags von mir fernhalten, um mir Muße für meine Wissenschaft zu lassen, wie er sich ausdrückte. Aber nun wünschte ich, er hätte mich nicht so geschont. Doch wer konnte schon ahnen, wie schnell sich alles ändern würde, wo doch …« Unglücklich fuhr er mit der Hand durch sein volles dunkles Haar und kämpfte die Tränen nieder, die in seiner Kehle würgten.

    Der Prinz war ebenso attraktiv und stattlich wie sein verstorbener Vater. Nico von Lindenbach war groß, von schlanker, aber athletischer Gestalt und besaß ein scharf geschnittenes Gesicht mit einer leicht gebogenen Nase, die den männlichen Vertretern seiner Familie eigen war. Seine Augen wirkten durch die langen Wimpern immer leicht verschattet und ihr Blick manchmal geistesabwesend. Er war mit Leib und Seele Wissenschaftler, weshalb er es auch oft mitten im Gespräch an Aufmerksamkeit fehlen ließ, weil seine Gedanken plötzlich zu seinen Projekten abwanderten.

    Kristina war es gewohnt, dass ihr Gatte kein guter Zuhörer war und verzieh ihm seine Zerstreutheit. Aber als Fürst von Lindenbach musste Nico lernen, dem Gesprächspartner sein volles Interesse zu widmen und seine Gedanken auf diesen zu konzentrieren, gleich, welche Eingebungen ihm gerade durch den Kopf gingen. Es würde gewiss eine Zeit dauern, bis aus dem empfindsamen Naturwissenschaftler ein pflichtbewusster Fürst und guter Geschäftsmann wurde. Aber sie, Kristina, würde ihrem Gemahl mit all ihrer Liebe und Kraft zur Seite stehen. Fest drückte sie seine Hand.

    Der Fürst verstand die aufmunternde Geste seiner Frau. Mit schwachem Lächeln führte er ihre Hand an seine Lippen und hauchte einen Kuss darauf. Er war Kristina dankbar, dass sie so selbstverständlich in ihre neue Rolle als Fürstin schlüpfte, während er sich noch schwer damit tat. Sein Amt als Fürst von Lindenbach brachte nicht nur vermehrte Repräsentationspflichten mit sich, sondern auch einen Berg Arbeit. Schon jetzt hatte Kristina oft zurückstehen müssen, wenn er mal wieder die Zeit vergessen und in seinem Büro bis in die Nacht über den Büchern gebrütet hatte. Oder ein wissenschaftlicher Kongress hatte ihn tagelang von zu Hause fortgeführt.

    Manchmal war Kristina mitgekommen. Er war jedoch während der Tagungen meist so eingespannt, dass er kaum Gelegenheit fand, mit seiner jungen Frau die fremden Städte zu erkunden. Wenn er sich doch einmal hatte freimachen können, war er ihr kein guter Gesellschafter gewesen, weil sein Kopf vollgestopft war mit wissenschaftlichen Abhandlungen. Kristina hatte sich nie beklagt. Aber nur in Begleitung eines Bodyguards war ein Ausflug oder Stadtbummel für sie kein Vergnügen, weshalb sie nun lieber zu Hause blieb.

    Fürst Nico war froh, in Kristina nicht nur eine Gattin von hinreißender Anmut und liebenswürdigem Charme gefunden zu haben, die mit ihrer Noblesse jeden bezauberte, sondern auch eine Frau, die ihm in allen Lebenslagen fest zur Seite stand, gleich, welche Prüfungen ihnen das Schicksal auferlegte.

    Zärtlich zog der Fürst seine junge Frau an sich. »Mit dir an meiner Seite kann mir gar nichts geschehen, Liebes«, murmelte er in ihr Ohr. »Was mir an Charisma und Stärke fehlt, um das Amt des Fürsten mit Klugheit und einem gewissen Quantum an Nonchalance zu meistern, machst du mit deinem Charme und deiner Schönheit wett. Gemeinsam werden wir unseren Weg schon gehen.«

    Sanft strich er eine Haarsträhne aus dem lieblichen Antlitz seiner Frau, die sich aus der eleganten Banane an ihrem Hinterkopf gelöst hatte, zu der sie ihr seidiges blondes Haar geschlungen trug. Kristina war einen ganzen Kopf kleiner als er und auch sonst sehr zierlich. Er lächelte auf sie herab, legte seine Hand unter ihr Kinn und hob ihr Gesicht mit den faszinierenden blauen Augen zu sich hoch. Ihre Lippen fanden sich zu einem innigen Kuss, der ihn für kurze Zeit Kummer und Mutlosigkeit vergessen ließ.

    Ein Räuspern riss das Paar auseinander. Constanze Fürstin von Lindenbach war unbemerkt ins Zimmer gekommen. »Ich hatte geklopft. Ihr habt aber nicht gehört«, entschuldigte sie sich, keineswegs bestürzt, dass sie das Paar in der intimen Situation störte.

    In Kristina stieg Bitterkeit auf. Jeder andere hätte die Tür wieder geschlossen, aber nicht so ihre Schwiegermutter. Die junge Fürstin ließ von ihrem Mann ab und wandte sich der Schwiegermutter zu, deren blasses Gesicht durch das schwarze Gewand noch durchscheinender wirkte. Auch die Augen waren rotgerändert und zeugten von den Tränen, die sie vergossen, wenn sie allein war. Sonst wahrte sie stolze Haltung und ließ sich durch den unerwarteten Tod ihres Mannes nicht niederdrücken.

    Kristina wusste nicht, ob sie ihre Schwiegermutter für ihre Stärke bewundern oder bedauern sollte. Sie selbst wäre zusammengebrochen, hätte ihr das Schicksal Nico genommen. Aber Constanze war selbst am Sterbebett ihres Gatten gefasst geblieben und hatte dem Fürsten die Hand gehalten, während dieser die Schwelle zum Jenseits überschritt, ohne nochmals das Bewusstsein wieder zu erlangen. Erst danach hatte Constanze Trost in den Armen ihres Sohnes gesucht und später bei ihrer Tochter Nathalie von Bergen. Die Gräfin, die mehrere Autostunden entfernt auf einer Burg in Bayern wohnte, war sofort herbeigeeilt, nachdem sie von dem Unglück Kunde bekommen hatte. Von Kristina hatte sich die Fürstin nicht trösten lassen, so sehr diese auch mit der Schwiegermutter gefühlt

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